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Die Wilden Hühner im Abiurlaub

von hannaxoxo
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Melanie Klupsch Thorsten Stubbe / Torte Wilhelm Blödorn / Willi
13.06.2018
05.01.2021
27
41.224
13
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1 Review
 
05.07.2018 952
 
Die zwei Wochen gingen schneller rum als gedacht, und plötzlich war ich auf einmal dabei meine Koffer zu packen und verzweifelt durchs Haus zu rennen. Natürlich hatte ich mir vorher schon eine Liste erstellt, von den Sachen die ich mitnehmen wollte, aber wie ich nun mal war fand ich die Dinge nicht. Da waren zum Beispiel meine Sandalen, die bei meinem Glück natürlich nicht im Schuhschrank und in keinem anderen Raum unserer Wohnung zu finden waren. Irgendwann lag ich völlig erschöpft auf dem Boden und kam zu dem Schluss, dass sie wohl geklaut worden waren. Als Mama dann eine Stunde später von der Arbeit mit genau den gesuchten Sandalen an den Füßen nach Hause kam, hätte ich fast angefangen zu weinen.
Als ich dann ein Tag vor der Abreise abends im Bett lag, konnte ich vor Nervösität fast garnicht einschlafen. Zusätzlich wurde mir etwas mulmig bei dem Gedanken, Fred nun nach zwei Wochen wieder zu sehen. Es war schon wirklich lange her, dass ich ihn über so einen langen Zeitraum nicht ertragen musste.
Fred hatte sich vor ein paar Tagen nochmal mit einer Nachricht gemeldet, in der er sich herzlich für seine Taten entschuldigte. Zusätzlich fand ich auf der Türschwelle meine Lieblingsschokolade und einen Strauß Tulpen.
Ich schrieb ihm zurück, dass ich ihm grade nochmal so verzeihen würde, er sich so etwas aber auf keinen Fall nochmals erlauben dürfte.
Schließlich wollte ich meinen Freund Fred zurück, den ich echt so langsam vermisste.
Am nächsten Tag fand ich erneut Blumen an meiner Tür, mit einem Kärtchen, auf dem einfach nur "Danke fürs vergeben" stand.
Ich grinste mir so einen ab, als ich die Blumen in mein Zimmer trug, dass jeder der mich gesehen hätte sicher dachte ich hätte sonst was gewonnen. Eine riesen Hüpfburg vielleicht.. oder eine Jacht.
Ich schrieb ihm:
*Danke für die Blumen! Aber du hörst wohl besser auf damit, sonst denken die Nachbarn noch ich habe einen Freund!*

Fred: *Und das wäre ja auch enorm peinlich !*

*Wenn ich nicht wirklich einen habe, dann schon, ja!*

Fred: *Ich kann gerne deinen Freund mimen, wenn es je zu einem Tumult in eurer Nachbarschaft kommen sollte*

*Da bin ich aber beruhigt!*

Ich war sehr sehr froh, als sich das mit uns beiden wieder geklärt hatte. Mir fiel ein richtiger Stein vom Herzen.
Nervös wegen unseres Zusammenrtreffens war ich trotzdem.
Unser Flug ging morgens um 6 Uhr früh. Heisst 4 Uhr da sein. Heisst 3 Uhr aufstehen.
Der.Blanke.Horror!
Wieso so früh ? Es war der billigste Flug den Fred finden konnte, deswegen durfte man sich eigentlich nicht beschweren. Ich tat es trotzdem, wenn auch nur in meinen Gedanken. Als ich mich um 3 Uhr aus dem Bett hiefte, nach ungefähr zwei Stunden Schlaf, war ich fast versucht den Urlaub abzusagen. Fast.
Hätte Mama nicht versprochen mich und die Mädels zu fahren wäre ich vermutlich wirklich noch liegen geblieben.
Nachdem wir alle abgeholt hatten und alles in Mamas Großraumtaxi geladen wurde, düsten wir endlich los zum Flughafen.
Regulär brauchen wir für diese Strecke nur dreißig Minuten.. aber weil uns das Leben zu hassen schien war um 4 Uhr morgens schon Stau auf der Autobahn.
"Ach so ein Scheißdreck" stöhnte ich neben Mama auf, als wir oben auf der Spitze eines kleinen Hügels waren und auf die riesige Schlange vor uns blicken konnten.
"Kein Problem" Mama lächelte, was ich nur auf den doppelten Espresso schieben konnte, und fuhr die nächste Ausfahrt ab "Ich kenn da ne Abkürzung".
Und tatsächlich: Innerhalb von 10 Minuten waren wir am Flughafen angelangt. Manchmal ist es echt toll eine Taxifahrerin als Mutter zu haben.
Nachdem wir uns von meiner Mama verabschiedet hatten und in den Flughafen einmaschierten um auf die Tafel zu gucken, stöhnte Melanie neben uns auf.
"Willi schreibt, dass die noch im Stau feststecken und wir schonmal einchecken und boarding machen sollen"
Alle anderen waren genervt, ich selber hingegen froh. Muss ich Fred wohl doch erst was später sehen.
Die Taschenabgabe und die Ausweiskontrolle erfolgte problemlos und wir watschelten mit unserem Handgepäck zu den Sitzmöglichkeiten am Gate. Nun nur noch eine Stunde bis zum Flug.
Ich gähnte herzhaft, blendete die Gespräche der Mädels aus und legte mich auf zwei Sitzen hin.
Das nächste, das ich wahrnahm war eine Hand die über meinen Kopf streichelte.
"Aufwachen Sprotte, wir fliegen jetzt."
Ich stöhnte, als ich Freds Stimme erkannte und feststellte, dass ich bei unserem Wiedersehen gepennt hatte. Toll Sprotte. Da haste aber wirklich nen tollen Eindruck gemacht.
Als ich mich aufsetzte uns verschlafen umschaute registrierte ich, dass Fred und ich wirklich nur noch die einzigen waren die an den Sitzmöglichkeiten saßen. Der Rest stand schon in einer Reihe, bereit in das Flugzeug zu steigen.
"Oh Mist" gab ich in kratzender Stimme von mir und nahm meine Tasche.
"Danke fürs wecken" Ich lächelte ihn schüchtern an.
"Kein Problem. Die anderen waren dafür dich einfach weiterschlafen zu lassen, aber da hat sich natürlich wieder meine humanitäre Seite in den Weg gestellt. Halt Stopp, hab ich gesagt. Sprotte fliegt mit." Er lachte.
"Ach haben die anderen das" Ich lachte mit, warf dem Pulk unserer Freunde, auf das wir grade zusteuerten, aber einen bösen Blick zu.
"Ja, aber nimms ihnen nicht übel. Du sahst einfach zu süß aus.. da wollte dich einfach keiner wecken"
Ich wurde rot. Meinte er das ernst ? Die Ironie hatte ich wenigstens überhöhrt.
"Umso ritterlicher von dir, dass du mal wieder deine humanitäre Seite hast aufblitzen lassen" meinte ich grinsend und wurde von Frieda in Beschlag genommen.
Die Schlange wurde immer kürzer und kürzer und ruck zuck saßen wir im Flieger Richtung Palma de Mallorca.
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