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Kill Your Heroes

GeschichteAbenteuer, Drama / P18 / Gen
Itachi Uchiha Kakashi Hatake Sakura Haruno
08.06.2018
03.11.2019
29
93.365
12
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Dieses Kapitel
1 Review
 
02.08.2018 3.649
 
-Cacophobia-

Als Sakura aufwachte – ein scharfer, schmerzhafter Moment in dem sie mit einem Mal zu Bewusstsein kam, ihr Herz in ihrer Brust zu laut und jedes Körperteil zu schwer um es zu bewegen – fand sie sich in der Klinik wieder. Jemand hatte ihr die dreckige Kleidung ausgezogen und sie in ein weites Oberteil und Shorts gesteckt bei denen sie sich nicht erinnern konnte das sie solche besaß und da sie sehr viel besser roch als vorher ging sie davon aus das man sie auch gewaschen hatte. Sie lag halb aufrecht auf einem Stapel Kissen im Rücken in einer tatsächlich sehr bequemen Position. Ihre Finger wanderten vorsichtig in Richtung ihres Schlüsselbeins, getrieben von einer morbiden Neugierde, doch ein Geräusch lenkte sie von der Wunde ab.

Sie blickte nach links nur um Kakashi-sensei bequem in einem Sessel sitzen zu sehen, sein immer präsentes Buch aufgeschlagen. Einen Moment lang war Sakura neugierig, wahrscheinlich aufgrund des seltsam weggetretenen Gefühls einer Person die mit starken Schmerzmitteln versorgt worden war, ob es immer noch das gleiche Buch war oder ob er eine Reihe las. Doch der Gedanke verflog schnell als er sie ansprach.

"Du solltest nicht dran rumdrücken, Sakura-chan. Die Ärztin hat gedroht mich zu häuten wenn du die Naht beschädigst. Wir werden die Medic-Nin drauf schauen lassen müssen wenn wir zurück im Dorf sind. Sie werden wahrscheinlich sagen das die Wunde in deinem Gesicht rein kosmetisch ist und das Dorf nicht dafür bezahlen wird sie entfernen zu lassen, aber Narben die deine Leistung beeinflussen nehmen sie sehr ernst. Also ertrag es einfach noch für eine Weile, ne?"

Sakura ließ ihre Hände zurück in ihren Schoß fallen, auch wenn der Drang die Wunde zu untersuchen stark war. Andererseits, dachte sie und erinnerte sie sich an das letzte Mal als sie die Wunde betrachtet und angefasst hatte, habe ich mich letztes Mal übergeben. Vielleicht ist es besser sie erst Mal heilen zu lassen.

Sie beobachtet für eine Weile still ihre Hände, ihr verstauchtes Handgelenk frisch verbunden, die andere Handfläche bandagiert wo das Kabel in sie hinein gebissen hatte. Sakura hatte schon früher Brandblasen und Verletzungen gehabt, hatte sich die Knöchel beim Training abgeschabt, doch das hier waren ihre ersten größeren Verletzungen.

Und sie waren so hässlich. Das erschien ihr als sollte es ihr nichts bedeuten, doch genau das tat es. All ihre Lehrerinnen in den Kunoichi-Fächern – naja, sie waren alle glamourös und sinnlich gewesen, doch keine von ihnen hatte Narben gehabt. Obwohl ihr Haar so lang war wie Ino's war es immer schon rauer gewesen egal welche Produkte sie benutzt hatte. Sie war eh schon wegen ihrer großen Stirn und dem absolutem Fehlen einer Spezialisierung im Nachteil gewesen. Jetzt konnte sie auch gleich ganz aufgeben. Sasuke-kun würde niemals --

"Geht es....geht es Sasuke-kun gut?", fragte sie, mit einem Mal daran erinnert wie zerschlagen er ausgesehen hatte. Auch das war ein erstes Mal, das perfekte Bild von ihm ein wenig angekratzt.

Kakashi-sensei neigte den Kopf in Richtung der Abtrennung zu seiner rechten. "Sasuke-kun schläft die Erschöpfung aus. Nichts annähernd so schlimmes wie bei dir. Hauptsächlich Erschöpfung aufgrund von niedrigen Chakrareserven und ein paar kleinere Verletzungen von den Senbon. Gib ihm zwei oder drei Tage und er ist wieder völlig in Ordnung."

Sakura entspannte sich ein wenig bei der Nachricht, doch Kakashi-sensei riss sie schnell wieder aus der Entspannung heraus. Ohne zu ihr herüber zuschaugen sagte er: "Ne, Sakura-chan, du weißt das du mit jemandem reden musst nachdem du das erste Mal jemanden getötet hast. Egal ob mit mir oder mit einem der Psychologen."

Sakuras Hände verkrampften sich in der dünnen Decke die sich in ihrem Schoß zu einem Turm aus Falten ballte. Falten die sie methodisch glättete als sie ihren Griff entspannte. "...ja", antwortete sie leise.

"Ich wollte dir die Entscheidung überlassen", sagte Kakashi-sensei,"wenn du bereit bist. Aber nach dem letzten Kampf auf der Brücke....naja, mit der Art tollkühnen Mutes kann ich mir nicht sicher sein das du das Interview nicht einfach mit einem Lächeln durchstehen würdest. Du hast deinem Sensei einen halben Herzinfarkt verpasst als du von der Brücke gesprungen bist."

Sakura zuckte zusammen als wäre sie geschlagen worden, weil obwohl sie nicht wusste ob sie es aushalten würde einem Fremden von ihren verzweifelten Kämpfen zu erzählen wusste sie genau das Mut keine große Rolle gespielt hatte. "...ich hatte Angst, Kakashi-sensei."

"Ich weiß. Aber was auch immer du denkst, es ist nichts weswegen du dich schämen brauchst. Es braucht einen gewissen Grad an Weisheit um zu erkennen das es manche Kämpfe gibt die man einfach nicht gewinnen kann. Und es ist mutig trotzdem zu handeln. Du bist nicht eingefroren oder hast darauf gewartet das ich dich rette. Und wenn du ein Feigling wärst hättest du Tazuna nicht mitgenommen", merkte er an. "Wäre es nicht viel einfacher gewesen ohne ihn zu entkommen?"

Sakura weigerte sich noch immer ihn anzusehen. "Ich habe dir nicht vertraut mich zu retten", gestand sie ein, auch wenn sie sich dabei schuldig fühlte.

Sie war überrascht als Kakashi-sensei leise lachte. "Zu erkennen das dein Jounin-sensei auch nur ein Mensch ist, ist ein normaler Schritt dabei erwachsen zu werden. Du bist nur ein wenig früher darüber gestolpert als die meisten. Und, um fair zu sein, habe ich bei unserem letzten Gespräch ein wenig dick aufgetragen. Ich habe dir mehr oder minder im gleichen Satz gesagt das ich kommen werden um dich zu retten, du dich aber nicht auf mich zu verlassen sollst. Hundert Punkte für die Ausführung von deinem Genjutsu, Sakura. Das war großartig."

Das Eingeständnis ließ sie nun doch zu ihm herüberschauen, doch er blätterte nur eine Seite in seinem Buch um. Das war sowohl verwirrend als auch beruhigend in dem Sinne das sie jetzt wusste das Kakashi-sensei sie ernst nahm und sich um sie sorgte und sie andererseits nie wieder als einzige voll in seinem Fokus stehen wollte. Also brachte sie ihre eigene Aufmerksamkeit zurück auf ihre Hände, welche die Decke wieder zusammengeknüllt hatten. Diese Mal starrte sie jedoch nur darauf.

Kakashi-sensei nahm ihre Stille als Einladung weiter zu sprechen.

"Ich bin mir sicher das dir in der Akademie der Unterschied zwischen persönlicher Initiative und dem Handeln unter Befehl oft genug erklärt wurde. Das eine beeinflusst das Bild von dir, das andere das des Dorfes. Du bist für das eine verantwortlich, der Hokage für das andere. Vorausgesetzt das dein Handeln unter die Richtlinien für Shinobi fällt und du im Rahmen einer Mission gehandelt hast wird kein Gericht in Hi no Kuni deine Taten gegen dich halten. Aber", und da war eine kleine Pause und ein leises Knistern als er sein Buch zuklappte, "das ändert nichts daran das es kein Gesetz gibt das mächtig genug ist dich vor der Verurteilung durch dein eigenes Gewissen zu schützen. Oder eines das dich vor der Verurteilung anderer Menschen schützt." In seinen Worten lag eine alte, schwere Bitterkeit. "Manche Menschen lösen das Problem indem sie ihr Gewissen mit ihren Befehlen verbinden. Andere lernen sich nicht darum zu scheren. Und noch mal andere werden sich immer zu sehr darum sorgen. Aber lass mich dir eins sagen, Sakura-chan. Während dieser Mission hat du nichts getan weswegen du dich schämen brauchst."

Die ruhige, direkte Ansprache dessen worüber sie sich den Kopf zerbrochen hatte schien etwas in ihr zu brechen. Sie war beinahe am schreien als sie ihm antwortete: "Ich habe einen Mann angezündet. Habe ihn mit Teer übergossen und ihn dann angezündet. Und seine Schreie...ich kann sie immer noch in meinen Träumen hören. Doch selbst dann hat er nicht aufgehört. Er kam einfach wieder auf mich zu. Als wäre er irgendein Monster, sein Fleisch hat gekocht und sich abgelöst aber er ist einfach wieder auf mich losgegangen und das Feuer wollte nicht ausgehen und er hätte mich getötet und, oh Gott, ich kann immer noch seine Augen sehen. Und ich...ich habe ihn umgebracht. Und seinen Partner. Und den Mann auf der Yacht."

Sie drehte sich wütend zu Kakashi-sensei und ignorierte das sich zu drehen die Wunde an ihrem Schlüsselbein schmerzen lies. Wie die Bewegung alles schmerzen ließ.

Doch er beobachtete sie nur nachdenklich. "Du hast sie getötet weil sie versucht haben dich zu töten. Und Tazuna, der nichts schlimmeres getan hat als der Gier eines Mannes im Weg zu stehen. Und vielleicht war da eine gewisse Erleichterung als sie tot waren, aber du hast sie nicht getötet weil es dir Spaß gemacht hat. Nichts davon macht dich zu einem schlechten Menschen, Sakura."

"Aber das Feuer -" Selbst jetzt dachte sie das sie es noch riechen konnte. Die Mischung aus Teer, Fett und kochendem Fleisch und allein bei dem Gedanken glaubte sie die Hitze des Feuers auf ihrer Haut spüren zu können.

"Selbst viele Jounin nutzen Feuer nicht gerne für mehr als eine Ablenkung", unterbrach Kakashi sie. "Es ist keine besonders saubere Art zu töten oder um ehrlich zu sein auch nicht besonders effektiv wenn man nicht gerade ein sehr starkes Jutsu verwendet oder genügend Zeit hat es vorzubereiten. Aber du hast mit dem gearbeitet was du hattest. Nochmal, du brauchst dich nicht zu schämen. Ich denke wegen dem was du getan hast nicht schlechter von dir. Doch wenn du sie all die Menschen auf der Brücke hättest töten lassen hätte dich das zu nichts mehr als Abfall werden lassen. Manchmal müssen wir Entscheidungen treffen die wir nicht mögen, aber ich denke du hast dich richtig entschieden. Während ein Teil von mir dir dafür applaudiert das du dich mit minimalen Verständnis über dein Chakra von hohen Orten wirfst denke ich das wir etwas dagegen tun können das du dich dabei verletzt", meinte er und sein Auge spiegelte den Humor wieder den er in die letzten Worte gelegt hatte.
"Es könnte helfen", meinte er in einem viel sanfteren Ton, "mit den Träumen."

Sehr, sehr langsam nickte Sakura. Sie hatte bis zu dem Moment nicht realisiert das sie wieder zu weinen begonnen hatte, doch als sie ihre Tränen wegwischen wollte zuckte sie zusammen.
"Gebrochene Nase", erinnerte sie Kakashi-sensei. "Die Schwellung ist schon ein bisschen zurückgegangen, aber sie ist immer noch sehr empfindlich. Sieht danach aus als würdest auch du die nächsten Tage ausschlafen dürfen."

Dann neigte er den Kopf zur Seite und sein Blick huschte zu der Abschirmung auf die er vorhin gedeutet hatte. "Es ist nicht besonders nett zu lauschen, Sasuke-kun. Besonders wenn du schlafen solltest." Seine Stimme hatte ihren Tonfall völlig verändert, war viel härter und schärfer als eben noch als er mit ihr geredet hatte.

Sakura verharrte in ihrer Position während sich eine unangenehme Stille ausbreitete. Sie wurde erst gebrochen als Sasuke-kun – immer noch zerschlagen aber lange nicht mehr so erschöpft – um den Schirm herum trat. Seine Augen huschten angesäuert von Kakashi-sensei zu Sakura, die den Kopf einzog und sich ihren Shemagh herbei wünschte. Leider war der mit dem Rest ihrer Kleidung verschwunden was vermutlich bedeutete das er im Müll gelandet war.

"Worüber redet ihr?", verlangte er zu wissen. "Was ist passiert?"

Als sowohl Sakura als auch Kakashi-sensei ihm nicht antworteten verengten sich seine Augen. "Ich bin aufgewacht weil Sakura geschrien hatte sie hätte jemanden angezündet", beschuldigte er Kakashi. "Du kannst nicht so tun als wäre nichts passiert."

Kakashi-sensei betrachtete den Jungen für einen langen Moment bevor er Sakura mit einem Gesichtsausdruck ansah den sie nicht lesen konnte bevor er sein Buch wieder aufschlug was ein sicheres Zeichen dafür war das er ihn ignorieren würde. Doch er ging nicht.

Sasuke-kuns Starren erwies sich als ineffektiv gegenüber Kakashi-senseis Fähigkeit alles zu ignorieren was er irritierend fand und so blieb ihm nur ein Ziel. Trotz Sasuke-kuns Stärke und obwohl sie schon ein oder zweimal mit ihm trainiert hatte, hatte sie sich nie von ihm bedroht gefühlt. Doch die Welt war heute nicht mehr der Ort von dem Sakura geglaubt hätte das sie es war, denn jetzt fand sie seinen Blick unangenehm und sie stellte fest das er absolut unwillkommen war.

"Sakura", sagte er in einem Ton der einen unausgesprochenen Befehl darstellte.

Und, zum ersten Mal, überlegte Sakura ihm zu verweigern was er wollte.

Doch ihr war auch allzu bewusst was Kakashi-sensei ihr gesagt hatte. Das sie wenn sie warten würde mit einem Lächeln im Gesicht lügen würde. Sie glaubte noch immer nicht ganz das es die Wahrheit sein könnte, doch sie glaubte das es mit jedem Tag der verging schwerer werden würde überhaupt darüber zu reden. Und sie wusste das sie nicht ihr ganzes Leben verbringen wollte ohne mit jemandem darüber geredet zu haben.

"Den anderen Tag als ich Tazuna bewacht habe", fing sie umständlich an und fand es dabei seltsam das seit dem erst so wenig Zeit vergangen war, "hatte Gato zwei seiner Männer geschickt um die Brücke zu sprengen und alle die darauf waren." Sasuke-kuns Augen wurden groß, doch sie war nicht in der Stimmung um seine Aufmerksamkeit zu genießen. "Ich...ich habe sie aufgehalten."

Ihr Blick fiel wieder auf ihren Schoß. "Der erste...er...es standen Fässer mit Teer auf der Brücke die zum Hafen runter gebracht werden sollten und ich...ich habe nur daran gedacht zu rennen und ihn in Schach zu halten bis Kakashi-sensei da war, aber dann war er plötzlich bei mir und ich habe eins der Fässer nach ihm geworden. Der Teer hat sich auf ihm verteilt." Kleine rote, schimmernde Flecken verteilten sich auf ihren Armen wo sie sich verbrannte hatte und der Teer Löcher in ihre Kleidung gefressen hatte. "Und dann habe ich eine der Fackeln gezündet. Ich habe nicht nachgedacht, wirklich, ich habe einfach nur gehandelt. Ich wollte das er aufhört und die Fackel..."

Sie schluckte schwer. "Das brennende Magnesium hat den Teer entzündet. Aber er ging immer noch auf mich los. Also habe ich sein Messer gegen ihn eingesetzt als er versucht hat mich zu erstechen. Ich habe das andere behalten. Das war was ich benutzt habe um...um seinen Partner zu töten. Ich habe heute darüber nachgedacht das ich es gerne bei mir gehabt hätte. Das es nützlich gewesen wäre. Eine Klinge gemacht um zu schlitzen und nicht um auf etwas einzustechen. Heute, als ich die Söldner gesehen habe, wusste ich das ich nicht auf der Brücke bleiben konnte. Also habe ich mir Tazuna geschnappt. Ich wollte auf die Barge fliehen, doch die Schmuggler müssen...alles was da war, war Gatos Yacht. Ich weiß nicht mal warum er dachte das er Männer da lassen musste um sie bewachen, außer vielleicht das er sich den Kampf ansehen wollte und dann seine Leute zurücklassen wollte um aufzuräumen während er....etwas anderes machte. Ich weiß es nicht. Sie waren zu dritt. Einer von ihnen hatte ein Schwert - ", ihre Hand huschte zu der Wunde an ihrem Schlüsselbeine, doch sie griff sich stattdessen an den Oberarm. "Und ich...ich habe sie davon abgehalten Tazuna zu töten. Nachdem – danach hat Tazuna den Motor gestartet und uns in den Hafen gebracht. Du kennst den Rest."

Es war eine sehr grobe Beschreibung dessen was passiert war. Wenn es ein Bericht gewesen wäre in dem sie ihre Mission beschreiben sollte hätte sie in der Akademie Abzug für Klarheit und Detailliertheit bekommen. Doch es war alles was sie ertrug zu sagen und sie war sehr bedacht darauf Sasuke-kun nicht anzusehen.

Aber nachdem die Stille sich zog fand etwas in ihr den Mut zu ihm hinüber zu schielen. Sie fand das er Kakashi-sensei anstarrte. "Du wusstest es", knurrte er, "und du hast sie trotzdem gezwungen Wache zu stehen. Ohne ein Wort zu sagen."

Kakashi-senseis Blick war eisig, fast schon unfreundlich. "Ja. Und Sakura war okay. Wenn du es gewesen wärst hättest du erwartet das ich dich bei Tazuna lasse? Sensei bezweifelt das du das getan hättest. Weder du noch Naruto hattet euer Training beendet und es gab keinen dringend Grund einen von euch abzuziehen. Sakura ging es so besser und sie hatte Zeit mit dem klar zu kommen was passiert ist ohne sich um euch Sorgen machen zu müssen."

Sasukes dunkle Augen wandten sich zu ihr und ihr war schnell klar das er erwartete das sie etwas gegen Kakashi-sensei sagen würde. Doch so schlimm wie es auch gewesen war auf die Brücke zurück zu kehren wäre es schlimmer gewesen alleine zurück zu bleiben. Weil Naruto unfähig war nicht nachzuhaken und sie über den Kampf hätte reden müssen. Jeden Tag den sie im Haus verbracht hätte, geborgen und beschützt, wäre es schwerer geworden darüber zu reden und schließlich wieder in den Kampf zu ziehen. Und auch wenn es noch einige gut behütete Träume gab die ihr geblieben waren hatte die ganze Mission sie doch auf den Boden der Tatsachen geholt.

Kein noch so kleiner Teil von ihr hatte die letzten Tage genossen. Sie waren nicht von diesem berauschenden Gefühl begleitet gewesen das sie gespürt hatte wenn sie in der Akademie trainiert hatten, nur von einer allumfassenden Erleichterung darüber diejenige zu sein die überlebt hatte. Sie wollte es nie wieder tun. Doch genau das würde sie.

Die Gründe dafür bildeten ein verworrenes Chaos in ihrem Kopf das sie selber nicht verstand. Die Enttäuschung ihrer Eltern wenn sie jetzt aufgeben würde. Die Demütigung die sie ertragen müsste wenn Ino davon erfuhr. Der schlichte Fakt das sie Sasuke nie wiedersehen würde wenn sie nicht länger ein Shinobi war. Vor allem aber das erdrückende Gefühl das es längst zu spät war dem zu entkommen. Die Albträume die bereits ein Teil von ihr waren. Selbst wenn sie jetzt gehen würde, hinein in den Nebel und niemals zurück sah würden die Albträume sie für den Rest ihres Lebens verfolgen.

Doch wenn sie blieb war sie bei Menschen die es ein wenig leichter machen würden es durchzustehen. Zivilisten wie Masa und Tazuna. Ihre Teamkameraden und ab und an auch Kakashi-sensei.

"Ich...", sie schluckte um den Frosch aus ihrem Hals zu bekommen. "Habe ich mich gut geschlagen, Sasuke-kun?"

Die Überraschung war auf seinem Gesicht für einen kurzen Moment deutlich zu erkennen bevor sein üblicher Gesichtseindruck den Weg zurück an die Oberfläche fand. "Aa", merkte er nach einer langen Pause an.

Ihr Lächeln war schwach, aber vorhanden. Kakashi-senseis war deutlicher als er aufstand und sich dehnte. "Gut, ich denke ich sollte mal nachschauen ob Naruto es schon geschafft hat sich Ärger einzuhandeln. Er war geradezu panisch als Sasuke dich aufgefangen hat nur um selber auf dir zusammen zu brechen. Die Ärztin musste sich durch eine ganze Horde Klone durchschlagen um an euch zwei dranzukommen."

Sakura schielte zu Sasuke-kun hinüber dessen Wangen gerötet waren und dessen Ohren eine ähnliche pinke Färbung angenommen hatten wie ihr Haar.

"Weil es so ausgegangen ist wie es nun einmal ist macht der Doc so ziemlich alles kostenlos für uns also bedankt euch bei ihr und kommt so zügig wie möglich zurück zu Tazuna wenn ihr meint das ihr den Weg schafft ohne zusammenzubrechen. Naruto und ich werden uns so lange um alles kümmern." Und dann war er in einem Wirbel aus Rauch und Blättern verschwunden und ließ sie mit Sasuke-kun alleine.

Sie war daran gewöhnt eine gewisse Aufregung zu spüren wenn sie zwei alleine miteinander waren, doch jetzt wünschte sie sich nichts mehr als den vertrauten Anblick seines Rückens wenn er von ihr weg ging. Sie fühlte sich schrecklich und sah wahrscheinlich noch schlimmer aus. Doch anstatt wegzugehen kam er näher und starrte sie eindringlich an. "Warum hast du beim Frühstück nichts gesagt?"

Sakura drehte ihr Gesicht von ihm weg und starrte Kakashi-senseis leeren Stuhl an. "Ich wollte nicht darüber reden", gestand sie leise.

Ihre Antwort provozierte ein frustriertes Geräusch, doch er ließ von ihr ab. "...es muss wehtun", bat er schwach nach einer langen Pause an.

Sakura stimmte ihm leise zu.

"...ich wünschte er hätte dir nichts davon gesagt das ich dich gefangen habe und dann selber zusammengebrochen bin", murmelte er. "Der einzige Vorteil den dieser Idiot hat ist seine Ausdauer."

Das lies sie kichern, doch sie bereute es sofort als der Schmerz schlimmer wurde. Sie konnte gerade so den Drang unterdrücken nach der Naht zu tasten. Doch es lenkte Sasukes Aufmerksamkeit auf ihre Wunde. "Wie schlimm ist es?", es war mehr ein Befehl ihm zu antworten als eine Frage.

Sie zuckte vorsichtig mit ihrer guten Schultern doch musste es in eine Geste mit ihrem Händen umwandeln. Jede Bewegung schien an der Wunde zu zerren. "Kakashi-sensei ist nicht dazu gekommen mir zu sagen mit vielen Stichen es genäht werden musste. Doch ich glaube die Ärztin hat mir ziemlich starke Schmerzmittel gegeben weil es lange nicht mehr so wehtut wie vorhin."

Ein erneutes zustimmendes Grunzen. "Wenn du noch ein bisschen schlafen möchtest", bat Sasuke-kun an, "verspreche ich dich zu wecken bevor es dunkel wird. Damit wir es noch zum Haus zurück schaffen."

Sakuras zittriges Lächeln wurde etwas stabiler. "Ich glaube", murmelte sie nach einer langen Denkpause, "das ich lieber jetzt gehen würde solange ich halbwegs wach bin und die Schmerzmittel noch wirken."

Erst viel später würde ihr klar werden das der lange, langsame Weg zurück zu Tazunas Haus das erste Mal war das sie es geschafft hatte Sasuke-kun davon zu überzeugen sie nach Hause zu bringen.

AN:
All credit for the original story goes to the phenomenal Evil is a relative term on fanfiction.com
A big thank you for letting me translate your story!
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