Bis(s) sie alles gab

GeschichteDrama, Romanze / P18
23.06.2018
16.09.2020
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Keine Begegnung ist zufällig –
sie hat immer ein Ziel!

© Gudrun Zydek (*1944), deutsche Schriftstellerin, Lyrikerin und Aphoristikerin




Kapitel 24: Das „richtige“ Kennenlernen


Demetris Sicht:
Ich konnte nicht leugnen, das mich all das nicht in einer Art und Weise beeinflusste und veränderte. Als Mensch hatte man geschlafen, wenn der Körper ausgelaugt war und man träumte. Auch wenn ich kein Schlaf fand, da dieser unnötig war, ertappte ich mich beim träumen, ob bei Nacht oder Tag. In dieser kurzen Zeit kam es mir vor ob ich nochmal die letzten Jahre mit ihr durchlebte. Die erste Begegnung, was sie ausgelöst hatte und als ich einsah, das ich sie an meiner Seite für den Rest der Ewigkeit haben wollte. Ich kannte sie besser als jemand anderes, ich habe jede Entwicklung mitbekommen und war stets bei ihr, wenn sie einen Freund brauchte.
Obwohl ich sie aus Schutz immer im Auge hatte fühlte ich mich nun wie ein Verrückter. Ich konnte mich noch ein ein Auftrag erinnern, als ein Vampir von einem Menschen besessen war und ein Blutbad fast anrichtete vor Eifersucht. Da konnte ich nicht verstehen wie einer unseres Gleichens sich so auf einen Menschen fixierte, jetzt verstand ich das es möglich war. Menschen besaßen trotz ihre simplen Wesens eine gewisse Anziehungskraft. Elena hatte diese schon als Kind, weswegen der Gedanke zur einer Gabe in dieser Hinsicht erst aufkam, aber es war einfach sie selbst, was es auslöste. Jetzt war sie um so reizender und ich wollte nicht, das andere an sie Interesse entwickeln würden.
„Okay lassen wir den Technikkram erst mal beiseite. Das erste Problem ist wie gesagt, wie ihr euch kennenlernt. Du kannst ihr nicht auflauern und aus dem Nichts ansprechen, das würde sie nur verschrecken.“ Machten sie normale Menschen auch solche Gedanken, wie sie jemanden kennenlernen? Gab es überhaupt eine Norm für das richtige Kennenlernen? Diese Tatsache mit den anderen Faktoren, was ein Mensch ausmachte, machte sie kompliziert und weniger wert in unseren Augen. Sie hatten die Neigung zu einen trüben Blick, was Beziehungen anging. Bei uns war es glasklar, ob es Lust oder Seelenverwandtschaft war.
Caleb, welcher bisher kaum etwas sagte warf eine Idee im Raum: „Wie wäre es mit dem Retter in der Not?“
„Nein, das ist zu klischeehaft und ich glaube sie würde ihm trotzdem nicht vertrauen an irgendeinen Ort am Abend.“ erwiderte Gideon und überlegte selber weiter.
Imponierte es nicht den Menschen, gerade die Frauen, wenn man der Retter in der Not war? In Elenas Bücher geschah es oft, das man aus verzweifelten Situation gerettet wurde und sich im laufe etwas entwickelte. Geschichten und die Realität hingen manchmal enger zusammen als man dachte. Also was sprach dagegen?
„Wenn ich sie demnächst sehe werde ich sie dazu bringen in mir zu laufen und verwickel sie in ein Gespräch.“
„Das ist natürlich gar nicht wie aus einem Roman!“ Seine Ironie konnte er sich sparen. Was wusste er denn schon?
„Darum geht es nicht. Elena ist das häufig passiert, wobei ich sagen muss es war immer ein Spaß, besonders Felix hatte sein Spaß dabei.“ Wie oft stellte sich einer von uns ihr im letzten Augenblick im Weg, damit sie gegen uns lief. Manchmal war es sogar so knapp, das sie gefallen wäre, wenn ich sie nicht gehalten hätte. Zu Beginn war sie immer verärgert aufgrund ihres Schrecks, danach rollte sie mit den Augen oder schmunzelte. In Geschichten hatte es immer etwas klischeehaftes an sich, aber manchmal fand man diese auch in der Realität. Auch als sich unsere Hände zufällig berührten durchströmte mich etwas. Damals hatte ich ihre Wärme dadurch immer begehrt und jetzt freute ich mich ein wenig schon darauf dieses Gefühl wieder zu spüren.
„Wenn es dir hilft, dann mach es. Aber du sagtest selbst, das wir vorsichtig sein sollen, also das niemand etwas erfährt. Das Gleiche gilt für Elena als Mensch ohne Erinnerung nun auch.“ Ich verstand was er meinte ohne gleich wieder an die Decke zu gehen. Meister Caius war deutlich in seinen Worten vor unserer Abreise. Meine Gefühle durften nicht die Überhand gewinnen, ich musste mich kontrollieren. Unbeabsichtigt dachte ich an eine ähnlichen Leidensgenossen. Ähnlich war fast schon zu nett, wenn man bedachte das der Cullen sich anders ernährte und Menschen nicht als Nahrung oder schwache Wesen sah. Dennoch hatte er sich in einen Menschen verliebt und hatte sein Glück gefunden, das hatte ich vor kurzem erst genauer realisiert. Elena als Mensch hatte sich bei uns so eingewöhnt, sie war ein Teil von uns, weswegen ich diese Gemeinsamkeit nicht erkannte und Edward Cullen für seine Entscheidung nur belächelte. Diese Gemeinsamkeit machte es wieder unerträglich, aber es ließ die Kontrolle besser stand halten.
Damit war es erst mal erledigt und wir beschlossen am nächsten Tag den ersten Versuch zu starten, da es bewölkt sein würde mit Regen. Wir hatten durch ein Gespräch bei ihr in der Nähe des Hauses erfahren, das ihr Bruder sie zur Bibliothek fahren würde und sie später abholen würde, sobald er im Krankenhaus fertig war. Caleb und Gideon hatten sich auf meine Worte hin verzogen, denn ich wollte sie nicht bei mir haben, das sie uns beobachten. Die Bibliothek war angrenzend zu der Universität und bot so einen großen Platz, indem sich mehrere Menschen auch befanden. So würden wir weniger herausstechen.
Eine ungewohnte Nervosität machte sich plötzlich in mir breit als ich sie erblickte. Es machte fast den Anschein, als ob sie nichts quälte. Ihr Blick richtete sich auf ihre Umgebung, die sie aufmerksam beobachtete und fast schon verträumt aussehen ließ. Das war eine Gewohnheit von ihr, die ich zu gut kannte. Ihr Blicke huschten immer zur Seite, ließen das vor ihr aus und das machte es mir einfach, weswegen ich mich knapp vor ihr im Weg stellte. Als sie es bemerkte war es zu spät und sie prallte gegen mich. Ihre Sachen fielen zu Boden, aber sie selber fand ihr Gleichgewicht.
„Tut mir Leid, das war keine Absicht.“ Sie war stets freundlich, wie jetzt. Sanft lächelte ich sie an, als ich ihr half die Sachen aufzuheben.
„Schon gut, das kann passieren und niemand wurde verletzt.“ Wir beide erhoben uns als alles vom Boden war und sie schenkte mir ein erleichterndes Lächeln. Bei jeden anderen Menschen wäre ich nicht ruhig geblieben, aber dies gab mir die Möglichkeit ihre Wärme genauer zu spüren.
„Demetri Volturi.“ stellte ich mich vor und hielt ihr meine Hand hin. Die Brünette lächelte und ergriff meine Hand.
„Elena Logan, freut mich.“ Statt ihre Hand zu schütteln hauchte ich ihr ein Kuss auf den Handrücken, worauf sie mit einem verlegenden Blick errötete und völlig gebannt schien.
Ihre vertraute Wärme schlich sich über meine Haut. Ihre Rötung, wenn das Blut in ihre Wangen schoss hatte ich sehr vermisst, denn das hatte ich immer bei ihr sehr geschätzt. Es war komisch meine Liebste erneut kennen zu lernen und dann noch in dem Alter indem sie als Erwachsen galt. Zudem schien ich eine Wirkung als Vampir zu haben, wie die meisten Menschen diese uns gegenüber empfanden. Das war wirklich neu, denn früher hatte ich nicht die Wirkung auf ihr. Natürlich war sie als Kind anders als jetzt und es würde nicht leicht werden eine vertraute Beziehung mit ihr aufzubauen, wenn sie immer noch so stur und vorsichtig war. Innerlich musste ich schmunzeln. Das machte sie zu der Frau, die ich liebte.
„Bist du Studentin?“ fragte ich als ich nun ihre ganzen Unterlagen im Arm sah.
„Noch nicht, aber ich habe vor zu studieren. Deswegen habe ich mir ein paar Informationen schon mal beschafft.“ Fleißig und gerne vorbereitete war sie schon immer, auch wenn es anfangs nicht so war und sie eher dazu genötigt wurden von dem Unterricht von mir.
„Was denn?“
„Ich war zwischen Psychologie und Medizin am Schwanken, aber durch mein Bruder entschied ich mich für Medizin.“ Ein stolzes Lächeln zierte ihr Gesicht und auch ihre Worte waren es. Sie wollte Medizin studieren? Niemals hatte ich so etwas von ihr gehört und nun fragte ich mich, was sie alles aufgegeben hatte. Irgendwie passte es nicht zu ihr. Nicht das ich ihr es nicht zutrauen würde, aber nie hatte ich daran gedacht das sie ein Beruf ausüben wollte, denn als Vampir war sie bei uns in der Wache. Eben so was ihre Familie anging. Warum hatte sie mir nichts erzählt?
„Und du? Wie ein Student siehst du nicht aus.“ Als sie merkte was sie sagte schlug sie die Hand vor dem Mund und wurde ein wenig rot an die Wangen. Wie hatte ich ihre Röte vermisst. Verschmitzt grinste ich sie an.
„Tut mir Leid ich meinte nicht das du nicht schlau aussiehst, aber na ja...“
„Ist schon okay, ich bin kein Student damit hast du Recht. Ich arbeite als Nachtwächter.“ Was anderes fiel mir nicht ein, denn ich hätte schlecht sagen können in Italien in einem Schloss als Wache in einer Garde. Ehe sie mir antworten konnte klingelte ihr Handy.
Sie führte ein kurzes Gespräch bevor sie sich an mich wandte: „Tut mir Leid, aber mein Bruder wartet auf mich.“
„Sicher gar kein Problem, vielleicht sieht man sich noch.“
„Bestimmt und es hat mich gefreut dich kennen zu lernen Demetri.“ Bevor sie sich umdrehte und ging schenkte sie mir noch ein bezauberndes Lächeln.
„Mich ebenfalls Elena.“ murmelte ich leise und ging auch fort. Auch wenn es komisch war Elena neu kennen zu lernen war ich dennoch dankbar. Zum ersten Mal und letzten Mal würde ich herausfinden können, wie man sie so für sich gewinnen könnte und wie sie einen begegnete. Zuvor waren wir einander gewöhnt und es war einfach den anderen für sich zu gewinnen. Jetzt war es anders und endeffekt kamen mir die Vorbereitungen überflüssig vor, denn Elena war niemand, die man anhand eines Planes verstehen würde. Zudem hatte ich mich Teilweise nicht daran halten können und jetzt wollte ich es auch nicht mehr. Es war nicht das richtige Kennenlernen, was ich mir vorstellte, wenn ich alles befolgt hätte. Ihre Gewohnheiten ausnutzten und hervorlocken war eine Art es anzugehen, aber es interessierte mich mehr was sie nun tun würde. Gab es neue Seiten an ihr oder gar versteckte? Sie hatte weiterhin etwas reizvolles an sich und dies wollte ich wieder begehren.
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