Ein Haufen Hindernisse die zum Glück führen

GeschichteDrama, Romanze / P16
America Singer Maxon Calix Schreave
14.06.2018
01.03.2019
9
22.067
3
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
14.06.2018 4.316
 
Meine erste Fanfiction zu Selection, die ich veröffentliche...
Also seid bitte nicht zu streng. Genießt es. <3
Freue mich über eure Meinungen :)
                                                                                                             
                                                                             ~°~

Kapitel 1: Die Verführung

America´s Sicht

Unglaublich! Was erlaubt der sich eigentlich nur weil er der nächste Prinz von Illéa ist, heißt das nicht das er mich so behandeln kann. Was erlaubt oder denkt der/er sich...
Die Verführung
An Annes Plan sich zu gewöhnen ist nicht allzu leicht für mich. Sie meint ich müsse mich jetzt umso mehr in Maxons Gedächtnis rufen und drängen. Das ist ja nicht das Problem, sondern ich soll verführerisch, charmant und sexy sein, aber das kann ich wiederum gar nicht. Ich besitze keine einzige Eigenschaft von den dreien! Aber ich hab beschlossen um Maxon zu kämpfen. Ich will seine Frau und damit auch Prinzessin von Illéa werden. Ich will das ein zigste Mädchen sein das er küsst, an das er denkt und das er liebt. Nur ich alleine. Und dafür muss ich kämpfen, egal für welchen Preis.
Anne, Mary und Lucy bewundern ihr Werk zufrieden und schicken mich zum Abendessen mit den restlichen Erwählten und der Königsfamilie. Doch ich bin nervös. Ich hatte zwar schon oft mit ihnen zusammen gegessen, doch es ist wiederum etwas anderes, wenn man versucht dabei den Prinzen zu erobern. Mit der Hand am Türknauf, bleibe ich stehen. „Alles in Ordnung, Miss“, fragt mich Mary. „Ja schon, aber ich weiß nicht wie das machen soll“, gestehe ich den dreien. Daraufhin meint Anne nur: „So wie wir es geübt haben Miss, sie werden das schon schaffen.“ „Und wie soll ihnen da schon die Majestät, der Prinz, widerstehen“, sagt Lucy schüchtern, aber mit einem Tatendrang den ich nie von ihr erwartet hätte. „Danke Mädchen, ihr seit mir eine große Hilfe bei alldem. Ohne euch würde ich hier glaube nichts schaffen.“ „Aber nun schnell sie wollen den Prinzen jawohl nicht warten lassen.“ Ermutigt von den Wörtern der Mädchen, mache ich mich auf den Weg zum Speisesaal. Wie erwartet bin ich die letzte. Als ich hereinkomme und die anderen mein Kleid sehen, ernte ich sprachlose Blicke. Doch Maxons Gesichtsausdruck ist unbezahlbar: weit aufgerissene erstaunte Augen, offener Mund und jetzt das beste: er lässt sogar vor Verwunderung seine Gabel fallen. Ich mache einen tiefen Knicks vor der Königsfamilie, wobei der Schlitz an meinem Kleid weit nach oben rutscht und setze mich hin. Beim Essen wirft mir Kriss, die neben mir sitzt, immer wieder komische Seitenblicke zu. Als ich sie frage was los sei, antwortet sie mir: „Naja America, du siehst sonst nicht so aus. Immer zurückhaltend, aber jetzt siehst du irgendwie, wie soll ich´s sagen, ach ja, billig aus.“ „Bist du etwa eifersüchtig?“, frage ich sie, mit einem leichten Lächeln um die Lippen, grade heraus. Beschämt wendet sie ihren Kopf ab und ist plötzlich sehr fixiert darauf auf ihr Essen zu achten und zu essen. Ich habe anscheinend ins Schwarze getroffen und schüttele belustigt leicht meinen Kopf. Ich esse weiter und merke trotzdem die Blicke anderer. Celeste und Elise, die sich leise unterhalten und immer wieder mit dem Kopf auf mich weisen oder die Blicke von ihnen. Auf jeden Fall hab ich schon mal Aufmerksamkeit, aber auch von der Person von der ich´s wollte? Ich schaue von meinem Teller auf und blicke Richtung Kopf der Tafel. Mein Blick fällt zuerst auf den König, der mich mit einem kühlen aber wütenden Blick betrachtet. Ich schmunzele. Doch nun wandert mein Blick auf Maxon, der mich immer noch beobachtet. Als er bemerkt, dass ich zu ihm schaue, zupft er sich sofort am Ohr und ich mache es ihm schüchtern nach. Ja! Er würde wie viele Abende zuvor in mein Zimmer kommen, doch diesmal wird etwas anders sein. Als ich fertig bin mit Essen, entschuldige ich mich als erste und lasse den anderen und besonders Maxon lange Zeit meinen Rückenausschnitt zu betrachten. Oben angekommen stürmen Anne, Mary und Lucy auf mich zu, fragen wie es gelaufen sei und ob der Plan funktioniert hätte. Ich erzähle ihnen von den Blicken der anderen, lasse dabei aber den von König Clarkson aus, rede vom Getuschel von Celeste und Elise und letztendlich von der Reaktion Maxons. Dazu erwähne ich beiläufig das er dann vorbei kommen wird. Alle drei strahlen und fragen mich ob sie bis dahin hierbleiben dürfen. Ich bejahe ihre Frage und dann meint Anne plötzlich: „Ich hab´s euch doch gesagt, mein Plan geht auf. Der Prinz wird ihnen heute Abend garantiert nicht widerstehen können.“ „Ach, wissen sie, ich glaube das nicht ganz, er kann mich ja wegen allem möglichen um ein Gespräch gebeten haben.“ Aber selbst ich höre den sehnsüchtigen Hoffnungsschimmer. „Nein, nein Miss. Der Prinz wird nicht ohne Grund nach so einem fantastischen Auftritt in ihr Zimmer kommen.“ „Lucy hat recht und sie sehen wirklich fantastisch aus“, sagt Mary. „Das habe ich nur euch zu verdanken. Also wenn der Prinz auch mein Aussehen liebt, muss er sich auch bei euch bedanken.“ Sie lächeln schüchtern. Um uns die Zeit zu vertreiben, gehe ich auf den Balkon und lese, Mary und Anne machen wie immer irgendetwas sauber, was nicht schmutzig ist und Lucy näht in einer Ecke. Kurze Zeit später, ich kann nicht sagen wie lange, hören wir ein energisches Klopfen an der Tür. Anne öffnet sie mit einem strahlenden Lächeln und auch die anderen strahlen Maxon an. Unschlüssig ob er reinkommen darf, blickt er zu mir. Ich versuche gelassen zu wirken als würde mir das alles nicht gerade sehr nahe gehen, aber als er das Zimmer betritt ist alle Gelassenheit wie weggeblasen. Wie immer begrüßt Maxon meine Zofen: „Guten Abend meine Damen. Immer wieder schön sie zu sehen. Wenn es ihnen nichts aus macht würde ich gerne alleine mit Lady America sprechen.“ Die drei knicksen und nicken und verschwinden aus dem Zimmer. Ohne sie fühle ich mich noch halb so mutig wie vorhin. Nervös und unschlüssig bleibe ich auf dem Balkon stehen und warte bis er etwas sagt. Natürlich reden wir sonst auch noch miteinander. Doch seit ein paar Wochen, wo ich fast rausgeschmissen wurde, meidet er mich und irgendwas ist anders zwischen uns. Auch wenn er mich liebt, was ich weiß, ist Kriss nun anscheinend seine Favoritin. Maxon hält die Stille und die Distanz zwischen uns nicht mehr aus, kommt schnellen Schrittes auf mich zu und nimmt mich in die Arme. Ich kann nicht anders und klammere mich ebenfalls an ihn. Nach mehreren Minuten rückt er ein Stück von mir ab um mich ansehen zu können. „America, du siehst atemberaubend aus. Nicht das du sonst nicht fantastisch aussiehst aber heute: Wow!“ Mir schießt sofort die Röte in die Wangen und ich bringe verlegen nur ein leises „Danke“ heraus. „Immer wieder gern.“ Danach hängt wieder dieses erdrückende Schweigen über uns. Diesmal muss ich etwas sagen. Also beginne ich mit: „Wie geht es dir eigentlich?“ „Besonders deinem Rücken“, füge ich leise hinzu. Er atmet tief ein und seufzt. „Mir geht es gut und dir?“ Darüber will ich eigentlich nicht reden aber okay. „Auch gut, aber das ist es nicht was ich dich fragen wollte.“ Maxon weiß sofort auf was ich hinaus will und nimmt mein Gesicht in seine Hände. „Ich weiß nicht wie ich anfangen soll. Also ich weiß es und du weißt es auch, das zwischen uns etwas anders ist.“ Ich nicke und er fährt fort. „Ich will einfach nur Wissen was jetzt nun ist. Was es mit deinem heutigen Outfit, deinem und meinem Verhalten, deiner jetzigen Position zu mir und der Stellung zur Prinzessin auf sich hat.“ Puh, ganz schön viel aber eigentlich auch nicht. Sind das denn nicht dieselben Fragen die ich mir auch gestellt habe? Meine Stimme ist ganz rau als ich anfange zu sprechen. „Also zu meinem Kleid. Ich weiß nicht was es damit auf sich hat, das musst du schon meine Zofen fragen“, lüge ich mit einem Lächeln. Ich will nicht lügen aber es ist mir zu peinlich. „Gefällt es dir?“ „Ja natürlich. Du siehst immer gut aus. Ich kann dich kaum ansehen ohne das ich dich sofort ganz fest in meinen Armen haben will und oder ohne dich zu küssen.“ Er sagt es einfach so, ohne Bedenken und deswegen steigen mir Tränen in die Augen. „Liebling, wieso weinst du? Hab ich etwas falsches gesagt?“ Bei der Nennung meines Kosenamens brechen schlussendlich alle Dämme. „Nein, hast du nicht. Es ist nur diese ganze Situation...“ Ich fange an heftig zu schluchzen und Maxon nimmt mich fest in die Arme. „SchSch“ Ich versuche mich zu beruhigen und als ich meine das ich wieder sprechen kann, rede ich weiter. „Na du meintest gerade eben (bloß) du willst mich in deinen Armen halten und küssen. Wieso tust du es nicht einfach, Maxon!“ Zum Glück tut er es jetzt. Erst ist er ganz behutsam und zärtlich, wie immer, womit er mir das Gefühl gibt ich wäre kostbar und zerbrechlich. Wir küssen uns innig und lange, während eine Hand an meiner Wange liegt und die andere mich an ihn drückt. So stehen wir eng umschlungen eine Weile da doch auch er wird plötzlich leidenschaftlicher und drängender. Er nimmt mich hoch und trägt mich zu meinem Bett. Als er mich behutsam ablegt frage ich: „Du wolltest doch auch über alles andere reden, was ist damit?“ Statt einer Antwort presst er seine Lippen auf meine. Ich merke und spüre seine Verzweiflung, die angestaute Wut und das Glück mich wieder in seinen Armen halten zu können. Seine Hand fährt an meinem Oberschenkel hoch und streichelt ihn. Ich denke vielleicht er solle seine Hand weg nehmen, doch verwerfe sofort diesen Gedanken. Heute will ich mal wieder nach langer Zeit genießen. So hat er mich noch nie berührt. Während all dieser Küsse hält er mich die ganze Zeit fest im Arm. Nach einer Weile lösen wir uns viel zu früh voneinander. Er legt sich ordentlich hin und ich kuschele mich eng an ihn. Er ebenso. „Wegen vorhin...“ „America, ich wollte wissen wieso wir uns so idiotisch verhalten, doch der Kuss hat mir gezeigt an unseren,vor allem an meinen Gefühlen für dich, hat sich nichts geändert.“ „Nein?“ Er lacht. Das ist ein gutes Zeichen. „Natürlich nicht. Ich dachte du wüsstest das!“ „Ich weiß es doch, aber wegen der letzten Wochen und du hast dich lieber mit den anderen Mädchen getroffen, vor allem mit Kriss. Ich will ja nicht die Stimmung verderben, aber wieso?“ Maxon atmet tief ein und überlegt. Als er eine Antwort gefunden hat, sagt er: „Ich war der Meinung wir bräuchten beide ein bisschen Abstand voneinander.“ Ich unterbreche ihn. „Ich dachte ernsthaft du würdest mich nicht mehr wollen, nur wegen meiner Dummheit. Du hast mir so viel gegeben, wolltest mich heiraten und ich dich und jetzt verabredest du dich mit deiner neuen Favoritin, obwohl ich mich endlich abgefunden habe Prinzessin zu werden und...“ „War das dein Ernst, Liebling? Du willst mich heiraten und meine Frau und vor allem Prinzessin werden?“ „Ja schon.“ Statt mich ausreden zu lassen oder etwas zu erwidern presst er wieder
seine Lippen auf meine, aber ich habe nichts dagegen einzuwenden. „Ich bin der glücklichste Mensch von Illéa, ach auf der Welt!“ Ich fange an mit lachen und er stimmt mit ein. „Ich fühle mich ebenso. Auch wenn es nicht gerade für mich leicht war mich so zu offenbaren.“ „Gerade deswegen ist es schon so viel wert.“ Und wieder küsste er mich auf seine behutsame Art und Weise. Gemeinsam, eng aneinander geschmiegt, bleiben wir bis in den späten Abend auf meinem Bett liegen. So würde ich heute bestimmt beruhigt einschlafen können. Klar, es ist noch nicht alles geklärt, aber das wichtigste eben. Wir werden noch mal reden müssen.
Viel zu früh meint er, er müsse gehen. „Aber wir sehen uns ja morgen, Liebling.“ Wir stehen eng aneinander geschmiegt an der Tür und Maxon gibt mir noch einen langen Kuss. „Unglaublich, was du mir da heute offenbart hast. Bitte, vergiss nicht wie dankaber ich dir dafür bin. Du ahnst gar nicht wie viele Probleme sich so in Luft aufgelöst haben.“ Ich lächele ihn an. „Gute Nacht, Maxon. „Gute Nacht, Lady America.“
Nachdem ich mich bettfertig gemacht habe ging ich in mein Bett und denke über den heutigen Abend nach.
Prinz und Prinzessin. König und Königin. Maxon und Ich. Für Immer.

Maxons Sicht:
Wo bleibt sie denn nur? Ich weiß wir haben nicht unsere beste Zeit, aber trotzdem liebe ich America noch. Von Anfang an. Sie kommt doch nie so spät, deswegen darf ich mir auch mal ein bisschen Sorgen machen. Als ich mit dem essen anfangen will, geht die Tür auf. America betritt in einem atemberaubenden Kleid und mit einem selbstsicheren Schritt den Speisesaal. Wow! Ihr Kleid ist zwar bodenlang, aber in verführerischem rot und erst der Schlitz an ihrem Oberschenkel! Vater würde kochen vor Wut. Aber ihr ist es anscheinend egal und mir dann ebenso. America macht einen tiefen Knicks und dabei rutscht der Schlitz ihres Kleides gefährlich weit hoch. Uuh! Wie soll ich ihr heute noch widerstehen können? Ich merke das ich komisch gucke und krieg weit entfernt mit das ich meine Gabel habe fallen lassen, aber das bekomme ich nur nebenbei mit. Ich kann meinen Blick gar nicht von ihr wenden, was ihr anscheinend auffällt. Denn bevor sie sich setzt fängt sie an selbstsicher zu grinsen. Im Raum hört man die anderen Mädchen über ihr Outfit reden. Sie selbst unterhält sich mit Kriss und America hat anscheinend etwas beleidigendes oder etwas ähnliches gesagt. Denn Kriss wendet plötzlich beschämend den Kopf ab und konzentriert sich auf das Essen. Was ich eigentlich auch mal tun sollte! Aber ich kann nicht! Die ganze Zeit beobachte ich sie und nicht gerade unauffällig. Wann schaut sie endlich mal zu mir? Wir müssen reden. America und ich müssen wegen den letzten Wochen sprechen und ihrer jetzigen Stellung zu mir und als Prinzessin.Wegen allem. Denn ihr Auftritt gibt mir plötzlich den Hoffnungsschimmer, sie hat sich endlich für mich entschieden und ist sich sehr sicher. Ich muss es wissen! Es muss einfach so sein! Was sollte den sonst ihr Auftritt bedeuten...
Sie schaut endlich zu mir und ich zupfe ohne zu zögern an meinem Ohr. Sie zupft ebenso an ihrem Ohr und ich merke wie sie sich freut. Leise und still, aber trotzdem erkenne ich ihre Freude. Heute Abend werde ich wieder zu ihr gehen, heute Abend müssen und werden wir reden. Ob wir wollen oder nicht.
Während des ganzen Essens beobachte ich sie aber sie blickt nicht einmal in meine Richtung. America entschuldigt sich als erste und läuft bedeutend langsam zur Tür. Erst jetzt bemerke ich ihren tiefen, sehr tiefen, Rückenausschnitt. Was macht sie nur?! Unglaublich! Als auch ich mit dem Essen, dass ich kaum angerührt habe, fertig bin, entschuldige ich mich bei meinen Eltern und den restlichen Erwählten. Kriss schaut mich liebevoll an und zieht besorgt die Augenbrauen hoch. Wie gucke ich denn? Ich versuche zu lächeln und winke ab. Ich bin gerade aus dem Saal, taucht auch schon Kriss hinter mir auf. „Alles in Ordnung, Maxon?“ „Ja, wieso?“ „Na du sahst ganz schön angestrengt aus.“ Ich überlege mir gerade eine Antwort, als sie mit: „Wollen wir jetzt was zusammen machen? Ich habe Zeit“, herausplatzt. Ich will sie nicht anlügen, aber das ich nun zu America geh muss sie nicht unbedingt wissen. Also antworte ich: „Es tut mir leid, Kriss. Aber leider muss ich noch arbeiten.“ Ich sehe das sie mir nicht ganz glaubt und skeptisch schaut. Aber ich lasse mich nicht beirren. „Das ist wahrscheinlich auch der Grund wieso ich so angestrengt aussah. Wir sehen uns morgen zum Frühstück, meine Liebe.“ Ich küsse sie noch auf die Wange und verschwinde in den dritten Stock. Ich warte, gefühlt endlos lange darauf, mich zu America zu „schleichen“. Ich möchte keinem anderen mehr begegnen. Vor allem keiner Erwählten. Als ich meine das die Luft rein ist, gehe ich zu ihr.
Ich klopfe an ihrer Tür. Ihr Zofe Anne öffnet mir lächelnd die Tür. Doch ich schaue nur zu America. Ich weiß nicht ob ich einfach reinkommen soll, nach allem was passiert ist. America beachtet mich kaum. Wieso?! Das auch die anderen zwei Zofen, Mary und Lucy, mich begrüßen, ist mir herzlich egal. Klingt fies ist aber leider so. Ich warte immer noch auf ein Zeichen von ihr und beschließe einfach hinein zu gehen. Kurze Zeit später lassen uns ihre Zofen allein. Sie trägt immer noch dieses Kleid. Sie macht mich wahnsinnig. Ich will sie einfach nur noch überall berühren und sie einfach küssen. Ich halte es einfach nicht mehr aus und stürme auf sie zu und drücke sie fest an mich. America erwidert die Umarmung. Wie schön es ist sie wieder in meinen Armen zu spüren! Mehrere Minuten lang klammern wir uns aneinander. Doch ich muss ihr nochmal sagen wie schön sie in diesem Kleid aussieht. „America, du siehst atemberaubend aus! Nicht das du sonst nicht fantastisch aussiehst, aber heute: Wow!“ Sie wird sofort puterrot und sagt verlegen „Danke“. „Immer wieder gern.“ Schon wieder diese Stille. Ich weiß nicht wie ich anfangen soll. Als ich noch überlege, meint sie: „Wie geht es dir eigentlich?“ Wie kommt sie denn jetzt darauf? Nach einer kleinen Pause fügt sie leise hinzu: „Besonders deinem Rücken.“ America, Liebling, nicht jetzt. Sie hat es anscheinend leider nicht vergessen. Vielleicht achtet sie ja jetzt besonders darauf wie ich mich verhalte und bewege, besonders nach einem Streit mit meinem Vater. Ich hab keine Ahnung wie ich das immer abwiegeln soll und will auch nicht weiter auf das Thema eingehen. „Mir geht es gut und dir?“, frage ich mit einem kleinen Seufzer. „Auch gut, aber das ist es nicht was ich dich fragen wollte.“ Ich begreife sofort. Sie will reden. Über die letzten Wochen. Puh ,wie soll ich bloß anfangen? Ich nehme ihr Gesicht zwischen meine Hände und fange an. „Ich weiß nicht wie ich anfangen soll. Also ich weiß es und du weißt es auch, das zwischen uns etwas anders ist.“ Sie nickt und ich fahre fort. „Ich will einfach nur Wissen was jetzt nun ist. Was es mit deinem heutigen Outfit, deinem und meinem Verhalten, deiner Position zu mir und der Stellung zur Prinzessin auf sich hat.“ Jetzt war es raus. America stockt. Sie fasst sich wieder.„Also zu meinem Kleid. Ich weiß nicht was es damit auf sich hat, das musst du schon meine Zofen fragen.“ Ihre Stimme ist ganz rau, aber sie lächelt mich an. Ich lächele zurück. Plötzlich meint sie: „Gefällt es dir?“ Soll das ein Scherz sein? Wie oft soll ich ihr es noch sagen, sie sieht immer hinreißend aus. „Ja natürlich. Du siehst immer gut aus. Ich kann dich kaum ansehen ohne das ich dich ganz fest in meinen Armen haben will und oder ohne dich zu küssen.“ Plötzlich fängt sie an mit weinen. Ich frage sie: „Liebling, wieso weinst du? Hab ich etwas falsches gesagt?“ Nachdem ich das sagte, fängt America erst recht an mit weinen. Toll gemacht, Maxon. Du wolltest sie glücklich sehen und jetzt weint sie. Super! „Nein, hast du nicht. Es ist nur diese ganze Situation...“ Ihre Stimme bricht und sie schluchzt heftig. Ich kann nicht anders und nehme sie in meine Arme. Ich versuche sie zu beruhigen. „SchSch“ Nach einer Weile beruhigt sie sich wieder und spricht weiter. „Na du meintest gerade eben (bloß) du willst mich in deinen Armen halten und küssen. Wieso tust du es nicht einfach Maxon!“ Sie hat recht. Ich muss America einfach berühren, küssen und einfach nah bei mir haben. Ich küsse sie einfach. Och, wie sie mir gefehlt hat. Ich muss sie einfach überall berühren und ziehe sie noch enger an mich. Sie sinkt widerstandslos gegen mich. Es reicht immer noch nicht. Meine Küsse werden verlangender und drängender. Ich kann nicht anders und hebe America hoch und trage sie zu ihrem Bett, wo ich sie sanft ablege. Dort gebe ich uns eine kleine Pause, die sie gleich nutzt und mich fragt: „Du wolltest doch auch über alles andere reden, was ist damit?“ Doch darüber will ich jetzt nicht reden und diesen tollen Moment zerstören. Anstatt ihr eine Antwort zu geben, drücke ich wieder meine Lippen auf ihre. Ich bin vor Freude den Tränen nahe. Das Gefühl sie wieder in meinen Armen halten zu können, setzt alle möglichen Gefühle in mir frei. Die Verzweiflung der letzten Wochen, aber auch die Wut, bahnen sich ihren Weg nach draußen. Wir liegen nun gemeinsam, knutschend, auf ihrem Bett. Ich habe das Bedürfnis, meine Hand auf ihren Oberschenkel zu legen, weiß aber nicht ob das für sie zu weit geht. Ich gehe einfach das Risiko ein und lege meine Hand vorsichtig auf ihren Oberschenkel und beginne ihn zu streicheln. America scheint es nicht sehr zu stören. Im Gegenteil: sie genießt es förmlich, habe ich das Gefühl. Ich ebenfalls. Ich nehme sie noch fester in den Arm und wir küssen uns weiter und weiter und weiter. Ich kann natürlich nie genug von ihr haben, aber ich höre langsam auf, damit wir reden können. Ich lege mich wieder richtig hin und America rutscht eng an mich ran. Ich drücke sie an mich. Plötzlich meint sie: „Wegen vorhin...“ Ich unterbreche sie, weil ich es ihr sofort sagen muss. „America, ich wollte wissen wieso wir uns so idiotisch verhalten, doch der Kuss hat mir gezeigt an unseren, vor allem an meinen Gefühlen für dich, hat sich nichts geändert.“ „Nein?“ Was!? Natürlich nicht du Dummerchen. Als ob ich sie einfach aufhören könnte sie zu lieben, egal was zwischen uns vorgefallen ist. Ich kann nicht anders und fange an mit lachen. Sie entspannt sich. „Natürlich nicht. Ich dachte du wüsstest das!“ „Ich weiß es doch, aber wegen der letzten Wochen und du hast dich lieber mit den anderen Mädchen getroffen, vor allem mit Kriss. Ich will ja nicht die Stimmung verderben, aber wieso?“ Ich atme tief ein. Also das ist es was sie bedrückt. Aber wusste ich das nicht eigentlich schon? Wie soll ich es nur formulieren? Wir brauchten Abstand voneinander und da waren die anderen Erwählten eine willkommene Ablenkung für mich. Und das sage ich ihr auch. „Ich war der Meinung wir bräuchten beide ein bisschen Abstand voneinander.“ Ich will noch weiter sprechen, doch America unterbricht mich einfach. „Ich dachte ernsthaft du würdest mich nicht mehr wollen, nur wegen meiner Dummheit. Du hast mir so viel gegeben, wolltest mich heiraten und ich dich und jetzt verabredest du dich mit deiner neuen Favoritin, obwohl ich mich endlich abgefunden habe Prinzessin zu werden und...“ Diesmal unterbreche ich sie, weil ich einfach nicht glauben kann, was sie gerade eben gesagt hat. „War das dein Ernst, Liebling? Du willst mich heiraten und meine Frau und vor allem Prinzessin werden?“ „Ja schon, aber...“ Ich lasse sie erst gar nicht ausreden, denn ich muss sie einfach küssen. Unglaublich! Sie will mich! Mich ganz alleine! Ich kann sie mir gut als Prinzessin und später als Königin vorstellen. America, meine Frau. Sie will mich wirklich! Mich allein! Es ist noch nicht entschieden, doch für mich ist alles klar. „Ich bin der glücklichste Mensch von Illéa, ach auf der Welt!“ Obwohl sie weiß das ich diese Aussage ernst meine, fängt sie mit lachen an und ich kann nicht böse auf sie sein.Und so breche ich ebenfalls in Lachen aus. „Ich fühle mich ebenso. Auch wenn es nicht gerade für mich leicht war mich so zu offenbaren.“ Sie hat recht und ich weiß es auch. Mir bedeutet das viel. „Gerade deswegen ist es schon so viel wert.“ Ich habe wieder das Bedürfnis sie zu küssen und tue es auch. Wir küssen uns und kuscheln bis in den späten Abend, also über mehrere Stunden, hinein. Doch ich weiß wenn ich jetzt nicht geh, bekomme ich Probleme mit Vater. Es geht ihn eigentlich nichts an, doch ich weiß er kann America nicht leiden. Wenn er ihr nur irgendwas antun würde... Aber nein. Ich muss wirklich los, damit wir beide genug Schlaf bekommen. Obwohl ich auch nichts dagegen einzuwenden hätte, wenn ich bei ihr schlafen würde. Es wäre bestimmt eine sehr entspannte Nacht seit langem. Die Vorstellung, die ganze Nacht neben America zu liegen, macht mich irgendwie kribbelig. Aber leider heute nicht, oder besser noch nicht. Bald würden wir jede Nacht zusammen verbringen und jeden Morgen gemeinsam aufwachen. Aber leider muss ich gehen. Das sage ich America auch, aber ich merke ihr an das sie genauso wenig Lust darauf hat das ich gehe. Ich sage ihr es geht nicht anders und nehme sie nochmal fest in den Arm. Als wir an der Tür sind gebe ich ihr noch einen sehr langen Kuss. „Unglaublich, was du mir da heute offenbart hast. Bitte, vergiss nicht wie dankbar ich dir dafür bin. Du ahnst gar nicht wie viele Probleme sich so in Luft aufgelöst haben.“ Danach verabschiede ich mich von ihr. „Gute Nacht, Lady America.“ Sie wünscht mir ebenfalls eine gute Nacht und ich gehe aus ihrem Zimmer. Ich laufe an ihrer Wache, Officer Leger aus ihrer Provinz, vorbei, der sich verbeugt und steige in den dritten Stock hinauf. Oben angekommen schau ich nach meiner Mom, doch sie schläft schon, doch Vater sitzt immer noch in seinem Arbeitszimmer und bearbeitet irgendwelche Unterlagen. Er ist anscheinend damit so beschäftigt das er mich gar nicht bemerkt, als ich hinein komme und auch erst gar nicht fragt, mit wem ich zusammen war. Soll mir recht sein. Und so geh ich nun in mein Zimmer. Ich ziehe mich um und lege mich in mein Bett. Ich denke über heute Abend nach und über America. Ich sehe es schon vor mir: America in einem strahlend weißen Kleid, schreitet auf mich zu, sagt das sie mich liebt und wir werden vor Gott, unserer Familie und Freunden und vor dem Volke Illéas vermählt. Und später: America trägt die Krone, sie und ich auf unseren Thronen sitzend und sie wird vom ganzen Volke geliebt. Und Jahre später schenkt sie mir Kinder. Ich hab keine genaue Vorstellung welchen Geschlechtes, aber mir ist es egal. Unsere Kinder! America würde die beste Mutter der Welt sein, das weiß ich. Mit dem Gedanken an unsere gemeinsame Zukunft, schlafe ich (halbwegs) beruhigt ein.
                                                                                                                                 
                                                                                    ~°~

Erstes Kapitel! Geschafft!
Review schreiben