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Dark Guardian Angel

von Iceman58
GeschichteMystery / P16
Vampire
03.07.2018
21.01.2021
220
390.538
5
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Dieses Kapitel
1 Review
 
14.01.2021 2.106
 
"Au, also diese Zähne sind definitiv mehr als echt." zischte er kurz leise und rieb sich kurz die Zeigefingerspitze. "Sag ich doch, meine Zähne und meine verwandelte Stimme sind absolut echt." gab ich zurück und verbarg meine Zähne wieder. "Sam hat mir mal erzählt, du hättest genau wie sie eine Vorliebe für Vampire und wärst ebenfalls ein Horrorfilm-Liebhaber. Hat das jetzt irgendwas mit deiner ungewöhnlichen Ernährungsweise zu tun?" hakte sie nach und kümmerte sich um die nächste Schusswunde. "Ja, das mit der Vorliebe für Vampire und Horrorfilme stimmt schon, aber das hat nur indirekt was mit meiner ungewöhnlichen Ernährungsweise zu tun." gab ich teilweise zu und wiegte meinen Kopf ein wenig hin und her. "Spann doch mal bitte kurz deine Bauchmuskeln an, so kann ich die nächste Schusswunde besser aufschneiden und besser an die Kugel rankommen." bat sie und wartete einen kurzen Moment. "Ja natürlich." antwortete ich und kam ihrer Aufforderung nach. "Alles klar, jetzt verstehe ich das Ganze." lachte Juho kurz und nickte leicht. "Was denn?" fragte ich und warf ihm einen verwunderten Blick zu. "Diese Menschen, die da vorhin vor unserem Haus waren, die gehören alle einer Art Orden an, der eine Vorliebe für Vampir- und Horrorfilme hat. Deswegen auch diese zweigeteilte Ernährung mit dem normalen Essen und dem Blut. Ihr wollt verstehen, wie diese Geschöpfe ticken und ihr Leben mit eigenen Augen sehen und weil es auf Dauer etwas kompliziert gewesen wäre, sind die anderen Mitglieder aus Italien, Spanien, Portugal und dem Süden Frankreichs hierher gezogen. Aus dem Grund seid ihr auch nur eine kleine Gesellschaft, weil die meisten Menschen auf sowas eher zimperlich reagieren. Also Sam würde ganz gut in euren Club reinpassen, sie hat vor solchen Geschöpfen überhaupt keine Angst." erklärte er und schüttelte wieder kurz den Kopf.

"Sowas könnte zutreffen. Aber ich verstehe jetzt nicht, warum das auf Dauer etwas kompliziert gewesen wäre?" hakte ich nach und sah ihn weiterhin verwundert an. "Na wegen der ganzen Treffen, ihr könnt ja nicht ständig hin und her fliegen. Das wäre doch auch irgendwann zu teuer geworden." erklärte er weiter und zog nun kurz beide Brauen hoch. "So könnte es gewesen sein." gab ich kurz seufzend von mir und atmete ebenfalls ganz kurz durch. Irgendwie waren Juhos Worte verletzend für mich, aber vielleicht war es auch besser, dass er unsere Art für einen kleinen Orden von Vampir- und Horrorfilmliebhabern hielt und nicht wirklich an die Existenz von Vampiren glaubte. Aber früher oder später würde er die Wahrheit über uns erfahren und erkennen, dass es auf dieser Welt mehr gibt als Menschen und Tiere, Gut und Böse, Licht und Schatten. Letzteres war eindeutig mein Reich, in dem ich mit meinen Artgenossen lebte und existierte. Aber schon bald würde ich Sam zu mir holen und mit ihr in diesem Reich eine neue, gemeinsame Zukunft aufbauen. "Aber eines macht an dieser Sache keinen Sinn." meinte er und verzog nachdenklich das Gesicht. "Und was?" fragte ich und sah ihn neugierig an. "Dieser eine Satz, den ich vorhin von dir gehört habe. Der hat mir irgendwie Gänsehaut gemacht." gab er zurück und behielt seine nachdenkliche Miene kurz bei. "Und welcher Satz genau soll dir Gänsehaut gemacht haben?" fragte ich weiter und wandte meinen Blick nicht von seinen Augen ab. "Als dich dieser eine Typ angegriffen hat, den Sam vorher am Hals hatte. Du hast gesagt 'Halte dich in Zukunft von meiner Menschenfamilie fern'. Was genau meintest du damit?" antwortete er und löste seine nachdenkliche Miene wieder. "Du hast diesen Satz vorhin wirklich gehört?" hakte ich nach und sah ihn ein wenig unsicher an. "Ehrlich gesagt, bekomme ich noch jetzt davon Gänsehaut." antwortete er und nickte zustimmend. "Okay, dann hab ich jetzt wohl keine andere Wahl und muss euch, was mein Wesen betrifft, reinen Wein einschenken." seufzte ich wieder und atmete erneut kurz tief durch. "Mir reicht einfach nur die Erklärung, warum du diesen Satz vorhin gesagt hast." gab er zurück und sah mir gespannt in die Augen.

"Ich habe diesen Satz vorhin gesagt, weil ich schon sehr lange Zeit kein Mensch mehr bin und ihr in den letzten knapp zweieinhalb Monaten sowas wie eine Ersatzfamilie geworden seid." erklärte ich und tat es ihm gleich. "Hey Moment mal, was redest du da? Du siehst aus wie ein Mensch, du redest wie ein Mensch, du denkst wie ein Mensch und du benimmst dich auch wie einer. Wie kannst du da behaupten, schon sehr lange Zeit kein Mensch mehr zu sein?" hakte er erneut nach und schüttelte mit erneut ungläubiger Miene kurz den Kopf. "All das mag ja vielleicht zutreffen, aber denk doch mal nach. Die Sache mit der stark unterbevölkerten Rasse, die zweigeteilte Ernährung, das schnelle Ausheilen meiner Schusswunden. Ersteres könnte man vielleicht auch auf die eine oder andere Menschengruppe beziehen, aber die anderen Sachen wohl eher nicht. Und dann auch noch meine Zähne und die Sache mit meiner verwandelten Stimme, auch das ist bei einem normalen Menschen wohl eher auch nicht möglich." kam es von mir zurück und schüttelte kurz leicht den Kopf. "Okay, willst du uns jetzt mit all dem sagen, dass du dich allen Ernstes für einen....?" gab er leicht lächelnd von sich und zeigte ein weiteres Mal ungläubig kurz auf mich. "Genau das will ich damit sagen, ich bin ein waschechter Vampir." gab ich zu und nickte zustimmend leicht. "Solche Wesen gibt es doch nur in diesen ganzen Horrorfilmen und -büchern, die Sam sich ansieht und durchliest. Diese Geschöpfe der Nacht existieren nur in der Fantasie und nicht in der Wirklichkeit." kam es sofort von Erja und warf mir einen leicht erschrockenen Blick zu. "Wie ihr beide aber sehr gut sehen und fühlen könnt, gibt es mich in Fleisch und Blut und ich existiere nicht nur in der Fantasie oder in Horrorfilmen und -büchern." antwortete ich und zuckte ganz kurz die rechte Braue. "Und der Typ, der mich vorhin angegriffen hat. War der etwa auch ein Vampir?" fragte er und sah mich nun ebenfalls leicht erschrocken an. "Alle Geschöpfe, die vorhin vor diesem Haus versammelt waren, sind ebenfalls Vampire. Ich sagte doch, wir sind eine stark unterbevölkerte Rasse und fast alle von uns waren vorhin hier anwesend. Die restlichen unserer Art sind den Menschen wesentlich freundlicher gesonnen und haben sich in ihren Wohnungen zurück gezogen." antwortete ich und nickte wieder kurz.

"Und was ist mit deinem Bruder? Gehört er auch zu dieser Rasse?" fragte er weiter und sah mich ein wenig aufgeregt an. "Ja, er gehört auch dazu. Aber mach dir keine Sorgen um Sam, Jesse tut keinem unschuldigen Menschen was an. Das habe ich ihm so beigebracht und ihn gelehrt." erklärte ich und nickte erneut kurz. Daraufhin schwieg er wieder und atmete kurz leise entspannt durch. "Und ich dachte immer, das alles wäre nur reine Fantasie und das Werk von Filmregisseuren und Buchautoren." gab er weiterhin leise von sich und schüttelte ein weiteres Mal ungläubig kurz den Kopf. "Wie du siehst, ist das nicht der Fall. Uns gibt es nicht nur in Filmen und Büchern, sondern auch in der Realität." gab ich zurück und schüttelte ebenfalls kurz den Kopf. "Dann war deine Frage mit meiner Blutgruppe also sehr ernst gemeint." hakte wieder Erja nach und entfernte eine weitere Kugel aus meinem Körper. "Ich musste das wissen. Falls ich wirklich sehr viel Blut verloren hätte, hätte ich mir eine spontane Blutspenderquelle suchen und so den Verlust wieder ausgleichen müssen." antwortete ich und ließ kurz meine wieder etwas eingezogenen Reißzähne aufblitzen. "Und wie ernährst du dich jetzt? Von uns Menschen oder wie ein Raubtier von anderen Säugetieren?" kam es erneut fragend von ihr und ließ die Silberkugel zu den anderen ins lauwarme Wasser fallen. "Ich begebe mich nachts auf die Jagd nach schlechten Menschen und sauge ihnen durch einen einzigen Biss in den Hals das Blut aus. Die Ernährung durch Tierblut verstößt gegen unsere Prinzipien und stillt unseren Hunger nur sehr schlecht. Außerdem bin ich zu so einem Verhalten nicht fähig." gab ich zurück und lachte ganz kurz leise. "Ich nehme an, mit 'schlechte Menschen' meinst du wohl die ganzen Verbrecher, die sich so auf den Straßen herumtreiben und anderen Menschen kaum vorstellbares Leid zufügen." fuhr sie fort und warf mir kurz einen unsicheren Blick zu.

"Genau die meine ich, besonders Serienmörder und Vergewaltiger sind meine bevorzugten Opfer. Es macht mich jedes Mal immer unglaublich wütend, wenn ich so einen Menschen frei herumlaufen sehe. Zu meiner Zeit hätte man solche Mistkerle sofort gehängt oder schlimmer bestraft. Jetzt lässt man sie für solche Gräueltaten ein paar Jahre im Gefängnis sitzen und hofft danach, dass sie sowas nie wieder tun. Wie man sich in solchen Menschen täuschen kann." antwortete ich und schnaubte wieder kurz verächtlich auf. "Da hast du irgendwie Recht, heutzutage lässt man solche Menschen viel zu milde für so ein Verbrechen davon kommen. Da bekommt man es als Elternteil ordentlich mit der Angst zu tun, wenn man hört, dass so ein gefährlicher Mensch frei in den Straßen herumläuft und das eigene Kind unbeschwert und ahnungslos auf dem Spielplatz mit ein paar Freunden spielt." gab er kurz seufzend zu und tupfte das Blut von der nächsten verheilten Wunde. "Wieviele Kugeln sind es noch?" fragte ich und schluckte wieder kurz. "Nur noch drei, zwei in der Brust und eine im Bauch. Du hast es bald überstanden." antwortete sie und wandte sich der letzten Schusswunde am Bauch zu. "Ehrlich gesagt, macht mich das ganze Silber in meinem Blut langsam ein wenig müde und es fällt mir ein wenig schwer, wachzubleiben." gab ich zu und schloss meine Augen einen kurzen Moment ein wenig. "Dann stimmen diese ganzen Mythen aus den Filmen also, was die Vernichtung eines Vampirs betrifft?" hakte er nach und nahm eine der entfernten Silberkugeln kurz an sich. "Eigentlich sind nur zwei dieser Mythen wahr, der Rest ist blanker Unsinn." gab ich zurück und verzog kurz das Gesicht.

"Inwiefern ist denn Silber gefährlich für euch?" fragte er und nahm wieder die mittelgroße Schale an sich. "Es vergiftet unseren Blutkreislauf und gelangt so auf direktem Weg zu unserem Herzen. Es kann das Silber darin nicht rausfiltern und transportiert es so weiter in die lebenswichtigen Organe. Ist die Dosierung viel zu hoch, lähmt es die Herz- und Atemmuskulatur und wir hören auf zu atmen. Daraus entsteht im Gehirn ein Sauerstoffmangel und alle anderen Organe sterben langsam ab. Auf die Art ersticken wir langsam und sterben so." erklärte ich und zog mit ernster Miene wieder kurz die rechte Braue hoch. "Und was ist der zweite wahre Mythos?" fragte er weiter und nahm die nächste Kugel an sich. "Der Geruch von Knoblauch. Im Grunde genommen läuft es da ähnlich wie beim Silber ab, nur dass er eben durch unsere Nase und nicht durch das Blut in unseren Körper zu unserer Atemmuskulatur gelangt. Diese wird durch den Geruch ebenfalls gelähmt und lässt so keinen Sauerstoff zum Gehirn gelangen. Dadurch sterben wieder alle anderen Organe im Körper ab und wir sterben genauso qualvoll." erklärte ich wieder weiter und atmete erneut kurz tief durch. "Also muss ich erst gar nicht versuchen, dich mit einem Pflock anzugreifen und ihn dir ins Herz zu rammen." gab er zurück und lächelte kurz kopfschüttelnd. "Das hätte so gut wie gar keinen Erfolg und würde nur ziemlich wehtun. Ich hab damit schon mehr als genug Erfahrung und weiß sehr genau, wie sowas abläuft." lachte ich wieder leicht und schüttelte verneinend den Kopf. "Wie sieht es denn mit den anderen Sachen wie Weihwasser, Kreuzen und dem Sonnenlicht aus? Wie kommst du damit klar?" fragte er wieder und warf mir einen weiteren neugierigen Blick zu. "Da ich euch überwiegend tagsüber besucht habe, muss ich mir um das Sonnenlicht keine Sorgen machen. Weihwasser könnte ich genau wie normales Mineralwasser völlig bedenkenlos trinken und gegebenenfalls auch damit meinen Durst stillen. Wie die Leute auf die Idee kommen, Vampire mit ein paar Kreuzen aufzuhalten, kann ich mir gar nicht vorstellen. Im Grunde genommen besteht so ein Kreuz doch nur aus zwei übereinander gelegten Holzbrettern oder Metallstangen, sowas ist völlig wirkungslos." antwortete ich und schüttelte mit leicht grinsender Miene kurz den Kopf.
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