Chocolate Angel

GeschichteRomanze, Übernatürlich / P12
Charlie Bucket OC (Own Character) Willy Wonka
10.06.2018
24.06.2018
2
4037
 
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hallo Schokoladenfreunde,
Nochmals Entschuldigung, dass es erst jetzt wieder ein neues Kapitel gibt. Hoffentlich gefällt es euch, als ich es geschrieben habe, hat sich das Kapitel mehr verselbstständigt als gedacht. Ich persönlich bin nicht ganz so zufrieden. Meinungen, Kritik, Verbesserungvorschläge sind immer erwünscht. Gravierende Rechtschreibfehler dürfen auch gemeldet werden, aber bitte nicht derselbe Fehler tausend mal  ;)
Kleine Rechtschreibfehler dürft ihr für euch behalten.
Vielen Dank an Lilly schreibt gerne, für das erste Review. Das war wie Ostern und Weihnachten gleichzeitig für mich.
So genug davon, jetzt viel Spaß beim Lesen

Kirrani
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Als Charlie alleine drinnen in der warmen Fabrik ankommt, seine Jacke und Handschuhe ausgezogen hat,  will er gleich losrennen in Richtung Erfindungsraum, doch seine Mutter hält ihn auf. "Charlie, wo willst du hin? Willy ist erst später im Erfindungsraum, da die Oompa-Loompa's im TV-Raum ein kleines Problem zu haben scheinen. Außerdem wollen wir alle wissen, wie dein Tag war:" Er macht sofort kehrt und betritt zusammen mit Mrs. Bucket das Haus. "Wo ist eigentlich dein Vater?" "Er hat seine Handschuhe vergessen und wollte sie noch unbedingt holen, deswegen ist er nochmal zurück gegangen." Sie setzen sich an den Tisch, wo schon alles gedeckt ist. Seine Großeltern setzen sich dazu. "Und jetzt erzähl schon. Wie war dein Tag?" Charlie erzählt alles, was er zusammen mit seinem Vater gesehen hat, dass er sich viele Notizen aufgeschrieben hat, dass die Mittagspause sehr lustig war, dass er doch lieber mit Willy zusammen Schokolade produziert und dass der Schneesturm auf dem Nachhauseweg wirklich unangenehm war. Hin und wieder pausiert er den Bericht und  schiebt sich etwas Fleisch und Gemüse in den Mund. Dann stockt er. Alle Augen sind weiterhin auf ihn gerichtet. "Was hast du, Charlie?", fragt Grandpa Joe, als Charlie mittendrin aufgehört hat zu erzählen. Er sieht sie alle etwas verunsichert an. "Naja, gerade eben, als ich die Straße überqueren wollte, da kam, als ich fast mittig auf der Straße war, ein Auto angefahren. Es war sehr schnell und wurde nicht langsamer. Dad hat mir noch etwas zugerufen, da sah ich plötzlich diese Frau-" "Eine Frau?" "Ja, Grandpa Joe. Eine sehr junge Frau, sie stand einfach, wie aus dem nichts vor mir und es war, als ob sie den Wagen umgelenkt hätte und mich beschützt hat. Als das Auto dann weg war, da war auch sie urplötzlich wieder verschwunden. Dad hat gesagt, er hätte sie nicht gesehen." Alles ist still. Charlie schaut verunsichert auf den Boden. Niemand sagt etwas bis Grandpa George die Stille bricht: "Und?" Alle sehen nun Grandpa George an. "Und?", fragt Charlie verwirrt nach. "Wie sah diese junge Frau denn aus?" Charlie denkt kurz nach. "Ich sah sie nur von hinten und jetzt wenn ich so darüber nachdenke-" "Jetzt sag schon!", unterbricht Grandpa Georges ihn. "Sie hatte weiße, lange, stark gewellte Haare. Sie trug ein langes, weißes Kleid und... sie- sie hatte weiße große Flügel." Zum Ende wird Charlie immer leiser. Seine Mutter macht große Augen. "Flügel?", fragt sie nochmal nach. Er nickt. Da meldet sich Grandma Georgina zu Wort: "Dann hast du wohl deinen Schutzengel gesehen." "Meinen Schutzengel?" "Ja, wer sonst soll dich, wie durch ein Wunder beschützen, hat große Flügel und nur du konntest sie sehen?" "Wie kommst du darauf?", hinterfragt Mrs. Bucket nun diese Theorie. Grandma Georgina lächelt bloß. "Es gibt manchmal Dinge von denen wir nichts wissen, doch sind sie da. Wieso sollte Charlie nicht von einem Schutzengel gerettet worden sein?" Da geht die Tür auf und Mr. Bucket kommt mit einer jungen Frau auf dem Arm ins Haus. "Schnell einen Stuhl!" Sofort stehen alle auf und Charlie's Mutter schiebt ihm ein Stuhl hin, auf dem Mr. Bucket die bewusstlose Unbekannte hinunter lässt. Nun sind alle um die Bewusstlose versammelt. Charlie macht riesige Augen, als ihn die Erkenntnis packt. "Das ist sie! Sie hat mich gerettet!" Als alle die junge Frau genauer betrachten fällt es ihnen auch auf. Sie ist leicht blass, sieht aber nicht ungesund aus, eher als ob sie eher vom Hohen Norden käme. Zudem  hat sie weiße, lange, wellige Haare und ein Seitenpony. Auch trägt sie ein langes, weißes Kleid, wo oben Goldverzierungen und goldene Perlen angebracht sind. "Wo sind die Flügel?", fragt Grandpa Joe als Erster nach. Und es stimmt. Sie besitzt keine Flügel. "Was für Flügel?", erkundigt sich Charlie's Vater. "Jetzt hast du auf dem Weg hierher statt deiner Handschuhe ihre Flügel vergessen?!" Es ist eher eine Anschuldigung, als eine Frage, die von Grandpa Georges in den Raum geworfen wird. Mr. Bucket hat seine Handschuhe und seine Jacke schnell ausgezogen und steht unschlüssig von dem, was er davon halten soll, im Raum. "Seht mal. Sie hat überall kleine Eiskristalle.", meint Charlie und berührt sie kurz an der Schulter, um die Eiskristalle weg zu streichen. Da leuchtet die junge Unbekannte auf einmal in einem weiß-goldenen Schein auf. Jeder, der Familie kann sehen, wie die weißen Haare schokoladenbraun werden, die Blässe dezent weicht und ihr Kleid sich in hellblaue Jeans und weißem Pullover verwandelt. Alle starren sie an. Das was gerade passiert ist, kann niemand wirklich begreifen. "Sie wacht auf.", bemerkt Mrs. Bucket. Alle gehen ein Schritt zurück, um ihr Freiraum zu geben.

P.O.V. Juliana
Meine Augenlider fühlen sich an, als hätte sie jemand mit Kleister zusammen geklebt. Außerdem fühle ich mich, als hätte mich jemand in einer Gefriertruhe eingesperrt. Seltsam, dieses Gefühl.. diese... Kälte. Hat Gabriel nicht einmal gesagt, dass wir keine Kälte fühlen können, anders als Menschen? Langsam fühle ich auch ein unangenehmes Ziehen an meinem oberen Rücken. Ich stöhne schmerzvoll auf. Als dann meine Augen sich endlich öffnen lassen, sehe ich sieben Augenpaare, die mich interessiert und ungläubig anstarren. Ich quietsche kurz auf vor Schreck. Doch hört man nichts aus meinem Mund. MOMENT! Sie sehen mich?! "K-" Mein gesamter Mund fühlt sich ausgetrocknet und noch gelähmt an, "Könnt ihr mich alle sehen?" Es ist nur ein schwaches Gemurmel, was meinen Mund verlässt und über die Hälfte scheint es nicht mal gehört zu haben. "Ja,", antwortet Charlie's Vater auch leise, "Wir alle können dich sehen." WAS?! Ich schrecke hoch und sitze nun aufrecht, durch diese Aktion meldet sich der unmöglich zu ignorierende Schmerz an meinem Rücken wieder, so, dass ich einen Schmerzenslaut von mir gebe. Panisch sehe ich alle einzelnen von Charlie's Familie an. "Wieso könnt ihr mich alle sehen?!" Meine Stimme - nun deutlich lauter - erfüllt das gesamte kleine Haus der Buckets. "Wieso kannst du so schnell dein Aussehen verändern?" "Was meinen Sie, kann ich doch gar ni..." Ich blicke meine Hände an. Wieso sind sie leicht gebräunt? Verwirrt schaue ich an mir herunter und bin sichtlich schockiert. Über meinem Oberkörper ist ein weißer Strickpulli, darunter eine hellblauen Skinny-Jeans, welche unten zweimal umgeschlagen ist. Meine Füße stecken in strahlend weißen Straßenschuhen mit langen weißen Schnürsenkeln. Mein Mund klappt auf und macht dem eines Koyfischs aus Japan Konkurrenz. Ich zupfe am Pulli herum, bewege kurz meine Beine, ehe mir meine Haare auffallen. Im negativen Sinne, wohl bemerkt. Sie sind schokobraun, das Seitenpony verschwunden und jeweils eine Hälfte ist zusammen gebunden mit einer weißen Schleife. Oh Hilfe! Meine Atmung wird schneller. Wie ist das bitte möglich? "Wie ist das passiert?" Panik steigt in mir hoch. Eine ungute Vermutung wegen des Schmerzes macht sich in mir breit. Bevor Charlie oder sonst jemand zur Antwort ansetzen kann, stellt sich meine Vermutung als kalte Wahrheit heraus und ich schreie entsetzt auf: "Wo sind um der Himmelwillen meine Flügel?!" Ich wende meinen Kopf nach hinten und meine Hand sucht meinen kompletten Rücken ab, da wo sie sein müssten durchzuckt mich ein noch grauenvollerer Schmerz. Ich kann sie weder sehen noch fühlen. Nur dieser unerträgliche Schmerz ist da. "Naja,", beginnt Charlie zaghaft, " du warst voller kleiner Eiskristalle, sie waren überall. Auf deinem Kleid, in deinem Gesicht, auf deiner Haut und ich habe sie..." Ruckartig drehe ich meine Kopf zurück zu Charlie, ehe ich nachhake. "Was hast du?" Meine Stimme ist gefährlich hoch, das passiert nur, wenn ich wirklich Angst habe. "Ich, ich habe sie von deiner Schulter gestrichen-" "Du hast mich berührt?!" "J-ja" Ich spring auf, meine Hände fahren in meine Haare und ich renne zu einem kleinen Spiegel an der Wand  und mustere mich. Der Schock und die Angst sieht man mir deutlich an. Tränen sammeln sich in meinen Augen. Sie können mich sehen, ich sehe schließlich ja auch aus wie ein Mensch. Von meiner ursprünglichen Engelsgestalt ist nichts mehr vorzufinden. "Was hat sie denn?", fragt Grandma Josephine. Ich drehe mich um und sehe alle an. Charlie als Letztes. "Dadurch, dass du mich berührt hast, Charlie. Dadurch habe ich meine Engelsgestalt verloren. Ich... Ich bin ein Mensch." Nun kann ich die Tränen nicht weiter zurückhalten. Ich sinke in die Hocke und weine einfach ohne jede Hemmung. "Warte. Ich habe dich doch hergetragen. Warum hast du dich da noch nicht verwandelt?" "Du hast sie mit deinen Handschuhen doch hergetragen.", meint Charlie, "Vielleicht liegt es an der Berührung mit der bloßen Hand." "Die Frage ist doch eher,", spricht George aus, "wenn sie wirklich ein Engel ist, wieso ist sie dann auf der Erde und wo hast du sie aufgegabelt, Schwiegersohn?" Ich höre wie sich jemand hinsetzt, ehe er zu sprechen beginnt. "Wenn ich ehrlich bin, war mir seit ich sie hierher getragen habe klar, dass sie ein übernatürliches Wesen sein müsste (Vielen Dank auch!).  Denn nachdem ich meine Handschuhe geholt habe, war der Sturm noch um ein weiteres stärker gewesen und ich hatte wirklich Mühe, überhaupt einen Schritt vorwärts zu tun. Als ich ca. bei der Hälfte des Weges war, sah ich wie etwas weißes ziemlich schnell von oben herunter fiel. Es sah aus wie ein Mensch, also beeilte ich mich so schnell es geht zu dem zu kommen. Und dann sah ich in einem großen Haufen, Schnee Eis und... Federn (Korrektur, du meinst wohl meine zerstörten und verlorenen Flügel!) sie liegen. Es gab jedoch keinen Aufprallton, was mich wunderte.  Ich zögerte nicht lange, da sie auch ohnmächtig war und nahm sie auf die Arme. Komischerweise war sie auch nicht so schwer, wie ein normaler Mensch, deshalb konnte ich sie einfach hierher tragen." Die Schmerzen wurden während der Zeit so schrecklich, dass ich langsam eher wegen den Schmerzen weine. Das merkt wohl auch Mrs. Bucket. "Tut dir irgendetwas weh?" Ich konnte nur nicken. "Wo denn?" Die Schmerzen sind so stark, dass ich nur ein gepresstes "Rücken" zwischen den Schluchzern durchbringe. "Na, komm." Charlie's Mutter hilft mir aufstehen und führt mich zu einem Stuhl, auf den ich mich falsch herum darauf setze. Charlie setzte mir gegenüber auf den Boden. "Na kommt, räumen wir schon mal ab.", schlägt Mr. Bucket vor. Und die anderen halfen mit. "Darf ich deinen Pullover hinaufschieben, damit ich deinen Rücken ansehen kann?" Ich nicke erneut. Die Tränen fließen immernoch meine Wangen hinunter. Charlie reicht mir ein Taschentuch. "Danke" Das raufschieben des Pullovers schmerzt auch. Ich beiße die Zähne zusammen. "Wie heißt du eigentlich?" Ich sehe ihn kurz an, ein leicht gequältes Lächeln kommt über meine Lippen. "Juliana" Nun ist es Charlie, der nickt. "Und warum hast du mich vorhin gerettet?" Bevor ich antworten kann, kommt Mrs. Bucket dazwischen. "Das sind wirklich zwei tiefe Kratzer links und rechts neben deiner Wirbelsäule. Waren da ursprünglich deine Flügel?" Mein Blick senkt sich auf den Boden, als ich wieder an meine Flügel denke. Wie soll ich denn so wieder in die Hohen Himmel kommen? "Ja. Da waren meine Flügel." Ich bin immernoch unfassbar geschockt und traurig. Meine Flügel. Weg. Aber es ist in gewisser Hinsicht meine eigene Schuld. "Also?", fragt nun Charlie nach. Ich habe natürlich seine Frage nicht vergessen und lächle nun traurig, bevor ich antworte: "Es ist meine Aufgabe, Charlie." Er sieht mich verwundert an. "Deine Aufgabe?" Ich nicke. Durch dieses Gespräch spüre ich vielleicht die Schmerzen nicht mehr so stark. Mrs. Bucket ist gerade an der Spüle, was sie da macht, sehe ich nicht, aber es hat höchstwahrscheinlich etwas mit meinem Rücken zu tun. "Ja. Es ist meine Aufgabe dich, vor allen Gefahren zu beschützen. Oder besser gesagt: ich sorge dafür, dass du dich nicht verletzt oder du dich wenigstens nicht stark verletzt." Charlie sieht immernoch etwas ratlos aus. "Ich bin dein Schutzengel Charlie. Es ist meine Pflicht dafür zu sorgen, dass es dir gut geht. Physisch gesehen jedenfalls. Ich trage dafür Sorge, dass dir nichts schlimmes wiederfährt." Nun werden seine Augen so groß wie Teller gefühlt. "Du bist also mein..." Er bricht ab. Ich lächle ihm aufmunternd zu und vervollständige seinen Satz: "...dein persönlicher Schutzengel. Genau!" "Deswegen hast du mich also vom Auto beschützt?" "Ja. Natürlich! Sonst wärst du gestorben. Das lasse ich nicht zu. Ich passe immer auf dich auf. Auch wenn du mich bisher nie gesehen hast, war ich immer da und hatte ein Auge auf dich." "Oh.", meint er nun völlig überrascht und wird traurig, "Das mit deinen Flügeln und dass du jetzt ein Mensch bist, das ist meine Schuld. Tut mir leid." "Dafür kannst du doch nichts.", erwidere ich. "Aber sag mal. Wenn du wirklich mein Schutzengel bist und immer auf mich aufpasst, dann kommst du wirklich aus dem Himmel?" Anscheinend habe ich seine Neugierde geweckt, was man ihm auch nicht verübeln kann. Wer kann schon mit seinem persönlichen Schutzengel mal von Gesicht zu Gesicht reden und ob es mit seinem Glauben oder seiner Vorstellung stimmt und wie es tatsächlich ist. "Naja, die korrekte Bezeichnung ist nicht 'der Himmel' sondern 'die Hohen Himmel', aber ja. Ich komme und wohne in den Hohen Himmeln und von einer Wolke aus sehe ich auf dich hinab und behüte dich so, falls das deine nächste Frage gewesen wäre." Charlie lächelt. "Das ist unglaublich." Mrs. Bucket hat uns natürlich zugehört, Charlie's Großeltern sind bereits ins Bett und drei von ihnen sind sogar eingeschlafen wie ich bemerke. Alle bis auf Georgina. Sie sieht zu uns herüber und lächelt. Mrs. Bucket hat sich währenddessen wieder hinter mich gesetzt und fängt nun an die Wunde anscheinend nochmal zu reinigen und der Waschlappen schmerzt extrem, nur so nebenbei mal erwähnt. Ich zucke zusammen, als sie diesen vorsichtig auf meine linke Wunde tupft. "Oh, tut mir leid.", bemerkt sie, "Tat es sehr weh?" Charlie sah mich nun mitleidig an und in seinen Augen liegt eine Spur von Schuldigkeit. Ich bin es gewohnt, als Engel immer die Wahrheit zu sagen also gebe ich ein ehrliches "Ein bisschen schon" von mir. "Sag mal, Juliana..." fängt nun Mrs. Bucket an, "...seit wann passt du denn auf unseren Charlie auf?" Ich lächele wieder und sehe Charlie an, der meinen Blick lächelnd erwidert. "Schon sein ganzes Leben. Beziehungsweise sein Schutzengel bin ich, nachdem er einen Tag alt war." "So früh schon?" Die Überraschung in ihrer Stimme kann man gut heraushören. "Natürlich. Wir passen immer auf die Menschen auf, wenn sie älter als 24 Stunden sind, bis sie
diese Erde verlassen." Ich schlage mir erschrocken die Hand vor den Mund. "Was ist los?" Charlie weiß es ja gar nicht, wie könnte er auch. "Ihr dürft das, was ich gesagt habe, niemals weitersagen, ja? Denn eigentlich dürftet ihr gar nicht wissen, dass ich existiere und erstrecht dürft ihr nicht wissen, dass wir auf euch Menschen Acht geben. Bitte behaltet es für euch und verliert darüber kein Wort. Das, was ich erzählt habe muss unter uns bleiben." Beide nicken. "Ist auch eigentlich verständlich. Sonst würde das ja jeder ausnutzen." "Genau", wispere ich Mrs. Bucket als Antwort. "Wie ist es eigentlich passiert, dass du deine Flügel verloren hast? Ich verspreche, das ist die letzte Frage." "Das würde mich auch interessieren." "Gut diese eine Frage noch, versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen, okay Charlie?" Er nickt kräftig. Das ist die Bestätigung, also bringe ich es schnell hinter mich. "Als ich dich beschützt hatte, ist der Sturm ja immernoch so schlimm gewesen, als ich wieder in die Himmel hinauf fliegen wollte, da... Nun, unsere Flügel musst du wissen, sind nicht stark Kälteresistent. Als ich dann weiter oben war, begannen sie zu vereisen und ich konnte sie nicht mehr bewegen. Sie waren vereist und wahrscheinlich auch durch die weiter steigende Höhe erfroren. Dadurch stürzte ich ab und war bei dem Fall bewusstlos geworden. Beim Aufprall im Schnee, den ich schon nicht mehr gespürt habe, sind sie wohl zersprungen wie ein Kristall. Auch wenn es nicht danach aussieht, unsere Flügel sind äußerst empfindlich. Die Federn, die dein Vater erwähnte sind höchstwahrscheinlich die Überreste meine Flügel. Und nein gegen aller Vorstellungen haben wir Schutzengel keine Heiligen Scheine. Und wenn wir welche hätten, dann wäre dieser durch den Verlust meiner Flügel einfach verschwunden." Charlie mustert mich geschockt. "Und als ich dich dann mit bloßer Hand berührt habe, da ist deine Engelsgestalt komplett verschwunden und du hast alles verloren. Oh, Juliana, das tut mir so, SO leid. Hätte ich aufgepasst, dann wäre dir das niemals wiederfahren!" "So darfst du nicht denken. Es ist doch meine Pflicht. Unfälle passieren hier auf Erden doch oft genug. Und wir können in unser Schicksal nicht eingreifen, man muss es annehmen so wie es ist und das Beste daraus machen." Charlie nickt nur wieder. Es wird still um uns . Keiner sagt etwas. Nur Grandpa Geroge's Schnarchen durchdringt die Stille, wie ein Elefant in einem riesigen Porzellanladen, der dort auch noch mit Absicht randaliert. "Ich kann dir leider keine Pflaster über die tiefen Kratzer kleben. Dafür sind sie zu groß und außerdem heilt eine Wunde an frischer Luft viel schneller.", durchbricht nun Charlie's Mutter die Stille. Ich stehe auf, bedanke mich und will die Tür ansteuern, als mein Schützling mich aufhält. "Aber wo willst du hin?" Gute Frage. Zurück in die Himmel kann ich ja ohne Flügel nicht, schweben können Engel leider nicht. Und sonst kennt mich niemand. "Ich weiß nicht.", murmel ich leise. Verflucht sei die Wahrheit eines Engels!, "Ich schau einfach nach etwas." Charlie steht nun vor mir und schüttelt vehement den Kopf. "Nein, du bleibst hier. Dich kennt doch niemand.." Ich will gerade etwas dagegen sagen und öffne den Mund, als er einfach weiterspricht. "...und wie willst du mich so beschützen, Julia?" "Julia?", frage ich lächelnd. "Juliana ist doch viel zu lang. Und als Mensch hört sich 'Julia' viel gewöhnlicher an." Ich lächele. Er ist so ein guter Junge, immer für andere da und verhält sich auch schon so erwachsen. "Du bleibst hier." "Charlie, ich kann nicht-" "Und ob!" "Nein, Charlie-" "Du musst bleiben. Wir schaffen schon ein Platz für dich, oder Mum?" "Charlie, bitte-" "Natürlich kann sie, wir finden schon ein Platz bis du weißt wie du wieder zurückkommst." "Das geht doch nicht, ich weiß gar nicht wie-" "Dann finden wir ein Weg." Charlie's Familie ist manchmal echt dickköpfig. "Aber ich muss warten bis die da oben merken, dass ich fehle und bis sie mich suchen und finden, dauert es-" "Solange kannst du ruhig bleiben, nachdem, was du alles für Charlie getan hast." Mrs. Bucket gehen die Argumente wohl auch nie aus. "Aber-" "Kein Aber. Wir haben noch eine Mattratze. Wir bringen sie hoch in Charlie's Zimmer und dann schläfst du dort. Punkt." Ich gebe mich wiederwillig geschlagen. "Na gut." Zusammen holen wir die Mattratze und hieven sie hinauf. Mrs. Bucket drückt mir noch ein Teppich und ein Kissen in die Hand. Als ich oben bin, sehe ich, dass Charlie schon eingeschlafen ist. Sofort muss ich grinsen. Ich habe noch ein Nachthemd von Charlie's Mutter bekommen in das ich geschlüpft bin, ehe auch ich unter der Decke liege und einschlafe. Dabei geht mir noch so Manches durch den Kopf. Wie zum Beispiel, ob mich die da oben auch wirklich suchen werden. Gabriel fällt es bestimmt als Erster auf, obwohl vieleicht auch meiner Freundin Isabella. Aber bis das auffällt dauert es bestimmt eine Woche, eventuell auch zwei, was soll ich denn solange machen, bitte? Und falls sie mich irgendwann finden, werde ich meine Flügel jemals wiederbekommen? Werde ich Ärger bekommen dort oben, weil ich fehle? So drifte auch ich langsam in die Welt der Träume, während ich Charlie's ruhige Atemzüge höre.
Review schreiben