Bloody Memories

von xCeciix
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Ben Jäger Jenny Dorn Kim Krüger Semir Gerkhan
01.07.2018
15.10.2018
3
4487
2
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Jennys Sicht:
Seit ca. 2 Monaten wohnte ich mit Ben zusammen und es war vermutlich die schönste Entscheidung die ich je getroffen hatte. Die Entführung von damals hatte mich ziemlich aus der Bahn geworfen, aber dank der Hilfe von Ben, Semir, Susanne, Hartmut und Frau Krüger konnte ich die schlimmen Erlebnisse gut verarbeiten und dachte eigentlich gar nicht mehr daran. Ich liebte Bens wunderschöne Rehbraune Augen und könnte sie den ganzen Tag anschauen. Als Ben die Wohnung verließ blieb ich allein zurück. Ich gähnte leicht auf als ich nach draußen sah, der Schnee glänzte und die Sonne schien ziemlich stark für solch einen Wintertag. Ich blieb für ein paar Minuten dort stehen und genoss die  Sonnenstrahlen in meinem Gesicht. Plötzlich hörte ich ein lautes knallen, es klang wie eine Zerbrochene Scheibe oder sowas. Ich drehte mich langsam um und ging ins Schlafzimmer - nichts war zu sehen - nahm meine Waffe und schritt langsam voran. Ich war darauf eingestellt das gleich jemand hinter mir stehen könnte und mir einen Schlag auf den Kopf verpassen könnte. Ich ging durch die ganze Wohnung, ich war hochkonzentriert und hatte ein mulmiges Gefühl, nachdem ich jedoch nichts fand - außer eine kaputte Vase die auf dem Boden lag - atmete ich einmal tief durch und räumte die Scherben weg. Ich suchte mein Handy, allerdings fand ich in der ganzen Wohnung nichts. ,,Ich glaub ich werd'  verrückt!'' sagte ich dann zu mir selbst. Ich schaute auf die Uhr, die in der Küche hing, sie zeigte 9:02 Uhr an. Ich ging an den Schrank und nahm mir Müsli raus. Ich aß es ziemlich schnell da ich in 30 Minuten zur Arbeit musste. Das mich meine Vergangenheit bald einholen sollte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt genau so wenig wie Ben.

Semirs Sicht:
Ich schaute Ben an der die ganze Zeit bedrückt aus dem Fenster starrte. Irgendwas war komisch doch ich wusste nicht was, ich war zu neugierig um den Mund zu halten und so platzte es aus meinem Mund:,,Sag mal willst du auch mal mit mir reden? Mir sagen was los ist? Warum du in letzter Zeit so oft verschlafen und nachdenklich bist?'' Ben schaute mich erschrocken und traurig an. Ich hatte Angst das er gleich in tränen ausbrechen würde, da ich schon ein Funkeln in seinen Augen sah. ,,Was soll denn sein?'' fragte er mich dann und ich hörte Unsicherheit in seiner Stimme. Ich staß ihn mit meinem Ellenbogen in die Seite:,,Hey, Ben wir sind Freunde. Du kannst mir alles sagen, egal was es ist.'' ich zwinkerte ihm zu und er lächelte leicht. Mir war klar das er mir nicht einfach sagen würde was mit ihm war und rumhacken wollte ich auch nicht auf ihn. Ich war gerade dabei ihn weiter zu befragen als plötzlich ein schwarzer Jeep in meinen Wagen fuhr und ich - aus welchem Grund auch immer - den Wagen nicht mehr unter Kontrolle hatte. Ich fuhr in die Leitplanke, der Wagen überschlug sich mehrmals und landete direkt auf der Beifahrerseite gegen einem Baum. Bens Kopf knallte unkontrolliert gegen die Scheibe, ich bekam so gut wie nichts ab. Als der Wagen zum stehen kam öffnete ich die Augen und drehte meinen Kopf nach rechts, dort lag Ben - fast schon leblos im Beifahrer sitz:,,Hey, Partner. Ben! Hey!'' ich tätschelte leicht seine Wange in der Hoffnung das er wieder zu sich kam - meine Hände waren blutverschmiert wegen Bens scheinbar schweren Verletzungen im Gesicht.  Dann bemerkte ich wie er leicht seinen Kopf bewegte und die Augen einen schlitz weit öffnete. Er schaute mich mit schmerz verzogenem Gesicht an. Ich ließ mich erleichtert zurück in den Sitz fallen - ein Glück, er lebte. Plötzlich fing der Wagen Feuer, ich stieg aus und wollte abhauen, doch ich konnte Ben nicht einfach so zurücklassen. Er versuchte sich mit seinen vermeintlich letzten Kräften aus dem Wagen zu befreien, doch sein Bein war eingeklemmt. Ich lief zurück und versuchte ihn irgendwie zu befreien, Ben schüttelte nur den Kopf:,, Das bringt nichts Semir! Los, hau ab!''. Seine Stimme war schwach und ich schaute ihn Kopfschüttelnd an, sollte es das gewesen sein?

Bens Sicht:
Mein ganzer Körper schmerzte und ich versuchte mich aus meinem Gurt zu befreien was mir gelang, allerdings hing mein Bein fest und ich sah keine Chance mehr darin hier lebend wieder raus zu kommen. In letzter Sekunde schaffte Semir es jedoch mich zu befreien und half mir her raus. Er half mir beim laufen da ich vermutlich einfach zusammengebrochen wäre und keine Kraft mehr gehabt hätte. Ich humpelte weg vom Auto und dann explodierte es. Durch die Druckwelle wurden wir beide erst nach vorne und dann zu Boden geschleudert und lagen nun da auf dem kaltem Asphalt.  Semir stützte sich auf und tätschelte meine Wange, ich war leicht benommen kam aber schnell wieder richtig zu mir. War das gerade nur Glück? Rein logisch gesehen müsste ich jetzt tot in diesem Auto sein.,,Ben, bist du okay?'' Wie oft ich diese Frage schon gehört hatte, langsam machte es mich aggressiv und ich kam mir vor wie ein kleines Kind das nicht in der Lage ist auf sich selbst aufzupassen. Semir tätschelte immer noch meine Wange, vermutlich weil ich nicht reagierte, dann gab ich ein schmerzerfülltes Stöhnen von mir:,, Ist ja gut.. ich bin ja da.'' sagte ich dann. Semir war sichtlich erleichtert und begutachtete mich von oben bis unten:,, Du brauchst einen Arzt!'' Ich sah wie Semir sein Handy nahm und gerade Susanne anrufen wollte, dann riss ich ihm sein Handy aus der Hand und drückte die Nummer weg:,,Ich brauch keinen Arzt!'' sagte ich dann zu ihm. Semir schüttelte  den Kopf:,,Ich will dir doch nur helfen!'' sagte er dann. Ich schaute ihn kopfschüttelnd an:,,Lass uns einfach zur Dienststelle fahren.'' Semir schaute mich nur ungläubig an:,,Und woher willst du das Auto nehmen?'' fragte er mich. Ich wählte Susannes Nummer und am anderen Ende meldete sie sich:,,Semir, was verschafft mir denn die Ehre?'' Ich antwortete:,,Nichts Semir, Ben hier. Du Susanne kannst du mal bitte die Kollegen auf die A4 höhe Kilometer 73 schicken?'' sie sagte freundlich:,,Klar, was habt ihr denn jetzt schon wieder gemacht?'' Meine Antwort kam ziemlich genervt über meine Lippen:,,Ach Susanne schick einfach die Kollegen, okay?'' dann legte ich  auf und lehnte mich gegen die Leitplanke.

Jennys Sicht:
Ich stellte meinen Teller schnell in die Spülmaschine und zog mich an. Dann nahm ich den Autoschlüssel und fuhr zur Arbeit. Auf der Dienststelle angekommen schaute ich in das Büro von Ben und Semir, niemand war da. Dann ging ich zu Susanne an den Schreibtisch und setzte mich halb rauf:,,Sag mal, wo sind eigentlich Ben und Semir? Die hatten doch schon vor 1 Stunde Dienstbeginn.'' Susanne schaute mich etwas besorgt an:,,Ben hat ebend angerufen und gesagt ich solle die Kollegen zu ihnen schicken, aber keine Ahnung was passiert ist.'' In mir machte sich ein mulmiges Gefühl breit. Ich setzte mich in mein Büro und schrieb ein paar Berichte fertig, als plötzlich Frau Krüger rein kam. ,,Frau Krüger, Guten Morgen!'' sagte ich lächelnd zu ihr. ,,Alles in Ordnung Frau Dorn? Sie sitzen jetzt schon eine ganze Weile hier  und haben noch nicht mal einen Bericht fertig geschrieben.'' Ich nickte:,, Ja alles gut.'' Lächelte ich sie an und sie erwiderte es und ging zurück in ihr Büro. Ich starrte auf den Bildschirm meines Computers und gab 'Jorge Anders' ein. Ich weiß ich sollte nicht in meiner Vergangenheit rumschnüffeln aber ich wollte einfach wissen ob meine Vermutung stimmte. Als ich dann einige Seiten dazu fand erschrak ich - er war Gestern aus dem Gefängniskrankenhaus ausgebrochen und derzeit auf der Flucht. Panik stieg in mir auf und ich zitterte am ganzen Körper. Plötzlich sah ich, wie Semir mit Ben in die Dienststelle kam, Semir stützte Ben beim laufen, dieser humpelte nur. An Bens Kopf lief Blut runter, ebenso aus der Nase und sein rechtes Auge war blau angeschwollen. ,,Oh Gott, Ben! Was ist denn passiert?'' sofort rannte ich zu ihm denn ich sah ihm an das er einfach keine Kraft mehr hatte sich länger auf den Beinen zu halten, so sackte er dann völlig entkräftet zu Boden. Sollte sich der Alptraum von damals wiederholen?

Bens Sicht:
Ich sackte zu Boden, meine Beine konnten mich einfach nicht mehr tragen. Mein ganzer Oberkörper schmerzte, an meinem Gesicht spürte ich etwas nasses - vermutlich Blut - und jeder Atemzug fiel mir schwer. Ich kam mir vor wie eingefroren denn ich konnte, wollte mich eher nicht bewegen. Jenny kniete direkt vor mir und auch Semir hielt seine Hand an mein Gesicht, im Blickwinkel konnte ich die besorgten
Blicke von Susanne und Frau Krüger sehen. ,,Jäger! Gerkhan! Geht es ihnen gut?'' fragte dann Die Chefin mit besorgter stimme, Semir nickte leicht und Susanne nahm den Telefonhörer. ,,Susanne! Stop!'' sagte ich mit gequälter Stimme, als ob ich wusste was sie vor hatte. Sie  begutachtete mich von oben bis unten:,,Ben, du brauchst einen Arzt.'' antwortete sie streng und ich schüttelte den Kopf. Langsam richtete ich mich auf und öffnete die Tür zu unserem Büro, am Türrahmen lehnte ich mich nochmal gegen ihn und steuerte dann auf die Couch zu. Ich ließ mich auf die Couch fallen und lehnte mich zurück. Semir und Jenny kamen rein, Semir hatte einen Verbandskoffer in der Hand und setzte sich neben mich. Am liebsten wäre ich in diesem Moment einfach nur weg gelaufen, aber ich konnte ja kaum gehen, wie sollte ich dann auch noch an Semir vorbei ohne das er mich zurückhält. Behutsam tupfte Semir mir das Blut aus dem Gesicht und machte ein Pflaster über die - vermutlich große - Platzwunde am Kopf. Dann zog er mein Pulli hoch, sein Atem stockte mit einem mal und auch ich war ziemlich erschrocken als ich sah was dort war - ein großer, angeschwollener blauer Fleck - vielleicht war er auch gar nicht blau sondern mehr lila. Ich stöhnte auf als Semir ihn berührte um eine Salbe rauf zu schmieren. Dann zog er meinen Pullover wieder runter und sein Gesichtsausdruck reichte, um mir klar zu machen das diese Verletzung vermutlich noch schlimmer war, als sie aus sah.