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Blauer Nagellack

von JaliceTo
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Alex Standall Bryce Walker Hannah Baker OC (Own Character)
26.06.2018
29.07.2018
12
15.545
3
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Dieses Kapitel
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15.07.2018 1.116
 
Schulfreundschaft

Es war Freitag und ich hatte immer noch Muskelkater in meinen Armen, wegen dem Basketball Training das Jeff mir gegeben hatte. Es hatte Spaß gemacht und er war ein wirklich geduldiger Mentor gewesen. Auch als ich den Korb zum ersten nach gefühlten Zehn Versuchen getroffen habe, hat er applaudiert. Ich konnte verstehen warum Leah ihn so toll fand, Jeff war einfach ein Mensch den man gern haben musste. Dennoch hatte das meine Meinung zum Schulsport nicht geändert.

Im Moment saß ich im Sozialkundekurs, die Lehrerin Miss Pam Bradley erzählte etwas über Kommunikations Wissenschaften und wie wichtig es ist, für die Menschen miteinander zu kommunizieren.
"Bezieht sich das wohl auf alle Anwesenden? Auf einige Gespräche mit unseren Mitschülern könnte ich verzichten", raunte Hannah mir zu. Wir saßen jetzt in diesem Kurs immer nebeneinander, es hatte sich irgendwie so eingependelt und sie schien von diesem Fach etwas zu verstehen. Oder von der Thematik, das es wichtig für Menschen war miteinander zu kommunizieren.
"Vielleicht meint sie nicht den Kurs. Allgemein sowie mit der Familie oder Freunden", erwiderte ich leise und beobachtete wie Miss Bradley etwas an die Tafel schrieb.
"Für mich reich die Kommunikation mit den Freunden und der Familie, wobei selbst diese Kategorien anstrengend sein können", erwiderte Hannah und schrieb etwas auf ein kleines Blatt Papier.
"Hast du viele Verwandten in der Stadt?", erkundigte ich mich bei der gleichaltrigen, während die Lehrerin immer noch mit dem Schreiben an der Tafel beschäftigt war.
"Nein. Sie wohnen alle einige Stunden entfernt von Crestmont", erwiderte Hannah.
"Meine auch, hast du deine Eltern jetzt nach einem Mitarbeiter Rabatt gefragt?", sagte ich nach einigen Sekunden und kam auf dieses eine Thema zurück. Wenn ich für meine Eltern arbeiten müsste, würde ich zumindest einen Rabatt für die Produkte verlangen.
"Oh - ja ich habe es versucht aber sie sind extrem stur. Ich habe mir einen Zweitjob gesucht. Im Kino", erklärte sie mir. Ich nickte verstehend. Das mit den sturen Eltern kannte ich nur allzu gut
"Im Kino? Das ist cool. Ich verstehe wie es mit sturen Eltern sein kann. Eigentlich wollte ich dem Rat einer Freundin folgen, meine Nachhilfestunden für Mathematik bei einem guten Freund von ihnen abschaffen, ich habe gehört Clay Jensen soll gut in Nachhilfe sein. Aber meine Eltern sagen, sie haben viel Geld dafür bezahlt, kann man nichts machen", erwiderte ich. Da konnte Leah noch so viel schönes erzählen, wie gut Jensen Jeff doch hilft und das seine Noten um einiges besser geworden sind. Aber so sind nun mal die verschiedenen Einstellungen unterschiedlicher Personen.
"Ich kenne Clay von der Arbeit im Kino. Ich bin mir sicher das er dir helfen kann in Mathe. Vielleicht solltest du einfach mal mit ihm reden", schlug Hannah vor.
"Na gut, kann ja nicht schaden. Was schreibst du da eigentlich die ganze Zeit auf den Zettel? Ich meine so viel kann Miss Bradley nicht an die Tafel schreiben", sagte ich und wollte nun wissen, ob Hannah das was auf der Tafel geschrieben stand abschrieb, oder ob es etwas anderes war.
"Falls du mal mit nicht solchen idiotischen Mitschülern kommunizieren willst"
Sie schob mir den Zettel zu und ich konnte ihre Handynummer erkennen.
"Die meisten in unserem Kurs sind, mit anderen Dingen beschäftigt, als dem Aufmerksamkeit zu schenken, was Miss Bradley an die Tafel schreibt", erwiderte ich dankend und verfrachtete den Zettel mit der Handynummer in mein Federmäppchen.
Aufgrund meiner Aussage mit der Aufmerksamkeit der anderen Mitschüler, drehte Hannah sich in ihrem Sitz kurz herum, damit sie die Musterexemplare beobachten konnte, die mit uns in diesem Kurs saßen.

Die meisten Mädchen unterhielten sich leise, schenkte der Lehrkraft, ebenso wie die Jungs in dem Kurs kaum Beachtung schenkten. Ich hatte nicht viel mit ihnen zu tun, was auch an der Arbeitseinstellung liegen könnte.
Und da meint man im Jahr 2016 würden die Jugendlichen sich nicht mehr so unreif verhalten, zumindest was den Unterricht betrifft, aber was hatte ich zu erwarten? In einem Klassenzimmer oder einem Kurs treffen immer verschiedene Charaktere aufeinander, zuhören war aber nicht zu viel verlangt? Vielleicht doch.

"Wir werden uns im ersten Halbjahr mit der Kommunikation der heutigen Zeit beschäftigen"
Miss Bradley legte das Stückchen Kreide, mit der sie geschrieben hatte zur Seite und erklärte der Klasse anschließend, wie sie dieses Thema behandeln wollte, in wie vielen Wochen der erste Test sein würden und zu wie viel Prozent der Test, die anstehenden Gruppenarbeiten und Präsentationen in die Halbjahresnote mitzählen würde. Ich notierte mir das notwendigste, da bestimmt später jemand in der Whatsapp Gruppe nach den Daten fragen würde.
"Das Schuljahr hat gerade erst angefangen und die Lehrer stressen jetzt schon mit den ersten Tests", raunte Hannah mir zu.
"Nur mit dem Ergebnis, das sie vor den Ferien kaum etwas zu tun haben", erwiderte ich, es schien ein allgegenwärtiges Problem zu sein, denn eine Cousine von mir die Hundert Kilometer von Crestmont entfernt wohnt, scheint an ihrer High School das gleiche Phänomen beobachten zu können.

Als sich die Unterrichtsstunde dem Ende zuneigte, alle ihre Sachen schon in die Taschen gepackt haben und bereit waren zu gehen, gab es noch die Hausaufgabe, das wir die Kommunikationsmittel der heutigen Zeit, sprich wie wir Jugendliche im Jahr 2016 kommunizieren aufschreiben.
"Ob sie schon mal was von Facetime oder Skypen gehört hat?", erkundigte Hannah sich, die ihren Rucksack geschultert hatte und neben mir das Klassenzimmer verlassen hatte.
"Gute Frage, danke für deine Nummer. Ich komme vielleicht später dazu dir zu schreiben. Meine beste Freundin will später noch mein Party Outfit bewerten, oder mich für meinen Kleidungsstyle kritisieren, außerdem steht gleich noch eine Sitzung für die Planung des Basektball Spiels in zwei Wochen an"
Von der Theater AG Probe ganz zu schweigen. Das würde ein sehr langer Freitag werden, wenn ich nur die Schulstunden betrachtete. Aber ich mochte es ja, es machte mir Spaß und dann müsste Leah eben eine Weile warten.
"Cool, wir sehen uns Adriana", verabschiedete Hannah sich und ich warf ihr ein freundliches Lächeln zu, bog in den entgegengesetzten Gang ab.

Das was zwischen Hannah und mir war, könnte man als Schulfreundschaft bezeichnen. Ich war froh darüber jemanden gefunden zu haben, mit dem ich mich so - ungezwungen und fast ohne Scheu unterhalten zu können. Außerdem braucht man in der Schule bei all den Zicken, Angeber und fiesen Menschen jemanden, auf den man bauen kann. Jemandem mit dem man sich auf dem Gang unterhält, anstatt sich in der Bibliothek zu verschanzen. Und ich hatte ein gutes Gefühl das diese Schulfreundschaft die sich zwischen Hannah und mir entwickelte etwas gutes sein könnte.
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