Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Love Hina - Disastrous Love-Story

von Harakuma
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Haruka Urashima Kanako Urashima Keitaro Urashima Mitsune "Kitsune" Konno Naru Narusegawa OC (Own Character)
20.06.2018
31.01.2021
38
78.342
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
12.09.2018 5.715
 
Ob alles nun Zufall war oder nicht, spielte keine Rolle, aber irgendwann, musste noch einmal jemand die Ruhe von Kamakura stören. Zu meinem Pech, das ich nicht da war um es zu verhindern, aber bei der Dame, die mir das Licht der Welt ermöglicht hatte, hätte das auch nichts gebracht.  
Es war mittlerweile Ende Januar, der Schnee hatte sich schon fast gänzlich verzogen und Kamakura, versuchte so langsam aber sicher, sich von den tiefen Wunden der Vergangenheit zu erholen.  In letzter Zeit, waren hier unaussprechlich grausame Dinge geschehen. Ein wahres Blutbad hatte alles mit einem Schlag zum verstummen gebracht, der letzte Schnee der vor wenigen Wochen noch hier lag, zeigte sich zum letzten mal mit einem roten Mantel aus getrockneten Blut, das eine lange und furchtbare Schneise durch Kamakura zog. Ein langer, erbarmungsloser Kampf hatte vor nicht all zu langer Zeit hier gewütet und beinahe alles zerstört, was den Menschen wichtig war. Unsere gesamte Existenz, stand kurz vor der Enthüllung quasi am Abgrund, sodass die Menschen unser wahres Gesicht erblicken konnten, doch soweit hatten wir es noch nicht kommen lassen, bis heute versteht sich.
Meine liebste und auch beängstigende Mutter, hatte sich ein paar Wochen nach unserer Abreise zum Hinata-Ryokan, meine beiden Geschwister geschnappt und wollte den Menschen, bei denen ich vor langer Zeit untergekommen war, einen Besuch abstatten. Die Menschen auf der Straße starrten Mutter mit Verwunderung an, hielten sich jedoch zurück, irgendetwas von sich zu geben, aus Angst vor meiner Mutter. Ihre Angst war wohl begründet, denn Mutter hatte keine falschen Bilder von den Menschen und deswegen, hatte sie sich ihre „Fühler“ die sie in Shinjuku ständig mit Haarbändern versteckt hatte, nun in voller Länge präsentiert und kümmerte sich nicht darum was diese armen Schweine von ihr dachten. Nur meinen beiden, kleinen Geschwistern, Seiryu und Naomi, hatte sie eine Mütze aufgesetzt. Beide waren sehr neugierig und sahen sich interessiert um. Beim Bäcker musste Mutter meinen kleinen Bruder zurückhalten, da ihm bei den ganzen Leckereien schon das Wasser im Mund zusammen lief und sich gleich auf alles stürzen wollte. Am Fuß der Treppe, machten sie halt und starrten auf den langen Weg aus Stufen, der vor ihnen lag.
„Das sind aber viele Stufen.“, hauchte Naomi.
„Jetzt nur nicht schlapp machen, meine Kleinen.“, sagte Mutter,“Ich weiß wir alle mögen Treppen nicht so wirklich, deswegen haben wir uns auch ein Haus mit möglichst wenig davon gesucht! Also los!“
Zu allem Überfluss, hatten Kota und die anderen noch keine Ahnung, wer da gerade auf den Weg zu ihnen war. Meine Mutter hatte im übrigen nicht nur einen Ruf, der alle Männer in ihren Umfeld verstummen ließ. Auch sämtliche Geschöpfe der Natur, suchten so schnell wie möglich das weite und verkrochen sich, als ihr Schatten sich auf alles nieder legte, ein eiskalter Hauch, breitete sich aus, so als ob der Winter selbst wieder zurückgekehrt wäre, der Wind schien am Fuße der Treppe gestoppt zu haben und die Sonne hatte hinter einer breiten Wolke halt gemacht. Vielleicht war es auch weniger Mutter, sondern Seiryu der alles im Keim erstickte. Eine streunende Katze, die er nur mal mit leicht säuerlichen Blick beäugt hatte, erstarrte in ihrer Bewegung und stellte sich kurz darauf sogar tot. Oder aber ihrer beider Anwesenheit, sorgte für eine Mischung aus Totenstille und innere Unruhe.
„Hat hier, unser  großer Bruder gelebt?“, fragte Naomi neugierig.
Mutter nahm beide auf den Arm und streckte einen ihrer Fühler zur Klingel aus.
„Und ob er das hat, Prinzesschen. Na los, lasst uns mal nachsehen ob auch jemand da ist. Wir wollen sie doch nicht warten lassen.“
Gerade, als Sie die Klingel betätigt hatte, schienen meine Artgenossen ihre Anwesenheit gespürt zu haben. Auch wenn es nur ein kurzes Aufflackern war, ganz wie bei einen kurzen Funken der bei einem Kurzschluss überspringt , dann verschwand es auch schon wieder. Mutter mochte zwar nicht die gleichen Fähigkeiten wie wir besitzen, dafür konnte sie aber meisterhaft ihre Anwesenheit verschleiern, als wäre sie für uns, unsichtbar und non-existent.
Sofort begann Wanta zu bellen und sie hörten sowohl Nanas Stimme, als auch ihr Fußgetrappel
„Ich geh schon!“, rief sie.
Wie ich, glaube ich, schon einmal angedeutet hatte, gab es einige Gründe, warum Mutter mit Naomi und Seiryu hier war. Naomi hatte es auf biegen und brechen geschafft, Mutter so weit zu bringen sie mit zu schleifen, weil sie ja unbedingt mal Nana und Mayu einen Besuch abstatten wollte. Nur den Grund hatte sie noch keinen verraten. Seiryu hatte zwar explizit verdeutlicht das er keinesfalls mit wollte, aber Mutter war da sehr konsequent und gründlich und hat ihn ohne Widerrede mitgenommen.
Hastig, zog Nana die Türe auf und zuckte zunächst zurück, als sie die drei erblickte, die da vor ihr standen.
„Dachte ich mir doch, das wir hier richtig sind.“, grinste Mutter, setzte Naomi und Seiryu wieder ab und begab sich auf Nanas Augenhöhe,“Freut mich wirklich sehr deine Bekanntschaft zu machen, kleine Elfe.“
Für einen Moment, wirkte Nana wie versteinert und wusste nicht so recht mit der Situation umzugehen, da sie nun Mutters Anwesenheit genau spürte und sie bekam Angst vor ihr. Scheinbar hatte nicht nur Mutters eigener Nachwuchs Angst vor ihr, sondern auch unsere Artgenossen. „Wie Lucy auf diese Begegnung reagierte, erfuhr ich erst sehr viel später, aber dazu kommen wir schon noch, keine Bange.“
Als ein kurzes Blinzeln von Mutter, Nanas Versteinerung wieder löste, fiel ihr Blick auf meinen kleinen Bruder und das sorgte bei ihr für Verwunderung.
„Aber......wie kann das denn sein? Wieso, sieht er so aus wie.......ich meine wer........“, stammelte sie und begann zu zittern.
Es war kein Wunder das sie Angst vor meinem Bruder bekam. Nana hatte in der Vergangenheit häufig mit Klonen von mir zu tun gehabt und die Eskapaden mit den Grotesken Missgeburten, vor denen ich sie beschützt hatte, schienen wohl an ihrer Furcht Schuld zu haben. Und offenkundig bildete Seiryu dahingehend keine Ausnahme. Aber auch ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich diesen kleinen Quälgeist zum ersten mal zu Gesicht bekam. „Kein schönes Gefühl, wenn einem die Furcht packt.“
„Du brauchst vor dem kleinen Griesgram keine Angst zu haben.“, beruhigte Mutter sie,“Allerdings solltest du dich vor Naomi in Acht nehmen. Na komm, als Gastgeberin solltest du mir doch das Haus zeigen nicht wahr?“
Als sie mit Naomi und Seiryu an der Hand in Richtung Veranda ging, streckte meine kleine Schwester Naomi, Nana die Zunge raus und hielt sich an Mutters Hosenbein fest.
Ob es von Mutter beabsichtigt war, ihre dunkle Gelassenheit vor Nana preis zu geben, wusste ich bis heute nicht. Als sie mir davon später erzählte, sagte sie, das nur mit Nana spielen wollte, um herauszufinden, was meine Artgenossen für ein Wesen in sich trugen.
Nana schlich mit zitternden Knien an Mutter vorbei und gab Kota und den anderen Bescheid das sie angekommen waren. Ihr Auftreten bei den anderen, sorgte wieder einmal für eine innere Unruhe, da Yuka und Kota sofort zuckten und sich an ihre Tassen klammerten. Nur diese Katze, die immer noch hier lebte und sich von allen durchfüttern ließ, schien wenig beeindruckt zu sein und nickte nur freundlich und kaum merklich, was Mutter natürlich erwiderte. Sie zog Seiryu und Naomi ihre Mützen aus und verstaute sie in ihrer Tasche.
„Ähm.........Nana.....willst du....uns nicht einander vorstellen?“, sagte Yuka aufgezwungenen Lächeln.
„Das sind eh.......ich.....weiß nicht genau wer......“
„Nur keine Umstände meine Kleine.“, sagte Mutter und setzte sich,“Mein Name ist, Shiori Aku-Maru. Und ich bin nur auf einen kleinen Besuch hier. Keine Sorge, spätestens heute Abend seid ihr mich schon wieder los.“
„Dürften wir, vielleicht erfahren was sie hier wollen?“, fragte Kota vorsichtig,“Ich meine, …...sie haben doch......“
Ja, auch er hatte so langsam die Hörner meiner Geschwister und Mutters Fühler bemerkt und starrte sie auch direkt mit großen Augen an.
„Du brauchst nicht die Sprache zu verlieren.“, sagte Mutter gelassen,“Immerhin will ich ein bisschen mit euch plaudern. Die anderen Menschen da draußen haben mich gemieden wie die Pest, aber ihr scheint mir vernünftig zu sein.“
Kota und Yuka starrten sich an.
„Sie werden aber schnell direkt.“, sagte Yuka leicht angespannt,“Und ich dachte, das Menschen mit solchen Hörnern, eher zurückhaltend und förmlich sind.“
Mutter lachte gekünstelt und fuhr Seiryu durch die Haare.
„Aber nicht doch. Nicht alle von uns sind so. Ihr könnt mich auch direkt ansprechen, denn ich kann es nicht ausstehen, wenn man dauernd mit vorgespielter Freundlichkeit begrüßt wird.“
„Wir, wollten dich keinesfalls kränken.“, schluckte Yuka.
„Nun seid doch mal bitte etwas lockerer.“, sagte Mutter und stocherte sich mit den Fingernägeln an den Zähnen herum,“Selbst wenn ich ein Diclonius bin, so habe ich weder die Möglichkeit noch die Absicht mein Gegenüber zu verstümmeln!“
„Dann bist du also auch einer?“, fragte Nana.
„Da kannst du Gift drauf nehmen. Nur leider hat die Natur bei mir und meinem Ex-Mann eine Generation übersprungen und uns nur, eine leicht geschwächte Telekinese und die Hörner gegeben. Vektoren besitzen wir nicht. Nur meine beiden Sprösslinge haben diese Fähigkeiten.
„Dann habe ich es also doch gespürt.“, hauchte Nana, als Seiryu sie aus den Augenwinkeln anstarrte.
„Ganz recht. Aber, keine Angst. Sie werden keinem was zuleide tun. Es gab höchstens mal einen kleinen Zwischenfall im Kindergarten aber, niemand wurde verletzt oder gar......getötet.“
„Darf man denn fragen, warum du ausgerechnet hierher gekommen bist? Ich meine, das war doch sicherlich kein Zufall oder?“, fragte Yuka.
Mutter seufzte und holte je ein Lunchpaket für Seiryu und Naomi aus der Tasche.
„Nein, es hat schon einen bestimmten Grund, warum ich hier bin.“, sagte Mutter, “Eine alte Freundin von mir, hat mir erzählt, das mein ältester Sprössling, vor einiger Zeit hier war. Ich denke mal ihr kennt ihn, oder?“
Vom Flur her hörten sie ein Poltern und nur Mutter hatte den Spalt der offenen Türe bemerkt die zur Standuhr führte.
„Du.......du redest von Rayo nicht wahr?“, fragte Kota und biss sich auf die Lippe.
„Da hast du aber genau ins schwarze getroffen.“, sagte Mutter grinsend,“In den Nachrichten, hat man sich schwer getan, über die Ereignisse der letzten Monate zu berichten. Es hat viele Unruhen gegeben, als er hier war.“
„So, könnte man es ausdrücken. Aber.........wir.....können nicht so genau sagen.......was.....mit ihm passiert ist.“, versuchte Kota zu erklären, aber Mutter war schneller.
„Ihr braucht mir nichts zu erklären.“, sagte sie bestimmt,“Ich könnte seine Anwesenheit spüren, wenn er noch am leben wäre. Aber dieses mal, kann ich nicht so genau sagen, wo er jetzt steckt.“
„Es tut uns wirklich sehr leid, was mit ihm passiert ist.“, sagte Yuka geknickt und zitterte,“Als Mayu ihn vor über einem halben Jahr gefunden hat, lag er mit hohem Fieber auf dem Spielplatz im Dreck. Wir haben ihn natürlich sofort hier aufgenommen, auch wenn wir anfangs gar nicht erst an ihn heran kamen. Nach und nach hat er sich aber hier eingelebt, trotz einiger Schwierigkeiten. Er wusste so gut wie nichts über deine Vergangenheit und auch nicht, das er eine Mutter hat. An seinem ersten Tag, hat er Nana und Nyu etwas verschreckt, als sie ihn in der Wanne überrascht hatten.“
Während sie erzählten, ließen sie innerlich noch einmal Revue passieren, was alles in der ganzen Zeit, seid ich hier angekommen war, geschehen war.
„Es hat sich herausgestellt, das er.......ebenso wie ich, nicht in der Küche zu gebrauchen ist, weil er sich dauernd in die Finger geschnitten hat!“, versuchte Kota die Situation etwas aufzulockern,“Aber dennoch, haben wir es nicht bereut, ihn bei uns gehabt zu haben. Sogar mit Nana und Nyu hat er sich gut verstanden, auch wenn es anfangs etwas holprig war.“
Mutter gluckste vergnügt.
„Das ist, wirklich schön zu hören.“, sagte sie lächelnd, “Sicher war es anstrengend mit ihm. Als ich damals mit ihm schwanger war, hat mich sein Vater nach kurzer Zeit verlassen. Dieser Mistkerl. Ich wüsste bis heute zu gerne, wo sich dieser verdammte Hund aufhält, damit ich ihm unter die Nase reiben kann, wie gut ich ohne ihn zurecht komme.“
Yuka nickte in Richtung Seiryu und Naomi.
„Ich bin mir sicher, das der jetzige Vater, nicht so ein Fall ist.“
Mutter zuckte die Schultern.
„War zwar nicht so eine gute Entscheidung mich wieder mit meinem Ex-Mann einzulassen, denn dank ihm hab ich jetzt noch diese kleinen Engel hier am Hals, aber was solls.“
Kota und Yuka waren erbleicht und ein Hauch von Verständnislosigkeit hatte sich auf ihren Gesichtern breit gemacht.
„Dann ist ihr Ex-Mann also auch.......“
„Ja.“, nickte Mutter,“Auch dieses mal, hat er mich zu erst geschwängert und ist dann abgehauen. Dieses mal jedoch aus einen, halbwegs guten Grund. Er hatte seine Fehler eingesehen die er gemacht hatte und wollte gleich danach noch mal neu anfangen und sich erst einmal wieder besinnen. Und zwei Jahre danach, verschwand er wieder.“
„Das, tut uns wirklich leid für dich.“, sagte Kota geknickt, “Schrecklich.“
„Ich muss zugeben, das Rayo, kein Wunschkind war. Für euch Menschen mag sich das etwas befremdlich und hart anhören, aber er war, anfangs nicht von uns gewollt.“
„Aber........aber das ist doch......nun ja.....“, sagte Yuka erschüttert und versuchte die richtigen Worte zu finden,“Wir bist du denn damit umgegangen, als er dann auf der Welt war?“
Mutter lies den Blick schweifen und begrüßte die Katze, die sich auf ihren Schoß niederlegte.
„Anfangs, war ich mit der ganzen Situation überfordert. Ich wusste nicht was ich mit einem Baby machen sollte, keine ruhige Nacht hatte ich mit ihm bei mir und das einen ganzen Monat lang. Es war, ein langer, mühseliger Weg, konnte mich aber eine Zeit lang um ihn kümmern. Aber, ich konnte nicht lange für ihn sorgen. Eines Tages, musste ich ihn vor die Türe des Waisenhauses ablegen und ihn zurücklassen. Jahre lang, konnte ich mich danach nicht mehr im Spiegel betrachten, Angst und Selbstzweifel plagten mich und ich bat meine engste Freundin darum, ein Auge auf ihn zu haben. Doch eines Tages ist er verschwunden und entzog sich so unserem Blick.“

Im laufe des Tages hatte es Seiryu geschafft, die ganze Pension in helle Aufregung zu bringen. Als er Nana, Kota und Yuka im Garten von Mutter dazu aufgefordert wurde, seine Vektoren auszufahren und seine Kraft zu präsentieren, richtete er mehr Schaden an, als ich bei meinem letzten Versuch. Die Mauer bekam einen breiten Riss und ein Teil bröckelte sogar ab, sämtliche Fenster hingen schon fast in den Angeln und ich glaube Mutter hatte erzählt, das einige Dachziegel runter gerissen wurden.
Mayu und Rin'ne die später vom Friedhof zurückkamen, waren verwundert meine Mutter zu sehen, was diese dazu veranlasste, den Chemiker unter vier Augen zu sprechen und zwar alleine in meinem ehemaligen Zimmer.
„So so, du warst also einer derjenigen, die meinen kleinen Prinzen losgeschickt haben, um mich zu suchen, richtig?“, sagte sie und verbaute dem Casanova jede Möglichkeit das Weite zu suchen.
„Das könnte man so sagen.“, murmelte er,“Aber, warum ist er nicht bei dir? Wir dachten das du ihn wieder hierher zurückbringst.“
„Nein, dazu wird es, vermutlich nicht kommen.“, sagte sie schmollend und schlug die Beine übereinander, “Er möchte, das dieses Drama, was hier seinen Anfang nahm, nicht noch einmal wiederholt wird. Er hat viel leiden müssen und ich vermute, das er sich selbst, dieses Chaos und all den Schmerz den er ertragen musste und verursacht hat, niemals verzeihen wird. Er macht jetzt erst mal ein ganzes Jahr lang Pause, vielleicht sogar noch länger und wird vermutlich nie wieder hierher zurückkommen.“
Erstaunt hob Rin'ne die Augenbrauen und nippte an seinem Tee. Zwar war der Chemiker und Kollege von Senkou ein wahrer Casanova und Frauenversteher, der bei den Menschen jedoch nie wirklich eine Chance hatte, mit Ausnahme von Mayu eventuell, aber seid dem er hier in der Pension lebte, war er viel ruhiger und sittiger geworden, was seine Vorliebe für Fencheltee erklärte. Ich hätte wetten können, das Rin'ne selbst nicht davor zurückgeschreckt hätte, mit meiner Mutter zu flirten, auch wenn sie ihn kurzer Hand das Genick hätte brechen können.
„Das ist, fast schon bedauerlich.“, sagte er leicht enttäuscht, “Seid ich Nana und die anderen davon in Kenntnis gesetzt habe, das Rayo wirklich ausgelöscht worden ist, scheint es so, als wollen sie alles tun um zu vermeiden, dass das Thema angesprochen wird. Sicher wollen sie nicht wieder drei Nächte lang, heulend und jammernd im Wohnzimmer sitzen.“
„Es hat mich immer schon brennend interessiert, wie die Menschen mit dem Tod und dem Verlust umgehen. Dabei unterscheiden sie sich kaum von uns. Warum also werden wir dennoch so verachtet und abgestoßen?“
Rin'ne schluckte runter und stellte die Tasse ab.
„Ich muss schon sagen.“, sagte er und kratzte sich am Hinterkopf, “Für jemanden wie dich, der Jahrelang unter Menschen gelebt hat, stellst du wirklich knifflige Fragen. Aber selbst Senkou könnte dir darauf keine treffende Antwort geben, die du nicht schon längst weist.“
„Und wie ist, diese Lucy mit seinem....ähem......“Tod“ umgegangen?“, fragte Mutter,“Ich meine, immerhin war sie es doch, die lange und erbittert mit ihm gekämpft hat. Das ganze Drama soll sich doch lange hinausgezögert haben, so als ob es aussah, dass es nie einen Sieger geben wird.“
„Du sagst es.“, erwiderte Rin'ne, “Es war, ein langer und furchtbarer Kampf, selbst ich wäre beinahe dabei drauf gegangen, als ich mich zwischen die beiden geworfen hab! In den ersten Tagen nach seinem „Tod“, wirkte sie sehr leicht reizbar und versuchte sich nicht dabei erwischen zu lassen, wie sie tatsächlich um ihn, ich will mal sagen, getrauert hat. Einmal sah ich sie auf einen bekannten Abhang, von dem man gut auf die große Straße blicken konnte, wie sie tobend und schreiend am Boden saß und versuchte nicht komplett den Verstand zu verlieren.“
Mutter blickte hinaus zum Fenster und starrte in den Himmel.
„Nach allem was mir Rayo über sie erzählt hat, scheint es dennoch, nicht so ganz zu ihr zu passen, so emotional auf das Ableben von jemanden, außer Kota, zu reagieren.“
„Ich denke, sie ist hin und wieder zum Strand gegangen um nach seiner Leiche zu suchen, kam dann aber immer mit enormer Wut im Bauch wieder zurück und legte sich schlafen.“
Nach diesen Worten stand Mutter auf und verabschiedete sich von ihm. Aber nicht um noch ein langes Gespräch mit Lucy.......ähm.....ich meine, Kaede zu führen, die sich am späten Nachmittag erst blicken ließ. Mutter war allerdings genau wie ich und hatte sich in Lucys Zimmer verschanzt, bis die große Königin von selbst herein kam und sich gar nicht erst wunderte, das sie schon erwartet wurde. Auf diese Begegnung, folgte eine sehr lange Pause, die damit endete das Lucy sich nach fast zehn Minuten des Anschweigens, umdrehte und meinen Geschwistern, ganz besonders Seiryu, mit einem mörderischen Blick beäugte, woraufhin mein kleiner Bruder zusammen zuckte und den Augenkontakt mit ihr vermied. Es war nicht verwunderlich, das sich Kaede von der Anwesenheit meines Bruders nicht beirren ließ und zeigte auch keine Furcht. Seid unseren Kampf, konnte sie wohl nichts mehr überraschen.
„Es ist schon, ein merkwürdiges Gefühl, einer hoch angesehenen Jägerin so nahe zu sein und dann noch unter den Lebenden zu weilen.“, sagte Mutter mit falscher Ehrfurcht und zeigte wieder ein finsteres Lächeln .
Auch davon zeigte sich Kaede wenig beeindruckt und setzte sich ihr Gegenüber.
„Ich hätte gleich wissen müssen, das du etwas vertrautes an dir hast. Sein Gestank klebt an dir.“
Mutter seufzte.
„An deiner Stelle wäre ich vorsichtig meine Liebe.“, sagte Mutter ruhig,“Immerhin sitzt hier grade die Mutter desjenigen Gegenüber, den du vor einigen Wochen aus der Weltgeschichte getilgt hast.“
„Sieh an, dann hat er also Wort gehalten, als er sagte, das er seine Eltern nicht kaltblütig erwürgt und verstümmelt hat.“
Mutter gluckste vergnügt.
„Lass mich dir, eine Frage stellen.“
„Frag nur. Mehr wirst du von mir so wie so nicht hören. Ich habe dir danach nichts mehr zu sagen. Also stell schon deine Frage.“
Kaede wirkte, wie Rin'ne schon angesprochen hatte, sehr gereizt und man konnte schon das leise, verzerrte Brummen ihrer Vektoren hören. Eine gewisse Anspannung lag zwischen den beiden im Raum, während sich Naomi und Seiryu hinter Mutter versteckten.
„Sag,..........hattest du ein Problem damit ihn zu töten?“, sagte Mutter mit ernster Mine,“Oder, hat es dir sogar......Gefallen, als du ihm das Fleisch von den Knochen gerissen hast, um seine Qualen schnellstmöglich zu beenden?“
Ein leises Knacken, was vom Tisch ausging war zu hören.
„Glaubst du wirklich, das ich ihn gerne getötet habe? Er hat mich darum gebeten! Also warum verurteilst du mich für eine Tat, um dir er förmlich gebettelt hat?“
Mutters Fühler begannen zu zucken und kleine Äderchen begannen in ihrer Stirn zu pulsieren.
„Vorsicht.“, sagte sie leise,“Versuche ja nicht mir zu drohen. Lass mich dir lieber etwas beibringen, was du dein Leben lang nicht vergessen wirst. Stelle dich niemals..........ich wiederhole, NIEMALS, zwischen eine Mutter und ihre Kinder. Du hast meinen Erstgeborenen, meinen kleinen Prinzen auf dem Gewissen! Und du willst mir erzählen, das er förmlich darum bettelt hat, das du ihn auslöschst?!“
„Es reicht! Schluss jetzt!“, raunte Kaede.
Ihre Vektoren rasten auf Mutter zu, doch diese blieb konzentriert und.......stoppte ihren Angriff, mit Leichtigkeit versteht sich. Sie stoppten gerade mal ein paar Zentimeter vor ihrer Nasenspitze, während Kaede sich anstrengen musste um weiter voran zu kommen.
„Na was ist? Ich warte noch.“, sagte Mutter gelangweilt.
Entsetzt, versuchte Kaede weiter zu ihr vor zu dringen, aber vergebens.
„Was......was ist das?!“, zischte sie,“Wieso, komme ich nicht weiter?! Du sitzt doch genau vor mir, eigentlich hättest du schon längst tot sein müssen!“
„Oh, du meinst, das ist deine ganze Kraft?“, höhnte Mutter, “Das soll, die gefürchtete Lucy sein, vor der alle so furchtbare Angst gehabt haben? Meine Liebe, ich denke die Menschen haben maßlos übertrieben, was dich angeht. Hab ich damit jetzt deine Welt ins wanken gebracht? Komm schon! Bitte sag ja!“
Kleine Schweißperlen breiteten sich auf Kaedes Stirn aus und als Seiryu und Naomi langsam die sich anbahnenden Kopfschmerzen zu beklagen hatten, hörte Mutter auf und Kaede, musste sich mit beiden Händen auf dem Tisch abstützen um nicht zusammen zu brechen. Doch wie konnte es möglich sein das Mutter einen solchen „Angriff“ von der gefürchteten Königin der Diclonius, einfach mühelos standhalten konnte, ohne auch nur einen Finger krumm zu machen ? Steckte doch mehr dahinter als mir meine eigene Mutter zunächst vormachen wollte? Rührte daher etwa meine starke Telekinese oder hatte da mein Vater den Löwenanteil an mich vererbt? Ich meine, selbst damals bei unserem Kampf hatte sie noch deutlich besser austeilen können, aber jetzt, schien es so, als wäre ich nicht mehr der einzige der sich nach diesem Ereignis lange ausruhen musste.
„Das.........war wirklich......nicht schlecht.“, sagte Kaede schwer atmend.
„Du musst mein Temperament entschuldigen.“, antwortete Mutter,“Aber wenn es um meine Kinder, mein Fleisch und Blut geht, kann ich manchmal wirklich zu einer Furie werden.“
„Was willst du wirklich hier?“, fragte Kaede,“Du bist sicher nicht hergekommen um mich zu verurteilen oder?“
Mutter zuckte die Schultern und schob die Zwillinge wieder nach vorne.
„Eigentlich, hat meine Anwesenheit hier, keinen besonderen Grund, außer einen kleinen Besuch. Ich wollte mich vergewissern, das Rayo sich in guten Händen befand, als er noch hier war und ich bin mehr als zufrieden.“
„Hm, er war ein dummes Kleinkind nichts weiter. Der Dummkopf hat sich viel zu leicht beeinflussen lassen, so viel ist sicher. Erbärmlich.“
„Das mag sein, aber ich hoffe du siehst ein, das er niemals Schuld an der ganzen Misere hatte, auch wenn er da anderer Meinung war.“
„Er hat Kota und den anderen oft geschadet.“, sagte Kaede trocken.
Mutter schüttelte den Kopf.
„Du brauchst dich nicht hinter deiner Verachtung vor ihm zu verstecken. Ich bin mir sicher, das ihr auch gute Zeiten hattet, du willst sie mir nur nicht preis geben.“
„Weil ich dir schon gesagt habe, das ich kein Wort mehr über ihn verlieren werde. Und jetzt, würde ich vorschlagen das du verschwindest und mich damit in Ruhe lässt. Es reicht, ich will nichts mehr von ihm hören!“
„Du hast keine Ahnung davon, wie Mütter denken oder? Wir finden alles heraus. Gleich bei meiner Ankunft habe ich dieses brodeln gespürt, das in jedem von euch schlummert, ihr habt nur zu viel Angst darüber zu sprechen, da ihr euch vor weiterer Trauer fürchtet! Und ich wette, DU.......warst sicher diejenige die am meisten um ihn getrauert hat, als er nicht mehr da war! Es hat dich innerlich zerstört, als du deine Tat erkannt hattest! Ich meine gut, mag sein das Nana und Mayu das sehr mitgenommen hat, das ausgerechnet du ihn aus ihrem Leben gestrichen hast, aber innerlich, wurdest du von diesen Schuldgefühlen aufgefressen und hast darum gebettelt das er wieder zurück kommt!“
Kaede drehte sich weg und beachtete sie nicht weiter.
„Du glaubst, das du mich schon kennst, aber da irrst du dich. Du stellst meine Beweggründe in Frage, warum ich ihn getötet habe, dabei weißt du gar nicht was er mir angetan hat! Er hätte mir beinahe das weggenommen was ich versucht habe zu beschützen! Und wo warst du sein Leben lang?! Warum hast du dich so lange versteckt?!“
„Weil ich keine andere Wahl hatte. Es war, auf der einen Seite schwer für mich, mein eigenes Kind zu versorgen. Andererseits, war es besser für uns beide, getrennt voneinander aufzuwachsen und zu leben. Glaub mir, du bist nicht die erste mit der ich mich schon auf diese Weise rum schlagen muss. Vor einem Monat, habe ich das Mädchen getroffen, das steif und fest behauptet hat, das Rayo ihre Eltern getötet hat, aber dem war offensichtlich nicht so! Ich habe mich lange in Geduld mit ihr geübt, habe sie aus ihrer Misere und ihrem Elend herausgezogen und aufgenommen, als sie ihrer Rache nachjagte. Und ich denke, du kannst weder ihm, noch weniger dir selbst verzeihen, was zwischen euch beiden vorgefallen ist. Also wirklich Lucy, sag mir eins. Was, gab es noch für Optionen, als er dir gegenüberstand, als ihr euch das erste mal begegnet seid? Hättest du ihn da schon töten können, wenn du es gewollt hättest? Und was.........hätte dich daran gehindert, ihn zu töten? Wenn er selbst nicht der Grund ist, das du ihn nicht massakrierst und verstümmelst,........was dann?!“
Und da, blitzten wieder sowohl alte, als auch neue Erinnerungen in Kaede auf. „Und warum tust du es dann nicht? Wenn ich für dich ein solch großes Hindernis darstelle, wieso hast du mich dann noch nicht in Stücke gerissen so wie die zahllosen Menschen vor mir!“      „Du kannst niemanden mehr ohne Grund töten. Du brauchst ein klares Bild, um zu zuschlagen. Und ich stelle für dich also keinen Grund da. Aber wenn ich es nicht bin, der dich daran hindert, das du mich tötest, was ist es dann?! Verrate es mir endlich! Was hindert dich daran, mich zu töten, sag es mir!“
„Nein..........Schluss damit, aufhören!“, zischte Lucy und schüttelte den Kopf,“Ich will das nicht hören!“
„Ich habe dir eine Frage gestellt, Lucy.“, hackte Mutter scharf nach,“Was hat dich daran gehindert, ihn sofort bei eurer ersten Begegnung zu töten? Sag es mir!“
Mit Wucht, warf Kaede ihre Tasse gegen die Wand und sprang auf.
„Hör auf damit! Er ist tot! Lass mich in Ruhe!“
„Weil er genau das, eben nicht ist!“, begehrte Mutter auf,“Er lebt!“
Das Fenster zersprang und Kaedes Vektoren, hatten Mutter nun zur Gänze umkreist, sodass sie keinen Ausweg mehr hatte. Seiryu und Naomi hatten sich an die Wand hinter ihr geflüchtet und saßen nun zusammengekauert da. Die Pupillen auf das Minimalste zusammen geschrumpft und die Augen weit aufgerissen, stand Lucy mit rasenden Herzen vor ihr, dem Atem anhaltend, jetzt bloß keinen Fehler zu machen und doch noch zu zuschlagen. Draußen rauschte der Wind durch die Bäume und ließ die Blätter tanzen. Fast eine viertel Stunde stand sie regungslos da, bis eine ihr bekannte Melodie vor der Türe ertönte und alle den Kopf zur Seite wandten. Rin'ne trat ein und in der Hand hielt er die Spieluhr die leise die Melodie abspielte.
„Ich glaube, Saki hatte recht, was dich angeht, Lucy.“, sagte er und trat ein,“Du solltest wirklich anfangen, etwas sanfter mit deinen Artgenossen umzugehen. Ich bin mir sicher, du weißt noch wie das damals bei Nana und Mariko abgelaufen ist oder?“
„Was machst du hier?“, fragte Kaede ruhig und dachte gar nicht daran ihre Vektoren wieder einzuziehen,“Und wo sind die anderen?“
„Keine Sorge, die sind schon lange weg. Sind kurz zu Sakis Grab aufgebrochen um ihm ein wenig Gesellschaft zu leisten. Nicht nur Rayos „Tod“ hat sie schwer getroffen.“
„Hat man dir nie beigebracht, dass es unhöflich ist einfach rein zu platzen, ohne anzuklopfen?“, sagte Mutter und grinste schelmisch.
„Hätte ich sie etwa nicht beruhigen sollen?“, fragte der Casanova verwirrt und stellte die Spieluhr auf dem Tisch.
„Das habe ich nicht gemeint.“, erwiderte Mutter und ihr Grinsen verblasste,“Wie auch immer. Sie weiß nun Bescheid, das mein kleiner Prinz wieder wohlauf ist.“
Kaede setzte sich, was Rin'ne ihr gleich tat, und begann wieder ruhiger zu atmen.
„Was redest du da? Ich habe ihn eigenhändig getötet. Es ist,.......absolut unmöglich das dieses dumme Kleinkind immer noch am leben ist. Glaubst du etwa, dass verunsichert mich jetzt?“
„Du hast das falsch verstanden.“, sagte Mutter gelassen,“Er ist nicht „Immer noch“ am leben, sondern er lebt „wieder“. Ob du es nun glaubst oder nicht, aber so ist das nun mal. Er war zwar tot, hat es aber irgendwie geschafft, den Spieß umzudrehen und wieder zurück zu kehren. Ich bin mir selbst noch nicht sicher, wie er das geschafft hat.“
„Dann beweise es mir.“, konterte Kaede und ihr Blick verfinsterte sich.
„Ohoho, mit Vergnügen.“, sagte Mutter mit schneidender Stimme und holte ein paar Fotos hervor,“Sieh hin. Der Dummkopf hat zwar jetzt eine andere Frisur, aber er ist es.“
Leicht skeptisch betrachtete Kaede die Bilder. Da war der eine Abend, als ich mit Tomoe und Hikari im Kino war. Ich und Tomoe waren etwas mies gelaunt, weil es Anfangs Probleme mit dem Film gab und wir eine gefühlte halbe Stunde im Kinosaal warten mussten. Dann, als ich mich um die ohnmächtige Tomoe sorgte, nachdem ich sie aus einem Feuer gerettet hatte und dabei fast selbst umgekommen wäre. Ein anderes, zeigte mich, wie ich Tomoe nach ihrem Selbstmordversuch, mit dem Rollstuhl nach Hause schob. Ich hatte Augenringe, da ich die ganze Nacht durchmachen musste, um vor lauter Sorge und Verzweiflung nicht durchzudrehen. Das nächste zeigte mich, wie ich im Tiefschlaf in meinem Bett lag und Naomi breit grinsend für ein Selfie, sich ganz dicht an mich geschmiegt hatte. Das Bild was darauf folgte, sollte ein Beweisfoto von Naomi werden, wie sie Seiryu auf frischer Tat ertappt hatte, als der mich gerade, während ich schlief, mit der Bratpfanne erschlagen wollte. Dann war da noch meine Ankunft, Mutters Wohnzimmer, auf dessen Tisch sie mir ein wahres Festmahl, mit ihren Worten, von vier Tagen präsentiert hatte und darunter das desaströse Ergebnis, was ich zu verantworten hatte und mit prall gefüllten Bauch auf ihrem Sofa schlief und erst mal verdauen musste. Die nächsten, zeigten mich und Tomoe unter der Dusche. Unglaublich, das sie es geschafft hatte davon Fotos zu machen, ohne das wir es bemerkten! Natürlich war Tomoe das völlig egal, nur mir nicht! Und das letzte, zeigte mich, wie ich mit auf die unglaubliche Aussicht von Shinjuku blickte, auf eines der höchsten Dächer der Stadt. Dort stand es kurz vor der Dämmerung und die Sonne hatte dort meinen Schatten weit nach hinten geworfen. Aber Mutter waren noch einige Bilder dazwischen gerutscht, auf denen Naomi zum Beispiel ihre erste Probe mit einer Geige hatte und sich dabei sehr wichtig vorkam. Wobei nein, es war keine Geige, sondern ein Chello!
Nach alldem, was ich in den letzten Wochen und Monaten durchgestanden hatte, war ich froh nun an dem Ort zu sein, wo ich war. Weit weg von all dem Zweifeln und dem Bedauern, fern von all dem Hass und den Blutbädern die ich angerichtet hatte.
„Unfassbar.“, sagte Kaede dumpf, als sie auf die Fotos herabblickte,“Er, wird nicht mehr zurück kommen oder?“
Mutter schüttelte den Kopf und packte die Fotos wieder weg.
„So weit ich ihn richtig verstanden habe, wird er für sehr lange Zeit nicht mehr nach Kamakura kommen. Er muss erst einmal lernen, sich selbst zu verzeihen und herausfinden, wer er selbst eigentlich ist. Außerdem wird es in diesem Jahr gefährlich. Für uns alle.“
„Was soll das denn heißen?“, fragte Kaede.
„Das Jahr des roten Mondes.“, sagte Mutter,“Aber das, wirst du schon selbst noch erfahren. Es gibt eine Möglichkeit, wie du zu ihm kommst.“
„Tse, warum sollte ich ihn aufsuchen wollen?“, wich Kaede aus und zeigte ihr die kalte Schulter,“Im Grunde genommen, bin ich ihm doch genauso egal wie die anderen.“
Mutter stieß ein verdruckstes Kichern aus.
„Ich bitte dich. Er hat von euch geschwärmt! Gerade von dir und Nana! Ich weiß, sowohl er, als auch sein Vater mögen auf den ersten Blick, recht begriffsstutzige, kaltschnäuzige Grobiane sein aber glaube mir, wenn du sie erst mal satt bekommst, werden sie so sanft wie die Lämmer auf der Wiese. Du hättest ihn mal sehen sollen, als er sich freiwillig gemeldet hat um Tomoe sein Blut zu spenden, damit sie weiter leben kann. Er hat sich richtig ins Zeug gelegt, damit sie ihm ihre Dankbarkeit zeigt, aber bis heute hat das kleine Biest das nicht gemacht.“, sie grinste,“Und ich bin fest davon überzeugt, das sie sich gegenseitig den Kopf verdreht haben.“
Sie begann zu lachen und Rin'ne und Kaede, starrten sie verdutzt an. Was hatte sie damit gemeint? „Sollte das etwa, eine Anspielung auf unser Experiment sein? Aber.........Moment mal, sie war an den Tagen doch nie zu Hause! Wir haben immer alles abgesucht, um sicher zu gehen das wir alleine sind! Hat das also zu bedeuten, das sie von Anfang an über alles Bescheid wusste? Hatte sie etwa alles eingefädelt, damit ausgerechnet ich und Tomoe zum Ryokan gehen, nur um.........oh nein. Sie hat uns also nie aus den Augen gelassen, wenn wir zu Hause waren und das Tomoe bei ihr einziehen sollte, als Mitbewohnerin, war demnach auch also nur eine List von ihr?! Von meiner eigenen Mutter?! Sie war es auch die mir den Tipp mit dem Kino gegeben hat, um mich mit Tomoe zu versöhnen! Irgendetwas, hatte Mutter geplant, etwas was mit der Reise zum Ryokan zu tun hatte. Sicher war dieses „Etwas für meine Bildung tun“, nur ein Vorwand. Ich hoffe ich finde es noch früh genug heraus.“
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast