Liebe meines Lebens

GeschichteDrama, Romanze / P18
Emma Ludbrook Jared Leto Shannon Leto
24.06.2018
11.03.2019
5
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Hallo,
ich arbeite schon etwas länger an dieser FF und wollte sie nun doch
mit euch teilen. Es würde mich sehr freuen, wenn sie euch gefällt.

Viel Spaß beim Lesen.

eure
Christmasbell

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Vollkommen verzweifelt

So müde, geschafft und ausgelaugt fühlte sie sich schon lange nicht mehr. Ganz genau wusste sie noch nicht einmal, ob jemals dieses Gefühl aufgetaucht war. Bei jeder kleine Bewegung kam es ihr so vor als würde jemand mit einem Messer auf sie einstechen. Wie viele Schmerztabletten hatte sie sich wohl inzwischen in ihren Körper geschmissen, ganz genau wusste sie nicht mehr. In regelmäßigen Abständen warf sie sich diese ein wie TicTac, jedoch trat keine Besserung ein. Ihre beiden Hände taten weh, was genau wehtat konnte sie nicht sehen, denn ihre Hände waren Verbunden worden, damit die offen Wunden besser heilen konnten. Zudem hatte sie sich ganz schön geprellt, was nicht gerade zur Besserung bei trug. Mit sehr steifen Fingern tippte sie auf ihrem Handy herum und informierte ihre Freundin, dass sie gleich den Flughafen verlassen wollte nachdem sie endlich an ihren Koffer kam.

Zur selben Zeit sah Emma auf ihr Handy. Vor nicht ganz einem Tag hatte sie überrascht auf ihr Handy gestarrt und dabei ganz vergessen was ihr Chef von ihr in dem Moment wollte, denn Louisa hatte ihr geschrieben. Völlig verwirrt hatte sie ihren Chef angestarrt, der selber überrascht darüber, was dass seine Assistentin so abwesend war, normalerweise passierte so etwas nie.
„Ist alles in Ordnung?“, hatte er dann doch lieber zu Sicherheit gefragt, doch Emma sah ihn nur genau an als sie antwortete: „Ich weiß es nicht genau.“
Das entsprach der Wirklichkeit, denn Louisa hatte nicht genau mitgeteilt, warum sie auf einmal unbedingt herkommen wollte und sie und ihren besten Freund sehen wollte. Obwohl sie es nicht wusste, konnte sie ihr auch nicht absagen, denn sie frage nicht umsonst, wo sie genau waren.
Jetzt wo sie gelandet war dauerte es wohl nicht mehr lange bis bei ihr auftauchen würde, zur Zeit hatte sie etwas Ruhe, da alle schwer beschäftigt waren und sie in der Zeit etwas Pause hatte und sie nur ein paar Kleinigkeiten erledigen musste. Immer wieder blickte sie auf das Handy als dann endlich doch noch eine Nachricht kam, war sie erleichter.
<Ich bin da!> ganz kurz und knapp. Schnell stand die junge Frau auf und lief durch die Gänge hinaus zum Hinterausgang dort stand die Security an der Tür als sie aus ihr heraustrat. Ihren Blick ließ sie schweifen und suchte nach der quirligen Blonden, doch diese fand sie nicht. Keine bunten Farben, kein Rock oder Kleid, nichts der gleichen konnte sie ausfindig machen doch dann blieb ihr Blick an einer Person hängen, die in schwarz und grau gekleidet war. Ihren Augen mochte sie gar nicht trauen, dass konnte doch nicht ihre Louisa sein. Oder etwa doch? Schwarz trug sie eigentlich nur als Kontrast zu den bunten Farben aber so hatte sie sie noch nie gesehen. Die Kapuze von ihrem Hoodie hatte sie tief ins Gesicht gezogen und er war ihr bestimmt zwei Nummern zu groß.
„Louisa?“, hinterfragte sie vorsichtig und sah wie sich der Kopf der Person hob. Dort in ihrem Gesicht befand sich eine Brille, die sie wohl seit kurzen brauchte, denn Emma kannte diese noch nicht. Doch auch ihr Gesicht sah fahl aus, als wäre jegliche Farbe aus ihr gewichen. Mit schnellen Schritten trat sie auf die in dunkel Farbe gehüllte Frau zu. Louisa blieb stehen und biss sich auf die Unterlippe als Emma sie umarmte.
„Was ist?“, wollte diese wissen als sie bemerkte, dass ihre Freundin nicht richtig auf die Umarmung einging.
„Ich kann mich kaum richtig bewegen aber ich freue mich dich zu sehen!“, dabei lächelte sie leicht an, jedoch nicht lange genug, dann schlich sich wieder dieser Gesichtsausdruck auf ihr Gesicht, der nur Schmerzen bedeutete.
„Gib mir den Koffer und komm erst einmal rein.“, bat sie ihre Freundin und ging ihr voraus. Doch ein Gedanke ließ sie nicht mehr los. Was war nur passiert? Langsam verstummte, das Konzert doch sie wusste immer noch nicht wie sie es anstellen sollte, Louisa unbemerkt an den Jungs vorbei zu schummeln, damit sie erst einmal an kam und ihr erzählen konnte was um Himmels Willen mit ihr passiert war. Doch es gelang ihr nicht rechtzeitig, da vorne im Gang kamen ihr schon die beiden Brüder entgegen. Jared hatte sie schon gesehen und die dunkle Gestalt hinter ihr, sie hatte den Kopf gesenkt. Aber Shannon hatte sie bist jetzt immer noch nicht gesehen. Erst als Jared ihn leicht anstieß sah er auf. Sonst wäre er glatt in Emma rein gelaufen. Gerade als er weiter gehen wollte fiel ihm etwas an der Person hinter Emma auf.
„Louisa?“, zögerlich fragte er, denn er war sich nicht richtig sicher, doch die Person reagierte auf den Namen.
„Shane.“, murmelte sie so leise, dass es Jared gerade noch so hören konnte als er fast direkt vor ihr stand.
„Lou, was machst du denn hier?“, seine Stimme überschlug sich fast vor Freude und schob seinen Bruder weiter vor und zog die in Schwarz gehüllte Person in seine Arme. Scharf zog diese jedoch die Luft ein, es war so laut, dass alle sie überrascht ansahen.
„Was ist los? Sag bloß ich hab dir weh getan?“, wollte der Drummer auf einmal von ihr wissen. „Ja!“, krächzte die gefragte Person und sah ihren besten Freund an, immer wieder zog sie an den Ärmeln von ihren Hoodie um ihre Hände zu verstecken.
„So, genug der Begrüßung. Jared und Shannon ab unter die Dusche und dann geht es auf zum Hotel, beim Abendessen kannst du Shannon Louisa immer noch ausfragen. Hophop!“, rief Emma nun. Erleichtert atmete die Blonde aus und sah Emma an. Jedoch war die Ruhe nicht von Dauer, da steckte Shannon den Kopf aus der Tür, eher mit halbnackten Körper stand er dort in der Tür als er sagte: „Entsorg die schrecklichen Sachen, die du an hast. Dass passt überhaupt nicht zu dir.“
Panik! Jetzt hatte sie die Panik ergriffen. Wie sollte sie denn jetzt noch alles verstecken was sie in der Kleidung nun einmal konnte.
„Fahr du schon einmal ins Hotel, hier ist der Schlüssel zu meinem Zimmer, du kannst bei mir schlafen und dann ziehst du dich um. Wenn wir dann wieder da sind hol ich dich ab und dann essen wir zusammen etwas.“, forderte die quirlige Assistentin sie auf.

Wie gesagt so getan, Louisa kam in dem Zimmer von Emma an. Der Himmel hatte sich inzwischen etwas verdunkelt, trotzdem trat sie an die Balkontür und öffnete diese um die frische Luft in den Raum zu lassen. So wie sie da stand und das letzte Treiben auf der Straße beobachtete. Musste sie an die Worte denken, die Shannon ihr eben noch gesagt hatte. Mit den Fingerspitzen fuhr sie unter die Kapuze und schob sie von ihrem Kopf. Klar gefiel Shannon ihr Anblick nicht, schließlich kannte er sie so nicht. Immer nur in den bunten Farben des Regenbogens und noch darüber hinaus. Mühselig bewegte sie sich wieder ins Zimmer und sah in den Spiegel, bevor sie ihre Brille abnahm und sie auf den Tisch legte. Der Versuch sich aus dem Hoodie zu pellen gelang ihr mehr oder weniger. Nur Stück für Stück. Erneut zog sie scharf die Luft ein und biss sogleich auf ihre Zähne als der Schmerz sich so stark im Körper ausbreitete, dass ihr etwas schummrig davon wurde. Die Tabletten verloren ihre Wirkung, so langsam. Aus dem Top würde sie sich aber nicht mehr schälen, darauf konnte sie echt verzichten. Der Blick an ihr herunter offenbarte ihr, dass sie die Jogginghose doch ausziehen müsste nachdem was ihr bester Freund gesagt hatte. Ihre Hände zitterten als sie sie betrachtete, mit denen war sie nicht in der Lage die Hose los zu werden. Wo hatte sie die Schmerztabletten gelassen? In ihrer Handtasche fand sie keine, waren den wirklich alle schon aufgebraucht oder hatte sie die Letzten aus versehen verloren?
Gerade als sie die Tasche wieder langsam wieder weglegte, ging die Tür auf und hörte wie Emma noch zu jemand sagte: „Ich sag ihr eben Bescheid“, kurz unterbrach sie was sie sagte als die Assistentin ihre Freundin dort in dem Zimmer stehen sah, „Jared geh schon mal vor, dass dauert wohl doch noch ein Moment.“ Mit ein paar schnellen Schritten war Emma auf ihre Freundin zu geeilt. Sie hatte ihre halb verbunden Arme und Hände gesehen.
„Oh Lou, warte ich helfe dir.“, pflichtete sie ihr bei als sie ihren hilflosen Zustand sah.
Es dauerte wirklich einige Minuten bevor Emma es geschafft hatte aus der tristen Louisa etwas zu machen, was Shannon nicht gleich vor Sorge an die Decke gehen ließ. Ihre Arme versteckten sie wieder in einer hellblauen Strickjacke und ihre Beine versteckten sie in einen bodenlangen Rock in weiß mit hellblauen Blumenmuster.
„Nur das mit deinem Gesicht bekomme ich nicht hin es zu verstecken, da wirst du leider durch müssen.“, sprach Emma beruhigend auf sie ein als sie ihr die Haare zu einem lockeren Pferdeschwanz zusammenband.
„Muss ich wirklich mit rüber?“, total eingeschüchtert stand sie vor ihrer Freundin und äußerte ihre Bedenken als diese gerade die Tür öffnete.
„Mach dir mal nicht so große Sorgen, du solltest auch erst mal was essen und dann erklärst du uns was los ist!“, versuchte Emma ihr Mut zu machen. Das Seufzen der angesprochenen Person klang ernüchternd als sie vor dem Zimmer von Jared stehen blieben. Louisa sah zu wie Emma klopfte und nachdem man ihr geantwortet hatte öffnete jemand die Tür. Da vor ihr stand schon wieder dieser Mann, der sie vorhin so gemustert hatte. Seine so klaren blauen Augen sahen sie auch jetzt wieder genau an.
„Also Louisa, das ist Jared, Shannons Bruder.“, informierte Emma sie und sah sie Jared ihr die Hand entgegenstreckte, nur zögerlich nahm Louisa diese mit ihrer Hand, denn dadurch wurde ihre verbundene Hand wieder sichtbar.
„Was steht ihr da so rum! Kommt rein!“, rief Shannon ihnen zu.
Jared ließ die beiden Damen rein, nachdem sein Bruder durch das ganze Zimmer schrie. Aus dem Augenwinkel konnte die zierliche Blonde sehen wie Jared sie beobachtete als sie an der Strickjacke zog und sie so weit wie nur möglich über ihre Hände zog.
„Lou, na das sieht doch schon viel mehr nach dir aus. Warum habt ihr solange gebraucht?“, bemerkte der Drummer an und sah zum ersten Mal in das Gesicht seiner besten Freundin. Mit drei wirklich sehr großen Schritten lief er auf sie zu.
„Louisa? Was ist das da, in deinem Gesicht?“, fragte er sie und sah wie sie ihre linke Hand hochschnellte und ihre Fingerspitzen über diese Stelle legte. Seine Augen wurden immer größer, als die Strickjacke verrutschte und ihre Hand frei legte.
Emma und Jared standen immer noch an der Tür und redeten hatten auf das was dort vor ihm passierte ein Auge.
„Louisa Emilia Hope, was ist passiert?“, in seine Stimme lag Verzweiflung, denn seine Kopf spielte schon alle Möglichkeiten durch, doch die Blonde stand nur da wie ein nasser Pudel und war der Sprache im Moment nicht mächtig.
„Jetzt rede endlich mit mir!“, betonte Shannon erneut und beugte sich weiter runter um ihr in die Augen sehen zu können. Was ihm dort entgegen blickte machte ihm Angst. Mit aller Mühe versuchte die zierliche Louisa nicht in Tränen auszubrechen. Hände legten sich vor ihr Gesicht und ihre Schultern fingen an zu beben. Sie konnte es einfach nicht mehr länger zurückhalten.
„Oh Lou.“, flüsterte Shannon und griff um ihren Körper. Immer lauter wurde das Weinen, dass selbst Jared und Emma ihn ansahen.
„Ist schon gut, ich bin ja bei dir. Komm mal mit mir auf den Balkon.“, redete er auf sie ein und griff nach einer ihrer Hände und zog sie hinter sich her auf den Balkon. Auf den Weg dorthin, griff er nach seiner Zigarettenschachtel.
„Möchtest du auch?“, fragte er seine Freundin als sie sich vorsichtig auf den Stuhl niederließ.
„Ja!“, wisperte sie und nahm die Zigarette entgegen.
„Magst du mir jetzt sagen, was los ist?“, flehte der Braunhaarige sie an.
Louisa stieß den warmen Rauch aus ihrer Lunge hervor als sie zu ihm hinauf sah.
„Ich konnte gerade so noch mal entkommen.“, schluchzte sie noch immer, denn richtig beruhigen konnte sie sich nicht und zog erneut an der Zigarette bevor sie ihm antwortete auf die unausgesprochene Frage.
„Er hat mich gefunden.“, erneut brachen die Tränen aus ihr hervor wie ein Wasserfall und ihr ganzer Körper bebte so sehr als würde ein Erdbeben in ihr herrschen. Kurz blickte der Ältere der Leto-Brüder ins Zimmer als er seine Zigarette ausdrückte im Aschenbecher und sah den besorgten Blick von Emma, der auf der bebenden Frau neben ihm gerichtet war. Vor ihr ging er auf die Knie um ihr Gesicht zu sehen. Ihr Gesicht war so sehr vom Weinen gezeichnet, dass nicht das Geringste es hätte verdecken können. So hatte er es sicherlich nicht vorgestellt, dass sein Bruder so von seiner Besten Freundin erfuhr. Seit über einem Jahr kannte er sie jetzt schon und hatte sie damals schon einmal so erlebt wie jetzt, doch dieses schien Louisa noch mehr aus der Fassung zu bringen. Jetzt wusste er auch, warum sie diese dunkle Kleidung getragen hatte. Um alles vor ihm zu verstecken. Nun gab es kein halten mehr, alles war schon längst ins Rollen gebracht und er musste nur dafür Sorgen, dass sie sich im Moment wieder beruhigte. Mit seinen starken Armen zog er sie in seine Arme auch als er hörte sie die Luft anhielt als es passierte, krallte sie sich kurz darauf an seinem T-Shirt fest. Das viele weinen erschöpfte die zierliche Person in seinen Armen so sehr, dass ihr einfach die Augen zufielen.
„Ich bring Lou rüber. Magst du mir die Schlüsselkarte geben Emma?“, fragte Shannon als er mit der zierlichen Person auf den Armen wieder in Zimmer trat.
„Klar, hier.“, damit legte sie ihm die Schlüsselkarte in die Hand. Behutsam trug er seine Louisa in das Zimmer von Emma und legte sie auf das Bett als sie ihn auf einmal ansah.
„Hab ich dich geweckt?“, flüsterte er fragend als sie sich doch schon wieder aufrichtete.
„Schon in Ordnung, kannst du mir helfen die Strickjacke aus zuziehen?“; fragte sie ihn und sah wie er an fing vorsichtig an der Strickjacke zu ziehen. Zum Glück konnte sie sein Gesicht nicht sehen, denn er musste sich echt zusammenreißen, weil er die blauen Flecken auf ihrem Körper sah, die sichtbar wurden unter der Strickjacke. Wie oft hatte er ihr schon ins Bett geholfen, wenn sie zufiel getrunken hatte. Doch dieses Mal bereitete ihm der Anblick nur Sorgen. Dann sank sie wieder ins Kissen und sah wie sie versuchte mit den verbundenen Händen ihren den Rock runter zuziehen aber es gelang ihr nicht. Shannon griff nun auch nach dem Rock und zog ihn von ihrer Hüfte. Noch mehr blaue Flecke. Was hatte er nur mit seiner besten Freundin angestellt.
„Was hast du mit deinen Händen eigentlich gemacht?“, rutschte es ihm raus und hatte gehofft, dass sie es nicht gehört hatte doch sie flüsterte wirklich sehr leise: „Ich habe zu geschlagen um von ihm weg zu kommen. Seine Nase ist hinüber.“
„Gut gemacht. Schlaf jetzt. Emma kommt bald zu dir.“, damit deckte er sie zu und strich ihr mit der Hand über den Kopf bevor er sich wieder auf den Weg zu den anderen machte. In ihm kochte es regelrecht seit dem er alles gesehen hatte, was ihr angetan wurde. Seine Hände ballte er zu Fäusten und im nächsten Moment als er ins Zimmer von seinem Bruder kam griff er nach dem Stapel Zeitschriften und schmiss sie mit voller Wucht nach vorne. Es war wirklich zum Haare raufen, da standen Jared und Emma auch schon vor ihm. Völlig perplex sahen sie ihn an.
„Ist alles in Ordnung? Was sollte das werden?“, fragte Jared seinen älteren Bruder, der ihn anstarrte als hätte er nicht mehr alle Tassen im Schrank.
„Setzt dich erst einmal Shannon!“; forderte Emma ihn auf und war ihrem Chef einen leicht tadelnden Blick zu.
„Emma was weißt du?“, hinterfragte der im Moment sehr aufgebrachte Shannon sie und sah nur wie sich sein Bruder zu ihnen setzte und weiter an seinem Salat aß.
„Sie hat gar nichts gegessen.“, fiel ihm dabei gerade ein und kramte herum um einen Teller für Später für sie herzurichten.
„Lass jetzt mal gut sein!“, wies sie ihn zurecht als sie eine Hand auf die Seine legte. In seinen Augen brannten die Tränen der Verzweiflung und Wut, am liebsten hätte irgendwo drauf eingeschlagen. Mit beiden Händen fuhr er sich durchs Gesicht bevor er wieder aufsah. Seufzend ließ er sich wieder nieder auf dem Stuhl, sein Blick starrte regelrecht auf den Tisch vor seinen Augen.
„Ich hab versagt. Mein Versprechen gebrochen, dass ihr sowas nie wieder passieren würde. Wieso tut er ihr sowas an? Wieso konnte ich sie davor nicht beschützen?“, flehte er regelrecht und dabei traten die Tränen der Verzweiflung über die Ränder. Immer wieder fuhr er sich mit den Händen durch das Gesicht um die Tränen wegzuwischen bevor er Emma ansah und sie fragte: „ Hast du gesehen, was er ihr angetan hat?“
„Ja hab ich, als ich ihr beim Umzuziehen geholfen habe, sie kam alleine nicht aus der Jogginghose.“, informierte sie den Drummer zeigte ihm aber nicht ihren Gesichtsausdruck, denn er nicht wirklich besser als der seinige. Jared war der Einzige, der nicht genau verstand was hier los war. Wer war er? Wie schlimm stand es um Louisa? Was hatte er in den letzten Monaten verpasst?
„Könnte mir einer mal erklären was hier los ist?“, wollte Jared endlich wissen. Überlegend sahen sich die beiden an und dann Jared, der erwartungsvoll auf seinem Stuhl saß und hoffte etwas Licht in die Sache zu bekommen.
„Louisa, kennen wir jetzt bestimmt über ein Jahr“, fing seine Assistentin an zu reden, sah aber immer wieder zu seinem Bruder hinüber, um wohl sicher zu gehen, dass sie alles richtig erzählte und fuhr dann fort: „ damals war sie noch vergeben. Ein nicht so netter Mensch, vor allem für sie nicht. Schon lange hatte sie vor gehabt sich von ihm zu trennen. Über Monate hinweg hatte er sie betrogen mit ihrer damaligen besten Freundin. Er gab ihr selber die Schuld dafür, weil sie nicht mit ihm schlafen wollte. Jedoch versuchte er es immer wieder und als ihm bei jedem Versuch klar wurde, dass er wieder nicht mit ihr schlafen durfte, fing er an sie regelmäßig zu schlagen. Leider stellte er ihr immer wieder nach, nachdem sie es endlich geschafft hatte sich von ihm zu trennen. Deswegen hatte Shannon immer wieder mit ihr trainiert, damit sie sich wehren konnte, sollte er doch noch einmal es versuchen. Dein Bruder wollte nur, dass sie in Sicherheit ist und ihr niemand mehr so weh tun konnte. Leider ist es wohl nicht so gut gelaufen, deswegen war ich gestern auch so abwesend. So kurze Nachrichten schreibt sie normalerweise nicht. Er hat sie nun wieder gefunden Shannon hab ich noch irgendwas vergessen?“
„Ich glaub so im großen und ganzen war es das. Außer das sie ihm die Nase gebrochen hat.“, ganz leicht klang der Stolz in seiner Stimme durch.
„Das hat sie gut gemacht.“, stimmte Emma seinen Bruder zu. Nun beobachtete der Sänger seinen Bruder. Emma und Shannon ließen eine Sache aus, die ihm in den Sinn kam als er den Erzählungen lauschte. Es geschah wohl bewusst, damit sie sich nicht noch mehr Sorgen machen mussten als sie es ja so wieso schon taten. Seinen Bruder hatte er schon lange nicht mehr weinen gesehen. Diese Frau, die hier heute auf der Bildfläche erschien war den beiden anwesenden Personen wohl sehr wichtig.
„Ich werde jetzt zu Louisa gehen, Shannon tue mir den Gefallen und mach nicht mehr so lange. Natürlich gilt es auch für dich Jared!“, damit erhob sich die Dunkelblonde und verließ das Zimmer.
Ihr war schon aufgefallen, dass ihr Chef über etwas nachdachte, es jedoch nicht aussprach.
In ihrem Zimmer angekommen lag die zierliche Blonde im Bett und schien tief und fest zu schlafen.  Dann fiel ihr ein, dass sie den Teller für sie vergessen hatte.

Zehn Minuten später sank sie tief in den Schlaf und träumte einen traumlosen Traum.


Der dumpfe Schmerz in ihren Gliedern wurde immer stärker, so dass sie nicht in der Lage war noch länger zu schlafen. Langsam blinzelte sie mit den Augen und bemerkte wie Emma neben ihr im Bett lag. Wie spät es wohl inzwischen war? Draußen war noch alles dunkel vorsichtig erhob sie sich aus dem Bett und griff nach dem Rock, den Shannon ihr vorhin ausgezogen hatte. Mit zusammengebissen Zähnen um nicht zu fluchen, zog sie den Rock hoch und legte einen großes Tuch über ihre Schultern als sie nach der Schlüsselkarte griff. Irgendwoher musste sie eine Schmerztablette auftreiben, denn sie hielt diese Schmerzen nicht viel länger durch. Mit ihren Schlappen schlich sie über den Flur um zu den Fahrstühlen zu gelangen. Immer wieder hielt sie inne um den Schmerz weg zu atmen. In der Lobby unten waren noch ein paar Gäste anwesend und sahen sie an. Klar fiel ihnen ihre Arme und Hände auf. Das Getuschel war nicht wirklich leise aber Louisa versuchte darüber hin wegzuhören. An der Rezeption, fragte sie nach ob in der Nähe eventuell ein Notfallapotheke wäre, doch leider befand sich dort keine. Die Frau aber hinter der Rezeption war sehr freundlich und half ihr mit den kleinen Notfallkoffer aus dem Büro aus als sie sah, dass durch den Verband Blut zum Vorschein kam. Sogar zwei von ihren eigenen Schmerztabletten gab sie ihr ab. Sehr aufrichtig bedankte sich die zierliche Person bei ihr und dann drehte sie sich um und sah in die beiden blauen Augen, die sie heute schon ein paar Mal gesehen hatte.
„Louisa, was machst du hier unten?“, äußerte er überrascht.
„Ich konnte nicht mehr schlafen, naja und deswegen war ich auch hier unten.“, erklärte sie es ihm und zeigte auf die Sachen in ihrer rechten Hand. Sein Blick folgte ihren Fingern aber dann sah er sie an.
„Dein Verband.“, kam es nur sachte über seine Lippen nicht jeder sollte mitbekommen was hier los war.
„Das mache ich gleich schon. Was ist mit dir, konntest du auch nicht schlafen?“, fragte sie ihn und setzte sich in Bewegung.
„Ja, war deswegen noch einmal an der frischen Luft.“, gab der große Mann neben ihr von sich. Vor dem Fahrstuhl drückte Shannons Bruder den Knopf und begleitete sie wie selbstverständlich nach oben vor ihr Zimmer.
„Danke, gute Nacht Jared.“, bedankte sich die Blonde und schob die Schlüsselkarte in das Lesegerät und öffnete die Tür.
„Dir auch.“, nur diese kurzen Worte kamen über seine Lippen, schnell schob sich dann die zierliche Person vor seinen Augen ins Zimmer. Erleichtert atmete Louisa aus, damit hatte sie nicht gerechnet gehabt. Leise betrat sie das Badezimmer und sah in den Spiegel, ausgeschlafen war sie nicht wirklich und dann griff sie nach der Schmerztablette in ihrer Hand und spülte sie mit einem großen Schluck Wasser ihre Speiseröhre hinunter. Im Stillen hoffte sie, dass bald ihre Schmerzen abgedämpft wurden. Was sollte sie jetzt nur machen? Emma wecken wollte sie nicht und alleine würde sie es sicherlich nicht hinbekommen ihre Hände neu zu verbinden. Der blutige Verband müsste wirklich schnell von ihren Händen, bevor er sich zu stark mit den Wunden verband. So leise wie nur möglich schlich sie sich aus dem Badezimmer. Emma lag so friedlich in dem Bett, ein kurzes Lächeln huschte über ihre Lippen, denn ihre Freundin lag komplett quer im Bett. Immer noch war sie erschöpft und setzte sich auf den Stuhl vor dem Fenster. Ihren Blick ließ sie einige Zeit schweifen bis sie hinaus in die Nacht blickte und die Sterne beobachtete.

„Lou? Aufwachen!“, flüsterte eine weibliche Stimme ihr ins Ohr.
„Lass mich schlafen.“, nuschelte sie mit geschlossen Augen als ihr jedoch bewusst wurde, dass sie nicht alleine war saß sie aufrecht auf dem Stuhl. Im nächsten Moment stöhnte sie vor Schmerz auf.
„Du bist ja schon angezogen!“, entgeistert sah sie Emma an als sie angezogene Person sah.
„Ja. Was machst du denn auf dem Stuhl? Na komm ich helfe dir beim Umziehen. Sag mal hast du noch einen Rock dabei oder nur diesen einen?“, wollte die quirlige Assistentin wissen.
„Nein, leider nur den einen.“, antwortete sie ihr und sah an sich herunter, denn sie hatte ihn immer noch an.
Langsam folgte Louisa Emma ins Badezimmer und ließ sich beim Umziehen helfen, den Rock behielt sie an nur das Top wurde definitiv ausgetauscht und wich einem weißen T-Shirt mit V-Ausschnitt.
„Also ich höre, wieso saßt du im Stuhl heute morgen und hast dort geschlafen?“, fragte Emma sie als sie aus dem Badezimmer wieder rauskamen.
„Ich war noch einmal auf und hatte gehofft eine Apotheke in der Nähe anzufinden. Doch an der Rezeption hatte man mir gesagt, dass sich hier keine in der Nähe befindet, stattdessen hatte mir die Frau hinter der Rezeption zwei von ihren Schmerztabletten gegeben, die dazu geführt hatten, dass ich wohl doch noch etwas schlafen konnte. Eigentlich wollte ich meine Verbände noch wechseln aber alleine schaffe ich es wohl doch nicht.“, erklärte sie es ihr und setzte sich nun an den Tisch.
„Na, dass werde ich sicherlich hinbekommen.“, während sie das sagte sah sich Emma um und entdeckte die kleine Notfalltasche. Schnell bereitete sie alles vor und wollte sich gerade an den Tisch zu Louisa setzen als es an der Tür klopfte.
„Entschuldige bitte.“, fügte es die Dunkelblonde hinzu als sie aufstand und an die Tür ging.
Nur leise hörte Louisa, dass ihre Freundin mit jemanden sprach und dann wurden die Stimme immer lauter.
„Guten Morgen Lou!“, rief Shannon freudig und verstummte wieder als er auf den Tisch sah.
„Shannon, guten Morgen mein Großer. Was hast du denn da alles?“, fragte die zierliche Person um ihn gleich wieder etwas abzulenken. Hinter ihm tauchte sein Bruder auf und begrüßte sie auch.
„Wir können gleich essen, dürfen wir eben noch zu Ende machen.“, wies Emma darauf hin, denn sie hatten schließlich den Tisch gesehen.
„So dann wollen wir mal.“, sagte sie nun zu Louisa und setzte sich ihr gegenüber. Langsam enthüllte sie ihre Arme immer mehr und legte die Wundauflagen unter dem Verband frei, die das Blut aufnehmen sollten. Erst entfernte sie die Wundauflagen am Handballen was sich ohne Schwierigkeiten gestaltete. Dann drehte sie die Hand wieder um und wollte de Wundauflage, die die vier Knochen von der Mittelhand lagen doch es ließ sich nicht lösen. Leicht entwich der zierlichen Person die Farbe aus dem Gesicht und spürte dann wie Shannon nach ihrer freien Hand griff, die immer noch verbunden war.
„Es tut mir leid Lou, aber ich werde dir etwas weh tun müssen.“, krächzte Jareds Assistentin, denn es zerriss ihr selber fast das Herz.
Louisa wollte aus dem Fenster sehen doch dort stand der Mann, der sie gestern noch an die Tür gebracht hatte. Dann schloss sie doch die Augen und spürte schon wie Emma vorsichtig versuchte die Wundablage zulösen. Immer mehr gruben sich ihre Fingernägel in die Hand ihres besten Freundes und hielt die Luft an.
Laut atmete sie wieder aus als Emma sagte: „Geschafft!“
Langsam richtete sie ihren Blick auf ihre Hand, sie blutete wieder sehr stark, weil die Kurste zum Teil herrunter gezogen wurde.
„Das nächste Mal weckst du mich, wenn die gewechselt werden müssen, nicht das dir dass nochmal passiert!“, protestierte Emma als sie fertig war mit ihren Händen. Der Verband von ihr hörte leicht hinter den Handgelenken auf.
„Mich kannst du auch wecken, ich helfe dir dabei auch.“, informierte der Drummer seine Freundin.
„Ja, klar und dann stehst du wieder halbnackt vor mir. Da bleib ich bei Emma, die schläft nicht halbnackt und macht so auch noch die Tür auf.“, es war das erste Mal, dass ein leichtes pisacken von ihr kam seitdem sie hier war.
„Ach komm, dass gefällt dir doch!“, setzte er einen nach und trieb ihr dabei die Röte ins Gesicht.
„Aber sicher doch, für wen hälst du mich eigentlich. Nur weil du gut gebaut bist, muss ich da nicht unbedingt schwach werden.“, quitierte sie seine Aussage.
„Zumindest etwas spaßen könnt ihr wieder. Übertreibt es aber nicht gleich, sonst haut ihr hier noch jemanden um!“, wies Emma die beiden Freunde darauf hin, dass Jared total perplex das Schauspiel betrachtete.
„Entschuldige Bro aber daran musst du dich gewöhnen.“, während er sprach klopfte er ihm auf die Schulter.
„Jetzt sollten wir aber was essen, bevor wir dann wieder los müssen.“, informierte Jareds Assistentin alle daraufhin und räumte alles was an den Verbandwechsel erinnerte weg und setzte sich dann wieder zu ihnen an den Tisch und sie aßen, alles was Shannon am Morgen schon für sie aufgetrieben hatte.

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