Die Sterne des Nordens

von Alyanna
GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
Aragorn Arwen Gimli Legolas OC (Own Character)
01.07.2018
09.03.2019
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Die Sterne des Nordens

Fanfiktion zu „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien

Klappentext

Viertes Zeitalter Mittelerdes. Der teuer erkaufte Friede wird von einer neuen Gefahr bedroht. Ein geselliger Jagdausflug endet für Legolas Thranduilion folgenschwer, als er unversehens in einen Kampf gerät. Gleichzeitig begegnet er einer Elbin, die, ohne es zu merken, unerwartete Empfindungen in ihm weckt.

Disclaimer

Diese Geschichte ist Fanfiktion, das heißt die (meisten) Figuren, Orte und Namen gehören mir nicht. Mittelerde und alle wiedererkennbaren Personen gehören dem großen Meister J. R. R. Tolkien. Manche Figuren und vergangene Geschehnisse habe ich mir von einer anderen Fanfiktion ausgeliehen, „The Mellon Chronicles“ von Cassia & Siobhan. Mit dieser Geschichte verdiene ich kein Geld, noch habe ich irgendein Recht darauf, außer auf die Handlung und einige eigene Charaktere.
In dieser Fanfiktion schildere ich eine Zeit nach dem Ringkrieg, über die uns Tolkien nur wenig erzählt hat. Deshalb ist die gesamte Geschichte meine freie Erfindung und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Jeder Leser kann seine eigene Version erdenken und es steht jedem frei, meine Fanfiktion gut zu heißen oder nicht.
Dennoch habe ich versucht, mich so gut wie möglich an das literarische Vorbild zu halten. Falls ich Unrichtigkeiten in geschichtlichen Abläufen, der Elbensprache, den Gegebenheiten und Gebräuchen Mittelerdes beschreibe, so seht mir das gnädig nach. Ich bin kein Tolkienologe und habe nicht alle seine Werke gelesen. Ich liebe einfach das, was ich von ihm kenne und spiele gerne damit.

Info

Man kann diese Geschichte lesen, auch ohne „Der Herr der Ringe“ und „The Mellon Chronicles“ gelesen zu haben. Jedoch versteht man den Inhalt besser, wenn man zumindest die „Herr der Ringe“-Filmtrilogie gelesen bzw. gesehen hat. Wer die oben beschriebenen Bücher noch lesen möchte, ohne alles gespoilert zu bekommen, dem rate ich, diese Geschichte noch nicht zu lesen.
„Die Sterne des Nordens“ begleiten mich schon über Jahre hinweg. Immer wieder habe ich herumgestrichen und umgeändert, bis ich mich dazu durchgerungen habe, sie ein allerletztes Mal zu überarbeiten und zu veröffentlichen. Ich versuche, jede Woche ein neues Kapitel hochzuladen. Dies kann ich allerdings nicht versprechen, da ich einen kleinen Sohn habe, der mich braucht und der geht einfach vor.
Ich freue mich über jeden Kommentar, auch über konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge!
Nun genug der langen Worte. Ich wünsche euch viel Vergnügen!

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Prolog

Legolas lehnte am Stamm einer dicken Buche und blickte hinauf in den mit unzähligen Sternen bestückten nachtschwarzen Himmel. Seine scharfen Augen suchten und fanden Earendil, den Lieblingsstern der Elben.
Die Sterne funkelten heute mit dem beinahe vollen Mond um die Wette und strahlten mit ihrem blassen silberglänzenden Schein bis hinunter in den dichten Wald Ithiliens. Ithilien, das Mondland, Legolas lächelte über den passenden Namen. Tief atmete er die frische Nachtluft ein, nahm den würzigen Duft des Waldbodens und das harzige Aroma der Rinden in sich auf. Die frischen Triebe der Nadelbäume sonderten einen süßlichen Geruch aus, der die Insekten anlocken sollte. Doch diese schliefen gerade, ebenso wie die vielfältigen Vogelarten, die die Wälder Ithiliens bewohnten.
Der Wald und das ganze Land waren wieder frei. Das vernahm er im Flüstern der Blätter und im Raunen der Zweige. Er sah es in den Augen der Wildtiere und spürte es in jedem Windhauch. Das Land war grün und fruchtbar. Die Bäume lebten friedlich, die Blumen blühten auf in Pracht. Es zwitscherten Vögel in den Zweigen der ausladenden Bäume. Igel, Eichhörnchen und Kaninchen ließen sich ohne Scheu blicken und das Wild vermehrte sich ungestört. Alles war zu seiner ursprünglichen Schönheit zurückgekehrt, sehr zur Freude der Bewohner, Menschen wie Elben. Es hatte einige Jahre gedauert, nachdem der dunkle Herrscher besiegt worden war, dass sich Ithilien wieder erholt hatte. Das blühende und herrliche Mondland war immer ein besonderes Juwel des Königreiches Gondor gewesen, bis Saurons Grausamkeit alle Schönheit verdorben hatte. Er wurde schließlich vernichtet, der Ring der Macht wurde in den Schicksalsklüften zerstört. Das vierte Zeitalter hatte in Frieden begonnen und das würde aller Hoffnung nach so bleiben. Solange weise Könige herrschten, wie Elessar über das Wiedervereinigte Königreich Gondor und Arnor und Eomer über das Reitervolk im Lande Rohan, würde der Frieden auf jeden Fall andauern.
Und das brauchte Mittelerde sehr dringend. Das Land und die Bewohner mussten all das Blut, das die Erde getränkt hatte und all das Leid, das diese großen Schlachten verursacht haben, zuerst einmal verarbeiten. Auch Legolas war nach den heftigen Kämpfen bei Helms Klamm, auf den Pelennor Feldern und am Schwarzen Tor von Mordor erschöpfter gewesen, als er sich selbst eingestehen wollte. Dennoch hatte er während des Ringkrieges paradoxerweise viel Freundschaft erfahren. Nun durfte er sogar Hobbits und Zwerge seine Freunde nennen, eine Tatsache, die ihn als Waldelb noch immer erstaunte.
Unwillkürlich blickte er nach rechts, über das ruhende Lager hinweg zu seinem kleinen, bärtigen Gefährten hin. Gimli Gloinssohn hatte ihn dazu überredet, mit ihm die Glitzernden Höhlen unter dem Weißen Gebirge in der Nähe von Helms Klamm zu besichtigen. Im Gegenzug musste er Legolas versprechen, mit ihm den uralten Fangornwald zu durchwandern. Lange waren sie auf gemeinsamer Wanderschaft gewesen und viel hatten sie miteinander erlebt, was das Band ihrer Freundschaft gefestigt hatte. Gimli dachte nicht einmal mehr daran, wie sehr er einst alle Elben verachtet hatte.
Legolas dachte zurück an die Zeit, als er selbst noch voller Vorurteile gegen die Zwerge gewesen war, und nicht nur gegen sie, sondern gegen jede Spezies, die Menschen eingeschlossen. Durch die lange Freundschaft zu dem Waldläufer Aragorn, der nach dem Ringkrieg König über das Wiedervereinigte Königreich wurde und sich als solcher Elessar nannte, hatte er das meiste über Toleranz gelernt. Die Reise mit den Ringgefährten hatte ihm die Stärken und Schwächen einer jeden Rasse gezeigt. Nun schätzte er die Gemeinschaft von Freunden, die keine Elben waren, sehr hoch.
Gimli schnarchte in tiefem Schlaf und sein Bart bewegte sich bei jedem Atemzug, was Legolas immer von Neuem amüsierte. Alle anderen der Jagdgesellschaft waren Elben - unsterblich, ohne Bart und lautlos ruhend. Legolas übernahm gerne die Nachtwachen, obwohl er ein Prinz war. Ihm hatte dieser Titel nie besonders viel bedeutet und hier, weit fort von den Pflichten und Zeremonien des Königshofes seines Vaters war alles viel ungezwungener. Er war vor etwa zwanzig Jahren mit einigen Freunden hierhergekommen, um das versehrte Land wieder aufzubauen und Gimli war schon monatelang sein Gast.
Zufrieden betrachtete der Waldelb seine schlafenden Freunde und den dunklen Nachthimmel. Earendil strahle heute viel zu schön, als dass er an Schlaf auch nur hätte denken können.
Es war so friedlich, dass der laute, durchdringende Schrei ihn völlig unerwartet aus den Gedanken riss. Da bemerkte er das leichte Vibrieren des Waldbodens unter vielen, schweren Füßen. In diesem Moment spürte er die Warnungen, die die Bäume ihm zutrugen, er nahm ihre Unzufriedenheit über die Störung und ihren Hass auf die Eindringlinge wahr.
Legolas brauchte eine Sekunde um sich zu fangen. Der verzweifelte Hilferuf war elbisch gewesen!
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