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OneshotFamilie, Freundschaft / P12
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
19.06.2018
19.06.2018
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Eine Kleinigkeit, die ich einer Freundin versprochen habe.
Hoffe, das sagt dir mehr zu. :D <3

Viel Spaß!
~ Denny

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Detroit: Become Human - Connor, Sumo & Hank
                     INSTRUCTIONS


Braune Augen starrten stur zu ihm hinauf und er erwiderte den Blick seinerseits genauso entschlossen. Er würde diesem Tier gegenüber jetzt nicht einfach aufgeben, das stand für ihn außer Frage. Als Android hatte er den längeren Atem.
Wäre ihm das Konzept von Humor mittlerweile begreiflicher, hätte er darüber wahrscheinlich lachen können, aber soweit war er mit den menschlichen Emotionen noch nicht.
Also verschränkte Connor nur die Arme vor der Brust und hielt Sumos Blick stand.
Sein Grundwissen sagte ihm, dass man Hunden eigentlich nicht so lange bewusst in die Augen sehen sollte, aber Sumo schien sich dadurch in keinster Weise angegriffen zu fühlen, also kümmerte der Android sich nicht weiter darum.
Der sanfte Riese saß Connor jetzt schon seit rund zehn Minuten gegenüber und bewegte sich nicht mehr vom Fleck. Wäre er nicht ein Android, sondern ein Mensch, dann würde es Connor vermutlich interessieren, für was für einen inkompetenten Hundebesitzer die anderen Menschen im Park ihn hielten – aber er war keiner, also kümmerte es ihn nicht, wie viele Spaziergänger ihn skeptisch beäugten, als sie vorbeiliefen.
„Sumo, wenn du dich nicht bald bewegst, kommst du zu spät zu deinem Termin“, versuchte er es mit Vernunft – auch wenn ein Teil seines Systems ihm sagte, dass er sich naiv verhielt, wenn er wirklich glaubte, dass er bei einem tierischen Verstand mit Vernunft arbeiten sollte.
Sumo leckte sich nur einmal die Lefzen und blickte weiterhin unbeeindruckt zu ihm auf.
Connor runzelte verärgert die Stirn und verlagerte sein Gewicht, sodass er sich etwas zurücklehnen konnte.
Hätte er dem Lieutenant doch nur nicht vorgeschlagen, sich darum zu kümmern, als dieser spontan auf das Revier bestellt wurde.
Jetzt war er auf halber Strecke zum Tierarzt für eine Impfung und der riesige Hund bewegte sich keinen Millimeter mehr.
Connor hätte ihn sicherlich tragen können – wenn der Hund nur nicht so groß wäre.
Er sah sich ratlos um; Futter könnte den entscheidenden Unterschied machen, doch er wusste nicht, wo er welches herbekommen sollte, ohne dass er den Hund aus den Augen lassen musste.
Seine Finger hatten sich derweil verselbstständigt und seine Münze gezückt, die nun über seine Finger rollte und zwischen seinen Händen und Fingern wechselte, während seine Systeme mögliche Pläne vor ihm ausbreiteten, wobei er jeden einzelnen nur verwerfen konnte, da einer absurder als der nächste auf ihn erschien.
Der einzige, der in seinen Augen Sinn machte, wäre, den Lieutenant anzurufen, seine schlechte Laune in Kauf zu nehmen und ihn um Rat zu fragen, was er tun konnte, um Sumo wieder zu bewegen. Eigentlich ging das Connor wirklich gegen den Strich, er wollte sein Scheitern nicht eingestehen, wenn er vorher noch völlig überzeugt beteuert hatte, dass er das erledigen konnte.
Sumo legte schon beinahe provozierend den Kopf schief und Connor atmete tief durch – unnötigerweise, wohlgemerkt.
„Gut“, gab er nach und hob bereits zwei Finger an seine Schläfe, wo seine LED saß, als sein Audioprozessor eine bekannte Stimme registrierte.
„Du hattest eine verdammte Aufgabe, Connor. Eine einzige.“
Der Angesprochene ließ seine Hand wieder sinken und wandte sich in die entsprechende Richtung. Er rechnete schon mit einer Standpauke, stattdessen stand sein Partner mit verschränkten Armen einige Meter entfernt – und lächelte. Er schüttelte auch den Kopf, aber er lächelte.
„Es tut mir leid, Lieutenant“, gab Connor standardmäßig von sich, aber er hörte seine eigene Verwirrung in seiner Stimme.
Hank pfiff einmal und schlug gegen sein Bein, Sumo erhob sich wie selbstverständlich von seinem Platz und trabte zu seinem Besitzer, um ihn hechelnd zu begrüßen.
Connor blickte dem Hund hinterher, seine Systeme meldeten ihm eine Mischung aus Unglauben und dem Gefühl, betrogen worden zu sein. Er wurde tatsächlich soeben von einem Hund übertrumpft.
„Mach dir nichts draus, Connor, das hat er früher mit mir auch gemacht – deswegen hab' ich mir irgendwann einen Weg um den Park rum gesucht.“
„Aber das ist der mit Abstand kürzeste Weg“, protestierte der RK800 kurzerhand und Hank schmunzelte.
„Weiß ich. Weiß auch Sumo. Deswegen hab ich das hier ja auch kommen sehen.“ Er lachte und schickte seinen Hund mit einer simplen Bewegung voraus, worauf dieser in die entsprechende Richtung trabte. „Glaub niemals, dass du dem Dickschädel irgendwas entgegenzusetzen hättest. Das lässt er nur jeden glauben.“
Connor folgte seinem Partner, er fühlte sich irgendwie zerknirscht. Das musste wohl die Enttäuschung sein. „Warum hört er dann jetzt auf Sie ohne Probleme und geht weiter?“
„Weil wir das schon vor Ewigkeiten geklärt haben. Er respektiert mich als das ranghöhere Tier in seinem Rudel.“ Er zuckte mit den Schultern, seine Hände steckten in seinen Jackentaschen. „Solange er das bei dir nicht auch tut, wird er immer wieder seine Grenzen austesten.“
„Wieso dieser Aufwand, wenn sie auch einfach Befehlen folgen könnten?“, fragte Connor irritiert und Hank blickte ihn mit hochgezogener Augenbraue von der Seite an.
„Wirklich? Das fragst gerade du? Du warst selber vor 'ner Weile noch wie ein Hund. Hast nur auf Befehle von oben gehört oder auf das, was deine Programmierung von dir wollte. Und dann hinterfragst du, warum Hunde so reagieren, wie sie's eben tun? Die Biester haben auch einen eigenen Willen, sie treffen auch ihre Entscheidungen. Sie suchen sich eben aus, wen sie als ihren Chef sehen und folgen dann dem. Du bist für Sumo nicht ranghöher, deswegen geht’s ihm am Arsch vorbei, was du von ihm willst. Ende der Geschichte.“
Connor nickte einmal. „Das ergibt vermutlich Sinn.“
Hank schüttelte nur den Kopf und folgte weiterhin seinem Hund.
„Wenn Sie doch wussten, dass das passieren würde, warum haben Sie mich dann mit Sumo gehen lassen?“
Einen Moment lang erhielt er keine Antwort, dann drehte sein Partner sich etwas in seine Richtung beim Laufen. „Vielleicht wollte ich einfach, dass Sumo dich langsam als Teil seiner Familie sieht“, sagte er und versuchte durch eine vage Handbewegung scheinbar das Gewicht aus dieser Aussage zu nehmen, Connors Scanner registrierten jedoch seine Anspannung.
Der Android wurde einen Moment etwas langsamer. Teil der Familie? Die Worte jagten durch sein System, wurden für ihn jedoch nicht wirklich greifbar. Er wusste, was sie bedeuteten, aber was sein Partner damit implizierte, überraschte ihn. Er beschleunigte seinen Schritt wieder, um aufzuschließen und aus einem Impuls heraus streckte er die Hand bereits nach Hanks Arm aus, stoppte jedoch kurz vorher und ließ sie wieder sinken, als würde eine höhere Instanz es ihm verbieten, das zu tun.
Connor passte sich dem Schritttempo des Lieutenants an und beobachtete Sumo, der schwanzwedelnd vor ihnen herlief, während er versuchte, die ganze Bedeutung hinter dem zu verstehen, was Hank gesagt hatte.
Er sollte Teil von Sumos Familie sein? Von Hanks Familie? Für ihn schien das schwer begreiflich; Androiden hatten für das Konzept von Familie meist nur das Verständnis, das die Programmierung ihnen lieferte. In seiner eigenen Programmierung existierte dementsprechend nur das Wissen darum, das er benötigte, um sich optimal anpassen zu können. Selbst Teil dieses Konstrukts sein zu können, war ihm nie als eine Möglichkeit erschienen.
„Hank“, hob er nachdenklich an, doch weiter kam der RK800 nicht.
„Halt einfach die Klappe, Connor.“
Connor folgte der Anweisung einfach nur und lief schweigend weiter neben seinem Partner her, folgte ihm auf dem Weg zu Sumos Tierarzt, während der Hund mit seiner Nase die Umgebung in Augenschein nahm, jedoch dabei stetig vor ihnen herlief.
Teil der Familie.
Ein ungewohntes Gefühl.
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