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Kill Your Heroes

GeschichteAbenteuer, Drama / P18 / Gen
Itachi Uchiha Kakashi Hatake Sakura Haruno
08.06.2018
03.11.2019
29
93.365
12
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Dieses Kapitel
1 Review
 
24.08.2018 3.910
 
-Kapitel Neun-


Cynophobia




Auch wenn dem Boden auf Tazunas Grundstück kaum etwas zu Essen abzuringen war, gab es am Rande dessen doch noch genug Unterholz als das ihre Schienbeine schon nach kurzem wie Feuer zu brennen anfingen.

Sakura hatte keine besondere Angst vor Hunden, noch glaubte sie daran das Kakashi-sensei ihr abseits vom Training absichtlich weh tun würde. Doch nichts davon hatte eine Bedeutung als die plötzliche, irrationale Welle der Angst einschlug. Sie ließ keinen Raum für Gedanken wie Warum? Und gerade genug Raum dafür sich daran zu erinnern das sie an einen bestimmten Ort rennen sollte und nicht einfach nur gedanklich daran hängen zu bleiben wovor sie weg lief.

Jeder hohe Busch der gegen ihre Beine schlug wurde zu Zähnen die nach ihr schnappten, jede Brise die die Büsche rascheln ließ zu den Geräuschen ihrer Verfolger. Sie war einige Meter blind gerannt bevor sie sich wieder soweit im Griff hatte das sie die Richtung anpassen konnte in die sie lief.

Sie rannte wie sie es auf der Brücke getan hatte, wie sie auf dem Schiff gerannt war und interessierte sich nicht länger dafür wie sehr das Unterholz ihre Haut zerschrammen würde oder wie verschwitzt sie am Ende sein würde. Sie rannte einfach.
Auch wenn das vielleicht wirklich besser gewesen sein mochte verlor sie dabei auch einige Dinge die ihre Lehrer in der Akademie so lange mit ihnen geübten hatten bis es für ihre Körper so natürlich wurde wie zu atmen. Ihre Haltung war zu entspannt, ihr Tempo nahm keine Rücksicht auf ihre Ausdauer und weil sie noch immer Schmerzen hatte wenn sie durch ihre Nase atmen musste schnappte sie schon bald verzweifelt durch den Mund nach Luft.

Als sie in der Akademie sprinten trainiert hatten hatte sie immer ein recht gutes Gefühl für das Timing gehabt, ein Gefühl dafür zu wissen wie schnell sie gewesen war bevor die Lehrer es ihr gesagt hatten. Doch ihr Gefühl für die Zeit die vergangen war seit sie losgelaufen war ging völlig unter in dem lauten Hämmern ihres Herzschlags. Sie wusste nicht wie weit sie gekommen war als er die Hunde losließ.

Es gab kein weit entferntes Bellen das sie gewarnt hätte.

Und weil sie eine Region erreicht hatte in der die Pinien enger standen und das Unterholz weniger wurde näherte sich ihr die massive Bulldogge lautlos als sie durch die Büsche auf sie zu preschte.

Was sie stattdessen zu hören bekam war ein Chor aus Knurrlauten der ihr die Haare zu Berge stehen ließ und der bei weitem nicht weit genug entfernt war. Sie hatte gedacht ihr Limit schon erreicht zu haben, doch das Adrenalin trieb sie weiter vorwärts bis sie den Rand der Hauptinsel erreichte. Ihr Fuß verfing sich in einer der vorstehenden Wurzeln und sie fiel vorwärts, fing sich gerade so bevor sie aufschlagen konnte und doch zerrte der Sturz an der heilenden Wunde auf ihrer Brust.

Es brannte, genau wie ihr noch immer blaues Knie mit dem sie weniger Probleme gehabt hatte als sie es mit Chakra verstärkt hatte als sie noch Bäume hochgeklettert war und von eben denen heruntergesprungen war. Dieser Gedanke schaffte es die Panik zu durchbrechen in die ihr Verstand verfallen war und sie sprintete vorwärts mit frischer, durch Chakra verstärkter Geschwindigkeit. So schaffte sie es ein wenig Abstand zwischen sich und die Hunde zu bringen während aus ihrem Knurren ein lautes Bellen wurde. Es war nicht das tiefe, kehlige Bellen von Jagdhunden die ihrer Beute auf den Fersen waren, doch es war nah genug dran als das es sie mit aller Kraft rennen ließ obwohl die Seitenstiche immer schlimmer wurden.

Sie rannte schneller als sie es je getan hatte und selbst hier wo ihr das Terrain vertraut war machte es die Geschwindigkeit schwieriger genau zu bestimmen wo sie war. Äste schlugen aus dem Nichts in ihr Gesicht und sie lief direkt in ein Spinnennetz hinein dessen Bewohner nicht von ihr begeistert war. Es brannte und sie schlug danach, versuchte es abzuschütteln und während sie lief stieß ihre Schulter gegen einen Baum.

Die Kraft des Einschlags wirbelte sie herum. Ihre Schulter brannte wie Feuer doch sie schaffte es irgendwie sowohl ihren Passagier zu zerquetschen als auch auf den Füßen zu bleiben.

Der Zusammenprall kostete sie die wenigen Meter die sie gewonnen hatte und als einer der kleineren Hunde auf sie zu schoss verfehlten seine Zähne sie nur knapp. Er war ihr so nahe, dass ihr Hacken ihn beinahe am Kopf traf als sie wieder losrannte.

Sie nutzte ihr Chakra um wieder aus Tempo zu kommen und wurde langsam besser darin. Sakura kollidierte nur noch mit einem weiteren Baum bevor sie wieder in dem Tempo rannte das sie zuvor gehabt hatte. Ihre Wahrnehmung hatte sich auf einen Tunnelblick verengt der nur noch aus Bäumen, dem Untergrund auf dem sie lief und Hunden bestand und dennoch schien ihr Ziel noch so weit entfernt.

Doch ein Teil von ihr wusste das sie es erreichen würde wenn sie weiter rannte. Das spornte sie an und sie raste über einige kleine Inseln auch wenn ihr Hals langsam wirklich wehtat und ihre Seite sich verkrampfte glaubte sie daran das sie es schaffen würde.

Bis eine Reihe Kunai in den Dreck vor ihren Füßen einschlug.

Sie waren so nah das der Boden in den sie sich bohrten in ihren Sandalen landete. Sakura war beinahe am Ende. Sie dachte nicht das sie noch die Energie hätte verängstigter zu werden, doch sie wurde eines besseren belehrt als sie rückwärts stolperte und auf dem Hintern landete. Ihre Augen fixierten sich auf den Punkt von dem sie anhand der Flugbahn wusste das die Kunai von dort gekommen sein mussten und sie erhaschte eine wage Bewegung.

Bevor sie entscheiden konnte ob es Kakashi-sensei war oder nicht erblickte sie das nächste Kunai. Sie schaffte es gerade so ihren Arm zur Seite zu reißen bevor es sie an den Boden pinnen konnte. Irgendwie schaffte sie es auf die Füße und rannte weiter, doch anstatt in einer geraden Linie auf ihr Ziel zuzulaufen rannte sie Schlangenlinien im Unterholz, wich Bäumen und Sträuchern aus und versuchte nicht getroffen zu werden. Sie konnte nicht mehr. Die Kunai und die Angst davor von ihnen getroffen zu werden bedeuteten das sie immer ein wachsames Auge auf die Bäume über ihr haben musste in denen sie einen Hauch einer Bewegung erkennen konnte bevor die nächsten Geschosse auf sie zu kamen.

Ihre Ausdauer war an diesem Punkt non existent und sie stolperte mehr vorwärts als das sie rannte als sie ihr Ziel erreichte. Als sie auf der Spitze der kleinen Inseln zum Stehen kam war das erste was sie tat auf die Knie zu fallen und sich allem zu entledigen was sie zum Frühstück gehabt hatte. Sie war dreckig und schlammverschmiert, alles tat weh und ihr tropfte der Schweiß in die Augen.

Sie hatte nicht einmal mehr genug Energie um Kakashi-sensei wütend anzustarren als er eintraf, kaum davon berührt das er sie gerade über die Inseln gejagt hatte. Sie schaffte es gerade noch so etwas von ihrem Frühstück entfernt auf dem Boden zusammenzubrechen.

"Ah, Sakura, so wirst du verkrampfen. Geh ein paar Schritte um deine Muskeln zu lockern."

Wie sich herausstellte hatte sie doch noch genug Energie um ihn ungläubig anzustarren als sie sich mühte aufzustehen. Doch wie sich herausstellte waren seine Ninken genauso verstimmt wie sie.

"Das war einfach nur gemein, Kakashi", sagte der dunklere der Hunde.

"Uh-huh", stimmte der Graue mit dem Mohawk zu. "Genin zu jagen ist überhaupt nicht cool, Boss."

Die riesige Bulldogge machte ein Geräusch das Sakura als Zustimmung deutete.

"Aber, aber", scholt Kakashi-sensei mit seinem typischen Augenwinkel nach oben ziehenden Lächeln, "ihr lasst es klingen als hätte die Übung keinen Zweck gehabt."

Sakura versuchte immer noch zu Atem zu kommen und so vermittelte sie ihr Und? Mit einem eindrucksvollen Starren.

Kakashi-sensei fischte eine Stoppuhr aus seiner Tasche. "Und du hast deine Bestzeit aus der Akademie ziemlich eindrucksvoll geschlagen. Ich brauchte eine Zeit als Grundlage bei der du alles gegeben hast, also..."

"Hättest du...mir das...nicht einfach sagen können...?"

"Mm. Hätte ich", stimmte er zu, "aber ich wollte das du mir etwas zeigst von dem du selber nicht wusstest das du es kannst. Wir werden daran arbeiten bis du zumindest so schnell bist wie eben ohne ins Schwitzen zu kommen."

Sakura sah ihn ungläubig an. "Du --", sie brach ab und schüttelte schlicht den Kopf. "Du hast Kunai nach mir geworfen!"

"Keine Kunai. Nur Pinienzapfen", sagte Kakashi-sensei mit einem breiten Lächeln. "Das ist was in dem Sack ist. Eine praktische Anwendung für das Genjutsu das du diese Woche gelernt hat. Es kann etwas Harmloses gefährlich aussehen lassen. Und es kann etwas Gefährliches harmlos aussehen lassen. Aber", und sein Tonfall wurde mehr als würde er einen ernst zu nehmenden Vortrag halten, "es ist sehr schwach. Wenn du nicht schon in voller Panik davon gelaufen wärst hättest du es vielleicht mitbekommen. Du musste die Szene vorbereiten wenn du nicht willst das dein Opfer in einem unangenehmen Moment merkt was vor sich geht. Wenn du es geschafft hättest deine Angst zu verdrängen und ein einfaches Kai ausprobiert hättest, hättest du das erste Genjutsu das ich genutzt habe brechen können. Sehr schlichte emotionale Manipulation. Außerdem sehr beliebt. Aber du wirst genug Zeit haben darüber nachzudenken.

Du und die Ninken werden jeden Morgen zusammen daran arbeiten – ich verspreche dir das es nicht so nervenaufreibend wird wie die Jagd heute Morgen. Und lass mal sehen, als Anreiz – ah, ich hebe die 'keine matschigen Pfoten und nassen Küsse' Regel für Sakura auf."

Das verschaffte ihm die Aufmerksamkeit der Ninken deren Ohren sich aufstellten und deren Schwänze zaghaft zu wedeln begannen. "Also lässt du uns auf sie los?", fragte der Hund mit dem grauen Fell.

"Ganz genau", stimmte Kakashi-sensei zu.

Sakura zog sie Stirn kraus, nicht ganz sicher ob sie dieses Abkommen leiden mochte, doch die Angst der Jagd war etwas das jetzt tief in ihr verankert war. Sie würde leiden wenn sie die Dinge die ihr folgten nicht abschütteln konnte. Ihre Atmung ging jetzt regelmäßiger, was ihr Raum gab nachzufragen: "Kostet es dich nicht sehr viel Chakra die Ninken zu beschwören? Weil, nun ja sie sind vertraute Geister, oder?"

"Ah", Kakashi-sensei tauschte die Stoppuhr gegen sein Buch, "nicht wirklich, nein. Zumindest nicht in der Art und Weise wie du denkst. Die meisten Shinobi nutzen den Begriff vertraute Geister um alle Arten der Beschwörungen abzudecken. Ihr habt das Thema der Verträge in der Akademie behandelt, oder? Also weißt du das sie sehr selten sind und der Großteil im Besitz von Clans ist. Sie repräsentieren uralte Pakte mit Gruppen sehr mächtiger Wesen die ein guten Dutzend menschlicher Leben existieren können und riesig werden. Und ihre Chakrareserven sind gewaltig. Der Vertrag ist nicht unbedingt auf eine Person beschränkt – eher aufgrund der Freundlichkeit des Eigentümers der Schriftrolle. Meine Ninken sind persönliche vertraute Geister oder unter Vertrag genommene Tiere. Ich habe sie alle aufgezogen. Der einzige Unterschied zwischen ihnen und den Inuzuka Ninken ist das ich sie normalerweise nicht mit auf Missionen nehme. Sie verbringen viel Zeit in meiner Wohnung oder damit im Dorf zu spielen, nicht in einer anderen Dimension. Sie werden ungefähr so lange leben wie ich und auch wenn sie reichlich Chakra haben um gute Gefährten für einen Ninja zu sein sind sie lange nicht, sagen wir mal, in der Liga der vertrauten Geister der legendären Drei. Unser Vertrag ist exklusiv und nicht übertragbar. Das einzige Chakra das ich verbrauche ist was es für sie braucht um her zu kommen. Mit der richtigen Vorbereitung und Kooperation könntest du das gleiche mit einem Menschen machen."

Sakura machte ein nachdenkliches Geräusch und riskierte einen genaueren Blick auf die Hunde von denen sie jetzt nicht mehr das Gefühl hatte das sie jeden Moment von ihnen in Stücke gerissen werden würde.

Doch Kakashi-sensei war noch nicht fertig: "Dein Ausweichen ist schlampig", merkte er beiläufig an. "Du wirfst dich einfach nur aus dem Weg, was viel Energie verbraucht. Du hast dafür nicht die Ausdauer. Und selbst wenn du sie hättest gibt es keinen Grund schlechte Angewohnheiten nicht zu korrigieren solange sie noch frisch sind. Und deine Form, naja, nicht etwas für das ich dir in der Akademie gute Noten gegeben hätte. Selbst wenn du zu Tode verängstigt bist solltest du das so oft gemacht haben das es automatisch kommt. Das Rudel weiß wie eine gute Form aussieht und ich bin mir sicher das sie dich ausreichend korrigieren werden."

[Kill Your Heroes]


Die Zugabe von süßen, pelzigen Tieren zu ihrem neuen Laufregime machte es nicht wirklich angenehmer. Wenn man bedachte das sie vor Sonnenaufgang lief und bis sie fertig war nicht frühstücken durfte wusste sie nicht ob es überhaupt möglich gewesen wäre die ganze Sache angenehmer zu machen.

Keiner der Hunde sparte an Kritik, was fast noch härter von einem Hund zu akzeptieren war als von einem Menschen und sie alle schienen besonders davon angetan zu sein sie in Pfützen, Flüsse und ab und an Bäume zu tackeln. Ihre schlammigen Pfotenabdrücke hinterließen Flecken die nicht rausgehen wollten, ihre Nägel zerkratzen ihre Haut und sie fand sich häufig als Opfer nasser, schmuddeliger Küsse wieder die einfach widerlich waren.

Es ließ sie nicht so schnell rennen wie der Gedanke daran das sie von ihnen niedergerissen und gefressen werden könnte doch es pushte sie dennoch genug um schneller zu sein als sie es in der Akademie je gewesen war. Trotz allem hatte sie immerhin acht intelligente Hunde auf ihr Training angesetzt bekommen die es ihr unmöglich machten ihren Aufgaben mit weniger als allem was sie aufbringen konnte nachzugehen.

Pakkun, auch wenn er der kleinste der acht Hunde war, war in Kakashi-senseis Abwesenheit der de facto Anführer des Rudels. Er war geduldig, klug und stand nicht darüber sie mit Spielchen zu bestrafen die immer zu seinen Gunsten ausgingen. Tsunami hatte ihr die Wanne geliehen in der sie die Wäsche wusch als sie danach gefragt hatte, doch Sakura weigerte sich zu erklären das sie in einer der Aufgaben die man ihr gestellt hatte nicht gut genug gewesen war um eins der Trainingsziele zu erreichen die Pakkun aufgestellt hatte und sie jetzt ihr eigenes Shampoo opfern würde um einem Hund ein Bad zu geben.

Ich hoffe das Shampoo schadet deinem Fell, hatte sie gedacht als sie ihn einseifte. Hatte es nicht. Und Pakkun hatte ihr seelenruhig erklärt das ihr raues Haar das Ergebnis einer schlechten Diät und einem Nährstoffmangel war und das sie mehr und ausgewogener essen sollte. Als er seinen eigenen Nahrungsplan vorgeschlagen hatte, hatte sie kurz überlegt ihn einfach zu ertränken.

Ihre "Belohnungen" fielen meist auch zu seinen Gunsten aus. Die Chance geboten zu bekommen die Unterseite seiner Pfote zu berühren – die, wie sich herausstellte, unfairerweise weicher und glatter war als ihre eigenen Füße – fühlte sich nicht nach einer Belohnung an die eine Sakura die das Wellenreich noch nicht gesehen hatte als Belohnung akzeptiert hätte.

Eine Sakura die nur eine vage Hoffnung darauf hatte das es eines Tages einfacher werden würde.

Auch wenn sie nur sehr selten alleine war fühlte sie sich isolierter von ihrem Team als jemals zuvor. Ihr Training begann bevor die anderen aufwachten, sie frühstückte nachdem sie schon weg waren, sie sah die Jungs nur kurz beim Schichtwechsel und am Abend wenn sie durchaus glücklich damit gewesen wäre Tsunami mit dem Abwasch zu helfen und die Jungs dabei zu beobachten wie Kakashi-sensei mit ihnen das Training des Tages durchging hinterließ er ihr Kontrollaufgaben bei denen sie normalerweise mittendrin einschlief.

Doch die Fertigstellung der Brücke kam immer näher auch wenn sie jeden Tag zu Tode erschöpft ins Bett fiel.

Eines Tages, als die Brücke fast fertig war, tauchte Kakashi-sensei in der Mitte ihres morgendlichen Trainings bei ihr auf. Die Ninken begrüßten ihn fröhlich und Sakura nutzte den Moment um die Hände hinter dem Kopf zu verschränken und tief durchzuatmen. Als Kakashi-sensei alle soweit beruhigt hatte das sie von ihm abließen wandte er sich ihr zu. Sein Gesichtsausdruck war ernst und Sakuras Körper durchzuckte eine böse Vorahnung. Sie ließ ihre Hände locker an ihre Seiten fallen.

Er seufzte und kratzte sich im Nacken. "Dein zweiter Gegner von der Yacht. Der Schwere. Er ist heute Morgen gestorben."

"Was – was meinst du?", fragte Sakura und trat instinktiv einen Schritt zurück als hätten seine Worte etwas dem sie entkommen könnte und sollte.

"Kopfverletzungen können schwierig sein. Er ist einfach nie aufgewacht, das ist alles. Heute Morgen ist sein Herz stehen geblieben und sie konnten ihn nicht wiederbeleben. Ich wollte dir es jetzt sagen, weil es alles in dem Report stehen wird wenn wir ins Dorf zurückkehren."

Sakura starrte ihn an und senkte dann ihren Blick auf ihre Füße. Ihre schlammigen, schmerzenden Füße. Ihre Zehen bedeckt von einem Netz aus Kratzern. Sie versuchte sich darauf zu konzentrieren, doch die Tränen kamen trotzdem. Sie wischte sie mit der Hand weg und sagte sich selber das sie damit aufhören musste. Es hätte genauso gut sie sein können die dort auf dem Deck lag. Sie beide hatten eine Entscheidung getroffen und er hatte für seine bezahlt und sie für ihre. Und das war alles.

Es hielt sie nicht davon ab zu weinen, doch es erstickte das Schluchzen was immer noch besser war als letztes Mal. Anders als Kakashi-sensei der neben ihr stand drängten sich die Ninken um sie und drückten ihre warmen Köpfe gegen ihre Hände und waren generell für sie da als sie darum stritten wer sie trösten durfte.

Endlich nach langen Minuten trockneten ihre Tränen und sie konnte Kakashi-sensei wieder ansehen. "O – Okay", schaffte sie zu sagen. "Und der andere?" Etwas in ihr musste es wissen, musste fragen.

"Er wird überleben. Blutverlust und eine kollabierte Lunge. Sie haben ihn schon aufs Festland verlegt."

Sakura machte ein Geräusch der Zustimmung. Als Kakashi-sensei keine Anstalten machte zu gehen sah sie ihn nur still an, eine Hand wanderte zu ihrem Oberarm den sie unsicher umfasste. Er beobachtete sie genau und das macht sie unruhig.

"...das Rudel hat mir erzählt das du besser darin wirst deine Bewegungen mit Chakra zu verstärken. Natürlich entschuldigt dich das nicht vom normalen Training, weil es eben davon abhängt wie stark deine Muskeln sind bis zu welchem Punkt du sie verstärken kannst. Doch du bist schon viel fortgeschrittener darin dein Chakra zu kontrollieren als die meisten Ninja in deinem Alter. Es sollte gerade für das reichen was ich dir zeigen will. Anders als die anderen Beiden erwarte ich von dir das du etwas von dem ich dir sage das du es im Kampf nicht einsetzen sollst weil du noch nicht bereit dafür bist auch nicht einsetzt und meine Einschätzung respektierst. Hast du das verstanden?", fragte er sie todernst.

"Ja, Kakashi-sensei", antwortete sie.

Er nickte und verschwand dann in einer Bewegung die so abrupt war das sie tatsächlich nicht sehen konnte wie er sich bewegte, doch er war mit einem Mal hinter ihr und alles was noch von ihm an dem Punkt übrig war an dem er gestanden hatte war eine Rauchwolke und im Wind wirbelnde Blätter.

"So weit wie mit Chakra verstärkte Geschwindigkeit reicht", sagte er als sie herumwirbelte, "ist das Shunshin no Jutsu die Spitze. Bewegungen so schnell das sie für das normale menschliche Auge wirkt als hätte man sich teleportiert."

Sakuras Hände zuckten und sie ballte sie zu Fäusten als er die Theorie dahinter erklärte und ihr die Reihe an Handzeichen zeigte die ihr helfen sollten ihr Chakra zu fokussieren. Sie verstärkte nicht eine einzige Muskelgruppe sonder eher ihr ganzes muskuläres System und nicht in der Art in der sie es geübt hatte.

"Jetzt nur einen oder zwei Schritte", warnte Kakashi-sensei sie. "Du musst ein Gefühl dafür bekommen. Du wirst nicht in der Lage sein das eigentliche Shunshin ohne viel Übung zu nutzen, doch du wirst dich viel schneller bewegen als du es gewohnt bist."

Es brauchte einige Versuche bis sie eine Geschwindigkeit erreichte die Kakashi-sensei zufrieden stellen, doch als es klappte und als sie ein Gefühl dafür bekam wie sie die eigenartige Empfindung in den Griff bekommen konnte die sich anfühlte als hätte sie ihr Herz ein paar Meter hinter sich vergesse zitterten ihre Hände als sie die Fingerzeichen fallen ließ. Ein Teil davon kam von der steigenden Erschöpfung – sie war die ersten Male schlicht deswegen gescheitert weil sie wenig Chakra investiert hatte.

"Gut, gut", lobte Kakashi-sensei sie. "Jetzt", sagte er, "versuch mir zu folgen." Er lotste sie in einem unglaublich schnellen Start-Stopp Muster vorwärts das sie mit jedem kleinen Sprung immer weiter auslaugte bis sie ihm blind folgte. Er begann die Distanzen mit jedem Flickern zu vergrößern bis sie vielleicht zehn Meter voneinander entfernt standen.

Zehn Meter schienen keine große Entfernung zu sein.
Bis zu dem Moment in dem sie sich schneller bewegte als sie sehen konnte wohin sie trat.

Kakashi-sensei trat zurück und sie sprang vorwärts und mit einem Mal war es nur sein Arm der sie davon abhielt mit einem Baum zu kollidieren. Seine andere Hand, Zeige- und Mittelfinger ausgestreckt, lag an ihrer Kehle. "Jetzt kommt das Kleingedruckte. Deine Chakrakontrolle ist sehr gut. Aber du bist noch nicht gut genug um zu lernen dein Chakra in die Augen umzulenken. Sie sind sehr empfindlich und wenn du nicht vorsichtig bist blendest du dich selbst. Und wenn du dich schneller bewegst als du sehen kannst wird dein Gegner einfach still stehen bleiben und warten bis du dich selber auf seinem Kunai aufspießt. Ich wollte das du weißt worauf wir hinarbeiten, Sakura-chan, aber du bist noch nicht ganz so weit."

[Kill Your Heroes]


Die Brücke war fast fertig und ihre Zeit im Wellenreich war vorbei. Die Brücke würde Narutos Namen tragen.

Doch das war okay. Während Tazuna mit Naruto und Kakashi-sensei sprach winkte Masa sie zu sich und einer Gruppe Arbeiter herüber. "Hier", sagte er und drückte ihr etwas in die Hand das sich als eingewickeltes Päckchen herausstellte. Als sie es auspackte fiel ihr ein neues Shemagh in die Hände, dieser nicht annähernd so schlicht wie der erste, mit einem roten Muster das sich gegen den weißen Stoff stark abhob. "Er wird nicht so lange halten wie die Brücke", sagte er mit einem leisen Lächeln, "aber er wird als Erinnerung daran dienen das wir nie vergessen werden wer da war wenn niemand dort war um große Reden zu hören. Wer uns am Leben gehalten hat sodass wir die Brücke überhaupt bauen konnten."

Sakuras Hände schlossen sich fest um das Stück Stoff. "Danke", schaffte sie zu sagen, ernster als sie es jemals zuvor gewesen war.

Masa grinste breiter und einer der anderen Arbeiter – Jiro, erinnerte sie sich – klopfte ihr auf die Schulter. "Werd keine Fremde", meinte er, "komm zurück wenn du alt genug bist und wir geben dir einen Drink aus um vernünftig zu feiern."

Sakura konnte nur nicken und tief in ihr fühlen das all der Schmerz doch zu etwas gut gewesen war.

AN:
All credit for the original story goes to the phenomenal Evil is a relative term on fanfiction.com
A big thank you for letting me translate your story!
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