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Kill Your Heroes

GeschichteAbenteuer, Drama / P18 / Gen
Itachi Uchiha Kakashi Hatake Sakura Haruno
08.06.2018
03.11.2019
29
93.365
12
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25.05.2019 2.110
 
Kill Your Heroes

Chapter Twenty-Eight

Alethephobia (Part II)


Sakura spielte nervös am Kragen ihrer Chunin-Weste herum als sie die Treppen des Turms hinab stiegen und ignorierte dabei das sie die sorgfältig gepressten Falten zerstörte. Sie würde so oder so zum Schneider geschickt werden müssen. Standardgrößen waren schlicht nicht für etwas geeignet das dazu gedacht war im Notfall dein Leben zu retten.

Kakashi-sensei sah auf sie hinab, tatsächlich ohne sein Buch.

Sakura biss sich auf die Lippe. „Muss ich sie tragen?“, fragte sie ihn leise.

„Du weißt das du das nicht musst“, bemerkte Kakashi-sensei, „doch sie nicht zu tragen ändert nicht den Fakt das du jetzt ein Chunin bist.“

„Ich -“, sie stolperte über die Worte die ihr auf der Zunge lagen und brachte schließlich nur ein „Warum?“, heraus.

Als ihr Blick zu Kakashi-sensei huschte sah er sie grimmig an. „Du kennst die Antwort darauf schon, Sakura“, erwiderte er leicht ermahnend. „Unsere militärische Stärke hat einen enormen Schlag hinnehmen müssen. Doch das können wir nicht zugeben. Du bist nur die erste Feldbeförderung, nicht die letzte.“

Sakura nickte langsam, weil das etwas war das sie verstand. Kakashi-sensei sah weg von ihr als er weiter sprach: „Tsunade-sama war in der Vergangenheit ausdrücklich gegen Feldbeförderungen außerhalb des Krieges. Sie dachte das sie nur Fähigkeiten berücksichtigen, ohne die emotionale Stabilität die man brauchte um diese Fähigkeiten einzusetzen.“

„Denkst du sie hat Recht damit?“

Kakashi-senseis Mundwinkel hoben sich. „Außer als ich zum Genin wurde habe ich jede Beförderung im Feld bekommen. Aber das war zu Kriegszeiten. Feldbeförderungen konnten nicht verhindert werden ohne das wir uns selbst kritisch eingeschränkt hätten. Nicht einmal Tsunade-sama konnte etwas dagegen sagen, auch wenn sie mit meiner Beförderung nicht sehr glücklich war, doch danach...naja, danach habe ich jemanden getroffen der in seiner Karriere nicht eine einzige Prüfung hinter sich bringen musste. Und er hat den falschen Weg eingeschlagen und eine Menge Leute mit sich genommen“, erklärte er düster.

Uchiha Itachi, riet Sakura, doch sie blieb still. Sie war nicht bereit dafür das Massaker mit Kakashi-sensei zu diskutieren. Weil das zu Gozen-san führen würde und den Dingen die sie zu sagen hatte. Sakura würde diesen Teil ihres Lebens am liebsten so weit wie möglich vom Rest fernhalten wie sie konnte. So zu tun, nur noch ein bisschen, als wäre es etwas das nicht langsam in alles andere hinein sickerte und ihre Welt aus Schwarz und Weiß in alle Arten von Grau tauchte. Und in Spinnen.

„Denkst du ich habe es verdient befördert zu werden?“, zwang sie sich stattdessen zu fragen.

Kakashi-sensei antwortete eine lange Zeit nicht und sie war sich fast sicher, dass er auf ihre Frage überhaupt nicht reagieren würde als er ihr doch noch antwortete: „Ich denke es wäre sehr viel einfacher für dich wenn du mehr praktische Erfahrung hättest. Ich stimme Tsunade-sama da zu. All deine Missionen waren entweder D-Rank-Missionen oder solche die katastrophal schief gelaufen sind. Doch auch wenn sie Personalprobleme hat denkt sie genau darüber nach wen sie befördert. Jemand anders hätte vielleicht jeden Genin befördert der es in die letzte Runde geschafft hat. Das hat sie nicht. Stattdessen hat sie dich, den Nara und den Aburame Jungen befördert. Es war keine Entscheidung die nur auf der Prüfung beruht – beide Jungen haben es eigenständig geschafft das Genjutsu zu erkennen und zu brechen und zur Verteidigung des Dorfes beigetragen, auch wenn der Nara etwas Motivation dazu gebraucht hat. Das war wahrscheinlich auch der Grund warum sie sich gegen Rock Lee entschieden hat, der zwar sehr gut ist in dem was er tut, aber auch gefährlich stark spezialisiert ist. Ich bezweifle nicht das er es zum Chunin bringen wird, aber er wird hart dafür arbeiten müssen.“
Er schüttelte seine Spekulationen ab und zerzauste ihr das Haar. „Sieh mich nicht so an, Sakura“, murmelte er. „Ich mag mir nicht sicher sein das du bereit bist, aber du hast die Beförderung verdient.“
Sie starrte ihn an. „...das macht keinen Sinn“, protestierte sie.

„Ich bin ein sehr komplizierter Mann“, lächelte er.

Sie starrte ihn einen Moment länger an bevor sie sich abwandte. „Ja, Kakashi-sensei.“

„Ist das Sarkasmus von meinem Schüler?“, fragte er als er seine Knöchel sacht gegen die Seite ihres Kopfes rieb. „Du kannst mich übrigens jetzt Kakashi-senpai nennen wenn du magst.“

Sakura fühlte wie ihr Magen sich bei der Andeutung in Panik zusammenzog, doch Kakashi-senpai verpasste ihr nur erneut eine Kopfnuss. „Wenn du dich dafür bereit fühlst“, ergänzte er. „Bis dahin hast du ein Team das sich seine Beförderungen noch verdienen muss. Du wirst wahrscheinlich einige Missionen ohne die Jungs haben, genau wie ich, doch du bist immer noch ein Teil von Team Sieben. Und auch wenn du nicht mit uns unterwegs bist arbeiten Chunin immer noch in Squads und werden nicht auf solche A-Rank Missionen geschickt wie die der wir uns im Wellenreich gegenüber gesehen haben.“

Ihre Finger entspannten sich langsam. „Ich bin wirklich froh das es dir gut geht“, murmelte sie mit einem Mal.

„Ich könnte das gleiche sagen“, erwiderte Kakashi-sensei. „Wenn man unser Glück bedenkt und wie lange ich...nicht verfügbar war bin ich überrascht darüber das wir keine weitere Invasion erlebt haben. Ich möchte den Schlüssel für mein Apartment zurück.“, ergänzte er schlicht.

Sakura runzelte die Stirn und sah ihn nicht an als sie murmelte: „Nein. Die Schlösser sind zu gut.“

„Ich könnte sie austauschen“, schlug er vor.

„Das wirst du nicht“, seufzte Sakura. „Und ich werde Naruto und Sasuke nicht verraten wo du wohnst.“

„Fair genug“, stimmte Kakashi-sensei nach einem langen Moment zu. „Aber du wirst damit aufhören meine Bücher in alphabetischer Reihenfolge zu sortieren.“

[Kill Your Heroes]


Als sie das Krankenhaus betraten verschwand Kakashi-sensei zu einem Folgetermin von dem Tsunade-sama ihm versichert hatte das sie es mitbekommen würde wenn er nicht dazu erschien. Wenn sie wetten würde, würde sie ihr Geld darauf setzen das er innerhalb der ersten drei Minuten die Flucht antreten würde. Sakura zog sich die Weste über – sein Rat war gewesen das die Jungs es besser jetzt herausfinden sollten als später – und fragte nach Sasukes Zimmer.

Das Mysterium warum Kakashi-sensei und Sasuke im Krankenhaus gewesen waren – oder in Kakashi-senseis Fall Zuhause – nagte an ihr und wurde noch davon verstärkt das ihr niemand erzählen wollte was den beiden eigentlich fehlte. Sie hatte Kakashi-sensei gesehen und er hatte keinerlei Wunden der sichtbaren, blutenden Art gehabt. Also blieben nur Gift oder Genjutsu über, doch das zu wissen brachte nur mehr Rätsel mit sich.

Kakashi-sensei würde es ihr nie verraten, doch bei Sasuke hatte sie eine Chance.

Aber Sasuke würde nicht glücklich mit ihr sein. Sie zuckte bei ihrer eigenen Untertreibung zusammen, weil Sasuke wütend und Naruto aufgebracht sein würde, doch sie dachte das Kakashi-sensei vermutlich recht hatte. Genau wie damals als er sie dazu gezwungen hatte sich Sasuke Chakranatur und all den Ninjutsu seines Clans zu stellen. Besser jetzt in der relativ sicheren Atmosphäre des Dorfes als im Kampf.

Es machte die Aussicht darauf nicht wirklich angenehmer.

Als sie an dem Raum ankam zu dem man sie geschickt hatte überprüfte sie die Zimmernummer doppelt und verbrachte mehrere Minuten damit unsicher auf dem Flur zu stehen bevor sie anklopfte und die Tür in einer ruckartigen Bewegung aufschob.

Das Zimmer war leer. Niemand war darin, doch die Bettlaken waren in einer Art und Weise zurück geschlagen die darauf hindeuten das jemand hastig aufgestanden war. All ihre Nervosität wurde zu Verwirrung während sie darüber nachdachte wo die Jungs hingegangen sein könnten. Sie hatten das Krankenhaus wahrscheinlich nicht richtig verlassen – Sasuke war immerhin nicht Kakashi-sensei – doch sie konnte ihn sich auch nicht vorstellen wie er in öffentlichen Räumen wie Wartebereichen herumlungerte.

Sie biss sich härter auf die Lippe als sie überlegte wie wahrscheinlich es war das sie einen nicht öffentlichen Bereich aufgesucht hatten. Sasuke mochte die Suffixe fallen lassen wenn er aufgebracht war, doch er brach normalerweise keine Regeln. Doch soweit es Naruto betraf galt diese Regel nicht und das bewies seine Akte aus der Akademie. Türen die ihn draußen halten sollten waren mehr ein Vorschlag. Mehr als einer ihrer Lehrer hatte ihn scharf gefragt ob er lesen konnte.

Mit dem im Hinterkopf hatte sie eine Idee wo sie seien könnten.

Ihre Augen huschten unruhig den Korridor hinauf und hinunter als sie zum Treppenhaus schlich und die Tür hinter sich schloss. Es wäre genau ihr Art von Pech wenn Naruto und Sasuke ohne Probleme hier durchgekommen wären und sie auf dem Weg nach oben beobachtet würde. Sie war nicht wie ihr blonder Teamkamerad; sie hatte nicht viel Erfahrung damit mit Erwachsenen in Schwierigkeiten zu geraten. Egal wie pathetisch es wirkte fühlte sie noch immer ein nervöses Stechen im Bauch wenn sie daran dachte angeschrien zu werden.

Trotz all der toten Männer zwischen ihr und der Akademie war sie in vielerlei Hinsicht noch das gute Kind das daran glaubte das es Regeln aus einem guten Grund gab.

Doch sie schaffte es sicher bis auf das Dach und fand die Tür nicht ganz geschlossen vor. Sie wäre vorsichtig hinaus geschlichen – es könnte ja auch ein Mitarbeiter auf dem Dach sein – doch sie hörte das unverwechselbare Kreischen von aufeinander treffenden Kunai.

Sakura schoss heraus, doch als zwei vertraute Gestalten in ihrem Blickfeld erschienen hörte sie ein anderes Geräusch. Das Geräusch eintausend zwitschernder Vögel, hatte man ihr gesagt. Chidori.

Da war Naruto, die Luft in seiner Handfläche verwirbelt und beide schrien während Sasuke wie ein Greifvogel der seine Beute anvisiert hatte auf Naruto hinunter kam und Naruto sich bereit machte. Sie erkannte Narutos Attacke nicht, doch in dem Moment in dem sie den Kampf wahrnahm wusste sie das es gleichstark sein musste wie das Chidori, sonst hätte er seine Klone genutzt. Das hier war kein freundlicher Kampf, dachte sie dumpf. Das hatte sich in einen Kampf um Leben und Tod entwickelt.

Ihre Verwirrung mischte sich mit der Angst und wurde zu Bewegung. Ihre Augen sahen alles, langsam wie eine aufblühende Blume, ihr Körper fließend wie ein Blitzschlag. Sakuras Hände packten hinter ihren Handgelenken zu, doch die elektrische Energie von Sasukes Chidori übersprang die Lücke und sie schrie auf als ihre Muskeln unkontrolliert zuckten. Beide rutschten aus ihrem Griff.

Sie hatte sich halb gedreht, gerade genug um ihre Hände ins Dach zu treiben statt ineinander. Sasukes Arm steckte bis zum Ellenbogen im Beton während Narutos Hand einen verwirbelten Krater hinterlassen hatte. Sakura konnte sie nur anstarren, schwer atmend und eine Hand auf die Spur von Sasukes Attacke auf ihrem Arm gedrückt. „...was habt ihr euch dabei gedacht?!“, verlangte sie schrill zu wissen während sie von ihnen zurückwich.

„Sakura-chan?“, fragte Naruto unsicher als er sich aufraffte.

Sasuke hatte größere Probleme aufzustehen, doch seine Augen wurden groß als sein Blick auf Sakura landete.

„Ihr hättet euch umbringen können“, meinte Sakura dumpf. „Ihr hättet euch umgebracht.“

„Es ist nicht --“, Narutos halb geformter Protest starb in seiner Kehle. „Ich wollte nicht das es so weit geht“, sagte er stattdessen.

Sasukes Blick flackerte zu Naruto, dem Krater zu seinen Füßen und verharrte dort mit solcher Intensität darauf das Sakura fast zurück gezuckt wäre als er sie wieder ansah. „..was hast du da an?“, fragte er sie, seine Stimme härter als sie es je gehört hatte.

Sakura zwang sich ihre Hände zu senken auch wenn sie brannten und sich ein brennender Schmerz ihren Arm hinauf zog. Sie versuchte den Teil ihres Gehirns zu ignorieren der schrie das sie der Energie, die einst Gaaras Sandschild durchschlagen hatte, gefährlich nah gekommen war. Sie richtete sich auf, zog ihr Kinn ein und sagte: „Meine Chunin-Weste.“

Sasukes Augen wurden schmal, doch Narutos Reaktion war sehr viel schmeichelhafter. Ihm klappte kurz der Mund auf, doch dann breitete sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht aus. „Oba-san hat dich befördert?“

„Es war eine Feldbeförderung“, erwiderte Sakura.

Sasukes Augen waren anschuldigend und blutrot vom Sharingan. „Du warst für den Kampf gegen Gaara nicht mal da“, knurrte er. „Warum solltest du eine Beförderung verdienen?“

„Hey“, mischte sich Naruto ein, „das ist nicht fair, Sasuke. Du weißt das Sakura zurückgeblieben ist damit wir dich rechtzeitig erreichen konnten um dir den Arsch zu retten.“

Sasukes Lippen verzogen sich zu einem Fluch, doch Sakura schnappte zu. „Stopp. Einfach..stopp.“, erklärte sie sanfter. „Wir bekommen schon genug Ärger wegen dem Dach. Macht es nicht noch schlimmer. Worüber habt ihr euch überhaupt gestritten?“

„Den Fakt, das Sasuke ein Idiot ist“, grummelte Naruto.

„Soweit es mich betrifft“, kam Kakashi-senseis trockene Anmerkung, „seit ihr alle Idioten.“

„Kakashi-sensei!“, erklärte Naruto erfreut, während Sasuke und Sakura still blieben.

Kakashi-senseis sichtbares Auge wanderte über sie als er die Szene auf sich wirken ließ. „Also“, sagte er, „das müsst ihr mir erklären.“
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