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Blauer Nagellack

von JaliceTo
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Alex Standall Bryce Walker Hannah Baker OC (Own Character)
26.06.2018
29.07.2018
12
15.545
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
26.06.2018 1.127
 
Blauer Nagellack



18.08.2016 - Die Liberty High School


Die High School kann ein grauenvoller Ort sein. Du kannst zu den coolen und beliebten Kids der Schule gehören - oder du hast das große Los gezogen und wirst in eine der anderen vielseitigen Kategorien gesteckt. Gegen deinen Willen.
Dabei ist es egal was du tust oder was du einmal getan hast, es ist egal ob deine Vorgeschichte sich verselbstständigt hat, du bekommst einen Stempel auf die Stirn gesetzt. Natürlich kannst du beeinflussen, ob du zu den Freaks, den Nerds oder den Schleimern gehören willst. Aber auch deine Freunde, oder die Menschen mit denen du deine Pausen verbringst, tragen einen wichtigen Teil dazu bei, was andere über dich denken und in welche Kategorie du reingestopft wirst.

Natürlich kann es dir egal sein, was andere behaupten. Das die coolen und beliebten Kids der Schule, dich mit einem abschätzigen Blick mustern, weil du anders bist. Weil du dich mit den anderen Nerds, den anderen Außenseitern angefreundet hast. Aber sind wir mal ehrlich, niemanden lässt es kalt wenn andere über dich lästern, wenn Gespräche direkt eingestellt werden, sobald du den Gang betrittst. Die Leute wenden sich von dir ab, wenn du dich auf einem Platz in ihrer Nähe niederlässt. Es ist wichtig, das du während dieser Zeit eine gute Freundin hast, einen Freundeskreis dem du vertrauen kannst, bei dem du dich sicher fühlst. Sonst kann die High School ein grausamer, gemeiner Ort sein.


"Und jetzt bilden Sie in Partnerarbeit eine Situation nach. Alle Informationen dazu finden Sie auf dem Zettel vor Ihnen. In Fünfzehn Minuten fangen wir mit den ersten Ergebnissen an"

Stühle wurden gerückt, Stimmengewirr wurde laut und die Schüler des Geschichtskurses suchten sich einen Partner. Niemand wollte diejenige abbekommen, die als seltsam galten. Oder die keine Freunde hatten. Man wollte mit den Menschen zusammen sein, mit denen man entweder zusammen Sport trieb oder befreundet war. Mein Blick ging hinüber zu einem Jungen mit Tattoos auf seinem Oberarm und ich schaute dann doch schnell fort, als dieser mir einen grimmigen Blick schenkte.

"Hey Partnerin. Hast du dir die Aufgabe schon durchgelesen oder starrst du nur Löcher in die Luft?", sprach Leah mich an und ich blickte die fröhliche braunhaarige Schülerin überrascht an. Natürlich, wir arbeiteten fast immer in Geschichte zusammen und ich würde die Brünette als meine Freundin bezeichnen, auch wenn wir absolute Gegensätze waren. Leah war eine unheimlich offene und gesprächige Person, war gut in Mathematik und datete gerade niemand anderen als Jeff Atkins. Einen beliebten Sportler und Mitglied im Baseball und Basketball Team. Und ich war - das komplette Gegenteil, liebte Bücher, war eher still, konnte aber feiern und taute dann auf. Dennoch verstanden wir uns super und Leah war eine gute Freundin.
"Die Löcher in der Luft sind seltsam - fragst du dich manchmal was in den Köpfen von den Außenseitern vor sich geht?", fragte ich und schob ihr den Zettel hin, wo die Aufgabenstellung für die Partnerarbeit drauf stand. Ich selbst zählte zum Glück nicht zu den Außenseitern, ich war in der Theater AG aktiv, setzte mich für Schul Aktionen, wie das vorbereiten von Basketball spielen beim Vorbereiten ein und half ab und an in der Bibliothek aus, wenn eine Ladung neuer Bücher als Spende kamen.
"Du machst dir zu viele Gedanken, wenn wir in Geschichte eine gute Note brauchen, solltest du dich auf das konzentrieren was wichtig ist", riet Leah mir.
"Du hast Recht - setzten wir uns an die Aufgabe", stimmte ich zu und zog meinen Collegeblock mitsamt Federmäppchen näher an mich, um einige Notizen auf zu schreiben.

Fünfzehn Minuten später war die Bearbeitungszeit um, der Geschichtslehrer war herum gegangen und hatte sich die Ergebnisse angesehen. Nun war es seine Entscheidung die erste Gruppe aus zu wählen, die das Ergebnis ihrer Partnerarbeit vortragen sollte.

"Leah und Adriana - kommt bitte nach vorne und stellt eure Ergebnisse vor", bat der Lehrer uns und ich lächelte etwas gequält. Geschichte war interessant aber das vortragen vor der Klasse ist - etwas was mir nach all den Jahren immer noch, eine anstrengende Herausforderung ist. All diese Augenpaare die einen scannen.
"Wir essen doch zusammen oder? Es soll Mac and Cheese geben und so wie ich Jeff kenne, wird er später vom Training halb ausgehungert an unseren Tisch kommen?", flüsterte Leah mir aufmunternd zu, ich nickte zustimmend und das aufmunternde Lächeln von der Brünetten, lies mich die Nervosität vergessen. Ich würde das hinbekommen und wir würden beide das Präsentieren unserer Ergebnisse hinbekommen.

Am Ende der Geschichtsstunde war es auch schon Zeit für die Mittagspause. Der Lehrer war zufrieden mit unserem Ergebnis und ich hatte es sogar geschafft, vor der Klasse zu sprechen ohne mich ein einziges mal zu verhaspeln was meine Wortwahl betrifft.
"Warum ist die Cafeteria eigentlich so voll - ich wette mit dir, das Sechzig Prozent der Schüler ihren Lunch von zu Hause mitbekommen", sagte ich zu Leah, als wir uns jeweils mit einem Tablett bei der Essensausgabe angestellt hatten.
"Das Wetter draußen ist eher, gemäßigt, da hätte ich auch wenig Lust drauf, mich draußen an einen Tisch zu setzten. Hast du später schon was vor?", erwiderte Leah und sie wechselte das Thema.
"Du meinst von den Hausaufgaben in Mathematik mal abgesehen?", forschte ich nach und wir gingen in der Schlange ein Stück weiter.
"Vielleicht solltest du Clay Jensen um Nachhilfe bitten. Justin macht es in Englisch und ist zufrieden. Seine Noten werden immer besser", schlug Leah freundlich vor.
"Clay Jensen? Haben einige nicht vor zwei Jahren behauptet er wäre vom anderen Ufer? Mal sehen, meine Eltern haben mich schon zu einem Nachhilfekurs im Gemeindezentrum angemeldet. Und wenn ich nicht hingehe  - hat das Konsequenzen. Warum versucht du nicht Jeff zu helfen?", erkundigte ich mich und war erfreut über das Angebot. Aber meine Eltern hatten da so ihre Richtlinien.
"Gerüchte kommen und gehen. Und wenn ich Jeff bei der Grammatik und dem Satzbau helfen will, endet es immer mit - etwas interessanterem als Lernen", sagte Leah mit einem geheimnisvollen Grinsen.
"Vielleicht spreche ich mal mit meinen Eltern, wenn Jensen so gut sein soll. Nimmst du Erdebeer oder Vanillemilch?", erwiderte ich und deutete auf die kleinen Milchpackungen, die es zum Lunch gab.
"Vanille. Wir sollten nach jemanden für dich schauen Adia - es gibt einige Spieler aus Jeff´s Team die noch singel sind", sagte Leah grinsend und ich lächelte nur, schnappte mir einen Erdbeer Milch und stellte das kleine Päckchen auf das noch leere Tablett.
"Die Schlange vor uns bewegt sich. Und was schwebt dir so vor? Willst du eine Dateing Agentur aufmachen Leah?", wollte ich amüsiert wissen.
"Das ist gar keine so schlechte Idee", stimmte Leah dieser Aussage leise lachend zu.
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