Ein Grund zum Leben?

von 100alanna
GeschichteAllgemein / P18
Chris Halliwell
26.06.2018
26.06.2018
1
3.155
6
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
26.06.2018 3.155
 
Moin.
Etwas kurzes für Zwischendurch. Und ja, ich weiß, dass es bestimmt schon zig Geschichten zu diesem Thema gibt. Aber ich bin gerade etwas depri drauf und dies kam dabei raus. Hoffentlich gefällt es einigen von Euch.

Disclaimer: Charmed gehört mir nicht. Von mir ist nur die Geschichte. Chris und die Halliwellschwestern sind nur ausgeliehen.




Ein Grund zum Leben?


Warum? WARUM???? Warum…das war die größte Frage nicht wahr? Warum tat er sich das an? Warum hoffte er noch, wenn er doch eh nichts änderte? Warum schien das Schicksal gewillt ihn für jeden Schritt vorwärts, 100 zurück zu schmeißen? Warum war alles nur so kompliziert? Warum vertrauten sie ihm nicht? Jedem anderen aber nicht ihm! Warum konnten sie die Wahrheit nicht akzeptieren? Er hatte es doch auch gekonnt. Und selbst wenn sie ihm nicht glaubten, warum konnten sie dann nicht einfach anerkennen, dass er seine Gründe hatte? Ach ja, stimmt ja. DAS glaubten sie ihm. Aber nicht das er Wyatt retten wollte, sondern dass ER der Böse war und sich nur bei den Zauberhaften eingeschlichen hatte um dem lieben, guten /ENGEL/ zu schaden. Und alles nur weil dieser dämliche Orden genau dann beschlossen hatte klein Wyatt zu kidnappen als er vorsichtig nachgefühlt hatte ob es nicht besser wäre die Kräfte des Zweifachgesegneten zu binden. Nicht für immer. Aber zumindest so lange wie Gefahr für ihn bestand. Dann hatte der Orden angegriffen und alles war den Bach runter. Nicht nur waren sie alle verletzt worden, ihm war im darauf folgenden Schreikampf mit seiner Mut.. mit Piper auch noch rausgerutscht, dass Wyatt in seiner Zukunft der Herrscher des Bösen war. Wie man unschwer erraten konnte, wollte Piper davon nichts, aber auch absolut nichts hören. Sie fing an ihn zu beschimpfen. Paige und Phoebe fielen mit ein. Immer mehr Vorwürfe und Beleidigungen prasselten nur so  von drei Seiten auf ihn ein. Aber selbst das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war das Piper ihn aus dem Manor geworfen hatte. Oh und aus dem P3. Und das sie versucht hatte ihn zu sprengen. Obwohl sie wusste das er nur ein halber Wächter des Lichts war und sich deshalb nicht wie Leo einfach wieder zusammensetzen konnte. Dazu ihre Drohung ihn eiskalt auf jede erdenkliche Art umzubringen, wenn er es auch nur noch einmal wagen sollte einem von ihnen unter die Augen zu kommen. Er war da zwar schon am orben aber das hatte er noch gehört. Chris lachte hysterisch los, nur um in einem erbärmlichen Schluchzen zu enden. Er konnte nicht anders. Tja, sah so aus als würde Pipers Wunsch in Erfüllung gehen.  Wenn ihn nicht seine zerfetzte Seite umbringen würde, dann garantiert  das was er jetzt vorhatte. Wie in einem stummen Salut hob er die Flasche Vodka an die Lippen und nahm einen tiefen Zug. Nur noch ein bisschen und die Flasche war leer. Es war nicht das erste Mal, dass er versuchte seine Probleme in Alkohol zu ertränken. Zur Hölle, Alkohol war in der Zukunft so ziemlich das Einzige was man ohne Schwierigkeiten kriegen konnte, wo doch selbst Brot streng rationiert wurde.  Aber wo er zuvor zumindest eine gewisse Erleichterung gespürt hatte, half ihm der Vodka heute nicht ein bisschen. Nichts konnte den Schmerz in ihm dämmen. Und damit meinte er nicht den körperlichen. Obwohl der es ebenfalls in sich hatte. Aber nein. Den Schmerz, den er meinte ging tiefer. Oh so viel tiefer.

Chris hatte von Anfang an Probleme gehabt die Schwestern jeden Tag putzmunter vor sich zu sehen. Lebendig. Noch so jung und unbekümmert. Und doch in ihnen bereits die Frauen erkennend, mit denen er aufgewachsen war.  Er hatte wirklich geglaubt, er hätte eine zweite Chance mit seiner Familie bekommen. Mit seiner Mom. Wie man sich täuschen konnte. War sie doch früher die Einzige gewesen, die immer Zeit für ihn hatte, die ihn getröstet hatte wenn sein Erzeuger ihn mal wieder versetzt hatte und die ihm das Kochen beigebracht hatte. Die ihn gegenüber seinen Tanten und Cousinen in Schutz genommen hatte, weil er keine so starken Kräfte hatte wie die anderen. Jetzt fragte sich Chris eher ob sie das nicht nur getan hatte weil sie sich dazu verpflichtet fühlte. Weil sie seine MOM war. Weil das eben etwas war was Mütter nun mal machten. Klar wusste er rein rational, dass Piper keine Ahnung hatte, dass er ihr Sohn war. Wie auch? Er war ja noch nicht mal geboren. Geschweige denn gezeugt. Aber hätte sie es nicht spüren müssen? Spüren, dass sie Familie waren? Immerhin bedeutete Familie für die Halliwells alles. Egal wer mal wieder unter welchem Zauber oder Fluch stand oder durch ein magisches Wesen gedreht wurde,  Halliwells hielten zusammen. Immer. Selbst dann noch, wenn ein Mitglied auf die Seite des Bösen wechselte. Wie oft hatte Tante Paige nicht Geschichten erzählt wie eine der Schwester zum Vampir, Wendigo oder Banshee wurde. Oder Tante Phoebe sogar die Ehefrau der Quelle. Aber immer hatten die anderen der Betreffenden vergeben. Sogar als Wyatt offen anfing Dämonen um sich zu scharren, hatte keiner der Familie es ihm krum genommen. Sie hatten eine Ausrede nach der Anderen für sein Verhalten gefunden. Selbst als Prue die Zweite, Paige Tochter,  tot auftauchte, hatte sie es als Versehen und nicht gewollt angesehen. Solange, bis Wyatt mit einem großangelegten Rundumangriff nicht nur die Ältesten ausgelöscht, sondern auch weite Teile San Franciscos zerstört hatte. Tja, ab da half selbst die rosaroteste Brille nicht mehr .Wyatt Matthew Halliwell, Zweifachgesegneter Sohn der ältesten Mächtigen Drei und eines Ältesten war der neue Herrscher des Bösen. Und seine Regentschaft stellte selbst die grausamste Quelle aller Zeiten in den Schatten. Mord, Folter, Vergewaltigung… alles die neue Tagesordnung. Keiner bleib von den Dämonenübergriffen verschont. Nicht mal Chris. Auch wenn Wyatt bei ihm nie bis zum Äußersten ging. Nicht mal als Bianca… Bianca ihn… NEIN! Nicht darüber nachdenken. Nicht jetzt.

Chris schaute mit überraschtem Ausdruck auf die Vodkaflasche in seiner Hand. Leer. Wieso war die Flasche schon leer? Na egal. Hinter der Bar standen noch genügend rum. Nanu? Wieso schwanke der Raum so? Sooo viel hatte er nun auch noch nicht intus. Egal. Ihm war alles egal. Es tat so weh. Alles tat weh. Oh und er blutete wieder. Oder hatte es überhaupt schon mal aufgehört? Egal. Es sollte aufhören. Einfach nur aufhören. Hatte er nicht schon genug verloren? Genug geopfert? Wie viel musste er denn noch aufgeben? Oder war es nur eine sinnlose Hoffnung? Ein Wunschtraum geboren aus Verzweiflung? Vielleicht. Möglicherweise. Definitiv. Die Chancen herauszufinden was oder wer für das Drehen seines Bruders verantwortlich war, war so schon verschwindend gering gewesen. Ohne Anhaltpunkte. Ohne genauen Zeitpunkt. Selbst mit der Hilfe der Mächtigen Drei. Doch es war sein Grund zum weitemachen gewesen. Diese Überzeugung, er könne die Geschichte verändern und seinen Großen Bruder retten.  Die Welt retten. Sie alle retten. Seine ganze Familie. Aber jetzt? Wo ausgerechnet jene, die er retten wollte, ihm gedroht hatten ihn zu töten sollte er es wagen noch einmal in ihrer Nähe aufzukreuzen? Verdammt wenn er es tat. Verdammt wenn er es nicht tat. Nachdenklich betrachtete er die kleine Athame vor sich. Die hatte ihm damals Wyatt zum Geburtstag geschenkt. „Damit Du Dich auch verteidigen kannst, wenn Dich mal wieder überraschend Dämonen angreifen. Ich kann nicht immer auf Dich aufpassen kleiner Bruder.“ Seltsam, dass sein Bruder sie ihm nie weggenommen hatte. Nicht mal wenn er in Wyatts Kerker saß. Er nahm einen tiefen Schluck aus einer neuen Flasche. Diesmal irgendein Kräuterschnaps. Es brannte in seiner Kehle. Eine willkommene Ablenkung zu dem Schmerz in seiner Seite. Langsam nahm er die kleine Athame in die Hand. Es war ein Ausweg. Vielleicht der Ausweg eines Feiglings aber auch das war Chris so langsam egal. Er wollte nur das der Schmerz endlich aufhörte. Er hielt es einfach nicht mehr aus. Und wieso auch nicht? Welchen  Grund hatte er denn noch um weiter zu machen? Alle, die ihm was bedeutet hatten, waren sowieso schon tot. Nur Wyatt lebte noch. Und sein großer Bruder hatte nur zu klar gemacht, dass er keinerlei Skrupel hatte ihn umzubringen. Wie seine Mo… wie Piper. Also ja, welchen Grund hatte er noch weiter zu leben? Keinen. Langsam setzte er die Athame an sein linkes Handgelenk.




Im Manor fluchte und zeterte Piper seit Stunden vor sich hin. Mehr als eine Vase oder Bilderrahmen war von ihr dabei gesprengt worden. Sie hielt sich eigentlich für eine friedliebende Frau. Aber was zu weit ging, ging zu weit. Dieser verlogene, heuchlerische, verdammte Abschaum eines Wächter des Lichts! Pha!  Ihr kleiner Engel böse! So eine bodenlose Frechheit! Das er es auch nur gewagt hatte, so was anzudeuten! Sie war ja von Anfang an skeptisch gewesen. Niemand verbrachte so viel Zeit in der Unterwelt. Jedenfalls keine gute Hexe. Und erst recht kein Wächter des Lichts. Warum war ihr nicht da schon klar geworden, dass Chris ein verdammter Lügner war. Recherche! Klar. Eher hatte er dort nach Möglichkeiten gesucht um sich Wyatt unauffällig selbst zu schnappen. Tja Pech gehabt Wächter, dass der Orden Dir dabei in die Quere gekommen ist. Oh wie sehr wünschte ich, ich hätte Dich tatsächlich gesprengt.  Dachte die Hexe rachsüchtig.  Ihren zwei Schwestern gingen ähnliche Gedanken durch den Kopf. Und deshalb dauerte es auch ein bisschen bis sie an der Wand die leuchtende Triquetra bemerkten. Was sie aber definitiv merkten, war die Ankunft des Dämons, der da durch kam. Und er WAR ein Dämon. Phoebe brach beinahe in die Knie als sie seine dunkle Aura spürte. Und auch Piper und Paige konnten das Böse fast schon in Wellen von ihm ausgehen sehen. Eiskalte Augen schauten sich suchend um. „Ich hatte schon fast vergessen wie gemütlich  es hier aussah.“  Piper hob die Hände. Bereit den Neuankömmling zu sprengen. „Wer bist Du und was willst Du hier?“ „Wo ist Chris?“ „Chris?“ „HAH! ICH WUSSTE DER MISTKERL IST EIN VERDAMMTER LÜGNER! VON WEGEN, ER STECKT NICHT MIT DÄMONEN UNTER EINER DECKE! ARG; ICH HÄTTE IHN SPRENGEN SOLLEN ALS ICH DIE MÖGLICHKEIT HATTE!!!“ Der Dämon erstarrte. „Das hast Du hoffentlich nicht ernst gemeint.“ Knurrte er. „Und wie ich das gemeint habe.“ Mit einer unwirschen Handbewegung schleuderte der Dämon die Älteste Halliwell an die Wand. Paige und Phoebe überlegten nicht lange und griffen an. Nur das sie keine drei Sekunden später ebenfalls in einem Knäul an der Wand landeten. Aufstehen unmöglich. Dafür war die Energie, die sie zu Boden presste einfach zu groß. Langsam kam der Dämon  auf die drei Hexen zu. Langsam einen Plasmaball in seiner linken Hand formend. „Ich frage nur noch einmal. WO.IST.CHRIS?“  Piper starrte ihr Gegenüber zornig an. Nicht bereit aufzugeben auch wenn sie kaum die Finger rühren konnte. Aber mit allergrößter Anstrengung schaffte sie es. Doch zu ihrem Entsetzen und dem ihrer Schwestern hob der Fremde nur seine andere Hand und machte eine wegscheuchende Bewegung. Worauf prompt die Standuhr im Flur explodierte. „Nanana.  Das war aber nicht nett. Man killt seinen eigenen Sohn nicht.“
:
:
:
„Was soll das heißen?“ Belustigt erwiderte der Dämon. „Ich dachte das liegt auf der Hand Mom. Oder erkennst Du Deinen kleinen Engel Wyatt nicht?“
:
:
:
„Wyatt?“ „LÜGNER! DU BIST NICHT MEIN SOHN!!!“ „Wie kannst Du Pipers Sohn sein?“ Achselzucken. „Wieso nicht?“ „Du bist ein Dämon!“ „Na und? Ich bin das stärkste magische Wesen der Welt. Keiner kann sich mir wiedersetzen. Warum sollte ich das nicht ausnutzen? Und jetzt Ende der Fragestunde. Ich bin nur wegen Chris hier. Also?“ „Warum?“ „Das geht Euch nichts an.“ Ohne Vorwarnung schleuderte er den Plasmaball gegen Paige. „Meine Geduld ist nicht die Größte. Wenn ich nicht in den nächsten Sekunden eine Antwort kriege, trifft der Nächste nicht nur die Schulter.“ Warnte er gelangweilt.  Piper schüttelte in offensichtlicher Verleugnung den Kopf. Das war nicht ihr Sohn. Das KONNTE nicht ihr kleines unschuldiges Baby sein. Niemals würde aus ihrem süßen Engel dieses Monster werden. Niemals! Achselzuckend schuf der Fremde einen neuen Plasmaball. Dieser traf diesmal Phoebe. Diese schrie gequält auf als ihre Beine getroffen wurden. „Wir wissen es nicht.“ Brachte Paige mühsam heraus. Eiskalte Augen bohrten sich in ihre. „Wirklich nicht? Dann seit ihr nutzlos für mich.“  Sprach´s und orbte davon. In SCHWARZEN Funken. Nicht das eine der Schwestern noch einen solchen Beweis gebraucht hatte.




Leo bot sich ein Bild der Verwüstung als er ins Manor orbte. Es sah aus wie auf einem der Schlachtfelder, die er im Zweiten Weltkrieg gesehen hatte. Das die Grundmauern noch standen war schon alles. „Was ist denn hier passiert?“ fragte er fassungslos. „Ach nichts weiter. Nur Euer durch geknallter Sohn aus der Zukunft.“ Meinte Paige sarkastisch. Sie war die Einzige, die momentan halbwegs ansprechbar war. Phoebe hielt eine bewusstlose Piper in den Armen. Aber auch ihre Augen waren verdächtig glasig. „Häh?“ „Kannst Du uns erst heilen? Danach beantworte ich gern Deine Fragen aber nichts für ungut, meine Schulter tut verflucht weh.“ „Wie? Äh ja. Klar.“ Abwesend hielt er seine Hände über die verbrannte Schulter seiner Schwägerin. Paige atmete erleichtert auf. Was das nicht schön wenn der Schmerz nachlässt?
Kurz darauf waren auch die beiden anderen Schwestern geheilt und Piper wieder ansprechbar. Oder zumindest so halbwegs. Alles in ihr schrie danach, dass das Ganze nur ein Alptraum gewesen war. Ein, zugegeben, seeeeehr realistischer Albtraum. Das war nicht wahr. Es durfte einfach nicht wahr sein! Das war NICHT Wyatt gewesen.  Aus Wyatt würde nicht so ein… ein Monster! Auch Leo konnte es nicht fassen als er die Geschehnisse der letzten Stunde von den drei Halliwells hörte. Sollte Chris die ganze Zeit RECHT gehabt haben?
„Wir müssen ihn finden! Ob er nun Wyatt aus der Zukunft ist oder nicht. Er ist auf jeden Fall eine Bedrohung.“ „Scherzkeks. Und wie?“ „Also mal ehrlich Leute. Ich kann auf eine erneute Begegnung verzichten. Danke schön.“ „Sollen wir ihn vielleicht ungeschoren davon kommen lassen?“ „Leute, ich sag´s nur ungern aber ich glaube uns bleibt keine Wahl. Diese Macht ist unglaublich. Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Macht der Drei ihn stoppen kann. Denn seien wir mal ehrlich. Wir haben gerade ganz schön alt ausgesehen.“ „Wir wurden nur überrascht. Das passiert uns kein zweites Mal.“ „Und genau da bin ich mir nicht sicher.“ „Ob wir ihn aufhalten können oder nicht steht erst mal auf einem anderen Blatt. Zuerst müssen wir ihn erst mal finden.“ „Das ist doch ganz einfach. Nehmen wir mal an, er IST Wyatt. Dann können wir ihn einfach auspendeln. Und wenn er es NICHT ist, dann pendeln wir nach einfach nach der mächtigsten bösen Aura.“ Gesagt, getan. Und selbst Piper konnte die Tatsachen nicht mehr leugnen als das Pendel direkt beim ersten Versuch auf das P3 zeigte.  Immer noch halb in einem Schockzustand orbten die Vier in den Club. Nur um dort den nächsten Schock zu erhalten.




Wyatt war beunruhigt. Etwas, was schon sehr lange nicht mehr vorgekommen war. Aber seine Sinne sagten ihm, etwas stimmte mit seinem kleinen Bruder nicht. Und zwar ganz und gar nicht. Urplötzlich aus heiterem Himmel waren da diese Schmerzen gewesen. Schreckliche Schmerzen. Wyatt hatte nicht lange überlegt und den Zauber gesprochen, der ihn in die Vergangenheit bringen würde. Nur um gleich über seine Mutter und seine Tanten zu stolpern. Der Schock, sie alle lebendig vor sich zu sehen, hatte er unterdrücken können. Seine Schilde waren gut. Nicht mal Phoebes Empathie sollte etwas von seinem inneren Tumult mitbekommen haben. Vor allem als er aus dem Mund seiner Mutter hörte, wie diese sich aufregte, dass sie CHRIS nicht gesprengt hatte!!!! Das würde er ihr nie vergeben. Wenn hier einer seinem kleinen Bruder wehtat, dann war er es. Und niemand sonst, auch nicht seine Mutter. Besonders nicht seine Mutter. Pipers Tod hatte ihren Jüngsten fast gebrochen.  Kein Tod danach hatte solche Auswirkungen auf Chris. Und darum musste er sich beeilen und den Jüngeren schnell finden. Wyatt verzog schmerzhaft das Gesicht. All seine Sinne sagten ihm, dass ihm die Zeit weglief. Leider sagten sie ihm nicht, wo er seinen Bruder finden konnte. Im Verstecken war Chris schon immer Meister gewesen. Und seine Rolle als Leiter des Wiederstands hatten diese Fähigkeit nur noch mehr geschärft.  Er klapperte einige Orte ab von denen er wusste, dass Chris sich dorthin gerne zurück zog. Aber nichts. Nada. Bis ihm das P3 einfiel. In ihrer Zeit war der Club schon lange in Schutt und Asche. Aber hier? Einen Versuch war es wert.
Und Richtig. Chris war im P3. Aber wie sah der Jüngere aus? Wyatt erschrak sich richtig gehend als er seinen Bruder von oben bis unten betrachtete. Leichenblass. Mit blutigen Klamotten. Und mit einer sehr bekannten Athame am linken Handgelenk. Ohne zu zögern riss er sie Chris telekinetisch aus der Hand. Seltsam leblose Augen zwinkerten verwirrt. Wo war seine Athame hin?  Es dauerte etwas bis sein verschwommener Blick auf den Neuankömmling  fiel. „Wyatt?“



Die Zauberhaften und ihr Ältester orbten genau in diesem Moment ins P3. Jeder von ihnen erstarrte bei dem sich ihnen bietenden Anblick. Und erst recht als sie der Unterhaltung zuhörten.


„Du bist schwer zu finden. Weißt Du das?“ „Bist Du gekommen um mich jetzt selbst umzubringen? Nur zu. Tu Dir keinen Zwang an. Ich ergebe mich.“ Chris hob schwankend in einer eindeutigen Geste die Hände. „Aber wenn ich Dich vorher um einen kleinen Gefallen bitten dürfte?“ „Ein Gefallen? Was für einer?“ „Hältst Du mich? So wie früher? Nur noch einmal? Dann kann ich mir wenigstens einreden, ich bin kein kompletter Fehler.“ Doch bevor Wyatt antworten konnte, rollten Chris Augen nach innen und seine Beine gaben unter ihm nach. „CHRIS!!!!“ Ohne zu zögern orbte sich der Herrscher des Bösen zu seinem Bruder, nur um ihn vorsichtig auf seinen Schoß zu ziehen. Sanft bettete er den Kopf des Braunhaarigen an seiner Brust und drückte ihm einen Kuss auf die Schläfe, während er verkrampft  versuchte die Blutung zu stoppen. „Oh kleiner Bruder. Du bist doch kein Fehler. Schhhh. Ist schon gut. Ich hab Dich. Alles wird wieder gut.  Schhh. Ich bring Dich nach Hause und päppel Dich wieder auf. Das versprech ich Dir. Ab jetzt wird nie wieder einer Hand an Dich legen. Egal ob Du Dich mir anschließt oder nicht. Wir sind doch Brüder. Komm schon Chris. Mach die Augen auf.“ Aber Chris blieb reglos liegen. Wyatt biss die Zähne zusammen. Verdammt. Er brauchte einen Heiler. Das war der Nachteil wenn man Herrscher des Bösen war. Er konnte alles tun. Seine Macht war grenzenlos. Nur Heilen, das konnte er seit seiner Thronbesteigung nicht mehr.  Tja, dann sollte er wohl besser in die Hufe kommen und den Zauber sprechen, der sie beide zurück in die Zukunft bringen würde. An seinem Hof hatte er zum Glück einen vertrauenswürdigen Heiler. Auch wenn Sophia das wohl anders sehen würde. Aber immerhin hatte er die Wächterin des Lichts am Leben gelassen. Und sie wusste nur zu gut was ihr blühte, sollte sie es wagen sich ihm zu wiedersetzen. Den Vieren hinter sich nicht einen Blick zuwerfend als er das Portal aktivierte und mit seinem kleinen Bruder im Arm durchschritt.




Stille herrschte in dem geschlossenen Club. Keiner wusste was zu sagen. Zu geschockt um zu reagieren. Nur ein Gedanken schoss allen durch den Kopf. Chris war Wyatts BRUDER? Er war ein Halliwell? Was hatten sie getan?
Review schreiben