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Herzenssache

Kurzbeschreibung
OneshotAllgemein / P12 / Gen
Dr. Kai Hoffmann Dr. Lea Peters
02.07.2018
02.07.2018
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Montagmorgen, kurz nach 08:00 Uhr, Sachsenklinik. Während die Bäume und Blumen sich auf einen heißen Sommertag einstellen und die Sonne schon hoch oben am Himmel steht, schließt Dr. Kai Hoffmann die allwöchentliche Morgenkonferenz. Der Chefarzt ist Anfang 40, großgewachsen, ein smarter Typ von einem Mann, dennoch eine Autoritätsperson. Er war lange Jahre Bundeswehrarzt, hat den Kommandoton, der an der Front herrscht, noch nicht ganz abgelegt. Seit knapp einem halben Jahr arbeitet Hoffmann jetzt an der Sachsenklinik, er hat sich eingelebt und doch wissen die Kollegen nicht viel über ihn. Er ist eher der zurückhaltende Typ, wenn das Gespräch zu persönlich wird. "Dr. Hoffmann, wir sollten noch den OP-Plan von dieser Woche besprechen. Durch den Ausfall von Dr. Brentano müssen wir dringend umdisponieren. Vielleicht sollten wir überlegen, einige der Routineoperationen an Herrn Brenner abzugeben." Gerade als Kai den OP-Plan auf Dr. Globischs Tablet ansehen wollte,  meldete sich sein Piepser zu Wort. "Entschuldigung, die Notaufnahme", murmelte er und verschwand eiligen Schrittes auf dem Flur. Während er das Treppenhaus hinunterjoggte, betrachtete er kurz das Sachsenklinik-Logo an einer der Wände und fühlte sich bestätigt, angekommen. Es war die richtige Entscheidung dem Militär und den dortigen Umständen den Rücken zu kehren. Lange genug hatte er Tag für Tag um Menschenleben gekämpft, die durch Waffen, Krieg und Folter in Gefahr waren. Oft genug hatte er Leid gesehen, die Angst in den Augen der Angehörigen, der Kinder, der Frauen, hatte Sterbenden die Hand gehalten. Diese Situationen hatten ihn zu dem gemacht, der er heute war, einem Optimisten, der stets einen kühlen Kopf bewahrte, aber da war noch mehr. Viel mehr, von dem kaum einer wusste, einer der Gründe, warum er nach seinem letzten Afghanistaneinsatz nicht mehr ins nächste Kriegsgebiet hätte ziehen können.
"Was haben wir?", fragte er den diensthabenden Notarzt routiniert, während sein Blick auf das kleine Mädchen auf der Trage fiel. Ihr Gesicht war blass, die schulterlangen blonden Haare waren zu zwei Zöpfen geflochten, der linke Ärmel ihres rosafarbenen T-Shirts war voller Blut. Wahrscheinlich war das beim Legen der Infusionsnadel passiert. "Emma Schindler, 8 Jahre alt, wurde von uns ohne Bewusstsein aufgefunden. Die Mutter berichtete, dass ihre Tochter zuvor über starke Brustschmerzen sowie Kälte- und Taubheitsgefühl in den Beinen geklagt hat. Wir gehen derzeit von einem Herzinfarkt aus, sodass…" "Oder aber von etwas viel Schlimmerem", unterbrach Dr. Hoffmann den Notarzt leise und rief eine Schwester zu sich. "Bringen sie das Mädchen in den Schockraum, ich muss einen Ultraschall machen, anschließend geht sie ins CT. Lassen sie einen OP vorbereiten und holen sie mir Dr. Globisch für die Narkose. Wenn sich mein Verdacht bestätigt, dann zählt jede Minute." In der Tür zum Behandlungszimmer hielt Kai die aufgeregte junge Mutter des Mädchens zurück. "Sie können jetzt nicht mitkommen, bitte warten sie hier." "Aber ich will doch wissen, was mit ihr ist! Sagen sie es mir! Sie müssen ihr helfen, bitte!" Die junge Frau versuchte Kai am Unterarm festzuhalten. Aus ihrer Stimme sprach die pure Verzweiflung. Der Chefarzt versuchte sie nicht anzusehen, er durfte nicht den gleichen Fehler machen, wie damals. Emma brauchte ihn jetzt. Eilig schob er sich durch die Tür und schloss sie hinter sich. Im Behandlungsraum war schon alles für einen Ultraschall vorbereitet worden. "Dr. Hoffmann, sie haben mich rufen lassen." Dr. Globisch stand in der Tür. "Wir müssen höchstwahrscheinlich gleich operieren. Das ist Emma, 8 Jahre alt. Wurde ohne Bewusstsein eingeliefert, klagte vorher wohl über starke Brustschmerzen, Kälte- und Taubheitsgefühl in den Beinen." "Ein Herzinfarkt?", fragte Kathrin und trat näher an das Mädchen heran. "Ich wünschte es", antwortete Kai und hielt den Ultraschallkopf an das Herz des Mädchens. "Worauf tippen sie?" "Scheiße", murmelte Kai, als sein Blick auf den Monitor fiel. "Aortenriss, wir müssen sofort in den OP." "Sollten wir nicht vorher noch ein CT machen, um zu sehen, wie stark der Riss ist?" "Wir haben keine Zeit zu verlieren. Es zählt jede Minute." Die beiden Ärzte eilten mit der kleinen Emma direkt in den OP. Keine fünf Minuten später war die 8-jährige intubiert und der Chefarzt begann mit seiner OP. "So ein Mist, der Riss ist ziemlich lang, hier ist alles voller Blut. Saugen, bitte." Dr. Brenner gab sich die größtmögliche Mühe den Anforderungen des Chefarztes zu entsprechen, doch jeder hier in diesem Raum spürte, dass er heute anders war als sonst. Hoffmanns Angst zu versagen, war förmlich zu spüren. "Klemme." Der Chefarzt versuchte die Arterie abzuklemmen, doch wegen des vielen Blutes rutschte er immer wieder ab. Die Geräte begannen hektisch zu piepsen. "Sie fällt im Druck, Dr. Hoffmann, beeilen sie sich." Dr. Globisch blickte immer wieder zwischen dem Chefarzt und den Monitoren hin und her. "Die verdammte Klemme hält einfach nicht. Wir… wir verlieren sie… Ich…" "Rufen sie Dr. Peters, schnell", gab Brenner der OP-Schwester als Anweisung. Er merkte, dass Hoffmann die OP psychisch sehr belastete und so wunderte es ihn auch nicht, dass der Chefarzt sofort an die Neurochirurgin abgab, als diese in den OP-Saal eilte. Sie ließ sich innerhalb weniger Sekunden von den Kollegen auf den neuesten Stand bringen. Als sie das Zittern in der Stimme des Chefarztes bemerkte, schickte sie ihn in forschem, aber freundlichem Ton aus dem Saal. Ohne sich über das ungewohnte Verhalten des Kollegen zu wundern, versuchte auch sie, eine Klemme an der Arterie anzubringen. Sie blieb ruhig, ließ sich von den Geräuschen, dem Piepsen der Monitore nicht aus der Ruhe bringen. Sie wusste, dass die Chance die kleine Emma lebend vom OP-Tisch zu bekommen, schwindend gering war, doch ihre Routine mahnte sie zur Ruhe und so schaffte sie es tatsächlich die Arterie abzuklemmen. Einen kleinen Moment schien es so, als würde sich der Zustand der 8-jährigen bessern, doch gerade als Dr. Peters weiterarbeiten wollte, zeigte der Überwachungsmonitor die Nulllinie an.
Kai hatte sich unterdessen die OP-Haube vom Kopf gerissen und hielt seine Hände unter kaltes Wasser. Er betrachtete sein verschwitztes, rotes Gesicht im Spiegel und seufzte. So stark er nach außen hin auch schien, diese Situation hatte ihn mitgenommen. Er hätte Emma nicht retten können, sie wäre verblutet und er hätte hilflos nebenan gestanden. Er zog sich um und ging sein Büro, setzte sich aufs Sofa, legte die Beine hoch und dachte nach. Über seine Zeit bei der Bundeswehr, die vielen Einsätze, die Kriegsverletzten, über Alysha, das kleine Mädchen aus dem von Bomben zerstörten Viertel direkt in der Nähe der Kaserne, in der er stationiert gewesen war. Alysha war sechs Jahre alt gewesen und trotz des Kriegs, der Angst und des Elends um sie herum war sie ein fröhliches Kind, das Kai, wann immer es ihn gesehen hatte, freudig anstrahlte. Die kleine Alysha war so etwas wie ein Farbklecks in der schwarz-weißen Wüste der Zerstörung gewesen. Sie war ein wahrhaftiges Wunderkind, ein Sonnenschein, der allen vor Ort unheimlich viel Kraft geschenkt hatte. Gerade als die Unruhen sich ein bisschen gelegt hatten und der Krieg in diesem Dorf zu Ende ging, war es passiert. "Dr. Hoffmann?" Die Neurochirurgin stand in der halb geöffneten Bürotür. "Ja." "Wollen sie mit der Mutter sprechen oder soll ich das machen?" Sie wirkte abgekämpft, auf ihrer Stirn waren Schweißperlen erkennbar, ihr Kayal hatte unter ihre Augen einen schwarzen Rand gemalt. "Sie haben die OP durchgeführt, sie können gerne mit der Mutter reden." Lea nickte, doch im Umdrehen hielt sie inne, leckte sich kurz über die Lippen, sah den Chefarzt an. "Ich hab es nicht geschafft", flüsterte sie kaum hörbar. Er sah ihr kurz in die Augen. Einen Moment war ihm, als bliebe die Welt um sie herum stehen, als zählten Raum und Zeit nicht mehr. Ihre Augen glänzten, sie blinzelte, lächelte, um nicht in Tränen auszubrechen. Plötzlich erkannte er sich in ihr. Wie unverantwortlich war es gewesen, diese aussichtlose OP an seine Kollegin abzugeben? Warum hatte er zugelassen, dass sie da mit rein gezogen wurde? Hätte es nicht gereicht, dass er sich schlecht fühlte, dass er versagte? "Es ist nicht ihre Schuld", seufzte Hoffmann, stand auf und ging auf seine Kollegin zu. "Ich weiß", antwortete Dr. Peters und ging. Einen Augenblick lang sah der Chefarzt seiner Kollegin hinterher, dann überwand er sich und ging ihr nach. "Dr. Peters, ich werde mit der Mutter sprechen. Ruhen sie sich einen Moment aus. Ich weiß, wie sehr sie die Sache mitnimmt." "Es ist nie schön einen Patienten zu verlieren, aber das gehört nun mal zu unserem Beruf. Wir können nicht immer gewinnen, Dr. Hoffmann." Der Chefarzt lächelte verhalten. Irgendwoher kannte er diese Antwort, die ablehnende Haltung, die sagen sollte, dass sie schon klar kam. "Trotzdem. Ruhen sie sich aus." Ohne eine Antwort abzuwarten, ließ Hoffmann Dr. Peters auf dem Flur stehen und machte sich auf den Weg zu Emmas Mutter, die noch immer in der Notaufnahme wartete. Als sie Kai auf sich zukommen sah, sprang sie auf und eilte ihm entgegen. "Wie geht es Emma? Kann ich sie sehen? War es wirklich ein Herzinfarkt?" Dr. Hoffmann umfasste die Schultern der jungen Frau und sah sie an, bis sie schwieg. Sie schluckte. "Emma wird doch wieder ganz gesund, oder?", fragte sie, während ihre Knie zu zittern begannen. "Lassen sie uns hier reingehen." Der Chefarzt deutete auf einen kleinen Raum, indem ein Tisch, zwei Stühle und eine kleine Couch standen. Der Raum war in einem warmen Gelbton gestrichen, an den Wänden hingen zwei Bilder, die ein Mohnfeld und einen Leuchtturm zeigten. Den sogenannten Raum der Stille nutzen die Ärzte immer dann, wenn sie schlechte Nachrichten überbringen mussten. "Setzen sie sich bitte." Kai deutete auf einen der beiden Stühle und nahm gegenüber von Frau Schindler Platz. Die Mutter spürte inzwischen, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Ihre Hände zitterten, sie sah Kai direkt in die Augen. In Frau Schindlers ängstlichem Blick erkannte er Dunias wieder. Sie hatte ihn damals genauso angesehen. Er schluckte. "Frau Schindler, ihre Tochter hatte keinen Herzinfarkt." "Aber das ist doch gut?" Er schüttelte den Kopf. "Aber sie… sie…" "Frau Schindler" Dr. Hoffmann nahm die Hand der jungen Frau. "Ihre Tochter hatte einen Aorteneinriss, das heißt, dass sie sehr viel Blut verloren, die Aorta ist die Hauptschlagader, die direkt zum Herzen führt. Sie versorgt das Herz und auch das Gehirn mit Blut und Sauerstoff. Wir haben versucht, den Riss operativ zu versorgen, aber wir hatten keine Chance. Es tut mir leid, ihre Tochter ist tot." Frau Schindler ließ Hoffmanns Hand augenblicklich los. Sie starrte den Mann im weißen Kittel verständnislos an, schüttelte den Kopf. Ihr liefen Tränen übers Gesicht, als sie aufstand und durch den Raum lief. Sie stand unter Schock. "Frau Schindler, kann ich jemanden für sie benachrichtigen? Jemanden, der sich jetzt um sie kümmern kann?" "Ich würde Emma jetzt gerne sehen", brachte sie mit zitternder Stimme hervor. "Natürlich. Ich schicke ihnen eine Schwester, die sie zu ihrer Tochter bringt. Wenn sie noch Fragen haben, dann können sie sich jederzeit an mich wenden." "Wie konnte das passieren?", fragte sie, als Kai schon fast durch die Tür gelaufen war. Er drehte sich zu ihr um, schloss die Tür wieder. "Das kann ich ihnen nicht genau beantworten. Dazu müssen wir ihre Tochter erst rechtsmedizinisch untersuchen. Normalerweise geht einem Aortenriss eine länger andauernde Gefäßverkalkung voraus, tritt somit eigentlich eher bei älteren Menschen auf. Eine mögliche Ursache wäre ein Aneurysma, oder eine erweiterte Aorta." Frau Schindler nickte.
"Dr. Hoffmann", Dr. Peters hielt ihren Kollegen am nächsten Tag auf dem Flur oben vor dem Ärztezimmer auf. Kai hatte in dieser Nacht kaum geschlafen, war in der Klinik geblieben und hatte versucht sich mit Arbeit abzulenken. "Dr. Peters, guten Morgen. Wie geht es ihnen?" "Vermutlich nicht besser als ihnen", gab sie zu. "Emma Schindler hatte eine erweiterte Aorta. Hier ist der Bericht der Rechtsmedizin." Sie hielt ihrem Kollegen den Befund hin. Dr. Hoffmann überflog kurz, was dort geschrieben stand. "Warum haben sie sich nicht gewehrt, als Dr. Brenner mich hat rufen lassen? Warum haben sie ihre OP abgegeben? Das passt nicht zu ihnen." Leas Direktheit brachte Kai in Verlegenheit. "Ich hatte die Hoffnung, dass sie der kleinen Emma vielleicht noch helfen können." "Sie sind ein brillanter Chirurg und das wissen sie. Hätte es sich um eine neurologische Operation gehandelt, dann meinetwegen, aber nicht bei einer Thoraxop." "Dr. Weber war nicht im Haus und Dr. Stein stand in OP drei." "Das meine ich nicht." "Was dann?" Dr. Hoffmann zog seine Augenbraue hoch. "Dr. Hoffmann, ich will wissen, warum sie Emma nicht operieren konnten." Er seufzte und fuhr sich übers Gesicht. "Hängt das vielleicht damit zusammen, dass sie ihren Dienst bei der Bundeswehr quittiert haben?" "Und wenn schon." "Was ist damals passiert?", fragte Dr. Peters, die sich selbst etwas darüber wunderte, dass es sie so interessierte, was der Kollege erlebt hatte. Kai sah sich um und als er niemanden auf dem Flur erkennen konnte, begann er stockend zu erzählen. "Wir waren in Afghanistan stationiert, unsere Mission war fast zu Ende, in dem Dorf, in dem wir stationiert waren, war der Krieg vorüber. Fast ein halbes Jahr haben wir dort gelebt, zwischen eingestürzten Häusern, Bürgerkrieg und Hungersnot. Es gab dort im Viertel neben unserer Kaserne ein kleines Mädchen, Alysha, sie war sechs Jahre alt und trotz  des Kriegs und des Leids, was sich unmittelbar vor ihren Augen abgespielt hat, war sie ein unheimlich fröhliches Kind, sie hat uns immer angestrahlt, mit uns gespielt. Sie war so etwas wie ein wahres Wunder, wenn wir kurz vorm Verzweifeln waren, dann haben wir an sie gedacht und daran, dass wir weiterkämpfen wollen, damit sie irgendwann mal ein anderes Leben leben kann." Lea hörte ihrem Kollegen gespannt zu. Obwohl sie natürlich durch die Nachrichten wusste, was in Afghanistan abging und wie es dort aussah, berührten sie seine Erzählungen sehr. Seine Worte machten die Bilder aus dem Fernsehen lebendig, persönlich.
"Eines Tages, kurz bevor wir abreisen wollten, kam Alyshas Mutter Dunia zu mir geeilt. Sie erzählte mir, dass Alysha vor Schmerzen schreiend auf dem Boden liegt, dass sie ihre Beine nicht mehr bewegen kann. Ich bin dann sofort zu ihr geeilt und habe sie mit allen Mitteln, die ich vor Ort hatte untersucht. Unser provisorisches Krankenhaus war über 1,5 Kilometer entfernt, in der Krankenstation hatten wir nicht die Möglichkeiten, die wir gebraucht hätten, um Alysha zu untersuchen. Ich wusste gleich, dass die Zeit knapp werden würde. Ich habe die Kleine auf den Arm genommen und bin dem Krankenwagen entgegengerannt. Dunia hat geweint und in dem Moment, indem Alysha in meinem Arm gestorben ist, habe ich Dunia in die Augen gesehen, habe ihre Hoffnung gesehen, die einzig und allein auf mir ruhte. Ich habe versagt, wir konnten nichts mehr für Alysha tun. Das war das Schlimmste, was ich in all den Jahren im Krieg erlebt habe, diese kleine Mädchen, das uns allen immer so unendlich viel gegeben hat, in meinen Armen sterben zu lassen und nichts tun zu können. Als ob nicht schon genug Leid auf diesem Dorf und auf Alyshas Familie gelastet hat. Ich bin nach Deutschland zurückgekommen und wusste, dass ich niemals wieder für die Bundeswehr arbeiten können würde." Kai wich Leas Blick aus. Seine Lippen zitterten, in seinen Augen hatten sich Tränen gebildet. Lea stand mit offenem Mund vor ihrem Kollegen. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. "Wissen sie, es ist absurd. Wir bringen Waffen mit, um Feinde zu bekämpfen. Wir bringen Ärzte mit, um den Verwundeten zu helfen. Doch im Prinzip können wir nichts tun. Unsere Waffen töten Unschuldige, Zivilsten, Kinder, Frauen. Wir Ärzte können nicht allen helfen, also was tun wir schon?" "Dr. Hoffmann, ich glaube für Alysha waren sie ein wahrer Held." Lea sah den Chefarzt eindringlich an, bevor sie an ihm vorbei ins Ärztezimmer ging.
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