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Tanpen shōsetsu

von Kosakoni
SammlungFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Echizen Ryoga Echizen Ryoma Fuji Syusuke Sanada Genichirou Tezuka Kunimitsu Yukimura Seiichi
09.06.2018
04.03.2021
171
697.491
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23.02.2021 3.635
 
Das konnte doch nur mal wieder ein Witz sein …

„Hat noch jemand eine Frage?‟, fragte Inui mit einem geheimnisvollen Lächeln, das Ryoma einen Schauer über den Rücken sandte. Schließlich hob er mutig die Hand, womit der Brillenträger ihm ermunternd zunickte. „Echizen.‟

„Ich hab nur eine. Wieso?‟, unverständlich blickte er zu dem Schwarzhaarigen auf, der lächelnd nickte. „Eine hervorragende Frage.‟ Skeptisch runzelte Ryoma die Stirn und überschlug die Beine, während er die Arme vor der Brust verschränkte. Den Bogen, den Inui zuvor auch an ihn ausgeteilt hatte, lag dabei achtlos auf dem Tisch vor ihm, während Tezuka neben ihm durch den eigenen blätterte.

„Ihr erinnert euch an Oishis und Eijis Streit von letztem Jahr?‟ Leicht zurückhaltend nickten sie alle, wobei besonders ihr Fukubuchou und der Rothaarige beschämt wirkten. „Tezukas Ellbogen-Verletzung?‟ Ihr Buchou stoppte neben ihm und räusperte sich etwas verhalten. „Taka-sans Ausstieg aus dem Team, Kaidohs Probleme darin zu vertrauen, Oishis Magenprobleme, Momoshirous Esssucht und deine eigene Sinnkriese, ob du gut genug für uns wärst ...‟

Während sie alle betreten zur Seite blickten, fuhr Inui langsam fort. „Es hat mich nachdenklich gemacht und ich glaube, dass wir als Team noch einen weiten Weg haben. Die Unterschiedlichkeiten in unseren Charakteren machen es schwer, alle Probleme zu erkennen, aber wenn nur einer die Probleme eines anderen erkennen kann, würde das viel aus machen und uns stärker denn je.‟

„Aber wofür dann diese Fragen? Warum nicht einfach Zeit zusammen verbringen?‟, ein wenig verwirrt runzelte Oishi die Stirn und blickte angestrengt auf die viel zu vielen Blätter. Scheiße, Ryoma wollte gar nicht wissen, wie viele das waren. „Diese Fragen dienen zur optimalen Erreichbarkeit euch kennenzulernen. Sie sind von einer anerkannten … Stelle.‟ Ryoma spürte, wie seine Augenbraue in die Höhe ging, durch die Art, wie sich Inui die Brille nach oben schob.

„Und wenn ich keine Zeit dafür habe?‟ Immerhin gab es demnächst die ersten Abschlussprüfungen ihrer jeweiligen Jahrgänge, dachte Ryoma, wobei die Brillengläser des Älteren verheißungsvoll blitzten, während etwas anderes gläsernes schimmerte, was ihn nun wirklich erschaudern ließ. „Nun dann, Echizen, darfst du mir gerne bei der Neuentwicklung meiner neusten Getränke helfen. Dieser hier zum Beispiel basiert auf meinen Inuis Special Delüxe Super Spicy Generated und wurde verfeinert mit europäischer Buttermilch.‟ Während er wirklich ernsthaft mit aufsteigender Übelkeit ankämpfen musste, stand Tezuka plötzlich auf und streckte den Rücken hart durch. „Keine Sorge, Inui, jeder wird mit seinem Partner diese Aufgaben bearbeiten.‟

„Und wer sind unsere Partner?‟, fragte Momo angespannt, wobei dessen Blick in Kaidohs Richtung fuhr. „Eure Partner habe ich anhand der Menge eurer bereits bestehenden Interaktionen ausgewertet und wenn ihr die Bögen einmal herumdreht, steht der Name eures Partners dort.‟

Irgendetwas in Ryoma sagte ihm, er solle den Bogen nicht herumdrehen. Schon gar nicht, nachdem er sah, wie die meisten Gesichter von Neugier, zu purer Überraschung wechselten. Doch durfte er sich nicht … „Saa, welch eine amüsante Fügung.‟, schnurrte es plötzlich neben ihm und Ryoma …

Fuji Syusuke

~*~

Was macht für dich den perfekten Tag aus.

Ryoma musterte diese dumme Frage, bevor er sie Fuji per What's App schrieb und sich dann zurück gegen die Baumrinde lehnte, während er das Geschichtsbuch auf seinen Knien balancierte. Für gewöhnlich würde er jetzt ein Nickerchen in seiner Freistunde machen, doch … „Saa, ich glaube zwar nicht, dass es den perfekten Tag gibt, doch … beginnend mit einer Wanderung über den Berg Fuji, bevor die Sonne über den dortigen See aufgeht und von da an einfach all die schönen Einzelheiten mit meiner Kamera aufzunehmen. Ich glaube … das wäre nahe an perfekt.‟, lächelte der honigblonde Tensai verträumt, was Ryoma diesen lange mustern ließ. Er hatte ehrlich gesagt gedacht, die Antwort enthielte deutlich mehr Yuuta. „Hm … danke.‟, murmelte er leise, bevor er die Antwort kurz mit Ein Wandertag mit der Kamera beantwortete und sich wieder auf das Buch konzentrierte. Jedenfalls ehe er aus den Augenwinkeln sah, wie sich der Ältere neben ihn ins Gras setzte und die langen Beine elegant vor sich faltete.

„Saa und dein perfekter Tag?‟ Eigentlich sollte der Tensai die Frage mühelos beantworten können, dachte er leicht genervt. „Tennisspielen ohne nervige Anhängsel.‟, murmelte er, während er sich Notizen zum Chinesischen Krieg machte und hoffte, er müsse sich nicht die Datumsangaben merken, denn dann wäre er verloren.

Schmunzelnd lehnte sich Fuji zurück auf die Hände, wobei Ryoma wünschte, er würde dabei nicht so furchtbar hübsch aussehen. „Saa, also ist jeder Sonntag perfekt für dich?‟

Ryoma atmete tief durch und schloss schließlich das Buch. Er würde diese Klausur so was von verhauen, dachte er frustriert, eh er in tiefes Azurblau blickte und versuchte, das leichte Prickeln in seinem Bauch zu ignorieren. Für einen Moment erwog er sich irgendeine Kacke auszudenken, doch … selbst wenn sie einander nicht so gut kannten, würde es der Tensai durchschauen. Also …

„Ausschlafen und in Ruhe Sushi frühstücken. Mit Karupin spielen und … vielleicht später mit meinen Senpais Essen gehen.‟ Letzteres murmelte er mehr für sich, als zu Fuji, dessen Ausdruck irgendwie überrascht, aber erfreut war, weil er … ehrlich antwortete. „Nun … das klingt wirklich schön.‟, lächelte der Tensai warm, was er jedoch nicht beachten wollte, da es ihn merkwürdige Dinge empfinden ließ.

„Was auch immer – hat Senpai einen Rat für mich bezüglich des Chinesischen Kriegs?‟ Fast hoffnungsvoll sah er den Älteren an, der amüsiert schmunzelte und ihm sanft das Buch vom Schoß nahm. „Saa … Senpai hat noch den Lösungsbogen.‟

~*~

Er lag gerade in der Badewanne, als ihn der Ton seines Handys die Augen aufschlagen ließ. Etwas träge griff er nach dem Gerät und blinzelte müde auf die Nachricht seines … Partners.

Nenne drei Dinge, von denen du glaubst, dass du sie mit mir gemein hast.

Das … ließ ihn echt nachdenken. Wäre er mit Tezuka in einem Team, er glaubte, wäre die Antwort leichter. Zumindest teilweise. Oder Sanada … hm, was der wohl gerade machte? Sie hatten schon lange nicht mehr Tennis gespielt, dachte er und antwortete schließlich.

Ein gutes Tennisspiel

Er biss sich leicht auf die Lippen, während er auf Fujis Profilbild blickte, auf denen eine von dessen neusten Kakteen zu sehen war. Mit rosafarbenen Blüten … Ohne Worte. Eins von drei. Weiter.

Ryoma schnaubte leise und konnte dieses amüsierte Lächeln geradezu sehen. Er leckte sich über die Lippen und glitt ein wenig tiefer in das heiße Wasser, wodurch seine Knie etwas durch den Schaum hindurchschauten. Seine Haut durch die kühle Luft kribbelte. Er könnte ja andeuten, dass sie beide ein etwas zu ernstes Interesse in gute Tennisspieler hegten, doch … das schien ihm zu persönlich.

Dämliche Verwandte.

Es war zwar ziemlich gewagt, dem Senpai dies zu schreiben, der bekannt dafür war, jeden den Arsch aufzureißen, der es wagte, Yuuta böse anzugehen, doch … Das lasse ich gewähren. Und Nummer drei? … war Ryoma mit Yuuta so gut befreundet, dass er glaubte, Fuji verstand, weshalb er das so formulierte.

Stirnrunzelnd starrte er auf das Display, nur um schnaubend dieses wieder auszumachen und das Handy neben die Wanne abzulegen und dann unter das heiße Wasser zu tauchen. Er hasste so was. Es war … sozial und brauchte aufrichtiges Interesse an anderen Menschen. Denn auch, wenn er seine Senpais gern hatte … war er einfach furchtbar mies darin, Nähe aufzubauen. Oder zuzulassen.

Eine Stunde später trocknete sich Ryoma gerade ab, bevor er in seinen Pyjama schlüpfte, als sich erneut sein Handy meldete, dass er schon vergessen hatte. Mit einem leisen Seufzen nahm er es mit sich ins Schlafzimmer, wo er sich unter seine Bettdecke kuschelte und die Nachricht öffnete.

Wir mögen es beide nicht, wenn jemand Tennis gewalttätig einsetzt.

Ryoma machte einen leisen, bestätigenden Laut. Aber … er glaubte, jeder von ihnen empfand so. Jedenfalls, die anständigen unter den Tennisspielern.

Wir sind beide sehr intelligent.

Blinzelnd musterte er die eine Aussage, die ihn wirklich überraschte. Weniger, weil er sich nicht als intelligent bezeichnen mochte, aber viel mehr, weil ihn Fuji mit sich auf eine Stufe stellte. Und das war schon sehr anerkennend.

Unser Spiel im Regen hat uns beide verändert.

Während ihm diese Aussage regelrecht die Hitze ins Gesicht steigen ließ, denn … selbst nach einem Jahr war er über dieses Spiel nicht hinweggekommen. Noch über diese prickelnde Sehnsucht, die ihn durchzog, weil er es unbedingt wiederholen wollte. Lange las er noch die drei Punkte durch, bis er sich dann doch dazu entschloss, es unbeantwortet zu lassen und das Handy unter sein Kissen zu schieben. Zwar dauerte es in der Nacht deutlich länger, einzuschlafen, doch … hielt es ihn davon ab, seinen dritten Punkt offen zu legen, von dem er irgendwie glaubte … sie hätten es gemein.

~*~

„Was ist dir bei einer Freundschaft am Wichtigsten?‟, fragte Fuji sanft, während sie zusammen am Boden auf dem Dach saßen. Zwischen ihnen standen ihre Bentos, von dem sie zwischendurch aßen. Ryoma sich dabei gemütlich gegen den Dachvorsprung lehnte.

„Ehrlichkeit.‟, sagte er ohne ein Zögern, wobei es ihm beinah ins Gesicht schlug, wie einfach es ihm fiel, zu antworten. Es war – wenn er es in Erinnerung hatte – die achte Frage und zwischen fast sehr beiläufigen Themen, war das hier eigentlich sehr intim, wie er fand. „Saa, das ist eine wirklich wichtige Eigenschaft einer Freundschaft. Ich sehe das ähnlich und glaube … Vertrauen ist es bei mir.‟

Ryoma spürte, wie sich seine Augen etwas weiteten, da Fuji so … ernst aussah. Jedenfalls bis dieser leise schmunzelte und fast verlegen den Kopf senkte. „Hm … das hab … ich bisher noch nie jemanden gesagt. Ich fühle mich dir gerade sehr nahe.‟, wisperte der Ältere, bevor ihn ein warmes Lächeln traf, das Ryoma hart schlucken ließ. Er jedoch nicht anders konnte, als zu nicken. „Geht mir ähnlich.‟, antwortete er leise, wobei ihm sein Herz bis zum Hals schlug. Wie merkwürdig. Besonders … weil er so nicht einmal bei seinen bisher engsten Freunden empfand.

„Saa, scheint, als würde Inuis Experiment funktionieren.‟, schmunzelte der Tensai mit einem mal, was die Stimmung etwas erhellte. Gleichzeitig jedoch wunderte er sich, was passierte, sobald sie die letzte Frage beantworteten. Und ob die anderen sich mit ihren Partnern ebenso fühlten. So … verbunden.

~*~

Über die letzten Fragen fiel Ryoma schon auf, dass die Themen immer … mehr in eine sehr persönliche Richtung gingen. Weshalb es ihn immer mehr überraschte, wie aufrichtig und ernst er diese auch beantwortete. Ja selbst Fuji schien sehr ehrlich darin. Und so gar nicht zögernd. Aber es war diese Frage … die ihn irgendwie …

„Du musst das nicht beantworten, wenn du nicht drüber reden magst.‟, sagte Fuji leise und sanft neben ihm, wobei er dessen Ausdruck nur durch das digitale Licht des Handydisplays sehen konnte, weil der Tensai ihre Fragen abfotografiert hat, damit sie das Ganze während des Campingausflugs weiter machen konnten. Denn so langsam wurde die Zeit für sie beide knapp und auch, wenn er glaubte, Fuji würde sich um die Getränke des Datenspielern nur zu gerne reißen … Ryoma würde sich lieber ins Meer stürzen, als sich dem auszusetzen.

Schließlich sah er zu der Frage und spürte, wie sein Herz sich etwas zusammenzog.

Wie eng und warmherzig sind die Beziehungen in deiner Familie? Denkst du, dass deine Kindheit glücklicher ist, als die von anderen Kindern.

„Vielleicht sollte ich einfach –...‟, begann Fuji sanft, doch unterbrach er ihn, weil es dämlich war. Denn … inzwischen schien es ihm so, als würde der Tensai ihn sowieso schon viel besser kennen, denn sonst jemand. „Eigentlich ist meine Familie relativ groß. Aber durch den Umzug und seine Karriere hat Oyaji damals viel hinter sich gelassen. Und … ich weiß von Oka-san, dass sein Vater nicht so erfreut über seine Karrierewahl war. Eigentlich so gar nicht ...‟, murmelte er leise, während er in seinem Schlafsack die Beine ein wenig enger an sich zog und den Blick von der Frage, auf die zarten Fingerkuppen richtete, die wie der Rest von Fuji so perfekt waren. „Darum meint Oka-san auch, dass ich nicht immer so … abweisend sein soll, wenn er nette Sachen für mich tut.‟

Es tat schon ziemlich weh, das mal auszusprechen. Besonders, weil er merkte, dass es schon irgendwie unfair schien. „Und … warum hältst du dann euren Abstand so vehement?‟

Ryoma schluckte leicht und haderte. Nicht, weil er nicht wusste, wie er Fuji das sagen sollte. Als viel mehr … wie er es schaffen sollte, die Worte zu finden, ohne …

„Also bei uns ist das eigentlich ganz normal. Unsere Eltern sind sehr … lieb. Ich weiß, dass ich mit ihnen über alles reden kann, es ist nur … ich sehe sie kaum.‟ Schluckend sah er zu Fuji, dessen Schlafsack etwas raschelte, nachdem der Tensai sich auf den Rücken rollte und das Handy auf die Seite legte, wodurch er kaum mehr, als sein Profil ausmachen konnte, durch das zarte Mondlicht, das durch das dünne Zeltmaterial durchkam. „Ich weiß gar nicht … warum es mir als Kind nicht auffiel. Vielleicht, weil ich mehr Zeit mit Yuuta verbrachte oder Nee-san noch auf der Uni war. Aber jetzt … wo sie arbeitet und Yuuta im Internat ist … Versteh mich nicht falsch, es ist … von allem genug da und ich habe alles, was ich mir wünschen kann. Es ist nur so … ruhig. Was mich manchmal wirklich Eiji oder Momo beneiden lässt. Sie haben ihre jüngeren Geschwister, die zu ihnen aufsehen und … manchmal wünschte ich mir schon, Yuuta wäre auch noch so.‟

„Ich hab einen großen Bruder.‟, wisperte er leise, woraufhin Fujis Kopf zu ihm ruckte und er sich zwang, den Blick zu erwidern. Auch, wenn er ihn kaum lesen konnte, durch die Dunkelheit. „Er … ist von einer anderen Mutter und als diese starb, nahm ihn deren Schwester zu sich auf und … wir waren uns schon sehr nahe. Und wenn Oyaji manchmal so nett ist, dann … erinnert er mich an ihn und … ich will ihn nicht vermissen.‟ Letzteres hauchte er am Ende nur noch, da es ihm an Stimme fehlte. Allerdings schien er die auch nicht zu brauchen. Stattdessen rollte Fuji in seine Richtung, bevor sich dessen Hand auf seinen Rücken legte und ihn sachte an sich zog. Ryoma jeden anderen von sich schieben würde. Doch … es war eben Fuji und … weshalb er sich stattdessen an ihn kuschelte, trotz der Lagen ihrer Schlafsäcke zwischen ihnen. Sein Kopf irgendwann auf die Schulter des Älteren sank, dessen Hände zärtlich zwischen seine Schulterblätter streichelten.

~*~

Als Fuji am nächsten Morgen wach wurde, spürte er das warme Gewicht von jemanden auf sich, wobei er länger als nötig die Augen geschlossen hielt und langsam den Kopf drehte, wobei seine Nase zwischen seidenweiche Strähnen glitt. Er sogleich den warmen Duft von Erdbeeren und Zitronengras einatmen konnte, der von Ryomas Shampoo kam, das der Jüngere benutzte.

Der Geruch ebenso wie Ryomas gesamte Wärme beruhigten ihn auf eine Weise, wie er es gar nicht kannte. Nichts davon fühlte sich an, wie die Umarmungen, die er mit seiner Schwester oder seinen Eltern teilte. Und so gar nicht wie irgendetwas, das er mit Yuuta kannte.

Als dieses Projekt von Inui begann, da musste er selbst zugeben, dass es ihm unangenehm war, sich zu öffnen. Allerdings hätte er mit jedem Partner so empfunden. Dass er sich ein klein wenig wohler mit Ryoma fühlte, lag jedoch nur darin, weil er wusste, wie in sich gekehrt dieser selbst war.
Und er musste schon zugeben, am Anfang das Ganze versucht zu haben, weniger ernst zu nehmen, als es tatsächlich war. Aber … als ihm bewusst wurde, wie ernst die Fragen von Ryoma beantwortet wurden und so ehrlich … passte er sich dem schon an.

Alles andere wäre auch nicht richtig gewesen.

Und obwohl er sich mit jeder Frage dem Jüngeren immer näher fühlte, wurde ihm erst in der letzten Nacht so richtig bewusst, mehr als eine reine Freundschaft für ihn zu empfinden. Denn, als er glaubte, Tränen in den Augen des Jüngeren zu sehen, durch die Offenbarung einen großen Bruder zu haben, brach ihm ein wenig das Herz.

Genießend atmete er tief durch, während er die Arme behutsam enger um Ryoma schlang, wobei eine Hand irgendwann in der Nacht unter das Shirt des Grünschwarzhaarigen geglitten sein musste und er nun die weiche Haut unter seinen Fingerspitzen streichelte. „Hmmm ...‟ Ein leises, verschlafenes Schnurren ließ ihn die Augen aufschlagen, nur um gegen den Hinterkopf des Kleineren zu blickten. Für einen Moment zögerte er, eh er dann doch mit der Hand höher fuhr, zwischen die Schulterblätter und sanft über die weiche Haut dort streichelte.

Heißer Atem stieß ihm inzwischen kräftiger gegen die Halsbeuge, was ihn beinah erschaudern ließ. Dann aber spürte er, wie sich Ryoma sachte auf ihm bewegte und kurz darauf schob sich eine Hand in seinen Nacken, während die leicht kühle Nase des Jüngeren gegen seine Halsbeuge rieb. Sein Herz einen heftigen Aussetzer machte, eh es umso härter weiter schlug. „Guten Morgen.‟, wisperte Syusuke mutig, weil er schon fast befürchtete, durch die Worte etwas zu zerstören, denn das hier …

„Morgen.‟, hauchte es müde gegen seinen Hals, bevor er lange Wimpern sachte dagegen flattern spürte und kurz darauf beobachtete er, wie sich Ryomas Kopf hob. Er diesen Blick vom Camp von vor einem halben Jahr kannte. Müde, verschlafen und einfach unendlich niedlich. So, wie die großen, ausdrucksstarken und goldgrünen Katzenaugen ihn musterten … fühlte er sich so komplett hilflos seinen eigenen Gefühlen ausgeliefert. Denn es war so ganz anders, als diese kleine Obsession, die er damals noch für Tezuka empfunden hat, weil er unbedingt unter dessen harte Schale sehen wollte. Einfach um den Jungen dahinter zu erkennen und eben nicht immer den vorzeitig erwachsenen, der aber doch die gleichen Probleme wie sie alle besaß.

Nein, das hier …

„Hab … ich auf Senpai geschlafen?‟, murmelte es leicht verlegen, wobei sich Ryoma müde über das rechte Auge rieb. Er nicht anders konnte, als lächelnd mit einer Hand die warme Wange des Jüngeren zu berühren und ihn mit der anderen sachte zu sich hinab zu ziehen. „Saa … ich kann mich nicht dagegen beklagen.‟, hauchte er und genoss es, wie sich Ryoma sogleich wieder an ihn kuschelte. Fast wie eine Katze und ebenso grazil über ihn räkelte, was ihm beinah ein leicht hartes Problem bescherte, hätte der sich Zeit dabei gelassen. So jedoch lag dessen Kopf nun auf seiner Brust, während die langen Beine links und rechts von seinen platziert waren.

Lange blieb es ruhig zwischen ihnen, wobei er Ryoma einfach nur streichelte und es fast so schien, als wäre der wieder auf ihm eingeschlafen, als er die leise Stimme sachte gegen seine Brust murmeln hörte. „Weißt du noch die letzte Frage …?‟

Wahr … dachte, Fuji und wusste nicht genau, wie er es empfinden sollte, dass sie plötzlich nur noch eine Frage hatten, die sie beantworten mussten, um Inuis Projekt abzuschließen. Bedeutete es möglicher Weise, dass sie nun nicht mehr so viel Zeit zusammen verbringen würden. „Saa …‟ Er schluckte und berührte mit den Fingerspitzen den warmen, grazilen Nacken, den er schon oft als sehr verführerisch empfunden hat. Besonders, wenn er das kleine Genie auf den Courts beobachten konnte. „... was denkst du über mich, dass du mir vorher nie gesagt hättest.‟

Leicht angespannt sah er gegen die Zeltdecke, wo er die Schatten musterte, welche die Blätter der Bäume über ihnen auf ihr Zelt warfen und versuchte sich dadurch von den Gedanken abzulenken, die ihm durch den Kopf gingen. Doch spürte er plötzlich, wie sich Ryomas Kopf drehte, womit er dessen Gesicht gegen seine Brust reiben spürte, was ihn den Atem anhalten ließ. Gleichzeitig nahm er den heißen Atem wahr, der durch sein T-Shirt auf seine Haut drang, eh Ryoma den Kopf hob und ihn groß ansah. „Ich denke … ich … ich denke …‟

Fuji musste schlucken, durch die Art, wie ihn Ryoma ansah und spürte eine feine Gänsehaut über seine Arme jagen, als sich dessen Hände sachte an seinen Oberkörper legten. Mal abgesehen davon, dass es nicht viele Freunde gab, die ihn überhaupt anfassten. Da war Eiji – der jedoch berührte jeden. Und manchmal legte ihm Tezuka eine Hand auf die Schulter. Aber auch das passierte vielleicht einmal im Jahr. Ansonsten … war ihm, als wüssten alle, dass er gerne körperliche Distanz zu anderen hielt. Und wenn initiierte er meistens Berührungen.

„Ich denke, ich mag … dich.‟, wisperte es langsam über ihm, während die warmen Hände an seine Schultern hinaufglitten und Fuji nicht anders konnte, als sich ruckartig aufzusetzen. Trotzdem stoppte er Millimeter vor dem hübschen Gesicht, von wo aus er aus leicht geweiteten Katzenaugen angestarrt wurde. „Ich mag dich auch. Sehr ...‟, erwiderte Syusuke, wobei er seine eigene Stimme kaum wiedererkannte. Sachte fuhr er mit den Fingerspitzen über die lange Halskante aufwärts; genoss ein bisschen, wie Ryomas Lider flackerten, weil es ihm bewusst machte, ihm ebenso unter die Haut zu gehen. „Ryoma ...‟, hauchte er und glitt schließlich unter das zarte Kinn des Jüngeren, woraufhin der ihn wieder anblickte und ein zarter Rotschimmer sich auf dessen Wangen setzte. „Darf ich –...‟ „Ja.‟

Schmunzelnd über die leicht eilige Antwort, überbrückte er den winzigen Abstand zwischen ihnen und küsste die wahnsinnig weichen Lippen zärtlich. Er war sich zwar nicht exakt sicher, ob das, was er tat, richtig war, aber so, wie Ryoma gegen seine Lippen seufzte und lange Finger sich in seine Haare schoben, glaubte er, war es zumindest nicht verkehrt.

~*~ Bonus ~*~

Inui kam gerade wieder auf ihrem Zeltplatz an, als ihm Tezuka auffiel, der etwas starr neben dem eigenen Zelt stand, wo Eiji noch schlafend vor sich hin brabbelte. Er stoppte seine Trainingsuhr, nur um an den Buchou heranzutreten und öffnete den Mund, um nachzufragen, als ein leises Keuchen ihn einfrieren ließ. Blinzelnd drehte er den Kopf und erkannte nun auch, worauf Tezuka so komisch starrte. Und warum …

„Inui.‟
„Hm?‟
„Woher stammen diese Fragen?‟

Er starrte auf das leicht wackelnde Zelt, in dem Echizen und Fuji eigentlich schliefen … Und schauderte beinahe selbst durch die leisen, seufzenden und so wohlig klingenden Geräusche.

Schließlich räusperte er sich und schob sich langsam die Brille höher. „Von einer Website die auf … besondere Bindungen spezialisiert ist.‟ Bewusst blickte er zur Seite, von Tezuka weg, dessen Blick sich langsam auf ihn richtete und er wusste …

Und auch wenn es sein Training optimieren würde, musste er zugeben, 600 Runden waren deutlichst zu übertrieben und konnten nur aus der Frustration herauskommen, dass Fuji und Echizen mehr Höhepunkte hieraus erzielen würden, als Tezuka selbst.

~*~ Fin ~*~
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