Verloren im Sturm

von Micaa
GeschichteDrama, Humor / P16
13.06.2018
28.02.2019
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Die Fremde im fremden Hause

Nachdem Harikeen das Zimmer verlassen hatte, brachte mich Yari wie befohlen in das Zimmer 005 das nur ein paar Zimmer weiter war, wie mein vorheriges. Dieses Zimmer war komplett fensterlos, hatte aber eine deutlich bessere künstliche Beleuchtung. 005 war viel kleiner und beherbergte eigentlich nur zwei Sofas, die sich gegenüberstanden und einen Kaffeetisch in der Mitte. Auf dem Tisch stand eine Thermoskanne und zwei Tonbecher bereit.
„Warte solange bis ich dir deine Kleidung gebracht habe“, sagte Yari zu mir und schubste mich förmlich in das Zimmer und schloss die Tür direkt hinter mir. Ich seufzte. Vorerst würde ich wohl keine Ruhe finden. Ich schlenderte zu eines der beiden Sofas und ließ mich darauf fallen. Es war nicht so weich wie ich es mir vorgestellt hatte, aber es war bequem genug um für einige Zeit darauf sitzen zu können. Zum Schlafen konnte man vermutlich auch den Boden vorziehen wenn man auf hart gepolsterte Dinge stand. Wenig später flog die Tür wieder auf und Yari hatte einen packen frische Kleidung dabei die ordentlich zusammengefaltet war. Sie legte es auf dem Kaffeetisch ab.
„Probiers mal an ob es dir passt“, sie setzte sich auf das Sofa mir gegenüber und überschlug die Beine. Mit gehobener Braue sah ich zu ihr.
„Werden sie mir jetzt dabei zusehen?“,
„Wir sind doch unter uns“, erwiderte sie darauf nur trocken und drehte sich zur Seite. Schnaubend nahm ich das erste gefaltete Päckchen vom Stapel. Es handelte sich um einen einfachen schwarzen Pulli mit hohem Kragen der ziemlich bequem aussah. Eifrig streifte ich meinen Kittel ab und schlüpfte in den Pulli. Der Stoff war ziemlich weich und kam mir schon fast zu luxuriös vor für jemanden der unter Untersuchungshaft stand. Die Hose war eine simple lange schwarze Leggins, die ich ebenfalls gerne an mich nahm. Problemlos zog ich sie an und war mit meinem Straffälligen-Look ziemlich zufrieden. Das einzige was noch übrig war, waren die Schuhe die neben dem ehemaligen Kleiderstapel standen.
„Muss ich die wirklich anziehen?“ Yaris Kopf schnalzte regelrecht zu mir und sah mich nur abfällig an.
„Gefallen sie dir etwa nicht?“, fragte sie sarkastisch und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Ich glaube ich mag Schuhe im allgemeinen einfach nicht“, probierte ich zu erklären und nahm einen der Schuhe in die Hand. Ein simpler schwarzer Schuh. Die Sohle war nicht sonderlich dick, aber ich zog es doch lieber vor, den Boden mit meiner Haut zu spüren.

     6. Ich hasse Schuhe

Fügte ich gedanklich noch schnell hinzu bevor Yari praktisch hochfuhr und mich wütend anfunkelte.
„Du solltest dankbar sein das wir dir überhaupt etwas Richtiges zum Anziehen geben. Wir könnten dich auch einfach nur in diesen dünnen Patientenklamotten rumlaufen lassen und dir dabei zusehen wie du langsam an einer Lungenentzündung stirbst!“ Abwehrend hob ich die Hände.
„Komme ich euch damit nicht entgegen? Immerhin ist es eine Sache weniger die an mir verschwendet wird“, begann ich ruhig und zügelte meinen flammenden Ärger der heiß hinter meiner Stirn brannte. Ich wusste zwar nicht wer diese Frau war, aber mich einfach so anzufahren, nur weil sie mit mir nicht klar kam, mangelte meiner Meinung nach an Professionalität.
„Hier geht es nicht darum, das gute Kleidung an dir verschwendet wird. Sondern eher das du das Angebot von Harikeen so undankbar entgegen nimmst. Das ist unhöflich. In so einer Situation sollte man das nehmen was man bekommt und dankbar sein und nicht so wählerisch sein wie du“, schoss sie mir gegen den Kopf und setzte sich wieder. Wie oft ich den letzten Satz jetzt in den vergangenen Stunden schon gehört hatte. Natürlich war meine Situation alles andere als vorteilhaft und ich war dankbar für das großzügige Angebot, aber die Schuhe… Ich war mir ziemlich sicher, dass ich gut ohne sie zurechtkommen würde.
„Meinetwegen“, erwiderte ich darauf nur und schlüpfte in meine Schuhe. Sie waren bequem keine Frage, dennoch bevorzugte ich nackte Sohlen.
„Außerdem befindest du dich hier in zivilisierter Gesellschaft und nicht in der Wildnis. Hier musst du dich anpassen um eine Chance zu haben. Ähnlich wie draußen. Nur tragen wir hier Schuhe und greifen uns nicht gegenseitig fauchend mit Äxten an“, fügte sie noch schnippisch hinzu und musterte mich wieder.
„Schon gut ich hab´s verstanden“, sagte ich nur murrend und überschlug ebenfalls die Beine.
„Außerdem habe ich ihn nicht angefaucht“, log ich, da es mir etwas peinlich wurde das Darui meinen Angriff so detailliert beschrieben hatte. Fragend sah sie zu mir.
„Bitte?“ Ich schüttelte den Kopf.
„Vergessen Sie es“, murmelte ich beschämt.
Um mich abzulenken schenkte ich mir etwas Tee aus der Thermoskanne ein und bat Yari ebenfalls etwas an. Sie antwortete mir nur mit einem kühlen Blick und beobachtete mich dabei, wie ich zaghaft an meinem Tee schlürfte. Kräutertee. Nicht der beste aber erträglich. Stark genug um etwas an meinen Sinnen zu rütteln und mein Gehirn wachzuhalten.
„Was für eine Aufgabe haben Sie hier? Sind sie sowas wie Harikeens rechte Hand?“, fragte ich nach einer Weile der Stille. Sie sah mich an, scheinbar nicht angetan von der Tatsache das ich Harikeen mit dem Vornamen ansprach und setzte sich aufrechter hin.
„Ich bin ihre Sekretärin. Yari Mirusame“, erwiderte sie nur karg und musterte mich. Sekretärin? Sie erinnerte mich eher an einen höchst aggressiven Bodyguard.
„Mirusame? Seid ihr verwandt? Bist du etwa auch…ein Oberhaupt oder sowas?“ Vielleicht sollte ich ihr nicht so viele Fragen stellen, aber das die beiden denselben Nachnamen teilten, war für mich schon sehr verwunderlich. Yari sah mich an als wäre ich von allen guten Geistern verlassen worden.
„Ich und Oberhaupt einer Hauptfamilie? Ich bitte dich. Ich stamme von einer Seitenlinie vom Clan ab.“
„Seitenlinie?“, harkte ich neugierig nach. Scheinbar handelte es sich hier um eine viel, viel größere und mächtigere Familie als ich ursprünglich erwartet hatte. Vielleicht sogar ein Ninja-Clan oder eine Adelsfamilie.
„Das musst du nicht verstehen. Die Strukturen des Clans sind Angelegenheiten, die vor allem dich nichts angehen.“ Ihre Antwort war forsch und kratzte sogar ein wenig an meinem Stolz, da ich wusste das sie recht hatte. In meiner Situation-
Ha, jetzt fing ich selbst auch schon an.
Ich hielt es ratsamer darauf lieber nichts zu antworten, da ich mich vermutlich nicht unter Kontrolle halten konnte und spielte eher an der Tasse herum, da mich die erneute Stille etwas unruhig machte. Worauf warteten wir überhaupt? Und warum musste ich mit Yari zusammen darauf warten? Wenn wir auf Harikeen warteten, betete ich das sie in den nächsten paar Minuten erscheinen würde. Da mich Yaris Anwesenheit schon fast dazu reizte irgendeinen Blödsinn anzustellen, damit sie ihre Fassung verlor und ich mich innerlich über ihre fehlende Professionalität lustig machen konnte.

Wir hatten zwar keine Uhr in diesem Raum, aber ich war mir ziemlich sicher das mindestens eine Stunde vergangen sein musste, als Harikeen den Raum betrat. Wieder im schlichten grünen Kaftan Kleid und aufgeschlagenem Fächer. Ich hatte schon mindestens die dritte Tasse Tee intus und hatte mich noch nie so sehr gefreut jemanden zu sehen wie sie in meinem bisherigen fast drei tägigen Leben.
Yari erhob sich sofort als Harikeen auch nur einen Fuß in den Raum setzte und ging zur Seite damit sie sich setzen konnte. Langsam ließ sie sich auf das Sofa nieder und überschlug die Beine. Yari verschwand hinter sie und verschränkte die Arme hinter dem Rücken. Die Augen aufmerksam auf mich gerichtet. Von wegen Sekretärin. Sie war ein Wachhund. Nicht mehr und nicht weniger.
„Wie du vielleicht erahnen konntest, sind vorhin die Leichen eingetroffen, die dir vielleicht zum Opfer gefallen sind. Die Autopsie hat ein wenig Länger gedauert als erwartet, da 5 Leichen auf einmal doch etwas aufwendiger sind und das Team ist sehr genau, wenn es zu solchen Angelegenheiten kommt. Vier von fünf konnten wir gleich identifizieren. Bei der fünften Leiche müssen wir noch ein bis zwei Wochen warten. Hierbei handelt es sich um die verbrannte Leiche. Die Verbrennungen waren schon zu schwer, um noch ein Gesicht ausmachen zu können, deswegen warten wir auf die Probe vom Labor, da wir einen Zahn noch einigermaßen retten konnten“, begann sie und kam damit gleich zum Punkt. Sie Schlug die Mappe auf die sie mitgebracht hatte und mir anfangs gar nicht aufgefallen war und fischte wieder ein paar Bilder heraus und legte sie mir auf dem Tisch vor. Ich verschluckte mich fast an meinem Tee und stellte vorsichtig die Tontasse zurück auf den Tisch. An die Gesichter konnte ich mich noch erinnern, da es noch nicht so lange her war, als ich Darui gebeten hatte mir einen letzten Blick zu gewähren. Auf den Bildern waren diesmal Nahaufnahmen von ihren Gesichtern genommen worden, ebenfalls von ihren Verletzungen. Ähnlich als wollte sie Memory spielen, legte sie unter ein Gesicht jeweils die Bilder mit den Verletzungen darauf abgebildet. Die Verletzungen waren eigentlich nicht so schlimm, dass ich es nicht vertragen konnte, nur alles auf einmal zu sehen mit dem Hintergedanken, das momentan der kompletter Verdacht auf mir lag, drehte mir automatisch den Magen um, dass mir wirklich nach spucken zumute war.
„Wir haben 2 der Leichen als – jetzt – ehemalige Bewohner von Kumogakure identifizieren können. Die dritte, vierte und sowohl als auch die fünfte Leiche sind in unseren Daten nicht vorhanden. Womit wir nur darauf schließen können, das es sich um Menschen wie dich handelt, ohne wirklichen Wohnsitz und Registrierung“, erklärte sie weiter und zeigte auf die Gesichter von zwei Männern, die hier scheinbar gelebt hatten. Ähnlich wie Darui, Harikeen und Yari, hatten die beiden einen dunkleren Hauttyp und dunkle Haare. Den einen Mann erkannte ich an seiner Bauchwunde wieder und der zweite schien durch mehrere Stichwunden gestorben zu sein. Ich zählte insgesamt sechs Stiche im Brustkorb.
„Kennst du diese beiden Männer hier?“, fragte Harikeen nachdem sie mir ein wenig Bedenkzeit gelassen hatte. Langsam schüttelte ich den Kopf.
„Nein. Ich kenne keinen der Opfer. Weder von diesen beiden Herren, noch von den anderen drein“, gestand ich und ließ den Kopf sinken. Die beiden Männer waren beide schon etwas älter, vielleicht Ende dreißig. Dem Körper nach zu urteilen waren sie gut trainiert womit ich sie beide auf Ninjas schätzte. Jetzt wo ich so darüber nachdachte, trugen beide so eine ähnliche weiße Westen wie Darui oder der eine Ninja der Harikeen während meinem Verhör Bescheid gesagt hatte. Und jetzt waren sie vielleicht tot wegen eines kleinen Mädchen wie mir. Abartig. Vielleicht hatten sie sogar Familie daheim oder größere Verpflichtungen denen sie immer nachgingen und nun waren sie einfach tot. Ausgeschieden von den leben Bewohnern und nichts mehr weiter als eine leere Hülle die von fremden Menschen auf kalten und sterilen Metalltischen untersucht und aufgeschnitten wurden wie Ratten. Sie hatten ihren Frieden verdient. Aber jetzt waren sie nackt, geschädigt und leblos auf Bildern verewigt und man würde sich nicht mehr an das Leben vor den Tot erinnern, sondern nur einzig und allein als Opfer eines absurden Falles und scheinbar war ich an allem schuld. Ich schluckte schwer. Jetzt wo die Realität einem den linken Haken verpasst hatte, war es anstrengend ein seriöses Pokerface zu behalten. Ich wollte schreien, mich verteidigen oder am liebsten weglaufen in die freie und wilde Natur und mich nicht in zwanghaft erschaffenen Gebäuden, die man der Natur künstlicher Weise einfach untergeschmuggelt hatte aufhalten. Doch es war sinnlos. Nichts würde mir das weglaufen bringen. Ich war knappe drei Tage alt. Würde ich jetzt anfangen zu rennen, würde ich niemals stehen bleiben.

„Diese beiden Männer stammen aus dem Mirusame-Clan“, fuhr sie fort.
„Mirusame?“, fragte ich und sah zu den beiden.
„Waren das enge Verwandte von euch…?“, tastete ich mich vorsichtig heran. Unsicher was mich gleich erwarten würde. Am Ende hatte ich Harikeens Sohn oder Yaris Bruder getötet.
„Nein. Sie stammen von einer der Seitenlinien. Somit stehen oder standen wir in keiner engen Verwandtschaft zu einander. Auch Yari kannte diese beiden Männer nur vom Sehen“, schilderte Harikeen sachlich und mir viel ein kleiner Stein vom Herzen. Wenigstens konnte ich vor einer weiteren Katastrophe die Biege machen.
„Wie groß ist der Mirusame-Clan, wenn ihr von Seiten- und Hauptfamilien sprechen könnt?“ Eine Frage die mich brennend interessierte, auch weil Yari vorhin überhaupt nicht willig war, mir wenigstens etwas davon Preis zugeben.
„Unser Name ist dir nicht bekannt?“, sie schien überrascht zu sein. Ich überlegte.
„Nicht wirklich…“, gestand ich. Yari schnaubte. Verletzte das etwa ihren Stolz?
„Nun… Der Mirusame-Clan ist einer der großen Hauptninja-Clans in Kumogakure. Ähnlich wie der Uchiha-Clan in Konohagakure zum Beispiel war unser Clan praktisch zusammen mit anderen starken Clans die Gründerväter von Kumogakure.“ Harikeens Mundwinkel hoben sich dabei etwas. Scheinbar stolz, von so einem bedeutenden Clan wie diesem zu kommen.
„Ich kann aber verstehen das dich die Familienstruktur unseres Clans etwas verwirrt. Wenn man das Prinzip jedoch verstanden hat ist es sehr simpel. Wie jede normale Familie braucht es mindestens zwei Mitglieder um sich eine Familie nennen zu können. Genauso ist auch unser Clan entstanden. Unser Urvater und unserer Urmutter hatten zu Beginn sechs Kinder.“
„Harikeen!“, entkam es nun Yari, als Harikeen mir den Clan erklären wollte. Scheinbar dachte sie ich war deren Geschichte nicht würdig. Oder war die Ursprungsgeschichte so etwas wie ein großes Geheimnis, das keiner außer den engsten Vertrauten innerhalb des Clans wussten?
„Yari das ist kein Geheimnis. Jeder kann es in einer der vielen Bücher in der Stadtbibliothek nachlesen.“
„Aber sie ist…“, probierte es Yari verzweifelt weiter. Wow, sie schien mir wirklich kein bisschen über den Weg zu trauen. Harikeen erwiderte darauf kein Wort, sondern sah sie dafür einfach nur an. Die Temperatur schein plötzlich eisig zu werden und ich bildete mir ein das knistern von Elektrizität zu hören. Yari stand angespannt da und ballte die Faust, probierte Harikeen ohne Worte mit ihren Augen zu erreichen doch Harikeen wand den Kopf ab und sah wieder zu mir. Geschlagen ließ Yari für einen Moment die Schultern sacken. Sie hatte gegen Harikeen wohl verloren.
„Wo waren wir? Ach ja genau. Wie schon gesagt hatten unsere Ureltern zu Beginn sechs Kinder. Drei Jungs und drei Mädchen. Diese Kinder bekamen nach einiger Zeit natürlich auch ihre eigenen Kinder und gründeten somit ihre eigenen Familien. Jedes Mitglied aus den Hauptfamilien stammt also praktisch von einer dieser sechs Familien ab. Wie ich vorhin erwähnt hatte bin ich das Oberhaupt der vierten Hauptfamilie. Ich und meine Familie stammen von der vierten Tochter Hansha ab. Jetzt kannst du dir vielleicht ableiten wie das System aufgebaut ist. Alle die von den ersten Kindern abstammen sind Hauptfamilie und da es sechs Kinder waren gibt es genau sechs Hauptfamilien“, erzählte sie und ein immer breiteres Lächeln schlich sich dabei auf ihre Lippen. Das Prinzip war wirklich schlüssig. Eine Frage hatte ich dennoch trotzdem.
„Darf dann jede Familie nur ein Kind haben damit es weiterhin sechs Hauptfamilien bleiben?“, belustigt schüttelte Harikeen den Kopf.
„Nein. Immer das erstgeborene Kind wird Oberhaupt und Träger der Hauptfamilie in der nächsten Generation. Alle anderen Kinder danach werden automatisch zu Seitenlinien. Bei den Seitenlinien könnte man jetzt anfangen sich zu verkünsteln und mit ersten und zweiten Grade kommen, da die anderen Kinder die nicht erstgeboren sind vielleicht auch noch Kinder bekommen. Wenn du verstehst worauf ich hinaus möchte. Yari zum Beispiel ist eine Seitenlinie aus der sechsten Hauptfamilie. Ihr Vater hat eine Frau aus unserem Clan geheiratet die aus sechsten Hauptfamilie stammt. Sie ist die Schwester des jetzigen Oberhaupts Chiaka Mirusame und Yaris Mutter. Man könnte also sagen Yari stammt aus der Seitenlinie der sechsten Hauptfamilie ersten Grades. Aber ich glaube wir müssen nicht so tief in die Materie gehen.“ Ich schwieg für einen Augenblick und verarbeitet erst mal die ganzen Informationen die man mir gerade mitgeteilt hatte. Ich denke das wichtigste schien eher die Vorgehensweise mit den Hauptfamilien zu sein. Die Seitenlinien stammen zwar von den Hauptfamilien, hatten nur ihr Anrecht quasi auf den Titel Hauptfamilie verloren, da sie nicht als erste geboren wurden. Ob solch eine Hierarchie wirklich wichtig war, war mir etwas schleierhaf. Aber das konnten auch einfach nur die alten Traditionen sein die dort weitergeführt wurden und da sich noch keiner darüber beschwert hatte, blieben diese auch heute noch bestehen.
„Verstehe…“, murmelte ich gedankenverloren und hob darauf dann den Kopf.
„Sie hatten davor noch einen anderen Clan als Beispiel genannt als Gründer-Clan. Der Uchiha-Clan richtig?“, Harikeen nickte.
„Dieser Name ist dir geläufig? Nun überrascht mich eigentlich nicht. Die Uchihas sind alle ein Fall für sich“, meinte sie nur mit einer abwinkenden Geste und wand ihren Blick wieder auf die Bilder die immer noch sortiert auf dem Tisch lagen. Dann viel es mir wieder ein.
„Diese beiden Männer stammen also aus dem Mirusame-Clan und das aus einer Seitenlinie. Bedeutet, dass wenn sie keine engen Verwandten von euch waren, sie zu einer anderen Hauptfamilie gehörten, oder?“ Harikeen nickte zustimmend.
„Genau. Womit wir wieder beim Thema wären. Wie du sehen kannst sind weder die Männer aus dem Clan, noch dieser Mann hier durch Verletzungen ums Leben gekommen, das von deiner Axt kommen könnte. Womit du im ersten Blick unschuldig bist. Jedoch wurde noch nicht ermittelt ob es sich um einen gewollten Brand handelte im Haus, worin diese Frau ums Leben kam. Und nur weil deine Axt nicht die Ursache des Todes war, muss es nicht heißen, das du eine andere Waffe dafür verwendet hast und diese dann verschwinden lassen hast. Den das Blut an deinen Händen und Kleidung stammte nicht komplett von dir. Womit das Team auf momentan zwei Theorien gekommen ist.
1. Du hast das Haus in Brand gesetzt, aus welchem Grund auch immer und hast die Überlebenden, die es rechtzeitig rausgeschafft haben zur Strecke gebracht. Wo die Frage zurückbleibt warum die Männer aus dem Clan vor Ort waren.
2. Eine weitere, uns unbekannte Person war ebenfalls an dieser Abschlachtung beteiligt. Sei es entweder als Wiederscher gegen euch oder ein Verbündeter von dir. Das würde zumindest die Verletzungen erklären die ihr alle erlitten habt. Diese sind nämlich alle durch eine kurze scharfe Kling entstanden. Beide Theorien haben ihre Lücken und durch dein fehlendes Gedächtnis können wir nicht prüfen was du für eine Rolle in dieser schrecklichen Situation gespielt hast, womit wir dich vorerst nicht hinter Gitter bringen können. Aufgrund mangelnder Beweise. Es ist alles viel zu schwammig und mysteriös deren Zusammenhänge für uns noch nicht greifbar sind. Bis auf weiters bleibst du weiterhin natürlich die Hauptverdächtige. Trotz allem bist du ein wichtiges Puzzelteil für die Beweisaufnahme. Deine Augen haben die Wahrheit vermutlich gesehen doch du hast keinen Zugriff darauf. Ich muss schon sagen Ono. Einen solch merkwürdigen Fall hatte das Team schon lange nicht mehr“, seufzend lehnte sich Harikeen zurück und fächerte sich mit ihrem Fächer etwas Luft zu. Wieder einmal baff ließ ich die Worte auf mich wirken. Eigentlich hieß das nur das sie nicht weiter wussten und ich weiterhin die Hauptverdächtige blieb, womit ich praktisch zwischen Zwei Stühlen stand. Ich konnte mich mit den richtigen Beweisen also entweder auf den Stuhl setzen der für Unschuldig galt oder ich musste mich wohl oder übel auf den anderen setzen der mir vermutlich für etliche Jahre Handschellen anlegen würde.

„Und jetzt…?“, fragte ich zögernd. Harikeen ließ sich Zeit bevor sie antwortete.
„Nun du warst vorläufig festgenommen und warst unter Untersuchungshaft. Da wir dich aber nicht auf Grund von bloßen Vermutungen und Theorien hier festhalten können, bist du vorerst freigelassen.“ Ich konnte nicht anders als erleichternd aufzuatmen. Ich wusste das ganz würde eine längere Geschichte werden, aber das ich gerade so meinen Kopf aus der Schlinge ziehen konnte und erst mal nicht etliche Jahre hinter Gittern verbringen musste, fühlte sich absolut fantastisch an.
„Freu dich nicht zu früh meine Liebe. Dein Fall ist äußert ungewöhnlich und wurde vorerst nur oberflächlich an die Bürger preisgegeben. Die Angehörigen der Männer wollen fairer weise Antworten, aber für deine Sicherheit und um eine Panik oder einen Aufstand zu vermeiden können wir nur wenig Auskunft über den Fall geben. Genauso wenig können wir dich einfach frei durch das Dorf marschieren lassen, da du, also du mit Darui zurück gekommen bist natürlich gesichtet worden bist. Was für eine Rolle du in dieser ganzen Sache spielst weiß keiner so genau. Nur das du eventuell eine Überlebende bist. Weswegen dir jetzt zwei Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Durch ausreichende Besprechung mit dem Raikagen und des Teams können wir dir vorübergehen eine Unterkunft in diesem Komplex gewährleisten. Es würde ein Zimmer sein, das ursprünglich als Ruhe- und Schlafraum für das Personal diente. So hätten wir dich trotzdem noch im Auge. Für meinen Geschmack jedoch zu absolut. Du dürftest natürlich nach Draußen aber nur mit Begleitung. Die andere Alternative wäre das du in das Clan-Gebäude der Mirusame vorübergehend ziehst. Da ich schon etwas älter bin habe ich dort eine Wohnung und du stündest ähnlich wie hier auch unter Beobachtung. Selbes Prinzip mit dem Ausgang. Komplette Freiheit können wir aufgrund deiner besonderen Umstände noch nicht gewährleisten. Zudem weil wir auch nicht wissen wer du bist.“ Kurz gefasst vertrauten sie mir kein bisschen und ließen mich nur unter besonderen Umständen “frei“. Meinetwegen. Ich nahm alles was ich kriegen konnte, solange es nicht hieß, dass ich den Himmel nie wiedersehen durfte. Der Gedanke hier zu blieben gefiel mir überhaupt nicht.  Alles war so steril, einfach und langweilig und wenn alle vom Personal so drauf waren wir Yari, konnten das ein paar anstrengende Tage beziehungsweise Wochen werden bis es ein wenig Klarheit für den Fall gab. Würde ich Harikeen begleiten, wäre ich vielleicht nicht nur auf ein Zimmer limitiert und hätte ein paar Freiheiten mehr. Vielleicht war das Ganze aber auch nur ein Trick. Würde ich aber bleiben, würde ich das vermutlich nach ein paar Tagen sicherlich bereuen. So war es eigentlich klar für was ich mich entscheiden würde.
„Ich bin ganz froh, wenn ich das Gebäude hier verlassen kann. Somit würde ich mich ihnen anschließen, wenn es recht ist“, teilte ich Harikeen mit und setzte mich aufrecht hin. Sie schmunzelte und nickte mir zu.
„Gut. Dann werde ich mich daran machen den ganzen Papierkram auszufüllen. Yari du kommst mit mir. Jemand anderes wird Ono zum Clangebäude begleiten.“ Von Yari kam nur ein gehorchendes Nicken während Harikeen die Bilder wieder in die Mappe legte und sich erhob.
„Sobald ich fertig bin werde ich dich aufsuchen. Stell keinen Blödsinn an. Es wird unser Name sein mehr darunter leiden wird als denkst", ihre Tonlage war sehr autoritär und mein gesamter Körper durchfuhr ein kleiner Schauer.
„J-Jawohl“, stammelte ich über höflich und sah auf den Tisch. Ein belustigtes Schnauben von Harikeen.
„Sehr gut.“Sie setzte sich in Bewegung und lief zur Tür.
„Wird es ein Mirusame sein der mich abholt?“, fragte ich peinlich berührt da ich mir meine Frage nicht verkneifen konnte. Yaris abfälligen Blick konnte ich förmlich auf mir brennen spüren. Wieder ein belustigter Schnauber.
„Nein. Du kennst ihn schon. Er wollte sowieso noch einmal mit dir sprechen. Wir dachten das wäre eine gute Gelegenheit. In ein paar Minuten wird er hier sein. Noch irgendwelche Fragen?“, abwartend sah sie zu mir. Ich fühlte mich ein wenig unwohl. Sie war offensichtlich in Eile nahm sich aber trotzdem die Zeit sich meine sinnlosen Fragen zu geben. Ich schüttelte Wortlos den Kopf.
„Das wars.“ Sie nickte mir zum Abschied zu und verließ gemeinsam mit Yari den Raum. Die Tür viel zu und ich atmete tief aus. Meine Übermüdung machte alles noch so viel schwieriger alles richtig zu begreifen und zu verstehen. Trotz der ganzen Informationen, war ich mir sicher, dass ich ohne weiters einschlafen würde, sobald mein Kopf Kontakt mit einem Kissen bekam. Mein Körper war einfach ausgelaugt. Die frische Luft vermisste ich mehr wie alles andere und mein Mund war nach dem ganzen Reden ganz trocken geworden. Morgen war ein neuer Tag. Dort konnte ich mich mit meinen Problemen weiter auseinandersetzen. Mitunter das ich vielleicht eine Mörderin war aber… Wie gesagt morgen war ein neuer Tag. Mein Gehirn war Matsch und es half nichts mit einem Hammer auf Brei zu schlagen, außer das alles durch die Gegend spritzte.

Erschöpft rieb ich mir die Augen. Erst einmal schlafen. Dann der Rest. Das würde wohl zu meiner Lebensweisheit werden.  Ein klopfen ertönte und ich sah auf. Unsicher ob ich wirklich herein sagen sollte. Als sich nichts rührte setzte ich zum Reden an, verstummte aber sofort wieder als Darui die Tür öffnete und genauso aussah wie ich ihn in Erinnerung hatte. Ein großer schwarzer Typ mit weißem struppigen Haar das sein rechtes Auge verdeckte, muskulös in locker und lässiger aussehender schwarzer Kleidung und die scheinbar ninjatypische weiße Weste. Auf seinem Rücken natürlich das gigantische Hackbeil.
„Entschuldige das du warten musstest. Aber ich musste auf meinem Weg hierher noch etwas erledigen. Bist du soweit? Dann würde ich dich jetzt zum Clan-Gebäude der Mirusame begleiten“, begrüßte er mich und blieb im Türrahmen stehen.
„Ähm. Ja klar. Ich wäre soweit.“ Langsam erhob ich mich vom Sofa und sah mich um ob es irgendwas gab das ich vielleicht mitnehmen sollte. Logischerweise nicht. Das einzige was noch hier rumlag war die Thermoskanne, die Tassen und die Kleidung die ich vorhin noch anhatte. Bevor ich mich aber zu Darui gesellte, schlüpfte ich vorher noch aus meinen Schuhen, klemmte sie unter meinen Arm und lief tapsend zu ihm. Das klatschen meiner Haut auf den glatten PVC-Bodenbelag deutlich zu hören. Zweifelnd sah er hinunter auf meine Füße als ich bei ihm ankam und kratzte sich am Kopf.
„Sicher das-.“
„Ja absolut sicher. Gehen wir“, unterbrach ich ihn unhöflicher Weise und war regelrecht hibbelig dieses Gebäude endlich zu verlassen. Er nickte nur seufzend und schloss die Tür hinter mir und lief vor raus. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten bei seinen großen Schritten mitzuhalten und entschied mich etwas versetzt hinter ihm zu laufen, anstatt aus der Puste zu kommen um mit ihm mitzuhalten. Ich musste meine wenigen Kräfte für den Fall der Fälle definitiv sparen.
Wir verließen langsam das Gebäude und als Darui die Türen für mich öffnete, schwappte einiges an Sonnenstrahlen durch die Türen und traf auf mein Gesicht. Lächelnd schloss ich die Augen und trat nach außen. Es war angenehm warm und erinnerte mich fast an den Moment als ich vor fast zwei Tagen mitten im nirgendwo aufgewacht war. Schnell verwarf ich alle weitern Gedanken die sich darauf in den Vordergrund drängten und konzentrierte die Wärme in meinen Körper aufzunehmen. Für einige Zeit schien mir mein Begleiter diesen Moment zu gönnen bevor er sich dann in Bewegung setzte. Vorsichtig öffnete ich die Augen wieder und folgte ihm. Diesmal lief er deutlich langsamer und schien mir die Möglichkeit zu geben mir die Umgebung einzuprägen. Wir waren praktisch von Bergen und Felsspitzen umgeben, die so hoch reichten das die Wolken die Aussicht nach oben versperrten. Die meisten Häuser waren nicht wie gewöhnliche Häuser auf den Böden positioniert mit eigenen Fundament. Sie wandten sich eher wie kleine Ringe um die einzelnen Felsen und Berge. Manche höher und manche tiefer angelegt die man vom Fuße des Berges erreichen konnte. Als hätte der liebe Gott sich einen Spaß erlaubt uns seine riesigen Doughnuts auf den Bergen aufgelegt und sie dort vergessen. Auf manchen Ebenen der Berge waren reine Grünflächen gepflanzt worden um vermutlich die fehlenden Grünflächen zu ersetzen die es nur spärlich hier auf dem Boden gab, auch wenn es vereinzelt ein paar Rasenflächen gab. Manchmal hatte es auch ein kleiner Busch geschafft sich aus dem Gestein eines Berges zu quälen und dort zu wachsen. Manche Berge hatten scheinbar auch nur Aussichtsplattformen oder Aussichtsgebäude um sie herum gebaut, die ich kaum auf eigentliche Wohnhäuser schätzte.
„Wie hoch reichen den die ganzen Berge?“, fragte ich ehrfürchtig und blieb stehen um die mächtigen Berge und deren Energie auf mich wirken zu lassen.
„Sagen wir einfach sehr, sehr hoch. Du hast Glück heute stehen die Wolken nicht so tief, sodass du sogar die Brücken sehen kannst, welche manche einzelnen Berge verbindet. Sogar das Gebäude vom Boss kannst du sehen“, erzählte er und zeigte auf ein blaues Gebäude das wie eine Kugel praktisch in einen Berg gesetzt worden ist. Oberhalb auf der Kugel wucherte es nur von Grünfläche und sah von der Dichte her schon wie ein kleiner Wald aus.
„Boss? Meinst du den Raikagen?“, hakte ich nach und sah zur blauen Kugel die wie eine Perle im Berg lag. Er nickte und setzte seinen Weg weiter fort. Wir folgten dem Weg der sich vor uns ergab und ich beäugte aufmerksam die einzelnen Läden die logischerweise ganz unten positioniert waren und teilweise schon in den Berg mit eingearbeitet. Es gab eine große Spannweite an Angeboten. Von kleinen Supermärten bis hin zu kleinen unbrauchbaren Ramschläden. An manchen Ecken hatte jemand einen Stand aufgebaut und bietet seine frischen Lebensmittel oder kleine Snacks an. Es war belebt und die friedliche Atmosphäre schien mich praktisch zu beflügeln. Der Boden war ebenfalls angenehm warm und prickelte an meinen Sohlen. Ich sog die Energie praktisch in mir auf und speicherte sie in meinem Körper. Was würde ich dafür tun auf einer dieser Aussichtsplattformen hoch oben in den Bergen mitten in der Sonne zu liegen und zu schlafen. Ein Tag darauf und ich war garantiert wieder fit.
„Und das Clan-Gebäude wo ist das?“, suchend sah ich mich um und hielt Ausschau nach etwas großen und eindrucksvollem. So wie ich diese Menschen einschätzte waren sie sich bestimmt nicht zu schade dafür zu zeigen wie groß ihre Macht war in diesem Dorf.
„Wir sind bald da. Es ist nicht so weit vom Gebäude des Raikagen entfernt. Wie ich erfahren habe bist du praktisch freigelassen aber nur unter Aufsicht da nicht klar ist was für eine Rolle in all dem gespielt hast, richtig?“ Darui hatte die Hände in den Hosentaschen und schlenderte gemütlich neben mir. Ab und zu nickte er jemanden zu, der ihn zu kennen schien und ich musste feststellen das es ziemlich viele waren. Ich sah zu ihm hoch und erkannte nun das Tattoo auf seiner linken Schulter das ich vorher schon bemerkt hatte.
„Für was steht das?“, ignorierte ich seine Frage und zeigte mit dem Finger auf sein Tattoo. Er wand den Kopf zu mir und musste praktisch zu mir runter sehen.
„Das bedeutet Wasser“, sagte er und schien etwas überrascht.
„Ja das sehe ich. Ich kann schon lesen keine Sorge“, beruhigte ich ihn als ich langsam zu verstehen begann.
„Das auf deiner rechten Schulter steht für Blitz. Aber warum diese beiden?“, fuhr ich fort.
„Wofür steht denn dein Tattoo?“, fragte er stattdessen. Abrupt blieb ich stehen.
„Dir haben sie das Bild auch gezeigt?“ Er schien nachzudenken.
„Entschuldige aber was für ein Bild? Ich habe es gesehen als ich dich notdürftig verbunden habe, nachdem du Ohnmächtig geworden bist“, erklärte er.
„Achso“, murmelte ich und überlebte ob das nicht eigentlich viel schlimmer war, da er vor mir sogar meine Narben gesehen hatte.
„Keine Ahnung. Ich weiß davon erst seit ein paar Stunden“, meinte ich nur.
„Oh. Entschuldige.“
„Warum entschuldigst du dich denn jetzt?!“, fuhr ich ihn an. Er lachte kurz auf und rieb sich den Hinterkopf.
„Sorry.“
„Das hilft nicht, wenn du das Wort einfach änderst“, grummelte ich und setzte mich wieder in Bewegung. Natürlich keinen blassen Schimmer wo ich eigentlich hin sollte. Darui hatte mich relativ schnell wieder eingeholt und übernahm wieder die Führung.
„Dort hinten die zwei Berge die zwischen sich einen Verbindungstunnel haben ist das Gebäude der Mirusame“, sagte er dann und ich ließ meinen Blick über die Berge schweifen, bis ich den einen fand den er meinte. Ich hob die Braue. Gebäude war wohl etwas untertrieben. Es waren zwei etwas schmalere Berge die ziemlich nah aneinander standen und praktisch ein fantasiereiches M bildeten wie so aus dem Boden kamen und weiter oben als die Spitzen auseinander gingen war ein Verbindungsgang gebaut worden. Welche die beiden Berge wieder miteinander vereinte. Insgesamt zierte die beiden Zwillingsberge drei Ringe. Unten am Fuße an denen die Berge praktisch noch eins bildeten, zierte sich ein Ring der auch etwas höher gebaut war als gewöhnlich. Vermutlich um viel Platz für die ganzen Mitglieder zu schaffen. Weiter oben als der Berg sich praktisch zu spalten beginnt kam nach einigen Metern höher der Verbindungstunnel. An beiden Enden der Tunnel war ebenfalls noch ein Ring gebaut worden. Ob dort vielleicht mein Zimmer war? Vermutlich nicht. Ich schätzte das ganz oben vermutlich die ganzen wichtigen Leute des Clans lebten oder Zutritt hatten. Auch wenn diese zwei kleinen Berge schon ein besonderes Spektakel für sich waren, hatte es keinen so großen Einfluss auf mich wie das Gebäude des Raikagen. Der Berg indem die Kugel steckte war praktisch der größte und mächtigste im gesamten Dorf. Der von den Mirusame sah daneben schon fast armselig aus. Auch wenn er am Fuße ziemlich breit war, ging er nach oben hin ziemlich schmal. Als hätte der Teufel versucht mit seinen Hörnern zuerst die Erde zu durchbohren. Ein Glück konnte niemand meine Gedanken hören. Ich hatte das Gefühl das sie mich allein schon für diese Metapher hinter Gitter sperren konnten.
Wir näherten uns dem Berg immer weiter und mein schlug wie verrückt. Ich war aufgeregt da ich ziemlich neugierig war, wie die Elite so lebte. Vielleicht wäre es vernünftig ruhig zu bleiben und wachsam zu sein, um nicht von allem dem verschlungen und überwältigt zu werden. Der untere Ring war in einem sehr sanften Grün gestrichen und die braune massige Tür wurde mit jedem Schritt immer größer. Große Fenster ermöglichten ein paar Einblicke in das Gebäude, aber erkennen konnte ich soweit noch nichts. Mein Herz pumperte und ich zwang mich, mich allmählich zu beruhigen. Es hatte sowieso keiner Erwartungen an mich. Ich war immer noch unter Verdacht und nur aufgrund von mangelnden Beweisen vorübergehend freigelassen. Hier würde mich nicht jeder mit offenen Armen begrüßen.
„Wirst du…-“, begann ich und wollte mich an Darui wenden, als die Türe sich langsam öffnete. Eine Person blieb im Türrahmen stehen und hatte die Hände vor sich in einander gefaltet. Der Blick stets aufmerksam aber trotzdem lächelnd wurde gewartet bis wir in Hörweite gelangen.
„Herzlich Willkommen am Clangebäude der Mirusame. Wir haben von Harikeen die Nachricht bekommen und haben für dich ein Zimmer bereitgestellt“, erklärte die Frau und verbeugte sich kurz. Sie war komischerweise überhaupt nicht dunkelhäutig und hatte dunkelblondes Haar, das geflochten über ihrer rechten Schulter lag. Darui nickte ihr kurz zu und sah dann zu mir.
„Mein Auftrag wäre somit erledigt. Vielleicht stoßen wir noch einmal aufeinander. Viel Glück“, ein Anflug von einem Lächeln erschien auf seinen Lippen während er sich von mir verabschiedete.
„Ja vielleicht. Danke“, erwiderte ich. Irgendwie kam es mir komisch vor sich so formell zu verabschieden. Es kam mir so vor als steckte ich jetzt viel tiefer in der Scheiße als anfangs erwartet. Für einen Moment schien er zu überlegen ob er darauf noch etwas sagen sollte, beließ es aber, steckte dafür die Hände in die Hosentaschen, nickte mir zu und ging wieder denselben Weg zurück. Ich vermutete zum Büro des Raikagen. Wenn er ihn schon mit Boss betitelte musste das wohl heißen, dass er direkt für den Raikagen arbeitete. Vielleicht war es auch einfach nur reine Admiration. Wer weiß. Mit der Zeit würde ich es garantiert raus finden. Ich atmete aus und wand mich wieder der Frau zu. Mein Blick glitt jedoch von ihr langsam nach oben und folgte dem Berg praktisch in den Himmel hinauf. Auch wenn alles einladend und freundlich aussah war es für mich nur eine Fassade. Das war vorübergehend meine Zelle, bis man meine Unschuld entweder beweisen oder wiederlegen konnte.
„Dann mal los“, murmelte ich und sah zur Frau, die zweifelnd ihren Blick auf meine Füße gerichtet hatte. Diese waren ziemlich dreckig vom ganzen Staub geworden.
„Vielleicht sollten wir uns vorher noch darum kümmern, bevor ich dir dein Zimmer und das Haus zeige…“, sagte sie dann nachdenklich und legte sich überfordert die Hand an die Wange. Genervt rollte ich mit den Augen. Das fing ja schon mal super an.




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Servus meine lieben Leute!

Lang lang is her und die FF wurde eiskalt als pausiert markiert... Naja ich muss auch ganz ehrlich sagen, das ich aufgrund von Arbeit, Leben und dem ganzen anderem Kram nie wirklich an diese FF gedacht habe und das trotz Puffer... (und dabei habe ich mir so Mühe gegeben einen Puffer erst mal aufzubauen T_T)
Naja jetzt haben meine zwei Besten sich mal wieder aufgerafft was zu posten und das hat mich natürlich motiviert es auch zu tun!
Wie dem auch sei hier ist erst mal Kapitel 3. Falls ihr komplizierte Erklärung der Mirusame Familie verstanden habt, könnt ihr mir gerne mal ein Review hinterlassen und eure Gedanken dazu freien Lauf lassen!  Euch noch einen wunderschönen Tag/ Abend whatever und man sieht sich die Tage/ Wochen (hoffentlich nicht Monate) wieder!

LG Micaa


PS:
Oben hatte ich ja bereits erwähnt das meine zwei Besten wieder etwas geuploaded hatten. Das interessante dabei ist das wir alle drei unsere Welten verbunden haben und so Ereignisse, Dörfer und Charas in unseren FFs erscheinen lassen können!

Eine davon ist von der fantastischen Primula-chan!
(https://www.fanfiktion.de/u/Primula-chan)

Und jetzt ganz neu dabei (aber insgeheim ein alter Hase) von Yumiko Aki!
(https://www.fanfiktion.de/u/Yumiko+Aki)

Beides emotionale Geschichten über Freundschaft, Herzschmerz und den Herausforderungen die das Ninjaleben mit sich bringt. Die Geschichten der beiden Schreiberlinge ist übrigens schon verlinkt! Also lasst euch überraschen und schaut bei den beiden gerne mal vorbei!
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