Feuer und Eis - 1. Teil: Zwielicht

GeschichteSchmerz/Trost, Sci-Fi / P18 Slash
Finn Kylo Ren Leia Organa Poe Dameron Rey Snoke
12.06.2018
13.07.2019
30
121472
2
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
VERSCHOLLEN IM NIRGENDWO

Kurze Zeit verging, in der Zay ihre Kleidung auf einen Haufen packte. Sie musste hier weg. Denn sie brauchte mehr Zeit, mit den Ereignissen der letzten Tage zurechtzukommen. Ihre engsten Freunde hatten sich von Zay abgewandt, selbst die Beziehung zu ihrer Mutter stand auf Eis. Und sie waren bisher immer gut miteinander ausgekommen. Einst hatte sie sich bei ihren Freunden wohl gefühlt, mit ihnen alle Geheimnisse geteilt… Bis sie erfahren hatte, dass sie machtsensitiv war. Auf einmal hatte selbst Iden Versio kaum mehr die Kraft aufgebracht, mit Zay darüber zu reden. Der Schock saß tief und belastete ihre einst so enge Beziehung schwer. Zay konnte nicht mitansehen, wie ihre Freundschaften in die Brüche gingen. Sie konnte nicht mitansehen, wie sich ihre eigene Mutter immer mehr abwandte. Deshalb musste sie verschwinden. Sie nahm ihre Tasche und stopfte ihre Kleidung hinein. Möglichst schnell…, erinnerte sie sich, als sie im Flur Schritte näher kommen hörte. Ihre Gedanken waren trüb, da sie die Schmerzen an ihrer Hand kaum aushalten konnte. Aber sie würde sich nicht erwischen lassen. Auch nicht von diesen… Jango Fett. Der Gedanke an diesen jungen Mann traf sie sehr schmerzhaft. Aber warum…? Zay hielt kurzzeitig inne. Was war das für ein Gefühl? Sie hatte sich doch nicht in Jango Fett verknallt? Wenn ja, warum schmerzte es dann so? Zay steckte sich Dosen mit eingelegten Früchten, Bohnen und einige Speckstreifen in die Tasche, zwei Flaschen Wasser und den Holo-Net-Empfänger, wo sie die Standortermittlung aber gleich abschaltete. Zay packte den Kommunikator mit ein, dann machte sie sich auf den Weg. Sie musste kurz stehen bleiben, da sie der Schwindel ergriff. Aber sie fasste sich wieder. Zay suchte sich den kürzesten Weg zum Hangar, wo sie den alten X-Flügler ihrer Mutter scharf schaltete. Sie durfte sich nicht erwischen lassen.
„Hey!“, rief einer der Soldaten, der Zay bemerkt hatte. „Sie haben nicht die Autorisierung, einfach zu starten, junge Frau!“ Er trug einen Teaser bei sich. Er setzte einen elektrischen Stoß ab, aber Zay verschwand rechtzeitig in Deckung. Dann fasste sie sich ein Herz und sprang über den Bug des X-Flüglers ins Cockpit. Sie ließ ihre Tasche fallen und atmete erleichtert auf, als sie den Jäger startete. Sie fuhr die Schilde hoch. Bald hatte sie den Hangar hinter sich gelassen.
Zay legte sich auf das Schiff fest, wo sie den letzten der Ritter der Ren getötet hatte. Wenn sie seine Rüstung trug, wurde sie vielleicht nicht mehr so schnell erkannt. Aber wie sollte sie denn über die Runden kommen? Schon jetzt wusste sie, dass sie es nicht leicht haben würde, an ihre tägliche Ration Nahrung und Wasser zu kommen. Zay leitete den Hyperraumsprung ein. Der Gedanke an ihre Mutter belastete sie. Sie wusste, dass sie dieser große Schmerzen bereitete… Aber es musste sein. Sie musste hier verschwinden. Wie lange, wusste sie noch nicht. Bald ließ sie Yavin IV hinter sich. Langsam dämmerte Zay, dass sie vermutlich für sehr, sehr lange Zeit fern bleiben würde. Sie würde sich auf die Suche nach der Wahrheit machen und versuchen, ihre wahre Bestimmung herauszufinden. Währenddessen würde sie viele Opfer erbringen, auch wenn sie das noch nicht wissen konnte.

„Keine Pausen mehr, Rey“, ermahnte sie der Jedi-Meister. Sie trainierten immer noch in der ersten Form. Und er zwar sehr stolz auf Rey, zeigte das aber nicht, da er nicht riskieren konnte, falsche Erwartungen zu säen. Dennoch lehrte er Rey auch die ersten Figuren des Makashis, einer der umstritteneren Duell-versierten Formen des Lichtschwertkampfes.
Rey wich Luke Skywalker seitlich durch eine Fassrolle aus. Ihre Verbindung zur Macht war schon so stark, dass sie zumindest seine Züge vorhersehen konnte. Sie wusste zwar, dass sich Luke Skywalker noch sehr zurückhielt, versuchte aber das Beste herauszuholen.
„Du kämpfst sehr kreativ“, kommentierte das der Jedi-Meister. „Und doch brichst du nie ganz mit der Macht. So lobe ich mir das.“ Und das erste Mal machte er es Rey richtig schwer. Denn er nahm auch die Macht zur Hilfe.
Da Rey bisher nur einmal erfolgreich einen Machtschild errichtet hatte, schaffte sie es nicht, sich gegen seine Attacke zu wehren. Er schaltete mit Hilfe der Macht das Lichtschwert Rey ‘s aus, noch ehe diese reagieren konnte. Zwar hatte sie das vorausgesehen, trotzdem wusste sie nicht, wie sie das hätte verhindern sollen.
„Lass dein Gegenüber nicht zu nahe an dich heran, Rey. Errichte eine geistige Mauer, die dein Gegner nicht durchdringen kann.“ Der Jedi-Meister bedeutete Rey, sich hinzusetzen.
„Wie soll das gehen?“, fragte Rey, die ziemlich müde aussah.
„Richte dich nach deinen Gefühlen, Rey. Lass sie fließen wie Wasser, sei selbst wie das Wasser. Wenn du dann Verbindung zur Macht erlangt hast, nutze sie, um ein Kraftfeld um dich herum zu errichten. Je stärker deine Bindung zur Macht, desto massiver die Mauer.“ Der Jedi-Meister machte es Rey vor. „Du kannst sie aufrechterhalten, deshalb denke ich, bist du bereit für diese Übungen.“ Er sah sie an. „Warum versuchst du nicht mal, einen Stoß gegen mich zu wirken? Lege deine ganze Kraft hinein, Rey.“
Rey zögerte. „Ich soll Sie angreifen, Meister?“
„Ja, das sollst du.“ Der Jedi-Meister sah sie an. Er machte keinen sehr konzentrierten Eindruck.
Ohne Vorwarnung sandte Rey eine Welle gegen ihren Meister aus, aber er blieb massiv wie ein Felsen. Stattdessen wurde sie sogar schmerzhaft zurückgestoßen. Rey geriet ins Wanken, wurde aber aufgefangen.
„Du bist sehr stark, Rey. Aber deine rohe Kraft hilft dir nicht, so lange du nicht konzentriert genug an die Sache herangehst…“
Seit drei Wochen lernte Rey ununterbrochen. Eine Pause gönnte sie sich nicht. Die Zeit war knapp bemessen.
Es war einige Zeit vergangen, seit Rey Luke Skywalker von ihrer Mutter erzählt hatte. Trotzdem meditierte er jeden Abend, oft zusammen mit Rey, da er mehr über Szirha erfahren wollte. Nach einer Weile hatte er Rey erklärt, dass sie lange Zeit untergetaucht war, noch ehe sie diese zur Welt gebracht hatte. In dieser Zeit war sie durch die Macht unauffindbar gewesen. Und auch der Jedi-Meister wusste nicht, wo sie eigentlich war. Er sagte, dass sie die Fähigkeit hatte, ihre Spuren durch die Macht zu verschleiern.
„Ich weiß, das klingt albern… Aber kann es sein, dass sie vielleicht nicht gefunden werden wollte?“ Rey brannte diese Frage schon die ganze Zeit auf den Lippen. „Nie hat jemand Hinweise auf ihre Vergangenheit gefunden… Und niemand weiß, wer sie eigentlich war. Es ist, als habe sie nie existiert. Ihre Schwester meinte, dass das sehr merkwürdig ist.“
Der Jedi-Meister nickte. „Deine Mutter hatte viele Geheimnisse, Rey. Auch mir hat sie ihre wahre Geschichte nie offenbart. Ich denke, dass deine Vermutung stimmt.“ Er sah noch immer mitgenommen aus, da er sich keine Ruhe mehr gönnte. Er wollte Szirha finden. Und das würde er auch tun. Tot oder lebendig.
„Aber warum wollte sie das nicht?“, fragte Rey nun.
Der Jedi-Meister zögerte. „Das einzige, was ich dir mit Sicherheit sagen kann, ist, dass sie dich und deinen Bruder schützen wollte. Die Wahrheit, so sagte sie mir, würde sie bald einholen. Sie wusste, dass sie nicht ewig weglaufen konnte und sie war sich sicher, dass sie von ihrer Vergangenheit eines Tages eingeholt würde. Das einzige, was sie tun konnte, war, zumindest ihre Kinder zu schützen. Sie sollten nie erfahren, wie diese grausame Realität aussah – denn wenn es so weit war, würden sie in große Gefahr geraten.“
Rey hatte Luke Skywalker erzählt, dass sie einen Bruder hatte. Er hatte überrascht reagiert, aber auch ein wenig erfreut. „Dann hat sie alle Hinweise vernichtet, bloß weil sie meinen Bruder und mich schützen wollte?“ Jetzt war sie diejenige, die überrascht war. „Aber was soll denn so schlimm sein an ihrer Vergangenheit, dass sie diesen Teil ausmerzen wollte?“
„Tja“, meinte der Jedi-Meister. „Das ist die Frage, nicht wahr, Rey? Ich weiß es nicht. Szirha Deeja-Mhin war eine sehr starke Frau. Aber es schien immer so, als sei sie mit ihrer Vergangenheit restlos überfordert gewesen. Wenn selbst jemand wie sie nicht in der Lage ist, diesen Schlag zu verkraften, dann bezweifele ich, dass es irgendjemand könnte…“
Rey ließ sich auf den großen Stein nieder. „Was soll ich tun? Ich weiß, dass sie nicht tot ist. Ich weiß es einfach. Deshalb kann ich es nicht verstehen.“
„Nun“, begann Skywalker, als er wieder ein Ziel vor Augen hatte. „Mir scheint, als herrsche da eine gewisse Bindung. Vielleicht kannst du eher herausfinden, wie es deiner Mutter ergangen ist. Ich kann dir helfen, Rey, aber ich fürchte, letztendlich kannst nur du die Wahrheit herausfinden.“ Er zögerte. „Du bist sehr talentiert, Rey. Das hatte ich nicht so erwartet. Aber ich denke, bald werden wir auf die erste Mission gehen. In der Zeit überlege ich mir, wie diese aussehen soll.“ Er setzte das Training mit Rey fort, bis sie in der Lage war, sich einen Machtschild zu bilden.

Iden Versio war kein Mensch, der sich aus der Ruhe bringen ließ. Zumindest nicht so schnell. Aber das hatte sich geändert. Ihre Tochter war verschwunden, unauffindbar. Und das seit einiger Zeit. Der General hatte Jango Fett gebeten, nach Zay zu suchen, aber nur wenige Stunden später kündigte er an, dass sie ihre Spuren akribisch verwischt hatte. Er konnte nicht einmal die Richtung feststellen, in die sie verschwunden war. Aber er vermutete, dass sie in den Unbekannten Regionen untergetaucht war. Da sie machtsensitiv war, wusste sie instinktiv, wie sie fliegen musste, um nicht mit Schwarzen Löchern, Planeten oder sogar Asteroiden zu kollidieren. Jango Fett wusste es aber auch. Denn er war, genau wie Zay, machtsensitiv. Und das wusste er, auch wenn er diese Information für sich behielt. Er konnte Zay gut verstehen. Und er ahnte, warum sie diesen Mann getötet hatte. Sie tat es nicht allein aus Rache. Viel mehr war es der Schmerz über den Tod ihres Vaters, der sie zu so einer Tat verleitete. Er konnte es nicht erklären, aber er hatte eine sehr starke Bindung zu Zay. Es war, als sei es immer so bestimmt gewesen, dass sie eines Tages aufeinandertreffen würden. Und er merkte es, da er noch nie so eine Bindung zu jemanden gespürt hatte. In ihrer Nähe fühlte er sich wohl. Aber… warum? Für Jango Fett stand fest, dass das eigentlich nicht hätte passieren dürfen.
So lenkte er das Schiff, genau wie Zay vor einiger Zeit, in die Richtung des unbekannten Raumes. Aber heute tat er es nicht des Geldes wegen. Nein, er tat es wegen Zay. Er hatte sich geschworen, dass er sie eines Tages finden würde. Aber er konnte nicht wissen, wie lange es dauern würde, bis er sie das erste Mal wieder zu Gesicht bekommen würde…

Zay Meeko. Seit einigen Tagen hatte sie nicht mehr gegessen, da sie ihre Rationen aufgebraucht hatte. Auch getrunken hatte sie zu wenig. Und von Schlaf konnte nicht die Rede sein. Sie hatte sich eine Zeit lang in den Unbekannten Regionen aufgehalten, aber als sie nicht mehr genug Treibstoff zur Verfügung hatte, wurde sie gezwungen, zu landen. Deshalb war sie hier gelandet. Sie wusste nicht, wie dieser Planet überhaupt hieß, aber er musste bewohnt sein. Das war doch schon mal etwas. Zay suchte den Canyon ab. Aber sie fand hier niemanden vor. Schließlich gelangte sie in eine Höhle. Wasser plätscherte. In Zay kehrte wieder Leben ein, als sie den Geräuschen folgte. Da war ein Wasserfall. Sie konnte das Tosen des Wassers hören. Schwindel überwältigte Zay. Aber sie kämpfte sich weiter voran, bis sie das Gewässer erreicht hatte. Das Wasser war sehr rein. Aber selbst, wenn es das nicht so wäre, hätte sie dennoch trinken müssen. Und sie wusste nicht, wie lange sie durchgehalten hätte.
Zay schöpfte das Wasser mit ihren Händen ab und trank, bis sie nicht mehr konnte. Sie griff den Stumpf eines Seils und ging ins Wasser. Duschen musste sie natürlich auch. Aber das wurde, wie sich herausstellte, sehr schwer. Denn Zay wurde durch den Sog des Wasserfalls plötzlich unter Wasser gezogen. Sie spürte, wie sie an Grund stieß, mit Kopf und Nacken. Und das andauernd. Ein paar kräftige Hände packten Zay von hinten, die sich alleine nicht mehr befreien konnte. Sie wurde an Land gezogen. Sie würgte einen Wasserstrahl hervor und hustete wild.
„Na, na…“, sagte eine weibliche Stimme. „Das war ziemlich dumm.“ Die Frau schlug Zay auf den Rücken. Diese erblickte nur langsam das Gesicht der Frau, dass sie jedoch nur verschwommen wahrnahm.
„Wer sind Sie?“, fragte Zay, als sie wieder frei atmen konnte.
Die Frau nickte Zay zu. „Ich arbeite hier.“ Sie trug eine Spitzhacke bei sich.
„Dann sind Sie eine Art Bergarbeiter? Warum haben Sie mir das Leben gerettet?“
„Warum hätte ich das nicht tun sollen?“, hinterfragte die Frau. Sie sah Zay schief an. Ihre Haut hatte eine schöne, hellbraune Farbe. Und ihre Haare waren tiefschwarz. In ihren Augen erkannte Zay, dass die Frau viel durchgemacht haben musste. Sie musste mal sehr hübsch gewesen sein, aber sie war ziemlich abgemagert.
„Keine Ahnung.“
„Siehst du?“, die Frau bedeutete Zay, dass sie mitkommen sollte. „Komm mit! Du siehst aus, als könntest du etwas für die Beißer vertragen.“
„Wer sind Sie überhaupt?“, verlangte Zay dann zu wissen.
„Ich gehöre zu den geknechteten hier“, meinte die Frau. „Ich bin ein Sklave.“
Zay klappte der Mund auf. „A-aber Sie sehen so normal aus…“
„Ich danke dir für die Blumen“, sagte die Frau trocken. „Besser, du verschwindest gleich wieder, wenn du gegessen hast. Nicht, dass du auch so endest wie ich.“ Sie überreichte Zay ein Stück Brot. Es war trocken und schmeckte nicht, aber Zay freute sich sehr, dass sie wieder etwas essen konnte.
„Du hast dich doch nicht verletzt, oder?“, fragte die Frau. Sie griff nach Zay ‘s verletzter Hand. „Du solltest das behandeln lassen.“ Mit sanfter Gewalt drängte sie Zay, sich zu setzen. Aus einer Tasche nahm sie eine Flasche Alkohol, durch die sie ein Tuch befeuchtete. „Zeig her!“
Zay wusste, dass die Frau keinen Widerspruch hinnehmen würde. Sie gehorchte. „Sie waren doch nicht immer ein Sklave, oder?“, fragte sie.
„Doch“, entgegnete die Frau. „In gewisser Weise schon. Und jetzt, hör auf, zu fragen!“
„Wie heißen Sie?“
Die Frau antwortete nicht. „Ich bin ein Niemand. Und ich würde es auch gerne so belassen, wenn das möglich ist.“
Zay schüttelte den Kopf. „Sie müssen doch einen Namen haben!“
„Ich habe keinen Namen. Ich wurde als Niemand geboren und ich werde auch so enden.“ Die Frau reinigte die Schnitte, die Zay auf der Hand trug, aus. Als die tiefste der Wunden sauber war, überreichte sie Zay die Flasche. „Sei vorsichtig! Du kannst von der Flasche trinken, aber teile es dir gut ein. Das ist gegen die Schmerzen.“
„Ich bin minderjährig.“
„Ich verlasse mich darauf, dass du es nicht übertreibst“, erwiderte die Frau dann. Sie trug alte Lumpen, die sogar ein wenig rochen. Aber es war nicht so unangenehm, dass es Zay tatsächlich störte.
„Warum helfen Sie mir?“ Zay verstand das nicht. „Sie trauen mir nicht über den Weg, trotzdem retten Sie mir das Leben!“
„Vertrauen wird stark überbewertet“, meinte die Frau. „Aber du hast recht. Ich habe dir das Leben gerettet, weil ich keinen Grund hatte, dich sterben zu lassen. Ganz einfach. Und ich will auch keine Gegenleistung. Wenn du klug bist, dann verschwindest du hier so schnell wie möglich.“
„Wo sind die anderen?“ Zay ließ ihren Blick durch den Tunnel schleifen.
„Sie sind unten, in den Minen. Sie fördern Erze.“ Sie deutete auf ihre Tasche. „Ich habe dich gehört. Und ich wusste gleich, dass etwas nicht stimmte, deshalb bin ich hochgekommen.“ Zay schaffte es nicht, die Mauer zu brechen. „Wollen Sie nicht frei sein?“
„Hmmm… Es wäre schön, ja. Aber das ist ein Luxus, den ich mir nicht leisten kann.“ Die Frau reichte Zay noch mehr Brot. „Iss.“
„Was ist das hier für ein Planet?“, fragte Zay dann. „Ich kenne mich in den Unbekannten Regionen nicht gut aus.“
Die Frau musterte Zay genau. „Wie bist du dann hierhergekommen?“
„Ich bin losgeflogen, mehr weiß ich nicht.“ Das entsprach der Wahrheit.
„Du musst machtsensitiv sein, wenn du ohne Navigation den Unbekannten Raum passieren kannst“, sagte die Frau scharf. „Interessant.“
„Ich dachte, Sie sind Sklave! Warum wissen Sie das dann? Sie haben diesen Planeten nie verlassen.“
„Ich war auf vielen Planeten“, entgegnete die Frau. Ihre rechte Augenbraue war geteilt. Sie hatte eine lange Narbe, die sich über die Braue bis hinunter auf das untere Lid zog. Aber sie sah aus, als sei sie durch eine Verbrennung entstanden. Sie band Zay die Hand ab, da sie immer noch blutete. „Die Wunde muss ausgebrannt werden“, sagte sie. Sie zog einen Dolch aus ihrer Tasche. Ehe, dass es sich Zay versah, hatte sie ein Feuer gemacht. Anscheinend brauchte die Frau kein Holz, wenn sie Feuer machen wollte. Hatte sie Feuersteine benutzt? Zay konnte nicht umhin, die Frau zu bewundern. Sie hatte es nie geschafft, auf diese Weise ein Feuer zu machen.
Die Frau pustete die Flamme an, bis sie groß genug war. Dann hielt sie die Klinge des Dolches in den äußeren Kegel der Flamme. Bald glühte sie rot. Schließlich kam sie auf Zay zu und nahm ihre Hand. Diese verstand erst jetzt, warum sie das machte. „Oh, nein!“, rief sie.
„Wie viel Blut willst du denn verlieren? Es tut mir Leid, aber das ist die einzige Lösung.“
„Das tut doch weh.“
„Natürlich tut es das“, zischte die Frau. „Aber es kann dir das Leben retten.“
Zay schüttelte den Kopf. „Ähm, neeeh.“ Sie wich vor der Frau zurück. Trotzdem wurde sie gepackt.
„Ich tue das nicht, weil ich dir Schmerzen bereiten will“, sagte die Frau. *
„Ich habe gerade gegessen.“ Zay war nicht einverstanden. Die Frau nahm sie so, dass sie sich nicht wehren konnte. Und das machte es nicht besser.
„Vor Jahren hat mir das hier sogar das Leben gerettet“, meinte die Frau. „Ohne die anderen wäre ich jetzt tot.“ Sie drückte die glühende Klinge auf den blutenden Schnitt.
Für Zay war es schwer, nicht zu schreien. Schmerz überwältigte sie.
„Gut so“, lobte die Frau Zay. „Gleich haben wir es geschafft.“ Schließlich nahm sie die Klinge wieder runter.
Zay kämpfte gegen die Ohnmacht an. „Ich glaube, ich verliere das Bewusstsein…“, keuchte sie.
„Das ist normal“, erwiderte die Frau. Sie ermutigte Zay, noch einen Zug aus der Flasche zu nehmen. Schließlich trat sie das Feuer aus. „Ruh dich aus! Ich werde ab und zu mal nach dir sehen.“ Sie reichte Zay die Tasche, die sie unter ihren Kopf legte und verschwand wieder.

Als Zay wieder erwachte, sah sie die Frau in der Ecke sitzen. Sie blutete, als sei sie eben ausgepeitscht worden. Aber sie zeigte das nicht offen. „Wie geht es dir?“, fragte sie nach einer Weile.
Zay sah auf ihre Hand. Die Wunden waren zwar geschlossen, schmerzten aber noch immer. „Hat man Sie wegen mir bestraft? Vielleicht, weil Sie zu lange gebraucht haben? Ich meine, durch mich wurden Sie ziemlich erlahmt.“
„Du solltest dir wegen mir keine Gedanken machen“, erklärte die Frau zögernd. „Gegenüber Schmerzen bin ich abgestumpft.“ Sie reichte Zay wieder etwas zu Essen. „Den Vogel habe ich selbst geschossen. Hier.“ Sie zeigte Zay, dass sie es sogar gebraten hatte.
„Ich danke ihnen“, flüsterte Zay. „Können Sie das?“
„Ja. Ich habe meine ganz eigenen Methoden entwickelt.“ Wieder hatte Zay das Gefühl, die Frau behielt einen großen Teil der Wahrheit zurück.
Als sie den Planeten wieder verließ, fragte sie sich, warum diese Frau so verschwiegen sein mochte. Und sie merkte, dass das, was sie gesagt hatte, nicht ganz stimmen konnte. Trotzdem hatte sie Zay das Leben gerettet, wenn auch auf sehr unkonventionelle Art. Deshalb akzeptierte sie auch, dass diese ihre Geschichte für sich behalten wollte. Und doch hatte sie Schuldgefühle. Sie wusste nicht, warum, nur, dass es so war. Die Frau meinte, wenn sie da draußen alleine überleben wollte ohne gefasst zu werden, musste sie sich in die Unterwelt von Coruscant begeben. Dort fand sie bestimmt etwas, das sie über Wasser hielt. Auch wenn es nicht unbedingt legal war. Sie hatte Zay gebeten, nach Hod zu suchen, ein Zygerrianer. Warum, hatte sie nicht gesagt, nur, dass er einen Auftrag für sie hätte. So machte sich Zay auf den Weg, unwissend, wer dieser Mann eigentlich war.

„So“, meinte der Jedi-Meister. „Teile der Macht deinen Willen mit, Rey. Du bist bereit.“
Rey saß in ihrer Hütte, während Luke Skywalker an der Wand lehnte und sie durch seine Macht unterstützte. Sie konzentrierte sich auf die Energien um sie herum und versuchte, ihren Puls zu verstehen. Eine Abfolge an Bildern schoss Rey durch den Kopf. Sie waren zusammenhanglos und Rey wusste nicht, was sie bedeuteten. Sie sah das Meer, aber es war nicht das von Ahch-To. Das Wasser war spiegelglatt. Auch die Lichter spiegelten sich. Sie zuckten umher, sichtbar funkelnd. Sie hörte Speeder vorbeifliegen.
„Was siehst du?“, fragte der Jedi-Meister.
„Eine Stadt, sehr wohlhabend. Funkelnde Lichter überall… Häuser aus Stein.“ Rey verstummte. „In den Schatten bewegt sich etwas. Ein Reptil mit langen Flügeln… Es knurrt.“ Erschrocken sprang sie auf. „Es kann Feuer speien! Was hat das zu bedeuten?“
Der Jedi-Meister dachte nach. „Ist da mehr?“
„Ich sehe ein Gefängnis. Und ich höre eine Stimme, die da sagt: ‚Sie ist hier. Es ist unser zu Hause.‘ Dann… Blut spritzt. Ich kann eine Frau schreien hören.“ Rey sah zu ihren Meister.
„Wir sollten diesen Hinweisen nachgehen. Ich kann dir nicht sagen, was diese Vision bedeutet, aber wir müssen es herausfinden.“ Der Jedi-Meister nickte Rey zu. „Ich denke, wir beginnen bei Naboo.“
„Was soll ich tun?“, fragte Rey verzweifelt.
„Wir gehen zusammen, Rey“, erklärte der Jedi-Meister. „Ich werde dich nicht im Stich lassen.“
„Heißt das, dass sie da gestorben ist?“ Rey schluckte. Luke Skywalker hatte zur Vorsicht geraten, da er nicht wusste, ob ihre Ahnung der Hoffnung entsprang, dass Szirha nicht tot war oder ob sie tatsächlich stimmte.
„Ich weiß es nicht. Es ist an der Zeit, dass wir die Wahrheit herausfinden.“ Er deutete auf das offene Meer. „Ich habe das Gefühl, dass wir dort vielleicht etwas über ihre Vergangenheit herausfinden.“
Sie konnten nicht wissen, dass diese Suche sehr bald zu einer wahren Odyssee wurde. Und es würde sehr lange dauern, bis sie überhaupt auf etwas stießen… Bald war Rey bereit für ihre erste Mission. Und da diese Angelegenheit sehr dringlich war, mussten sie schnell nach Canto Bight reisen. Da Rey offiziell der Padawan Luke Skywalker ‘s war, traten sie die Reise aber gemeinsam an. Sie trafen auf viele Siedler, die den Namen „Szirha“ zumindest flüchtig gehört hatten. Aber die wenigsten glaubten daran, dass sie lebte. Tatsächlich waren sie alle der Meinung, dass sie seit fünfzehn Jahren tot war.
Sie gingen jeder Andeutung nach, jedoch ohne durchblicken zu lassen, dass sie Jedi waren. Ein Meister und ein Schüler. Trotzdem sagten sie alle die Wahrheit. Zumindest schienen sie selbst zu glauben, was sie ihnen erzählten. Selbst dieser seltsame, zygerrianische Pirat „Hod“. Er hatte aber erwähnt, das kürzlich eine Frau durchgekommen war, die machtsensitiv war. Ein Kopfgeldjäger, wie sich herausstellte. Für den Jedi-Meister war das die heißeste Spur. Denn er wusste, dass sich Szirha lange Zeit als Kopfgeldjäger durchgeschlagen hatte.
„Sie sachte zu mir, dat se nach so ‘nem komischen Typen sucht...“, meinte der Zygerrianer. „Hübsches Mädel, aber n‘ bissl jung. Sie jagt so ‘nen Deserteur. Halsabschneider, hat se jehsacht. Die Erste Ordnung bezahlt jut, sin‘ aber miese Auftragjeber.“
Rey zögerte. „Ein Deserteur?“ Sie hatte keine gute Vorahnung.
„Jaaah“, meinte der alte Pirat. „Sein Vadder will ihn tot seh‘n glaub‘ ich. Irgend so ‘n Offizier oder so. Der arbeitet für die.“
Beinahe hätte Rey laut aufgeschrien, aber Skywalker stieß Rey den Ellbogen in die Hüfte. „Dann wird sie jetzt Konkurrenz bekommen“, log der Jedi-Meister.
„Ick schwör‘s“, kiekste der alte Pirat. „Sie seh‘n aus wie so ‘n Jedi. Und ihre Tochter da auch, hm? Isses, hm?“ Er kugelte sich beinahe vor Lachen.
Der Jedi-Meister hatte Rey als seine Tochter ausgegeben, da sie sonst auffliegen würden. „Die Jedi sind ausgestorben, alter Junge. Aber ein guter Auftritt taugt gut, andere in die Irre zu führen.“ Er lächelte.
„Hehehe… Jaaah, datt stimmt!“ Der Pirat hickste. Er wedelte mit seiner Flasche. „Auf jed‘n Fall total jerissen. Kopfgeldjäger, heh?“ Wieder lachte er. „Gute Jagd, altes Haus!“
Sie trennten sich wieder.
„Wir sollten vielleicht nicht unbedingt so aussehen, wie Jedi…“, wandte Rey ein.
„Was du nicht sagst...“, bestätigte der Jedi-Meister. Sie liefen auf Asphalt, der ganz abgeschliffen war. Die Läden hier waren ziemlich schäbig. Für die unteren Ebenen von Coruscant keine Seltenheit. „Da hinten ist ein Modegeschäft. Vielleicht haben die etwas Kopfgeldjäger-typischere Kleidung.“
„Ich habe kein Geld“, sagte Rey leise.
„Dafür habe ich daran gedacht.“ Skywalker trat etwas unbeholfen in den Laden.
„Wieder eine Cosplay-Party?“, fragte die Dame an der Kasse belustigt. Sie drückte einen Knopf, und das Hologramm verschwand.
„Öhm… jaaah.“ Rey lachte auf. „Tja, Dad. Du musst dir halt was Bedrohlicheres suchen.“ Sie fühlte sich sehr unwohl, wenn sie log. Aber sie mussten den Schein wahren. „Ich hab ‘s dir gesagt! In dieser Jedi-Kutte nimmt dich niemand ernst…“
Die Dame lächelte Luke Skywalker zu. „Da habe ich etwas. Wollen Sie mehr so aussehen, wie ein Schurke, ja?“ Sie nickte auch Rey zu. „Und für Sie, junge Frau? Wünschen sie etwas in dieser Richtung?“ Sie wischte mit ihrer Hand über das Top-Bord.
„Sehr gern“, antwortete Rey. „Aber es sollte nicht so unbequem sein! Die anderen Cosplayer tragen immer so unbequeme Sachen.“
„Nun, dann kommen Sie mal mit!“ Die Dame verwies Rey in die Abteilung für Frauen. „Die Umkleide finden Sie rechts.“ Luke Skywalker wurde in die andere Richtung geschickt. Er probierte die engste Jacke an, die er finden konnte. Schließlich war er komplett in Schwarz gehüllt. Er trug einen Kapuzen-Poncho und eine enge, schwarz glänzende Hose.
Rey kam wenig später hinzu. Sie trug wie der Jedi-Meister einen schwarzen Poncho und einen weiß-grau-schwarz karierten Rock mit Strumpfhose. Das Lichtschwert hatte sie unter dem Rock versteckt. Aber die Frau sah es kurz aufblitzen, als sich Rey hinsetzen wollte
„Requisite“, sagte Rey gleich. „Vielleicht hätte ich eine in Gold holen sollen, die sind protziger.“ Sie tat, als würde sie gähnen. „Kaffee wäre vielleicht nicht schlecht. Das Café ist ja gleich um die Ecke herum.“
Die Frau war kurz skeptisch, schien Rey dann aber zu glauben. „Stimmt… Ich bildete mir ein, das Lichtschwert sei echt. So ein Quatsch aber auch! Der Jedi-Orden hat schließlich auch nicht existiert. Es sind eben Geschichten, wie man sie seinen Kindern erzählt.“
Luke Skywalker schien kurz zusammenzuzucken. Aber er fasste sich gleich wieder. „Rey?“
Beinahe hätte Rey „Ja, mein Meister!“ geantwortet, aber das hätte sie verraten. Sie konnte sich rechtzeitig bremsen. „Was ist los, Dad? Wir haben Zeit.“
„Wir haben keine Zeit. Wir müssen deine Tante holen. Sie dürfte bald hier sein.“ Er zwinkerte Rey zu.
„Oh!“, rief Rey. „Stimmt ja, das habe ich völlig verpeilt? Welcher Hangar nochmal?“
„C-17.“
Rey nickte. „Wir würden dann bezahlen, wenn das geht.“
Die Frau aktivierte das Hologramm. Es zeigte ein Zahlenfeld an. Der Jedi-Meister tippte seine Zahl ein, dann gingen sie wieder.
„Dann hätte sich das auch geklärt“, meinte Skywalker, als sie wieder draußen waren. Er rügte Rey, da sie das Lichtschwert nicht gut genug versteckt hatte. Sie waren fast aufgeflogen. Aber Rey hörte nicht zu. Armut herrschte auf den Straßen. Die Kinder, die hier bettelten, waren nicht viel älter als fünf. Und das Elend in den entlegeneren Gassen war groß. Rey wünschte sich, sie könnte den Leuten Hoffnung geben, ihnen zeigen, dass sie nicht allein waren. Aber die wenigsten glaubten noch daran, dass die Jedi existierten. Tatsächlich war die Anspannung in der ganzen Galaxis spürbar. Die Neue Republik hatte keine Armee. Und das ganze Hosnian-System wurde zerstört. Deshalb hatte sie keinen Sitz. Die Neue Republik war der Ersten Ordnung ausgeliefert. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Erste Ordnung auf Coruscant einfiel.
„Rey, ich spüre, dass dich etwas bedrückt. Was ist es?“ Der Jedi-Meister führte sie in eine verwinkelte Gasse. „Wirst du es mir sagen?“
„Es ist wegen der Leute hier. Ich kann ihre Anspannung beinahe riechen. Sie haben Angst, dass sie wieder nur Opfer des Regimes werden… der Ersten Ordnung.“ Sie hielt ihre Stimme gesenkt. „Teilen Sie diese Angst denn nicht, mein Meister?“
„Ich kann dich verstehen, Rey. Aber wir können ihnen jetzt nicht helfen. Wir haben einen Auftrag. Und der lautet, Zay Meeko zu finden. Meine Schwester war recht eindeutig.“ Der Jedi-Meister zeigte nach oben. „Wir wissen immer noch nicht, wo sie ist. Und langsam wird die Zeit knapp.“ Er holte sein Holo-Stick raus. Als er das Bild aktiviert hatte, konnte es Rey nicht fassen. „Was macht sie denn auf Cantonica?“
„Das weiß ich nicht. Aber ich weiß von meiner Schwester, dass sich dort auch deine Freunde aufhalten… und dein Bruder. Meine Vermutung ist nicht sehr… hm, angenehm. Vermutlich bereitet sie gerade einen Attentat vor. Ich kann nicht genau sagen, auf wen. Aber vielleicht auf deine Freunde, Sura… oder Finn. Ein Offizier der Ersten Ordnung, vermutlich mit persönlichen Referenzen, hat sie beauftragt.“
Rey starrte ihren Meister an. „Was? Nein!“
„Nur die Ruhe, Rey. Wir werden sie überraschen. Ich habe auch eine Idee, wie.“ Er tauschte die Bilder des Hologramms aus und aktivierte das Zeichnen-Tool. Dort zeigte er Rey, wie sie vorgehen würden.
„Sura hat sich mit Finn und seiner Truppe auf die Suche nach den Plänen der Ersten Ordnung gemacht. Sie existiert in Form eines Holo-Pads. Wenn sie die haben, sind sie vielleicht in der Lage, die nächsten Ziele ausfindig zu machen und dort eine Barriere zu bilden. Sie wollen die Republik auf diese Weise beschützen. Und dafür brauchen sie jemanden, der in Besitz dieser Daten ist – einen Schmuggler. Sie werden Strategien in die Wege leiten, damit der Übergang glatt läuft. So werden weder der Widerstand, noch die Erste Ordnung mit unserer Rückkehr rechnen. Und genau das ist der Trumpf. Wir müssen es schaffen, unbemerkt in die Nähe des Stadions zu kommen. Dort werden Fathier-Rennen ausgetragen. Da die Kulisse dort sehr laut ist, ist das der ideale Ort, den Tausch unentdeckt über die Bühne zu bringen. Wir werden so tun, als seien wir gewöhnliche Zuschauer. Aber wir werden dafür sorgen, dass Zay das Attentat nicht gelingt.“
„Warum will sie meine Freunde denn umbringen?“, fragte Rey verwirrt. „Wir stehen auf der gleichen Seite!“
„Sie tut es nicht, weil sie es will. Sie macht es, weil sie es tun muss, um zu überleben. Wenn sie erfolgreich ist, hat sie für ihre Flucht ausgesorgt.“ Der Jedi-Meister wartete, bis sich Rey wieder gesammelt hatte. „Aber von Sura ist der Vater nicht bekannt und auch Finn ist ohne Eltern aufgewachsen. Das ergibt in meinen Augen keinen Sinn.“
Skywalker nickte. „Ich dachte mir schon, dass du das sagst. Dein Bruder hat sie aufgespürt und die ganze Zeit beschattet. So hat er erfahren, dass dein Freund ‚Finn‘ der Sohn eines hochrangigen Offiziers ist, der Zay den Auftrag erteilt hat, Finn zu töten. Er denkt, sein Sohn hat die Organisation verraten und will, dass er hingerichtet wird. An Sura hat er kein Interesse, aber ich bin mir sicher, dass er Zay zusätzlich bezahlen wird, wenn sie auch diese tötet.“
Rey spürte, wie sich Furcht in ihren Eingeweiden breit machte, wo sie herumging wie ein Lauffeuer. „Sie wird meinen Freunden kein Haar krümmen!“ Sie atmete hastig ein-und aus, da sie sich beruhigen musste. Aber dann traf sie ein schrecklicher Gedanke: Was, wenn der Plan scheiterte?
„Loslassen, Rey. Ich weiß, dass diese Mission für dich von persönlicher Bedeutung ist, aber am meisten zählt immer noch unsere Verpflichtung, die Dinge im Gleichgewicht zu halten.“
Aber Rey reagierte nicht.
„Rey?“, fragte der Jedi-Meister.
„Meister… ähm, ich brauche Zeit. Ich kann meiner Gefühle so unmöglich Herr werden.“ Rey war entsetzt. Für sie war Zay der Feind. Sie wollte ihre Freunde töten, aber… Sie tat es nicht, weil sie es wollte. Dann meinte sie es doch nicht so, oder?
„Rey… Wir müssen kühlen Kopf bewahren“, meinte Skywalker. „Wenn wir nicht aufpassen, geht die Operation schief. Und das willst du doch nicht, hm?“
Aber Rey schüttelte den Kopf. „Sie sagten, ich soll auf meine Gefühle hören…“
„Ja“, unterstrich der Jedi-Meister. „Aber jetzt sind sie nicht rational. Du solltest sie loslassen… Erinnerst du dich?“
„Natürlich erinnere ich mich!“, sagte Rey grimmig. Sie stieß ihren Meister zur Seite und ging weiter des Weges.
Der Jedi-Meister schien frustriert zu sein. „Rey, ich werde deine Freunde beschützen. Hörst du zu?“
Rey hörte aber nicht zu.
„Rey!“, rief er. Er eilte Rey hinterher, die aber schnell viele Meter Abstand zwischen sie brachte.

* Im Mittelalter haben sich die Leute so vor dem Verbluten gerettet. Da die Frau unter ihren gegebenen Umständen keine anderen Mittel hat, hilft sie Zay so aus der Patsche.
Review schreiben