Folgenschwerer Fehler

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P18
10.06.2018
17.06.2018
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Bens Sicht

Als ich gerade auf den Weg nach Hause war, rüttelte mich ein schrilles klingeln aus meinen Gedankenfluss. Ich griff in meine rechte Jackentasche und holte mein Handy heraus. Auf dem Display wurde die Nummer meines Vaters eingeblendet. Seufzend verdrehte ich meine Augen, mit der Vorahnung das es nichts Gutes verrieten sollte, warum er mich wohl anrief.
„Was will er den jetzt noch um diese Uhrzeit von mir.“
Genervt nahm ich den Anruf an.
„Ben? Bist du das?“, kam es mit einem unsicheren Ton von ihm.  
„Ja, wer sonst? Was ist denn so wichtiges, dass du mich ausgerechnet nach Feierabend anrufen musst?“ An meinem Ton konnte man eindeutig heraushören, dass ich absolut keine Lust hatte mit ihm um diese späte Uhrzeit zu reden.
„Ben Hör auf mit dem scheiß! Komm bitte sofort zu mir, ich muss dringend etwas mit dir bereden.“
Wie ich es geahnt hatte, konterte er mir sogleich mit einer ernsten Aufforderung.
Seufzend schaute ich auf meine Armbanduhr, die mir gerade nach 20 Uhr anzeigte.
„Kann das nicht bis morgen warten? Ich habe einen sehr anstrengenden Tag hinter mir und möchte mich jetzt zuhause einfach nur noch entspannt auf meine Couch legen.“
„Ben, ich will dich nicht ein zweites Mal bitten müssen. Ich meine es ernst, ich brauche deine Hilfe!“, kam es lauter als Antwort zurück.
„Ist ja gut, ich bin in 20 Minuten bei dir.“
Dann beendete ich das Telefonat und machte mich direkt auf dem Weg zur Villa.
Als ich endlich vor dem großen Gebäude ankam, schaute ich noch ein kurz mal auf meine Armbanduhr.
Oh man, ich könnte um diese Zeit jetzt so schön auf dem Sofa sitzen und Gitarre spielen, aber nein mein Herr Vater meint mich her zu kommandieren.
Dann stieg ich aus meinen Wagen, ging auf die Haustüre zu und klingelte. Es dauerte nicht lange bis die Tür sich öffnete und mein Vater vor mir stand. Anstatt mich freundlich zu begrüßen, zog er mich sofort hinein.
„Endlich bist du da, los komm rein.“
Netter konnte er mich wohl nicht begrüßen, aber ich lies mir nichts anmerken. Ich hatte keine Lust mich sofort mit ihm wegen so etwas zu Streiten. Genervt ging ich also hinein, mein Vater schloss sofort die Tür hinter sich und führte mich ins Wohnsimmer. Etwas merkwürdig kam mir das alles hier schon vor. Er verhielt sich sehr nervöse und unsicher, was normaler weise nicht seine Art war. Aber bestimmt bildete ich mir das alles nur ein. Kaum als wir im Wohnzimmer angekommen waren, ging er schnurstracks zu seinem Regal, um ihn anscheinend nach etwas zu durchsuchen. Daraufhin schaute ich ihn fragend an und ging langsam auf ihn zu.
„Worüber wolltest du denn eigentlich jetzt so dringend mit mir sprechen? Ist irgendetwas passiert in der Firma?"
Doch anstatt mir eine Antwort zu geben, ignorierte er mich einfach und suchte weiter im Regal herum.
Also so langsam reicht es mir.
"Hey, ich rede mit dir? Was ist los verdammt nochmal!"
Plötzlich drehte sich mein Vater zu mir um, baute sich vor mir auf und hielt etwas in seiner rechten Hand.
„Mensch Ben, benimm dich endlich mir mal gegenüber! Schließlich habe ich dir gutes Benehmen nicht um sonst beigebracht. Ich bin nicht einer deiner Kumpels, mit denen du so reden kannst verstanden!“
Genervt verdrehte ich meine Augen. Ich hatte wirklich keine Lust mich jetzt mit ihm hier zu streiten. Doch bevor ich was dagegen sagen konnte streckte er nun seine Hand vor mir aus.
„Hier schau mal.“
Er öffnete nun seine Hand und auf dieser lag ein kleiner schwarzer USB Stick.
Ich schaute ihn fragend an. "Was soll das?"    
„Auf den Weg nach Hause hatte mich heute ein Mann umgelaufen und dabei habe ich meinen USB Stick fallen gelassen. Bevor ich realisieren konnte wer mich da so umgerannt hatte, sprang der Kerl auf und lief Weg. Ich dachte mir nichts mehr weiter dabei und hob genervt meinen USB-Stick auf. Dann richtete ich mich allmählich wieder auf und ging zu meinen Wagen. Als ich später zu Hause angekommen war und ihn in meinen Laptop steckte, stellte ich plötzlich fest das es nicht meiner war. Anscheinend hatte der Mann bei dem Zusammenstoß ebenfalls einen verloren, der genauso aussah wie meiner und in der Hektik hatte er wohl unabsichtlich meinen eingesteckt.“
Nachdem er seinen letzten Satz beendet hatte, verschränkte ich meine arme und atmete noch einmal tief ein und anschließend wieder aus.
Ich hatte wirklich keine Lust mehr mir irgendwelche kleinen Probleme meines Vaters anzuhören. Dazu hatte ich ihm auch nicht wirklich zugehört. Mich interessierte es einfach nicht. Daraufhin war meine Reaktion nicht gerade die Gewesen, die sich mein Vater in diesem Moment von mir vorgestellt hätte.
„Wegen dieser Kleinigkeit schickst du mich so spät am Abend hierher?“
Mein Unterton war sehr eindeutig heraus zu hören, die meinen Vater überhaupt nicht gefiel. Er schaute mich daraufhin wütend an und griff mit seiner linken Hand mit einem kräftigen ruck nach meinem rechten Handgelenk.
„Das war noch nicht alles!  Mensch Ben, ich glaube ich habe einen sehr großen Fehler begangen!“
Sein Tonfall wurde auf einmal ziemlich Laut und wütend. Ich versuchte wehrendessen er mich anschrie von seinem festen Griff zu befreien, aber er machte ihn immer fester. Langsam wurde der schmerz am Handgelenk so unerträglich das ich meine Fassung verlor.
„Lass mich los! Du tust mir weh!“, schrie ich ihn so laut ich konnte an. Daraufhin ließ er mein Handgelenk uhrplötzlich wieder los und schaute mir sowohl geschockt als auch wütend in die Augen. Anscheinend war ihm gerade erst jetzt bewusst gewesen, dass er mir gegenüber Handgreiflich geworden war.
„Es tut mir leid Ben, das wollte ich wirklich nicht! Ich habe mit diesem Stick hier wirklich großen Mist gebaut! Bitte hör mir doch zu!“
Doch ich wollte ihm nicht mehr zu hören. Das alles wurde mir einfach zu viel.
„Deine Entschuldigung kannst du dir sonst wo hinstecken! Schließlich hast du dich früher auch nie deswegen bei mir entschuldigt! Ach, weißt du was, lass mich einfach für immer in Ruhe! Ich habe keine Lust mehr mich jedes verdammte mal mit dir zu streiten! Ich bin es leid so einen wie dich als Vater zu haben. Am liebsten wünschte ich mir, dass ich dich nie in meinem Leben wiedersehen muss!“  
Mit diesen letzten Worten verließ ich die Villa, knallte die Haustür zu und fuhr mit meinen Wagen nach Hause. Als ich dann endlich zu Hause an kam schmiss ich meine Jacke aufs Sofa, ging ins Schlafzimmer und machte meinen Kleiderschrank auf. Ich zog mir neue Sachen an und legte anschließend mein Handy auf den Nachttisch. Auf diesem stand an der rechten Kannten Seite ein Bilderrahmen mit einem Foto von mir und meinem Vater. Auf diesem hielten wir uns lächelnd Arm in Arm. Das Bild entstand letztes Jahr zu meinem Geburtstag. Obwohl ich sonst immer lächeln musste, wenn ich es sah, bekam ich wieder eine große Wut auf ihn.
Ich nahm den Bilderrahmen und warf ihn mit voller Wucht gegen die gegenüberliegende Wand. „Ich hasse dich!“, schrie ich dabei heraus. Das Glas mit dem Rahmen zersprang in viele kleine Einzelteile und lagen nun auf den Boden. Wütend schaute ich zu dem jetzt kaputten Bilderrahmen, der auf dem Foto lag.
„Ich brauche dich nicht.“, gab ich noch wütend von mir bevor ich mich ins Bett fallen ließ und die Decke anstarrte.
Man der spinnt doch. Was soll schon an so einem USB-Stick gefährlich werden. Als ob sich der Typ mit Gewalt den Stick zurückholen würde.  
Ich versuchte die Sache zu vergessen, aber ich war immer noch wütend auf ihn. Dann drehte ich mich auf die Seite und schlief nach kurzer Zeit tief ein.
Wenn ich gewusst hätte was dieser Streit für Folgen mit sich reißen würde, dann hätte ich mich anders Verhalten ihm gegenüber und ihm nicht solche Sachen an den Kopf geworfen, die ich nun nie wieder zurück nehmen konnte.




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Hi, endlich nach meiner ersten Fanfiction "Schatten der Vergangenheit" folgt nun meine neue Fanfiction "Folgenschwerer Fehler". :) Ich hoffe das diese euch genauso gefallen wird wie meine erste. ^^
Schreibt mir gerne eure Reviews, egal ob Positiv oder negativ. :)
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