Wo die Liebe auch hinfällt

von Lillilea
OneshotAllgemein / P12
13.06.2018
18.07.2018
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18.07.2018 856
 
Liebeskummer Überstehen

Es ist mittlerweile drei Wochen her, seit dem mein Ex, mit dem ich ziemlich genau 13 Monate eine Fernbeziehung geführt hatte, aus heiterem Himmel per WhatsApp mit mir Schluss gemacht hat.
Das war ein ziemlicher Schock für mich, schliesslich hatten wir uns die Woche davor noch getroffen und ich hatte nichts geahnt. Soweit, so gut, ich war jetzt also wieder Single.
Am ersten  Tage war ich ziemlich traurig und sauer, er hatte mir netterweise noch gesagt, dass er sich schon in eine andere verliebt hatte und am Wochenende laut seinen Aussagen „mehr passiert ist, als er mir sagen wollte“.

Aha. Ok. Ob seine neue flamme wohl wusste, dass er eine Freundin hat? Vermutlich nicht, es war ja „nur“ eine Fernbeziehung, nichts ernstes.
An Tag 3 verabredete ich mich zu einem Gespräch via Skype, damit ich danach einen Schlussstrich ziehen kann, sobald er mir noch ein zwei antworten gegeben hat.
Das Gespräch dauerte ca. 5 Minuten. (Der werte Herr hatte übrigens nicht den Mut, seine Kamera einzuschalten, was ich lustig fand.)
Ich hatte ihm nichts zu sagen, jedenfalls nichts persönliches, daher forderte ich ihn auf, mir noch zu sagen, was er sagen wollte, danach werde ich reden.

Seine Erklärung war, dass er schon vor dem Jahrestag an unserer Beziehung gezweifelt hatte und dass ich ihm anscheinend immer stress gemacht hatte. (Streite ich grundsätzlich nicht ab, aber einmal in der Woche Skypen wird wohl nicht zu viel verlangt sein, wenn man gut 4-5 Stunden auseinander wohnt.) Zusätzlich erwähnte er natürlich noch einmal seine neue Flamme, was mich herzlich wenig juckte. (Ich meine, er hat seine Freundin durch die erstbeste ersetzt, die er gerade finden konnte. Damit würde ich zwar jetzt nicht unbedingt prahlen, aber ist ok, schliesslich ist es nicht mehr mein Freund. XD)
Dann war ich mit reden an der Reihe. Es wäre sicher interessant zu wissen, auf was er in diesem Moment gefasst gewesen war, aber zurück zum Thema. Ich hatte mir natürlich vorher überlegt, was ich sagen würde und sagte mit einem grinsen: „Also wenn du mit allen Leuten die du gut kennst so niveauvoll umgehst wie mit mir, erklärt das wohl alles.“

Darauf folgte seinerseits ein peinliches Schweigen. Gut, jetzt hatte ich den möchtegern-Macho anscheinend getroffen, also wird er mir zuhören.Ich fuhr ungerührt fort: „Ich habe zwei Bitten.“ Er: „Dass ich dir das Geld zurückgebe?“ „Genau. Das Geld ist von mir geliehen worden und ich will es zurück, Beziehung hin oder her. Ausserdem möchte ich, dass du mir das Fotoalbum zurückschickst, dass ich dir zum Jahrestag geschenkt habe. Ich habe lange daran gearbeitet, es wäre zu schade, um einfach weggeworfen zu werden.“ Er: „Ok.“

Also gut, diese beiden Dinge waren mir wichtig gewesen, eigentlich war das Gespräch damit für mich beendet.  
Zur Sicherheit frage ich noch: „Und, habe ich sonst noch etwas das mir gehört bei dir?“ Er zögerte, dann erwähnte er, dass noch eine Halskette da sei, die ich ihm geschenkt hatte. (Stimmt, daran hätte ich nicht gedacht.) Ich nickte nur knapp. „Gut, dann kannst du diese beiden Dinge ja zusammen in ein Paket stecken und mir schicken.“

Zu meinem erstaunen sind diese beiden Sachen eine Woche später bei mir eingetroffen, ohne dass ich gefühlt 1000 Mal nachfragen musste.

Wenn ich die Beziehung ein wenig neutraler beobachte, erkenne ich eine gewisse Ironie. Es hat unerwartet begonnen und auch unerwartet geendet.

Fazit:
Eine Trennung ist bitter, kann aber auch eine Chance auf einen Neuanfang sein. Ich hatte das grosse Glück, dass meine Freunde gerade in den ersten Tagen für mich da waren. Ein Abendspaziergang mit der besten Freundin oder um 20 Uhr noch mit dem besten Kumpel ins Schwimmbad gehen kann wahre Wunder bewirken!

Falls ihr euch auch gerade mit einer Trennung herumschlagen müsst, denkt immer daran, der Schmerz wird vergehen.

Folgende Tipps kann ich euch geben, die mir sehr geholfen haben:
-Verbring Zeit mit deiner Familie. Sie wissen (abgesehen von der BF) am besten, wie sie dich trösten können.

-Unternimm etwas mit deinen Freunden. Auch wenn ihr die Freundschaft zu gewissen Leuten ein wenig habt schleifen lassen, das sollte euch nicht davon abhalten Zeit mit ihnen zu verbringen. Sie freuen sich sicher auch, dass du wieder mehr Interesse zeigst.

-Wenn du Sport machst, power dich mal richtig aus. Ich bin oft reiten gegangen, wenn der Körper etwas zu tun hat, kann sich der Geist weniger mit trüben Gedanken befassen.
-Brich, wenn möglich, den Kontakt ab. Block ihn auf Social Media und lösch bald darauf seine Nummer.

-Entfern Dinge die du von ihm hast aus deiner Reichweite.
Aber Achtung: Das heisst nicht, dass du gleich alle Fotos verbrennen und Geschenke von ihm wegschmeissen musst. Ich habe eine Schachtel genommen, in die ich alle Dinge gelegt habe, die ich mit ihm verbinde. Diese Schachtel sollte dann am besten auf dem Dachboden oder an einem Ort ausserhalb deiner Reichweite gelagert werden, so kommst du nicht in Versuchung, sie zu öffnen.

So, das wäre mein wirrer Bericht über die Trennung von meinem Ex gewesen. Hoffentlich konnte ich damit jemandem ein wenig Mut machen.

PS: Noch viele Mütter haben hübsche Söhne. (Auch wenn Namen und Adressen wesentlich bessere Informationen XD)
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