Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Kill Your Heroes

GeschichteAbenteuer, Drama / P18 / Gen
Itachi Uchiha Kakashi Hatake Sakura Haruno
08.06.2018
03.11.2019
29
93.365
12
Alle Kapitel
21 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.09.2018 3.906
 
-Kapitel Zehn-


Scopophobia I



Als sie das Dorf verlassen hatte war es ihr Ziel gewesen Zeit mit Sasuke-kun zu verbringen.

Als sie zurückkehrte tat sie es mit neuen Narben, den Messern eines toten Mannes und Erinnerungen an Kämpfe bei denen sie sich in ihrem eigenen Zuhause wie eine Fremde fühlte.

So kam es das Sakura ungewöhnlich still war als sie zum Debriefing gingen, auch wenn Naruto so aufgeregt war das Kakashi-sensei ihn am Kragen festhalten musste damit er nicht vorpreschte und allen verkündete das er Naruto Uzumaki war und sie schon begonnen hatten Brücken nach ihm zu benennen, dattebayo!

Sasuke-kun war typisch in Gedanken versunken, doch wenn man bedachte mit welcher Kraft er die Hände in den Taschen versenkt hatte kostete es auch ihn viel Kontrolle Naruto nicht eins überzuziehen. Naruto hatte nicht direkt Salz in die Wunden gestreut, doch er war aus der ganzen Sache viel besser heraus gekommen als seine Teamkameraden. Allerdings hatte er generell so sehr damit angegeben was er getan und geschafft hatte und welche Pläne er noch für seine glorreiche Zukunft hatte das selbst Kakashi-sensei ihn mit einem "Komm runter", bedacht hatte.

Sakuras Fäden waren noch im Wellenreich gezogen worden, sodass die Narbe in ihrem Mundwinkel jetzt schmerzhaft offensichtlich war. Die Wunde war, wenn man die Umstände bedachte, gut geheilt und wenn sie nicht gerade in ihrem Gesicht wäre würde sie sich kaum an der dünnen pinken Linie stören. Doch so fühlte es sich an als hätte man sie gebrandmarkt, als könnte und würde es jeder sehen und darin Dinge lesen die sie mit niemandem teilen wollte.

Außerdem war sie ein junges Mädchen das sich immer sehr viel um sein Aussehen geschert hatte. Selbst wenn damit nicht so viele schmerzhafte Erinnerungen verbunden wären würde sie sich unwohl dabei fühlen wenn die Menschen sie anstarrten.

Also verdeckte Sakura die Narbe mit ihren Shemagh und hielt den Kopf gesenkt um zu vermeiden das sie jemand auf die hässliche Wunde ansprach.

Der Shemagh zumindest war etwas das sie nicht bereute und sie fuhr mit ihren Fingern über den Stoff um sich zu beruhigen als sie das Missionsbüro betraten. Der Hokage selbst war wieder in dem Raum präsent in dem die allgemeinen Missionen vergeben wurden, genau wie an dem Tag an dem sie aufgebrochen waren, auch wenn das lange nicht immer so war. Sakura konnte nicht sagen ob es Unglück oder das Design des Zimmers war, aber sie trat unruhig von einem Fuß auf den Anderen als sein wissender, gewichtiger Blick über sie schweifte nur um mit einem liebevollen Ausdruck an Naruto hängen zu bleiben der nicht einmal darauf gewartet hatte darum gebeten zu werden bis er damit begonnen hatte alle mit seiner Version der Geschichte zu beglücken.

Ihre Augen fanden Iruka der zur Rechten des Hokage saß, während der Chunin zur Linken des Dorfoberhaupts ein fremdes Gesicht für sie war.

Ihre Hand griff unsicher an ihren Oberarm als Naruto seine Geschichte mit weiten Gesten ausschmückte. Ihr Griff wurde fester als er ihren Teil erzählte oder zumindest das davon was er wusste. Es sorgte dafür das die volle Aufmerksamkeit des Hokage und der Chunin für einen Moment nur ihr galt. Sie zog den Kopf ein und sah weg, wandte ihre nicht verletzte Wange ihnen zu.

Der Hokage musste die Erzählung amüsant gefunden haben, denn er ließ Naruto erzählen ohne ihn zu unterbrechen bis er zu dem Punkt kam an dem er beschwor das er für Großes bestimmt war und sie schon begonnen hatten Brücken nach ihm zu benennen.

"Es klingt als hättet ihr eine sehr interessante Zeit gehabt", sagte der Sandaime. "Ich erwarte eine sehr viel weniger spannende Version der Dinge in deinem Bericht, Kakashi?"

"Aa", stimmte Kakashi-sensei zu und produzierte eine Schriftrolle aus seiner Tasche die er dem Sandaime überreichte. Sie standen in relativer Ruhe voreinander während er die Schriftrolle überflog und sein Gesichtsausdruck blieb für sie absolut unlesbar. "Ich verstehe", sagte er letzten Endes. "Es ist bedauerlich das die Dinge so geschehen sind wie sie es sind. Und Kakashi, es war vielleicht ein wenig nachlässig von dir uns nicht über die nötige Reklassifizierung der Mission zu informieren. Es hat sich niemand Sorgen gemacht weil du gesagt hattest das du deine Genin außerhalb des Dorfes trainieren wolltest, aber ich denke das war ein wenig zu viel des Guten. Selbst jetzt wo sie uns genug Geld haben zukommen lassen um die Differenz zu zahlen kannst du dir vorstellen das ich gezögert hätte eine Gruppe frischer Genin an einer A-Rank Mission teilnehmen zu lassen."

"Hey, das ist nicht fair, Opa!", protestierte Naruto. "Hast du nicht zugehört? Wir haben uns doch gut geschlagen!"

Sarutobi-sama seufzte. "Trotzdem hat dieses Dorf Standards an die wir uns halten müssen. Alle von euch werden bezahlt werden als wäre es eine offizielle A-Rank Mission gewesen und so wird sie auch in euren Akten geführt werden, aber glaubt nicht das euch solche Missionen absichtlich zugewiesen werden bis ihr den entsprechenden Rang erreicht habt. Jetzt", und er klatsche über Kakashi-senseis Bericht in die Hände, "erwarte ich eure eigenen Berichte in spätestens zwei Tagen. Ich denke das ihr euch alle auf eure eigenen Betten freuen werdet also werde ich euch nicht davon abhalten. Auch wenn ich mir noch einen Moment der Zeit eures Sensei leihen werden. Und Sakura-chan, bitte bleib auch noch kurz hier."

Sakura starrte auf den Boden als Naruto neugierig zu ihr herüber sah. "Warum muss Sakura-chan noch hier bleiben?", verlangte er zu wissen.

Er wurde für seine Frage durch Kakashi-senseis Faust belohnt die von oben auf seinem Kopf aufschlug. "Ich denke das ist genug unverfrorener Disrespekt für heute", meinte er trocken. "Shoo."

Naruto runzelte die Stirn doch tat was Kakashi-sensei ihm gesagt hatte während Sasuke-kun ohne einen zweiten Blick aus dem Zimmer marschierte.

Beide Chunin warfen dem Hokage fragende Blicke zu. Sie fragten sich offensichtlich genau das gleiche wie Naruto doch waren zu respektvoll als das sie eine direkte Antwort verlangen würden.

"Sakura-chan, der Bericht deines Sensei sagt aus das es deine erste Mission außerhalb des Dorfes war und du im Laufe der Mission vier Männer getötet hast als sie den Brückenbauer angriffen."

Sakura wünschte sich das Iruka-senseis Überraschung nicht so deutlich in sein Gesicht geschrieben stehen würde. Die Art wie sein Kopf herum zuckte um den Hokage anzustarren nur um mit großen Augen zu ihr zurückzuschauen. Selbst der andere Chunin sah beunruhigt aus. "Ja, Sir", antwortete sie leise.

"Er berichtet auch das er bereits mit dir über die Erfahrung gesprochen hat, aber ich habe eine gewisse Erfahrung damit was Kakashi als eine angemessene Behandlung von etwas so Lästigem wie Gefühlen hält. Wir haben Therapeuten zur Hand falls du sie brauchen solltest."

Sakura atmete tief ein, doch sie wich dem Blick des Hokage nicht aus. "Ich verstehe, Sir."

Sie hatte nicht die Absicht das Angebot zu nutzen. Vielleicht wenn sie früher ins Dorf zurückgekehrt wären, als die Albträume noch schlimmer waren und sie noch nicht an sie gewöhnt war. Doch sie konnte mittlerweile wieder mehr oder minder durchschlafen selbst wenn sie noch immer ihr Bestes gab abends so müde wie möglich zu sein. Doch sie konnte keinen Fremden in ihren persönlichen Ängsten herumstochern lassen.

Sie war ein wenig überrascht als der Hokage aufstand und die zwei Chunin mit ihm. Seine Hände in die Taschen seiner Robe steckend neigte Sarutobi seinen Kopf. Die zwei Chunin verbeugten sich aus der Taille heraus vor ihr. "Das Dorf dankt dir für deine Dienste, Haruno Sakura", sprach der Hokage mit ernster Stimme, die Chunin erhoben sich erst wieder als er fertig war. "Auch wenn es mir leid tut das es so früh in deiner Karriere dazu kommen musste."

Sakura konnte nur nicken während sie versuchte den komplizierten Knoten aus Gefühlen zu lösen der sich in ihrer Brust aufbaute und verbeugte sich vor dem Hokage. Sie verließ das Zimmer um Kakashi-sensei für das tatsächliche Debriefing alleine zu lassen. Sie wusste nicht ob er für seine Entscheidungen gerade stehen musste oder nicht, doch in diesem Moment war sie heilfroh darüber das sie das Wellenreich nur in einem schriftlichen Bericht noch einmal besuchen musste und dieser Bericht war schon fertig auch wenn sie zu schnell aus dem Zimmer geflohen war um ihn noch einzureichen.

Stattdessen machte sie sich auf den Weg nach Hause und nutzte dafür zum ersten Mal den Weg über die Dächer. Einst hatte sie gedacht das sie sich wie ein "richtiger" Ninja fühlen würde wenn sie diese Strecken nutzen konnte, doch nach dem Wellenreich erschien es ihr ein so viel kleinerer Erfolg als einst. Auch wenn es ein seltsames Gefühl war über die geschäftigen Straßen zu springen und ihre Heimat aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen.

Sakura stoppte am Haus ihrer Nachbarin bevor sie ihre eigene Haustür aufschloss. Miwa-san war eine enge Freundin ihrer Mutter gewesen seit sie zusammen die Akademie besucht hatten und war seitdem eine gute Freundin der Familie. Sie hatte versprochen auf das Haus aufzupassen während Sakura weg war und die Post einzusammeln. Sakura hatte längst aufgehört sie als Freundin der Familie zu betrachten. Miwa-san war viel mehr eine Tante für sie die auf sie aufgepasst hatte wenn ihre Eltern auf Missionen waren und nachdem ihre Baba verstorben war. Sie erlaubte sich die flüchtige Umarmung bevor sie sich schnell entschuldigte um nicht zum Essen eingeladen zu werden. Miwa-san hatte zwei junge Söhne die, wenn kombiniert, ungefähr das selbe Taktgefühl hatten wie Naruto und Sakura hatte keine Lust eine Menge Fragen zu beantworten. Nicht einmal im Austausch für ein selbst gekochtes Essen.

Sie betrat das leere Haus mit einem erleichterten Seufzen und sah dabei neugierig die Post durch. Als sie einen Brief von ihrer Mutter fand riss sie ihn auf, sodass ihr die Fotos darin fast aus den Händen gefallen wären. Sakura lachte beim Anblick der Bilder in denen ihre Mutter mit Falkenbabys posierte die noch so klein waren das sie in ihre Handfläche passten. Der normalerweise ernste Gesichtsausdruck ihrer Mutter war verschwunden und wurde durch ein breites Grinsen ersetzt, das die Falten um ihren Mund verschwinden und sie Jahre jünger aussehen ließ.

Mit einem Mal vermisste sie ihre Mutter schrecklich, so sehr wie seit langem nicht mehr. Ihre Mutter war ein Karriere Chunin der sich um die Falken kümmerte die sie zum Überbringen von Nachrichten nutzten also war es nicht so das Sakura in der Angst lebte das ihr jemand eines Tages verkünden würde das ihre Mutter im Kampf umgekommen war. Doch ihre Spezialität war die Aufzucht und das Training der gewaltigen Greifvögel die hauptsächlich zur Kommunikation zwischen Dörfern und mit der Grenzregion genutzt wurden was bedeutete das auch der Großteil der Zeit ihrer Mutter in Grenzstationen verbracht wurde.

Es war keine besonders ungewöhnliche Geschichte. Ein Shinobi zu sein bedeutete sich an die Bedürfnisse des Dorfes anzupassen und Haruno Mebuki wurde ab und an zurück auf einen der Posten in der zentralen Voliere im Dorf versetzt. Sie teilte sich diese Rotationen mit mehreren anderen Ninja die genauso erpicht darauf waren ihre Familien wiederzusehen wie sie es war. Als Sakura noch sehr jung gewesen war hatte ihre Mutter eine Position gehabt die sie lange nicht so sehr genoss wie das was sie heute tat, doch sie hatte mehr Zeit für ihre Tochter gehabt. Doch sobald Sakura alt genug gewesen war um auf die Akademie zu gehen hatte sie wieder begonnen an der Grenze zu arbeiten. Sakura war in dieser Zeit hauptsächlich von der Mutter ihres Vaters aufgezogen worden, welche schon so lange wie sie sich zurückerinnern konnte bei ihnen gelebt hatte und nachdem ihre Großmutter gestorben war hatte sich Miwa-san um sie gekümmert.

Also war die Abwesenheit ihrer Mutter weder neu noch unerwartet, doch das seltsame Gefühl betrogen worden zu sein lauerte in den Ecken ihres Verstandes. Ihre Eltern hatten immer dafür gesorgt das sie zu wichtigen Ereignissen in ihrem Leben beide im Dorf waren und für sie fühlte es sich an als ob es jetzt gerade genauso sein sollte.

Als ob ihre Mutter irgendwie gespürt haben sollte das etwas schief gelaufen war und auf sie wartete, bereit sie --

Selbst Sakura wusste nicht wie sie diesen Gedanken beenden sollte. Bereit sie davon zu überzeugen das alles gut werden würde, vielleicht. Nicht um Fragen zu stellen aber auch nicht um keine Fragen zu stellen. Es war schon irgendwie ein Ding der Unmöglichkeit was sie von ihrer Mutter wollte.

Doch ihre Mutter war nicht hier und anhand des Briefes konnte sie erkennen das sie wohl auch in nächster Zeit nicht nach Hause kommen würde und selbst wenn sie sich nicht vage daran erinnern könnte das die Details zu A-Rang Missionen auf einem anderen Wege als der normalen Post verschickt werden musste und eine Erlaubnis benötigten war es etwas das sie ihr nicht schreiben wollte. Ich habe einen Mann getötet, Mama...

Nicht jetzt wo sie verstand warum ihre Eltern sowohl stolz als auch besorgt um sie gewesen waren als sie erfahren hatten das Kakashi-sensei ihr Lehrer sein würde.

Sie hätte sich mit ihrem Vater zufrieden gegeben, doch Haruno Kizashis vergnügte, charismatische Art und die Fähigkeit die Aura eines "harmlosen Zivilisten" aufrecht zu erhalten egal wohin er ging hatten ihm eine Karriere in der Informationsgewinnung eingebracht, was bedeutete das er auch wenn er nicht permanent außerhalb des Dorfes stationiert war kam und ging ohne das ihn jemand bemerkte. Er konnte Morgen schon Zuhause sein oder er tauchte nach Monaten mit einer Entschuldigung und Geschenken wieder im Dorf auf.

Genau wie ihre Mutter war auch er ein Karriere Chunin und seine Missionen rankten sich weniger um Verschwörungen die darauf abzielten den Daimyo zu stürzen als darum die außerehelichen Beziehungen reicher Menschen zu bestätigen. Was, wenn man ihm glaubte, viel gefährlicher war als es klang. Doch bisher war er immer wohlbehalten nach Hause gekommen.

Doch er war jetzt gerade nicht da.

Also stand sie ohne ihre Eltern da in deren Arme sie sich hätte werfen können und so verbrachte Sakura den Rest des Tages mit der Hausarbeit die sie sonst ablehnte. Doch irgendwie half ihr etwas so alltägliches wie Staub zu saugen dabei wieder etwas herunter zu kommen. Sie war im Dorf und das bedeutete einen gewissen Grad an Sicherheit. Nicht permanent, nicht absolut, weil es Missionen geben würde die sie aus der Sicherheit des Dorfes führen würden. Doch es war schwer sich vorzustellen von etwas schlimmeren als Insekten angegriffen zu werden solange sie im Dorf blieb.

Sie schlief in dieser Nacht besser als sie es in den letzten Wochen getan hatte, auch wenn sie die Stille beunruhigend fand nachdem sie so lange mit anderen Menschen in einem Raum geschlafen hatte.

[Kill Your Heroes]


Sie brachte ihre verbleibenden Qipao Kleider am nächsten Morgen zum Schneider um sie kürzen zu lassen und verbrachte die nächsten Stunden damit einen perfekten, kurzen aber auch nicht zu kurzen Überrock zu finden den sie über ihre Shorts tragen konnte. Auf ihrer Liste standen auch Stiefel die ihre armen, missbrauchten Schienbeine bei ihren Läufen schützen würden. Die Runden die sie in der Akademie gelaufen waren hatten sie nicht wirklich darauf vorbereitet was es bedeutete durch Dornenbüsche zu rennen. Pakkun behauptet steif und fest es würde ihrer Geschicklichkeit nur Gutes tun.

Sobald sie den Preis eines guten Paares sah war sie froh darüber das die letzte Mission so gut bezahlt worden war, denn sie hatte noch ein letztes Ziel bevor sie alles erledigt hatte. Sich an den Zettel klammernd auf den Kakashi-sensei in seiner überraschend sauberen Handschrift eine Wegbeschreibung gekritzelt hatte wanderte Sakura durch Straßen die ihr nicht ganz so bekannt waren wie der Rest des Dorfes. Viele der kleineren Läden die mit Shinobi Waren handelten oder spezialisierte Services anboten erlaubten keine Akademieschüler in ihren Verkaufsräumen und mit dem anhaltenden kalten Krieg zwischen Ino und ihr selbst hatte es keinen Grund gegeben alleine bummeln zu gehen.

Doch sie erreichte ihr Ziel und veränderte ihren Griff um die Tüten die sie bei sich trug. Nachdem sie jetzt bereits einkaufen gewesen war überlegte sie das es vielleicht doch schlauer gewesen wäre zuerst hierher zu kommen.

Die Ladenfront hätte ihre Aufmerksamkeit nicht auf den Laden gezogen wenn sie nicht hierhin gewollt hätte. Zum einen gab es keine Fenster in denen Waren ausgestellt waren, nur ein Schild über der Tür das es als Händler auszeichnete und es war kein besonders aufregendes Schild. Nur 'Hasekura' stand dort in einfacher Schrift geschrieben.

Als Sakura vorsichtig die Tür öffnete läutete eine Glocke, doch es gab niemanden der sie begrüßte was sie zögern ließ den Laden zu betreten. Doch es gab hier einiges zu sehen, selbst von dem Punkt neben der Tür an dem sie stehen geblieben war. Beleuchtete Glasvitrinen waren gefüllt mit wunderschönen Lederarbeiten, während eine Reihe komplizierter Geschirre aus Taschen und Waffenscheiden an den Wänden hingen.

Der Laden war nicht sehr groß und auch nicht besonders dekoriert; 'praktisch' schien wohl das Leitprinzip gewesen zu sein.

Sie musste nicht sehr lange warten bis ein Mann aus dem hinteren Bereich des Ladens kam. Er war etwa einen halben Kopf größer als Kakashi-sensei mit zerzaustem braunen Haar, einem eckigen Kinn mit Dreitagebart und kräftiger Statur. Er war absolut nicht was sie erwartet hatte.

"Du siehst verloren aus, Kiddo", merkte er an, "was kann ich für dich tun?"

Seine Stimme war genauso rau wie sein Aussehen. "Um, mein Sensei hat mir gesagt ich solle herkommen und eurem Rat folgen", erklärte sie unsicher.

"Und wer ist dein Sensei?"

"Hatake Kakashi."

Seine Augen weiteten sich leicht als er den Namen erkannte, dann wurde sein Gesichtsausdruck neutral. Es ließ ihn ein klein wenig weniger einschüchternd wirken. "Ah. Ich habe häufiger mit seinem Vater als mit Kakashi gearbeitet, aber was soll's. Zeig mal her was du da hast."

Sakura blinzelte ihn verwirrt an, bevor ihr Blick auf die Tüten in ihren Armen fiel und sie entschied sich den Großteil an die Wand zu lehnen. Eine Tüte behielt sie jedoch bei sich. Sie hatte sie heute Morgen mit sich aus dem Haus getragen und den ganzen Tag bei sich behalten weil die Messer die sie aus dem Wellenreich mitgebracht hatte zu lang waren um in ihr Standard Kit zu passen.

Sie hatte sie in ein altes Handtuch eingewickelt damit sie die Tüte nicht zerstörten in der sie transportiert worden waren und als sie die Messer auspackte streiften ihre Finger über das kalte Metall. Sie musste ein Schaudern unterdrücken. Doch dann wurden sie ihr aus der Hand genommen als der Mann – sie nahm an das er Hasekura-san sein musste – sie sich näher ansah.

Als sie seinen fragenden Blick bemerkte der an dem verfärbten Messer hängen geblieben war meinte sie: "Kakashi-sensei meinte das es wahrscheinlich nur kosmetisch ist." Nicht ganz sicher darüber was sie mit ihrem Beutel tun sollte stellte sie ihn neben sich auf den Boden und trat dann unruhig von einem Fuß auf den anderen bis sich Hasekura-san ein ausreichendes Bild von den Waffen gemacht hatte.

"Ich nehme an die Griffe waren mit etwas umwickelt. Ich kann das ersetzen, kein Problem – Paracord wird am besten sein", murmelte er vor sich hin.

Sie machte beinahe einen Satz nach hinten als er sich auf einmal vor ihr hinkniete und die Messer an die Außenseite ihrer Oberschenkel hielt während eine seiner Hände in seiner Tasche nach einem Maßband, einem Stift und Zettel fischte. "Halt still", ordnete er an und Sakura, gewohnt Befehlen nachzukommen, tat was er ihr sagte. "Du zeigst mit diesen Klingen ein besseres Urteilsvermögen als die meisten Anderen", erklärte er ihr als er ihre Maße mit einer kühlen Effizient nahm die sie so noch nie gesehen hatte. "Du würdest nichts wollen das länger ist, zumindest nicht bis du deutlich gewachsen bist. Und ich würde nichts empfehlen das eine noch stärker gebogene Klinge hat."

"...warum?", fragte sie vorsichtig.

Er legte seine Utensilien bei Seite und hob ein Messer auf, sodass der Griff nach oben zeigte und hielt es an ihren Oberschenkel – etwas das nur möglich war weil sie ihre Kunaitasche heute nicht mitgenommen hatte. Die Spitze der Klinge ruhte gerade so über ihrem Knie während der Griff direkt unter der breitesten Stelle ihrer Hüfte anlag.

"Die Sache mit Messern oder Klingen generell ist das du sie nicht für immer in der Hand behalten kannst. Also bewahrst du sie entweder in einem Siegel auf oder in einer entsprechenden Halterung und die Sache mit Schriftrollen ist das man etwas länger braucht um sie zu benutzen. Doch dann seit ihr Dummköpfe auch noch davon überzeugt das größer auch gleich besser ist und am Ende müsst ihr eure Waffen auf eurem Rücken verstauen."

"...und das ist schlecht?"

"Deine Wirbelsäule biegt sich. Die Klinge wird das nicht tun. Und wenn du kein Chakra benutzt musst du sie an mindestens zwei Punkten festmachen – unten und oben. Stell dir vor du müsstest damit eine Rolle machen. Du verlierst eine Menge Flexibilität. Dasselbe gilt für eine horizontale Scheide an deiner Hüfte. Du hast immer den Überhang der Waffe, der an allem Möglichen hängen bleiben wird wenn du es am wenigsten gebrauchen kannst. Aber die hier sind fast perfekt. Siehst du wie passig sie an deinen Beinen anliegen ohne etwas zu blockieren das sich bewegen muss wenn du dich beugst? Das ist was du willst. Ich kann dir ein Geschirr für die hier machen, kein Problem. Sogar mit integrierter Aufbewahrungsmöglichkeit für Kunai und Shuriken."

Er nannte ihr einen Preis der tatsächlich niedriger war als sie erwartet hatte und er musste ihre Überraschung erkannt haben denn seine Hand kam auf seine Knie herab und er seufzte tief als er aufstand.

"Ich verkaufe dir ein Geschirr für den Alltag, nicht eines das du tragen würdest wenn du den Daimyo bewachst. Es wird auch nicht aus handgearbeitetem Leder sein. Tatsächlich wird es überhaupt nicht aus Leder sein. Ich empfehle Leder nicht für die Arbeit im Feld auch wenn ich Ausnahmen für die unter euch mache die irgendwelche Adligen beeindrucken müssen. Leder lässt dich schwitzen und es ist schwer in Schuss zu halten. Wenn du nicht aufpasst wird es anfangen zu modern und die Klingen fangen an zu rosten. Ich benutze Nylon. Damit kann man viel besser und einfacher arbeiten auch wenn ich die Stellen an denen die Spitzen der Klingen liegen und die scharfe Seiten verstärken werde. Es ist einfach sauber zu halten. Es wird sich abnutzen weil ihr Ninja schrecklich mit eurem Equipment umgeht egal wie widerstandsfähig ich es mache, aber so bekomme ich viele Kunden die wiederkommen. Also gibt es keinen Grund dir etwas anderes als einen fairen Preis zu berechnen. Also bist du dabei, Kiddo? Weil wenn du jetzt ja sagst kann ich sie rechtzeitig fertig haben damit du sie ausprobieren kannst bevor die Prüfungen beginnen?"

"Prüfungen?", fragte Sakura verständnislos.

"Die Chunin-Auswahlprüfungen", erklärte Hasekura-san. "Ich dachte das wäre der Grund warum Kakashi dich alleine hergeschickt hat statt ein wenig seiner verdammten Zeit für dich frei zu machen. Also ja oder nein?"

Die Antwort war natürlich ja.

AN:
All credit for the original story goes to the phenomenal Evil is a relative term on fanfiction.com
A big thank you for letting me translate your story!
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast