Irish Bird

von Jynn
GeschichteDrama / P12
Floki OC (Own Character)
17.06.2018
17.06.2018
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Ich habe die eigentliche Story etwas abgewandelt. Sie setzt ein, als Ragnar bereits Jarl ist und Aslaug seine Frau ist.


Eine Gruppe Irländer reiste durch England. Die Tochter des Königs war anwesend und sollte mit einem Adligen aus Sussex verheiratet werden. Die junge Frau ritt auf ihrem Pferd in der Mitte der Gruppe. Ihre gewellten Haare fielen ihr bis zu den Ellenbogen. Ihr grünes Kleid stand dazu im Kontrast. Eine der Wachen kam zu ihr, „Prinzessin, wir haben von Überfällen auf Ortschaften gehört.“
Sie sah sich unsicher nach ihrem Berater um, „Neil?“
Der ältere Mann schloss zu ihr auf.
„Neil, es gab Überfälle.“, sagte sie aufgeregt. Der grauhaarige Mann nickte, „Bleib ruhig, Fann.“
Sie fuhr sich durch ihre roten Haare und wirkte verunsichert. Neil hatte eine Idee, „Halte den Tross an.“
Fann hob ihren Arm und alle stoppten. Neil half ihr vom Pferd.
„Essylt!“, rief er laut. Eine dunkelhaarige junge Frau kam bei ihnen an. Neil wandte sich ihr zu, „Zieh dir eines von Fanns Kleider an. Du reitest ab sofort auf ihrem Pferd.“
„Jawohl.“, antwortete sie. Fann sah Essylt die Angst an.
„Fann, du ziehst dir eine der Rüstungen an. Vermumm dich.“, befahl er ihr.
„Warum kann ich mich nicht als Dienstmädchen kleiden?“, fragte sie.
„Nun verzeih mir, Prinzessin, aber du bist ein schlechtes Dienstmädchen. Die Rüstung wird dich zudem besser schützen.“, erklärte er. Fann musste lachen. Neil kannte sie einfach schon zu lange. Seitdem sie sich erinnern kann, stand ihr Neil beratend zur Seite.
Schließlich zog sie sich um. Fann lief in der dunklen Lederkleidung durch die Reiter und Wachen. Sie suchte in einer Kiste nach ihrem Bogen und Köcher und zog schließlich beides heraus. Sie legte sich den Köcher um und behielt den Bogen in der Hand. Neil kam wieder zu ihr, „Du musst keine Waffe tragen.“
„Ich kann damit umgehen.“, sagte sie. Neil nickte, „Das weiß ich.“
Er gab ihr ein langes Tuch. Sie wickelte es um ihren Kopf. Sie ließ ihr Gesicht frei, versicherte sich aber, dass sie das Tuch über ihr Gesicht ziehen konnte.
„Alles wird gut, Prinzessin.“
„Nenn mich nicht so.“, sagte sie und lächelte ihn an.
Neil nickte. Essylt wurde derweil auf Fanns Pferd geholfen. Die Dunkelhaarige sah zu Fann und gab schließlich den Befehl weiterzulaufen.
Fann musste nun laufen. Sie vermisste ihr Pferd jetzt schon. Doch sie genoss auch die neuen Freiheiten. Die Wachen tummelten sich nun um Essylt. Fann lief gelegentlich etwas abseits der Gruppe und sah sich die Wälder genauer an. Ihr kam es nur recht, dass die Gruppe nun etwas vorsichtiger und auch langsamer unterwegs war. Sie wollte nicht zu diesem Adligen. Ein alter Typ, der sie nur heiraten wollte, weil er es auf Irland abgesehen hatte. Lieber wollte sie sich umbringen, als diesen Mann zu heiraten. Ihre Brüder würden ihm eh kein Land geben, diese irischen Sturköpfe waren einfach nicht zu brechen.

Die Gruppe war noch ein paar Tage unterwegs und hatte ihr Lager nun auf einer Waldlichtung aufgeschlagen. Es waren circa 30 Personen. Einige waren als Wachposten aufgestellt, doch man konnte einige Lücken in ihrer Aufstellung erkennen. Doch sie wurden beobachtet.
„Wir sollten kein Aufsehen erregen. Lass uns weitergehen.“, sagte Athelstan zu Ragnar. Beide saßen etwas weiter entfernt von der Gruppe. Ragnar wollte sie ausrauben, doch Athelstan wollte lieber im Verborgenen bleiben. Floki schlich zu den beiden, „Irgendwas ist da. Ich muss da hin.“
Ragnar sah zu dem Mönch, „Was kannst du uns über die Gruppe erzählen?“
Athelstan sah sich die Gruppe genauer an, „Sie stammen aus dem Hochkönigtum Irland. Ich weiß nicht, warum sie in England sind. Es sind Mitglieder der Königsfamilie anwesend.“
„Woran erkennst du das?“, fragte Floki. Athelstan zeigte auf einige schwerausgerüstete Männer, „Die persönliche Wache des Königs. Aber zu wenig für den König selbst.“
„Wir verteilen uns um das Lager und schlagen dann zu.“, sagte Ragnar und ging zum Rest seiner Krieger. Floki kicherte und folgte dann seinem Freund. Ragnar erklärte den anderen das Vorgehen. Er sah sich nach Athelstan um, „Woran erkennen wir die Mitglieder der Königsfamilie?“
Athelstan zuckte mit den Schultern. Floki verdrehte die Augen. Er wollte, dass es endlich los ging. Es zog ihn in dieses Lager.

Die Krieger verteilten sich um das Lager. Ragnar gab den Befehl und der Angriff begann. Die Nordmänner fielen über die Wachen her und konnten sie problemlos erledigen. Ragnar lief mit Athelstan durch das Lager, „Wenn du irgendeine wichtigste Person erkennst, bring sie mir.“
Der Mönch nickte.

Floki ging derweil durch das Lager und sah sich danach um, was ihn hier her getrieben hat. Als eine kleine, vermummte Person fast in ihn rannte. Er zog seine beiden Äxte, doch da sah er bereits eine Pfeilspitze auf ihn zielen. 
„Runter damit.“, sagte er, doch sein Gegenüber schien es nicht zu verstehen. Floki hob seine Äxte höher. Er ließ sich nicht von dem Bogen beeindrucken. Der Bogen senkte sich. Schließlich wurde er auf dem Boden abgelegt und beide Hände erhoben sich. Floki näherte sich der Person und nahm das Tuch ab, das um den Kopf gewickelt war. Zum Vorschein kam eine junge Frau, die ihn ängstlich ansah. Ihre roten Haare fielen über ihre Schulter und ihre grünen Augen blickten voller Hass auf ihn. Floki sah sie erstaunt an, „Wer bist du?“
Sie verstand kein Wort. Sie betrachtete den Älteren. Seine Augen waren dunkel umrahmt, noch nie hatte sie so jemanden gesehen. Seine Kleidung sah so anders aus. Es störte ihn gar nicht, dass Blut in seinem Gesicht klebte.
Er hob ihren Bogen auf und legte ihn um seinen Oberkörper. Er sah sie begeistert an, „Ich stehle dich. Die Götter haben mich zu dir geführt.“
Er griff nach ihrem Ärmel und zog sie davon. Sie war störrisch, doch nicht kräftig genug, um ihm zu entkommen.

Die beiden kamen bei den restlichen Nordmännern an. Die meisten Iren waren tot, ein paar andere waren näher am Tod als am Leben. Ragnar sah zu der Rothaarigen, „Wer ist das, Floki?“
„Weiß ich nicht, sie versteht mich nicht. Sie hat mit dem Bogen auf mich gezielt, aber wollte nicht schießen. Die Götter haben mich zu ihr geführt. Sieh sie dir an, Ragnar.“, sagte der Schiffsbauer und lief begeistert um die junge Frau. Immer wieder fuhren seine Hände aufgedreht in ihre Richtung, aber er berührte sie nie. Fann sah ihn ängstlich an. Athelstan kam zu ihnen, „Wer ist das?“
„Frag du sie.“, sagte Ragnar.
„Sprecht Ihr Englisch?“, fragte Athelstan. Sie nickte. Sie wirkte nun etwas weniger unsicher. Sie starrte auf ihren Bogen, den immer noch Floki in der Hand trug.
„Welchem Herrn unterstehst Ihr?“, fragte er weiter.
„König Oirdnide von Irland.“, sagte sie.
„Warum könnt Ihr Englisch sprechen?“, fragte der Mönch.
„Ich war seit jeher eine gute Freundin der Tochter des Königs.“
„War sie auch hier anwesend?“
Die Rothaarige atmete tief aus. Sie sah zu Essylts Leiche, die etwas von ihnen entfernt auf dem Boden lag, „Die Tote im blauen Kleid. Seid Ihr ein Freund dieser Barbaren?“
Athelstan nickte, „Ich bin Athelstan. Wie heißt Ihr?“
„Fann.“, sie wollte nicht Essylts Namen nutzen, da diese nur wegen ihr nun tot war.
Der Mönch nickte. Er wandte sich wieder an Ragnar, „Die Frau im blauen Kleid war die Tochter des Königs von Irland.“
„Und wer ist sie?“, fragte Floki und wies zu der Bogenschützin.
„Fann.“, antwortete Athelstan.
„Ich will, dass sie uns begleitet.“, sagte Floki und starrte sie weiter begeistert an. Ragnar schien unschlüssig, „Warum?“
„Die Götter wollen es.“
„Ist sie nicht viel zu jung?“, fragte Ragnar.
Floki zuckte mit den Schultern, „Wenn sie nicht mitkommt, bleibe ich hier.“
Ragnar verdrehte die Augen, „Na gut.“
Athelstan wandte sich wieder an die Rothaarige, „Du musst uns begleiten. Keine Sorge, sie werden dir nichts tun.“
Fann musste lachen, „Natürlich. Ich weiß, was mit gefangenen Frauen geschieht.“
Floki sah zu ihr, „Warum lacht sie, Priester?“
„Sie sagt, dass sie wisse, wie man mit gefangenen Frauen umgeht.“, erklärte er. Floki schüttelte den Kopf, „Sag ihr, dass niemand ihr etwas antun wird.“
Athelstan übersetzte für Fann. Diese musste erneut lachen. Floki ging zu ihr und gab ihr ihren Bogen und eine seiner Äxte. Fann nahm beides an und sah verwundert zu dem Älteren.
Ragnar wandte sich an die Gruppe, „Wir rasten heute hier. Morgen früh segeln wir endlich nach Hause.“
Fann wurde gefesselt und abseits des Lagers gesetzt. Floki übernahm die erste Wache, während sich der Rest hinlegte. Er saß neben dem Lagerfeuer an einen Baum gelehnt. Dabei beobachtete er Fann und schnitzte nebenbei. Sie sah ihn wütend an.
Der Schiffsbauer blickte in das kleine Lagerfeuer und dann wieder zu ihr, „Komm her.“
Fann verstand ihn wieder nicht. Floki stand auf und löste ihre Fesseln. Sie blickte ihn verwirrt an.
„Wenn du wegläufst, dann wirst du nicht so leicht davonkommen.“, sagte er. Danach setzte er sich wieder an das Lagerfeuer und schnitzte weiter. Fann stand vorsichtig auf und setzte sich zu ihm. Floki versuchte, ein Gespräch anzufangen. Er zeigte auf sich und sagte, „Floki.“
Sie schien es zu verstehen, „Fann.“
Er grinste und arbeitete dann weiter. Sie blickte ihn neugierig an. Fann sah zu, wie das kleine Holzstück immer mehr Form annahm.
„Scip?“, fragte sie ihn. Floki verstand sie nicht. Fann ahmte mit ihrem rechten Arm Wellen nach und zeigte dann auf sein kleines geschnitztes Schiff. Floki grinste breit, „Du meinst Schiff!“
„Sck-iff...“, wiederholte sie angestrengt. Floki hielt das Schiff hoch und ahmte nach, wie es auf Wellen segelte, „Schiff.“
Nun versuchte er, ihre Bezeichnung zu wiederholen, „Scip?“
Fanns Gesicht erhellte sich, „Schiff.“
Danach blieb sie ruhig und starrte in das Feuer, „Ich bin eine Prinzessin. Ich sollte einen englischen Adligen heiraten.“
Floki sah sie an und wusste nicht, was sie da sprach. Er hielt ihr das fertige Schiff hin. Fann nahm es an. Sie strich Floki vorsichtig über den Kopf und an seiner Schläfe entlang zum Kinn. Sie saß still neben ihm, bis Floki schließlich spürte, wie ihr Kopf an seine Schulter rutschte. Fann war eingeschlafen. Er nahm vorsichtig ein Fell, das neben ihm lag und legte es umständlich über Fann.
Am nächsten Morgen wachte Fann zeitig auf. Sie bemerkte, dass sie noch immer neben Floki saß. Sie hatte einen Arm um den Bauch des Schiffsbauers gelegt, der sie müde ansah. Fann schloss nochmals die Augen, es hätte alles auch ein schlechter Traum sein können, aber scheinbar war es die Realität. Dennoch schlich sich immer wieder der kleine Gedanke in ihren Kopf, dass sie nun keinen alten Mann heiraten musste. Sie musste unweigerlich lächeln. Dann hörte sie Athelstans Stimme, er sprach scheinbar mit Floki. Doch dann hörte sie ihn auf Englisch weiterreden, „Wir wollen bald aufbrechen.“
Fann öffnete ein Auge, „Ich bin schon wach.“
Sie spürte, wie Floki aufstand. Sie öffnete auch ihr zweites Auge und sah Floki, der auf sie wartete. Sie stand auf und sammelte ihre Sachen. Sie beschloss, lieber ein paar praktische Sachen mitzunehmen.
Fann merkte, dass sie nicht gut geschlafen hatte. Sie fühlte sich verspannt und erschöpft. Während sie unterwegs waren, sah sie sich um und merkte, dass sie die einzige Person aus ihrer Gruppe war. Sie trug einige ihrer Sachen zusammengewickelt in einem großen Tuch über einer Schulter. Ihren Köcher und ihren Bogen über der anderen Schulter. Athelstan schloss zu ihr auf, „Darf ich dir etwas abnehmen?“
Fann schüttelte den Kopf, „Geht schon.“
„Ich mache das gern.“, sagte er. Fann hielt an und gab ihm ihre Sachen, „Danke.“
Sie kamen bei den Schiffen an. Die Sachen wurden verladen und alles war zur Abfahrt bereit. Athelstan half Fann in ein Schiff. Ihr war das ganze noch unheimlich. Sie war noch nicht oft auf Schiffen unterwegs. Sie klammerte sich an Athelstan, der sie schließlich an das Heck des Schiffs setzte.

Die Rückreise verlief problemlos. Fann saß noch immer unbehaglich am Heck des Schiffs und blickte auf das Meer. Floki setzte sich zu ihr. Ihr rotes Haar wehte im Wind und Floki beobachtete eine einzelne Strähne. Sie sah zu ihm. Floki wusste nicht, wie er sich mit ihr unterhalten sollte, „Priester!“
Athelstan kam zu ihm. Floki gefiel es nicht, aber er wollte sich mit ihr unterhalten, „Übersetz für mich.“
Athelstan schüttelte den Kopf, „Ich werde nicht die ganze Zeit bei dir sitzen. Ich kann ihr gerne ein paar Worte beibringen. Vielleicht versteht sie es.“
Floki schien diese Idee nicht zu gefallen. Er wollte jetzt mit ihr reden. Wollte mehr über dieses Wesen herausfinden. Er stand genervt auf und ging zu Ragnar.
Fann sah verwirrt zu Athelstan.
„Floki will sich mit dir unterhalten.“, sagte er auf Englisch.
„Er wirkt ziemlich verrückt.“, antwortete sie. Der Mönch nickte, „Ich würde dir gern einige Wörter beibringen. Es ist besser, wenn du verstehst, warum sie dich umbringen wollen.“
Fanns Augen weiteten sich. Athelstan lachte, „Nein, das wollen sie nicht. Aber du musst verstehen, was sie wollen.“
Fann nickte, „Warum haben sie mich mitgenommen?“
Athelstan schüttelte den Kopf, „Floki denkt, dass die Götter ihn zu dir geführt haben.“
Fann lächelte, „Ich wurde nach einer keltischen Göttin benannt.“
Athelstan sah sie interessiert an.
„Fand oder auch Fann ist eine Meeresgöttin. Sie ist die Königin der Elfen und die schönste alle Göttinnen. Sie lebt in der irdischen und anderen Welt.“, erklärte sie.
„Deine Eltern haben deinen Namen sehr gut gewählt.“, sagte Athelstan. Fann zuckte mit den Schultern und sah wieder auf das Meer.
„Du musst keine Angst haben. Sie behandeln ihre Gäste sehr gut.“, Athelstan lächelte sie an und blickte dann wieder zu Floki. Dieser sah ihn böse an.
„Kannst du mir so viel wie möglich von der Sprache beibringen?“, fragte Fann. Der Mönch nickte.
„Wo kommst du her?“, fragte sie.
„Ich war Mönch im Kloster Lindisfarne.“, antwortete er. Sie betrachtete ihn verwundert, „Das hätte ich nicht erwartet.“

Die restliche Überfahrt verbrachten beide damit, so häufig wie möglich Vokabeln zu lernen. Sie trennten sich von der restlichen Gruppe ab und blieben unter sich. Fann sah sich immer wieder zu den anderen um, aber sie wollte nichts mit ihnen zu tun haben.
Eines Abends stürmte es. Ragnar und Floki hatten ein Stück Stoff aufgespannt, unter dem sie weniger nass wurden. Ragnar sah besorgt zu Fann, „Fann kennt das alles nicht. Hol sie her.“
Floki sah ihn überrascht an, „Hier ist kein Platz für sie.“
„Ich gehe an die Ruder.“, Ragnar stand auf und setzte sich an ein freies Ruder. Floki stand auf und ging zu Fann. Ihre Haare hingen ihr nass ins Gesicht und sie zitterte am ganzen Körper. Sie sah hoch zu Floki. Er machte eine Handbewegung und sie stand zitternd auf.
Sie legte vor dem überdachten Bereich das nasse Fell ab, das sie bisher um sich trug. Sofort durchfuhr sie die Kälte. Floki reichte ihr ein trockenes Fell.
„Danke.“, sagte Fann leise. Floki lächelte sie an, „Das klingt schon gut.“
„Gib mir dein Schiff.“, forderte er. Fann sah ihn überrascht an, gab ihm dann aber das geschnitzte Schiff. Floki zückte ein Messer und schnitzte Feinheiten in das Schiff. Es bekam einige filigrane Runen und eine Schlange als Galionsfigur. Fann beobachtete ihn und zitterte mittlerweile etwas weniger, „Nēdre?“
Floki sah zu ihr. Er machte mit seinen Arm eine Schlange nach. Fann nickte.
„Schlange.“, sagte Floki. Fann musste lachen, „Klingt komisch.“
Floki hob skeptisch eine Augenbraue, „’Nedre’ klingt komischer als ‚Schlange’.“
„Schlange.“, wiederholte die Rothaarige mit hörbaren Akzent.

Eines Tages stand Fann am Bug des Schiffes und sah auf das Meer. Athelstan kam zu ihr.
„Ich war noch nie so lange auf dem Meer. Dieses Schiff ist besser als alle irischen.“, sagte sie. Athelstan grinste, „Flokis Künste im Schiffsbau sind wahrlich fantastisch.“
Dann sah Fann eine Bucht.
„Das ist Kattegat.“, sagte Athelstan. Fann sah sich die Umgebung am. Der Nebel, die Klippen der Wald, die Wasserfälle, alles war für sie wunderschön. Die Landschaft der Bucht war für sie atemberaubend, „Ich habe es tatsächlich über dieses Wasser geschafft.“
Sie umarmte Athelstan fröhlich. Sie war froh, gleich wieder festen Boden unter ihren Füßen zu haben.
Floki ging zu Athelstan.
„Fass sie nie wieder an.“, flüsterte der Schiffbauer zu dem Mönch, „Niemand darf sie berühren.“