Zarte Knospen

von irish
OneshotHumor, Romanze / P16
Faith Spike
02.07.2018
02.07.2018
1
980
 
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Das fröhliche Lied der Vögel riss die junge Frau aus dem Schlaf. Die Nacht war lang, und voller Grauen, das sich in blutdrünstigen Gestalten widerspiegelte, die es zu vernichten galt.
Lechzend nach dem süßen Lebenssaft der Einwohner Sunnydales, streunten und hetzten die Kinder der Nacht durch die kleine Stadt, die mitten auf dem Höllenschlund lag.
Jener Abgrund war ein Zentrum an mystischer Energie und zog Vampire, Dämonen und andere übernatürliche Wesen an, wie Motten das gleißende Licht. Das hatte zur Folge, dass diese Kreaturen jenes Portal, das zwischen der Erde und den verschiedenen Höllendimensionen entstand, nutzen, um Angst und Schrecken über die Menschen zu bringen.
Murrend hob sie den Kopf aus den Kissen und sog den muffig-staubigen Geruch des Zimmers in ihre Lungen. Die Frühlingssonne linste bereits durch die Vorhänge. Ihre Kraft genügte, um die ersten Triebe der Pflanzen an die Oberfläche zu bringen, doch die junge Frau war viel zu erschöpft, um den kleinen Raum gänzlich in Dunkelheit zu hüllen. Die Absteige war nicht billig, trotz der kargen, miserablen Ausstattung. Gerade noch hatte sie die letzten Scheine auf den Tisch legen können, doch nun herrschte Ebbe in ihrer Geldbörse vor. Sie musste an Kohle kommen, dringend! Egal wie.
Ein Geräusch ließ sie blinzeln. Ein Fauchen, Zischen, doch hatte es nichts mit den Lauten einer Katze gemein. Dunkel, bedrohlich und drohend schlichen sich jene Töne in ihre vernebelten Gehörgänge.
Faith wandte den Blick zur anderen Seite des Zimmers. Dort, in der kleinen Nische zwischen schäbigem Bad und dem winzigen Eingangsbereich, hockte der Fremdling und betrachtete sie mit glühenden Augen.
Sie schob sich das braune, wirre Haar aus dem Gesicht und setzte sich auf.
„Hübscher Anblick, Jägerin … hast noch ein bisschen viel Klamotte am Leib, aber das lässt sich ändern.“, wehten jene Worte zu ihr herüber und strotzten nur so vor Provokation.
Ihre Augen wurden schmal, dann entstieg sie dem Bett.
„Verzieh dich, Spike!“, fauchte sie. Dass sich ihr knapp bedeckter Körper, auf dem Weg ins Badezimmer, an seinem vorbeischob, schien diesem nicht zu missfallen.
„Ist dir nicht kalt?“
Sie blickte an sich herab, erkannte, dass nicht nur die Triebe der Pflanzen die Köpfe gen Himmel reckten. Ein Knurren entkam ihr und sie schob diesen lüsternen Mistkerl beiseite. Gern hätte sie ihm dieses anzügliche Grinsen aus der Visage geprügelt. Es bereitete ihr nichts mehr Freude, als sich zu prügeln und diesen abartigen Wesen zu zeigen, wer das Sagen hatte!
„Was geht's dich an, Vampir?“, knurrte sie und warf die Tür hinter sich zu.
„Du weißt, dass mich so eine billige Sperrholzplatte nicht aufhält ...“, flötete er. „Bei dem Anblick pocht's bei mir, Liebchen.“
Unfeine Würgegeräusche erklangen. „Du bist abartig, Blondie!“
„Hey, ich habe auch Gefühle.“ Spike blieb ungerührt, als sie aus dem Bad stürmte, einen Pflock zwischen den Fingern wirbelnd.
„Ja, in deiner Hose! Bleib mir vom Leib. Ich habe jetzt keinen Bock auf diesen Mist.“, drohte sie und setzte die Spitze des Mordinstruments gezielt auf seine Brust. „Sonst trifft dich mein kleiner, spitzer Freund schneller, als du deinen Namen sagen kannst.“
„Liebchen …“, der hochgewachsene Vampir legte den Kopf leicht schräg. „Wieso machst du es uns beiden so schwer?“
„Ich? Dir schwer?“, lachte sie auf und betrat das Zimmerchen, um die Vorhänge aufzuziehen.
„Hey!“, fauchte der Vampir und wich eiligst den Sonnenstrahlen aus, die sich im Raum verstreuten. Klein und sich krümmend, verharrte Drusillas einstiger Gefährte im kläglichen Schatten, den ihm die Nische bot.
Schnell war er, als er auf die Jägerin zuhielt und sie daran hinderte, ihm weitere Qualen zu bescheren. Ihre Augenbraue zuckte. „Du bist so ein Weichei!“
„Und wenn schon, Liebchen“, hob er an und gab ihr einen Klaps aufs Hinterteil. „Wie wäre es, mit ein bisschen Spaß?“
„Wir können die Vorhänge ja trotzdem ein bisschen offen lassen“, bot sie an.
„Willst du mich grillen?!“, zischte Spike und warf einen Blick auf das zerwühlte Bett.
„Du wolltest doch Spaß haben!“ Durch einen gezielten Stoß fand sich der Vampir auf dem Lager wieder. Als die Jägerin plötzlich über ihm aufragte, rittlings auf ihm saß und sich das verwüstete Haar aus dem Gesicht strich, ließ ihn interessiert aufblicken. Zu gern würde er seine Finger in die brünette Mähne gleiten lassen, daran ziehen und ihr abermals beibringen, wer auf diesem Terrain die Spielregeln bestimmte.
„Also, Spike … wälz' dich nicht zu sehr auf dem Laken herum, und benimm dich!“, gebot sie ihm, den Pflock noch immer auf ihn gerichtet.
Klatschend landeten seine Hände auf den entblößten Backen ihres Gesäß', ehe er sich emporschob und die junge Frau auf den Rücken drängte. Ein Zischlaut entwich seiner Kehle, als ein Streifen Tageslicht die blasse, kalte Haut traf.
„Was hab' ich dir gesagt?!“, provozierte die Jägerin mit gewinnendem Lächeln. „Dann zeig mir, was du drauf hast!“
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