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Blauer Nagellack

von JaliceTo
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Alex Standall Bryce Walker Hannah Baker OC (Own Character)
26.06.2018
29.07.2018
12
15.545
3
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23 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
28.06.2018 1.703
 
Huhu,
Hier kommt nun das nächste Kapitel. Ich wünsche euch allen viel Spaß beim
lesen und über Feedback würde ich mich sehr freuen.

eure JaliceTo

Baker's Drug Store

"Adriana? Gehst du bitte in den Baker´s Drug Store und kaufst die Gegenstände auf der Liste? Ich muss deine Schwester zu ihrem Tennistraining fahren"
Meine Mutter stand in meinem Zimmer , sie legte mir einen handgeschriebenen Einkaufszettel auf den Schreibtisch und erwartete, das ich dieser Bitte nachkommen würde. Ich blickte von den Hausaufgaben, die ich noch zu erledigen hatte auf, nickte und wollte mir vornehmen, die Nachhilfe von an zu sprechen. In der Mensa hatte Leah mir noch einmal nahe gelegt, dass Jeff durch die Hilfe von Clay Jensen bessere Noten hatte.
"Natürlich Mom. Ich hätte noch eine Frage - hast du einen Moment Zeit. Es dauert nicht lange?", erkundigte ich mich. Meistens lag der Fokus meiner Eltern, was die Freizeit Aktivitäten außerhalb der Schule anbelangt, auf meinen jüngeren Geschwistern. Damit kam ich zurecht, ich hatte meine Bücher und musste für das Theater Stück lernen, das vor dem Winterball stattfinden sollte.
"Können wir das heute Abend besprechen, wenn dein Vater da ist?", lautete die Antwort von Mom.
"Leah hat mir jemanden empfohlen, der mich Nachhilfe geben könnte, in Mathematik. Er ist ein Schüler der in meinem Jahrgang ist", sagte ich schnell, bis heute Abend wollte ich nicht warten, außerdem war Dad nach dem Arbeitstag im Büro immer sehr erschöpft. Ich wollte es jetzt ansprechen.
"Deine Nachhilfe kostet eine Menge Geld Adriana, wir investieren diese Geld in einen guten Nachhilfelehrer, nicht in einen Mitschüler der deinen Jahrgang besucht. Ich muss jetzt los, wir sehen uns heute Abend", sagte meine Mutter - für sie war das Thema damit beendet.
Einige Minuten später konnte ich hören, wie unser Familienauto aus der Auffahrt fuhr. Ich war alleine im Haus. Nun würde ich mich auf die Hausaufgaben machen, zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen. Ein Spruch dessen Umsetzung schwierig einzuhalten ist.

Eine Halbe Stunde später, war ich damit fertig, packte meine Schultasche für morgen, brachte diese anschließend hinunter in den Flur, wo ich sie morgen direkt im Rausgehen mitnehmen könnte.
Als es an der Tür klingelte, ging ich zu dieser und öffnete sie überrascht. Hatte Mum ihre Handtasche vergessen oder wollte meine Schwester ihr Tennis Training ausfallen lassen? Es waren weder meine Mutter noch meine Schwester, die vor der geöffneten Haustür standen.
"Courtney Crimsen?"
Was machte sie denn hier? Und vor allem was hatte sie hier her verschlagen? Hatte sie sich in der Straße verfahren? Oder war Google Maps gemein gewesen und eine falsche Straße genannt?
"Hallo Adriana - Entschuldige das ich so, reinplatze. Leah hat mir deine Adresse gegeben, ich wollte dich nach der Mittagspause angesprochen haben, aber du warst schon weg", sagte Courtney lächelnd.
"Ich war etwas spät dran. Sozialkunde. Was kann ich für dich tun? Möchtest du reinkommen?", fragte ich vorsichtig und die Schülerin nickte, ich trat einen Schritt zur Seite, wenige Sekunden später standen wir beide im kleinen Flur des Hauses.

"Ich wollte dir nur den Ablaufplan für das nächste Basketballspiel geben. Du hilfst doch bei den Vorbereitungen mit oder?", erkundigte Courtney sich und das war der Grund warum sie hier gekommen war.
"Natürlich, ihr könnt mich einplanen. Aber das hättest du mir doch auch schreiben können oder? Sicherlich hätte Leah dir meine Nummer gegeben", stimmte ich zu, die Vorbereitungen für die Baseball oder Basketball Spiele der Liberty High waren immer sehr lustig und es tat gut gebraucht zu werden, es tat gut das man eine Aufgabe hatte. Außerdem war das Team, welches für die Vorbereitungen zuständig war nett.
"Ich war in der Gegend und die Liste wollte ich dir lieber persönlich geben. Hast du die Hausaufgaben für Englisch schon gemacht?", erwiderte Courtney.
"Gestern  schon. Das ist nett von dir, ich werde mir den Ablauf der Liste später ansehen. Magst du mir deine Handynummer geben, für Rückfragen?", fragte ich etwas scheu nach. Auch wenn sie nett war, manchmal kam bei mir doch die ruhige, leicht verunsicherte Art durch.
"Klar. Hier ist einmal der Ablaufplan und hier - meine Handynummer"
Courtney hatte einen Stift aus ihrer Handtasche geholt und schrieb auf dem Ablaufplanzettel ihre Handynummer.
"Danke", bedankte ich mich, nahm den Zettel entgegen und begleitete die junge Crimsen noch zu Haustür. Wir verabschiedeten uns voneinander und ich schloss die Haustür wieder, nachdem Courtney gegangen war.

Den Zettel mit dem Ablaufplan hängte ich an meine Pinnwand in meinem Zimmer, anschließend schnappte ich mir einen kleinen Rucksack, den ich hauptsächlich für die Freizeit gekauft hatte, steckte die Liste mit den Einkäufe die ich für meine Mom erledigen sollte in meine Jackentasche und verließ dann unser Haus.

Es war nur ein kurzer Fußweg von dem Haus, das meine Eltern vor Zehn Jahren gekauft und komplett modernisiert haben, bis zur Innenstadt, wo die meisten Geschäfte von Crestmont waren, sowie ein Kino, ein Supermarkt und auch der Baker´s Drug Store. Dieser wurde erst vor einigen Wochen eröffnet. Ich war noch nie drin gewesen, aber mein jüngerer Bruder war ein Fan von - alten Dingen. Er hatte mir von dem Laden erzählt und Mom war immer angetan, wenn mein Bruder etwas erzählte, von etwas schwärmte. Trotzdem war der Laden leicht zu finden. Ich blieb einen Moment vor dem Eingang stehen und betrachtete die Außenfassade.

Baker´s Drug Store - diese Worte standen in Großbuchstaben über dem Eingang. An den Fenstern stand ein Schild.
-Haushaltsgegenstände im Verkauf-
Daneben waren die Items lesbar, die das Geschäft hatte. Dazu zählten offenbar Arzneien und Medikamente, Süßigkeiten, Geschenkartikel und Limonade. Ein Gemischtwarenladen, um einmal ein altes Wort zu nennen. Ich fischte die Liste aus meiner Jackentasche, las mir die Dinge durch, die ich kaufen musste und betrat dann das Geschäft.
Ich achtete nicht wirklich auf meine Umwelt, schnappte mir einen kleinen Einkaufskorb und fing an die Dinge dort hinein zu tun, die Mom mir aufgetragen hatte zu kaufen. Der erste Gegenstand auf der Liste war ein Duschgel für Kinder.

Als wäre normales Duschgel, das wir als XXL Packung im Keller stehen hatten nicht genügen. Aber ich wollte mich nicht beschweren, immerhin hatte sie mir einen 20 Dollar Schein da gelassen, dann würde ich das super tolle Kinder Duschgel kaufen. Auch wenn meine Schwester es nur nutzen würde, so wäre meine Mutter später zufrieden, das war wichtig. Wichtig für mich, wenn ich mich am Abend in mein Zimmer verkrümeln wollte, um an dem Fantasy Roman weiter lesen zu wollen.
Einige weitere Gegenstände folgten dem Duschgel in den kleinen Korb und ich war im zweiten Gang des kleinen Geschäftes, entdeckte einen blauen Nagellack und fand die Farbe so schön.
Selber trug ich Nagellack nicht, es war für mich persönlich ein unangenehmes Gefühl auf den Fingern - es war nicht meins, zumindest nicht auf den Fingernägeln. Für die Fußnägel war es in Ordnung. Also stellte ich den kleinen Korb neben mir ab, ging in die Hocke und wollte gerade nach einem blauen Nagellack greifen - als eine Hand in meinem Sichtfeld erschien und unsere Hände sich berührten. Überrascht zuckte ich zusammen, zog meine Hand zurück.

"Sorry, ich hatte dich nicht gesehen", sagte das Mädchen, das nun eine Packung Nagellack in der Hand hatte und mir diese reichte. Ich nahm sie entgegen und lächelte vorsichtigt.
"Dankeschön. Alles gut, ich habe diesen Nagellack gesehen und er hat so eine schöne Farbe", sagte ich und das Mädchen kam mir bekannt vor. Das lockige dunkelbraune Haar und die blauen Augen habe ich schon einmal irgendwo gesehen.
"Manchmal ist weniger Auswahl mehr. Auch wenn ich meine Eltern ständig davon zu überzeugen versuche, zwei weitere Nagellack Farben mit ins Sortiment auf zu nehmen. Ich habe dich schon einmal gesehen - in der Schule, wir sind im gleichen Sozialkunde Kurs. Du bist Adriana richtig?", fragte mich das Mädchen mit einem freundlichen Lächeln.
"Ja, Adriana Hastings. Entschuldige ich habe deinen Namen nicht behalten. Die meisten Kursteilnehmer duzen sich einfach", ich konnte es ihnen nicht verübeln. Es konnte aber auch so schwer sein sich Namen zu merken, wenn man in der Schule war und nur oberflächlichen Kontakt zu seinen Klassenkameraden hatte.

"Ich bin Hannah, Hannah Baker. Wir sind erst vor kurzem hergezogen", sagte Hannah und stellte sich vor.
"Freut mich dich kennen zu lernen. Mein Bruder war des öfteren in eurem Geschäft. Es muss praktisch sein, wenn man im Unternehmen seiner Eltern arbeiten kann", sagte ich und wurde rot, so direkt wollte ich nicht sein. Aber wenn meine Eltern ein Geschäft hätten - würde ich vielleicht sogar freiwillig dort arbeiten, um wenig mehr Taschengeld zu bekommen.
"Erklär das mal meinen Eltern - ich arbeitete freiwillig hier nach der Schule. Vielleicht sollte ich mir einen anderen Job suchen", sagte Hannah Scherzhaft und sie überprüfte den Bestand  des Nagellacks und beschloss diesen noch auf zu füllen. So verschwand das Mädchen mit dem langen lockigen Haare für einen Moment und ich stand alleine hier.

Ja, ich hatte sie tatsächlich im Sozialkundeunterricht gesehen. Aber großartig wahrgenommen habe ich sie dort nicht. Warum auch? Dem Unterricht folgen war wichtig, oder das Getuschel der Jungs zu ignorieren - das war eine richtige Herausforderung. Einen Moment später war Hannah wieder da, mit einem kleine Karton in den Händen, wo noch mehr blauer Nagellack drin war.
"Aber du bekommst doch bestimmt Rabatt auf die Artikel oder?", fragte ich nach. Einen Vorteil musste es doch haben, wenn sie von sich aus hier im Geschäft ihrer Eltern arbeitete - umsonst.
"Manchmal - wenn ich gute Noten schreiben. Ein wenig spießig oder?", wollte Hannah wissen, als sie anfing die kleinen Flaschen  ein zu sortieren. Spießig  - es gab verschiedene Ansichten darüber, aber es war wichtig wie man selbst dazu stand.
"Du könntest versuchen zu verhandeln - das soll bei Eltern ja manchmal funktionieren", sagte ich - meine eigenen Eltern waren dabei die perfekte Ausnahme.
"Ich werde mir den Tipp merken danke", sagte Hannah lächelnd und ich schnappte mir meinen Korb und ging zur Kasse, wo ich von Hannah´s Mutter - Miss Olivia Baker bedient wurde, ihr nach nennen des Preises den 20 Dollar Schein reichte, mein Restgeld bekam, mich bedankte und anschließend den Baker´s Drug Store verließ.
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