Andromeda Black

GeschichteRomanze, Familie / P16
13.06.2018
22.05.2019
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Hey! :)

Ich bin gerade ein klein wenig fertig, darum könnte es sein, dass dieses Kapitel nicht ansatzweise so gut überarbeitet ist, wie es sein müsste. Falls euch also Fehler anspringen, beißen oder auch nur aus der Ecke schief angrinsen - sagt ruhig Bescheid! Darüber freue ich mich sehr.

Ansonsten widme ich dieses Kapitel meinem anonymen Sternchenschenker. Danke dafür und allen viel Vergnügen beim Lesen!

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31. Träume aus Dunkelheit und Glück - Teil I


Andromeda benötigte wenige Herzschläge, um zu entscheiden, dass sie Elijah ganz gewiss nicht von ihren Gefühlen für Ted erzählen durfte. Sie wollte sehr gerne, doch eine solche Torheit wagte sie nicht zu begehen. Dann aber kam ihr etwas anderes in den Sinn. Gwendolyns Mutter. Sie schüttelte den Kopf, wie um den Gedanken zu verscheuchen, doch er schien dort festzukleben.
Gwendolyn wollte schließlich ohnehin dieses Buch schreiben. Und Elijah hatte ein Stück der Wahrheit verdient, wenn sie ihm auch niemals die ganze offenbaren konnte.
„Ich erzähle es dir“, sagte sie also noch immer ein wenig zittrig und vermutlich noch immer kalkweiß im Gesicht, „Aber dafür brauche ich eine Garantie, dass du Stillschweigen über alles bewahren wirst, das ich dir nun erzähle.“
„Ani.“ Elijah nahm wieder ihre Hand, zwang sie stehen zu bleiben und blickte ihr fest in die Augen, „Ich stehe dir näher als meiner Familie. Deine Geheimnisse sind auch meine, das verspreche ich dir.“
„Es…“ Andromeda holte tief Luft. „Ich brauche eine Garantie, weil es nicht meine Geheimnisse sind.“
Elijah sah sie einen Augenblick lang an und schien nachzudenken. „Ein Versprechen“, sagte er dann, „Ich gebe dir mein Wort, dass ich es nicht weitererzähle.“
Andromeda überlegte kurz, dann nickte sie. „Dein Wort bedeutet mir eine ganze Menge.“
„Also?“ Elijah sah sie auffordernd an. „Was ist schlimm genug, dass du… die undamenhafteste Aktion abziehen musst, die ich jemals von dir erlebt habe?“
„Merlin.“ Andromeda entzog ihm ihre Finger und bette den Kopf in die Hände. „Das war ziemlich peinlich, was?“
Elijah löste langsam ihre Finger von ihrem Gesicht und sah sie ernst an. „Das war es nicht“, sagte er eindringlich, „Mr Lestrange hat nichts mitbekommen. Sonst auch niemand. Und ich… ich bin für dich da.“
„Ich bin auch immer für dich da“, versicherte sie ihm eilig und Elijahs Gesicht wurde von einem Lächeln erhellt.
„Ich weiß, Ani“, sagte er, „Das weiß ich doch.“
„Also schön.“ Sie vermochte es nicht, ihm in die Augen zu sehen, also richtete sie den Blick stattdessen nach vorne und begann wieder zügig Richtung Schloss zu gehen. Sie war noch immer ein wenig wacklig auf den Beinen und froh, dass sie es nicht als nötig empfunden hatte, Gwendolyns Trank zu trinken.  
Zwei Tropfen aus dem Fläschchen in dem Beutel und du läufst grün an, wie ein Marsmensch. Vier Tropfen und dein gesamter Mageninhalt entleert sich vor dir.
Sie fühlte sich, als habe sie das Vierfache davon konsumiert.
„Es geht um Gwen“, sagte sie nun langsam. Die zynische Stimme Bellatrix’ meldete sich diesmal nicht zu Wort, aber das war auch gar nicht nötig. Den Verrat, den sie soeben beging, spürte sie auch so in jeder Faser ihres Körpers.
„Slinkhard?“ Elijah krauste die Stirn. „Ich dachte, ihr habt euch wieder vertragen.“
„Haben wir auch.“ Andromeda nickte. „Doch das schafft den Grund unserer Entfremdung nicht aus der Welt. Elijah - ihre Mutter ist ein Squib.“
„Oh“, sagte Elijah langsam und bedächtig und sie rechnete es ihm hoch an, dass er nicht schwieg, „Oh, das ist in der Tat ein Problem.“

***


Gwendolyn wartete im Gemeinschaftsraum auf sie. Sie saß am Kamin, der jetzt, da die Gruppe, die ihn sonst zumeist belegte, dem Treffen im Verbotenen Wald beiwohnte, frei war. Die Füße hatte sie lässig auf einem Tisch abgelegt und in ihren Händen hielt sie ein Buch, dessen Titel Andromeda nicht entziffern konnte.
„Ist es schon fertig?“, fragte sie aber und sprang auf, sobald Elijah und Andromeda den Gemeinschaftsraum betraten.
Andromeda warf Elijah einen mahnenden Blick zu, dieser aber ignorierte sie. „Ani geht es nicht so gut. Darum sind wir gegangen.“ Seine Stimme war kühl und Andromeda überkam die ungute Vorahnung, dass er Gwendolyn für ihre Misere verantwortlich machte.
„Wollt ihr euch setzen?“ Gwendolyn machte unbeholfen einen Schritt zur Seite.
„Vielleicht sollte Ani lieber schlafen gehen“, warf Elijah ein, ohne eine Miene zu verziehen.
„Schlafen?“ Gwendolyn vollführte eine ausholende Bewegung mit dem Arm. „Es ist nicht einmal neun Uhr.“
„Elijah hat vermutlich Recht“, sagte Andromeda rasch. Das schlechte Gewissen quälte sie, doch viel größer war die Angst, Bellatrix noch anzutreffen, „Ich sollte mich am besten ein wenig kurieren.“
„Okay.“ Gwendolyn griff nach dem Buch, welches noch immer am Kamin lag, und machte Anstalten, Andromeda zu folgen.
Elijah trat ihr in den Weg. „Sie braucht Ruhe“, sagte er scharf, „Und nicht dich, die sie jetzt vollquatscht.“
Gwendolyn wirkte einen Herzschlag lang gekränkt, dann aber entspannte sie sich. „Das werde ich nicht“, sagte sie behutsam, „Aber lesen kann ich auch in meinem Bett. Und dann bekomme ich immerhin mit, wenn es Dromeda wieder schlechter geht.“
Ehe Elijah etwas erwidern konnte, hatte sie sich bei Andromeda untergehakt, und zog sie zur Treppe. Diese aber wandte sich ganz oben noch einmal um. Elijah blickte ihnen nach und wirkte ganz verloren im Gemeinschaftsraum. Rasch löste sie sich aus Gwendolyns Umklammerung, lief die Stufen wieder hinab und zog Elijah in eine Umarmung.
„Danke“, wisperte sie an seine Ohr, „Danke für alles, El.“
Sie glaubte sein Lächeln an ihrer Wange zu spüren. „Dafür sind doch Freunde da, Ani.“

***


Als Andromeda am nächsten Morgen erwachte, war Gwendolyn an ihrer Seite. Die Ereignisse des vergangenen Abends waren in ihrem Kopf zu einem unförmigen Schemen verwischt und sie konnte sich nicht mehr an den Zeitpunkt erinnern, an dem sie die Freundin gebeten hatte, bei ihr zu bleiben. Doch sie war froh, dass es so war. Eine Weile verharrte sie reglos im Bett, lauschte den regelmäßigen Atemzügen Gwendolyns und versuchte, sich zu entspannen. Als es ihr beinahe gelungen war, die Ereignisse des vergangenen Abends zu verdrängen, setzte sie sich mit einem Mal stocksteif auf. Sie hatte kein Recht, sich in der Freundschaft Gwendolyn zu aalen. Nicht nach allem, was sie getan hatte. Nicht nach den Dingen, die sie Elijah über Gwendolyn erzählt hatte.
„Du bist wach.“
Gwendolyns Stimme an ihrer Seite ließ sie zusammenfahren. Als sie sich umwandte, bekam sie gerade noch mit, wie Gwendolyn sich ebenfalls aufrichtete.
„Ich konnte nicht mehr schlafen“, gab sie vage als Antwort zurück.
„Oh.“ Gwendolyn sah ein wenig betreten drein. „Das lag womöglich an dem Trank. Er war…“
„Es lag nicht an dem Trank.“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich meine… ich habe ihn nicht benutzt…“
Gwendolyn zog eine Braue in die Höhe. „Aber du bist gegangen.“
„Sagen wir es so…“ Andromeda bettete den Kopf in die Hände, um zu verhindern, dass sie in Tränen ausbrach und Gwendolyn alles beichtete, „Der Trank war nicht nötig.“
„Du hast dich übergeben?“ Ein ersticktes Geräusch kam von ihrer Seite und als sie Gwendolyn wieder ansah, erkannte sie, dass die Freundin ein Lachen zu unterdrücken versuchte. „Wer hat das gesehen?“
„Elijah.“
Nun lachte Gwendolyn ganz offen. „Merlin“, japste sie zwischendrin erstickt, „Ich bin überrascht, dass er noch nicht das Weite gesucht hat. Du hast dich vor ihm übergeben.
Trotz ihrer teils etwas prüden Erziehung, die Andromeda derartige Themen angewidert betrachten ließ, und trotz des schlechten Gewissens, das an ihr nagte, musste sie in das Lachen einfallen. „Können wir das Thema bitte sein lassen?“, bat sie dennoch.
Dann fiel ihr Blick auf das leere Bett Celinas und die Erheiterung verflog langsam wieder.
„Ich habe Higgs nicht reinkommen hören“, bemerkte Gwendolyn leise, die ihrem Blick gefolgt war.
Andromeda hob die Schultern. „Wahrscheinlich ist sie schon beim Frühstück. Wir sollten auch…“
„Was?“, hakte Gwendolyn nach, als sie mitten im Satz abbrach.
„Sie alle werden dort sein“, sagte Andromeda fahrig, „Celina, Rabastan…“
„Bellatrix“, vollendete Gwendolyn den Satz, „Du hast Angst vor der Begegnung mit deiner Schwester.“
„Sie wird wissen, weshalb ich gegangen bin.“ Panik drohte in ihr aufzusteigen.
„Dromeda.“ Gwendolyns Tonfall war bestimmt und ihre Handbewegungen fest, als sie Andromedas Gesicht in die Hände nahm. „Deine Schwester kann sich nicht einmal vorstellen, dass jemand diese Veranstaltung freiwillig misst. Sie wird dich bemitleiden. Aber sie wird nicht schlecht von dir denken.“
„Du hast Recht“, sagte Andromeda nach einem Herzschlag des Schweigens, obgleich sie keinesfalls so empfand, „Niemand wird schlecht von mir denken.“

***


Beim Betreten der Großen Halle hatte Andromeda dennoch das Gefühl, alle Blicke auf sich zu ziehen. Sie sah Bob und Ted, die neben einem ahnungslosen Amar am Haustisch der Hufflepuffs saßen, und beide ein wenig besorgt schienen - obgleich sie das bei Bob nicht wirklich sicher sagen konnte. Er war ein größerer Meister der Ausdruckslosigkeit als jeder Schüler Mafalda Shafiqs. Sie glaubte die Blicke Bill Weasleys auf sich zu spüren, der am Vorabend noch erwähnt worden war, und allein das hübsche Mädchen an seiner Seite schien seine Aufmerksamkeit wieder von Andromeda wegzuverlagern. Sie sah Narzissa und Amanda, die Haferbrei löffelten und die Köpfe zusammensteckten. Sie sah Elijah, der ihr liebevoll zulächelte und auf den Platz neben sich deutete.
Und sie sah Bellatrix, zwischen Rabastan und ihrer blonden Mitschülerin, die dunklen Augen auf Andromeda gerichtet, das Gesicht zur Maske erstarrt.
„Crabbe sagte uns, dir sei nicht wohl gewesen“, bemerkte sie spitz, als Andromeda neben Elijah Platz nahm und beugte sich zu ihnen hinüber. Mit einem Anflug von Erleichterung registrierte Andromeda, dass Gwendolyn sich so setzte, dass Bellatrix nicht zu ihr durchrücken konnte. Der missbilligende Blick allerdings, mit dem Elijah Gwendolyn betrachtete, wollte ihr gar nicht behagen. Doch sie schob jegliche Gewissensbisse von sich.
Einen Schritt nach dem anderen.
„Das Essen war wohl nicht gut“, nutzte sie die gleiche Ausrede wie Elijah, „Die Hauselfen…“
„Nun“, fiel Bellatrix ihr ins Wort, ehe sie die wohl ausformulierten Worte loswerden konnte, „Wir hatten jedenfalls noch ungemein Spaß nachdem ihr weg wart.“
Andromeda erstarrte, als hätte man sie geschlagen. „Hattet ihr das?“, fragte sie dann langsam.
„Oh ja.“ Bellatrix tauschte einen Blick mit Rabastan, den Andromeda nicht einordnen konnte. „Du hast eine Menge verpasst, Ani.“
Es schien, als habe es die Wochen der Freundschaft zwischen Bellatrix und Andromeda nie gegeben und auf einmal wurde ihr klar, dass es auch beim letzten Mal das Treffen der Todesser gewesen war, das sie ihrer Schwester entfremdet hatte. Es barg eine gewisse Ironie, hatte Druella sie doch eigentlich zu diesem Treffen genötigt, um die Freundschaft aufzubessern.
„Das ist bedauerlich“, gab sie nun gepresst zurück und wollte den reumütigen Klang ihrer Worte selbst nicht glauben.
„Allerdings.“ Bellatrix taxierte sie raubtierhaft. Andromeda vermochte sich erst aus der stählernen Umklammerung ihres Blicks zu lösen, als es für jeden Anwesenden unangenehm zu werden drohte.
„Ich habe keinen Hunger, fürchte ich“, wandte sie sich an Elijah, der ihre Hand ergriff.
„Ist vielleicht auch besser so“, bemerkte dieser mitfühlend, „Gestern warst du grün wie ein…“
„Marsmensch!“, warf Gwendolyn enthusiastisch ein, doch auf einen bösen Blick Bellatrix’ hin verstummte sie bedrückt und wandte sich ihrem Haferbrei zu.
„Möchtest du, dass ich dich begleite?“, fragte Elijah, den Einwurf überhörend.
Andromeda erhob sich, den Blick auf die verschränkten Hände gerichtet. Sie war unheimlich glücklich über die Freundschaft, die sie verloren geglaubt ahtte, doch es war nicht Elijah, nachdem sie sich gerade sehnte. Im Rücken Bellatrix’ und Rabastans erblickte sie Bob, Amar und Ted, die ihr Frühstück beendet hatten und sich anschickten, die Große Halle zu verlassen.
Hastig wandte sie sich wieder Elijah zu. „Ich will dir wirklich nicht dein Frühstück vermiesen, El“, sagte sie bemüht ruhig und ignorierte Bellatrix’ abfälliges Schnauben, „Ich… ich sollte mich bloß ein wenig ausruhen. Und vermutlich packen.“
„Hast du es noch nicht gehört?“, mischte sich Narzissa ein. Sie saß ein ganzes Stück entfernt und unter normalen Umständen hätte sie gewiss keinen der familieninternen Streitigkeiten nach draußen getragen.
Was sollen wir noch nicht gehört haben?“, fragte Bellatrix und für einen wundervollen Moment standen die beiden Schwestern wieder auf derselben Seite.
„Du musst nicht packen, Ani“, sagte Narzissa spitz, „Denn wir bleiben diese Osterferien im Schloss.“
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