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Der Grimm und das Biest

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P18 Slash
Cpt. Sean Renard Det. Nick Burkhardt
15.06.2018
16.08.2019
4
3.600
7
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Dieses Kapitel
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15.06.2018 716
 
Die Figuren sind aus der Serie Grimm und gehören nicht mir. Das hier ist lediglich eine Fanfiktion.
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„Lasst mich los!“, schrie Sean Renard, obwohl er von der Sinnlosigkeit seiner eigenen Worte überzeugt war, noch bevor sie überhaupt seinen Mund verließen. Das Zauberbiest in seinem Inneren tobte. Sean hatte alle Mühe es unter Kontrolle zu halten. Doch es wäre kontraproduktiv sollte es gerade jetzt hervorbrechen. Ja wirklich. Zudem wollte er seinem Vater diese Genugtuung sicher nicht geben. Der Blick aus seinen dunklen Augen war hasserfüllt als er den älteren Mann von unten herauf anstarrte. Anstarren musste, denn sie hatten ihn nicht nur auf die Knie gezwungen, sondern sie zerrten auch seinen Kopf in den Nacken. Gerade wollte Sean die Lippen für einen weiteren, sinnlosen Protest öffnen, da spürte er wie ihm ein festes Lederband zwischen die Zähne geschoben wurde.
Nein!
Der Bastard des Königs keuchte leise. Es war schon schlimm genug, gefesselt auf dem Boden zu hocken, da mussten sie ihn nicht noch knebeln. Bitte nicht. Aber das dachte der hochgewachsene Mann nur, es würde ihm nichts nützen außer erneut ausgelacht zu werden. Es richteten sich bereits genug grinsende Blicke auf ihn. Sonst wollte ja auch keiner was mit ihm zu tun haben, dachte Sean bitter. Aber klar, wenn man ihn als Sklave an einen Grimm verschacherte, da waren sie alle ganz vorne mit dabei.

Ein Sklave. Er....
Sean konnte es nicht glauben, noch immer nicht. Das hatte nicht mal er verdient. Aber bereits seit gestern Abend hatte sich sein Leben drastisch verändert und das ganz sicher nicht zum Besseren.
Sklave.

Das Wort schmeckte wie bittere Galle und er musste ein Würgen unterdrücken. „Halts Maul, Sean!“ Ein Knie krachte Sean in den Rücken und er stöhnte qualvoll auf. Hatte es nicht mehr unterdrücken können. Die noch nicht verheilten Peitschenhiebe auf seinem Rücken brannten wie Feuer. Er spürte wie ihm Blut den Rücken hinunter floss.

„Hör auf damit Kenneth“, ertönte da die gebieterische Stimme seines Vaters und beinahe wäre da ein Hauch von Unglaube in Sean's dunkle Augen gerutscht. Doch das wurde gleich im Ansatz verhindert. „Sonst denkt der Grimm noch, er ist zu verletzt um ihn zu benutzen!“
Nun sickerte noch etwas anderes als rotes Blut seinen Rücken hinunter. Furcht. Bislang war der Bastard hauptsächlich wütend gewesen, ungläubig und hatte getobt. Aber das, was sich hinter dem Wort 'benutzen' verbarg, war die letzten Stunden immer jenseits des Möglichen gewesen.
Ein hämisches Lachen verriet ihm, dass er seine Gedanken offenbar nicht annähernd so gut verbarg wie er glaubte und Sean senkte zum ersten Mal seitdem er im großen Thronsaal auf dem Boden kniete, freiwillig den Kopf.
Doch er presste die Lippen aufeinander, so gut wie es eben ging mit dem Knebel im Mund. Er musste sich unbedingt einen Plan überlegen. Und zwar einen sehr guten.
Sein neuer.., Sean schluckte hart, .. Besitzer war nicht gerade für seine Großherzigkeit bekannt. Nein, viel eher durch seine Grausamkeit und abermals rieselte ein Hauch von Furcht seinen Rücken hinunter.

Und dann war plötzlich der gesamte Raum von Furcht erfüllt. Seans Zauberbiest konnte es riechen, ja es schmeckte sie sogar in der Luft. Harte Schritte im Gang kündigten einen Besucher an. Keiner der Bediensteten hatte ihn angemeldet, aber für diesen Mann da draußen schienen alle üblichen Regeln nicht zu gelten.
Jetzt war es gleich soweit. Unbewusst senkte das Zauberbiest noch ein wenig mehr den Kopf, obwohl sich Sean im gleichen Augenblick dafür am liebsten selbst töten würde.
War das etwa sein großer Plan?
Vor dem Grimm zu kuschen und sich zu seinen Füßen zu kauern? Der Mann Sean war sich durchaus bewusst, dass ihm vorerst nichts anderes übrig blieb und es durchaus klug war, seine neue Lage in Ruhe abzuschätzen und ja, auch mitzuspielen. Nur um dann einen geeigneten Weg zur Flucht zu finden.

Doch das Zauberbiest in ihm, es tobte und schrie und wollte sich nicht beugen. Nicht vor einem Grimm! Es kostete Sean erneut seine gesamte Willenskraft um es zu beruhigen und tatsächlich bekam er nicht einmal mit wie der Grimm den Raum betrat, einige knappe Worte mit dem König wechselte.
Als er das Biest endlich wieder unter Kontrolle hatte und er die Augen wieder öffnete, da starrte Sean auf die gut gearbeiteten, leicht verstaubten Stiefel eines sehr vermögenden Mannes, der direkt vor ihm stand.
 
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