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Eskimo

OneshotLiebesgeschichte / P12
28.06.2018
28.06.2018
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Kurze Erklärung: (D/N) = dein Name





»Eskimo«

Connor x Reader



»Glotzt du sie schon wieder an, Connor?«, tadelt eine rauchig klingende, alte Stimme im Hintergrund, dennoch lässt sich der Androide nicht von Hank bei einer seiner Lieblingstätigkeiten behindern. Observieren und Analysieren. »Ja.«, Entschlossenheit in seinem Ton, »Heute ist irgendetwas anders an ihr.« Missmutig beäugt Connor deine Unterlippe, an der etwas Silbernes provokativ funkelt.

Unwillkürlich wandert seine Hand an seinen eigenen Mund und beginnt mit Bedacht daran zu tasten. »Nennt man das ein Piercing, Hank?« Der ältere Herr gibt ein zustimmendes Grummeln von sich, ohne weiter auf Connors Frage einzugehen.

Konzentriert auf deine Lippen begibt sich der Brünette zu dir und lehnt sich demonstrativ an deinen Schreibtisch. Dabei setzt er sein kürzlich erlerntes, anmutiges Grinsen auf.

Flüchtig blickst du zu ihm auf, »Hey Connor, was gibt’s?«, begrüßt du ihn freundlich und schon sind deine Augen auch wieder auf den Bildschirm fixiert, um energisch weiterzutippen. Dein Gesichtsausdruck wirkt aufmerksam, wenn auch etwas verdrossen. Was keiner weiß, dass das Piercing juckt wie verrückt, aber du musst widerstehen, daran zu pfriemeln.

In Zwischenzeit ist Connor mehr denn je auf deinen Mund gebannt und fasziniert - was sich die Menschen für Ideen einfallen lassen. Erneut überkommt ihn ein Bedürfnis, doch er lenkt es ab, indem er sich selbst abermals – jetzt allerdings verlegen - an seine eigenen Lippen fasst. »Darf ich Sie etwas fragen, (D/N)?«, er legt seinen Kopf sachte schief – wahrscheinlich verbrachte er zu viel Zeit mit Hanks Hund Sumo – mit der Absicht, sympathisch zu wirken. Spielerisch mahnst du ihn jedoch: »Das heißt Du für dich.«

Jetzt fühlt er sich aus der Bahn geworfen. Deine vertraute Art hatte einen unerklärlichen Effekt auf ihn, und schon gelingt es ihm nicht mehr zwischen Scham und Verlegenheit zu differenzieren. Unbewusst steigert dies geringfügig seinen Stresslevel, deshalb versucht er, mit dem zu Recht Zupfen seiner Krawatte, seine Gedanken etwas ordnen zu können.

Ein wenig verschüchtert und verwirrt blinzelnd, beginnt er nochmal von Vorne: »Darf ich dich etwas fragen?« »Schieß los.«, forderst du ihn auf und versuchst nochmals, das Kauen auf deinem Piercing zu unterbinden. Der Juckreiz ist wirklich unerträglich. Warum musstest du dir auch das Ding stechen lassen? Mist!

Subtil fädelt er an seinen Ärmelenden rum, bevor der Brünette zögernd auf deine Lippe zeigt. »Ist das ein Piercing, (D/N)?« »Jup.«, eine knappe Antwort und wie auf Kommando machst du einen dicken Schmollmund, damit das dünne Labret, das man durch deine Lippe gestochen hatte, etwas herausragte. Unbewusst beugt sich Connor leicht in deine Richtung, um das Stäbchen genauer und vor allem näher zu inspizieren. »Empfandest du Schmerzen, als man es dir anlegte?«, fragte er nunmehr prüfend. »Es war auszuhalten, aber es beginnt immer mehr zu jucken. Es heilt nämlich ab.«, währenddessen nimmst du deine Hände von der Tastatur und legst sie in deinen Schoß, kichernd fügst du noch hinzu, »Aber es wird gestochen und nicht angelegt

Neugierig legt Connor erneut seinen Kopf schief: »Wie soll ich das interpretieren, (D/N)?« Mit der Spanne, die in etwa zwischen deinem Daumen und Zeigefinger ist, versuchst du zu erklären, »Eine Nadel, ungefähr so groß, wird einem dabei durch die Lippe gestochen und dann wird nachträglich das Labretstäbchen durch geschoben.« Verstehend beginnt er zu nicken und versucht aufrichtig zu schmunzeln. Du kannst nicht anders, als ihm süffisant zuzuzwinkern. Mit amüsiert klingender Stimme fragst Du ihn: »Möchtest du auch eines?« Überlegend berührt er sich selbst wieder an der Lippe und mustert dabei interessiert auch die deine, während sein LED-Licht unentschlossen flackert. »Ich bin mir nicht sicher, ob das möglich ist.«, jedoch ist er weiterhin wissbegierig, »Aber, wie sagt man dazu? Hat es eine Bezeichnung

Es ist, als würdet ihr beide von diesem Moment an in einer Blase verschwinden, weit entfernt von dem ganzen Trubel in der Polizeistation.

Instinktiv möchte er seine Fingerspitzen darauflegen, um die sanfte Reibung des Metalls auf der Haut wahrnehmen zu können. Connor wollte es fühlen. Stumm fragt er mit einem Blick in deine Augen nach Erlaubnis, was du lediglich mit einem Nicken bewilligst. Wie in Trance, sagst du »Man nennt es Eskimo-Piercing.«

Hank hingegen, der die ganze Entwicklung von außen betrachtet hat, sitzt ganz amüsiert in seinem Bürostuhl. Seinen Mundwinkel hochgezogen zu einem wohlwollenden Lächeln, schnauft er einen kurzen Augenblick in sich hinein und wendet sich ab. Dieser Moment soll Connor gehören.

Ganz sachte und mit Bedacht tastet Connor die beiden Kugeln ab. Seine subtile Berührung jagt dir einen angenehmen Schauer über den Rücken, als du stillhältst und ihm in sein Gesicht blickst. Im ersten Augenblick findet Connor es seltsam, Metall auf seiner oder auch deiner Epidermis zu spüren, doch nach kurzem Verarbeiten der neuen Empfindungen ist er gefesselt. »Eskimo…«, wiederholt er gedämpft, »In meiner Datenbank finde ich abweichende Informationen über den Begriff „Eskimo“.«

»So? Was sagt denn die Datenbank?«, meinst du etwas benebelt, nachdem er seine weichen Fingerspitzen von deiner Lippe nimmt. Raffiniert versucht er sein eigentliches Wissen zu überspielen, was ihm auch gelingt, denn es spornt noch immer seine Neugier an: »Es gibt eine zwischenmenschliche Interaktion, die man Eskimo-Kuss nennt. Leider ist nichts Näheres darüber beschrieben. Was ist das?«

Verblüfft weiten sich deine Augen und du blickst dich kurz im Büro um. Hank ist beschäftigt und von Gavin ist weit und breit keine Spur zu sehen. »Also, ein Eskimo-Kuss ist, wenn…«, verlegen legst du deine Hand in den Nacken und vermeidest weitgehend seinen durchdringenden Blick, »Wenn sich zwei Personen sehr gerne haben und dann sanft ihre Nasen aneinander reiben.«

»Kannst du mir zeigen, wie das funktioniert, (D/N)?«, in seinen warmen, kastanienbraunen Augen siehst du ein winziges, schelmisches Funkeln, bevor er dir sein markantes Zwinkern schenkt.



Narbenkind© - 20180628
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