Torn inside

von Mrx230
OneshotSchmerz/Trost / P16 Slash
Ian Gallagher Mickey Milkovich
08.06.2018
08.06.2018
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Diesmal saß er alleine auf der Couch in diesem Raum voller Verrückter. Fiona hatte keine Zeit und er war froh darum, denn so konnte er alleine mit Ian sprechen. Über ihre Beziehung oder anderen scheiß, der seinen Freund gerade interessierte. Obwohl, wenn er recht nachdachte konnte das nicht allzu viel sein. Diese bipolare Störung kostete Ian alles. Seine Freude, seine Liebe, seinen Lebensmut. Mickey war so verzweifelt, verdammt was sollte er tun damit es seinem Freund besser ging? Er stützte seinen Kopf einen Moment lang auf seinen Handflächen ab und seufzte tief.
Die Tür am anderen Ende des Raumes schwang auf und Mickey blickte auf. Ian trat gedankenverloren in den menschenerfüllten Raum ein. Müde setzte er einen Fuß vor den anderen und kam der Couch näher, auf der sein Freund sich niedergelassen hatte. Dieser atmete tief ein und sprang dann auf, ging Ian entgegen und nahm ihn in die Arme. Auch dieses Mal erwiderte er seine Umarmung nicht, senkte lediglich seinen Kopf etwas und lehnte ihn an Mickeys an.
„Wie geht es dir?“, fragte er ihn und drückte ihn mit einer Hand an dessen Rücken leicht in Richtung Couch. Eine Antwort bekam er nicht. Kraftlos ließ Ian sich auf die Couch plumpsen und merkte nicht, dass sein Freund sich neben ihn setzte.
„Hast du heute schon gegessen? Falls nicht könnte ich uns sicher was aus der Cafeteria besorgen.“, versuchte Mickey es. Erfolglos. Aussichtslos. Es zeichneten sich dunkle Augenringe in Ians Gesicht ab, obwohl er erst zwei verkackte Nächte hier drinnen war und nur noch eine vor sich hatte. Mickey strich sich nervös mit der Hand über sein Kinn und beobachtete Ian. Trotz der Tatsache, dass er mittels Medikamenten ruhig gestellt wurde sah er aufgewühlt aus. Er verhielt sich nicht so, aber Mickey war sich sicher, dass in Ians Innerem ein wilder Sturm wütete, der seine Gedanken und Gefühle durcheinander brachte. Er wollte erneut dazu ansetzen etwas zu sagen, da drehte Ian seinen Kopf in seine Richtung und sah ihm direkt in die Augen. In Ians Augen war nichts als bittere Leere zu erkennen.
„Ich kann nichts fühlen, Mick.“, sein Blick wanderte zurück an die gegenüberliegende Wand. Mickey wusste wovon Ian sprach, er hatte sich bei Fiona über das verwendete Beruhigungsmittel informiert, beziehungsweise hatte sie ihn aufgewühlt damit vollgelabert und er hatte zugehört. Sorge hatte sich in seinem sonst so impulsivem Gemüt breit bemacht und ihn ruhig werden lassen, als hätte man ihm diese Drecks Medikamente gegeben. Er wollte nicht, dass sie Ian mit diesem Müll vollpumpten. Er sah Ian an, musterte ihn, spürte bei diesem Anblick einen grässlich ziehenden Schmerz in seiner Brust. Verdammte scheiße, er war mal einer der gefürchtesten Kerle auf der verkackten Southside gewesen, was er zwar immer noch war, nur dass er jetzt mit einem Mann hier saß, für den er alles geben würde und Innerlich bei dessen Anblick beinahe zerbrach. Das Schicksal war eine verkackte Bitch. Er lehnte sich kurz zurück und legte den Kopf in den Nacken, ehe er sich erneut nach vorne lehnte. Er konnte nichts für Ian tun, hier drinnen gab es keine Fröhlichkeit, blutige Schlägereien, Alkohol, Party, Drogen oder jegliche andere Form von Spaß. Aber hier drinnen gab es ihn, zwar nur für den Moment, aber er war hier und konnte mit Ian reden.
„Ian. Hey, Ian. Erinnerst du dich an diesen verrückten Tag, an dem wir das erste Mal gevögelt haben? Du wolltest eigentlich nur die Waffe von Kash zurückhaben und dann haben wir uns geprügelt und nach der Sache auf dem Bett gevögelt. Es war völlig verrückt, aber du musst zugeben, dass es ziemlich geil war.“, er schmunzelte hoffnungsvoll  und wartete auf eine Reaktion. Doch es kam keine.
„Oder als ich mich für dich geoutet habe und wir uns zusammen mit Terry geprügelt haben.“, an die Verhaftung seines Vaters dachte Mickey nur zu gerne zurück, denn seit diesem Tag gehörte Ian ganz offiziell zu ihm. Sogar Ian hatte sich immer gerne daran erinnert. Er konnte sehen, wie sich Tränen in seinen Augen bildeten dann stand er auf und wollte gehen.
„Ian? Ian. Ian!“, er sprang auf und stürzte ihm hinterher, bekam ihn gerade noch am Oberarm zu fassen. Er drehte sich um und es war, als würde er durch ihn hindurchsehen. Er konnte nichts sagen, was sollte er seinem Rothaarigen Freund jetzt sagen?
Er tat einen Schritt nach vorne und nahm Ian erneut in seine Arme, drückte ihn fest an sich heran und vergrub sein Gesicht an seiner Schulter. Mit einem Mal fühlt es sich so an, als würde alles Glück, was er in der Gegenwart des Rothaarigen immer verspürt hatte, aus seinem Körper weichen und ein Gefühl von Hilflosigkeit blieb zurück.
„Geh bitte noch nicht, Ian.“, brachte er flüsternd hervor. Er kam sich ja so erbärmlich vor, so schwach und zerbrechlich. So hatte er sich nie zuvor gefühlt.
Unerwarteter weise schlang Ian einen Arm um seine Taille und erwiderte den sanften Druck der Umarmung. Mickey drehte seinen Kopf und gab Ian einen Kuss auf die Stirn. Ein Kuss auf die Stirn war ein beschissenes versprechen.
„Wir kommen dich morgen holen, okay?“, Ian nickte nur knapp.
„Es tut mir leid, Mickey. Ich bin so eine Last.“, er schnaubte als wäre er vergnügt.
„Halt die Klappe, Gallagher.“, Mickey zog ihn ein letztes Mal heran und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen, den Ian erwiderte. Dann lehnte Ian seine Stirn an Mickeys.
„Ich werde immer bei dir sein, dass ist dir klar, oder?“, bemerkte Mickey und strich Ian durch die ohnehin zerzausten Haare.

Als Mickey endlich am Alibi Room ankam war es schon stockfinster und bitterkalt draußen.
„Oho, Milkovich, was darf es sein?“, rief Kev ihm unverzüglich vergnügt zu, während er ein Glas polierte.
„Vodka.“
„Einen Shot?“
„Nein, die ganze verfickte Flasche.“ Emotionslos setzte er sich auf einen der vielen freien Barhocker und bekam unsicher eine Flasche Vodka über den Tresen gereicht, wofür er das Geld hinschmiss und sie dann direkt öffnete.
„Brauchst du ein Glas?“, wollte Kev wissen. Die Antwort gab Mickey ihm ohne ein Wort zusagen, indem er sich die Pulle einfach direkt an die Lippen hielt, den Kopf in den Nacken schmiss und begann die Flasche mit dem durchsichtigen Zeug aus zu trinken.
„Denkst du er war bei Ian?“, fragte Kev Vi.
„Natürlich du Schwachkopf, sieh ihn dir doch an“, entgegnete sie, ehe sie mit einem vollen Tablet an einen der Tische verschwand.
Kev beobachtete Mickey eine Zeit lang und er war sich sicher, den Schmerz in seinen sonst so zornigen Augen zu erkennen.


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Mein erster Oneshot zu Shameless. Ich hoffe er gefällt euch, schreibt mir gerne eure Meinungen.
Liebe Grüße,
Mrx230
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