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Die Wilden Hühner im Abiurlaub

von hannaxoxo
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Melanie Klupsch Thorsten Stubbe / Torte Wilhelm Blödorn / Willi
13.06.2018
05.01.2021
27
41.224
13
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Dieses Kapitel
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26.06.2018 1.771
 
Kurz schoss mir der Gedanke von Eifersucht durch den Kopf. War Fred vielleicht einfach nur eifersüchtig ?
Aber.. das würde bedeuten er würde mehr für mich empfinden als nur Freundschaft und ich wusste durch meine Erfahrungen, dass dies definitiv nicht der Fall war.
Also war er wahrscheinlich einfach nur wirklich sehr besorgt, dass ich ausgenutzt werde.. oder ?

Als ich mit meinem Rad nach Hause fuhr grübelte ich über all das nach, kam aber nie zu einem wahrscheinlichen Resultat und beschloss am Ende, es einfach auf sich beruhen zu lassen. Wütend war ich trotzdem, und wenn ich wütend war hielt das auch erstmal an.

Von Fred hörte ich die nächsten Tage nichts und das war mir auch nur recht. Ich unternahm statt dessen was mit Frieda und Trude, erstellte eine Liste an Sachen, die ich noch für den Urlaub brauche und schrieb mit Nick. Mit ihm war Nachrichten schreiben erstaunlich einfach, und das bedeutet schon was. Wir unterhielten uns über Schule, Ausbildung, Pläne für die Zukunft und und und. Ich mochte ihn, aber das war ja auch schon im Kindergarten der Fall. Als er mich allerdings fragte, ob wir nicht uns nicht mal treffen wollen war ich gehemmt. Mir schwebten im Hinterkopf immer noch Freds Worte herum und ich hasste mich selber dafür, dass ich sie so ernst nahm.

"Hast du heute Zeit ? Wir müssen reden..." blinkte es auf einmal vom meinem Handy auf. Aha, so so, Fred will also mit mir reden. Aus mir unerfindlichen Gründen machte es mich rasend, dass er reden und nicht * sich entnschuldigen* geschrieben hatte. Es klang so, als müsste man dieses klare Fehlverhalten von Fred, seiner Meinung nach nochmal ausdisskutieren.
"Tut mir leid, mache heute was mit Nick. Du weißt schon.. ein bisschen die Schlampe in mir raushängen lassen."
Schrieb ich zurück, zum einen weil Nick es ja sogar tatsächlich angeboten hatte und zum anderen um Fred eins reinzuwürgen.

Darauf wusste Fred anscheinend nichts mehr zu antworten und darüber freute ich mich tierisch. Da es enorm peinlich wäre, wenn rauskommen würde, dass ich mich doch nicht mit Nick getroffen hätte, beschloss ich ein Treffen um 3 Uhr im Wohnwagen.

"... Ja und dann hat sie einfach mit einem Kerl von ihrer Arbeit rumgemacht... dachte anscheinend, dass ich das nicht mitbekommen würde. Danach habe ich dann Schluss gemacht."
Erklärte mir grade Nick in unserem Bandenquatier. Wir unterhielten uns jetzt schon seit einer Stunde über Gott und die Welt, tranken Tee und Cola und lachten viel.
Nick ist verhältnismäßig klein für einen Jungen, macht aber mit seiner Breite alles wieder wet. Er hat blonders kurzes Haar, blaue strahlende Augen und ein einnehmendes Lachen. Mich hat es noch nie gewundert, dass er von vielen Mädchen angehimmelt wurde. Was mich allerdings gewundert hat, war die verhältnismäßig wenigen Freundinnen die er dafür hatte.
"Oh" ich machte ein bedröppeltes Gesicht "Das tut mir leid"
"Muss es nicht" sagt er grinsend, während er ein Stück näher rutscht "Es war gut so. Stell dir mal vor ich hätte mein Leben lang mit diesem Mädchen verbracht, dass weder mich noch meine Emotionen wertschätzen konnte. Ich muss froh sein, dass sie weg ist"
Jetzt machte er selber ein trauriges Gesicht "Zumindestens sage ich mir das täglich."
Mein Herz wurde Butter und ich nahm seine Hand und drückte sie kurz "Was ist nur aus uns beiden geworden, seit dem Kindergarten" sage ich lachend, um die Stimmung wieder auszulockern "Ein Junge mit einem gebrochenen Herz und ein Mädchen ohne jegliche Beziehungen und das im Alter von Neunzehn."
Jetzt musste er auch lachen "Als ob du noch nie eine Beziehung hattest". Als ich mit den Achseln zucke guckt er ungläubig "Da war noch nie ein Junge, der interessant genug war ?"
Ich räuspere mich, als wir zu dem Thema gelangen, das mir wahrscheinlich am unangenehmsten überhaupt ist "Also es gab da schon mal jemanden, aber der wollte nur Freundschaft" Ich zucke wieder mit den Achseln und gucke entschuldigent.
"Der muss aber ein riesen Idiot sein" sagt Nick mit einem verschmitzten Lächeln.
"Das ist.." das *er* ging unter in dem lauten aufschlagen der Wohnwagentür.

Zum Vorschein kam ein roter Haarschopf plus 1,90 m Anhängsel. Alles was ich konnte, war ungläubig auf Fred starren, der nun im Wohnwagen steht und erbost auf Nick runterschaut.
Als sich Nick neben mir räuspert erwacht Fred aus seiner Starre, dreht sich zu mir und grinst mich zuckersüß an "Sprotte, du hattest mir ja garnicht erzählt, dass wir heute zu dritt sind".
"Ich.." ist alles was ich rausbekomme, bevor Nick sich erhebt.
"Ich glaube ich sollte dann auch mal gehen ! Muss jetzt gleich sowieso die Jungs abholen"
"Die Jungs abholen also.." sagte Fred noch, als Nick sich an ihm vorbeischob.
"Ja, die Jungs abholen, die hatten heute ein wichtiges Fussballspiel." dreht sich Nick nochmal mit einem Lächeln zu Fred um, dann wendet er sich an mich "War ein sehr schöner Tag Sprotte, das müssen wir auf jeden Fall mal wiederholen!". Und dann ist er weg und lässt mich mit meinem Problem auf zwei Beinen alleine.
Fred hingegen grinst mich nun an und setzt sich neben mich auf die Bank. Wie, als würd sich ein Schalter in mir umlegen, springe ich auf und klaube meine Sachen vom Tisch. Wo habe ich nochmal meine Tasche hingelegt ?
"Was machst du da Sprotte ?" fragt Fred hinter mir alarmiert
"Ich suche meine Tasche und dann gehe ich" gebe ich giftig zurück.  Ah ! Da hinten auf der Anrichte, ich eile schnell hin und wende mich der Tür zu. Die nun blockiert wird von Fred. Von einem großen, grinsenden Fred.
"Fred, lass mich raus! Ich habe wirklich wirklich grade gar keinen Nerv mit dir zu reden." gebe ich genervt, mit verschlitzten Augen von mir.
"Es tut mir leid, dass ich dich schlampig genannt habe. Das war unfair und nicht richtig."
Ich mustere ihn und tatsächlich sieht er ziemlich reuig aus.
"Und weiter ?" frage ich mit hochgezogenen Augenbrauen.
"Weiter ?"
"Sprotte es tut mir sehr sehr leid, dass ich heute hier in den Wohnwagen reingeplazt bin, obwohl ich ganz genau wusste, dass du da mit Nick bist. Das geht mich nichts an und du kannst tun und lassen was du willst." sage ich in einem fordernden Tonfall.
"Dafür werde ich mich nicht entschuldigen" knurrt Fred mich an.
"Gut" knurre ich mit verschränkten Armen zurück "Dann lass mich durch".
Aber Fred macht keine Anstalten zu gehen. Wir schauen uns beide fordernd in die Augen und ich bewege mich zielstrebig auf ihn zu. Fred steht wie ein Fels vor der Türe und hält mit seiner einen Hand hinter dem Rücken die Türklinke fest. Ich stelle mich so an ihn, dass ich die Türklinke zu greifen kriege und versuche seine Hand davon zu lösen. So ringen wir beide, mehr oder weniger Arm in Arm, um die Türklinke vor mir.
"Sprotte lass es doch einfach. Lass uns doch einfach .. AU!" gibt Fred von sich, als ich meine Nägel in seine Hand grabe.
"Lass mich raus, oder ich fange tatsächlich gleich an um Hilfe zu schreien" warne ich ihn und haue auf seine Hand ein.
"Ich lass dich nicht gehen, bevor wir das nicht ausdisskutiert haben! Sowieso wollte ich dir auch noch was sagen"
Ich lehne mich zurück und sehe ihn mit verkniffenen Augen an "Dann sag doch, was du sagen willst ! Aber ich schwöre dir, wenn es mit Nick zu tun hat werden wir wohl auf keinen.." Ich beuge mich nochmal vor und versuche mit aller Kraft seine Hand zu lösen ".. gemeinsamen Nenner kommen. Ich mag ihn, weißt du." schnaufe ich.
"Du magst diesen Gnom, der aussieht wie ein beschissener Ken ?" fragt Fred ungläubig, wenn möglich schließt sich seine Hand noch fester um die Klinke. So langsam fängt sie sogar an weiß zu werden. Ob ich wohl mit meinen Zähnen drankomme, überlege ich grade, als Fred wieder zu reden beginnt.
"Gott, Sprotte ihr passt beide ja wohl echt nicht zusammen "
"Ich denke, da hast du ja wohl am wenigsten mitzureden" gebe ich nun, mit verschränkten Armen vor ihm stehen zurück. Meine aggressiven Versuche rauszukommen habe ich eingestellt. Zweck hat es nämlich keinen, und ich sollte mir meine Kraft aufsparen um nacher vielleicht aus dem Fenster zu klettern.
"Ach, meinst du ?" fragt Fred und kommt mir einen kleinen Schritt näher, aber natürlich nicht ohne die Klinke loszulassen.
Ich gucke ihn mit erhobenem Haupt an und sage in dem arrogantesten Tonfall den ich hervorbringen kann "Meine ich."
Jetzt steht er direkt vor mir, meine verschränkten Arme streifen seinen Bauch.
"Tatsächlich ?"
Fred beugt sich langsam runter, sein Blick streift meinen Mund. Die Hand an der Türklinke ist schon längst verschwunden und zu einem meiner verschränkten Arme gewandert. Gott, schießt es mir durch den Kopf. Fred will dich küssen !
Sämtliche Alarmsirenen in meinem Kopf gehen an, und ich werde wieder zurückgeworfen an den Tag, an dem Fred diese blöde *Lass uns Freunde bleiben* Nachricht geschrieben hat. Nein Nein Nein ! Dieser Junge hat schon einmal mit meinen Gefühlen gespielt, das wird er nicht noch einmal machen.
Während Freds Augen immer noch auf meinem Mund ruhen und er sich immer mehr meinem Gesicht nähert, schieße ich hervor, packe die Türklinke und stürtze an die frische Luft. Draussen drehe ich mich nochmal zu dem völlig verwirrt dreinschauenden Fred um, der nun in der Tür steht.
"Ja Fred, tatsächlich geht es dich einen scheiss Dreck an mit wem ich zusammen passe und mit wem nicht ! Als ein Freund hast du das zu akzeptieren ."
"Sprotte.."
"Nichts Sprotte !" oh mann, bin ich wütend "Hör auf mit der scheiße, es geht dich nichts an !"
Ich wende mich zum gehen:
"Lass mich bitte einfach die nächste Zeit in Ruhe, deine Visage kann ich zur Zeit nur schwer ertragen. Und schließ hinter dir ab, wenn du gehst!" gifte ich ihm noch zu und laufe zu meinem Rad.

Dies ist jetzt schon mein zweiter wütender Abgang von Fred und ich komme nicht umhin mich zu fragen: wieso sind Jungs so scheisse ? Ich bin so wütend auf diese ganze Situation und Fred, der scheinbar nichts besseres zu tun hat, als mit meinem Herzen zu spielen, dass ich beschließe zu Frieda zu fahren und ihr die Lage zu schildern.
Jungs sind Abschaum !
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