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[Edward Elric x Reader] Wenn Knirpse sich verlieben und nebenbei versuchen die Welt zu retten

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Edward Elric
13.06.2018
15.01.2022
22
48.433
13
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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15.01.2022 1.932
 
--- dein P.O.V. ---

Das fröhliche Lächeln gefror in deinem Gesicht, als du den Schatten, der sich über euch beugte, bemerktest. Scar stand direkt hinter dir, seine Präsenz, seine Mordlust deutlich spürbar. Sie ließ dich zittern und Angst in dir aufsteigen, auch wenn du versuchtest, sie niederzukämpfen.

Edward enger an dich drückend, drehtest du den Kopf und sahst zu Scar hoch, welcher mit dunklen Augen auf euch herabblickte. Er hatte seine Sonnenbrille abgesetzt, sodass du ohne Hindernis direkt in seine roten Augen sehen konntest. Scar… war ein Ishvaler.

„Verschwinde.“, zischtest du, möglichst mutig klingend, ohne die Angst, die du in deinem Herzen spürtest, in deine Stimme zu lassen. „Noch lasse ich dich entkommen. Also hau lieber ab, bevor ich dich umbringe.“

Der Mann bewegte sich jedoch kein Stück weg, seine roten Seelenspiegel zeigten weiterhin Hass. „Du bist auch eine Staatsalchemistin.“, stellte er fest.

Schnell standest du auf, Edward dabei mit hochziehend, ehe du ihn auf deinen Rücken nahmst. „Ich bin (V/N) (N/N), Major in Oberst Mustangs Team und der Air Alchemist!“, riefst du mit allem Selbstbewusstsein, das du hervorbringen konntest.

Scar sah augenblicklich finster drein. „Staatsalchemist… bei Mustang… Mustang… Der Flame Alchemist…“ Seine Mordlust stieg ins Unermessliche, die Luft knisterte förmlich und eine Welle des Hasses und der Wut ging von dem Mann aus.

Doch du konntest es ihm nicht verübeln. Du hattest deine eigene Meinung zu Mustang, aber für einen Ishvaler wie Scar war der Oberst nichts weiter als der größte Massenmörder von Ishval. Mit seiner Flammenalchemie hatte er unzähligen Ishvalern das Leben genommen und ihre Heimat vernichtet. Scars Reaktion war verständlich, und du vermutetest, dass daher auch der Hass auf Staatsalchemisten insgesamt kam. Dennoch…

„WIR sind aber NICHT MUSTANG. Wir haben dir nichts getan! Ja, wir sind Staatsalchemisten, aber zu Zeiten des Krieges waren wir einfach nur Kinder! Wir haben weder dir noch deinem Volk etwas getan!“, schriest du ihm entgegen, mit der kleinen Hoffnung an Scars Verstand zu appellieren und ihn vom Töten abzuhalten oder zumindest euch beide zu verschonen. Du warst kein Angsthase und Feigling, aber Flucht schien eben für Edward und dich der bessere Weg zu sein.

Bei dem größeren Mann traf dies jedoch auf taube Ohren. Kalt sah er direkt in deine Augen und trat näher, während er seine Hand hob und knacksen ließ. „Ihr werdet in einem neuen Krieg Chaos anrichten. Das werde ich verhindern, bevor es so weit kommen kann.“

Mit Edward auf deinem Rücken gingst du vorsichtig mehrere Schritte zurück, die Scar dir leider folgte. „V-VERSCHWINDE! HAU ENDLICH AB! HAU-HAU AB ODER DU WIRST ES BEREUEN!“

„Tch… Du machst mir keine Angst…“ Er streckte seine Hand nach dir aus, bereit, dich zu töten.

Die Panik in dir stieg höher, ließ dich zittern und nahm dir den Atem. Ohne dass du etwas dagegen tun konntest, schalteten sich deine Gedanken ab und deine Instinkte übernahmen. Doch mit ihnen spürtest du auch, wie du leicht die Kontrolle verlorst. Deine Alchemie, die du sonst mit einer Handbewegung über der Brust aktiviertest, startete aufgrund deiner umherwirbelnden Gefühle von selbst eine Transmutation. Du wusstest gar nicht, dass das möglich war, nein, viel eher wusstest du, dass genau das NICHT möglich war, doch du hattest nicht die Zeit um jetzt darüber nachzudenken.

Ein stürmischer Wind entstand um dich und Edward herum, der erst scheinbar ziellos umkreiste, dann aber mit voller Kraft gegen Scar knallte und ihn zurückstolpern ließ. Er wollte schon die Hand heben, um die Luftverbindungen mit seiner eigenen Art von Alchemie zu zerstören, als sich der Sauerstoffgehalt gefährlich senkte und die Luft sich verdichtete.

Nach Luft ringend und schnappend begann Scar zu schwanken und setzte etwas Alchemie frei, die deine jedoch nicht im Geringsten störte. Der Sauerstoff bei Scar sank weiter und verdichtete sich zu nahezu flüssig-fester Materie, die dennoch nicht greifbar war. Wie ein starker Wind, der dich umreißen konnte, den du aber nicht zurück schubsen konntest.

Der Ausdruck in deinen Augen änderte sich und Wut übernahm zunehmend. Dieser Mann hatte Edward wehgetan. Er hatte ihn verletzt. Fast getötet. Dafür würde er bezahlen.

Du zogst Edward von deinem Rücken vor an deine Brust, drücktest den kleinen Alchemisten enger an dich und hieltest ihn mit einem Arm fest, sodass du eine Hand lösen konntest. Diese richtetest du auf Scar, welcher erschrocken, aber ebenso zornig zurücksah.

Aus deiner Kehle drang ein hörbar lautes Knurren, in einer Stimmlage, die du eigentlich nie wieder benutzen wolltest. Nicht seit damals…

Doch eben dachtest du gar nicht daran. Deine Gefühle leiteten alles und ließen dich Scar dieses einzelne Wort mit solch unmessbarer Tödlichkeit aussprechen, dass es selbst dem Mörder kurzzeitig die Sprache verschlag.

„STIRB.“

Du schlosst deine Hand zur Faust, sodass die verdichtete Luft sich um Scars Hals schlang und ihn würgte. Kalt sahst du zu, wie der Mörder zunehmend erstickte, wie seine Bewegungen ruckartiger und langsamer wurden, wie er krampfte und rot anlief, als das Blut nicht mehr abfließen und keine Luft durch seinen Hals in die Lungen kommen konnte.

„STIRB!“, wiederholtest du nochmal und zogst mit deiner Alchemie die letzte Luft aus dem Körper deines Gegenübers. Alle anderen Gedanken waren abgeschaltet, alles was noch in deinem Kopf herumschwirrte war Rache, Rache und Wut, Hass, Hass auf diesen Mann, den du so unbedingt tot sehen wolltest, weil er fast jemanden getötet hatte. Es gab nicht viele Menschen, die dir etwas bedeuteten, doch Edward war dir ans Herz gewachsen und du würdest dafür sorgen, dass Scar dafür bezahlte, ihm etwas angetan zu haben.

„STIRB!!!“

Scar sackte vor dir auf den Boden, nahezu besiegt, als dein Schuss dich unterbrach und zusammenzucken ließ. Deine zuvor zur Faust geballte Hand löste sich erschrocken und du stolpertest ein paar Schritte von dem verrückten Serienmörder zurück, ehe du den Kopf in Richtung des Schusses drehen konntest.

Oberleutnant Hawkeye stand keuchend auf der Hauptstraße, die Waffe gehoben und abschussbereit in der Hand. Trotz des Sprints, den die Frau hingelegt haben musste und der sie jetzt noch schnaufen ließ, hatte ihre Schießkunst keine Abstriche gemacht. Die geschossene Kugel hatte sauber ihr Ziel getroffen, Scars Hand, die nach dir gegriffen hatte, heimlich, von dir unbemerkt, um dein Bein zu erlegen und dich so aufzuhalten.

Du wolltest bei der Realisation dessen Hawkeye danken, doch als du den Mund öffnetest, kam kein Wort heraus. Zudem ließ die junge Frau dir auch kaum Zeit oder Gelegenheit für Dank.
Ihr Blick war kalt wie Eis, obwohl er gegenüber Kindern, zu den du dich zwar ungern zähltest, sonst für gewöhnlich weich wurde. Eben war sie Soldatin, Schützin, und ließ keine andere Emotion als Entschlossenheit zu.

„Geh zur Seite. Du stehst im Weg. Bring Edward weg, Verstärkung und ein Krankenwagen sind gleich hier.“, erklärte sie und richtete die Waffe direkt auf den am Boden liegenden Scar, der mittlerweile durch die gelöste Alchemie wieder Luft bekam und nach dieser heftig schnappte.
Perplex sahst du die blonde Frau an, ehe du wortlos mehrere Schritte weg von Scar tatest, Edward dabei wieder mit beiden statt nur einem Arm haltend. Deine Augen, selbst mit all deinen Gefühlen überfordert, begannen zu tränen und beobachteten das Schauspiel, dass sich vor ihnen ergötzte.

„Scar.“, sprach Hawkeye ruhig und ernst, ihre Pistole auf Scars Kopf haltend. „Du bist hiermit wegen mehrfachen Mordes an Staatsalchemisten festgenommen. Ergib dich und lass dich abführen oder ich muss dich erschießen.“

„Erschießen… Als ob ich überlebe, wenn ihr mich abführt…“, kam die Antwort zurück. Der Ishvaler sah direkt in das Gesicht von Mustangs Oberleutnant hoch. „Beide Wege bergen Tod… Also wähle ich meinen eigenen Weg.“

Die Schützin, die dies eindeutig als Widerstand auffasste und ihrem Erschießungsbefehl Folge leisten wollte, drückte schon mehr auf den Abzug, als Scar seine Alchemie aktivierte. Der zuvor auf allen vieren hockende Ishvaler zerstörte mit viel Staubaufwirbeln den Boden und hinderte Hawkeye so daran, einen sauberen Schuss zu setzen.

Als der Staub sich nur wenige Sekunden später lichtete, fandet ihr nur ein großes Loch im Boden vor. Scar war verschwunden, vermutlich in die unterirdische Kanalisation. So, wie sich Hawkeye darüber beugte, befürchtetest du schon, dass sie ihm folgen würde, doch glücklicherweise beugte sie sich wieder zurück und sah zu euch.

„Weg. Sieht so aus, als wärt ihr erstmal sicher.“, meinte sie, weiterhin in ruhigem Tonfall, auch wenn langsam etwas Sorge durchsickerte, als sie zu euch trat. „Das war dumm von dir, (V/N). Er hätte euch beide töten können.“

„Aber er hätte Edward getötet, hätte ich nichts gemacht!“, widersprachst du energisch. „Ich hatte ihn doch! Hätten- HÄTTEN SIE MICH NICHT AUFGEHALTEN, HÄTTE ICH IHN……“ Deine vor Wut lauter gewordene Stimme wurde schnell wieder still.

Hawkeye beobachtete dich genau, ihre braunen Augen schienen dich förmlich zu durchbohren. „Was hättest du. Ihn getötet? Durch den Erschießungsbefehl wärst du nicht für Mord angeklagt worden, hättest du es getan. Aber…“ Sie zog ihre Jacke auf und legte sie dir über die Schultern, ehe sie Edward sanft aus deinen Armen nahm und ihn selbst hielt. „Aber du bist nach wie vor ein Kind. Noch sehr jung. Zu jung, um die Last von Leichen zu tragen und Blut an deinen Händen zu haben. Du musst deine Unschuld so lange wie möglich bewahren, (V/N).“

Du hattest gar nicht bemerkt, dass du wieder zu zittern begonnen hattest. Doch Oberleutnant Hawkeyes Jacke spendete dir Wärme und du kuscheltest dich leicht in das blaue Kleidungsstück. Die Worte der Frau waren dir unangenehm, weshalb du den Kopf abwandtest. „Ich bin nicht mehr unschuldig. Das wissen Sie, sonst wäre ich jetzt nicht hier.“

Hättest du in ihr Gesicht gesehen, hättest du dort Mitgefühl und noch mehr Sorge erblickt. Doch stattdessen mustertest du den höchst interessanten, nassen und dreckigen Boden. Aber die warme Hand, die auf deinen Kopf gelegt wurde und leicht deine (H/F)en Haare wuschelte, spürtest du dennoch.

„Sei nicht so hart mit dir selbst. … Das eben… war zwar voreilig und gefährlich… Aber du hast Edward gerettet. Dafür danke ich dir im Namen des ganzen Teams, und sicher auch in seinem. Also-“

„Es wäre mir lieber, wenn Sie ihm nicht sagen würden, dass ich ihn gerettet habe. Er hat mich kurz gesehen und gehört, war kurz wach… Aber ist schnell wieder weggedämmert. Das kann man als Traum abtun. Sagen Sie ihm, dass ich da war, aber Sie und die anderen ihn gerettet haben.“, nuscheltest du gerade so hörbar.

„Aber warum das denn?“, fragte Hawkeye verwirrt nach, doch sie bekam keine Antwort.
Stattdessen setztest du langsam einen Fuß vor den anderen, ehe du dich mit schneller werdenden Schritten von der Frau entferntest. Du konntest Sirenen näherkommen hören, sowie Rufe von Soldaten, dass Passanten auf den benachbarten, volleren Straßen aus dem Weg gehen solltest, doch du nahmst eine Route durch kleinere Seitengassen.

Frau Hawkeye ließ dich zu deiner Überraschung sogar recht einfach gehen. Du spürtest ihren Blick bei jedem Schritt in deinem Rücken, doch sie rief nicht nach dir und hielt dich auch nicht auf.

Als du in eine Straße abbogst, verschwandest du endlich aus ihrem Blickfeld und erlaubtest es dir, endlich zu atmen. Du warst noch zu nah, um Gefühle rauszulassen, doch dieses eine Ein- und Ausatmen gab dir das Gefühl, zu leben.

Deine Augen schlossen sich wie von selbst als du die Luft in deine Lungen zogst, bevor alles schwarz wurde.


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Guten Tag sehr geehrte Damen und Herren,
willkommen in 2022 mit einem sehr späten Update xD
Ich hoffe, hier sind noch Leute, die das lesen!
Es tut mir sehr leid, dass das Kapitel so spät kommt, es wollte sich einfach nicht wirklich schreiben und ich hatte zudem leider viel Stress.
Jedenfalls:
Eure Gedanken zum neuen Kapitel?
Ich hoffe, euch hat das Kapitel gefallen!
Fühlt euch alle gedrückt, ich wünsche euch viel Gesundheit und Glück!
Bis bald!
Lg, Sterni
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