Say that you love me

GeschichteRomanze, Angst / P18 Slash
Chuya Nakahara Dazai Osamu
25.06.2018
01.01.2019
8
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»Chuuya, komm endlich frühstücken! Oder soll ich dich wieder aus dem Bett ziehen und in die Küche schleifen?«
Ungeduldig wartend saß Dazai an dem gedeckten Tisch in Chuuya's Apartment und fühlte sich als würden all seine Bemühungen, die Beziehung noch zu retten, im Sand verlaufen. Den Abend zuvor wollte er mit Chuuya ihr einjähriges Jubiläum feiern, aber schon beim gemeinsamen Abendessen gab es nur Streiterei. Natürlich besserte sich die Stimmung auch im Bett nicht. Er kassierte ein paar äußerst schmerzhafte Tritte, als er sich ihm nähern wollte. Angeblich sei Chuuya müde und gestresst von der Arbeit, aber in Dazai's Augen war das bloß eine dreiste Lüge.
Und so machte er sich nach zehn Minuten des Grübelns mit einem kleinen Tablett auf den Weg zurück in's Schlafzimmer. Wenn Chuuya nicht essen kommen wollte, musste er das Essen eben zu ihm bringen.
»Ich weiß nicht warum du so stur bist, aber gegen Frühstück im Bett hast du sicher nichts einzuwenden.«
Leise stellte er das Tablett auf Chuuya's Nachttisch ab und machte sich für die Arbeit fertig.
»Musst du nicht trotzdem langsam aufstehen? Oder ist es Mori mittlerweile egal, ob jemand zu spät kommt?«
»Halt endlich die Klappe, Dazai! Mir geht's nicht gut und deine Anwesenheit macht es leider auch nicht besser.«
»Aww, Chibi, was hast du denn?«
Mehr aus Spaß als zur Kontrolle legte Dazai seine Hand auf Chuuya's Stirn, die zu seinem Erstaunen allerdings doch erschreckend heiß war.
»Du hast Fieber. Bist du krank?«
»Nein, ich simuliere.«
Genervt von Dazais Präsenz zog sich Chuuya die Decke über den Kopf, was in Anbetracht seines Fiebers allerdings nicht die beste Idee war.
»Hast du was gegen Fieber da? Ich kann dir sonst noch schnell was besorgen gehen.«
»Deine Freundlichkeit kotzt mich an.«
»Was..?«
Langsam stand Chuuya aus dem Bett auf, legte seine Hände auf Dazai's Schultern und schaute ihm tief in die Augen.
»Du bist ein Arschloch, Dazai. Und du warst schon immer eins. Also tu nicht plötzlich so, als würde dir etwas an mir liegen. In Wirklichkeit willst du mich nur ausnutzen. Ist es nicht so?«
»Was soll das? Darf man sich keine Sorgen um die Person machen, die man liebt? Was ist plötzlich in dich gefahren?!«
»Allein das Wort "Liebe" aus deinem Mund zu hören ist widerlich.«
Sprachlos und wie angewurzelt ließ Chuuya ihn im Schlafzimmer stehen, um sich aus dem Bad Tabletten zu holen.
Dazai verstand die Welt nicht mehr. War das wirklich noch der selbe Chuuya, in den er sich verliebt hatte?
»Chibi, bist du etwa im Fieberwahn?«, schrie er schließlich in Richtung Badezimmer.
»Du sollst mich nicht so nennen, Bastard!«
Dazai raubte ihm nicht nur den letzten Nerv, sondern auch die letzten Kräfte.
Benommen taumelte er schließlich zurück zu seinem Bett.
»Chuuya, ich liebe dich doch.«, sagte Dazai, kniete sich vor ihm nieder und gab ihm einen zärtlichen Kuss.
Eigentlich erwartete er, nun eine Ohrfeige zu bekommen, aber Chuuya zog ihn näher zu sich heran und intensivierte den Kuss sogar.
»Es tut mir leid, dass ich so scheiße zu dir war. Irgendwie bin ich momentan nicht ich selbst. Kannst du mir nochmal verzeihen?«
Doch gerade als Dazai antworten wollte, klingelte sein Handy.
»Das ist Kunikida. Ich bin wieder spät dran. Bleib heute zu Hause und ruh dich aus, ok? Ich komme nach der Arbeit nochmal vorbei.«
Hecktisch stürmte er aus der Tür und ließ Chuuya auf seinen Schuldgefühlen sitzen.
Vielleicht sollte er auch langsam Mori anrufen, um ihn wissen zu lassen, dass er heute nicht kommen würde.
Mit zitternden Händen griff er zu seinem Handy und wählte dessen Nummer.
»Guten Morgen, Chuuya. Wir vermissen dich hier.«
»Boss, ich melde mich für heute krank.«
»Was hast du denn? Liebeskummer?«
»Ich denke, ich bin erkältet.«
»Und ich denke, mit ein bisschen Schnupfen kannst du auch von zu Hause aus arbeiten. Komm in mein Büro, ich habe hier einen Stapel Papiere für dich liegen.«
»Aber ich-«
Aufgelegt.
Natürlich war Mori der letzte, der es duldete, dass man wegen Krankheit seine Arbeit vernachlässigte. Warum hatte Chuuya auch etwas anderes erwartet?
Und so schleppte er sich nochmal in's Bad, um Fieber zu messen. 39,2°C. Eine weitere Tablette würde ihn sicher nicht umbringen, oder? Schließlich musste er irgendwie zu Mori's Büro gelangen, ohne auf dem Weg dorthin zu verglühen. Doch noch bevor er sie runterschlucken konnte, überkam ihn eine starke Übelkeit und er musste sich übergeben.
Irgendetwas stimmte mit ihm nicht, das war nun mehr als klar. Wahrscheinlich sollte er sich nochmal untersuchen lassen, wenn er schon mal unterwegs war.
Also machte er sich widerwillig auf den Weg in's Hauptquartier der Port Mafia. Seine Beine wollten ihm nicht wirklich gehorchen, was aber zu erwarten war. Vielleicht hätte er das Frühstück auch nicht ausfallen lassen sollen. Aber das war allein Dazai's Schuld, weil er ihn so durcheinander gebracht hatte.

Im Büro angekommen erwartete Mori ihn bereits mit ernster Miene.
»Boss, ich bin hier um die Papiere abzuholen.«
»Sieh an, du hast den ganzen Weg bis hierhin geschafft. Und nun erzähl mir nochmal, warum du heute nicht kommen wolltest.«
»Es tut mir leid. Ich habe Fieber und wollte außerdem die anderen nicht anstecken.«
»Da du einer meiner fähigsten Mitarbeiter bist, lasse ich dir das nochmal durchgehen. Aber ich erwarte in Zukunft keine weiteren Vorfälle dieser Art mehr.«
»Verstanden, Boss.«
Nachdem er sich vor diesem verbeugt hatte, nahm Chuuya die Papiere entgegen und stattete der Krankenstation einen Besuch ab. Worte können nicht beschreiben, wie gut es tat, sich wieder hinlegen zu können. Sein Kopf dröhnte und er wollte am liebsten wieder schlafen. Nach ein paar Tests bekam er gesagt, dass er das Ergebnis dieser wahrscheinlich heute Abend oder morgen erfahren würde und sich noch etwas ausruhen dürfe. Was er, unbeeindruckt von dem riesigen Stapel Papiere von Mori, auch tat.
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