Dressed up Love

GeschichteDrama, Romanze / P18
26.06.2018
09.06.2019
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Dieses Kapitel
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Hallo ihr Lieben.

Es ist EWIG her, ich weiß es. Und ich schäme mich. Ich hoffe, einige von euch gibt es noch und der eine oder andere wirft hin und wieder einen Blick hier herein. Es würde mich freuen, "alte Gesichter" wieder zu lesen!

Hoffentlich geht es jedem von euch gut?

Wen ich erreichen konnte, den hatte ich vor einiger Zeit ja informiert, dass ich "Mosaik" und "Leerzeilen" hier löschen werde, weil ich mich diesem Plot noch einmal neu widmen wollte. Diese Geschichte war es auch, wo ich in der letzten Zeit gesteckt habe. Untätig war ich also nicht, nur ff.de kam entsprechend zu kurz. Nun bin ich aber fertig, das Manuskript wartet auf Resonanzen und derweil ... Muss ich mir die Wartezeit verkürzen.

Was bietet sich da mehr an als eine neue Geschichte??

Ein wenig Hintergrund hierzu ... Ich bin hier kein Alleintäter.
Eine Freundin (nennen wir sie mal Frau F ;) ) und ich hatten die fixe Idee, ein kleines Experiment zu starten, bei dem wir gemeinsam eine Liebesgeschichte schreiben. Der Spaß an der Sache: Jeder von uns schreibt einen POV der Protagonisten. Nur sprechen wir uns vorher nicht ab. Mehr als die Ausgangssituation haben wir nicht gemeinsam erörtert. Das heißt, wir haben die Aufgabe, von Kapitel zu Kapitel auf das zu reagieren, was vorher passiert ist - quasi wie im richtigen Leben! Das Ganze ist bitte nicht ZU ernst zu nehmen, aber es wird sicher ein Heidenspaß. Oh - und jeder Prota hat ein dunkles Geheimnis - von dem die jeweils andere Autorin aber nichts weiß! Aaaah, ich bin selbst so neugierig!

Also, wer hat Lust, "mitzuspielen"? :D Spekulationen werden gern entgegen genommen. Allerdings treffen die hier nicht auf einen vorgeplanten Plot. Vielleicht gefällt die eine oder andere aber so gut, dass die einfach ihren Weg in die Geschichte findet. ;-) Ist also eine richtige Teamarbeit.

Wie häufig wir posten können ... mal schauen. Prolog und 2 Kapitel stehen bisher ... In etwa wöchentlich ist vermutlich realistisch, aber bitte nicht kreuzigen, wenn es nicht ganz klappt. Kinder ... Jobs ... Ihr kennt das. Falls wir schneller sind als gedacht, gibt es natürlich auch zeitiger Futter.

So, genug gelabert ... :)

Wünsche viel Spaß und freu mich auf jeden, den ich wieder - oder neu - hier in den Revs entdecke!

Beste Grüße an alle

Ophelia


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Prolog




Es ist dunkel, als ich aufwache. Die Zahlen an der Uhr sagen mir, wie spät es ist, aber ich bin zu müde, um dieses Rätsel zu lösen.
Und zu wach, um weiter zu schlafen.

Die Klebesterne an der Decke schimmern ein wenig und lassen mich die Umrisse meines Zimmers erkennen. Den Schrank, in dem manchmal das Monster wohnt. Die Plüschtiere auf der Kommode, die am Abend gestritten haben und nun schlafen. So wie ich es tun sollte, aber etwas hat mich geweckt.

Ein Geräusch.
Ich lausche. Höre Stimmen.
Mum.
Dad.

Dann wieder das Geräusch. Es ist Dads Gitarre. Ich habe sie einmal neben seinem Schrank gesehen, aber nie, dass er auf ihr spielt. „Es ist lange her“, sagt er immer. Aber jetzt ist es nicht mehr lange her. Jetzt ist es jetzt.
Vorsichtig schiebe ich meine Beine über die Bettkante und wackle kurz mit den Zehen, als sie in der Luft hängen. Das andere Monster unter dem Bett scheint es nicht zu bemerken, also kann ich es wohl wagen, die Füße auf den Boden zu setzen.
Es gelingt. Puh.

Dann tapse ich vorsichtig zur Tür und höre wieder das Geräusch der Gitarre, diesmal etwas länger, fast eine Melodie. Mum hat es mal erzählt … Von Magie, von einem Lagerfeuer, von Dad mit einer Gitarre, von Dad, wie er jung gewesen ist und ganz verzaubert von ihr. Erst dachte ich, Mum wäre eine Hexe, dass sie Dad verzaubert hatte. Aber ich glaube, sie ist eine Fee gewesen. Sicher liegen irgendwo ihre Flügel. Vielleicht in der Gitarre.
Ich öffne die Türe und schleiche in den Flur hinaus. Zur Treppe. Die Stufen hinab.
Tap. Tap. Tap.

Auf dem Weg nach unten hängen Bilder. Mum mit einem Baby, das ich gewesen bin, sagt sie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich je so klein war. Ich werde doch immer größer!
Unten angekommen sehe ich schon den Schimmer von … Lagerfeuer! Ich schnappe aufgeregt nach Luft und schleiche mich zum Wohnzimmer.
Kein Lagerfeuer, aber Kerzen, die auf der Terrasse stehen. Mum und Dad sitzen auf den Stufen zum Garten und Dad hält wirklich seine Gitarre in der Hand. Ich glaube, dass Mum sogar ihre Flügel trägt. Sie ist eine schöne Fee. Wie sie lacht …

Ich glaube, es war immer ihr großer Wunsch, dass Dad wieder so verzaubert ist, dass er auf der Gitarre spielt. Beide sehen glücklich aus, das kann ich sehen, obwohl ich weit weg stehe und mich dort auf den Boden setze und ihnen zusehe, wie Dad über die Saiten der Gitarre spielt und Mum fröhlich ist.
Ja, ich glaube, sie hat sich immer gewünscht, dass er das tut. Heute hat er entschieden, wieder verzaubert zu sein und ich lächle.

Für eine Sekunde, zehn, dreißig. Doch dann tut das Lächeln weh und ich nehme es wieder von meinem Gesicht.
Es ist schön – Mum, Dad, der Zauber. Es ist so schön, dass ich Bauchschmerzen bekomme. Flüsternde Bauchschmerzen. Sie sagen, dass der Zauber etwas bedeutet. Sie sagen, dass er enden wird. Weil alles enden wird.
Ich kann kein Ende sehen, als ich in den Garten schaue. Aber ich fühle es. Es tut weh, obwohl es ganz weit weg ist.

Es ist nur ein Gefühl.
Es ist nur eine Ahnung.
Aber ihr Echo hallt. Ich spüre es wieder und wieder und wieder.
Selbst, als ich erwachsen bin.
Vor allem dann. Ich bin wie eine Gitarre. Ich bin größer.
Also kann das Echo einer Ahnung viel lauter klingen.
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