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Die Wilden Hühner im Abiurlaub

von hannaxoxo
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Melanie Klupsch Thorsten Stubbe / Torte Wilhelm Blödorn / Willi
13.06.2018
05.01.2021
27
41.224
13
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
25.06.2018 1.620
 
Der Monat bis zum Urlaub ging langsamer um als gedacht. Wir Mädchen versuchten in der Zeit verzweifelt ein Abiballkleid zu finden, da nach unserem Urlaub nicht mehr viel übrig sein würde. Dafür fuhren wir in jegliche Großstädte im Umfeld, durchforsteten verzweifelt das Internet und berieten uns gegenseitig. An unserer Front standen natürlich Melli und Frieda. Die beiden waren so besessen von dem perfekten Kleid, dass man mit ihnen quasi über nichts anderes mehr reden konnte. Trude und ich hingegen gingen eher mit einer "Keinen Bock mich zu kümmern" Einstellung in die ganze Sache rein und fanden traurigerweise sogar beide schneller ein Kleid als die anderen. Trudes Kleid ist in einem hellen blau, mit viel Glitzer oberhalb der Taille und es betont ihre Figur optimal - versteckt den Bauch und hebt ihren Busen hervor. Ich selber fand mein Kleid durch Zufall, als ich mit Mama Badesachen shoppen war. Da hang es auf einmal - der enganliegende Traum eines jeden Mädchen. Als ich es anzog hatte ich Probleme es in Brustregion zu zukriegen, aber ohne BH war auch das machbar und als ich mich dann komplett angezogen im Spiegel betrachtete, fand ich, dass ich selten besser aussah. Mein Kleid ist eng, schwarz und schlicht.  Die roten Haare bilden einen wunderschönen Kontrast zu dem schwarz und meiner weißen Haut.
Ohne viel nachzudenken kaufte ich das Kleid und konnte mir nacher viele "Ohs" und  "Ahs" von meinen Freundinnen, wie auch eine Standpauke von Melli, wieso ich denn nicht ihre Beratung in Anspruch genommen hätte, anhören.

Ebenfalls machte ich viel mit Fred - besonders weil er kein Abiballkleid brauchte und demnach ein wirklich angenehmer Gesprächspartner war.
Auch heute hatte er mich gefragt ob wir uns nicht im Baumhaus - dem Bandenunterschlupf der Pygmäen- treffen wollen. Grade als ich die Leiter hochklettern möchte, kommt Fred hinter mir aus dem dichten Wald angeradelt und hält bremsend vor mir an.
"Auto kaputt?" frage ich ihn mit hochgezogenen Augenbrauen. Das letzte mal, das ich Fred auf einem Fahrrad gesehen habe war vermutlich auf dem Weg zu seiner Führerscheinprüfung.
"Ne, aber Mama musste einkaufen und unser anderes Auto ist mit Papa auf Geschäftsreise" sagt er schwer atmend, während er das Fahrrad auf den Boden wirft, mir die Leiter aus der Hand nimmt und hochklettert.
Mhm... was für ein Po!
Ich klettere schnell hinterher und setze mich, oben angekommen, auf die Couch. Fragt mich bloß nicht, wie sie die hier hochbekommen haben - das frage ich mich nämlich schon seit 4 Jahren. Neben der Couch gibts noch einen Tisch, einen alten Kühlschrank, der natürlich nicht funktioniert, weitere Stühle und ganz viel anderes Gerempel. Über die Jahre hat sich hier oben einiges angesammelt und wir Mädchen waren schon lange der Meinung, dass hier mal wieder ausgemistet werden sollte.
Dieses Baumhaus ist das zweite der Jungens, nachdem das erste gefällt werden musste. Früher war das hier ihre Burg - eine unangreifbare, sichere Festung in der Höhe. Hier wurden Karten oder Nintendo gespielt, gewerkelt oder über Mädchen geredet. Heute wird das Baumhaus nur noch von einzelnen Gruppenmtgliedern für unbemerkbare Liebeleien genutzt, zum Vortrinken oder für Partys. Obwohl Partys in so einer Höhe sehr sehr gefährlich sind und nicht nur ich ,dank dem Alkohol, fast einmal runtergefallen wäre.
Fred öffnet den Kühlschrank, der  Vorratsschrank der Jungs sozusagen, und holt und zwei Colas raus. Eine wirft er mir zu, die andere öffnet er während er sich neben mich auf die Couch schmeißt.
"Ihr solltet echt mal aufräumen" sage ich während ich verzweifelt versuche die Dose zu öffnen.
Fred nimmt sie mir aus der Hand "Quatsch, genau so sollte eine wahre Junggesellenbude aussehen!"
Er drückt mir die geöffnete Dose wieder in die Hand und guckt sich selber um "Aber putzen könnten wir tatsächlich mal". Mein Blick schweift zu den Fenstern aus Plastik, die man mitlerweile eigentlich nicht mal mehr Fenster nennen dürfte, weil sie so verschmiert sind.
Ich gebe nur ein zustimmendes "Mhm" von mir und sippe an der Cola.
Vor mir vibriert mein Handy auf dem Tisch. Grade als ich mich vorbeugen will um es zu nehmen, schnellt Freds Hand hervor.
"Hey!!" sage ich lachend, während ich versuche es ihm aus der Hand zu nehmen. Fred hält es in die Höhe und grinst mich an.
"Hols dir doch!"
Das lasse ich mir nicht zweimal sagen und versuche an die Hände zu kommen. Da Fred aber insgesamt größer ist und demnach auch längere Arme hat sehe ich mich dazu gezwungen aufzustehen. Grade als ich hochschnellen will, durchschaut Fred meinen Plan und steht selber auf.
"Oh man Fred, das ist nicht fair! Du bist einen Kopf größer als ich." sage ich lachend, während ich versuche an ihm hochzuspringen. Das Handy schwebt über meinem Kopf, aber egal wie sehr ich mich bemühe, ich komme parout nicht dran. Als ich nochmal springe streift meine Brust seinen Körper.
Ich werde natürlich sofort rot und mein Körper fängt an zu kribbeln. Sprotte ! Ermahne ich mich. Stopp !
"Bitte Fred, kann ich mein Handy wiederhaben" sage ich, wahrscheinlich immer noch rot im Gesicht, zu Fred damit ich schnell wieder genug Abstand zwischen uns bringen kann.
Freds Grinsen ist nun einem spitzbübischen Lächeln gewichen und wie er mich anschmunzelt könnte man meinen ich würde noch roter werden.
"Du willst dein Handy wiederhaben?" fragt er, während er eine Hand gemächlich auf meine Taille legt und mich enger zu ihm zieht.
Stark sein Sprotte "Ja!" sage ich nüchtern, bemüht normal zu wirken, obwohl mir total heiß ist und Freds Hand auf meiner Taille kleine Schauer über meinen Körper jagen lässt.
Freds schiefes Grinsen wird, wenn das überhaupt möglich ist, noch verschmitzter und er beugt sich langsam runter.
Ich selber bin wie benebelt und alles was ich denken kann ist "Wir sind Freunde! Freunde ! Freunde!", während er mit der Hand an der Taille anfängt kleine Kreise zu malen.
Mein Handy vibriert erneut auf und diesmal guckt Fred auch drauf.
Er räuspert sich, die Hand fällt von meiner Taille und er guckt, soweit ich das richtig deuten kann, ungläubig aufs Handy.
"Wer ist Nick ?" fragt er, während sein Blick wieder zu mir aufblitzt.
"Nick?" Ich bin vollkommen verwirrt und kann garnicht schnell genug schalten.
"Ja, der Nick der dir *Hallo Süße* und *Was machst du grade?* geschrieben hat"
Ich nehme ihm das Handy aus der Hand und checke meine Nachrichten.
"Ach so" sage ich zu mir selber und setze mich wieder auf die Couch.
Nick ist, die schon erwähnte Kindergartenflamme. Er ist ein Jahr älter und schreibt mir hin und wieder mal eine Nachricht. Ich kann nicht leugnen, dass er gut aussieht und ich mir auch schon mehr mit ihm vorstellen konnte, aber wir beide haben uns immer verpasst könnte man sagen. Als er mich das erste mal anschrieb, lief grade die Sache mit Fred und ich wimmelte ihn nach ein paar Tagen wieder ab. Danach war er in einer Beziehung mit einem hübschen Mädchen aus seiner Stufe. Laut Gerüchten hat er die Beziehung vor zwei Monaten beendet.
"Wer ist Nick?" Ich zucke zusammen und blicke auf, als ich die Missbilligung in Freds Stimme höre.
"Nick Maier, er war eine über uns und ich war mit ihm im Kindergarten"
Fred sieht mich kritisch an und setzt sich wieder neben mich auf die Couch.
"Und wieso schreibt er dir ?"
"Ich weiß nicht" ich zucke mit den Schultern "Er hat mich vor ein paar Jahren schonmal angeschrieben"
"Nick Maier sagst du ? Hat der nicht letztens mit seiner Freundin Schluss gemacht ?" Freds Stirn legt sich in Falten.
"Mhm, ja, meine schon" sage ich, während ich anfange eine Antwort für Nick zu tippen.
"Sprotte, mach mal deine Augen auf!" jetzt klingt er wütend und ich blicke auf "Der Kerl will dich doch nur ins Bett kriegen. Du bist der Fick nach der Beziehung, das Austoben nach dem ganzen Beziehungsdrama !"
"Fred, jetzt mach mal halblang ! Er hat mich nur gefragt wies mir geht und nicht, ob ich die Kondome besorgen kann"
Fred knurrt "Du solltest ihm nicht zurück schreiben".
Ich gucke ihn entgeistert an. Fred will mir sagen wem ich zu schreiben habe und wem nicht ? Jetzt werde auch ich wütend.
"Bin grade dabei" sage ich zuckersüß und tippe weiter auf meinem Handy.
"Was ist denn los mit dir Sprotte ? Er hat grade erst mit seiner Freundin Schluss gemacht und schon kommt er zu dir gelaufen ! Das spricht doch nicht wirklich für seinen Charakter oder ? Er ist eine männliche Schlampe und wenn du dich auf ihn einlässt wirst du auch als eine abgestempelt" keift er mich an.
Damit ist für mich der Bogen überspannt und ich stehe auf.
"Nenn mich noch einmal Schlampe und du kannst was erleben" sage ich wütend mit dem Finger auf ihn zeigend  "Wieso ist sowas schlampig und wenn du dich durch die halbe Schule vögelst ist sowas nicht schlampig, sondern einfach nur *voll cool*? Mach mal halblang Fred, du bist mein Freund und nicht mein großer Bruder!"
Und mit diesen Worten wende ich mich zum gehen und klettere das Baumhaus runter. Ein sehr kurzer Aufenthalt dieses mal.
Grade, als ich auf mein Fahrrad steigen will, scheint Fred aus seiner Starre auf der Couch oben erwacht zu sein und kommt raus gelaufen.
"Glaub mir, ich weiß ganz genau, dass ich nicht dein großer Bruder bin" brüllt er mir nach unten.
"Dann verhalt dich gefälligst auch so" brülle ich zurück, schwinge mich auf mein Fahrrad und radele weg.

Was.Für.Ein.Idiot!
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