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Feuer und Eis - 1. Teil: Zwielicht

GeschichteSchmerz/Trost, Sci-Fi / P16
Finn Kylo Ren Leia Organa Poe Dameron Rey Snoke
12.06.2018
11.11.2020
45
211.658
4
Alle Kapitel
33 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
12.09.2018 3.281
 
Hey, Leute! Das hier ist das letzte Kapitel vor der großen Überarbeitung. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, rein in die Kommmentare! Noch kann ich die Story bearbeiten, ohne groß Verwirrung zu stiften.
(Das bedeutet, für das nächste Kapitel braucht es auch etwas länger als gewöhnlich. Die 1-2 Wochen Regel kann ich vielleicht nicht halten, aber ich werde mich trotzdem bemühen.)

DIE BOTEN DER ZERSTÖRUNG

Rey sog den Duft des Waldes in sich auf. Zusammen mit Finn wanderte sie schon seit einigen Stunden über Flüsse, zerklüftete Wasserfälle und bestaunte die wilde, ungezähmte Natur. Dameron hatte sie auch gefragt, aber seit ihrer letzten Wanderung war er nicht mehr so erpicht darauf, mit Rey noch einmal in den Wald zu gehen. Verständlich. Rey betrachtete die schillernden Insekten, die um sie herum schwirrten. Sie ließ sich auf einem vermoosten Baumstumpf nieder. Finn nahm seine Tasche zur Seite und reichte Rey eine Büchse mit Brot, Ei und Speck. Schließlich nahm sie sich eine Schüssel und schöpfte Wasser von den anliegenden Flüssen ab. Es war so sauber, dass man es auch ohne Probleme trinken konnte. Und das nutzten sie aus. Währenddessen unterhielten sie sich angeregt über die Möglichkeiten, die sich ihnen eröffnet hatten. Rey war Ingenieur. Sie könnte als Wissenschaftler für die Neue Republik arbeiten, neue Technologien entwickeln. Sura könnte sich als Arzt selbstständig machen und Finn in die Lehre nehmen… Dameron, nun der brauchte sein Adrenalin. Vielleicht sollte er als Agent arbeiten, kriminelle Organisationen unterwandern. Aber erst mussten sie noch die First Order besiegen. Dann konnten sie sich getrost Gedanken über eine eigene Familie machen. Nur jetzt ging das natürlich nicht. Rey kuschelte sich an Finn. Sie brauchte gar nicht sagen, dass sie fror. Er wusste es schon. Deshalb hielt er nun auch als Heizung her. Rey zog das Lichtschwert aus der Tasche. Sie zeigte es Finn, der erstaunt schien. Er nahm es in die Hand. Obwohl das Schwert kein bisschen zerbrechlich war, behandelte er es wie ein Artefakt. Behutsam ließ er es durch seine Finger gleiten. „D-das glaube ich einfach nicht“, bemerkte er. „Von den Milliarden Wesen in der Galaxis fällt es ausgerechnet in deine Hände...“ Rey nickte. „Aber es gehört mir nicht.“ Sie erklärte Finn, dass sie es nicht deshalb an sich genommen hatte, weil sie es behalten wollte. Denn das Schwert schien sie immer wieder korrumpieren zu wollen. Wenn sie es in der Hand hielt, war es, als spreche es mit Rey. Schließlich zog sie den silbrigen Zylinder an sich. Finn richtete sich auf. Er nickte Rey zu, die dann die Klinge entzündete. Bedrohlich pulsierte sie an ihrer Seite. Rey schwang es durch die Luft. Keine Eile!, sagte sie sich. Sie zog es an die Hüfte entlang, drehte sich ein Mal um ihre eigene Achse und versuchte, ein wenig Gefühl für die Waffe zu bekommen. Dennoch hatte sie eher das Gefühl, als verschmelze sie mit ihren Händen zu einer Einheit. Ungewöhnlich…, dachte sie insgeheim. Warum habe ich das Gefühl, es will mir etwas sagen? Sie zog den Griff zu sich heran und attackierte einen toten Baum. Erschrocken wich sie zurück. Sie hatte den Stamm sauber in der Mitte durchtrennt. Er fiel mitten ins Geäst zu ihrer linken Schulter. Rey wich noch rechtzeitig aus, um nicht erwischt werden. Das Schwert hatte sie über ihren Kopf erhoben. Jedoch fuhr sie die Klinge wieder ein, als sie es bemerkte. Finn beobachtete sie. Sein Kiefer war angespannt. Er nahm den Rucksack und erinnerte Rey, dass sie vor Einbruch der Dunkelheit wieder in der Basis sein sollten. „Nicht, dass du auf noch merkwürdigere Ideen kommst...“

Als sie auf die Basis gelangten, merkten sie gleich, dass etwas nicht stimmte. Die Soldaten waren in Aufruhr. Rey tauschte einen kurzen Blick mit Finn, dann eilten sie zu Sura. Diese war noch auf der Lazarettstation, packte aber ihre Papiere ein. „Sucht das Nötigste zusammen!“, sagte sie kurz angebunden. „Späher haben die feindliche Flotte in unseren Systemen registriert. Der General hat Order gegeben, diesen Planeten zu verlassen. Ich habe noch auf euch gewartet, aber viel Zeit bleibt nicht mehr.“ Sie schnappte sich drei Gewehre, die sie unter den Dielen frei gelegt hatte. Ihren Kittel knüllte sie auf einen Haufen zusammen. Sie verbannte ihn in die Tasche. „Beeilt euch!“, rief sie, als Rey und Finn noch immer wie angewurzelt in der Tür standen. Sura warf ihnen Gewehre zu. „Bleibt in Deckung.“ Sie stieß die Beiden zur Seite und sicherte das Schiff, das sie einst von der First Order gestohlen hatten. Der Tank war gefüllt, die Vorräte an Bord. Trotzdem eilte Rey zum Quartier. Die Figuren waren noch immer dort. Szirha hatte sie gemacht –  für eine Tochter, die sie sehr liebte. Sie bedeuten Rey etwas. Deshalb würde sie diese immer bei sich tragen. Als sie diese gefunden hatte, war es schon beinahe zu spät. Die Oberfläche des Hangars brannte. Ein paar Bodentruppen versuchten noch, sich gegen die Feinde zu wehren, aber sie waren ihnen zu hunderten unterlegen. Schließlich eilte Rey zu den anderen. Sie rief die anderen in Deckung und feuerte in den dichten, schwarzen Nebel vor ihrer Nase. Als er sich lichtete, bemerkte sie gleich, dass es einen ihrer Verbündeten schwer getroffen hatte. Ein Mann, der mehr als doppelt so alt sein musste. Rey kniete sich neben den Verwundeten. Er fasste sich an die Brust und spuckte etwas aus, dass aussah wie Blut. Seine rot verschmierten Hände strichen Rey über die Arme. „Verschwinde hier...“ Er stieß Rey von sich. „I-ich werde sterben.“ Er setzte neue Munition in den Lauf ein. Er gehörte nämlich zu den wenigen Soldaten, die Projektile nutzten. „Sag meiner Familie, dass ich sie vermissen werde.“ Rey konnte sich kaum mehr bewegen. „Ich kann das nicht.“ Doch der Mann schüttelte den Kopf. „Das ist ein Befehl!“ Rey feuerte in den dunklen Nebel aus Rauch. Den Schreien noch zu urteilen, hatte sie einen Soldaten erwischt. Der Mann zu ihrer Rechten zerrte an ihren Ärmeln. Rey fuhr herum. Der Mann starrte sie an. Er überreichte Rey eine Hologramm-Datei. „Nimm das. Sag meiner Familie, dass ich sie liebe. Sie heißt ‚Reegan‘.“ Er lächelte ein wenig. „Meine Frau erkennst du an ihren bernsteinfarbenen Augen.“ Rey unterdrückte die Tränen. „Vielleicht können sie es ihrer Frau auch persönlich sagen...“, sagte sie leise.
„Selbst wenn wir in Sicherheit wären...“, er hustete. „Ich würde das nicht überleben.“ Er feuerte auf einen der feindlichen Soldaten, der Rey bedrohlich nah kam. „Verschwinde hier!“, rief er noch einmal. „Das ist ein Befehl.“
Rey zögerte. Sie wusste, dass sie keine Wahl hatte, aber das Gewissen rebellierte scheinbar mehr als der Verstand. „Ich...“
„Geh!“
Rey nickte. „Man wird Sie nicht vergessen...“ Sie salutierte: „Sir...“ Ihre Schulterblätter zitterten kaum merklich.

Der General wartete. „Wir müssen hier verschwinden, Ma‘am!“, rief der Pilot. „Wenn wir noch länger warten, werden wir das noch bereuen.“ Doch der General blieb beharrlich. „Ich weiß, dass noch jemand dort draußen ist.“ Der Pilot seufzte. Schließlich erblickte er Rey. Feindliche Truppen schossen immer wieder auf die junge Frau. Sicher brauchte sie Hilfe. „General...“ Sicher gehörte sich das nicht für eine ehemalige Prinzessin, für einen General aber schon… Leia schnappte sich ihren Blaster und feuerte auf die feindlichen Truppen, die gerade versuchten, Rey zu töten. Einen Feind traf sie mitten am Kopf, den anderen im Bauch. Schließlich erreichte Rey das Schiff. Sie ließ sich von Leia auf die Rampe helfen, die schon die ganze Zeit auf sie gewartet hatte. „Wir sind die letzten“, erklärte Leia. Sie setzte sich mit Rey zu den anderen Soldaten, die sie neugierig musterten. „Commander Reegan...“, begann Rey. „Er hat mir das Leben gerettet.“
„Commander Reegan…“, flüsterte der General. „Er war ein sehr ehrenhafter Mann.“ Es schien, als wisse sie schon, dass er es nicht geschafft hatte. Sie blieb stumm. Schließlich legte sie Rey eine Hand auf die Schulter. „Seine Frau ist an Bord der Raddus. Sie war unter den Ersten, die evakuiert wurden. Als Schwangere wollte ich sie nicht an die Front lassen. Das kannst du doch sicher verstehen...“
Rey schluckte. „Seine Frau ist schwanger?“ Sie sprang auf. „Ich muss sie sprechen.“
„Wir machen das zusammen. Ich will dich in dieser Situation nicht allein lassen.“ Leia fuhr sich mit den Fingern über den Ring, den sie immer trug. Wenn der Stein mit warmer Haut in Berührung kam, begann er immer zu leuchten. Er war sehr schön. Ein Geschenk meines Sohnes, erinnerte sich Leia. Auch Ben Solo war verschwunden, jedoch aus anderen Gründen. Korrumpiert von Supreme Leader Snoke war von Ben Solo keine Spur mehr. Er wurde zu Kylo Ren.

Rey zitterte ein wenig. An Bord der Raddus gab es keine Heizungen. Beheizt wurde nur auf Seiten der Triebwerke. Wo war Finn eigentlich, wenn er gebraucht wurde? Langsam wurde Rey ungeduldig. Als sich die Frau von Commander Reegan meldete, ließ sie die beiden auch gleich eintreten. „Haben sie meinen Mann gesehen?“, fragte sie gleich. „Ich mache mir große Sorgen.“ Sie bereitete ihnen einen warmen Tee zu. Es schien, als stünde sie kurz vor der Entbindung. Zumindest hatte sie Schwierigkeiten beim Laufen. Den Tee verschüttete sie beinahe, da sie stolperte. Rey zögerte. „Ich habe ihren Mann gesehen“, sagte sie schließlich. „Er hat mir das Leben gerettet.“
„Mein Name ist Nöel“, meinte die Frau. „Wer sind Sie, junge Frau?“
„Rey...“
„Du möchtest mir etwas sagen?“, hakte Nöel nach. „Mein Mann ist tot, habe ich recht? Deshalb rücken sie auch persönlich an, General.“
„Es tut mir Leid“, wandte Leia ein. „Aber er hat es nicht geschafft.“
„Wie ist er gestorben?“, fragte Nöel. Tränen bahnten sich den Weg über ihre Wange.
Rey räusperte sich. „Er wurde angeschossen, ein Treffer mitten in die Lunge. Er schrie noch, ich sollte verschwinden. Er würde es ohnehin nicht schaffen. Trotzdem wollte er mir noch Deckung geben, i-ich...“
Nöel nickte.  Sie deutete auf ihren Bauch. „Sein Erbe… Es ist ein Junge. Heute hätte er es erfahren sollen, aber...“ Sie tupfte sich mit den Ärmeln die Wange ab.
„Ich werde auch auf ihren Sohn acht geben“, versprach Rey. „Ich habe eine Schuld… Wie soll ich sie begleichen?“
„Rey...“, begann Nöel. „Ich würde jetzt gerne allein sein...“ Sie machte einen arg resignierten Eindruck.

Dameron flog mit Finn die Hyperraumrouten ab, spähte ins Leere. „Du, sag mal, Finn!“, setzte er an. Sein Freund lehnte sich gerade in die Kurve. Er biss die Zähne zusammen. Der Jäger beschrieb eine scharfe Kurve. Gegen die G-Kräfte zu bestehen verlangte seinen vollen Tribut. „Hm?“, brummte er, als er sich wieder in Sicherheit wiegen konnte. „Warum ist Rey so verschlossen?“, fragte Dameron.
„Keine Ahnung“, murmelte Finn. „Es war schon immer so.“
Dameron gab BB-8 die neuen Koordinaten auf. Dieser begann auch gleich, die Route neu zu berechnen. „Seltsam.“ BB-8 fiepte laut, Dameron sollte seinen Sender einschalten. „Was ist los?“, verlangte der Pilot zu wissen. „Dir sind wohl die Schaltkreise durchgebrannt, Kumpel.“
„Komm schon!“, drängte Finn. Dameron kratzte sich hinter den Ohren, als er nicht verstand, warum Finn das sagte. Aber er hatte nur zu sich selbst gesprochen. Vermutlich war er einfach müde. Seit einigen Stunden patrouillierten sie schon durch die Schwärze des Alls und sicherten den anliegenden Sektor. Wieder trällerte BB-8 wild vor sich hin. Dameron nickte. „Sehr schön...“, meinte er. „Ich würde eher sagen, das ist eine Falle.“
Jetzt wurde der Droide frech. „Wie…?“, schnappte Finn. „Die Karte zu Luke Skywalker!“ Er wandte sich an Dameron. „Das können wir nicht einfach ignorieren!“
„Du hast Recht, Kumpel. Wir müssen die anderen warnen.“ Das passte überhaupt nicht zu Dameron, erinnerte sich Finn. Zwar kannten sich die beiden noch nicht lange, trotzdem… „Warum stellst du mich nicht durch?“, fragte er den Droiden. Dieser kippte seine runde Kuppel ein wenig zur Seite. Ein Hologramm erschien vor Poe Dameron. Dieser schnaubte zwar, ließ es aber zu. Er blickte ins Gesicht einer Frau. Sie hatte graue Haare, das Gesicht mit Narben versehen, die sich in ihre Züge eingebrannt hatten. Einst war sie mal sehr hübsch gewesen, aber über die Jahre waren ihre makellosen Züge eingefallen, bildeten Falten, die sie strenger aussehen ließen, als sie war.„Mein Name ist Iden Versio“, stellte sie sich vor. „Viele Jahre diente ich der imperialen Führung, bis ich Teil der Rebellion wurde.“ Sie atmete tief durch. „Wir haben eine weitere Spur zu  Skywalker.“
Dameron tauschte einen kurzen Blick mit BB-8. „Ist diese Sequenz verschlüsselt?“, fragte er seinen Droiden.
„Sicher ist sie verschlüsselt!“, zischte Versio. Sie verdrehte die Augen. „Seine letzte Spur führt zu Lor San Tekka. Trotzdem wissen wir nicht, wo er sich gerade befindet. Seine Spur ist verschollen, wie Skywalker selbst.“
Finn lehnte sich zurück und dachte nach. Warum hatte er das Gefühl, den Namen schon einmal gehört zu haben? Seltsam. Er unterbrach die Verbindung. „Dieser Name...“, murmelte er. „Lor San Tekka, hm?“ Er spähte ins Cockpit seines Freundes. Es dauerte einen Moment, bis er realisierte, dass er diesen Namen tatsächlich kannte. Er selbst hatte Lor San Tekka nicht getroffen, trotzdem erinnerte sich, dass Rey diesen Namen mal erwähnt hat. „Ich weiß es!“, rief er gleich. „Das heilige Dorf im Westen von Jakku.“
„Tuanul?“, hakte Dameron nach. „Ich fasse es nicht! Da könntest du sogar Recht haben, Finn!“
Zusammen nahmen sie Kurs auf die Raddus. Sicher wartete Leia schon auf sie.

Rey ließ das Schwert durch ihre Finger gleiten. „Du siehst erschöpft aus“, schloss Sura, die das Gähnen selbst kaum unterdrücken konnte. Sie legte ein Arm über Rey, die noch immer den silbrig glänzenden Zylinder in der Hand hielt und zwischen ihren Fingern kreiste. Rey überlegte Sie blieb stumm. Nach fünfunddreißig Stunden war sie einfach nur noch müde. Sura ließ sie ein wenig schlafen. Jedoch hatte Rey nicht viel Zeit, die Augen zu schließen, da Finn plötzlich in die Kabine platzte. „Rey!“, schnappte er. Sura legte den Finger vor den Mund. Sie zischte. „Du weckst sie noch auf!“, tadelte sie. „Was ist los?“, fragte sie. Finn zerrte Sura bis in die Zentrale. Ohne warten klapperte er alle Korridore ab. Er war ziemlich aufgeregt. „Wir haben eine Spur zu Skywalker entdeckt“, erzählte er, als er sicher war, dass sie alleine waren. „Angeblich ist Lor San Tekka der Mann, den wir schon so lange suchen. Ist das nicht unglaublich?“ Sura erstarrte. „Ähm… Lor San Tekka?“ Es schien, als brauchte sie einen Moment. „Das kann nicht sein!“, rief sie. Sie eilte zurück in die Kabine, da sie Rey wecken wollte. Vielleicht konnte sie das Signal orten und ihnen sagen, wo es seinen Ursprung hatte. Es könnte auch ein Köder sein, ausgelegt von der First Order. Sie mussten vorsichtig sein. Rey war die einzige, die etwas von Kryptographie verstand. Wenn sie es schaffte, diesen Algorithmus zu durchbrechen...

„Oberster Anführer!“, platze es aus General Hux heraus. „Die Waffe, sie ist bereit. Die Tage der Republik sind gezählt“ Wahnsinn glühte in seinen Augen. Der Supreme Leader beugte sich über seinen Untergebenen. „Endlich“, grollte er. „Dann werden wir sie zerschmettern.“ Er warf einen kurzen Blick zu Kylo Ren. Dieser zuckte kaum merklich zusammen. Der kommende Befehl war eindeutig. Die Republik sollte vernichtet werden. Auch die Planeten, die sich der Republik angeschlossen hatten. „Das wird sie bis ins Mark erschüttern!“, sinnierte der Supreme Leader. Seine schwarzen Augen huschten durch den Raum. Als sie bei Kylo Ren verharrten, wurde sein Blick eisig. Jemand linkte sich in den Com-Kanal des Thronsaals. Ein Mann mit zurückgekämmten Haaren und eng sitzender Uniform erschien. „Gideon Hask“, stellte er sich vor. „Ich habe eine wichtige Nachricht, Oberster Anführer.“
„Natürlich“, bebte Snoke. Wenn jemand ohne seine Erlaubnis eine Hologramm-Aufzeichnung in seinen Thronsaal projizierte und seine Ruhe unterbrach, musste er auch einen wichtigen Grund haben.
„Jemand ist in unser System eingedrungen. Eine neuerliche Spur verrät, dass sich Späher auf Yavin VI abgesetzt haben. Entweder planen unsere Feinde, sich da niederzulassen oder wir haben ihren gegenwärtigen Stützpunkt gefunden.“
Der Supreme Leader lehnte sich wieder in seinen Thron zurück. Seine goldene Robe flatterte ein wenig. „Ich bin beeindruckt“, gestand er. „Versammeln sie unsere Truppen.“ Er unterbrach die Verbindung. „Lassen wir das Mädchen warten, mein junger Schüler. Es wird sich in Geduld üben müssen.“
Kylo Ren verbeugte sich. Er brauchte nicht fragen, wie sein nächster Auftrag aussehen sollte. Er wusste es schon.

General Hux befehligte wie immer seine Kommando-Riege. Dennoch bemerkte er, dass eine ungeahnte Schwere in der Luft lag. Er konnte sie nicht benennen, trotzdem war sie beinahe greifbar. Hebel wurden gesenkt, Schalter wurden umgelegt, Befehle erteilt. General Hux spähte über die Kuppel in den Hangar. Es war an der Zeit, die Truppen zu versammeln. Er strich sich mit den Fingern über seinen Umhang und wandte sich an Captain Peavey. Dieser leitete den Befehl, die Truppen mögen sich versammeln, weiter. Schließlich wandte sich der General wieder ab. Eine Stunde dauerte es, bis die Waffe aufgeladen war. In dieser Zeit mussten sie noch entscheidende Vorbereitungen treffen. Die Waffe wurde durch die Sonne gespeist. Wenn diese verschwunden war, hatten sie sicher auch genug Energie im Kern gespeichert die Neue Republik zu Asche zu verbrennen. General Hux machte sich auf den Weg zum Exerzierplatz. Hier würden sich die Truppen versammeln. Lediglich der Supreme Leader würde diesen Triumph nicht erleben. Er würde im Thronsaal bleiben, seinen Platz hüten. Wie immer, ergänzte der General in Gedanken. Aber eigentlich war das auch nicht wichtig. Diesen Triumph schrieb sich Hux selbst zu. Er war der Beginn einer neuen Ära, ein Revolutionär, der in die Geschichte eingehen würde. Er, nicht der Supreme Leader. Den würde er bald schon ersetzen. Er war ohnehin zu arrogant und selbstgefällig. Nein, er war nicht der Mann, der bestimmt war, diese Galaxis zu führen. Diese Ehre gebührte allein Armitage Hux. Einige Zeit zog ins Land. Der General trat vor, bereit seine Rede zu zitieren. Die Truppen hatten sich hier zu tausenden versammelt. Von den jüngsten Soldaten hin bis zu den erfahrensten Veteranen standen sie da und warteten geduldig auf seine Ansprache. Sicher würde er in die Geschichte eingehen. Er, Armitage Hux. Mit seiner Rede entfesselte er das gewaltige Beben unter der Oberfläche. Ein unheimlicher, roter Lichtstrahl erstreckte sich gen Himmel. Schier ungeheuerlich war das Grauen, das Unheil über die Galaxis bringen sollte. Das Gesicht des Generals war verblendet von roter Farbe. Er beobachtete das Geschehen mit der gleichen Fassung, wie ein Kritiker ein Gemälde. Die Truppen streckten die Hände in die Höhe, ihre Arme gestreckt. Eine Geste, die man nur in eine Richtung deuten konnte. Das war die Erste Ordnung. Sie glaubten, lediglich der Mensch habe das Recht auf die Herrschaft über die Galaxis. Andere Spezies verbannten sie in die Sklaverei, einige sogar in den Tod. Rebellion wurde nicht geduldet. Wer aufbegehrte, wurde vernichtet.

„Das war die Erste Ordnung!“, schrie Rey. Die Leute hatten sich draußen versammelt. Jeder hatte seinen Blick auf diesen einen Punkt im Himmel gerichtet, durch den sich ein schillernder, roter Strahl zog. Der General fiel auf die Knie. Sie wusste gleich, wo der Strahl branden würde. Seinen Schöpfer kannte sie und doch wünschte sie sich, dass sie das Gegenteil behaupten könnte. Jemand stützte sie. Der General spürte, dass es Rey war, die sie drängte, sich zu setzen. Das Gefühl der gähnenden Leere korrumpierte sie innerlich. Aber sie war nicht die einzige. Es waren Quadrillionen Wesen – in der Zahl ungeheuerlich. Sie blickten in den Himmel auf. Für einen kurzen Augenblick hatte der General das Gefühl, das Leid dieser Wesen zu spüren. Die Macht verband sie mit ihnen. Ihre Gefühle brodelten unter der Oberfläche wie das Magma eines lange vergessenen Vulkans. Trauer, Verzweiflung und Resignation ließen sie verstummen. Es war unmöglich zu beschreiben, wie sie sich fühlten. Auch Rey hielt die Augen geschlossen. Trotzdem verirrte sich eine Träne auf ihre Wange. Zu tausenden standen sie da. Und doch war es unheimlich still auf Endor. Selbst die Vögel hatten aufgehört zu zwitschern. Sie mussten Luke Skywalker finden. Er war ihre letzte Hoffnung. Sie brauchten ein Symbol, eine Legende. Jemanden, der mit einer einzelnen Bewegung einen gewaltigen Sturm entfesseln konnte: Luke Skywalker.
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