Tanpen shōsetsu

von Kosakoni
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Echizen Ryoga Echizen Ryoma Fuji Syusuke Sanada Genichirou Tezuka Kunimitsu Yukimura Seiichi
09.06.2018
31.03.2020
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Anmerkung:
Erstmal ist es echt schön zu sehen, dass es immer noch Leute gibt, die Prince of Tennis lesen und darüber hinaus, unser Thrill Pair genießen. Die beiden sind aber auch eine Klasse für sich.
Jedenfalls danke für die vielen Favoriteneinträge aus der letzten PoT FF von mir.

Hier werde ich ein paar Kurzgeschichten über unser Thrill Pair veröffentlichen. Sollte eine Geschichte einen kennzeichnungspflichtigen Inhalt haben, merke ich das natürlich mit an. ;-)

Über Kommentare würde ich mich natürlich wie immer sehr freuen und wünsche viel Vergnügen beim Lesen.

Eure Kosakoni

~*~

Alle zwei Jahre gab es für alle Tennisakademien sogenannte Mix-Ups. Ryoma, der erst seit einem Jahr bei Seigaku war, hatte absolut keine Ahnung, was damit überhaupt gemeint war, bis Tezuka es ihm erklärte. „Also irgendein Senpai muss für eine Woche in eine gegnerische Mannschaft, während wir einen von deren Vollidioten bekommen?“, fragte Ryoma ungläubig, woraufhin Tezuka leicht den Kopf neigte und ihn mahnend, aufgrund seines Ausdrucks, anblickte. Doch bevor er etwas erwidern konnte, wandte sich ihre Trainerin zu Wort, die jedem einen Zettel in die Hand drückte.

„Nachdem beim letzten Austausch so ein Chaos entstanden ist, wird dieses Mal die Wahl des Beteiligten anonym abgehalten.“ Ryoma nahm aus ihrer Hand einen Zettel und runzelte die Stirn. „Was für ein Chaos?“, fragte er leise Fuji, der rechts von ihm auf der Bank saß und ein amüsiertes Grinsen auf den Lippen trug. Der Tensai lehnte sich zu ihm, woraufhin dessen warmer Atem über seine Schläfe fuhr und Ryoma blinzelte. „Saa … zwei unserer Senpais damals hätten sich fast geprügelt, wäre Tezuka nicht freiwillig gegangen. Das war lustig.“ Er sah, wie die blauen Augen des Älteren leicht aufblitzten und Ryoma blickte zurück auf seinen Zettel. Er würde sich nie an den Humor des Tensais gewöhnen. Obwohl … eigentlich wäre dessen Art in einem fremden Team gewiss amüsant, dachte Ryoma mit großer Schadenfreude, bevor er Fujis Namen auf den Zettel schrieb und diesen befriedigt zusammenfaltete.

„Saa … ich wusste gar nicht, dass du mich loswerden möchtest, Echizen-kun.“, kicherte Fuji neben ihm, woraufhin er ihn leicht böse fürs Luschern, anblickte. „Mada mada, Senpai. Das hat nichts mit dir zu tun.“ Und als würde der genau wissen, was Ryoma meinte, grinste er nur noch amüsierter, während die langen Finger sich um einen Bleistift schlangen und einen Namen auf dem eigenen Zettel verfassten.

Fünf Minuten später hatte ihre Trainerin die Zettel wieder bei sich und öffnete sie schweigend. Dabei konnte Ryoma sehen, wie ihr Gesicht einen teils belustigten, teils besorgten Ausdruck annahm. Der sich zwischen beiden Emotionen immer wieder abzuwechseln schien. Schließlich schloss sie kurz die Augen und Ryoma glaubte zu hören, wie sie der anderen – noch unbekannten Mannschaft – viel Geduld und Glück wünschte, bevor sie sich räusperte.

„Ich muss sagen, das überrascht selbst mich ...“ Ryoma neigte den Kopf, während Fuji neben ihm wieder schmunzelte und er ihm einen zweifelnden Blick zuwarf. „Also die Person, die ab morgen in eine andere Akademie muss … für eine Woche – und ich bin nicht sicher, wem ich mehr Beistand wünschen möchte – ist Echizen.“

„Gott sei Dank!“, entfuhr es Momo auf der anderen Seite der Bank, woraufhin Ryoma ihn giftig anblickte. „Du!“, fauchte er und machte tatsächlich Karupin Konkurrenz, so heftig, wie Momo dadurch zusammenzuckte und Ryoma entschuldigend ansah. Sich dabei im Nacken kratzte. „Es tut mir leid, Echizen, aber du musst an deine Senpais denken. Du bist der Jüngste, dir tut doch niemand was. Mach es für das Team.“

„Ja, da muss ich Momo-chan zustimmen, Ochibi. Du bist zu süß, als dass dir einer was machen würde.“, schockiert blickte Ryoma von Momo, zu Eiji, der ihn beschwichtigend anlächelte. Hatten sie eigentlich vergessen, wie viele gegnerische Spieler – wohlgemerkt, gegen die er noch nicht gespielt hatte – ihn verachteten und hassten? Schließlich sah er zu Tezuka, der bewusst zur Seite blickte und Ryomas Herz brach. „Buchou? Du auch!?“ Er fühlte sich unendlich verraten. Schließlich sah er zu Fuji, der ihm die Hand auf die Schulter legte und seelig lächelte. „Saa, wenn es dich tröstet, ich hab für mich gestimmt. Wann hat man schon die Gelegenheit seine Gegner zu infiltrieren und von innen heraus zu zerstören?“ Ryoma blinzelte. Dann schnaubte er und verschränkte bockig die Arme vor der Brust. „Ich hoffe, ihr bekommt Atobe!“

„Saa … dann musst du aber nach Hyotei, Echizen-kun ...“, merkte Fuji neben ihm amüsiert an, während lange Finger über seine Schulter glitten und er schockiert zu Boden starrte. Oh … oh bitte nicht!

~*~

Wenigstens musste er nicht alleine zu dieser dummen Ziehung, dachte Ryoma missmutig, als er am nächsten Tag mit Fuji und Tezuka bei der Versammlung ankam. Um – verdammte – sieben Uhr morgens. Abweisend verschränkte er die Arme vor der Brust, wodurch sich eine unüberwindbare Aura um ihn bildete, die alle, die ihn ansahen, sofort vor Schreck ihren Blick abwenden ließ. „Saa, nun nicht so düster, Echizen-kun.“, beschwichtigte Fuji sanft und lächelnd, eh er fortfuhr. „Stell dir vor, vielleicht willst du nach der einen Woche ja gar nicht mehr gehen.“

„Unwahrscheinlich. Von allen Akademien hab ich die, mit den am wenigsten Durchgeknallten erwischt.“, murmelte er angesäuert, wodurch Tezuka ihn einen komischen Blick zuwarf und Fuji neben ihm kicherte. „Saa, das klang beinah wie ein Kompliment.“

„Was auch immer. Das zahl ich euch noch heim.“ Eigentlich sagte er es mehr zu sich, als seinem verräterischen Buchou. Wie konnte dieser ihn – den neuen Pillar of Support – einfach so austauschen? Das war … Ryoma fühlte sich zutiefst betrogen von seinem Buchou.

„Fufu, wenn das nicht Seigaku ist. Und wen liefert ihr im Austausch aus?“ Ryoma schauderte angewidert durch diese Stimme und warf Yuuta, der neben dem Schwarzhaarigen stand, einen Blick zu. Wie konnte er mit dem eigentlich ab? Ehrlich. „Lass mich raten, du lässt Yuuta deine Drecksarbeit machen?“, fragte er den Manager genervt, dessen Namen er gar nicht mehr wusste. „Oh, Echizen-kun. Es ist doch keine Drecksarbeit. Nein, nein, fufu. Yuuta hier ist ausgewählt worden, um neue Erfahrungen zu sammeln. Ich bin nur hier, um unsere Akademie zu vertreten. Als Manager ist es schließlich meine Pflicht, sicherzugehen, dass die Person, die in unsere gewählt wird, auch ausgezeichnet beraten ist.“ Dabei fuhren dunkelblaue Augen über seine Erscheinung, woraufhin Ryoma sich zwingen musste, keinen Schritt zurück zu treten. Oder Fuji zwischen sie zu ziehen. Stattdessen sah er zu dem Tensai, der den Schwarzhaarigen abschätzend musterte, so, als würde er sich vorstellen ihn langsam zu häuten. „Bring mich um, wenn ich da rein muss.“, bestand er, woraufhin Fujis Mundwinkel zuckte. Aber bevor er sich das Horrorszenario ausmalen konnte, wurden sie alle darum gebeten, ihre Plätze einzunehmen.
Woraufhin sie sich in dem großen Saal in den einzelnen Sitzreihen aufteilten. Zwischen Tezuka und Fuji fühlte er sich noch nie wohler, wie in diesem Augenblick. Schließlich beobachteten sie einen irrsinnigen Wechsel, nach dem Nächsten, wodurch Fuji neben ihm amüsierte Szenarien in sein Ohr murmelte und Tezuka ihn dauernd eindringlich ansah, weil Ryoma sich darauf einließ. Zumindest ließ es ihn für einen Moment seinen eigenen Horror vergessen. Besonders weil am Schluss nur noch vier Akademien übrig waren. Rikkaidai, St. Rudolf, Hyotei und Seigaku.

„Die Seishun Akademie stellt Echizen Ryoma, im Austausch mit ...“, sein Herz blieb für eine Sekunde stehen, als sich St. Rudolphs Manager zu ihm drehte und ihn bereits musterte, woraufhin Ryoma die Hand in das nächstbeste krallte – Fujis Knie. „Saa … ich würde mich eigentlich schon darauf freuen, mit meinem Bruder mehr Zeit zu verbringen ...“

„Rikkaidais Yanagi Renji.“, erleichtert sank Ryoma gegen die Bank und atmete tief durch. Er würde keine Woche mit diesem lila Monster verbringen müssen und ebenso wenig mit einem aus Hyotei. Rikkaidai war … okay. „Saa … so sehr ich deine Berührung schätze, ich glaube, du musst zu deinem neuen Team.“ Verwirrt drehte er den Kopf zu Fuji, dessen Augen ihn amüsiert musterten, bevor er zu seiner Hand sah und diese sofort mit stark geröteten Wangen von Fujis Schenkel zog. Schließlich stand er zögernd auf, nachdem Yuuta mit dem verbleibenden Oshitari aus Hyotei wechseln sollte. „Echizen. Sei stets auf der Hut.“, ermahnte Tezuka ihn sanft, aber Ryoma erwiderte seinen Blick nur bockig. „Mada mada dane, Buchou.“

„Saa … ist es nicht süß, wenn sie älter werden, Tezuka?“, fragte Fuji amüsiert und Ryoma rollte mit den Augen, weil er nicht sicher war, wie er darauf antworten sollte. Stattdessen wandte er sich ab und suchte stattdessen sein neues Team. Sich darüber bewusst, seine beiden Senpais hinter sich zu haben. Kurz darauf sah er auch schon einen bekannten, dunkelblauen Haarschopf und das dazu passende, sanftmütige Gesicht von Yukimura, der sich mit Yanagi unterhielt. „Ah … da ist er auch schon.“, strahlte der Blauhaarige und trat an ihn heran, woraufhin Ryoma eine Hand nach ihm ausstreckte. „Yadda!“

„Hm, wie ich sehe, ist euer Echizen immer noch so schüchtern.“, lächelte Yukimura und legte statt wie nach ihrem Spiel damals, die Arme um ihn, nur eine Hand auf die Schulter und lächelte Tezuka an, der hinter ihm stand. „Ich verspreche gut auf Echizen-kun aufzupassen. Er ist in besten Händen.“ Zweifelnd verdrehte Ryoma die Augen und verschränkte abwehrend die Arme.

„Ich sehe, Sadaharu ist nicht hier.“, sagte der ruhige Stratege Rikkaidais, der fast ein wenig enttäuscht wirkte, aber Ryoma konnte sich auch irren. Er war nie sonderlich gut darin, die Emotionen fremder Menschen zu deuten. „Ich denke, wir werden von dieser Erfahrung interessante Daten ziehen können, ne Echizen?“

„Bringen wir's schnell hinter uns.“, schnaubte er nur und ignorierte, wie sanft Yukimura ihn berührte und wie Fujis Augen, die Hand auf seiner Schulter musterten.

~*~

„Das ist echt cool, jetzt bin ich wenigstens nicht mehr der Jüngste!“, begrüßte ihn ein Schwarzhaariger, der ihm irgendwie bekannt vorkam und Ryoma ihn für einen Moment musterte, bevor er sich erinnerte. „Du bist der, mit dem Fuji-senpai den Court gewischt hat.“, grinste er und brachte somit Yukimura zum Schmunzeln, während Sanada ihm einen kühlen Blick zuwarf. Dann sprang jemand auf seinen Rücken und drückte ihn fast die Luft ab. „Nyaaaahahaha, den mag ich jetzt schon!“, kicherte sein Angreifer lauthals über ihm, woraufhin Ryoma sich ebenso laut wehrte.

„Runter, Bunta-kun. Du willst unseren Neuzugang doch nicht jetzt schon verschrecken.“, schmunzelte der Blauhaarige und Ryoma warf beiden einen wütenden Blick zu. Scheiße! Er dachte zumindest hier für eine Woche den nervigen Knuddelattacken entkommen zu sein, die ihn Eiji immer unterzog. „Aber er ist so süß! Wie können die von Seigaku ihn nur aus ihren Händen lassen?“, fragte der Rothaarige, bevor er eine Kaugummiblase machte und Ryoma einen weiten Schritt von ihm zurückwich. Aus Angst davon etwas in die Haare zu bekommen.

„Jetzt entspannt euch alle wieder!“, befahl Sanada, der sich an ihn wandte und ihm dann etwas hinhielt. „Das ist deine neue Schuluniform. Da wir nicht damit gerechnet haben, dich für den Austausch zu erhalten, wirst du für eine Woche mit Yukimura und mir in einer Klasse sein.“, erklärte der Schwarzhaariger in einem ruhigen Tonfall, der Ryoma langsam begann zu beruhigen. Zumindest eine Person, die ihn nicht umarmen, anfassen oder sonst was wollte. Dann aber sah er etwas Blaues unter dem Hemd hervorlugen und zog es skeptisch hervor. „Das … ist eine Krawatte.“

„Gut erkannt und jetzt zieh dich um. Wir dulden bei Rikkaidai keine Verspätungen zum Unterricht und ebenso wenig zum Training. Wenn du zu spät kommst, musst du zwei Wochen das Trainingsgelände fegen und bist vom Training ausgeschlossen.“ Ungläubig sah er zu Sanada auf, dessen Blick nicht so aussah, als würde er ihn verarschen wollen. Dann schlang sich ein Arm um seine Schultern. „Ha, dann müsste ich den Platz ja mal nicht alleine fegen, ne Ryo-kun?“

Ryoma schloss die Augen und fragte sich, ob es bei St. Rudolph vielleicht nicht doch besser gewesen wäre.

~*~

„Du erinnerst mich sehr an Genichirou-kun.“, lächelte eine warme Stimme plötzlich neben ihm, woraufhin sich Ryoma fast an einem Reiskorn verschluckte, weil er gedacht hatte, wenigstens hier auf dem Dach mal alleine zu sein. Er hatte sich geirrt.

„Ach und du mich an unseren Taka-san. Er hat auch eine gespaltene Persönlichkeit.“, erwiderte er trocken, woraufhin Yukimura amüsiert lachte und ihm sanft über die Schulter strich. „Du bist echt niedlich. Um ehrlich zu sein, haben wir damit gerechnet, Inui oder Tezuka würden sich zum Tausch verpflichten. Nicht ihr Jüngster.“

„Das liegt daran, weil sie mich euch zum Fraß vorgeworfen haben. Verdammte Verräter.“, schnaubte Ryoma und pickte in seinem Sushi herum. Das würde er ihnen auch nicht leichtfertig durchgehen lassen. Für Momo hatte er schon eine perfekte Rache geplant, bei Eiji … war er noch nicht sicher. Aber Buchou … hierfür musste er nur eine spezielle Telefonnummer wählen.

„Wie schade, dass du so darüber denkst. Weißt du, woran ich denke, wenn ich mir dich bei uns im Team vorstelle?“ Ryoma hielt inne, bei dem warmen Tonfall und schluckte etwas. Das … klang anders, als wenn Fuji so schnurrte, dachte er, eh er den Kopf zu dem Buchou drehte und sofort in violette, sehr warm schimmernde Augen sah. „An ein atemberaubendes Re-Match mit dir. Genichirou ist ebenfalls schon sehr euphorisch, lass mich dir das sagen. Nur schade, dass Renji das verpasst. Er hätte es geliebt, einmal mit dir spielen zu können. Schließlich haben wir nur sehr selten die Gelegenheit auf so ausgezeichnete Gegner wie dich. Und noch weniger sie auf unserem eigenen Platz zu haben.“

Das klang tatsächlich … verführerisch, dachte Ryoma und beäugte den Älteren vorsichtig. „Das heißt, ich darf wirklich beim Training gegen dich und Sanada spielen?“

„Du kannst spielen, gegen wen du willst. Im Augenblick haben wir kein spezielles Trainingsprogramm, da alle wichtigen Turniere hinter uns liegen.“ Ryoma spürte bereits, wie sein Innerstes bei diesem Angebot ganz heiß und kribbelig wurde. Vielleicht … war es hier ja doch nicht so übel. Da konnte er sich sogar mit der Krawatte anfreunden, die ebenso schief unter seinem Kragen lag, wie die unter Yukimuras. „Hm … stimmt, vielleicht lernt ihr ja dann was.“, entgegnete er schließlich mit seiner gewohnten Arroganz, die Yukimura lächeln ließ und warme Finger seine Schulter drückten.

~*~

Völlig außer Atem sank Ryoma gegen die Tür des neuen Clubhauses.
Er konnte seine Finger kaum mehr fühlen und ihm war sogar ein wenig schwindelig.
Aber verdammt, wenn das nicht das beste Training seines bisherigen Lebens war …

~*~

Ryoma hatte keine Probleme in der Schule den Unterricht zu verstehen, obwohl er nun zwei Klassen höher lag, als gewöhnlich. Tatsächlich brauchte er nur die Notizen von Sanada, um sich in die Themen einzulesen. Wobei ihm jedoch in Englisch auffiel, dass er Ältere nicht schlecht, aber eben auch nicht so gut war, wie er es gewiss sein könnte …

„Wäre es für Sanada-senpai in Ordnung, würde ich ihm seine Fehler anmerken?“, fragte er ihn schließlich am zweiten Tag vor Englisch, woraufhin die braunen Augen ihn kurz stutzig anblickten. „Welche Fehler? Konomi-sensei sind keine Fehler aufgefallen.“, erwiderte der Schwarzhaarige ruhig und Ryoma nickte. „Aa, das liegt aber auch daran, weil Konomi-sensei, wie auch mein Englischlehrer, nicht in Amerika gelebt hat. Ich jedoch für zwölf Jahre.“

„Echt? Cool, dann kann Ryo-chan ja unsere Hausaufgaben in Englisch machen.“, strahlte Bunta hinter ihm. Sanada, ebenso wie Ryoma drehten sich daraufhin synchron zu ihm . „Nein!“
Yukimura der am Fenster saß, versteckte sein Lachen hinter einer Hand. Dann aber stand er auf und schulterte die Schultasche. „Ich gehe jetzt zum Französischunterricht. Und du bist sicher, nicht ein wenig Französisch lernen zu wollen, Ryoma-kun?“ Nach bereits einem Tag, von zweien aus dem Team, so persönlich angesprochen zu werden, war es nicht, was Ryoma sonderlich störte. Schließlich war er es aus Amerika gewohnt. Auch, wenn es hier in Japan eine völlig andere Bedeutung hatte …
Was ihn einen Schauer über den Rücken jagte, war die Art, wie der Blauhaarige ihn dabei ansah, wenn er Französisch aussprach. „Buchou.“, murmelte Sanada leise und Ryoma sah auf seine eigenen Unterlagen, während der Blauhaarige jedoch leise kicherte und ihm über die Schulter strich. „Ich meine ja nur, … es lohnt sich immer, seinen Horizont zu erweitern.“

Nachdem Yukimura gegangen war, zögerte Sanada, bevor er sich zu ihm wandte. „Du sagst also, es seien Fehler in meinen Aufgaben?“

~*~

„Ich spiele keine Doppel.“, murmelte Ryoma, während er sich ein Kühlpack gegen die Stirn hielt, ebenso wie Kirihara. Yukimura stand vor ihnen und er glaubte, dass der Blauhaarige unsicher war, ob er lachen oder ernst bleiben sollte. Natürlich wusste Ryoma nicht, wie es ausgesehen hatte, als er und Kirihara nach demselben Ball gehen wollten und sich dabei gegenseitig umgehauen hatten. Aber er konnte es sich leider zu gut vorstellen. Der Schmerz hinter seiner Stirn war jedenfalls ein guter Indikator.

„Vielleicht … braucht es ja nur ein wenig Übung.“ Yukimura musterte ihn nachdenklich, aber Ryoma schüttelte nur den Kopf. „Das hat mit Übung wenig zu tun. Ich spiele keine Doppel, weil meine Seite vom Court, alleine mir gehört.“, sagte er stur, woraufhin Yukimura einen langen Blick mit Sanada tauschte, eh er nickte und Ryoma sanft zum Court schob. „Nicht bei einem Doppel, Ryoma-kun.“, schnurrte der Ältere und bückte sich, während er ging, nach Ryomas Schläger, bevor er ihm das Kühlpack aus den Fingern nahm und es Jackal in die Hand drückte, der neben dem Court mit Bunta stand und sie amüsiert musterte.

Leicht perplex ließ sich Ryoma von dem Buchou auf den Court ziehen, während Sanada zusammen mit Kirihara auf die andere Seite trat. Er war nicht sicher, ob das eine gute Idee war ...
„Das wird nicht funktionieren.“, murmelte Ryoma leicht stur, aber Yukimura schob ihn nur bestimmt auf die Mitte ihrer Seite und stellte sich dann direkt hinter ihn, was ihn schockieren sollte. Aber nach bereits drei Tagen schockte ihn kaum noch etwas an der physischen Präsenz des Älteren. „Ein Doppel zu spielen, Ryoma, ist nur eine Frage des richtigen Partners. Die besten Spieler können nichts ausrichten, wenn sie auf dem Court einander nicht vertrauen.“

Sein Blick fiel zum Spielfeldrand, wo noch irgendwo seine Kappe liegen musste, nachdem sie ihm beim Zusammenstoß mit Kirihara, vom Kopf geflogen war. Schließlich fühlte er sich ohne sie furchtbar entblößt. Ganz besonders durch die Wärme an seinem Rücken und dem warmen Atem an seinem Ohr. „Denkst du also, du könntest versuchen, mir den hinteren Teil des Courts überlassen, während du vorne bleibst?“ Ryoma mochte es ganz und gar nicht wie belustigt der Ältere klang, woraufhin er den Kopf drehte und ihn aus leicht giftigen Augen anblickte. „Verlass dich drauf leer auszugehen … Buchou.“ Damit trat er einen Schritt nach vorne, aus dem Griff des Blauhaarigen und wechselte den Schläger von rechts auf links und blickte Sanada abwartend an.

~*~

Es endete, ohne weiteren Verletzungen und Ryoma musste zugeben, dass es nicht das schlechteste Doppel war, das er je spielen musste. Wobei es ihn tatsächlich überraschte, dass sich Yukimura eher zurücknahm, als Ryoma selbst. Was aber einfach daran liegen könnte, weil er zu versessen darauf war, einfach jeden verdammten Ball zu bekommen.

„Saa … das war recht beeindruckend.“, schnurrte eine Stimme vom Spielfeldrand, die ihn leicht überrascht den Kopf dorthin drehen ließ. Blinzelnd fuhr er sich durch die Haare, dann ging Ryoma zu seinem Senpai, der seine Mütze in der linken Hand hielt und Ryoma aufmerksam aus seinen intensiven, blauen Augen anblickte. „Saa, da bist du drei Tagen in einem anderen Team und spielst schon Doppel mit Yukimura-kun.“ Etwas in Fujis Ton, brachte Ryoma leicht zum Erröten. Da ließ er sich nur zu gerne von dem Tensai, seine Kappe aufsetzen, wobei er fast die Augen schloss, bei dem angenehmen Gefühl von kühlen Fingerspitzen, die sachte über seinen feuchten Nacken glitten. Allerdings widerstand er dem Drang und erwiderte stattdessen Fujis Blick.

„Er ist unglaublich.“, merkte Yukimura hinter ihm plötzlich an, woraufhin sich Fujis Blick hob und er über Ryomas Kopf hinweg den Blauhaarigen anblickte. „Saa … allerdings.“, kam es lächelnd von dem Tensai. Aber irgendwie ließ es Ryoma fast erschaudern. „Was führt Seigakus Tensai so weit in feindliches Gebiet? Du misstraust uns doch nicht oder?“

„Saa, Hyotei liegt in der Nähe und ich wollte nach meinem Bruder sehen.“, erwiderte Fuji sogleich, was Ryoma fast glauben würde – also, dass das der einzige Grund wäre – schließlich kannte er den Brünetten schon lang genug, dass er wusste, wie gleichgültig Fuji andere Menschen für gewöhnlich waren, die nicht Yuuta hießen. Nun … oder manchmal auch Echizen. Dann fielen blaue Augen auf Kirihara, der mit Sanada von der anderen Seite trat, eh sie sich wieder auf ihn richtete und Fujis Blick kurz über seine Erscheinung glitt. Kurz und beinahe unbemerkt, aber Ryoma spürte es. „Wenn Senpai wartet, komm ich mit ihm.“, bot er an, mit einem eindeutigen Blick unter seiner Kappe, der Fuji knapp nicken ließ.

„War schön dich wiederzusehen, Fuji-kun.“, lächelte Yukimura, bevor sich dessen Hand auf seine Schulter legte und irgendwie hatte Ryoma das Gefühl, dass die Berührung dieses Mal, aus einem anderen Grund initiiert wurde, als Freundlichkeit.

~*~

Ryoma warf einen Blick zur Seite, wo Fuji neben ihm lief und dann wieder nach vorne. „Wir wissen beide, würdest du Yuuta besuchen, würde er dich nur wieder mit einem Monat Schweigen strafen.“

„Saa ...“, antwortete Fuji lächelnd, was ihn fast seufzen ließ. Schließlich blieb Ryoma stehen und zupfte etwas am Riemen seiner Tennistasche. „Ich kann auf mich aufpassen.“, versicherte er dem Größeren, der daraufhin ebenfalls stehen blieb und azurblaue Augen sich sofort öffneten, eh sie über seine Erscheinung glitten. Dabei auf seiner ungeraden Krawatte fielen, die er sich achtlos gelockert hatte und tatsächlich nicht einmal wusste, warum er sie nach dem Training nicht einfach achtlos in die Tasche gestopft hatte. „Eiji-kun hat schon recht. Du bist manchmal echt zu süß.“, hauchte der Tensai plötzlich völlig unvermittelt, bevor er den Stoff der taubenblauen Krawatte umfasste und Ryoma an sich heranzog. Überrascht fiel seine freie Hand gegen Fujis Brust, im gleichen Moment, wie sich warme, weiche Lippen auf seine legten und Ryomas Herz stehen blieb. Eine Sekunde blickte er gen geschlossene Lider mit langen Wimpern, bevor seine eigenen Augen langsam zufielen und er auf die sachte Bewegung der weichen Lippen einging. Die andere Hand dann von seiner Tasche löste, um sie in Fujis Nacken zu schieben. In seinem Bauch kräuselte sich die gleiche intensive Hitze, wie vor einem Jahr bei ihrem Spiel, was ihn ebenso atemlos zurückließ, als sich Fuji langsam zurückzog und sich dann über die Lippen leckte. „Saa … kannst du nicht. Zumindest nicht außerhalb eines Courts. Aber dafür bin ich ja da, ne, Ryoma-kun.“

Er würde gerne argumentieren. Aber so, wie Fuji ihn ansah, … ließ er sich lieber erneut von ihm küssen. Und wenn er am nächsten Tag mit eindeutigen Malen auf seinem Nacken zum Training kam, schmunzelte Yukimura nur amüsiert, während Sanada wieder rot wurde.

~*~

Vier Tage später trat Ryoma wieder auf bekanntes Gelände, das sich nach dem einen Jahr bereits wie zu Hause anfühlte. Fast lächelte er, bei dem Anblick seines Teams, das ihm jedoch sofort entglitt, als Tezuka sich ihm zuwandte und direkt an ihn herantrat. „Buchou, … was?“, fragte er und wich einen Schritt zurück, doch wurde er von dessen Armen umschlungen, was sich fast so anfühlte, als würde er von einem steifen Baum umarmt werden. „Was soll das? Was habt ihr mit Buchou gemacht?“, fragte er schockiert, während er versuchte, sich aus Tezukas Armen zu befreien. Doch dann kam Eiji von der anderen Seite und Momo von hinten, was ihn nur noch mehr kämpfen ließ. „Leute, lasst mich los! Sofort! Leute! Fuji-senpai, hilf mir!“

„Saa … ich wollte schon immer ein Bild von einer Gruppenumarmung.“, schmunzelte Fuji, bevor Ryoma glaubte, Blitzlicht zu sehen. Von wegen, der würde auf ihm aufpassen!
„Du darfst nie wieder gehen!“, schluchzte Eiji während dessen dramatisch und Ryoma wollte zurück zu Rikkaidai.

~*~ Bonus ~*~

„Wow, wie bist du an all diese Daten gekommen?“, fragte Yukimura beeindruckt, über die sieben Notizbücher, die voll von neuen Informationen über Seigakus Stammspielern waren. Neuen Statistiken und Berechnungen, die es unmöglich machten, im nächsten Turnier gegen sie zu verlieren.

„Zusammen mit Inuis Geheimwaffe, war es mir ein Leichtes, diese Daten zu bekommen. Da fällt mir ein, ich habe ein neues Getränk, das ich gerne an unserem Team testen würde, … als eine neue Bestrafung.“ Renji lächelte geheimnisvoll und Yukimura schauderte leicht. Ihm schwante plötzlich Böses …

~*~ Fin ~*~
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