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Wenn es Liebe ist? (Miriam & Jakob)

von Loona22
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Jakob Heilmann Schwester Miriam Schneider
11.06.2018
11.06.2018
1
1.979
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11.06.2018 1.979
 
-- Erster Versuch. Reviews erwünscht. Bei Interesse schreibe ich weiter --

In den letzten Wochen ist in Miriam Schneiders Leben nicht alles so ruhig und gesittet verlaufen, wie sie es sich eigentlich gewünscht hätte. Ihre Mutter Linda ist nach Leipzig gezogen und hat nach einigem Hin und Her einen Job in der Cafeteria der Klinik angetreten. Nun ist Miriam froh, dass Linda nach einiger Suche endlich eine eigene Wohnung gefunden hat und sie wieder ihre Ruhe hat. Ruhe – mehr braucht Miriam nach einer anstrengenden Schicht in der Sachsenklinik nicht. Doch da Miriam ihrer quirligen Mutter nun täglich in der Klinik begegnet, sind Dramen und Peinlichkeiten vorprogrammiert – ein Umstand, an den Miriam sich mittlerweile gewöhnt hat und auf den sie meistens souverän reagiert. Linda Schneider ist der Meinung, dass ihre Miri endlich einen Mann braucht. Wer will seine Freizeit schon immer allein verbringen?

<<Mama, ich hab meine Freunde. Ich möchte keinen Mann, den du mir aus der Zeitung aussuchst!>> meckert Miriam.

Zur Mittagspause war sie in die Cafeteria gekommen, um mit Kris einen Kaffee zu trinken und sich einen kleinen Snack zu holen. Da konnte sie noch nicht ahnen, welche fixe Idee ihre Mutter heute parat haben würde.

<<Och Miri. Nu schau doch wenigstens mal. Hier: männlich, 32, im Baugewerbe tätig, gut situiert, 1,88 groß, mag Reisen, Tennis…>>

<<MAMA. Hörst du bitte auf damit? Mal ganz abgesehen davon, dass ausgerechnet solche Männer ganz bestimmt nicht auf ,Miriam, 25, pummelige Krankenschwester mit Hang zu Überstunden statt Reiselust‘ stehen, bin ich aus dem Alter raus, in dem du mir die Traumprinzen ausgesucht hast>>

Kris grinste, während Miriams Mutter geknickt die Zeitung zusammenfaltete.

<<Dann beschwer dich nicht bei mir, wenn du dich einsam fühlst>>, grummelte Linda.

<<Keine Sorge, mach ich nicht>>, lächelte Miriam. Sie war froh, dass ihre Mutter sich wieder in die Küche verzog, um den Kuchenvorrat für den nächsten Tag zu backen.

<<Seit Wochen das Gleiche. Ich brauch keinen Mann. Und ich will auch keinen>>, nörgelte Miriam

<<Ach komm, ganz so prüde bist du doch gar nicht. Erst letzte Woche hast du mit Dr. Weigel von der Radiologie geflirtet…Und was war da eigentlich mit Dr. Hoffmann?>> , stichelte Kris.

<<Sag mal, spinnst du? Dr. Weigel ist ein arroganter Schnösel und Dr. Hoffmann…war mir noch nie sympathisch , du weißt warum, und ist außerdem echt alt. Mindestens 40>>, konterte Miriam.

<<Aber gib es zu, irgendwie hat deine Mutter Recht. Du wünscht dir nen Mann. Sonst würdest du nicht immer so genervt reagieren, wenn sie das Thema anspricht>>, entgegnete Kris.

<<Kann ja sein. Ja vielleicht…aber hey, was geht das meine Mutter an? Meine Dates suche ich mir immer noch alleine aus>> , erklärte Miriam.

<<Du hast Dates?>>, lachte Kris.

<<Gelegentlich…Los komm, wir müssen zurück auf Station, sonst gibt’s Ärger mit der Oberschwester>>. Miriam wollte das Thema nicht weiter vertiefen.
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Im Schwesternzimmer:

<<Schön, Sie auch mal wieder zu sehen. Ihre Pause ist seit drei Minuten vorbei>>, erklärte die sichtlich genervte Arzu.

<<Kollegen, so geht das nicht. Wir sind diese Woche unterbesetzt, da bleibt nicht viel Zeit für Pausen. Schwester Anna schiebt schon die zweite Doppelschicht diese Woche. Kris, Sie gehen jetzt zuerst zu Frau Meier auf die 5 und messen Fieber, danach zum Verbandswechsel zu Herrn Flick auf die 12. Im Anschluss sammeln sie mit Schwester Petra das Mittagsgeschirr ein. Klar? >>

<<Geht klar Chefin>>, grinste Kris und düste davon.

<<Miriam, ich muss Sie noch kurz sprechen…Aufgrund des Engpasses diese Woche, musste ich den Dienstplan noch einmal umstellen. Sie müssen am Donnerstag und Freitag die Nachtschicht übernehmen. Stellt das ein Problem dar?>>, fragte Arzu vorsichtig nach.

<<Nein, gar nicht. Ich mag die Stille nachts in der Klinik>>, entgegnete Miriam lässig.

<<Gut. Dafür winkt Ihnen ein freies Wochenende. Das haben Sie sich verdient. Sie haben schließlich die vergangenen drei Wochenenden durchgearbeitet>>, erklärte Arzu.

<<Das hätte mir nichts ausgemacht, ehrlich. Ich habe sowieso nichts besonderes vor>>, entgegnete Miriam

<<Na dann unternehmen Sie doch mal was schönes>>, zwinkerte Arzu ihr milde zu.
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Das freie Wochenende traf Miriam überraschend hart. Was nur anfangen, mit so viel freier Zeit? So entschied sie sich, mal wieder etwas mehr Zeit an der frischen Luft mit Bewegung zu verbringen, denn auf Kochen und Filme gucken mit Mama Linda hatte sie überhaupt keine Lust. In ihrem Lieblingspark war es an diesem Samstagmorgen, als Miriam gerade von ihrer Nachtschicht kam und auf dem Weg in ihre Wohnung war, noch sehr ruhig. Ein kleiner Hund kreuzte ihren Weg.

<<Hey…was bist du denn für ein Süßer? Und wo ist dein Herrchen?? Oder hast du ein Frauchen?>>. Miriam streichelte den wuscheligen Mischlingshund. Er sah gepflegt aus, also war es wohl kein Streuner.

<<Möbius!? Wo bist du denn??>>, rief eine bekannte Stimme. Es war Jakob Heilmann.

<<…Herr Heilmann? Ihr Hund ist hier!>> , rief Miriam ihm entgegen.

Jakob kam leicht gehetzt vor Miriam zum Stehen.

<<Möbius, du sollst nicht immer ausbüchsen… Frau Schneider, was machen Sie denn hier?<<, lächelte Jakob erstaunt .

<<Ich wohne hier in der Nähe. Und das ist ihr Hund?>>, fragte sie nach.

<<Ja, das ist Möbius. Klein, drahtig und manchmal ein Halunke>>. Jakob wuschelte Möbius über den Kopf.

<<Niedlich, wirklich…Sagen Sie, wie macht sich meine Mutter eigentlich bei Ihnen in der Cafeteria?>>. Miriam wollte unbedingt wissen, wie wahrscheinlich es ist, dass ihre Mutter den Job wieder verliert und demnächst wieder bei ihr einziehen will.

<<Läuft echt super. Sie hält die Gäste bei Laune, und ihre Kuchen sind der Hammer. Der Umsatz ist richtig gestiegen>>, erzählte Jakob begeistert.

<<Schön…>>, Miriam ließ sich erschöpft auf eine Parkbank sinken.

<<Frau Schneider, alles okay?>>, fragte Jakob besorgt.

<<Ja, alles gut… Das waren die Doppelschichten, und die Nachtschichten. Ich bin etwas fertig momentan. Wir sind unterbesetzt…Mein Kreislauf ist etwas durcheinander. Ich brauch dringend ne Mütze Schlaf>>, erwiderte Miriam müde.

Gerade als Miriam aufstehen und zielgerichtet in Richtung Parkausgang laufen wollte, sackte sie wieder zusammen.

<<Frau Schneider, ich glaube Sie gehen nicht alleine nach Hause!>>, sagte Jakob bestimmt.

>>Ach alles bestens, ein Kaffee und dann… ohh…mir ist etwas schwummrig>>

<<Ich wohne auch gleich da vorne. Sie kommen erstmal mit zu mir… >>, sagte Jakob, hakte Miriam unter und steuerte mit ihr und Möbius in seine Wohnung.
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<<Danke für den Kaffee. Und das Frühstück. Das ist echt nett von dir…Oh sorry, ich meine, von Ihnen>>, lächelte Miriam, immer noch etwas erschöpft.

<<Ist das Ge-Sie-ze nicht albern? Wir sind doch im selben Alter>>, fragte Jakob. Recht hatte er.

<<Stimmt. Ich bin Miriam>>.

<<Jakob>>, entgegnete er.

<<Deine Wohnung ist nett eingerichtet. Ich hab nicht so das Händchen für Deko. Das ist eher was für Meine Mutter. Kerze hier, Lichterkette da…>>, erklärte Miriam.

<<Danke. Aber so ganz ist das auch nicht mein Verdienst. Einiges hat meine kleiner Schwester Lisa mir angeschleppt. Sie hat ab und zu mal hier geschlafen, wenn sie irgendwie Stress hatte und Rat brauchte. Unser Vater ist da nicht so der Gesprächspartner>>, grinste Jakob.

<<Das kann ich mir bei Dr. Heilmann gut vorstellen. Im OP ist er sicher einer der Besten, aber privat…>>, mutmaßte Miriam.

<<Er hat viel durchgemacht in den letzten Jahren. Meine Mutter, sie war mal die Physiotherapeutin in der Klinik, ist in Italien bei einer Wanderung gestorben…So ganz kommen wir alle noch nicht damit klar…aber das Leben…das geht manchmal seinen eigenen Weg>>. Jakob sah traurig aus.

<<Tut mir leid…das wollte ich nicht>>. Miriam versuchte einfühlsam zu sein.

<<Das konntest du ja nicht wissen, das war wahrscheinlich vor deiner Zeit an der Klinik>>. Jakob hielt inne.

<<Hast du heute Abend schon was vor?>> , fragte er.

<<Ehm…nein, warum?>>, entgegnete sie.

<<Lust auf Kino? Irgendwie hatte ich schon ewig nicht mehr richtig frei, aber jetzt wo deine Mutter mich unterstützt, bleibt etwas mehr Luft…für schöne Dinge zum Beispiel>>.

<<Naja… eigentlich…ach, warum nicht? Okay, gerne…Aber vorher muss ich mich dringend noch etwas ausschlafen>>. Miriam gähnte.

<< Heute Abend, halb acht vorm Kino?>>, fragte Jakob freundlich.

<<Okay…Aber ich such den Film aus, ja?>>, grinste Miriam.

<<Wenns nur das ist>>, stimmte er zu.

Miriam nahm ihre Tasche und ihre Jacke und verließ Jakobs Wohnung. Irgendwie süß, dieser Herr Heilmann… Jakob. Ist das jetzt eigentlich ein Date? Eigentlich nicht, denn eigentlich war Miriam zufrieden mit ihrem Leben, so wie es ist. Dennoch, ihrem besten Freund Kris musste sie davon erzählen.
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Sie hatte sich hübsch gemacht. Eigentlich so wie immer. Der Film war ausgesucht: <<100 Tage – eine Liebe>> war eine Mischung aus Komödie, Action und Liebensfilm. Miriam wollte den Film unbedingt sehen, hoffte aber, dass der Liebensanteil nicht zu dominierend sein würde, denn schließlich wollte sie auf keinen Fall falsche Signale an Jakob senden. Sie fuhr mit der Straßenbahn zum Kino, es war bereits dunkel. Sie hatte Kopfhörer in den Ohren, als ihr jemand auf die Schulter tippte:

<<Herr Brenner, was machen Sie denn hier?>>, fragte Miriam erstaunt.

<<Das könnte ich Sie auch fragen. Haben Sie nicht Wochenenddienst?>>, fragte Hans-Peter neugierig.

<<Scharf erkannt, aber die Oberschwester hat umdisponiert. Also genieße ich ein freies Wochenende. Und wo geht Ihre Reise hin?>>, fragte Miriam zurück.

<<Zu einem höchst interessanten Seminar. Es geht um Knochenimplantate und neue Anwendungsgebiete …Sagen sie mal, haben Sie eine Verabredung mit Herrn Heilmann junior?>>. Hans-Peter wechselte urplötzlich das Thema.

<<Herr Brenner! Wie kommen Sie darauf? >>, fragte Miriam erstaunt.

<<Naja, vorhin nach Dienstschluss habe ich noch Herrn Hass getroffen…>> erklärte Brenner sein Wissen über das vermeintliche Date.

<<Ooar, Kris diese Plappertasche…Morgen denkt die halbe Klinik, ich hätte was mit Jakob>>. Miriam war wütend.

<<Na immerhin sind Sie schon beim Du>>, witzelte Hans-Peter.

Es ertönte die S-Bahn Stimme: <<Nächter Halt: Kino>>.

<<Herr Brenner, was auch immer Kris Ihnen erzählt hat. Bitte verbreiten Sie das nicht weiter. Es ist 100% Quatsch.>> , sagte Miriam genervt.

<<Ich? Ich doch nicht! Ich schweige wie ein Friedhofsgärtner!>>, versicherte Hans-Peter.

<<Das heißt Grab…Schönen Abend noch Herr Brenner, und viel Spaß>>, lächelte Miriam ihm zu.

Sie stieg aus und lief einige Meter bis zum Kino. Dort stand schon Jakob und wartete.

<<Hi!>>, sagte Miriam leicht schüchtern.

<<Hi..Du bist hübsch…Wirklich. Du siehst toll aus>>, entgegnete Jakob.

<<Na gut, dass da im dunklen Kino keiner so genau drauf achtet!>>, witzelte Miriam, um ihre Aufregung zu überspielen. Irgendwie war das keine normale Kino-Verabredung, wie mit anderen Freunden. Seit heute Morgen fand sie Herrn Heilmann alias, neuerdings, Jakob, nämlich irgendwie doch ganz schön süß.
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