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deviancy

OneshotFamilie, Freundschaft / P16
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
16.06.2018
16.06.2018
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16.06.2018 1.053
 
Hallo allerseits!
Das Spiel lässt mich einfach nicht mehr los - hat sich innerhalb kürzester Zeit zu meinem zweitliebsten Spiel entwickelt - und irgendwie überkam mich der Wille, was Kleines zu schreiben.
Und jetzt sind wir hier.
Zu meiner eigenen Überraschung nicht mal aus der Ich-Perspektive wie in den meisten meiner anderen Werke. :D

Wie auch immer, ich bin vielleicht mittlerweile etwas eingerostet, weil ich seit Monaten nicht mehr aktiv geschrieben habe, aber ich bin doch ganz zufrieden, was jetzt draus geworden ist und wollte das niemandem vorenthalten.
Der Versuch, aus Connors Perspektive zu schreiben, hat den Schwierigkeitsgrad auch direkt nochmal erhöht, aber ich wollte es zumindest mal probieren! :D

Viel Spaß!
~ Denny

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Detroit: Become Human - Connor & Hank (& Sumo)
                         DEVIANCY


Ein Fluchen hallte dumpf aus dem Badezimmer.
Connor warf mit gerunzelter Stirn einen Blick in die entsprechende Richtung, verließ seinen Platz jedoch nicht. Nicht, dass es überhaupt möglich gewesen wäre, denn auf seinem Schoß ruhte der mächtige Kopf von Hanks Bernhardiner Sumo, der kurz nach Connors Ankunft zu ihm auf das Sofa geklettert war und den Androiden für sich beansprucht hatte. Hank hatte Connors darauffolgende Überraschung nur mit einem Lachen quittiert und sich in sein Zimmer begeben.
Das war vor rund zwanzig Minuten gewesen.
Connor strich mit gleichbleibenden Bewegungen über Sumos Kopf und das Tier gab nur ein zufriedenes Geräusch von sich.
„Ach verflucht nochmal“, tönte es wieder aus dem hinteren Teil des Hauses.
„Alles in Ordnung, Lieutenant?“
Schwere Schritte näherten sich und schließlich erschien der langsam in die Jahre kommende Mann. Connor schien es mittlerweile, als würde sein Partner mit jedem verstreichenden Monat mehr Altersanzeichen aufweisen; die letzten drei Jahre waren eindeutig nicht einfach an ihm vorbeigegangen. Einen Moment lang fühlte Connor etwas, das Bedauern zu sein schien – manche Emotionen bereiteten ihm immer noch Probleme.
Hank strich den Stoff seines Anzugs glatt und verzog missmutig das Gesicht. „Ich versteh' immer noch nicht, warum Reed mich zu seiner Hochzeit eingeladen hat. Oder warum überhaupt jemand freiwillig dieses Arschloch heiraten würde.“
Connor grinste schief, während er nach dem Grund für Hanks Fluchen suchte. Sein System registrierte die kleine Wunde an seinem Hals und sein Grinsen verschwand. „Sie bluten.“
Der Lieutenant winkte ab. „Hab' mich nur beim Rasieren geschnitten, nicht der Rede wert. Und hatte ich nicht gesagt, du sollst mich nicht mehr siezen?“
Der Android wandte den Blick ab und blickte auf Sumo hinab, in seinem Innern arbeitete etwas. „Entschuldigung, Lieutenant.“ Er spürte Hanks prüfenden Blick auf sich und hörte ihn nur einen Moment später seufzen, dann einige Schritte und kurz darauf drang das Geräusch des nachgebenden Sessels an seinen Audioprozessor.
„Connor, ich bin schon wirklich froh, dass du dich von deiner Androiden-Kleidung so schnell getrennt hast, aber wie lange willst du deine LED noch behalten?“
Connor sah auf und begegnete Hanks Blick, er saß vorgebeugt auf dem Sessel und hatte eine Augenbraue fragend angehoben, seine blauen Augen wanderten jedoch von Connors braunen noch ein Stück höher und ihm wurde klar, dass sein Partner jetzt seine LED fixierte. Connor nahm an, dass sie gelb blinkte und Hank sie deswegen nun ansah; zumindest würde das den Vorgängen in seinem Inneren entsprechen. Er wusste, dass viele Androiden sich schon sehr bald nach Markus' Erfolg von ihren LEDs getrennt hatten und noch viel schneller von ihrer Kleidung, doch Connor konnte es einfach nicht mit sich ausmachen, sich von dem zu trennen, was ihn nach außen hin als einen seiner Art kennzeichnete. Er wusste selber nicht, woran das lag, aber irgendetwas hinderte ihn jedes Mal, wenn er daran dachte, sie zu entfernen.
Er schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht.“
„Was meinst du, du kannst nicht?“
„Ich weiß es nicht, ich kann es einfach nicht.“
Hank sah ihn noch einen Augenblick schweigend an, dann schlug er sich auf die Oberschenkel und erhob sich von seinem Platz. „Also gut, dann will ich wohl mal.“ Er verzog erneut das Gesicht. „Oder eigentlich auch nicht. Aber ich muss ja leider.“ Er lief auf die Haustür zu, griff dort nach seinem Schlüssel und wandte sich noch einmal in Connors Richtung, einen Finger mahnend erhoben. „Denk dran, der alte Fettsack kriegt keine Leckerlies, auch wenn er dich noch so bettelnd anguckt!“
Connor schmunzelte. „Keine Sorge, Ihr Hund ist bei mir in besten Händen, Hank.“ Er hielt inne und schüttelte kurz den Kopf, seine LED blinkte vermutlich wieder gelb auf. „Dein. Dein Hund“, berichtigte er sich und kassierte dafür ein Lächeln von seinem Partner, der mittlerweile schon in der offenen Tür stand.
„Das weiß ich doch.“
Die Tür fiel ins Schloss und nur Augenblicke später startete der Motor des draußen geparkten Autos. Als hätte Sumo nur darauf gewartet, hob das mächtige Tier schwerfällig den Kopf und blickte zu dem Androiden auf, den Kopf wartend leicht schräg gelegt.
„Keine Leckerlies für dich, Kumpel“, mahnte der Android den Bernhardiner, der sich jedoch schon beinahe ungläubig aufsetzte und nun neben ihm auf dem Sofa saß, statt halb auf ihm. Sumo blickte Connor aus seinen traurigen, alten Augen an – denn Sumo war für einen Hund mittlerweile schon recht alt – und dem Androiden drängte sich ein für ihn nicht weiter definierbares Gefühl auf. „Also gut. Aber nur eins.“
Sumo ließ als Antwort nur zufrieden seine Zunge heraushängen und Connor machte sich mit einem Kopfschütteln auf die Suche nach den Leckerlies, die Hank so sorgfältig vor seinem Hund versteckte. Sein Partner musste ja nicht wissen, dass Connor längst wusste, wo er sie aufbewahrte.
Und auch nicht, dass Sumo relativ schnell begriffen hatte, wie er den Androiden dazu brachte, ihn zu füttern.
Das würde ihr kleines Geheimnis bleiben.
Hautpsächlich, weil Connor sich selber nicht erklären konnte, wie dieser Hund das immer wieder schaffte, weil es rein technisch gesehen gar nicht möglich sein sollte, dass er sich von diesem Hund beeinflussen ließ.
Abweichler zu sein war nicht immer so unkompliziert und linear wie er es vor einigen Jahren noch geglaubt hatte. Hank hatte damals Recht gehabt – Emotionen machten nicht mehr nur den Menschen Ärger.
Connor hatte mittlerweile gefunden, was er gesucht hatte, kehrte ins Wohnzimmer zurück und warf Sumo ein Leckerli zu, welches der alte Riese glücklich auffing. Ein Gefühl der Wärme breitete sich in Connor aus und er lächelte.
Auch wenn Emotionen Ärger machten – in gewisser Weise war es das absolut wert.
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