Danke, für Alles.

von -Neo-
SongficSchmerz/Trost, Tragödie / P12
Fiona Frauenfeld Hugh Apiston
09.06.2018
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Hallöchen,
Fionas Tod… Ja… Mich persönlich hat das sehr mitgenommen. Und irgendwie fand ich es etwas komisch, wie… man kann nicht unbedingt „herzlos“ sagen… wie gefühllos Hugh das Ganze aufgenommen hat. Ich glaube nicht, dass er das innerlich auch einfach so abgestempelt hat. Oder, wenn er allein war. Hier also eine Songfic zu meinem armen Hugh, dessen Freundin von einer Klippe gefallen ist und der das innerlich kein bisschen so aufnimmt, wie es für andere scheint.
Song: Wish That You Were Here (Florence + The Machine).
Lasst mir gern ein Review da! ^•^
LG Pinkie


I tried to leave it all behind me
But I woke up and there they were beside me
And I don’t believe it but I guess it’s true
Some feelings, they can travel, too

(Ich habe versucht, alles hinter mir zu lassen,
doch als ich aufwachte, waren sie neben mir.
Und ich glaube es nicht, doch es muss wohl wahr sein,
dass manche Gefühle mit uns reisen können.)


Die Sonne ging unter und tauchte die Zeitschleife in ihr rot-goldenes Licht. Die leisen Klänge einer Gitarre durchbrachen die Stille, doch schon bald wurden sie vom Wind weitergetragen, in eine Gegend, die noch niemand erforscht hatte.

An der Klippe, weit entfernt von der restlichen Welt, ließ sich die Silhouette eines Jungen erahnen.
Hugh saß dort, im langgezogenen Schatten eines knorrigen Baums direkt vor der steinigen Klippe. Schon lange hatte er nicht mehr Gitarre gespielt, doch wann hätte er auch die Zeit finden sollen, das zu tun?
Sie hatten gegen Wights gekämpft, gegen Hollows, die für ihn eine Art unsichtbares Grauen waren und letzten Endes auch noch gegen Miss Peregrines verrückten Bruder. Als sie hier angekommen waren, hätte er Fiona nie erlauben dürfen, hierzubleiben.
Fiona.
Er versuchte, wie es klang, ihren Namen laut auszusprechen. Das hatte er schon lange nicht mehr getan. Es hätte ihm zu viele Schmerzen bereitet.

Hier hörte ihn niemand. Er hätte genauso gut auf den kleinen Sims, der dort vor ihm lag, laufen können und laut schreien können, wie verdammt trostlos sein Leben ohne sie war, es hätte ja doch niemand mitbekommen. Höchstens die toten Tiere, für immer unter der Erde begraben, in dem kleinen Friedhof, der irgendwo auftauchte, wenn man sich die Mühe machte, danach zu suchen. Nein, wahrscheinlich nicht einmal die.
Er wollte ein letztes Mal für Fiona spielen, wie er es immer getan hatte, als die Welt noch einigermaßen in Ordnung gewesen war.
Alle anderen hatten die Zeitschleife verlassen; alle besonderen Tiere, die nicht dabei gewesen waren, als die Ymbrynes die Zeitschleife zur Seelenbibliothek Abaton geschlossen hatten, und somit gestorben wären, wenn sie sich zu lange in der Gegenwart aufgehalten hätten, waren geflohen. Es gab verschiedene Zeitschleifen, wo sie schon gewesen waren oder sich immer noch aufhielten.
Hugh hatte aufgehört, zu zählen.

Er war ganz allein. Allein, mit dem Schmerz in seinem Inneren.

Oh there it is again, sitting on my chest
Makes it hard to catch my breath
I scramble for the light of change
You’re always on my mind
You’re always on my mind

(Oh, da ist es wieder, sitzt auf meiner Brust,
macht es schwer für mich, zu atmen.
Ich kämpfe um das Licht der Veränderung.
Du bist immer in meinen Gedanken.
Du bist immer in meinen Gedanken.)


Irgendwer hatte ihm einmal gesagt, er müsse stark sein. Das war er ja auch lange genug gewesen. Er hatte sich seine Trauer nicht anmerken lassen, war zwar nicht fröhlich gewesen, hatte es jedoch immer geschafft, ein aufmunterndes Lächeln vorzutäuschen.
Doch selbst Hugh brauchte Zeit, zu trauern und loszulassen. Und war es nur, indem er ein letztes Mal für seine Liebe Gitarre spielte.

Es war absurd. Nicht einmal ihren Körper hatte man gefunden. Das hatte in Hugh natürlich einen Hoffnungsfunken entzündet, doch diesen hatte er selbst wieder ausgelöscht. Nur, weil man keine Beweise für etwas hatte, hieß das nicht, dass es nicht passiert war. Das war die bittere Wahrheit.
Fast glaubte er zu spüren, dass sie auf eine Art und Weise bei ihm war. Wäre sie jetzt noch am Leben gewesen, hätte sie sich an ihn gelehnt und ihren Kopf auf seine Schulter gebettet.
Er fühlte sich verloren ohne sie.

Mit betretener Miene stimmte er den letzten Akkord an.
Er wusste, dass er hier sitzen bleiben würde, auch wenn längst wieder Stille herrschen würde.
Langsam verstummten die letzten Töne, nachdem sie tausendfach widergehallt waren. Jetzt war es vollkommen still.

Einem inneren Instinkt folgend rutschte der Junge in dem weißen Leinenhemd etwas näher auf den Abgrund zu. Kieselsteine purzelten die Klippe hinunter und er hörte es klackern. Ihm war, als wollte der Abgrund vor ihm etwas sagen. Er strengte sich an und hörte genau hin.
‚Danke. Danke, für Alles.‘
Und endlich konnte Hugh weinen. Die Tränen, die sich so lange in ihm aufgestaut hatten, hatten ihn wie eine schwere Last fast erdrückt.
Jetzt… jetzt war es vorbei.

And I never minded being on my own
Then something broke in me and I wanted to go home
To be where you are
But even closer to you, you seem so very far
And now I’m reaching out with every note I sing
And I hope it gets to you with a pacific wind
Wraps itself around you and whispers in your ear
Tells you that I miss you and I wish that you were here

(Und es machte mir nie etwas aus, alleine zu sein,
dann zerbrach etwas in mir und ich wollte nach Hause gehen,
dort sein, wo du bist.
Doch, selbst wenn ich dir nahe bin, scheinst du so weit weg.
Und jetzt versuche ich, dich mit jeder Note meines Lieds zu erreichen.
Und ich hoffe, dass es, getragen von einem friedlichen Wind, zu dir gelangt,
dich in seine Arme schließt, in dein Ohr flüstert
und dir sagt, wie sehr ich dich vermisse und mir wünschte, du wärst hier.)
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