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Die Wilden Hühner im Abiurlaub

von hannaxoxo
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Melanie Klupsch Thorsten Stubbe / Torte Wilhelm Blödorn / Willi
13.06.2018
05.01.2021
27
41.224
13
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79 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
18.07.2018 1.676
 
Also ich bin ab dem 19 bis zum 23 leider weg! Tut mir echt leid, dass in der letzten Woche so wenig kam.. versuche ab nächster Woche wieder regelmäßig zu uploaden.
Bis dato, schöne Ferien euch allen  :-)
(Und den Nicht-Schülern wünsch ich ein paar angenehme Sommertage und funktionierende Klimaanlagen)
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Ich war verwirrt. Einfach nur verwirrt. Eigentlich wollte ich gerne mit irgendwem drüber reden, aber da niemand ausser Frieda unsere Geschichte kannte, fiel eigentlich jeder raus. Und Frieda ? Ich wollte ihr nicht eingestehen, dass sie recht hatte.. Ich meine wie lange hatte sie sich schon zu Fred und mir geäußert und gemeint da würde sich etwas anbahnen ? Und wie oft habe ich sie dafür doof angemacht und ihr gesagt, dass sie absolut unrecht hat ? Definitiv zu oft.
Also ging ich zurück in unser Zimmer, legte mich neben sie und tat so als wäre ich unglaublich müde.. was ich nach 2 Minuten Augen schließen sogar scheinbar tatsächlich war. Während Frieda in mir wieder eine Gesprächspartnerin fand, fand ich meinen Schlaf. Es war tatsächlich ein Wunder, dass ich nicht schon vorher eingenickt war, wenn man bedenkt wie lange wir schon auf den Beinen waren.
Mein Schlaf war traumlos, was ich meinem Kopf dankte. Hätten mich meine Probleme auch noch im Schlaf heimgesucht wäre ich vermutlich komplett durchgedreht. Als ich aufwachte lag Frieda Gott sei Dank nicht mehr neben mir. Vermutlich war sie nach unten gegangen, als sie registrierte hatte, dass ich mich nicht nur schlafend stellte.
Mit einem entsetzten Blick auf mein Handy musste ich dann aber leider festellen, dass wir schon halb acht hatten. Die Jungs wollten um acht Uhr kommen und ich sah vermutlich absolut zerknautscht aus und fühlte mich noch beschissener. Mittagschläfchen waren doch echt für den Arsch !

Ich versuchte also innerhalb einer halben Stunde mich zu schminken, ein Outfit zu finden und meine absolut zerzauselten Haare zu bändigen. Am Ende war ich eine halbe Stunde zu spät und hatte Friedas nerviges "Mach mal hinne", das sie mir jedes Mal wenn sie ins Zimmer kam und an den Kopf warf, im Ohr.
Ihr fragt euch jetzt sicherlich: Für was hat sie sich entschieden ? Hat sie sich komplett aufgetakelt ? Will sie Fred beeindrucken ?
Mm Mm, Nein Nein ! Ich setzte auf das komplette Gegenteil. Als ich runter ging sah ich aus als würde ich gleich in die Schule marschieren. Ich hatte eine alte Jeans, ein weißes Basic-Shirt mit einem dezenten runden Ausschnitt und meine schwarzen Schuhe an. Meine Haare hatte ich in einen langweiligen Dutt gedreht und nur meine Wimpern getuscht. Ich sah so absolut normal aus, dass Melanie bei meinem Eintreten die Nase rümpfte und mich doch tatsächlich fragte ob ich gleich ein Vorstellungsgespräch hätte.
"Oder wieso siehst du so lahm aus ?" .
Sie selber trug eine knatschenge weiße Jeans und das dazu passende weiße croped-Top. Generell hatten sich alle Mädchen ziemlich aufgetakelt.. tja und dann kam ich.
Wieso ich das tat ? Die Sache zwischen mir und Fred geisterte mir stetig durchs Oberstübchen und ich war unschlüssig wie Fred sich mir gegenüber verhalten würde. Eigentlich hatte ich die Grenzen zwischen uns beiden ja klar abgesteckt. Wir waren Freunde, nicht mehr und nicht weniger. Aber Freds letzten Worte zu mir und wie er sie gesagt hatte.. Ich wollte ihn einfach nicht provozieren. Denn sobald da mehr zwischen uns laufen würde, würde ich mich bestimmt wieder verlieben und er mich wieder sitzen lassen. So wie es jetzt war war es gut und ich musste ja nicht versuchen mit provokanten Klamotten dazwischen zu funken. Auch, das kann ich nicht abstreiten, wenn ich die Vorstellung gar nicht so schlimm fand, dass sich zwischen uns beiden wieder was anbahnen könnte. Und das machte mir ziemlich Angst.

Zusätzlich beschloss ich heute Abend nicht all zu viel zu trinken.. um es genau zu sagen: Ich trank gar nichts. Wie hat sie das angestellt, fragt ihr euch sicherlich ? Ich habe nämlich ebenfalls diesen super trinkfreudigen Freundeskreis, der direkt versucht dich total abzufüllen, wenn du auch das Wort *nüchtern* nur in den Mund nimmst. Jedes mal wenn ich konnte, nahm ich mein Getränk mit auf Klo, in die Küche etc etc. Und jedes Mal kippte ich es in die Spüle. Verschwenderisch, ich weiß.. aber immer noch besser als mit Fred im Bett zu landen. Am Ende des Vorsaufens hatte ich also nur ungefähr ein Glas Vodka-Cola bei einem Trinkspiel exen müssen - sonst hatte ich nichts getrunken.
Das Vorsaufen war ein großes Fiasko, aber ich als nüchterne Person war wahrscheinlich die einzige die das so sah. Im Laufe des Abends wurde ein Sofa mit Bier überzogen und eine Glasflasche zerdepperte am Boden. Unsere größte Befürchtung, nämlich dass sich die vier neuen Jungs nicht mit unserer Gruppe verstehen würde bewahrheitete sich anfangs, wurde aber mit jeder Flasche Vodka geringer.  Auch die beiden anderen Kerle waren absolute Muskleprotze mit Muskelshirts und einer ziemlich flachen Art von Humor. Der eine versuchte unter den bösen Blicken von Fred sich ständig in meiner Nähe aufzuhalten, was echt unglaublich nervte.
Als ich grade aufstehen wollte um meinen dritten Becher in die Spüle zu kippen, stand der Idiot namens Louis einfach mit auf und begleitete mich in die Küche.
"... und dann habe ich mir einen etwas älteren Bmw gekauft und ihn wieder richtig aufgemotzt. Ich sachs dir, der geht von 0 auf 100 in ein paar Sekunden!" erzählte er mir grade in seiner etwas zu hohen Stimme. Er langweilte mich unglaublich. Irgendwie erinnerte er mich an Nick.. Immer nur daran interessiert mit seinen materiellen Sachen anzugeben.
"Achso.." gab ich lahm zurück und startete einen neuen Versuch einen halbwegs spannenden Charakterzug an ihm zu entdecken.
"Und sag mal, hast du eigentlich Geschwister ?"
"Neee, bin Einzelkind"
"Oh.. Und was hast du so für Hobbys ?"
"Also ich bin eigentlich jeden Tag im Gym.. und sonst halt mit Freunden treffen und ne Pfeiffe rauchen"
Versuch gescheitert.
Ich wende mich matt lächelnd ab und blicke direkt in die Augen von Fred, der entspannt am Türrahmen lehnt.
Auch Louis scheint Fred bemerkt zu haben und dreht sich zu ihm.
"Du gehst doch auch ins Gym oder ?"
Ab da führten die beiden dann eine langweilige Konversation über Proteinshakes und Muskelaufbau. Mir konnte es nur Recht sein. Ich entfernte mich langsam von den beiden und steuerte  das Bad an um da mein Getränk loszuwerden.
Aus dem Bad gekommen stieß ich natürlich sofort wieder auf Fred.
"Sag mal, folgst du mir ?" frage ich perplex.
Ich bekomme ein mildes Lächeln ab "ich muss auf Klo, Schatz".
Oh. Peinlich. "Na dann" ich mache einen Schritt zu Seite, damit er ins Bad verschwinden kann.
Als ich mich wegdrehe, legt mir Fred noch eine Hand auf die Schulter "Wenn ich du wäre, würde ich die Finger von dem lassen" sagt er mit einem Kopfnicken zur Küche.
"Wie bitte ?" frage ich ungläubig zurück.
"Du hast mich schon verstanden" und damit verschwindet er ins Bad.
Ohhh Fred ! Jetzt bin ich sauer. Hatten wir diese selbe Situation nicht schon mit Nick durchgespielt ? Schlagt mich wenn ich falsch liege, aber hatte er sich dafür nicht sogar heute Nachmittag noch entschuldigt ? Hatte er nicht gesagt "Du kannst tun und lassen was du willst" ?
Wenn Louis nicht so verdammt unattraktiv wäre, würde ich jetzt schon auf seinem Schoß sitzten und mit ihm rummachen, bis das er hart wird.
Ich war kurz davor einfach nach oben in mein Bett zu kriechen und diesen Abend auszusetzten.  Wenn es bloß nicht der erste Abend gewesen wäre...

Ich setzte mich also wieder brav auf die Couch, diesmal zwischen Michel und Steve und spielte ein kleines Trinkspiel mit ihnen. Fred ignorierte ich den Rest des Abends, was mir seelische Ausgeglichenheit verschaffte. Zumindestens bis ich registrierte, dass er mich ständig beobachtete.. dann war es mit dem Seelenfrieden auch wieder vorbei.
"Wo kommt ihr eigentlich nochmal her ?" kam es grade von Michel.
"Aus einem kleinen Kaff in der Nähe von Aachen und ihr ?"
"Aus einem kleinen Kaff in der Nähe von Duisburg" gab Michel lachend zurück.
Michel war sehr viel angenehmer als Louis. Soll heißen, mit ihm konnte man sich auch über Dinge unterhalten, die nicht das Fitnessstudio oder Autos betrafen.
"... und dann hat er einfach in den Vorgarten vom Nachbarn gepinkelt, hat sich aber so schlecht danach gefühlt, dass er einfach zwei Euro auf die Türschwelle gelegt hat"
"Oh Gott" lache ich.
"Ja.. echt schade, dass er nicht mitkommen konnte."
"Oh ? Wieso denn nicht ?"
"Der Trottel hat sich doch tatsächlich auf den letzten Metern noch den Fuß verstaucht .. aber gut er.." weiter kam Michel nicht.
"Michel ?" kam es nämlich von der Tür von Fred. "Bock ne runde Bierpong mit uns zu spielen ?"
"Oh" Michel sah mich an und als ich nickte setzte er sich grinsend auf "Na klar".
Als Michel sich an Fred vorbeischob warf mir dieser noch einen Blick unter hochgezogenen Augenbrauen zu.

Mehr Interessantes kann ich vom Vortrinken nicht berichten, ausser, dass Frieda die ganze Zeit an Malik klebte und Torte das erstaunlicher Weise wenig zu stören schien. Ich meine den ein oder anderen eifersüchtigen Blick gab es schon, aber weder blöde Kommentare noch eine Prügelei. Chapeau Torte !
Als wir dann endlich zu Disko aufbrachen schienen sie alle samt richtig betrunken. Steve lief sogar gegen einen Pöller und Willi rannte, als wir grade über die Promenade schlenderten, zum Strand und warf sich ins Wasser. Was allen einen unglaublichen Lachanfall abzwang, mir aber nur Kopfschütteln bereitete. Wenn der morgen nicht krank sein würde..
Die Disko, zu der uns Malik führte, war schon von aussen von unzähligen Menschen umringt und man hörte die wummernden Bässe bis auf die Straße.
Trotz meiner Nüchternheit berauschte mich die ganze Partyatmosphäre und ich wollte sofort runter in den Club und tanzen. Dieser Abend würde absolut ausgelassen gefeiert werden, so viel stand fest !
.. wenn ich mich da nicht mal zu früh gefreut hatte..
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