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Von Cenny bis Unter Uns (Ringsy) und das Finden der großen Liebe!

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Carsten Reimann Leonhard "Lenny" Cöster
03.07.2018
16.07.2019
13
35.033
5
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03.07.2018 2.024
 
Hallo zusammen!

Auf Youtube bin ich auf ein paar Videos von Ringsy (Easy  und Ringo) aus Unter Uns gestoßen. Mir persönlich sind dort ein paar charakterliche Gemeinsamkeiten zu Cenny (Carsten und Lenny) aus GZSZ aufgefallen.

Der Handlungsdrang beider Geschichten ist verschieden, ich muss auch zugeben, dass ich den von Ringsy nicht kenne, aber das ist gar nicht nötig, um charakterliche Gemeinsamkeiten feststellen zu können. Ob da die Autoren gemeinsam im Kämmerlein gesessen haben?

Richard Beckmann (Ringo) erinnert an Leonard (Lenny) Cöster.
Ingo (Easy) Winter erinnert an Carsten Reimann, die beiden Jungs sind in dieser Geschichte auch miteinander befreundet. Es findet also ein Crossover zwischen GZSZ und Unter Uns statt, das nichts mit der bekannten Handlung der Serienfiguren zu tun hat.

Nur kurze Beispiele:

1. Lenny will seine Gefühle für Carsten nicht wahrhaben.
   Ringo will seine Gefühle für Easy nicht wahrhaben.

2. Lenny hintergeht Carsten.
   Ringo hintergeht Easy.

3. Carsten haut Lenny eine rein.
   Easy haut Ringo eine rein.

4. Lenny zu Carsten bei ihrer Aussprache:
   Je mehr ich dich wollte, desto mieser habe ich dich behandelt!

  Ringo sagt im Auto zu Easy:
  Du weißt es doch am besten. Die Menschen, die mir am meisten bedeuten,   behandel ich umso mieser!

So viel dazu!
°°°°°°°

Jetzt wünsche ich viel Spaß beim Lesen!

Einen schönen Abend noch!

Eure black cat ;-) ;-) ;-) ;-)
°°°°°°°
°°°°°°°


Tick. Tack. Tick. Tack. Ich steckte wirklich in eine derzeitige verquere Situation. Mein Blick wanderte erneut angestrengt in Richtung Schreibtisch: Wir heiraten! Die Einladungskarte starrte mich an, fraß mich in Grund und Boden auf. Mein sehr guter Freund, den ich schon seit meiner Schulzeit herkannte, würde in wenigen Monaten heiraten.

Anstatt mich mit ihm zu freuen, vor Freude zu kreischen oder zu quietschen, war meine Reaktion darauf eine ganz andere. Ich kreischte nicht und mir schossen auch keine Tränen in den Augen, als mir Ingo genannt Easy erzählt hatte, dass er und  sein Partner Richard genannt Ringo, der ihm den Antrag gemacht hatte, heiraten würden. Ich reagierte so: „Okay." Dann hörbare Stille. „Wieso willst du jetzt heiraten? Wo ich doch jetzt frisch gebackener Single bin?“

Das war völlig daneben, aber das wurde mir erst klar, nachdem die Worte meinen Mund verlassen hatten. Es war zu spät. Unsere Freunde starrten mich vorwurfsvoll an, die mit uns an einem Tisch im Mauerwerk saßen. Easy war extra für diese Neuigkeit von Köln nach Berlin gereist. Das war wirklich sehr gefühlskalt von mir daher gesagt gewesen, das gaben mir, Lucy, Philipp und Dominik deutlich zu verstehen. Nur Easy sah mich nicht vorwurfsvoll an, sondern verständnisvoll! „Carsten, ich weiß, es ist keine leichte Zeit für dich“, dabei sah er mich mitleidig an. „Dir geht es wirklich richtig scheiße!“

Ich schluckte, das hatte ich so nicht gewollt. „Easy mir geht es gut. Wow, du heiratest. Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich für euch freue. Oh mein Gott. Wow. Erzähl schon, bist du schon sehr im Hochzeitfieber, obwohl deine Hochzeit erst in ein paar Monaten sein wird?“, versuchte ich, meine falsche Äußerung von vorhin, wieder gut zu machen.
Ich freute mich wirklich für Easy und Ringo, obwohl es mir total Scheiße ging.

Mir wurde gerade das Herz herausgerissen. Richard hatte mich verlassen. Easy und ich hatten uns noch lustig darüber gemacht, dass wir beide einen Partner hatten, der Richard hieß. Wir hatten sogar gewettet, wer von uns seinen „Richard“ zuerst heiraten würde. Jetzt hatten wir einen klaren Sieger, wobei ich sehr überrascht war, dass es Ringo wirklich fertiggebracht hatte, Easy einen Antrag zu machen, schließlich hatte der des Öfteren einen Stock im Hintern. Es war damals sowieso ein Wunder gewesen, dass die beiden Jungs doch noch ein Paar geworden waren.

Dieses ewigen Hin und Her der Gefühle, so, wie bei Easy und Ringo, das würde ich nie im Leben mitmachen. Ringo wollte sich zunächst nicht eingestehen, dass er sich in Easy tatsächlich verliebt hatte. Außerdem hatte Ringo, Easy auch noch total mies hintergangen. So etwas würde ich niemals mitmachen. Diesen Typen würde ich zum Teufel schicken. Mit mir nicht! Aber darüber brauchte ich mir auch keine Sorgen zu machen. Schließlich war ich jetzt Single und es war einfach schrecklich für mich. Bisher hatte ich immer feste Beziehungen gehabt. Ich bin einfach ein Beziehungsmensch, war ich schon immer gewesen. Single sein, das war Neuland für mich. Das musste einfach wieder ein Ende haben.

Ich war doch eine gute Partie. Erfolgreich als Tierarzt, meine Praxis lief wirklich gut. Im Kopf hatte ich auch etwas. Okay, ich war nicht besonders groß als Mann, aber Easy auch nicht, und trotzdem läuteten bald die Hochzeitglocken für ihn. Und ich wollte auf keinen Fall als Single an seiner Hochzeit teilnehmen. Mir blieben nur noch drei Monate, um den Unbekannten zu finden, der auf Easys und Ringos Hochzeit, mein Date sein würde. Aber mein letztes Date war vor zehn Jahren, wenn man das dann so nennen konnte. Aber wie sollte ich dem jetzt ein Ende setzen?

Als könnte Easy meine Gedanken lesen, warf er plötzlich ein: „Du könntest dich auch bei einer Singlebörse anmelden. Wäre das etwas für dich?“, hakte er vorsichtig nach.
„Moment mal“, mischte sich Lucy plötzlich ein, ohne auf eine Antwort von mir zu warten. „Bevor Carsten sich dort anmeldet, sollte er wissen, was für ein Typ Mann er sucht“, sah sie diesmal Easy vorwurfsvoll an. „Carsten, wie soll dein Traummann aussehen? Was erwartest du von ihm?“, fragte sie neugierig nach, während ich völlig überfordert war.
Dass ich mich mal bei einer Singlebörse anmelden würde, das hätte ich nie für möglich gehalten. Lucy kramte aus ihrer Handtasche einen Block und Kugelschreiber heraus und waffnete sich damit. „Dann erzähl mal“, bat sie mich aufgeweckt und lächelte mir aufmunternd zu.

Meine Freunde waren also mit Eifer dabei, mein zukünftiges Liebesleben gut zu organisieren. Wahrscheinlich hatten sie keine Lust, mich als ihr fünftes Rad am Wagen, auf die Hochzeit mitzuschleppen.

„Carsten, wir warten“, stellte Dominik klar, der mich so aus meinen Gedanken geholt hatte.

„Na ja, er sollte keine Brusthaare haben, die sollten sich lieber auf dem Kopf befinden“, fiel mir als Erstes ein.

„Päh, Brusthaare. Das kann ich gut verstehen. Wer will denn so etwas im Bett haben, dann kann man gleich mit einem Affen kuscheln“, gab mir Lucy recht, während der Rest der Jungs schmunzeln musste.

„Was ist denn mit den wircklich wichtigen Kriterien? Der Mann sollte dich und deine Macken lieben. Und, wo er kann unterstützen“, ließ mich Easy bedenken.

„Ja, das sollte er“, erwiderte ich und so kam die Diskussion voll im Gange, bis die Liste endlich vollständig war:

- er sollte maximal eins achtzig groß sein
- sechsundzwanzig bis maximal zweiunddreißig Jahre alt sein
- damit ich auch mal aus mir herauskomme, locker und spontan sein
- sollte sich beim Erobern viel Mühe geben
- sollte ein spannender und kreativer Job haben
- einen Job mit Zukunft haben (keine Musiker oder andersartige Künstler mehr!)
- keinen Vollbart, kein Brusthaar
- muss sehr tierlieb sein
- nicht auf der Suche nach einem Abenteuer sein, sondern sich nach einer   festen Beziehung   sehnen
- ehrlich, treu, aktiv, gebildet, tolerant, humorvoll, großzügig, einfühlsam, temperamentvoll, weltoffen sein

Ich war einverstanden. So würde sich ein Mann finden lassen, der gut zu mir passte. Die Männerauswahl funktionierte so bestimmt gut. Leon, der heute Abend für unsere Getränke zuständig war, warf neugierig einen Blick auf meine Liste und grinste breit. Schnell packte ich den Zettel weg, ging ihm schließlich nichts an. Gut, ich gebe es zu, ich war auch ein wenig peinlich berührt. Leon verlagerte das Tablett auf die andere Schulter und schüttelte amüsiert den Kopf: „Gut, dass mir das Alles erspart bleibt. Ich bin verheiratet“, ließ er mich erleichtert wissen, während ich zum Kontern ansetzte.

„Ich bin lieber Single, als verheiratet zu sein. Zumindest, wenn man so eine Ehe führt, wie du das tust, Leon. Verheiratet, bekommst aber mit einer anderen Frau ein Kind. Nein danke, das ist nichts für dich“, konterte ich und grinste dabei noch viel breiter als er.
Leons Lächeln erstarb auf der Stelle und er suchte schnell das Weite.
Die Jungs am Tisch prusteten los und auch ich konnte mir ein Lachen nicht mehr verkneifen. An dem Gerücht, dass Leon und Maren ein Kind erwarteten, war also tatsächlich was dran.

„Schade, dass ich jetzt nicht meine Kamera dabei habe“, warf Lucy ein. „Leons dummes Gesicht, hätte ich gerne für meinen Vater in Großformat gehabt.“
Lucy hatte ihr Hobby zum Beruf gemacht und jetzt war sie eine gefragte Fotografin. Sogar Easy und Ringo wollten, dass sie ihre Hochzeitbilder knipste.

„Sorry Lucy“, entschuldigte ich mich sofort, schließlich war ihr Vater, der eigentliche Partner von Maren. Maren hatte Alexander Cöster mit Leon betrogen und wurde beim Fremdgehen schwanger. Das war heute schon das zweite Fettnäpfchen, in dem ich getreten war.

„Ist schon okay, Carsten. Eigentlich habe ich nichts gegen Leon, aber ich bin natürlich auf der Seite von meinem Papa“, stellte sie klar.
Lucy war ein richtiges Papa-Kind, ihr Bruder Leonard, den ich nicht kannte, war ein richtiges Mama-Kind. Leonard lebte nicht in Berlin. Wo er steckte, das hatte mir Lucy mal erzählt, allerdings hatte ich da meine Gedanken abschweifen lassen, nachdem ich kurz zuvor, von ihr erfahren hatte, dass ihr Bruder mal etwas mit Emily, Philipps Zwillingsschwester, hatte. Außerdem interessierte sich Leonard auch nicht für Männer, das machte ihn noch uninteressanter für mich. Aber auch Emily ging gar nicht, es war für mich unbegreiflich, wie sie Philipps Zwillingsschwester sein konnte, die beiden hatten charakterlich so gar nichts gemeinsam. Lucy und Emily würden auch nie die besten Freunde werden, das stand fest. Zumindest akzeptierten sie, Philipp zuliebe, mittlerweile aneinander, das war aber auch schon alles, mehr konnte Lucys Ehemann nicht von beiden erwarten.
„Im Übrigen, die Berliner-Singlebörse ‚Komet‘, solltest du mal ausprobieren. Eine Kollegin schwört darauf, sie sagt, da ist für jeden etwas dabei“, kam sie wieder auf das eigentliche Thema zurück zu sprechen.

„Okay, ich werde es mir merken und später davon berichten“, ließ ich alle Anwesenden wissen, bevor wir wieder auf Easys und Ringos Hochzeit zu sprechen kamen und so den restlichen Abend miteinander verbrachten ...



So war das also, im Zeitalter der Smartphones, man brauchte als Single das Haus nicht mehr verlassen, um jemanden kennenzulernen. Die Anmache im einundzwanzigsten Jahrhundert lief digital ab: „Hi Süßer. Wann haben wir Sex?“

Weitere beliebte und total kreative Begrüßungen, die eine mögliche Konversation zwischen zwei potenziellen Partnern fürs Leben eröffnen sollten, waren bei Komet:
Wie geht es dir?
Wie war dein Tag?
Wie groß bist du?
Und last but not least:
Was machst du heute noch so? Sex?


So viel dazu.

Komet war wohl schon voll abgesagt, aber es gab noch genug andere Dating-Apps, die mir das Gruseln lernen würden, da war ich mir sicher. Man beurteilte nach einem Foto, ob man jemanden interessant fand oder nicht, total demütigend, oberflächlich und verwerflich. Trotzdem stürzte ich mich ins virtuelle Dating-Gefecht, die Verzweiflung macht's!

Pling. Da kam auch schon wieder eine Chatnachricht – diesmal von einem meiner Top-Matches, Simon, siebenundzwanzig, aus Berlin-Neukölln. Mit Sonnenbrille und glatt rasiert. Er machte einen netten Eindruck.

Simon: Hi. Tolles Foto. Du hast süße Locken.
Ich: Danke. Deins ist auch nett.
Simon: Ich würde dir gerne jemanden vorstellen.
Ich: Aha. Wen denn?
Simon: Den Meister!
Ich: Äh … wer soll das sein?
Simon: Der Meister ist der Mann in meiner Hose ;-))


Ach du Schande. Der Typ sah doch völlig normal aus. Einer meiner Tierarzthelferinnen steckte den Kopf in die Tür, ihr Anklopfen hatte ich nicht wahrgenommen. Sie sah mich irritiert an, wie ich da so saß mit offenem Mund vor meinem Smartphone. Zeit sich wieder zusammenzureißen. „Nicole, was gibt es Wichtiges?“, hakte ich mit gefasster Stimme nach, während ich mein Smartphone eilig zur Seite schob.

„Dr. Reimann, gleich kommt ein Notfall rein. Eine Katze wurde vom Auto erfasst und ein paar Meter durch die Gegend geschleudert“, berichtete sie zerknirscht.

„Okay, dann lassen Sie uns alles Nötige vorbereiten, damit wir der Katze schnell helfen können. Jede Sekunde zählt“, antwortete ich, sprang von meinem Bürostuhl auf, um das Notfallset vorzubereiten, das wir immer schnell parat hatten.
Mein Dating-Portal war fürs Erste vergessen, das mit Simon hatte sich eh erledigt.
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Und, was sagt ihr? Könnt ihr euch eine Fortsetung vorstellen? Lasst es mich bitte wissen. Danke!
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