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Cause you are the one

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Clay Jensen Justin Foley Tony Padilla
19.06.2018
21.07.2018
18
31.095
7
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
19.06.2018 1.759
 
Guten Tag ihr lieben! ♥
ich schon wieder, höhö.
zum 2x heute.. ich weiß auch nicht, es hat mich gepackt :p
ich möchte gar nicht viel sagen, außer viel spaß!

Alle genannten Personen gehören nicht mir,
sondern sind lediglich ausgeliehen.


»Du musst das nicht tun, Tyler.« Clay hatte die Hände erhoben und sah abwechselnd in das ausdruckslose Gesicht seines Mitschülers und in den Lauf der Waffe, mit der dieser direkt auf seinen Oberkörper zielte. Er hatte keine Ahnung, weshalb er die Schule verlassen und sich in diese Gefahr begeben hatte. Vielleicht hatte er einfach nicht gewollt, dass noch jemand sterben würde. Noch jemand leiden musste. Für einen Moment hatte er die Welt ein kleines bisschen besser machen wollen und nun stand er da, im Schussfeld eines verzweifelten Jungen, der bis unter die Zähne bewaffnet war. Und es gab kein Zurück.

Tyler lachte auf. »Was weißt du denn schon, Clay?« Er machte eine Pause, sein Mund zu einem höhnischen Lächeln verzogen. »Sie haben es verdient zu sterben.«

»Das ist nicht wahr und das weißt du.«, sagte Clay leise. Er ließ die Hände sinken und ging einen kleinen Schritt auf seinen Mitschüler zu.

»BLEIB STEHEN!« Der Bewaffnete sah sich gehetzt um und riss die Arme etwas höher, den Lauf nun auf den Kopf seines Gegenübers gerichtet. »Ich warne dich, bleib wo du bist oder du bist der erste der stirbt.«

Clay gehorchte. Er hielt abrupt an. In seinem Kopf überschlugen sich die Gedanken und sein Herz pochte unüberhörbar gegen seinen Brustkorb. Er konnte jeden einzelnen Schlag spüren und doch bereute er es nicht. Er wollte, dass Tyler zur Vernunft kam oder zumindest, dass die Leute in der Schule sich in Sicherheit bringen konnten. Es kam ihm nicht richtig vor sich selbst zu retten, während andere für ihn sterben würden. Er wusste, dass es hierbei nicht um ihn persönlich ging und wahrscheinlich hätte Tyler ihn sogar verschont, wenn er sich noch im Gebäude aufgehalten hätte, wenn die Schießerei begonnen hätte, aber er hätte noch mehr Mitschüler sterben sehen müssen. Sie hätten aufgehört zu existieren. So wie Hannah.

»Tyler...« Er legte den Kopf schief. »Guck mich an, verdammte Scheiße! WAS soll das hier ändern? Es wird immer irgendjemand weitermachen. Es wird immer einen Tyrannen unter uns geben. Einen, dem es egal ist ob die anderen glücklich sind oder totunglücklich.« Vorsichtig ging er einen Schritt auf ihn zu, die Hände erneut erhoben. »Das willst du nicht tun...«

In dem Moment, als er zu Ende gesprochen hatte, passierten mehrere Dinge gleichzeitig. Tyler griff fester um den Lauf seiner Waffe, fixierte einen Punkt hinter ihm und dann hörte Clay das Schreien von Justin und Tony irgendwo in der Ferne. Ein Knall ertönte, dann noch einer und er sackte zusammen, die Hand auf den Bauch gepresst, die Augen vor Schreck geweitet. Tyler hatte geschossen. Ohne zu zögern. Und er hatte getroffen.

»CLAY!« Tonys Stimme klang verzweifelt und ängstlich, als er sich neben ihn sinken ließ und die Hand auf seine Brust legte. »JUSTIN, GIB MIR DEIN SACKO!«

Der Verwundete versuchte angestrengt durch den Schleier vor seinen Augen zu sehen. Zu erkennen was passiert war, aber er wurde immer tiefer in den Abgrund gezogen. Es fühlte sich an, als würde er ertrinken. Er atmete und atmete und nichts wollte Erleichterung bringen. Der Schmerz in seiner Brust war Nebensache und tief im Unterbewusstsein redete er mit sich selbst, sagte sich, dass er unter Schock stand und deshalb kaum etwas spührte. Er versuchte sich einzureden, dass es schon irgendwie gut werden würde.

»Wir müssen die Blutung kontrollieren. Verdammte Scheiße!!!!« Tony fluchte lauthals. »Justin, wir brauchen einen Krankenwagen. Hol Hilfe! Und irgendjemand muss diesen Irren Tyler finden, bevor noch mehr passiert. FUCK MAN.«

Clay wollte ihn beruhigen. Ihm sagen, dass es halb so schlimm war, aber sein Mund war wie zugeschnürrt. Stattdessen befahl er seine Muskeln sich zu bewegen, seine Hände auszustrecken und leicht Tonys Hand zu drücken.

»Clay?« Es schien funktioniert zu haben. »Kannst du mich hören, Clay? Alles wird gut, ok? Verstehst du mich? Du schaffst das. Wehe, du gibst jetzt auf.«

Erneut drückte er seine Finger zusammen. Ein stummes Versprechen, dann wurde alles schwarz. Das letzte was er wahrnahm waren die warmen Hände von Tony, die ihm die verschwitzen Haare aus der Stirn strichen und die Sirenen des Krankenwagens, die irgendwo aus der Ferne zu ihnen drangen.


                         
********


Ein monotones Piepen drang an seine Ohren, als er schließlich die Finsternis hinter sich ließ und langsam zu Bewusstsein kam. Sein Mund war trocken und sein Kopf dröhnte, als hätte man ihm stundenlang laute Bassmusik um die Ohren gehauen. Vorsichtig öffnete er die Augen eine Spalt breit und sah sich um. Er war in einem Krankenhausbett, was er an dem vielen Weiß, der Bettwäsche, aber vor allem an den unzähligen Geräten erkennen konnte, die irgendwo an und in seinem Körper befestigt waren. Er versuchte zu erkennen, was genau diese für eine Funktion hatten, gab aber schnell auf. In seinem Kopf war nichts außer einer riesigen Menge Pudding.

»Hey, du bist ja wach..«

Clay zuckte zusammen und sofort trat ein stechender Schmerz an eine Stelle in seinem Bauch. Er atmete hörbar ein und biss die Zähne zusammen.

»Sorry.. Ich wollte dich nicht erschrecken. Wie gehts dir? Ich hol einen Arzt, okay? Beweg dich nicht.«

Clay erkannte die Stimme von Tony. Er sah dabei zu wie dieser eben in dem Moment aufstand. Er hatte auf einem Stuhl vor dem Krankenbett gesessen, die Hände auf der Matratze ausgestreckt und den Kopf darauf gebettet. Clay wollte antworten, wollte die Hand nach ihm ausstrecken und sich bedanken, aber er war schwach und müde. Seine Augen fielen zu und erneut wurde es schwarz.

                         
********


»Clay? Hörst du mich? Liebling...«

Jemand, er war sich fast sicher, dass es seine Mutter war, strich ihm die Haare aus dem Gesicht, tupfte mit einem nassen Waschlappen seine Stirn ab und küsste ihn auf die Stirn. Seine Augen waren zu schwer um sie zu öffnen, sein Körper zu schwach um aufzuwachen. Er spührte die Anwesenheit der Leute, die ihn besuchten und doch konnte er sie niemals ansehen. Es war, als würde ihn eine unsichtbare Kraft nach unten drücken und ihn gefangen halten, obwohl er so gerne aufgesehen hätte.

Es vergingen Stunden. Tage. Waren es Wochen? Der junge Mann wusste es nicht. Abermals versuchte er etwas zu sagen, aber seine Worte blieben ungehört im Innern seiner Kehle stecken, während sie Sorge um ihn immer greifbarer wurde. Er hörte seine Mutter, erkannte die Angst in ihrer Stimme, auch wenn er die meiste Zeit nicht verstand was sie sagte. Er hörte seinen Vater und Justin, die über etwas sprachen, was nicht in sein Bewusstsein drang, aber die meiste Zeit nahm er die Anwesenheit von jemand anderem wahr. Tony. Er roch die Lederjacke, wenn dieser sich vor seinem Bett bewegte und das Aftershave, was dieser immer benutzte. Er konnte den Motor seines Autos hören, wenn dieser dicht genug an seinem Fenster vorbei fuhr und er konnte die Wärme seiner rauen Hände auf seinen spühren. Er wusste nicht was er davon halten sollte, aber immer wieder schlich sich das Bild des Schwarzhaarigen an seinem Bett in seinen Kopf, was er gesehen hatte, in dem kurzen Moment als er wach gewesen war.

Es vergingen weitere Stunden der Verzweiflung und Einsamkeit, bis er schließlich deutlich die Sonnenstrahlen spühren konnte, die auf sein Gesicht fielen. Er konnte die Geräusche sortieren. Das Piepen der Monitore, das Rascheln der Krankenakte, wenn jemand die Seiten umschlug. Die Krankenschwestern, die Infusionen wechselten. Er spührte, wenn jemand den Verband an seinem Bauch wechselte und konnte einzelne Gesprächsfetzen tatsächlich verstehen. Er hörte, dass Tyler verhaftet und in eine Einrichtung gebracht worden war. Das Justin wie abgesprochen ganz bei ihnen eingezogen war und die Adoption vorranging.

Als er schließlich die Augen öffnete, wusste er, dass es dieses Mal anhalten würde. Er fühlte sich stärker als die letzten Male, wenn er für einen kurzen Moment die Lider ein Stück geöffnet hatte.

»H... Hi.«, brachte er schließlich mühsam hervor. Seine Stimme war kaum hörbar und dennoch war einer nah genug dran um ihn zu hören.

»Clay?« Tony stand am Fenster direkt neben seinem Bett. Er fuhr herum und sah dem Braunhaarigen fassunglos an. »Oh, Scheiße, Clay! Hörst du mich?«

Vorsichtig nickte der Angesprochene, was ihm unweigerlich einen Stich versetzte. Er zog die Luft scharf zwischen den Zähnen ein. »Autsch.«, rief er aus.

Tony atmete erleichtert aus und grinste so strahlend, dass es ansteckend war. »Du hast uns vielleicht einen Schreck eingejagt, du Vollidiot.« In seiner Stimme lag ein Lachen und er sah so glücklich aus, dass es Clay fast schon weh tat.

»Wa... War n.. keine Ab..s..icht.« Sein Hals war so trocken, was das Sprechen erschwerte. »Tr..inken?«, fragte er vorsichtig.

Der Schwarzhaarige griff sofort nach einem Becher und ließ ein wenig Flüssigkeit in den Mund des anderen laufen. »Soll ich einen Arzt holen?«

Clay schüttelte den Kopf. »Nicht sofort. Lass mich erstmal klar kommen.« Das Sprechen war augenblicklich leichter. Er nahm Tony den Becher aus der Hand und nahm noch einen großen Schluck. »Wie lange hab ich.. geschlafen?«

Sein Gegenüber verzog das Gesicht. »Einen Monat knapp.«, antwortete er. »Du warst zwischendurch immer mal wach, aber dein Körper war so schwach, dass sie dich ruhig gestellt haben. Wir haben uns echt Sorgen gemacht, Mann.«

»Ich weiß. Tut mir leid.«

Tony lachte leise. »Du entschuldigst dich?«

»Sieht so aus.« Der Jüngere erwiderte das Lachen, auch wenn es weh tat und wurde dann ernst. »Tony..«, begann er, fast schon flüsternd. »Danke.«

»Wofür?«

Clay schluckte geräuschvoll. »Du hast mir mein Leben gerettet. Das werde ich nie wieder gutmachen können.«

»Du hättest das gleiche für mich getan.«

Abermals nickte Clay. Sein Herz machte einen Hüpfer, als Tony sich neben ihn auf das Bett sinken ließ. Unweigerlich spührte er seine Hände, die ihn davor bewahrt hatten zu verbluten. Seinen Kopf an der Seite seines Bettes und seine Haare, die während er geschlafen hatte, seine Finger gestriffen hatten. Erinnerungen von leisen Bitten, dass er nicht sterben sollte, tauchten auf, als er seinem Gegenüber in die haselnussbraunen Augen sah und zum ersten Mal fiel ihm auf wie schwarz seine Haare waren und wie sanft der Blick seiner Augen.

Er streckte seine Hand aus und legte sie auf die des Älteren. Er drückte sie, genau wie kurz nachdem er angeschossen wurde. Ein stummes Versprechen, genau wie damals. Tony atmete laut ein und erwiderte den Druck seiner Hand.

Clay lächelte leicht. »Du musst wirklich immer auf mich aufpassen, oder?«


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so, das war das erste kapitel - ich hoffe es gefällt dem einen oder anderen.
immer her mit den reviews! - kritik ist natürlich auch erwünscht!
xoxo, maskenherz
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