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Sing along

OneshotFreundschaft / P12
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
30.06.2018
30.06.2018
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So ihr Lieben, heute kommt ein kleiner Oneshot, über den ich auch die letzten Nächte gegrübelt habe. Das Problem ist, ein weiterer geistert noch in meinem Kopf herum und es ist schwer sich beim Aufschreiben zu konzentrieren, deswegen seid ein bisschen nachsichtig. Ich wünschte ich wäre ein Android, dann könnte ich mein Kopfkino einfach übertragen und müsste nicht überlegen wie ich es in Worte fasse ^^". Kritik und Meinungen sind immer gern gesehen, also lasst gerne ein Review da... und nun viel Spaß beim Lesen.

P.S. Die Rechte der Liedtexte liegen natürlich bei den Verfassern, Sängern oder wo auch immer, so genau Ahnung habe ich davon nicht :p

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Ein Jahr nach der Anerkennung der Androiden als selbstständige Lebensform gab es nun auch immer mehr Gewalttaten gegen eben jene Androiden, die jetzt auch untersucht werden mussten. Neue Gesetze regelten die Gleichstellung, im juristischen Sinne, mit dem Menschen. Das heißt Mord an Androiden war auch wirklich ein Mord, eine Vergewaltigung eine Vergewaltigung und so weiter und sofort. Dies bedeutete auch mehr Arbeit für alle möglichen Ermittler, wie zum Beispiel das Mensch-Androiden-Gespann Anderson und RK800.
Der letzte Fall hatte ihnen wirklich den letzten Nerv geraubt. Ein Android der angeblich ermordet worden war, der dann aber nach einer Analyse des Tatorts und kurzem Suchen lebend gefunden wurde, versuchter Betrug der Versicherung.

Völlig genervt ließ sich Hank Anderson auf den Sitz der Beifahrerseite seines „Oldtimers“ fallen.
„Du fährst Connor!“ rief er seinem Partner zu und warf die Schlüssel nach ihm.
Einem normalen Menschen wären sie wahrscheinlich gegen den Kopf geknallt, doch die Reaktionsfähigkeit eines Androiden leistete etwas mehr, sodass Connor den Schlüssel galant aus der Luft fing.
Sanft setzte er sich in den Wagen und startete den Motor, der leicht vor sich hin schnurrte.
„Warum müssen wir immer die Scheißfälle kriegen?“ brubbelte der Grauhaarige vor sich hin.
„Wir waren gerade verfügbar und einer musste es ja machen.“ antwortete der junge Android pflichtbewusst und fuhr vorsichtig los.
„Bla bla bla… hast du denn in der Zeit als Abweichler von mir noch gar nichts gelernt?“
Hank blickte vorwurfsvoll zu seinem Kollegen und wartete auf dessen Reaktion.
„Doch natürlich...“
Eine kurze Pause, Connor schien zu überlegen was er jetzt machen sollte und dann drehte er sich zu seinem Beifahrer und lächelte ihn schief und etwas unbeholfen an.
„Oh man, das ist ja nicht zum Aushalten mit dir… mach das Radio an.“ verlangte Hank der das Gesicht in seine Hände vergrub und mit dem Kopf schüttelte.
Connor griff ohne von der Straße zu gucken zielstrebig nach dem Knopf für das Radio und kurz darauf erfüllte Musik, einer noch selbstgebrannten CD, das Wageninnere.
„Ahhh, viel besser.“ sagte der Ältere und lehnte sich entspannt gegen seinen Sitz.
Das nächste Lied schien ihn dann jedoch so zu motivieren, dass er sich aufrichtete und anfing teilweise mitzusingen: „Highway to hell...“
Connor verstand es nicht wirklich und zog leicht seine Augenbraue nach oben, dies blieb Hank jedoch nicht verborgen.
„Sag mal Connor, wie wäre es, wenn du mal mitsingen würdest?“ fragte er nun mit einem hämischen Grinsen.
„Warum sollte ich das tun?“ fragte der Android nur verunsichert. `Was hast du vor Hank?` schoss es ihm danach durch den Kopf.
„Weil es Spaß macht und dich mal etwas auflockern würde, du alte Blechbüchse.“
„Das glaube ich nicht.“ erwiderte Connor, jedoch nicht sehr selbstbewusst.
„Okay, dann weil ich es gerne möchte.“
Der Braunhaarige blickte rüber zu seinem Partner, der ihn mit einem eisernen Blick musterte.
„Ich bin ein Android, ich kann gar nicht richtig singen. Du bist ziemlich angsteinflößend Hank.“ gab er kleinlaut von sich und schaute wieder auf die Straße.
„Oh wirklich… ich kann noch viel angsteinflößender sein.“ entgegnete der Ältere, zog seine Waffe und richtete sie genau auf den Kopf des Androiden.
„Dumme Ausreden, ich habe die Aufnahme der Abweichler gesehen, ihr könnt es. Sing!!!“ befahl Hank nun energischer.
Die LED an Connors seitlicher Stirn fing an gelb zu flackern und seine Augenlider zuckten gefährlich, dann war es ruhig.
Ein neues Lied fing gerade an, Connor öffnete seine Augen und die LED wurde wieder blau.
Misstrauisch beobachtete der Grauhaarige jede Regung seines Partners, bis dieser plötzlich tief Luft holte.
„And now, the end is near and so I face the final curtain. My friend, I'll say it clear, I'll state my case, of which I'm certain. I've lived a life that's full, I've traveled each and every highway. But more, much more than this, I did it my way. Regrets, I've had a few, but then again, too few to mention. I did what I had to do and saw it through without exemption. I planned each charted course, each careful step along the byway and more, much more than this, I did it my way. Yes, there were times, I'm sure you knew, when I bit off more than I could chew. But through it all, when there was doubt, I ate it up and spit it out. I faced it all and I stood tall and did it myyyy wayyyyy. I've loved, I've laughed and cried, I've had my fill my share of losing. And now, as tears subside, I find it all so amusing. To think I did all that and may I say - not in a shy way. Oh no, oh no, not me, I did it my way. For what is a man, what has he got, if not himself, then he has naught. To say the things he truly feels and not the words of one who kneels. The record shows I took the blows and did it myyyyy wayyyyyyyy...Yes, it was my way.“ sang der junge Android aus voller Kehle und mit einer solchen Emotion, dass es Hank die Nackenhaare aufstellte.
„Oh mein Gott.“ kam es nur erschlagen vom Beifahrersitz. `Er muss den Songtext runtergeladen haben` dachte sich der Ältere.
„Zufrieden?“ fragte Connor vorsichtig nach.
„Du bist unglaublich, ich weiß was wir jetzt jedes Mal machen wenn wir Auto fahren. Wir werden alle Fenster runterkurbeln, die Musik aufdrehen und laut mitsingen.“
Solche eine Begeisterung hatte der Braunhaarige bei seinem Kollegen noch nie erlebt, irgendwie machte es ihn...stolz?...ja stolz, dass er es geschafft hatte ihn so aufzuheitern.
„Zugegeben, mir hat es wirklich gefallen.“ antwortete er verlegen.
„Gut, nächstes Lied singe ich und dann wird immer gewechselt.“ schlug Hank vor und klatschte mit  der flachen Hand auf seinen Oberschenkel.
Es folgten drei Lieder, die mit voller Inbrunst mitgesungen wurden.
Dann war Connor dran und es kam wie es kommen musste, ein Lied mit weiblichen Stimmen.
„Hank, ich glaube nicht, dass ich das Lied mitsingen kann.“
„Klar kannst du das, was glaubst du wo ich schon überall mitgesungen habe.“ lachte Hank und drehte sich begeistert zu dem verwirrten Androiden um.
„Chiquitita, tell me what's wrong. You're enchained by your own sorrow. In your eyes there is no hope for tomorrow. How I hate to see you like this. There is no way you can deny it. I can see that you're oh so sad, so quiet. Chiquitita, tell me the truth. I'm a shoulder you can cry on. Your best friend, I'm the one you must rely on. You were always sure of yourself. Now I see you've broken a feather. I hope we can patch it up together. Chiquitita, you and I know. How the heartaches come and they go and the scars they're leaving. You'll be dancing once again and the pain will end. You will have no time for grieving. Chiquitita, you and I cry. But the sun is still in the sky and shining above you. Let me hear you sing once more like you did before. Sing a new song, Chiquitita. Try once more like you did before. Sing a new song, Chiquitita...“
Connor sang mit seiner eigenen Stimme, obwohl er in der Lage gewesen wäre eine andere zu imitieren. Aber er dachte sich, dass es zu den Spielregeln gehören würde, also schraubte er seinen Gesang so hoch es ihm möglich war, ohne quietschig zu wirken. Hank saß daneben und amüsierte sich köstlich.
„Man, du hast ganz schön was auf dem Kasten.“ lobte er seinen Freund mit einem Schulterklopfen.
Die Musik eines neuen Liedes fing an und Connor drehte plötzlich seinen Kopf, wie aus einem zweitklassigen Puppenhorrorfilm, zur Seite und lächelte fast schon schelmisch zu Hank rüber, er hatte das Lied längst erkannt.
Hank ließ sich davon nicht beeindrucken, richtete seinen Oberkörper nach links und schaute Connor nun mit süßlichem Blick an, dann holte er tief Luft.
„My boy lollipop, you make my heart go giddy up. You are as sweet as candy. You're my sugar dandy. Ho, ho, my boy lollipop never ever leave me. Because it would grieve me, my heart told me so. I love ya, I love ya, I love ya so, but I wanted you to know, I need ya, I need ya, I need ya so and I'll never let you go...“ sang er so überzeugend in Connors Richtung, dass er dachte dieser würde vor Scham Rot werden, zumindest seine LED flackerte verdächtig zwischen gelb und blau hin und her.
Und plötzlich ertönte ein ehrliches und volles Lachen aus Connors Mund, das war das erste Mal, dass er seinen Androiden hat lachen hören. Es klang herrlich in Hanks Ohren und er dachte zurück an die Zeit mit seinen Sohn, was ihm ein sanftes Lächeln auf die Lippen zauberte.
„Wo hast du eigentlich diese CD her, ich dachte du magst andere Musik?“
Mit einem leicht verwirrten Blick bedachte Connor seinen Beifahrer, der belustigt mit den Schultern zuckte.
„Ich war auch mal jung“ antwortete der Lieutenant mit einem breiten Grinsen.
Connor hielt, sie waren endlich vor Hanks Haus angekommen.
Lächelnd schauten sich die beiden Männer an.
„Danke Connor.“
„Wofür?“ fragte dieser verwundert und legte sein Kopf schief.
„Dafür, dass du damals in mein Leben getreten bist und mich genervt hast… dafür, dass du mit mir zusammen gearbeitet hast… und dafür, dass du mein Freund geworden bist.“ antwortete der Grauhaarige, dem verlegen einige Strähnen über die Augen fielen als er den Kopf senkte.
„Danke, dass ich dein Freund werden durfte und danke, dass du mir Dinge zeigst von denen ich keine Ahnung habe.“ entgegnete Connor ehrlich und Hank glaubte ein Funkeln in dessen braunen Augen zu sehen, ein Funkeln, welches man nur bei fühlenden Wesen sehen kann.
Beide Männer kamen einander näher um sich dann schließlich zu umarmen, so wie es wahre Freunde tun.

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