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7 Shots: eine Oneshotsammlung

Kurzbeschreibung
OneshotLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Anders Kjølholm Jon Larsen Kaspar Boye Larsen Michael Schøn Poulsen Rob Caggiano Thomas Bredahl
19.06.2018
31.01.2019
3
13.440
2
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Dieses Kapitel
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19.06.2018 3.094
 
Vorwort

Wie immer gehören sich die beschriebenen Personen selbst, die Handlung ist frei erfunden und ich hege mit diesen Schreiberlingen keinerlei Ertragsabsichten. ;) Viel Spaß!

Dieser Oneshot ist inspiriert von Volbeats Auftritt im House of Blues, Anaheim, 2011 - das Video dazu ist auf der DVD von 'Live from Beyond Hell/Above Heaven' zu finden.


First Shot - Little Angelfuck

"Sind wir schon fertig?" Ein geschlossenes 'Nein!' kommt aus dem Publikum zurück. Michael wiederholt seine Frage energischer, und umso lauter folgt die Antwort. "In Ordnung, das ist Kampfgeist. Wollt ihr einen Coversong?" Er wischt sich die schweißnassen Strähnen mit beiden Händen von der Stirn und fährt fort: "Wir mögen die Misfits, was mögt ihr so? Mögt ihr Misfits?" Das Jubeln der Fans schwillt an, Arme werden hochgeworfen. Er lässt seinen Blick über die einzelnen Gesichter schweifen, richtet nebenbei sein Mikrofon, das irgendwie nicht den richtigen Winkel behalten will. "Okay, legen wir los, aber bevor wir anfangen, brauche ich ein bisschen Hilfe von einem Typen mit Gitarre. Also macht ein bisschen Lärm." Sein Blick wendet sich zu seiner Rechten, an den Rand der Bühne, wo ein bekannter Musiker auf sein Zeichen wartet. "Da ist er! Macht ein wenig Krach für fucking Rob!" Der langhaarige Gitarrist der befreundeten Bands tritt selbstsicher aber zurückhaltend nach vorne und umarmt ihn brüderlich zur Begrüßung, ehe er sich professionell an das Setup an Effektgeräten auf dem Boden stellt. "Ist mir wahrlich eine Ehre," merkt Michael an, bevor er das Publikum weiter aufzieht, "Ihr wisst, wer das ist, oder?" Rob wirft sein offenes Haar zur Seite und verweist scherzhaft auf sein schwarz-grünes Misfits-Shirt. "Er ist der Unpassende. Nein, er ist das hübsche Mädchen von Anthrax." Rob kann nicht anders, als über diese Aussage zu grinsen und wird sofort von Thomas in die Mangel genommen, wegen der Farbe seiner Gitarre. Ob er bei Prince gespielt hat, fragt der Däne ihn mit breitem Grinsen. Ohne weitere Zeit zu vertrödeln, stellt Michael den Song vor und sie feuern die Punknummer mit Energie und Enthusiasmus hinaus. Der Amerikaner versucht sich zwischen den Gesangsparts an ein paar Soli, die aber dank der Lautstärkeabmischung fast untergehen. Nichts desto trotz kreischen die Leute vor Begeisterung und er versucht sich bei all seinen Kollegen zu verabschieden, als er die Bühne verlässt. Zufrieden lächelnd fordert Michael die Fans auf, für Rob eine Runde Applaus zu geben: "... das ist ein echter Gitarrenspieler."

Der Schweiß tropft ihm aus den Haaren, sein ärmelloses, schwarzes Shirt ist komplett vollgesogen, als der Sänger nach der allerletzten Zugabe auf die Umkleiden zusteuert. Mit dem Handtuch im Nacken, lässt er sich erstmal vor seiner Reisetasche mit den Zweitklamotten auf einen Hocker nieder. Erschöpft wischt er sich das Gesicht trocken und rubbelt sich durch die Haare, damit das Meiste an Feuchtigkeit aufgesogen wird. "Rob... Verdammt, wenn ich ihn nicht versäumen will, muss ich mich beeilen." Es ist die Nacht vom neunten April 2011, ihr Auftritt in Anaheim im House of Blues ist phänomenal gewesen. Das Adrenalin, die Euphorie zirkuliert noch immer im Körper, und an Schlaf ist nicht zu denken. Er wäscht Gesicht und Arme mit kaltem Wasser, trocknet sich abermals und wirft ein frisches Shirt über, um dann nach dem Gitarristen zu suchen, dessen Band, The Damned Things, wird Volbeat als Vorband einige Konzerte lang unterstützen.

Dieser lehnt lässig und geduldig an einer Wand, das lange Haar schon längst zu zwei geflochtenen Zöpfen zusammengefasst, die unter der schwarzen Wollmütze hervorragen. Mit seiner Linken umfasst er den rechten Unterarm. Als er Michael bemerkt gehen seine Mundwinkel nach oben und er hebt seinen Kopf selbstsicher an, um ihn zu grüßen. "Hey Rob, tut mir leid, ich hab mich eben noch umgezogen. Und? Wie hat es dir gefallen?" "Kein Ding, es war klasse, genauso wie gestern," lächelt der New Yorker, "Bist du denn selbst zufrieden?" Michael runzelt die Stirn: "Wieso sollte ich nicht zufrieden sein? Die Leute haben gefeiert und wir haben Spaß gehabt. Mehr kann man sich nicht wünschen." Kurz tritt eine merkwürdige Stille ein, ehe Rob wieder das Wort ergreift: "Das hübsche Mädchen von Anthrax, hm? Willst du mir vielleicht etwas sagen?" Es klingt herausfordernd, aber keinesfalls beleidigt, eher neugierig. Der Däne schnaubt grinsend: "Naja, wenn ich dich gerade so ansehe, muss ich sagen, du bist vermutlich weltweit der einzige Mann, der Zöpfe so tragen kann, ohne, dass es dämlich aussieht." Er lacht kopfschüttelnd. "Tolles Kompliment, danke, Mann." sagt er ironisch. "Ernsthaft, sie stehen dir, das macht dich... interessanter..." Michael hält verdächtig lange Augenkontakt, bevor es ihm selbst auffällt und er sich räuspert: "Und... was liegt bei euch heute noch an?" Schulterzuckend antwortet Rob: "Eigentlich nur auf Scott und die anderen warten, das kann noch eine Weile dauern, sie feiern ziemlich gern. Und ihr?" Ergeben seufzt der Sänger: "Wir müssen warten, bis Ton- und Lichttechniker fertig abgebaut haben, sie fahren in unserem Bus mit, also sicher noch 'ne Stunde, eher mehr. Wir könnten sonst in den Dressing Room, Jon, Thomas und Anders warten bestimmt schon im Bus oder sind etwas Trinken gegangen."

Der Gitarrist nickt und folgt ihm in den Umkleideraum, wo tasächlich schon die Taschen der anderen Musiker fehlen. Rob schließt die Tür hinter sich, der Raum ist spärlich mit ein paar Sitzgelegenheiten ausgestattet, ein billiger Tisch steht mittig dort und einige Kleiderstangen ermöglichen das Aufhängen von Bühnenbekleidung. "Wir könnten zwar auch etwas Trinken gehen, aber ich hätte noch eine halbe Flasche Whiskey hier, allerdings ohne Gläser, wenn es dich nicht stört?" schlägt Michael vor, nachdem er geschäftig in seiner Tasche gekramt hat. "Wow, also für das zweite Date ist die Betankung lausig," witzelt der Amerikaner. "Date? Hab' ich was verpasst?" "Nein, war nur n'Scherz," schüttelt er den Kopf und setzt sich auf das heruntergekommene Sofa. Michael setzt sich neben ihn und reicht ihm die Flasche, aus der Rob einen ordentlichen Zug nimmt. "Was ist los? Schlechter Tag?" Er kann erst antworten, als nach einigen weiteren Schlucken Whiskey das Brennen in seiner Kehle verschwunden ist und eine angenehme Wärme hinterlässt: "Nein, vielleicht will ich mir auch einfach nur Mut antrinken." Mit einem verdutzten Gesichtsausdruck stellt der Sänger die Flasche auf den Tisch: "Mut wofür?" Lächelnd schüttelt Rob den Kopf, aber Michael sieht sofort, dass etwas nicht stimmt. Wann immer sie sich getroffen haben, haben sie stundenlang über Musik und alles Mögliche philosophieren können. So veschlossen ist Rob selten gewesen - zumindest, seit Michael ihn vor etwa einem Jahr kennengelernt hat. "Hast du schonmal mit einem Mann geschlafen?" Er spricht die Frage an Michael aus, ohne ihn anzusehen, seine Zähne malträtieren wie ein Mahlwerk seine Unterlippe, die Stille nun schon bedenklich lang. Sein Puls geht in die Höhe, hat er ihn das gerade wirklich gefragt? "Nein... noch nicht." Hoffnungsvoll wendet Rob seinen Blick zurück zu seinem Gesprächsparnter. "Heißt das, du könntest dir vorstellen, mit mir...?"

Ein paar Tage zuvor. Über beide Ohren grinsend betritt Rob den Proberaum, wo er ein letztes Mal vor der kleinen Tour mit The Damned Things und Volbeat mit Scott die Setlist durchspielen will. "Ohhh, da freut sich aber jemand auf die Tour, in der Regel hältst du ja gar nichts von Proben," zieht ihn der glatzköpfige Frontmann und Blutsbruder von Anthrax auf. "Du kannst dir nicht vorstellen, wie ich mich freue, die Jungs wieder zu sehen. Letztes Jahr hatte ich denen einige Filmrisse zu verdanken." Verschwörerisch streicht sich Scott über den Bart: "Und du bist dir sicher, dass es nicht nur die Filmrisse sind, die du vermisst hast?" Die Augenbrauen ziehen sich fragend unter Robs Mütze zusammen. "Ich meine... es würde erklären, warum du noch immer Single bist... und nicht viele, naja eigentlich so gar keine Groupies abschleppst." Skeptisch, und vor allem unbeeindruckt, wandert eine Braue nach oben, als Rob antwortet: "Scott? Hat dir schon mal jemand gesagt, wie bescheuert du bist?" "Komm schon, mach dir nichts vor, wir beide wissen doch, dass es stimmt. Also, wer ist es? Anders? Stattlicher Bursche, gute Statur. Jon? Auf den ersten Blick recht miesepetrig, aber toller Humor. Nein, Thomas? Zugegeben, wäre ich schwul, wäre er nicht ganz so mein Typ." "Scott... Scott! ... Scott!!" Erst nach dem vierten, fünften Aufruf seines Namens lässt sich der ziegenbärtige Gitarrist unterbrechen, ehe er ungehindert weitermacht: "Nein, du willst natürlich den Hauptgewinn! Uhhh... Michael ist ein heißes Eisen, das stimmt, aber er hat kürzlich geheiratet... ganz ehrlich? Lass die Finger davon..." Mit einem geschlagenen Ächzen setzt Rob sich auf den Barhocker, der vor seinem Verstärker steht. "Scott, bitte... Selbst, wenns so wäre, du kennst mich... ich halte mich sowieso von Beziehungen fern. Und ganz nebenbei... da ist Nichts..."

"Sag mal, Jon, was ist so besonders an diesem Rob, dass Michael fast nur von ihm erzählt?" fragt Thomas den im Flugzeug neben sich sitzenden Schlagzeuger. "Keine Ahnung, er ist auf alle Fälle ein toller Gitarrist, so viel Können haben Wenige. Aber Scott und die anderen haben auch ihre Stärken, und das weiß Michael auch. Vielleicht denkt er einfach an eine Möglichkeit, mal ein paar Songs von ihm produzieren zu lassen, immerhin hat Rob ein eigenes Tonstudio und schon einige tolle Projekte rausgebracht. Wieso fragst du?" "Es wirkt nur so, als würde er von ihm schwärmen, fast schon so, als wäre er verliebt..." Genervt rollt Jon mit den Augen: "Das ist doch Schwachsinn, er hat eben erst Lina geheiratet, würde mich wirklich wundern, wenn er jetzt plötzlich schwul wäre."

Vehement schüttelt Rob den Kopf, als er fluchend einlenkt: "Vergiss es... Vergiss, was ich gesagt habe. Fuck, ich will deine Ehe nicht kaputtmachen. Das ist ein Riesenfehler... verdammte Scheiße, wie kann ich nur so blöd sein?" "Du hast Recht. Ich bin enttäuscht." Schockiert schnellt sein Blick zurück zu Michael. "Ich bin enttäuscht, dass du aufgehört hast, zu kämpfen, bevor du überhaupt in den Ring gestiegen bist. Niemand hat je behauptet, dass meine Ehe mit Lina glücklich ist oder der Norm entspricht. Wir haben sozusagen so etwas, wie eine Übertrittsvereinbarung. Seitensprünge sind für sie etwas ganz Normales, sie nutzt die Vereinbarung schon seit geraumer Zeit und es wird nicht lange dauern, bis diese 'Ehe' nur noch auf dem Papier existiert. Man heiratet auch schließlich nicht seine beste Freundin..." Abschließend zu dieser Aussage zuckt Michael nur mit den Schultern und trinkt auch ein bisschen Whiskey, bis der Inhalt der Flasche auf einen kläglichen Rest geschrumpft ist. "Dann ist es also in Ordnung für dich?" Der Däne lacht: "Du machst Witze, oder? Ich habe gehofft, dass wir hierherkommen würden. Dass ich Zeit mit dir verbringen kann, und vielleicht auch..."

Es ist ein stummes Einverständnis, mit dem sie sich aneinander herantasten, eine Hand legt sich zögerlich auf Michaels Oberschenkel, während Rob mit der Anderen den Nacken umfasst und ihn erforschend küsst. Der Sänger lässt seine Hände auf Seite und Brust des Amerikaners auf und ab wandern. Der Kuss entwickelt sich bald zu einem fordernden Zungenspiel, welches das Blut unerwartet schnell nach unten schickt. Beide sind nicht unerfahren, aber es ist neues Terrain, auf dem sie sich befinden, weshalb sich hier und da ein Zögern einschleicht. Frech ertastet Michael die Beule in Robs Schritt, der daraufhin keuchend vom Kuss ablässt. Mit den Fingerspitzen zieht der Amerikaner ebenfalls die Wölbung in Michaels Hose nach. "Das ging schneller, als erwartet..." schnauft er grinsend. Das nimmt der Däne als Aufforderung, die Jeans von Rob zu öffnen und seinen Ständer freizulegen. Auch der Gitarrist öffnet Gürtel, Knopf und Reißverschluss um Michaels Erektion von überflüssigem Stoff zu befreien. Er lässt seine Hand einige Male bewundernd daran auf und ab gleiten, der Sänger beißt sich auf die Unterlippe, der Griff hat einen gut dosierten Druck, sein Zeigefinger spielt gekonnt mit der Eichel, fährt genau die Kanten des Kopfes entlang, was ein fast schon elektrisierendes Kribbeln freisetzt. Er dreht sich weiter zu ihm, um ebenfalls Robs Männlichkeit massieren zu können, sofort merkt er, wie sehr seine Bewegungen den Amerikaner aus dem Konzept bringen. "Schon so übefällig?" Grinsend verneint er: "Nein, ich hab mir nur gerade vorgestellt, was du alles mit mir machen könntest..." Verwegen gehen Michaels Mundwinkel nach oben: "Lass hören." "Neunundsechzig?" schlägt Rob unschuldig vor. "Mir gefällt, wie du denkst, aber... ich konnte noch nicht duschen." Der Gitarrist tut es lachend ab: "Glaubst du ich? Nebenbei bemerkt, riechst du so gut, dass du gar nicht soweit kommst, jetzt noch Richtung Dusche abzuhauen, dafür sorge ich schon." "Das werden wir sehen..." kontert Michael herausfordernd und legt sich auf das Sofa, während Rob eine angenehme Position sucht und sich über ihn stützt. Begierig umschließt Rob den Schwanz unter ihm mit den Lippen, stockt kurz, als er den Mund des Sängers an seiner eigenen Spitze spürt. Er versucht, so viel wie möglich von Michaels Länge in sich aufzunehmen, muss aber einsehen, dass es bereits nach der Hälfte anfängt, unschön zu werden und er die Hand zur Hilfe nehmen muss. Michael geht ähnlich vor, indem er Zungen-, Lippen- und Handspiel häufig wechselt. Das gelegentliche Stöhnen fühlt sich pervers gut an und heizt sie gegenseitig an, bis die Oberschenkelmuskulatur des Amerikaners immer wieder zu zucken beginnt, wenn Michael einen besonders empfindlichen Punkt trifft. "Warte... wenn du so weitermachst, knicke ich ein..." keucht er mit beschleunigtem Atem. Der Däne macht schon Anstalten aufzustehen, aber Rob hält ihn zurück, indem er sich einfach umdreht und sich auf ihm niederlässt. Er umfasst die beiden Erektionen und stößt in die Enge, gleitet an Michael entlang, der den Kopf seufzend in den Nacken wirft. Die Bewegung beibehaltend, zieht Rob ihn wieder in einen Kuss, der dieses Mal anders schmeckt, viel vertrauter, natürlicher. Der Griff wird enger und das Tempo schneller, ihr verhaltenes Stöhnen lässt sie den Kuss wieder unterbrechen, er spürt das aufbegehrende Pulsieren und Zucken, was den Gitarristen dazu verleitet, noch einen Zahn zu zu legen. Die Empfindung, Spitze an Spitze, so eng und verbunden, lässt Michael sich aufbäumen, als sein Höhepunkt ihn ungeahnt schnell überrollt. Rob folgt ihm, ergießt sich mit ihm auf Michaels Bauch.

Nach einer kurzen Verschnaufpause zieht der Sänger sein Shirt aus, wirft es in die grobe Richtung seiner Reisetasche und zieht den Gitarristen, dessen angestrengte Atmung sich beruhigt, zu sich. "Das war verflucht geil..." "Du sagst es," antwortet Rob mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen. Einge Minuten später wird ihm allerdings ihr enger Zeitrahmen bewusst, er richtet sich mit grübelndem und betrübtem Blick wieder auf. Deshalb stellt er gleich die Frage, vor der er schon am Anfang ihrer Zweisamkeit am meisten Angst gehabt hat: "Bevor ich gehe...War... war das jetzt eine einmalige Sache?" Michael erlaubt sich eine kurze Denkpause, er möchte nichts Falsches sagen: "Wir können das gerne wiederholen, wenn du möchtest." "Das klingt so, als würdest du das nur machen, um mir einen Gefallen zu tun..." schnaubt der New Yorker ernüchtert, er erhebt sich langsam und will in Richtung Tür gehen. "Komm schon, Rob, du weißt, dass ich das nicht so gemeint habe." Der Däne hält ihn, knapp, bevor er den Türgriff erreicht, auf. Rob dreht sich um und hebt herausfordernd sein Kinn, das Gebahren hat etwas Gangsterhaftes, noch dazu verschränkt er die Arme vor der Brust. "Hast du denn überhaupt Gefühle für mich?" Überrumpelt klappt Michaels Mund wortlos auf und zu, natürlich empfindet er mehr für Rob, aber er kann es momentan nicht in Worte fassen, was er noch schmerzlich bereuen sollte. Schneller, als er reagieren kann, greift der Gitarrist seiner Antwort vor, "War ja klar, dass ich mich hier nur zum Affen mache. Tut mir übrigens nicht mal wirklich leid, dass ich vielleicht der Seitensprung bin, der deine Ehe zerstört." Das hat gesessen. Und dann ist er auch schon durch die Tür verschwunden und lässt Michael hilflos nach Worten ringend zurück.

Er findet ihn einige Minuten später auf dem Parkplatz auf dem Bürgersteig sitzend. Stößt nachdenklich und apathisch den Rauch seiner Zigarette in die Nachtluft. "Wirst du mir zuhören, wenn ich jetzt versuche, mich zu erklären?" fragt Michael vorsichtig, er zieht die Sweatjacke, die nun hat herhalten müssen, enger zusammen. "Das kommt darauf an, was du zu sagen hast," antwortet der Gitarrist trocken. Ergeben seufzt der Sänger: "Gerade eben hatte ich weder den Mut, noch die Gewissheit, dir zu sagen, wie ich für dich empfinde... Ehrlich gesagt, fehlt mir das auch jetzt noch... Aber da ist definitiv mehr, als Freundschaft, sonst wäre die Nummer vorhin gar nicht erst zustande gekommen." Unbeeindruckt schnippst Rob etwas Asche von seiner Kippe, bevor er wieder daran zieht, den Blick starr nach vorne gerichtet. Michael fährt fort: "Du bist attraktiv, du schmeckst gut, hast einfach magische Hände und mit dir hatte ich bis jetzt immer nur geniale Gespräche. Etwas in mir zerbricht schon jetzt, wenn ich daran denke, dass ich es verbockt habe, bevor wir die Chance überhaupt nutzen konnten." Nachdem er die Zigarette auf dem Asphalt vor sich abgetötet hat, sieht er zu Michael hoch und bedeutet ihm mit einem versöhnlichen Kopfnicken, sich neben ihn zu setzen: "Es tut mir leid was ich vorhin vom Stapel gelassen habe, ich habe wohl etwas zu emotional reagiert. Mit der Zeit habe ich einfach gelernt, mir keine allzu großen Hoffnungen zu machen. Und ich komme irgendwie nicht damit klar, dass du das so leicht hinnimmst, Lina betrogen zu haben... oder hab ich was verpasst?" "Wie ich schon gesagt habe, ist dieser Ring nur Deko. Wir führen eine Ehe ohne Regeln und Einschränkungen, damit es für unser Umfeld nach heile Welt aussieht. Jeder kann tun und lassen, was er will." klärt ihn Michael nochmal auf. "Also könnten wir sozusagen die kommenden acht Tage, die wir euch noch begleiten, dazu verwenden, herauszufinden, was wir füreinander wirklich empfinden?" "Wenn du mir nochmal die Chance dazu gibst? Dann organisiere ich auch etwas Anständiges zu trinken." fragt der Däne hoffnungsvoll. Rob antwortet herausfordernd: "Davon, dass du eine zweite Chance verdienst, musst du mich erstmal überzeugen."  "Ich glaube, das kriege ich hin." grinst Michael verschwörerisch.
 
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