Tanpen shōsetsu

von Kosakoni
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
09.06.2018
15.12.2018
14
111200
3
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Dieses Kapitel
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Anmerkung:
Ich möchte mich einmal ganz herzlich für die wundervollen Kommentare bedanken. Nessa und Viebi, ihr seid wundervoll. Wirklich. Vielen, vielen Dank!!!
Der OS ist ebenfalls sehr alt, und da ich gerade meine Festplatte aufräume, lade ich sie einmal hoch.
Der Titel sagt alles ;-)

Viel Vergnügen.

Eure Kosa

~*~

„Nein.“

Eigentlich brauchte es noch nicht mal seine lustlose Entgegnung, gegenüber dem amüsierten Grinsen seines verrückten Tensais, sondern nur einen Blick in Ryomas Gesicht, um zu wissen, dass er keine Lust hatte.

Worauf, war hier sowieso egal. Denn obwohl sie alle gewusst hatten, dass es heute stürmisch werden würden, waren sie zur Schule und dem Training gegangen. Schließlich könnte man dennoch Laufen – laut Buchou jedenfalls und Inui-senpais gegen den Wind zu laufen, erhöht die Schwierigkeit des Trainings und erzielt beste Ergebnisse, man könnte es aber auch gut bleiben lassen, dachte sich Ryoma, nachdem es Momo-senpai umgeweht hatte, und Ryoma direkt gegen ihn hinein rannte. Sich beinahe dabei das Genick brach.

Jetzt allerdings war aus dem Stürmchen, ein wirklich ziemlich beängstigender Sturm geworden. Es regnete so heftig, dass sie nach nur zwei Minuten, in denen sie vom Court, ins Clubhaus gerannt waren, komplett durchnässt waren.

Das war vor über zwei Stunden gewesen.

Ohne Strom, jedoch im Licht von Kerzen – Ryoma wollte überhaupt nicht wissen, warum Momo-senpai Kerzen in seiner Tasche hatte oder rot geworden war, nein! Definitiv nicht!, saßen sie dort also zu neunt fest und lauschten dem heftigen Rauschen des Windes, dem Knacken oder Krachen wann immer irgendetwas, das dem Wind nachgegeben hatte, umhergewirbelt wurde.

Eiji, der nie wirklich gut mit Unwetter umgehen konnte, fühlte sich unbehaglich und versuchte seit geraumer Zeit sich mit irgendwas abzulenken. Was Fuji dazu führte, die Situation für sich auszunutzen und sie alle quälen zu wollen.

Jedenfalls wusste Ryoma keinen anderen Grund, warum der Tensai sonst, Twister hervorholen sollte und mit einem sadistischen Grinsen sagte, das würde Spaß machen …

„Saa, hast du das denn schon mal gespielt, Ryoma-kun?“

Natürlich nicht, dachte Ryoma, während sich sein Blick nur noch mehr verdunkelte. Er saß immerhin auf einem kalten Boden, dazwischen nur einem Handtuch und seinen Shorts sowie einem inzwischen einigermaßen getrockneten T-Shirt, mit pochendem Kopf – danke Momo-senpai – inmitten seiner verrückten Senpais. Und das Schlimmste: Er hatte heute noch nicht mal Tennis spielen können.

„Seh ich so aus?“, antwortete er genervt, woraufhin Fuji-senpai nur noch breiter grinste und dann etwas, das wie eine Plastikmatte aussah, aus dem Karton hervorzog. „Hervorragend. Das wird uns alle von dem Wetter ablenken. Ne, Tezuka. Und natürlich den Zusammenhalt im Team stärken.“

Ryoma blinzelte, bevor er zu dem angesprochenen Buchou blickte, welcher sich müde die Nasenwurzel massiert und ihm dann einen Blick zuwarf, welcher deutlicher nicht sein konnte. Lass ihn machen, dann ist er ruhig und glücklich und niemand muss leiden.

Tezuka vielleicht nicht, ging es Ryoma sogleich durch den Kopf, als er die vier unterschiedlich gefärbten Punkte auf der Matte anblickte. „Saa, ich denke wir sollten beginnen, was sagst du, Ryoma-kun?“ Azurblaue Augen fixierten ihn auf die eine einzige Art, die selbst Ryoma einen Schauer über den Rücken jagte. Und es ihm praktisch unmöglich machte Nein zu sagen. „Buchou?“, versuchte er somit hoffnungsvoll, der jedoch schüttelte nur leicht den Kopf, was Ryoma den Älteren böse ansehen ließ. Verräter! Wehe er bat Ryoma noch einmal um Hilfe. „Nimm doch Eiji-senpai.“, schnaubte er somit, bevor er sich etwas umständlich erhob. Doch Fuji schüttelte nur leicht den Kopf. „Saa, ich will aber nicht Eiji, Ryoma-kun.“

„Nya, wieso nicht?“, jammerte der Rothaarige sofort, wurde aber ignoriert. Neben diesem zückte Inui bereits den Notizblock, während Ryoma einige letzte, hoffnungsvolle Blick seinen Senpais zuwarf. Doch alle schienen plötzlich sehr beschäftigt mit sich oder einander.

„Oishi, wärst du so gut und drehst für uns?“, mit einem engelsgleichen Lächeln, drückte der Tensai eine Scheibe in die Hand ihres Fukubuchous, der gleichzeitig versuchte Eiji zu beruhigen, als es draußen gewitterte. Wie gerne würde er doch da draußen sein, dachte er sehnsüchtig, als der Blitz irgendwo einschlug. Gäbe es einen würdigeren Tod für ihn, als mit seinem Schläger in der Hand vom Blitz erschlagen zu werden? Ryoma glaubte nicht. „Wie verliert man dieses dumme Spiel?“, fragte er somit leicht gereizt, während Oishi drehte und Fuji sich gegenüber von ihm, an die Matte stellte. „Derjenige, der seine Position nicht mehr halten kann. Oder das zu erreichende Feld nicht erreicht.“

Ryoma runzelte leicht die Stirn. Dann sah er sich die Matte etwas genauer an und blinzelte. Das war doch völlig irrsinnig und gemein, er war nicht einmal groß genug, um alle Felder erreichen zu können, dachte er. Allerdings, sagte eine kleine Stimme, wäre er dann schneller durch. „Na dann … Fuji-senpai darf anfangen.“, schnurrte er mit einem Ton, der deutlich machte, dass er es schnell hinter sich bringen wollte. Doch anstatt sich darüber zu beschweren oder es anzusprechen, lächelte Fuji nur noch mehr. „Saa … mit Vergnügen, also Oishi?“

„Was? Oh ja, rechte Hand auf Grün.“

Unbekümmert beugte sich der Tensai nach unten, wobei das weiße Trikot über seinen Rücken leicht hinabrutschte und Ryoma einen Blick auf delikate, helle und makellose Haut erhaschte, bevor er mit geröteten Wangen zur Seite sah. „Echizen, linke Hand auf Gelb.“ Er rollte mit den Augen und lehnte sich dann ebenfalls nach unten. Dieses Mal war er jedoch froh darum, dass sein T-Shirt immer noch leicht feucht war, sodass es mehr an seinem untersten Rücken klebte, als dass es hinabrutschte. Was ihn jedoch irritierte, war Fujis heißer Atem an seinem Ohr. „Saa … macht's schon Spaß?“

„Höllischen.“, entgegnete er monoton und drehte im gleichen Moment den Kopf, nur um beinahe zurück zu fahren, weil Fujis Gesicht direkt vor seinem war. Und in exakt dem Augenblick wurde ihm bewusst, was der Tensai vor hatte. Dieser verdammte Mistkerl! Die Erkenntnis musste so klar in seinen goldgrünen Augen stehen, dass sie Fuji zum Grinsen brachte. „Ich sagte doch, ich bekomme meine Revanche.“, schnurrte Fuji so sinnlich, dass Ryoma fast den Halt verlor und dabei beugte er sich doch nur nach unten. „Verdammter Mistkerl.“, fauchte er und Fuji grinste. „Sprache!“, ermahnte Tezuka ihn, woraufhin er einen mörderischen Blick in Richtung seines Buchous sandte. Der hatte doch keine Ahnung …

Es waren jetzt zwei Jahre seit ihrem Spiel im Regen und Ryoma versuchte seither jede Möglichkeit mit Fuji zu nutzen, um es endlich fortzusetzen. Doch egal was passierte, es wurde immer unterbrochen. Was sie tatsächlich beenden konnten, waren wiederum lächerliche andere Spiele gegeneinander. Wie Bowling, wo jedoch absolut niemand gewonnen hatte. Tischtennis – Fuji hatte ihm fast die Hosen ausgezogen – bildlich gesprochen wohlgemerkt. Billard – hier hatte Ryoma gewonnen und genau das war das Problem. Denn der Tensai musste wohl ziemlich gut sein, nach jahrelanger Erfahrung, während Ryoma zum ersten Mal gespielt hatte. Und dieses Mal verlor der Tensai die Hosen. Natürlich ebenfalls nicht wörtlich genommen. Dennoch … Ryoma hatte es genossen.

Jetzt allerdings musste er gestehen, vielleicht doch lieber auf Fujis Forderung nach einer Wiederholung eingegangen zu sein. Denn jetzt, wo er hier stand, mit dem heißen Atem des Todes im Nacken … fühlte es sich wirklich so an, als würde er heute die Hose verlieren. Und dieses Mal meinte er es wirklich wörtlich.

~*~

Ryoma biss sich leicht auf die Lippen. Er wusste nicht, was schlimmer war, die heftige Spannung hier im Clubraum oder die des heftigen Gewitters draußen. Allerdings glaubte er nicht, dass es draußen so heiß war, wie hier. Er sah seine Teamkameraden nicht deutlich genug, um zu wissen, wie sie sich fühlten, aber er glaubte, peinlich und unbehaglich traf es vielleicht ganz gut.

Er jedenfalls würde sich so fühlen, würde einer seiner Teamkollegen ganz offen von einem anderen gerade zu belästigt werden.

Oishi räusperte sich, bevor er den nächsten Befehl an Fuji gab, dessen Blick nicht eine einzige Sekunde von ihm glitt. „Linker Fuß auf rot.“ Ryoma war irgendwann von seiner nach vorne gebeugten Position, in eine Position gekommen, in der er seinem Senpai wortwörtlich ausgeliefert war. Er stützte sich mit seinen beiden Armen hinter sich ab, was mit der Zeit selbst für seine Kondition anstrengend wurde. Und ebenso mit beiden Füßen, bedacht mit dem Hintern nicht die Matte zu berühren. Fuji während dessen musste betrogen haben, denn er räkelte praktisch über ihn, mit den Händen links und rechts von Ryomas Seiten, einem Bein zwischen den seinen und eines glitt gerade über sein rechtes. „Saa … wir sollten das ins Training integrieren, ne Tezuka.“

„Hm.“ Ihr Buchou hörte sich so an, als würde er kurz vor einem Herzinfarkt liegen, aber Ryoma konnte es ihm auch nicht verübeln. Er sah es zwar nicht. Aber das hier hatte verstörende Ähnlichkeit mit etwas, das sich mal sein Vater angesehen hatte. Nur nicht mit zwei Jungen … Er schauderte beinahe bei der Erinnerung, was Fuji augenblicklich bemerkte und die tiefblauen Augen amüsiert funkelten. „Saa, gibst du auf?“ Der heiße Atem gegen seinem Hals, ließ ihn tatsächlich schaudern, woraufhin er den Kopf drehte und den Tensai furios anfunkelte. „Niemals!“

„Oh man ...“ Oishi klang deutlich besorgt, bevor er den nächsten Befehl an ihm gab und Ryoma sah seinen Tod direkt vor sich winken. Es war vorbei …

„Rechte Hand auf rot, Echizen.“ Während Fujis Augen siegreich funkelten, blickte Ryoma langsam zu dem roten Feld, welches ihm am Nächsten war, dann zu Fuji und zurück. Er spürte die Anspannung in seinen Muskeln, sich weiter unter dem Anderen aufrecht zu halten, deutlich wachsen. Die Verlockung jetzt einfach aufzugeben und in Würde unterzugehen, war verführerisch. Dennoch … Fuji – der perverse Tensai – dachte, er könnte Ryoma hier und jetzt zum Aufgeben zwingen, weil er körperscheu war? Von wegen!

Von neuer Kampfeslust gepackt, atmete er tief durch, blickte herausfordernd in azurblaue Augen, bevor er sein Gewicht etwas mehr auf seinen linken Arm verlagerte, sich dann unter Fujis Körper schob und seine rechte Hand auf das rote Feld stemmte, neben der Hand, die auf gelb lag, womit sie von ihren Armen, bis hin zur Hüfte einander berührten. Dabei hörte er das sachte Knarzen des Plastiks unter Fujis Fingern, was ihn befriedigt grinsen und in Fujis Ohr wispern ließ. „Du solltest mich nicht herausfordern.“ Damit lehnte er sich ein wenig zurück, um dem Älteren wieder in die Augen zu blicken. Dieser blinzelte einmal kurz, bevor er jedoch wieder grinste und Ryoma anstrahlte. „Saa … dabei liebe ich nichts mehr.“

Er konnte es nicht glauben. Hatte der Ältere denn überhaupt keine Schamgrenze? Doch bevor er sich der Antwort stellen konnte, wurde ihm bewusst, wie still es um sie herum geworden war und drehte gleichzeitig mit dem Tensai den Kopf, wobei ihm die geschockten und verstörten Gesichter seiner Teamkollegen bewusst wurden. Momo-senpai sah aus, als würde er einen Schlaganfall haben, während Kaidoh-senpai stark gerötet eine Ecke fixierte. Deutlich geschockt. Inui hatte den Stift fallen lassen. Tezuka rieb sich die Stirn. Oishi hielt den Blick gesenkt und Eiji sowie Kawamura versuchten keinen von ihnen beiden anzusehen. „Saa … ich hab doch gesagt, es würde Spaß machen.“, kicherte Fuji über ihm, der daraufhin so sehr gegen ihn vibrierte, dass Ryoma die Wahl hatte zwischen einer heftigen Erektion oder Verlieren. Wobei das Erstere es sowieso unmöglich gemacht hätte, weiter durchzuhalten. Besonders durch die Hitze, die Fuji von sich abstrahlte.

~*~

„Das müssen wir dringend wiederholen.“, kicherte Fuji Stunden später, wobei Ryoma ihm einen zweifelnden Blick zuwarf, während er die Bettdecke anhob und sich darunter, und an die warme Seite seines Freundes kuschelte. „Du brauchst kein Twister, um mich zu belästigen.“, entgegnete er ebenso leise, wie deutlich genervt, doch Fuji grinste nur, bevor sich lange, irrwitzige Finger unter seinen Pyjama schoben und seine Haut streichelten.

„Stimmt. Ich brauchte Twister, um dich ohne Runden laufen zu müssen, belästigen zu können.“
„Buchou hat dich laufen lassen, weil du mich mitten im Spiel angefallen hast.“
„Ich hab meinen Freund nur geküsst.“

Ryoma atmete tief durch und entschied sich schließlich dafür, sich auf Fuji zu legen und dessen Hände auf seiner Haut zu genießen. Statt zu versuchen, ihm zu erklären, dass es nicht nur Küsse waren, die ihn atemlos auf dem Court zurückgelassen hatten, sondern zusätzlich die gleichen Finger, welche wie damals auch, den gleichen Weg unter den Bund seiner Shorts nahmen …

„Du weißt, dass jetzt alle einen Schock fürs Leben haben, ja?“
„Saa … das ist doch der Spaß an der Sache. Als hättest du es nicht genossen.“

Das hätte er, wäre Fuji der mit der Erregung gewesen und nicht er. „Sadist.“, murmelte er darum gegen den Hals seines Geliebten, welcher nur lächelte und ihn sanft auf die Stirn küsste. „Schmusekater.“

„Ärger mich weiter und ich bringe Buchou dazu, dich wieder laufen zu lassen.“ Unschuldig sah er auf in azurblaue Augen, welche leicht amüsiert glitzerten. „Saa … aber ich bin der Sadist in unserer Beziehung?“

Was auch immer Ryoma sagen wollte, ging in einem leidenschaftlichen Kuss unter, den er nur zu gerne erwiderte. Zugegeben … währen sie alleine gewesen, hätte ihm Twister mehr gefallen. Und das nicht nur, weil er tausend dreckige Vorstellungen darüber hatte, wie er seinen Tensai besiegen könnte.

~*~ Finish ~*~

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