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Die Wilden Hühner im Abiurlaub

von hannaxoxo
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Melanie Klupsch Thorsten Stubbe / Torte Wilhelm Blödorn / Willi
13.06.2018
05.01.2021
27
41.224
13
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Dieses Kapitel
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28.06.2018 1.055
 
Auf dem Weg zu Friedas Haus, war ich immer noch so verwirrt und wütend, dass ich zwei mal fast einen Unfall mit jeweils einem Auto und einer Katze gebaut habe.
Ihr Auto stand auf der Einfahrt, aber als ich klingelte, öffnete mir niemand die Türe. Sowohl Nachrichten schreiben, als auch anrufen, erzielte keine Resultate und ich kam zu dem Schluss, dass Frieda entweder grade mit dem Fahrrad in einem Funkloch steckte oder schlief. Zweiteres kam mir durchaus logischer vor, da Frieda eigentlich immer Mittagsschläfchen hält. Immer. Egal, ob in der Schulzeit, am Wochenende oder in den Ferien. Frieda ist die Königin des Mittagsschlafs.

Ich schnappte mir also den Schlüssel aus dem Versteck von Friedas Familie. Dieses befindet sich unter dem, auf dem Fensterbrett stehenden, Blumentopf ohne Blume. Früher haben die Goldmanns noch versucht den Schein zu wahren, bepflanzten den Topf sogar regelmäßig, aber nach einiger Zeit haben sie es schleifen lassen und so blieb der Topf seit nun mehr als fünf Jahren einzig und allein voll mit alter Erde.
Die Luft im Haus war kühl und ich trat schnell ein und zog meine Schuhe aus. Man vernahm keinen Mucks, die Eltern waren wohl arbeiten und ihre Brüder unterwegs. Ich ging durch die Küche in den Flur, in dem Frieda ihr Zimmer hat. Beneiden tat ich sie schon immer um ihr Zimmer im Erdgeschoss, da es im Sommer angenehm kühl wurde und sie keine unnötigen Treppen laufen musste... So wie ich... drei Stockwerke.
An ihrer Tür angekommen klopfte ich an "Frieda ? Bist du wach ? Kann ich reinkommen ?".
Kurz darauf folgte ein Poltern, ein paar undefinierbare Laute und Friedas aufgekratzte, hektische Stimme "Ähh Sprotte ! Warte, noch nicht ! Ich.. ähh.. Ich bin nackt ! Ich muss mich eben anziehen !"
Ich runzelte verwirrt die Stirn.Nackt schlafen ? DAS passte nun so gar nicht zu Frieda. War da was faul ? Ich legte mein Ohr an die Tür und lauschte. Drinnen meinte ich Stimmen zu hören und eilige Schritte, ein Quietschen und dann war Ruhe.
Aus dem Nichts wird die Tür aufgerissen und eine aufgekratzte Frieda steht mit gegenüber. Auf ihrem Dekoltee sind rote Stressflecken und ihre Haare sind zerzaust. Ich gehe, an ihr vorbei ins Zimmer. Das Bett ist zerwühlt und ihr Fenster steht sperrangelweit offen.
"Sag mal Frieda" Ich drehe mich zu ihr um "War hier jemand ? Ein Junge vielleicht ?" .
Alle Anzeichen, von ihrem Aussehen, ihrem Verhalten bis zu ihrem Zimmer deuten darauf hin. Ich runzele die Stirn und Frieda wird rot.
"Ein Junge ?" ist ihre Stimme etwa höher ? "Nein ! Ich habe grade geschlafen.. und seit es so warm geworden ist halt hin und wieder auch mal nackt."
Ich glaube ihr nicht und das weiß sie auch. Innerlich seuftze ich "Ok, aber falls es da war gibt über das du mit mir reden möchtest, außer deinem Schlafverhalten, kannst du das gerne tuen. Das weißt du oder ?"
Frieda nickt mich erleichtert an und lässt sich aufs Bett plumpsen.
"Klar, weiß ich doch ! Aber was tust du denn hier?"

Von null auf hundert werde ich wieder wütend und schildere Frieda die ganze Geschichte. Frieda ist echt eine gute Zuhörerin, sie unterbricht nicht und nickt an den richtigen Stellen.
"... Tja und dann hab ich noch gesagt, dass ich ihn erstmal nicht wieder sehen will und bin gegangen" schließe ich meinen Monolog.
Frieda guckt geistesabwesend an mir vorbei zum offenen Fenster und knabbert an ihren Nägeln.
"Frieda ?"
"Mhm.. ja ?" sie guckt mich an "Warte, ich muss kurz überlegen".
Also sitze ich neben ihr und warte, dass sie ein Antwort auf Freds Verhalten weiß.
Sie räuspert sich "Also.. Ich weiß, dass du das nicht hören willst... aber lass mich wenigstens ausreden"
Ich nicke und sie fährt fort "Also ich denke, dass Fred ziemlich ziemlich auf dich steht, er auf Nick eifersüchtig war und du vermutlich recht hast mit der Annahme, dass er dich küssen wollte"
Ich seuftze. Wieso hätte ich bei Frieda denn auch eine andere Antwort erwarten sollen ? Sie hat, selbst nachdem Fred mir geschrieben hat, dass er nur Freundschaft will, immer noch felsenfest behauptet, der Junge würde auf mich stehen. Und das tut sie jetzt schon seit zwei Jahren.
"OOch Frieda" stöhne ich und lass mich nach hinten fallen "Du bist keine Hilfe, wenn du immer das selbe sagst !"
"Ja aber denk doch mal darüber nach Sprotte ! Auf einmal geht er richtig ran oder ? Plötzlich wird er eifersüchtig und versucht dir näher zu kommen ! Sind das nicht eindeutige Zeichen ?"
"Ja aber Frieda !" Ich schnappe mir ihr Kopfkissen und umarme es feste "Was hat sich denn zu damals geändert ? Nichts !"
Darauf kann Frieda auch nicht mehr erwiedern als ein trauriges Schweigen.

Den Tag über verbrachten Frieda und ich damit unsere Serie weiter zu schauen, Eis zu essen und über Melanies krankhafte Kleidsuche abzulästern.
Fred versuchte mich drei Mal anzurufen und schrieb mir dreimal so viele Nachrichten, dass wir uns treffen sollten. Ich beantwortete nichts davon.

Mit Nick schrieb ich die nächsten Tage allerdings um so reger und musste leider feststellen, dass er den ein oder anderen arroganten Charakterzug an sich hatte. Gerne redete er über das Gym, über sein Auto und seine Saufabende. Er war sichtlich stolz auf das, was er körperlich geleistet hat und was er sich alles kaufen kann. Ich selber stand eher nicht so auf den Angeber-Typ, schrieb aber trotzdem immer *Oh wie schön* und weitere nette Dinge zurück.
Bis zum Urlaub waren es nur noch fünf Tage und ich war schon mehr als aufgeregt. Von Fred hatte ich, nach meiner Ignorier-Aktion, nichts mehr gehört und das bereitete mir mitlerweile doch ein paar Sorgen. Ich wollte nicht, dass der Urlaub verkrampft werden würde. Ich wollte einen schönen Urlaub mit meinen Freunden , mit Spaß und Alkohol und vorallem wollte ich meinen Freund Fred. Er fehlte mir und je öfters ich über die Situation nachdachte, desto mehr fand ich, dass ich überreagiert hatte. Fred machte sich einfach nur Sorgen, und auch wenn er falsch damit umging, war es immer noch eine nette Geste.
Ich beschloß mich wieder mit Fred zu vertragen, so dass wir unseren Urlaub als Freunde zusammen genießen konnten.

Hätte ich doch nur gewusst, dass Fred ganz andere Pläne hatte...
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