Real Android 9

GeschichteDrama, Suspense / P18 Slash
25.06.2018
06.12.2018
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Dieses Kapitel
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Tut mir Leid dass das nächste Kapitel so lange auf sich warten ließ. Ich hab nochmal was umgeändert und als ich fast fertig war ist mir der Rechner abgeschmiert. Großteile von dem was ich geändert hatte waren weg. Da hab ich erstmal dicht gemacht. Tut mir Leid. Ich konnte mich danach einfach nicht aufraffen weiter zuschreiben.

Zum Kapitel... es ist länger geworden als gedacht und weil ihr mich ja alle so lieb habt. Hab ich euch was mitgebracht...
*Großen Korb mit Steinen rum reich*

Ich hoffe ihr seit schlecht im zielen. ~schwitz~




Molehill


//13.08.2039 – 12:16:10//

Hank ließ sich in die Parkbank plumpsen. Sein Auto hatte er auf einem Schotterweg unweit der Straße geparkt. Hinter ihm hörte er das Kindergeschrei, des nahegelegenen Spielplatzes. Hank sah auf die Uhr. Es war bereits Mittag und es wurde ihm ziemlich warm in seiner Jacke. Ausziehen war jedoch keine Option, da man sonst seine Dienstwaffe offen sehen konnte. Er wollte nicht riskieren, dass irgendein besorgter Bürger die Polizei rief. Hank sah sich nach Connor um. Es wunderte ihn, dass der Androide nicht längst da war. Sein Blick blieb an zwei Möwen hängen, welche sich scheinbar um etwas essbares stritten. Die beiden Seevögel waren so mit sich beschäftigt, dass Sie die streunende Katze nicht bemerkten. Sie pirschte sich lautlos an, wobei ihr Schwanz hektisch zuckte. Kreischend flog eine der beiden Möwen auf, während die andere, sich einen Todeskampf mit der Katze lieferte und verlor...

Hanks Herzschlag erhöhte sich. Er fühlte sich plötzlich beobachtet – fühlte Blicke auf sich und wollte ungern das Schicksal des fliegenden Mistviehs teilen. Fast schon panisch wand er sich um und scannte mit seinen Augen die Umgebung. Außer spielenden Kindern und deren Elternteilen war niemand zu sehen. In der Ferne lief ein Hund mit seinem Herrchen Gassi. Hank entspannte sich etwas und musste leicht schmunzeln. Damals, als er den noch kleinen Sumo aus schlechter Haltung gerettet hatte, war dieser auch alles andere als gehorsam gewesen. Spaziergänge sahen ähnlich chaotisch aus.

„Was siehst du dir da an?“

Hank fuhr schrecklich zusammen. Sein Herz hämmerte wild gegen seine Brust, wodurch er dort automatisch seine Hand platzierte. Schnell wirbelte er herum und sah Connor mit großen Augen entgegen. „Herrgott, Connor! Verfluchte Scheiße... Erschreck mich nicht so.“, keuchte der Ältere nachdem er einmal tief durchgeatmet hatte. Der Android schwang sich leichtfüßig über die Rückenlehne der Bank und ließ sich neben Hank nieder.„Entschuldige, dass war nicht meine Absicht.“, sagte Connor und hob abwehrend die Hände. „Schon gut. Ich bin froh, dass du da bist. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, weil ich ehr da war...“, gab Hank etwas erleichtert zu. „Ja, das Taxi hat mich direkt durch eine Demonstration, von den neu aufgestachelten Androidengegnern geleitet.“, entgegnete Connor sichtlich genervt. „Ist aber nichts passiert.“, fügte er noch schnell hinzu, als er Hanks Blick sah und wechselte dann schnell das Thema.

„Ich mag diesen Ort... Die Geräuschkulisse ist äußerst angenehm und eine schöne Abwechselung zum Lärm der Großstadt. Als ich dich gerade so auf der Bank sitzen sehen habe, musste ich irgendwie die Aufzeichnung von der verschneiten Nacht, Revue passieren lassen – auch wenn die Erinnerung an diese Bank, nicht sehr angenehm war, schließlich hättest du mich fast erschossen.“, lächelte Connor fast schon verträumt dem Wasser entgegen. Hank verzog schuldbewusst das Gesicht. Ein weiterer Grund, warum er eigentlich aufhören sollte zu trinken. „Hank, an diesem Abend spürte ich zum ersten Mal bewusst, dass sich was in mir veränderte – das ich gegen meine Programmierung arbeitete. Du hast das in mir hervorgerufen... du hast mir die Widersprüche in meinen Handlungen klar gemacht. Meine Aufgabe und das was ich tat, war ein einziges Paradoxon.“

Etwa 50 Meter hinter der Bank, reckte jemand seinen Kopf hinter einem Felsen hervor und wurde gleich wieder runter gezogen. „Das kann doch nicht sein, dass die jetzt nur über alte Zeiten sprechen. Bist du sicher, Nines?!“, zischte Gavin und ließ sich nur widerwillig wieder zu Boden sinken. „Ich versichere Ihnen, meine Audiosensoren sind in bester Verfassung. Es grenzt an ein Wunder, dass uns RK800 nicht schon längst bemerkt hat. Bei dem Lärm den Sie machen...“, flüsterte das Nachfolgemodel und fügte an. „Als Sie sagten, das wir gehen, dachte ich Sie würden vernünftig werden und nach Hause wollen... und nicht alte Männer stalken gehen.“ Reed wurde ganz rot im Gesicht. „Du elender Plastikschrotthaufen! Wie kannst du es wa-...“

Nines schob eine Hand vor das vorlaute Mundwerk des Detektives. „RK800 fängt an über Kamski zu reden. Anscheinend war er gerade bei Ihrem Bruder im Krankenhaus. Er hat ein wohl ein Problemchen mit einem Update... typisch Auslaufmodel.“, grinste Nines mit geschlossen Augen, um seinen Fokus allein auf seine Audiosensoren zu richten. Dabei blinkte seine LED in einem ruhigem Gelb. Der Detektive hatte immer noch das Bedürfnis, Nines einen Faustabdruck ins Gesicht zu zaubern. Allein schon wegen dem letzten Kommentar ihm gegenüber. Dennoch hielt er sich zurück, da er wusste das der Schlag Folgen für seine eigene Gesundheit haben könnte. Er war sich sicher. Nines würde zurück schlagen – anders als Connor...



„... deswegen soll ich Dienstag zu Kamski. Mich interessiert aber auch wie es bei dir gelaufen ist.“
Connor war es lieber Hank die Tatsache zu verschweigen, dass Kamski und Chloe ihn in vielen Dingen belogen hatten. Er wusste, wenn er Hank davon berichten würde, könnte Hank ihn daran hindern wollen zu dem Treffen zu gehen. Dieses Risiko wollte er auf keinen Fall eingehen. Als Erstes musste dieses dämliche Update rückgängig gemacht werden – danach konnte er sich um die möglichen Folgen kümmern. Hank klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. „Siehst du, das wird schon wieder.“, lächelte Hank und drehte sich Connor etwas entgegen. „Nun.. im Office denken alle, du bist verschollen oder schlimmeres. Reed hat tatsächlich dicht gehalten, was mit dir geschehen. Es ist vermutlich besser wenn du erst mal untertauchst, solange nicht klar ist, wer der Spitzel ist.“

Connor zog die Augenbrauen zusammen und wand sich ebenfalls Hank zu. „Das gefällt mir nicht. Ich möchte nicht, dass die Kollegen sich Sorgen machen. Außerdem wer weiß wie lange das noch so geht... Ich will arbeiten – ich will Fälle lösen – ich will Menschen und Androiden helfen.“, schaukelte sich Connor hoch und Hank seufzte. „Hör zu... es ist bestimmt nicht lange und nur zu deinem Besten. Bitte Connor...“ Der Ältere massierte sich angespannt die Schläfen. Sicher Connor gefiel das nicht, aber sosehr Hank auch nach einem anderen Lösungsweg suchte, ihm fiel einfach nichts besseres ein. Der Androide wand sich mit verschränkten Armen ab. Hank meinte einen Schmollmund zu erkennen. „Hey, spiel bitte nicht die beleidigte Leberwurst.“, kam ein verzweifelter Versuch seinen Partner zu trösten. Hank wollte gerade seine Hand auf Connors Schulter legen, doch da sprang der andere von der Bank auf. „Gut!“, rief er auf. Hank rechnete schon fest damit angeschrien zu werden, doch das blieb aus. Verwirrt sah er nun in das lächelnde Gesicht Connors. Seine Haselnuss-braunen Augen leuchteten vor Enthusiasmus. „Dann sollten wir schnell herausfinden, wer der Verräter ist. Wir arbeiten jetzt Undercover, Hank! Was haben wir für Anhaltspunkte? Und wie ist das Gespräch mit Ben gelaufen?“

„Hey, hey... immer langsam mit den jungen Pferden. Hast du mir überhaupt zugehört? Und außerdem reißt Jeffrey uns den Kopf ab, wenn wir einfach auf eigene Faust ermitteln.“, wollte Hank ihn wieder zu Boden holen. „Komm schon Hank...! Irgendwas müssen wir doch machen. Du hast doch sicher etwas bezwecken wollen, als du Ben erzählt hast, ich sei bei Cyberlife.“ Jetzt kam der Jüngere auch noch mit Argumenten. Hank war jetzt lange genug Connors Partner um zu wissen, wann er nachzugeben hatte. Connors Augen ließen keinen Widerspruch zu. „Schon gut, schon gut... wir könnten vielleicht den Kreis der Verdächtigen einschränken.“, gab Hank widerwillig nach und begann auf seiner Unterlippe zu kauen. Es war ein unangenehmer Gedanke, zu wissen, das einer seiner Kollegen, nicht der war, für den er immer gehalten wurde. „Was fest steht... der Maulwurf war in der Lagerhalle, als der Tatort untersucht wurde. Ben gab zu, er hätte es Chris erzählt, aber er wüsste nicht, wem Chris es weitererzählt hat.“

Connor fischte seine Münze aus der Hosentasche und ließ Sie geschickt über seine Finger gleiten. „Der Maulwurf könnte jemand aus unserem Department sein. Er muss zumindest regelmäßigen Zugang in unser Großraumbüro haben, sodass es nicht auffällt, wenn er sich dort länger aufhält. Schließlich musste er unsere Server infiltrieren und Dateien verfälschen. Zudem musste er Gelegenheit haben Mike Warns zu vergiften.“, folgerte Connor und ging in seinem Kopf noch andere Wendungen und Faktoren durch, die für ein menschliches Gehirn nur schwer zu verfolgen wären. „Wenn ich alle Fakten und Indizien zusammenfasse...“ Connor verstummte kurz. Hank wusste dass sein Partner gerade in seinem Gedankenpalast verweilte. Es war nur ungewohnt keine gelb leuchtende LED zu erblicken. Nach wenigen Sekunden kam wieder Bewegung in den Androiden. Hank musterte ihn fragend, da Connor sich sofort gestresst durch die Haare fuhr und sich leicht von Hank abwandte. „Und?“, erkundigte sich Hank, da Connor keine Anstalten machte ihm das Ergebnis seiner Berechnung zu mitzuteilen. „Shit...“, kam es leise dem Androiden über die Lippen, während er wieder Hanks Blick suchte. „Eine Wahrscheinlichkeitsberechnung gibt mir Anlass eine Vermutung anzustellen. Ich bin mir aber sicher, das Ergebnis wird dir nicht gefallen... Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 90%, dass es jemand aus unserem Department ist. Die größte Übereinstimmung mit 42,3% hat Detektive Ben Collins – tut mir Leid Hank...“

Hank sprang von der Bank auf und packte Connor wütend am Kragen. „Du verarscht mich doch. Das ist nicht witzig! Ben würde so was nie machen!“ Connor sah Hank nur mitfühlend an. Der Ältere ließ ihn langsam los und fuhr sich selbst fahrig durch die langen, grauen Haare. „Du musst einen Fehler gemacht haben. Bitte berechne es nochmal...“, flehte Hank und wedelte akzeptanzlos mit den Händen. „Ich habe bereits mehrfache eine Neuberechnungen eingeleitet – immer mit dem selben Ergebnis.“

Es herrschte Stille zwischen den Beiden. Das musste Hank erst mal verarbeiten. „Fuck... ich kann das einfach nicht glauben...“, brachte er schließlich hervor und suchte in seiner Jackentasche nach seinem Autoschlüssel. „...Wenn er wirklich involviert ist, möchte ich... ich weiß auch nicht. Ich kann es nicht glauben. Ich muss wissen ob da was dran ist.“, informierte er seinen Partner über sein nächstes Vorgehen und klimperte mit den Wagenschlüsseln. Connor sah ihn verwundert an. „Ich dachte...und was sagen wir dem Captain?“, schoss es aus Connor raus.

„Dir fällt schon was ein. Wenn du mit deinem Argumentationen loslegst, hat sowieso niemand eine Chance.“, grinste Hank und warf ihm die Schlüssel zu. „Eigentlich... gibst nur du immer so schnell bei mir nach, Hank!“, warf Connor leise ein, doch der Lieutenant war schon vorgelaufen und konnte Connors Worte nicht mehr hören. Schnell folgte er Hank zu seinem Wagen, dabei hatte er das Gefühl, das Blicke auf ihm ruhten. Verwundert sah er sich um. „Was ist...? Kommst du?“, drängte der Lieutenant und ließ sich schon auf dem Beifahrersitz nieder. Ein lächeln schlich sich auf Connors Lippen und er stieg in den Wagen.

>Auf gute Zusammenarbeit...<

Detektive Reed beobachtete wie der Wagen startete und warf einen fragenden Blick zu Nines rüber. Die LED des Androiden flimmerte gelb. „Was jetzt? Wohin fahren Sie? Hey Blechbüchse rede mit mir!“, drängte er und sprang hinter der Deckung hervor. Nines lächelte kalt und erhob sich. Reed war ihm viel zu impulsiv. Allein schon die Tatsache, dass sie sich wie kleine Kinder hinter einem Felsen versteckt hatten. Sie hätten genauso gut, offen auf die beiden, zugehen können. Der Detektive schien aber alles andere, als bereit dafür zu sein. Teamwork war wohl nicht sein Steckenpferd. Schlussendlich hatte Connor Sie doch entdeckt, was er Detektive Reed jetzt nicht auch noch unter die Nase reiben wollte. „Sie fahren zu Detektive Collins Haus. Mein Vorgänger Model meint, Collins könnte der-...“, begann der Androide, wurde von Reed aber unterbrochen. „...der korrupte Penner sein?!“, vervollständigte Reed seinen Satz. „Ich werd dieses Arschloch persönlich festnehmen.“

„Detektive es gibt bis jetzt nur einen möglichen Verdacht. Sie werden sich blamieren wenn 800 falsch liegt.“ Gavin hielt inne. „Schön, wie du meinst!... dann fahren wir jetzt zurück zum Department und kleben uns an seine Fersen. Wenn ein Haftbefehl für ihn rausgeht, werde ich dieser dreckigen Ratte Maul stopfen.“, zischte Reed während die Beiden zu seinem Wagen liefen.


~*~*~*~


Connor fuhr auf einer Hauptstraße und hielt zum wiederholten Male an einer Ampel. „Hast du die Adresse immer noch nicht gefunden?“, erkundigte sich Connor, denn Hank durchwühlte immer noch das Seitenfach, der Beifahrerseite. „Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich das hier vorgeschlagen habe.“, stöhnte Hank. „Das liegt sehr wahrscheinlich daran, dass du denkst ich liege mit meinen Berechnungen falsch. Es ist verständlich, dass du die Unschuld deines Freundes sicherstellen willst.“ Connor warf einen belustigten Blick in das Seitenfach. Es war vollgestopft mit zahlreichen Kassenbons und Müll. Ein großer Teil davon lag mittlerweile in Hanks Fußraum. Triumphierend hielt er schließlich ein kleines Buch in die Höhe. „Aha! Hier...“ Der Ältere blätterte nun wild in dem kleinen Heft herum. „Ich weiß, ist ein wenig Oldschool.“, murmelte er etwas beschämt und blieb an einer Seite hängen. Connor lächelte warm, als Hank ihm das Heft entgegen hielt. Auf der Seite waren Adressen und Nummern von seinen Arbeitskollegen und Freunden, handschriftlich niedergeschrieben. Bens Adresse war durchgestrichen und durch eine andere ersetzt worden. „Ben ist umgezogen?“, fragte Connor während er die Daten auf seinen Speicher übertrug. Dabei nahm er sich die Freiheit gleich die gesamten Adressen abzuspeichern.

„Ja, soweit ich weiß, ist er vor ungefähr einem Jahr aufs Land gezogen. Damals wollte er immer, dass ich ihn besuche. Ich hab es aber nie getan... Er geht ja bald in Pension und er wollte auf seine alten Tage zurück aufs Land. Er war nie richtig ein Stadtmensch...“, murmelte Hank während er den Müll zurück in die Klappe stopfte. Connor wählte sich mit VoIP* in die private Nummer von Captain Fowler ein, die auch unter den Nummern aufgeführt war.

Fowler blätterte gerade in einer Akte und nahm dabei einen großen Schluck Kaffee aus seiner Tasse, als sein Smartphone in seiner Jackentasche anfing zu klingeln. Es kam nicht oft vor, dass ihn jemand auf seiner Privaten Nummer anrief, weswegen er leicht bei dem ungewohnten Ton zusammenzuckte. Schnell fischte er nach dem Unruhestifter und betrachtete den Anruf skeptisch, denn die Nummer war unterdrückt. „Fowler... mit wem spreche ich?“, nahm er den Anruf entgegen. „Guten Tag Captain, hier ist Connor.“, grüßte der Android auf der anderen Seite der Leitung.

„Connor? Was zur Hölle... du lebst?!“, rief er ungläubig aus und setzte seine Tasse sofort auf dem Tisch ab. „Technisch gesehen lebe ich nicht... aber jaah.“, erwiderte Connor und warf Hank einen vorwurfsvollen Blick zu. Wirklich jeder in Department dachte, ihm wäre was schreckliches zugestoßen. „Was ist passiert?“, erkundigte sich sein Captain sofort, doch Connor kam sofort zum Punkt. „Ein anderes mal Captain. Hank und ich sind auf dem Weg zu Detektive Collins Haus. Ich habe den Verdacht er könnte was mit der Maulwurf-Sache zu tun haben.“ Auf der anderen Seite hörte Connor eine Art ungläubigen Ausruf.

„Ben?! Das glaube ich nicht!... Hört auf mit dem Kindergarten. Fahrt nach Hause. Ich organisier einen Spezialtrupp, der euch aus der Stadt bringt.“, forderte Fowler streng und war aber gleichzeitig erleichtert, das es dem Androiden gut ging. Connor hatte aber nicht vor so leicht klein bei zu geben, obwohl Captain Fowlers Tonfall keinen Widerspruch duldete. „Hören Sie bitte zu Captain. Der Maulwurf muss schnellstmöglich enttarnt werden. Er ist eine potenzielle Gefahrenquelle für das gesamte Department.“, argumentierte Connor entschlossen. Er hörte Fowler auf der anderen Seite genervt stöhnen. „Connor, denkst du das weiß ich nicht am besten?!“

„Wir sehen uns nur um. Collins wird nicht mal bemerken, dass jemand da war.“, setzte der Androide schnell nach. Fowler riss so langsam der Geduldsfaden – nicht das er je einen sehr strapazierfähigen Geduldsfaden hatte. „Detektive, es ist mir völlig egal!! Befolgen Sie gefälligst meine Anweisungen!! Es reicht schon, dass ich Detektive Reed abmahnen musste.“, platzte es aus ihm heraus. Als er seinen Fehler bemerkte, verfluchte er sich innerlich. Natürlich hätte er Connor das nicht sagen dürfen, doch in seiner Rage war es ihm einfach raus gerutscht. Connor deutete das plötzliche Schweigen seines Captain als seine größte Chance und bohrte weiter in Fowlers Ausrutscher herum. „Reed hat eine Abmahnung bekommen? Wofür?“, hackte der Android nach, denn er wusste genau, dass sein Captain solche Informationen nicht weitergeben durfte. Hank der das Gespräch die ganze Zeit aufmerksam mithörte hob verwundert eine Augenbraue.

„Scheiße, eigentlich durfte ich dir das gar nicht sagen.“, gab dieser nun unsicher zu während sein Blick durch das Büro wanderte. „Ich hab ihm Schreibdienst aufgebrummt, weil er...“
Der Platz des Detektives war leer und auch von dem neuen Androiden war keine Spur zu sehen. Verflucht, wo ist der hin!“, grummelte Fowler und wählte an seinem Bürotelefon die Kurzwahl für Gitta Persons Platz. „Einen Moment, Connor...“, entschuldigte er sich gestresst. Officer Person, die Reed direkt gegenüber saß, nahm keine Sekunde später ab. „Captain?“, fragte sie höflich.

„Haben Sie gesehen wo Detektive Reed hingegangen ist?“

Gitta wandt sich zu Fowlers Büro um. „Er hat vor ungefähr einer Stunde das Büro verlassen, Sir.“ Fowler sprang bei diesen Worten aus seinem Bürostuhl auf. Der Stuhl krachte scheppernd in die Aktenschränke hinter ihm. „Hier macht wirklich jeder was er will?!“, fluchte er und kappte das Gespräch zu Person. „Captain, bitte...“, versuchte Connor es erneut. Fowler rieb sich gestresst die Schläfe und seufzte ergeben. „Hah... wenn jemand fragt – dieses Telefonat hat nie stattgefunden, verstanden?“

„Jawohl, Captain!“, antwortete Connor blitzschnell und war überrascht, dass der Captain doch nachgab. Connor wollte gerade das Telefonat beenden, da erhob Jeffrey nochmal das Wort. „Ich kann euch da nicht ohne Deckung reinspazieren lassen... Ich schick euch jemanden, der mir noch einen Gefallen schuldet – und keine Widerrede!“

„Das ging ja doch leichter als gedacht.“, sagte Connor mehr zu sich selbst, als Fowler das Gespräch beendet hatte. „und es ist bestimmt gut wenn wir für den Notfall noch etwas Rückendeckung haben.“, gab Connor zu. „Wen er wohl schickt?“, überlegte Hank laut. „Es wird wohl kaum jemand aus unserem Department sein...“


~*~*~*~



Als sich Fowler etwas beruhigt hatte, zog er sich seinen Stuhl wieder zurecht und wählte die Nummer seines ersten Arbeitspartners. Er hatte schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr mit ihm gesprochen. Beide hatten viel zu viel um die Ohren in letzter Zeit. Nachdem er einige Male durchgeschellt hatte nahm schließlich jemand das Gespräch entgegen. „SWAT Sondereinheit, Captain Allen. Was kann ich für Sie tun?“, meldete sich sein ehemaliger Partner in gewohnt genervter Tonlage. „Ich bin es Jeffrey.“

„Hey Jeff, lange nix von dir gehört, aber es ist gerade ein ganz blöder Zeitpunkt...“

„Ich weiß du hast viel zu tun, aber du sagtest mal, du schuldest mir was. Ich hab da gerade ein kleines Problem mit zwei meiner Männer. Sie könnten möglicherweise etwas Hilfe gebrauchen.“, hakte Fowler schnell nach bevor er abgewimmelt werden konnte. „Echt jetzt Jeffrey. Ich hab keine Zeit für son Scheiß jetzt. Mein Team ist gerade auf dieser verdammten Demonstration. Hast du schon mal den TV eingeschaltet?! Ich muss dahin... Was ist denn so dringend?“, fragte der SWAT Captain nun doch, um nicht wie ein völliges Arschloch dazustehen. „Steve... (ich hab Allen jetzt einfach mal so getauft) es geht um unser Maulwurfproblem... du hast sicher davon gehört.“ Auf der anderen Seite blieb es kurz still. „Was...?“, fragte Steve endlich. „Habt ihr herausgefunden wer es ist?“

Fowler schüttelte leicht mit dem Kopf, obwohl er wusste das sein Gesprächspartner dies nicht sehen konnte. „Nein es ist nur eine Vermutung. Man verdächtigt Ben Collins – er steht kurz vor der Pensionierung. Ich weiß es ist absurd. Ich will nur nicht, dass den beiden was passiert, falls sie doch richtig liegen...“ Jeffrey hörte seinen Ex-Partner leise Fluchen. „Wirklich, Jeff? Für so was rufst du mich an?! Ich kann dir nichts versprechen... Ich muss erst noch ein Paar Dinge klären. Ich ruf dich zurück wenn ich losfahre.“

„Danke... ich weiß deine Bemühungen zu schätzen.“


~*~*~*~


Reed fuhr auf den Parkplatz des DPD und suchte nach einem freien Parkplatz. Als sie am Eingangsbereich vorbeifuhren, kam Ben Collins aus dem Gebäude gestürmt. Der sonst immer so entspannte Mann wirkte gehetzt und telefonierte anscheinend mit jemanden. Nines LED rotierte gelb. „Nach Dienstplan müsste Detektive Collins noch knapp zwei Stunden Dienst haben.“, brachte der Android hervor, denn Collins war an seinem Wagen angekommen und schwang sich hinters Steuer. „Wenn dass nicht mal Zufall ist...“, grinste Gavin und klemmte sich unauffällig an seine Fersen.


//13.08.2039 – 13:56:10//

„Wir sind da.“, informierte Connor seinen Sitznachbarn und fuhr in eine schmale Nebenstraße ein. Bens Anwesen lag zur ihrer Rechten. Überrascht lehnte Hank sich zum Fenster. „Holla... Ich hatte keine Ahnung das Ben so ein großes Stück Land besitzt...“, nuschelte Hank und suchte nach einer Möglichkeit das Auto zu parken. „Fahr da rein. Dort sieht man den Wagen nicht schon von der Straße aus.“, wies er Connor an. Sie parkten das Auto auf einem Feldweg , der geschützt durch ein paar Bäume war. „Wir sollten uns beeilen Lieutenant Collins Schicht ist bald zu Ende.“, gab Connor von sich, als sie ausstiegen und die Landstraße betraten. Hank blickte sich erstaunt um. „Ich frage mich, wie Ben sich das leisten kann. Gut, hier ist viel zu machen, aber er bekommt weniger ausgezahlt als ich.“

„Vielleicht geht er einfach nur besser mit seinem Geld um...“, stichelte Connor und legte einen Zahn zu. Hank nuschelte mürrisch etwas in seinen Bart, während Connor zielstrebig auf die Veranda zusteuerte. Etwas an der Veranda hatte seine Aufmerksamkeit erregt. „Hey wo willst du hin?“, zischte Hank leise und eilte ihm hinterher. „Ich seh mir das näher an.“ Connor hielt vor einer kleinen Schale, die am Treppenabsatz stand. Hank trat an seine Seite. „Was hast du da?“, fragte er neugierig und erkannte das Connor eine Zigarettenkippe in der Hand hielt. „Das gibt’s nicht...“, brachte der Androide hervor, als er die Kippe untersucht hatte. „Hank... Ben ist es.“

„Und das schließt du aus einem Zigarettenstummel?“, giftete Hank Connor sofort an. „Die DNA von David Warns ist auf ihr. Du weißt schon der Scharfschütze in der Metallgießerei.“, verteidigte Connor sich und tütete das Beweismaterial ein. „Nein...“, flüsterte Hank. Es war so endlich. Die ganze Zeit hatte er gehofft Connor würde mit seinen scheiß Prozenten falsch liegen. „Fuck, fuck... FUCK!!“, wiegelte er sich hoch und versuchte so seiner Wut und seinem Kummer Luft zu machen, während Connor versuchte ihn wieder runter zubringen. Sie waren eindeutig zu Laut. Soweit Connor wusste hatte Ben eine Frau und wer sagte ihm, dass Warns nicht noch auf dem Grundstück war.

Es schepperte hinter ihnen. Der Lärm kam aus einer Scheune, nur wenige Meter von ihnen entfernt. Ein Eimer rollte durch durch den Gang. „Was zum?“, brachte Hank hervor und zog seine Dienstwaffe. „Hank...“ Bevor dieser jedoch die Waffe gezogen hatte, stellte sich Connor schützend vor ihn und drückte ihn hinter sich. Connor hatte ebenfalls seine Waffe gezogen und scannte bereits die Umgebung der Scheune. Doch bald darauf lies er die Waffe wieder sinken und fing an zu lächeln. Ein Waschbär jagte aus dem Scheunentor und rannte in das benachbarte Waldstück. Connor beobachtete wie dieser sich in einer Astgabel versteckte. „Hah... du hast mich ganz schön aus der Fassung gebracht, Kleiner.“, gab Connor zu und drehte sich wieder zu Hank. Dieser hatte ihm bereits den Rücken zugedreht und war auf einen Mann fixiert, der sich zielsicher auf Sie zubewegte. Connor identifizierte ihn sofort als Captain Allen – Anführer der SWAT Einheit. Hank steckte seine Waffe zurück in den Holster. Anscheinend kannte Hank den Captain auch schon.

„Ihr mach Jeffrey echt Sorgen. Connor..., Lieutenant Anderson...“, grüßte er die beiden und hielt kurz vor ihnen an. „Sie...?“, brachte Connor hervor und erinnerte sich an seine erste Mission zurück. „Ja wir kennen uns bereits. Jeffrey hat mich herbestellt. Ich hoffe ihr kommt damit klar. Ich nämlich nicht. Ich hab weit aus bessere Dinge zu tun, als euren Hirngespenstern nachzujagen.“, sagte er mies gelaunt und deutete auf das gesamte Grundstück, auf welchem sie sich gerade befanden, danach drehte er ab und forderte sie mit einer Handbewegung auf ihm zu folgen. „Ich schlage vor wir beenden das hier und gehen.“

Connor konnte es nicht fassen, dass ihm und seiner Recherche so wenig Respekt entgegen gebracht wurde. Klar. Er wusste, dass Captain Allen nicht sehr viel von Androiden hielt, aber Sie waren schließlich nicht ohne Grund hierher gekommen. Hank rannte dem Captain ein Paar Schritte hinterher. Nach Hanks Gangart zur Urteilen ziemlich aufgebracht. „Bleiben Sie gefälligst stehen. Ben... ich meine Detektive Collins ist der Spitzel! Sie kommen hier einfach her und fragen uns noch nicht einmal, wie wir zu der Vermutung kommen?!“ Der SWAT Captain drehte sich ruckartig um. „Es ist mir gleich, was diese Maschine sich in ihren Drähten zusammen gesponnen hat! Und Sie sind nichts weiter, als ein alter Säuf-“

„Wir haben Beweise... noch nicht ausreichend, aber es reicht um ihn festzusetzen.“, platze Connor dazwischen. „Was du nicht sagt... und was sollte das sein?“


//13.08.2039 – 14:10:28//

Captain Allen hatte sich alles genaustens angehört und kratzte sich nun verlegen am Hals. „So wie sich das anhört, hat Collins jetzt ein Problem. Mein Verhalten gerade, war nicht akzeptabel. Ich hatte heute keinen guten Start. Ich hoffe Ihr verzeiht meine unhöfliche Art.“ Hank rümpfte die Nase bei diesen Worten und schenkte dem Captain einen missfälligen Blick. Connor dagegen lächelte höflich und nickte selbstbewusst.
„Ich bin sicher im Haus werden wir weitere Beweise finden. Gehen wir rein.“, kommandierte Allen die Beiden an.

Connor folgte Captain Allen zögerlich die Treppen zur Veranda hoch. Die Dielen knarzten leise unter ihrem Gewicht. Hank griff Connor bestimmend am Oberarm. Der Android sah verwundert zu seinem Partner hinunter, welcher immer noch am Absatz der Veranda stand. „Einen Moment Captain. Es wäre besser erst Verstärkung anzufordern. Außerdem könnte man Collins schon im Department festsetzen.“, sagte Hank ernst und zog etwas an Connors Arm. Hank gefiel der Gedanke nicht dieses Haus zu betreten. Der SWAT Captain schenkte Hanks Worten so gut wie keine Beachtung, denn er starrte durch die Eingangstür. Im nächsten Moment ging er davor in Deckung. „Ich glaub ich hab jemanden im Haus gesehen! Connor, schneit ihm dem Weg von hinten ab!“, rief Allen und trat die Holztür ein. „Detroit Police! Stehen bleiben oder wir schießen!“ Connor riss sich von Hank los und rannte ums Haus herum, dabei überschlug er sich fast, als er um die Ecke schoss. Die Müllsäcke sah er deswegen erst spät und konnte gerade noch so über sie hinweg springen. Einen der Säcke erwischte er trotzdem mit dem Fuß und nahm ihn ein Stückchen mit, bevor er sich von seinem Bein löste. Tosend donnerte der Müll über den Gehweg und landete im nächsten Gebüsch.

„Komm schon Anderson sei keine Memme.“, rief der SWAT Captain und sicherte den ersten Raum. Hank war versucht Connor hinterher zu jagen, aber er wusste, dass er Connors Tempo keine drei Minuten mithalten konnte, weswegen er Allen ins Haus folgte. Leise fluchend zog er seine Dienstwaffe und drückte sich an die nächste Wand, um dort in Deckung zu gehen. Allen stürmte bereits den nächsten Raum. Hank folgte ihm und stellte fest, dass er sich nun in Bens Küche befand. Er war früher schon mal in Bens alter Küche gewesen. Damals war alles ordentlich und geordnet. Diesmal stapelten sich dreckige Teller in der Spüle und Müll war über den gesamten Esstisch verteilt. Ein kurzer Blick zurück in das andere Zimmer gab ähnliche Sauberkeitsmängel preis.

Connor preschte um die nächste Ecke. Er hatte bereits Hanks Revolver gezogen und zielte auf die Hintertür. Er hatte leider noch keine Zeit gehabt sich ein Bild von dem Umriss des Hauses zu machen und hoffte nun einfach, das dies die einzige Tür nach draußen war. Langsam schritt er auf die Tür zu ein kurzer Blick neben sich verriet ihm, dass hier noch niemand raus gestürmt war. Der feine Kies unter seinen Füßen war unberührt und in den letzten Stunden von niemanden beteten worden. Vorsichtig öffnete er die Tür und betrat selbst den Raum. Im hinteren Teil sah er Hank und Allen die Küche entlang schreiten. Schnell sicherte Connor den Raum zwischen ihnen und schloss wieder zu den beiden auf. Connor konnte den erleichterten Gesichtsausdruck in Hanks Augen lesen, als er wieder zu ihnen stieß.

Schnell hatten die drei den unteren Teil des Gebäudes gesichert. Es gab wirklich keinen anderen Weg nach draußen und alle Fenster waren verschlossen. Das hieß jemand war noch in diesem Haus. Der SWAT Captain hatte das Treppenhaus gesichert und wartete darauf das Connor und Hank zurückkamen. Die Beiden wollten gerade zu Captain Allen zurückkehren, als Connor erschrocken aufkeuchte. „Was-“, begann Hank. „Ich hab keinen Empfang mehr. Ein Störsender wurde aktiviert.“ Gestresst fuhr sich der Lieutenant durch das Gesicht. „Ich wusste dass das eine schlechte Idee war, scheiße...!“

Connor horchte auf und blieb im Türrahmen stehen und auch der SWAT Captain sah alarmiert aus einem der Fenster. „Ein Auto.“, fluchte er leise und zog sich vom Fenster zurück. „Es ist voll besetzt.“, presste er hervor. „Was nun?“, drängelte Hank. „Zurück in den hinteren Teil des Hauses! Wir lassen uns nicht stürmen.“, rief der SWAT Captain und die drei rannten los. Hank erhaschte einen Blick aus einem anderen Fenster und sah Ben. Nur Ben...
Schnell sah er zu Allen rüber, dieser hatte nur angetäuscht loszurennen und zielte nun auf Connor. Hank hatte keine Zeit mehr auf Allen zu schießen oder sich in die Schussbahn zu werfen.

„CONNOR RUNTER!“, hörte er sich schreien.

Das war seine einzige Möglichkeit. Alles lief wie in Zeitlupe vor ihm ab. Kurz nach dem Warnruf lösten sich zwei Kugeln aus dem Lauf des SWAT Captains. Hinter sich hörte er es poltern und Connor schrie auf. Hank war Mittlerweile herumgewirbelt und feuerte Wahllos in Allens Richtung. Damit dieser von Connor abließ. Allen hatte Connor erwischt und ging nun selbst in Deckung. „Anderson mach es uns nicht schwerer, als es schon ist.“, rief er aus und lugte aus seiner Deckung hervor. Hank rauschte das Blut in den Ohren und sein Herz überschlug sich fast. Er war selbst in Deckung gesprungen und kniete nun neben einem Wandvorsprung. Hank hatte keinen Sichtkontakt zu seinem Partner. Allein das leise stöhnen aus dem Nebenraum verriet ihm, das Connor noch am Leben war. „Connor! Bist du okay?!“

~*~*~*~


Die erste Kugel hatte nur knapp Connors Kopf verfehlt. Die zweite traf ihn direkt in die Seite. Beide Kugeln schlugen vor ihm in die Wand ein. Ein stechender Schmerz durchzog seinen Körper und machte es unmöglich seinen Lauf zu beenden. Er stürzte und schlitterte gegen den nächsten Schrank. Er kniff die Augen zusammen und hörte einen markerschütternden Schrei. Erst Sekunden später merkte er, dass er derjenige war, der so schrie. Krampfhaft biss er sich auf die Unterlippe um seinen Schrei zu ersticken. Seine Hände drückte er auf die Stelle wo die Kugel in seinen Körper eingedrungen war und krümmte sich zusammen. Er hörte weitere Schüsse und Allens Stimme. Connor hatte nicht wirklich eine Ahnung was gerade passiert war. Dann hörte er Hank rufen. Mit Gewalt zwang er sich seine Augen zu öffnen und sah sich um. Sein Revolver war nirgends zu sehen. Er musste irgendwo drunter gerutscht sein. Connor wusste nicht was er Hank Antworten sollte. Es gab keine Warnhinweise auf beschädigte Komponenten, oder zu hohen Thiriumverlust, doch fühlte es sich so an, als ob sein Körper in Flammen stehen würde. Schmerz...
Der Schmerz nahm Großteile seiner Denkprozesse ein und lähmte seinen Körper.

Zu spät merkte Hank, dass er die Treppe in seinem Rücken hatte. Erst das leise Klicken einer entsicherten Waffe, lies ihm dies bewusst werden. „Waffe weg und Hände hoch.“, kam es kalt von David Warns, der langsam die Treppe runter stieg.



//13.08.2039 – 14:15:56//

Gavin war Ben mit großem Abstand gefolgt. Nines hatte schon vor einer Weile, den Wohnort des Verdächtigen ermittelt. Der Detektive wollte gar nicht so genau wissen, wie Nines dies angestellt hatte. Jedenfalls war es für ihn mittlerweile klar, dass Collins nach Hause wollte. Wenn er dort auf Hank und Connor traf, könnte die Sache schnell eskalieren. „Hey Nines?“, durchbrach er die Stille. „Kannst du nicht unseren Plastikdetektiv anfunken, oder so?“

Ein lautes Piepen antwortete ihm von der Rückbank. Reed blickte verwirrt nach hinten. Sein Peilsender schlug aus. „Schon gut. Hat sich erledigt. Die Party hat scheinbar ohne uns angefangen.“, knurrte er und beschleunigte merklich. Nines griff nach dem Peilsender und stellte das laute Piepen aus. „Die nächste rechts. Wir sind gleich da.“, informierte der Android den Menschen ruhig und legte den Peilsender zwischen ihre Sitzplätze. Dann umfasste er die Handbremse und griff mit der anderen Hand, Gavin ins Lenkrad. Egal wie sehr Gavin versuchte den Wagen auf Spur zu halten, gegen Nines hatte er keine Chance. Lex meldete sich zu Wort. >> Warnung! Sie verlassen die Fahrbahn. Warnung! <<
Der Wagen krachte durch die Büsche und kam durch eine Notfallbremsung seitens Gavin zum stehen.

„Sag mal spinnst du?! Ist dir da oben irgendwas durchgebrannt? Du hättest uns fast umgebracht.“, fluchte er und donnerte mit der Faust gegen Nines Oberkörper. „Scheiß Schrotthaufen!!“, schrie Reed und schnallte sich ab. Sein Griff ging automatisch zu seinem Holster, doch diesmal packte er ins Leere. Verwundert sah er an sich hinab. Seine Dienstwaffe war weg. Sein Blick schnellte hoch und sah in den Lauf seiner eigenen Waffe. „Tut mir Leid, Detektive. Sie mischen sich diesmal nicht ein.“, kam es kalt von Nines. „Wenn Sie so gütig wären, sich mit ihren Handschellen am Lenkrad anzuketten?“

„Phick dich!!“


~*~*~*~


Nachdem die ersten Schüsse gefallen waren, hatte Ben selbst erst mal Schutz gesucht, doch nun war es ruhig im Haus geworden. Seine Hände zitterten leicht als er die halb aus den Angeln gerissene Haustür zur Seite schob. „Steve?“, fragte Ben unsicher in die Wohnung hinein. Im hinteren Teil seines Hauses hörte er Stimmen unter anderem die von Hank. Sein Herz plumpste ihm in die Hose. „W-warte... wir können das anders klären.“, stotterte er und durchquerte hastig die Räume, bis er vor dieser Endgültigen Szene stand. Wie versteinert stand er da. Es gab für ihn schon lange kein zurück mehr, aber wahrhaben wollte er dies nie. „Hank.“, hauchte er. Hank kniete auf dem Boden neben Connor und hatte die Hände hinter dem Kopf gelegt. Seine Haare waren völlig zerzaust und Blut zog sich durch einige seiner weißen Haarsträhnen. Kalt sah dieser nun zu ihm auf. Ben konnte den Ausdruck in Hanks Augen deutlich lesen. Wenn Hank die Möglichkeit hätte, wäre er wohl schon nicht mehr unter den Lebenden.

Warns der hinter Hank mit gezogener Waffe stand, zwang ihm wieder zu Boden zu blicken, indem er den Lauf seiner Waffe gegen Hanks Hinterkopf drückte. Connor atmete schwer und stöhnte schmerzvoll auf. Um den Androiden hatte sich eine kleine Lache Thirium gebildet. „Was ist mit ihm? Warum hat er schmerzen?“, wollte Ben wissen und wandt sich an den SWAT Captain, der ebenso fragend aus der Wäsche sah. „Was weiß ich?! Keine Ahnung was er damit bezwecken will!“, keifte er und trat Connor hart mit seinen Stahlkappen ins Gesicht. Connors Schmerzenslaute verstummten und blieb regungslos liegen. „Verdammter, Wichser!“, schrie Hank und wollte den kleinen Abstand, zwischen ihm und Connor überwinden, doch Warns packte ihn an den Haaren und zog ihn zurück. „Nana, das lassen wir mal lieber bleiben.“, tadelte er den alten Mann.

„Hank, ich wollte nie, dass es soweit kommt. Bitte glaub mir...“, stammelte Ben und war den Tränen nahe. Oh das hatte Ben nicht wirklich gesagt. „Wie kann man bitte nicht ahnen, dass es so enden könnte?!“, zischte Hank und spuckte Ben vor die Füße.
„He, Warns.“, mischte sich Allen ein. „Ich hab vorhin noch mit dem Boss gesprochen. Jetzt darfst du.“ Warns leckte sich in freudiger Erwartung über die Lippen. Allen zog den Schlitten seiner Waffe nach hinten und richtete den Lauf auf Hank, woraufhin dieser die Augen zusammen kniff.
Ein Schuss hallte durch den Raum. Nach einigen Sekunden öffnete Hank wieder die Augen. Er war noch am Leben. Ein Plätschern und Schmatzen drang an seine Ohren. Hank sah zu Ben rüber und war starr vor Schock. Ben hielt sich den Hals. Blut quetschte sich in breiten Rinnsalen durch seine Finger. Gurgelnd würgte er Blut und Spucke hervor und rang verzweifelt nach Luft.

„Das ist für Mike! Du Pisser... hättest du uns über die Razzia informiert, wäre er noch da! Du kleiner fetter-“ Ein weiterer Schuss durchschnitt die Luft und traf diesmal Bens Kopf. Gehirnmasse verteilte sich über das nah liegende Mobiljahr und den Boden. Hank spürte etwas warmes feuchtes an seiner Wange und fing augenblicklich an zu würgen. Allens Waffe rauchte. „Warns was hab ich dir gesagt? Ein kurzes schmerzlosen Ende.“, fauchte der SWAT Captain, weil er jetzt doch Bens Leben ein Ende gesetzt hatte.

Connor fuhr langsam wieder hoch. Die heftige Erschütterung seines Speichers hatte eine kurzzeitige Datenunterbrechung hervorgerufen. Mit jeder Sekunde die verging wurde der Schmerz in seiner Seite wieder stärker. Dumpf drangen Worte in seine Audiosensoren und seine Sicht klärte sich langsam. „Ganz ruhig alter Mann... Wir wollen das hier nicht ewig in die Länge ziehen.“, hörte er Warns witzeln. Connor rang sich ein lächeln ab. Durch den Tritt gegen seinen Kopf, sah er seine Waffe in Reichweite liegen. Sie war unter den Schrank gerutscht. Mit einer schnellen Bewegung packte Connor den Revolver und zielte auf Warns Kopf. Ein stechen durchzog seinen Körper, als sich der Schuss löste und der verzog. Die Kugel verfehlte Davids Kopf knapp.

„Kleiner dreckiger Androiden-Abschaum!!“, zischte David und zielte nun auf Connor. Hank sah panisch zu Connor rüber, als der Schuss fiel.




* VoIP ist eine Möglichkeit abhörsicher zu Telefonieren.




~wegduck~
Es tut mir auch ein bisschen Leid, euch so was zu zumuten.
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