Neuanfang in Slytherin

GeschichteAllgemein / P16
Draco Malfoy Harry Potter Neville Longbottom Pansy Parkinson Theodore Nott
22.06.2018
21.08.2019
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Training

Hermine wachte am nächsten Morgen zeitig auf. Verschlafen huschte sie ins Bad und stieg unter die Dusche. Das Wasser belebte sie schnell und vertrieb den letzten Rest Müdigkeit. Es war am Abend vorher später geworden als gedacht, aber es hatte so viel Spaß gemacht mit den Slytherins zu plaudern. Diese hatten sich, nachdem sie erst einmal aufgetaut waren, als witzige Unterhalter entpuppt und oft hatten sie vor Lachen kaum weitersprechen können.

Hermine hatte Pansy beobachtet und dabei festgestellt, dass die Slytherin oft zu Harry hin geschaut hatte und in ihren Augen hatte Sehnsucht geglitzert. Das würde wohl das nächste Projekt werden, aber nun war erst einmal Draco an der Reihe.

Die Gryffindor hatte sich ein Programm ausgedacht, um dem Blonden in der kurzen Zeit möglichst viel beizubringen. Sie empfand das Urteil als demütigend, auch wenn sie sich für den blonden Slytherin freute, dass es relativ mild ausgefallen war.

Ihr fiel ein, das Draco Anziehsachen brauchte und sie fragte sich, ob das Ministerium ihm muggeltaugliche Sachen zur Verfügung stellen würde. Vermutlich nicht. Harry war offenbar zu derselben Ansicht gekommen, denn er kam sie besuchen und brachte eine Tasche mit ein paar Sachen mit.

„Morgen Mine. Ich hab hier ein paar Sachen für Draco. Ich weiß nicht, ob ihm das Ministerium etwas gibt. Verkauf ihnen das am besten als besondere Demütigung, dass er ausgerechnet von mir Sachen tragen muss.“

„Du hast anscheinend die gleiche Überlegung angestellt wie ich. Nur leider könnte ich ihm keine Sachen von mir geben.“

Beide mussten bei der Vorstellung lachen, wie Draco Malfoy darauf reagiert hätte.

„Du musst dann nur die Sachen für ihn passend machen. In der Tasche sind zwei T-Shirts, drei Pullover, Wäsche und zwei Paar Schuhe. Und natürlich Hosen“, setzte der Gryffindor schnell hinzu, als Hermine zu grinsen begann.

„Ich verschwinde wieder. Ich nehme an, dass Kingsley deinen Schützling bald bringen wird. Grüß Draco bitte von mir.“

„Mach ich, einen schönen Tag noch, Harry.“

Mit einem letzten Lachen trat der Schwarzhaarige in den Kamin und war kurz darauf in den grünen Flammen verschwunden.

Keine Minute zu früh, denn schon klingelte es an der Tür. Als Hermine sie öffnete, standen Kingsley Shackelbolt und Draco davor. Hermine zwinkerte Draco zu, ehe sie den Auror begrüßte und ins Haus bat. Der sah die Tasche sofort und wandte sich fragend an die Hexe.

„Harry hat die Sachen gerade vorbeigebracht. Wir dachten uns, es wäre ganz lustig, wenn Draco ausgerechnet Sachen von Harry tragen muss in der Welt der Muggel.“

„Gute Idee, Hermine. Lass mich mal sehen.“

Kingsley untersuchte die Kleidungsstücke und fand sie akzeptabel.

„Das ist genehmigt und wenn es kalt wird bekommt er andere Sachen. Meinst du Harry hat noch ein paar alte Wintersachen, die er ihm zur Verfügung stellen kann?“ Der Auror schien von der Idee angetan zu sein.

„Sicher, sonst fragen wir eben Neville oder Ron oder Schauen in der öffentlichen Kleidersammlung. Irgendwas werden wir schon finden.“

Der Auror verabschiedete sich und Hermine verdrehte die Augen.

„Ich hoffe, Draco, du verstehst das jetzt nicht falsch“, besorgt wandte sie sich an den Blonden, der sie jedoch sofort beruhigte.

„Nein. Ich bin euch unglaublich dankbar für eure Hilfe. Wer weiß, was für Sachen ich sonst bekommen hätte. Harry wird mir sicher keine Lumpen geben. Aber womit fangen wir an?“

„Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll, niemand hat mir gesagt wohin sie dich bringen. Also fangen wir mit banalen Sachen an, wie sauber machen und Wäsche waschen. Du darfst in den drei Jahren nicht zaubern, also kannst du nur auf Muggeltechniken zurückgreifen. Oh entschuldige, ich wollte dich nicht verletzen.“

„Hast du nicht. Es ist schließlich die Wahrheit und auch wenn ich wieder in die magische Welt kommen darf, werde ich unter Aufsicht stehen, dass hat man mir schon gesagt. Ich wollte Harry und dich bitten meine Aufpasser zu werden.“

Bittend sah Draco zu seiner ehemaligen Feindin hinüber und hoffte, dass sie nicht ablehnte. Erleichtert sah er, dass sie nickte.

„Natürlich, du kannst auf uns zählen. In den nächsten drei Tagen wirst du auch kochen lernen. Damit du dir wenigstens etwas warm machen kannst. Ich werde dir zeigen wie man einkaufen kann, ohne viel Geld auszugeben und dennoch satt wird.“

Draco nickte und hörte dann genau zu, als Hermine begann ihm die einzelnen Muggelgeräte zu erklären, mit denen er es zu tun haben würde. Als er es ausprobieren sollte, stellte er sich überraschend geschickt an und Hermine begann zu hoffen, dass es ihr gelingen würde, den Slytherin soweit in die Welt der Muggel einzuführen, dass er dort überleben konnte. Offenbar hatte er ihr wirklich sehr aufmerksam zugehört und Hermine lächelte.

Zu Mittag erlebte sie eine Überraschung. Wenn sie gedacht hatte, dass der Slytherin in der Küche ein hoffnungsloser oder doch zumindest schwieriger Fall wäre, so wurde sie schnell eines Besseren belehrt.

„Du stellst dich wirklich nicht schlecht an.“

Hermine lobte den Slytherin und dieser lächelte kurz.

„Ich fürchte, dass braucht länger als drei Tage bis ich das wirklich beherrsche, aber größere Sachen werde ich mir ohnehin nicht zubereiten können. Ich habe gehört, dass das Ministerium mir ein kleines Zimmer zahlt, irgendwo in einer Stadt der Muggel. Ich kann aber nicht sagen, ob sie das drei Jahre lang machen oder nur zu Beginn meiner Strafe. Das wird sich dann zeigen müssen.“

„Ich fürchte sie machen es nur zu Beginn. Aber wenigstens hast du dann erst einmal ein Dach über dem Kopf. Was ich dich schon den ganzen Morgen fragen wollte: Was ist das für ein Band an deinem Handgelenk?“

Draco sah auf das Bändchen und lächelte bitter.

„Was glaubst du? Damit können sie mich orten. Es ist mit einem Zauber belegt, der es ihnen ermöglicht festzustellen, ob ich mich von hier entfernt habe. Und…. Es schränkt meine Magie stark ein. Nicht dass ich versuche dich als Geisel zu nehmen um mich so zu retten.“

Hermine schnaubte angewidert auf.

„Also wirklich, du bist nicht so dumm, dass du riskierst sofort nach Askaban zu kommen.“

Draco schüttelte den Kopf.

„Ich würde dir nie etwas antun, ich verdanke euch mein Leben. Die über mich verhängte Strafe ist… peinlich aber zu ertragen. Drei Jahre gehen schon irgendwie rum.“

Draco konnte nicht ahnen, was ihm in dieser Zeit noch alles bevorstand.

„Holen sie dich abends ab oder bleibst du hier?“ Hermine wechselte das Thema, weil sie spürte, dass es dem Zauberer unangenehm war und der Slytherin zuckte mit den Schultern.

„Ich weiß es nicht, Hermine. Wir werden es heute Abend schon sehen.“

Nachdem der Zauberer abgewaschen hatte, schlug Hermine vor, die Sachen, die Harry gebracht hatte, für Draco passend zu machen. Während der Slytherin sich umzog, sah sie aus dem Fenster. Sie war unzufrieden und hätte dem Ministerium gern gesagt, was sie von der Entscheidung hielt, den Slytherin mit der Verbannung in die Welt der Muggel zu bestrafen. Sie bewunderte Draco dafür, mit welcher Gelassenheit er sein Schicksal trug.

„Ich bin soweit, du kannst dich wieder umdrehen.“

Sie hatten die Sachen vor dem anprobieren weiter gemacht, da Harry doch ein Stück kleiner war als Draco.

„Sag mal, warum hast du gesagt, dass man immer gleich abwaschen sollte?“

Draco hatte sich das seit dem Essen gefragt und war zu keinem Schluss gekommen.

„Ganz einfach, wenn die Essensreste am Teller angetrocknet sind, braucht es mehr Spülmittel und Kraftaufwand, um das wieder sauber zu bekommen.“

„Ich bin dumm, oder?“

„Nein, nicht dumm, nur unerfahren in Muggelangelegenheiten. Aber ich werde dir schon das nötigste beibringen.“

Während sie mit ihrem Gast gesprochen hatte, hatte die Gryffindor die Anziehsachen angepasst.
„Danke, Hermine. Du machst das großartig.“

Die Hexe stockte kurz. Auch wenn sie Draco die Besserung abnahm war es ungewohnt ein Lob von ihm zu bekommen.

„Hab ich dich verblüfft?“

„Es ist ungewohnt, dass du mich lobst aber nichts desto trotz; danke.“

Draco lächelte.

„Was steht für morgen auf dem Plan?“

„Einkaufen. Du beobachtest mich ganz genau und zu Hause üben wir das solange bis du es kannst. Jetzt folgt erst mal eine Lektion in Sachen Muggelgeld. Bei den Muggeln unterscheidet man Papier- und Münzgeld.“

Neugierig betrachtete Draco das Geld, während er weiter den Erklärungen Hermines zum Wert des Geldes lauschte. Er versuchte sich alles genau einzuprägen, schließlich würde er drei Jahre damit umgehen müssen. Obwohl er nicht glaubte, dass er große Scheine besitzen würde. Ihm war klar, dass er ohne Ausbildung wenig erreichen würde. Auch Hermine war das klar, aber sie wollte es ihm wenigstens gezeigt haben.

Sie saßen beim Abendessen, als Kingsley vorbeikam. Er brachte eine magische Kette, um Draco an einer Flucht zu hindern und gab Hermine den „Schlüssel“ dazu.

„Dann kannst du ihn heute Nacht fesseln und morgen die Kette wieder lösen.“

„Ist gut. Danke, Kingsley. Bleibst du zum Essen?“

Der Auror nickte zögernd, ihm war sichtlich nicht wohl in der Gegenwart eines verurteilten Todessers zu essen. Er fand das Urteil zu weich. Auch wenn er gegen Dementoren war, so wäre es ihm lieber gewesen, wenn Draco hinter den Toren von Askaban verschwunden wäre.

„Eigentlich könnte ich bleiben, wenn es keine Umstände macht.“

„Nein, mach dir keine Sorgen. Ich hole noch schnell Teller und Besteck für dich.“

Hermine ging hinaus und Draco räusperte sich.

„Ich … kann … mir denken, dass Sie mich lieber in Askaban sähen. Und ich habe es gewiss auch verdient, das will ich nicht leugnen. Ich möchte nur beweisen dass es mir ernst mit der Reue war, ich habe es nicht nur so daher gesagt.“

Hermine hatte die letzten Worte gehört und lächelte, während Kingsley abfällig schnaubte.
„Jetzt gibt dir einen Ruck. Dumbledore hätte ihm die Chance nicht verwehrt und du weißt bei Snape hatte er auch Recht.“

Draco wandte sich zu Hermine um.

„Danke, Hermine. Ich werde die Chance nutzen, die ihr mir gebt. Auch wenn ich weiß, dass die Zauberer mir misstrauen. Mein Verhalten in Hogwarts tut mir leid….“, die Gryffindor unterbrach ihn.
„Das hast du mehrmals schon gesagt und ich glaube dir. Wenn du in die magische Welt zurückkehren darfst, werde ich dir zur Seite stehen.“

Der Auror war sichtlich verdutzt.

„Gut, er kriegt seine Chance. Aber wenn er die vermasselt bekommt er die volle Härte des Gesetztes zu spüren.“

Ehe Hermine etwas sagen konnte, mischte sich Draco ein.

„Das habe ich in diesem Fall dann auch verdient.“

Schließlich verabschiedete sich der Auror und als Hermine ins Wohnzimmer zurückkam, kauerte der Slytherin in einer Ecke des Sofas. Erschrocken eilte sie näher.

„Was hast du?“

„Ich … habe Angst…. es wirklich zu vermasseln.“

Die Stimme des Slytherin war kaum hörbar.

„Das wirst du nicht, da bin ich mir sicher, Draco.“

Hermine versuchte ihn zu beruhigen.

Später verwandelte sie das Sofa in ein gemütliches Bett und sah Draco entschuldigend an, als sie die Kette um seinen Knöchel schloss. Sie ging ebenfalls schlafen und am nächsten Morgen machte sie sich schnell fertig, um Draco aus seiner Lage zu erlösen.

Sie löste die Kette und legte Draco dann ein Handtuch heraus, damit er duschen konnte. Eine Eule pickte ans Fenster, die ein Pergament des Ministeriums am Bein hatte. Hermine schnaubte auf, als sie dieses gelesen hatte und Draco quittierte das mit einem Lächeln.

„Sie gestatten dir einfache Hygieneartikel. Wie überaus großzügig.“

Hermine gab sich keine Mühe ihren Ärger zu unterdrücken.

„Das ist mehr als ich erwartet hatte. Mach dir nichts draus Hermine.“

Draco verschwand im Bad und unterdessen machte Hermine Frühstück. Sie beobachtete den Slytherin beim Essen und dieser hob den Kopf.

„Was ist?“
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