Kill Your Heroes

GeschichteAbenteuer, Drama / P18
Itachi Uchiha Kakashi Hatake Sakura Haruno
08.06.2018
03.11.2019
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Weil wir manchmal das sind was unsere Gegner aus uns machen. Weil Gato nur Zabuza gebraucht hat um Kakashi unschädlich zu machen. Er hat keine Angst vor einem kleinen Genin mit pinken Haaren. Doch selbst Mäuse beißen wenn man sie in die Ecke drängt. Eine Geschichte über das verletzlichste Mitglied von Team Sieben und die Orte an die ihre Angst sie treibt.

Kill Your Heroes

# Kapitel 1: Pyrophobia (Angst vor Feuer)


In Sakura machte sich Ekel breit als sie Tazuna durch das heruntergekommene Dorf folgte. Ekel für den sie sich immer mehr zu schämen begann. Alles an dem sie vorbeikamen war abgenutzt und dreckig, von den Häusern bis hin zu den Menschen und eine schrille Stimme in ihrem Kopf warnte sie eindringlich davor irgendetwas davon auch nur mit spitzen Fingern anzufassen.

Es war albern, sie war schon oft genug – um es genau zu nehmen viel zu oft – bäuchlings durch fragwürdig riechenden Schlamm gekrochen, aber das waren immer Überlebensübungen gewesen. Menschen lebten hier jeden Tag ihrer Leben darüber verhandelnd wer die wenigen verdorbenen Gemüse kaufen konnte die in einem Zustand waren in dem Sakura sie Zuhause nur noch mit Handschuhen in den Müll geworfen hätte. Es war nicht wirklich verwarlost, man sah das die Bewohner sich alle Mühe gaben das Dorf in Stand zu halten und doch schien es vergebens zu sein.
Landwirtschaft gab es hier nur wenig, die Flüsse und er stetige Wind zu salzig um etwas anderem als den Mangroven etwas Gutes tun zu können. Einst waren die Flüsse voller Fisch gewesen und die Hölzer, die in den Mangroven wuchsen, waren für ihren Wert als hochwertiger Baustoff weit über die Grenzen hinaus bekannt. Die Kiefern weiter im Inland wurden zur Förderung von Teer und Harzen genutzt die gerade bei den Schiffsbauern eine große Beliebtheit gehabt hatten.
Doch als Gato kam machte er die Häfen dem Erdboden gleich. Mittlerweile konnten nur noch seine Schiffe frei reisen. Was den Handel, von dem die Inseln gelebt hatten, zum erliegen gebracht hatte.

Die meisten der Familien die hier lebten, diejenigen die nicht willens gewesen waren zu fliehen oder es schlicht nicht gekonnt hatten lebten von dem was sie der Erde entringen konnten und dem Fisch den sie nicht länger verkaufen konnten.
Es war genug um zu überleben, aber es war ein Leben abseits von jedem Luxus oder finanzieller Sicherheit. Es war Sakuras erste echte Begegnung mit bitterer Armut und sie stellte schnell fest, dass sie es nicht mochte. Nicht den Anblick, nicht den Geruch, der stark genug war um sie das Gesicht verziehen zu lassen. Feuchtigkeit, Fisch und Teer – nicht einmal annähernd wie Zuhause. Aber sie ertrug es still. Fast zumindest.

Sie behielt die Kinder im Auge, die in ihrem Spiel pausiert hatten um sie anzustarren. Sie hatte nicht viel Geld zur freien Verfügung, ihr ganzes Budget wurde während der Mission von ihrem Sensei verwaltet, aber Kunai und Shuriken waren selbst für Kinder verlockend die allerhand andere Spielzeuge zur Verfügung hatten.

Als sie sich der Bausteller näherten entfernte sich Sakura weiter von dem Brückenbauer. Sie fühlte sich unbeholfen wie sie am Rand seiner Wahrnehmung herum lungerte, doch sie konnte ihm auch nicht wirklich bei dem helfen was er tat, weil es ihre Fähigkeiten aktuell weit überstieg sowohl beim Bau zu helfen und ein wachsames Auge auf ihre Umgebung zu haben.
Selbst wenn sie dazu fähig gewesen wäre, wäre sie nicht von viel Nutzen gewesen, denn all ihr Training in der Akademie hatte sie nur darauf vorbereitet Brücken zu zerstören und nicht sie zu bauen und selbst das war nur angeschnitten worden da ihre Lehrer der Meinung gewesen waren das es keine gute Idee sei der Horde Kinder zusätzlich zum Umgang mit zahlreichen scharfen Gegenständen auch noch beizubringen wie man effizient Dinge in die Luft sprengte.

Also verharrte sie in ihrer Position am Rand der Brücke, ihr Fuß unruhig auf den Beton tippend, während sie ihre Umgebung beobachtete. Sie hatten die Pflichten einer Wache im Unterricht ausführlich behandelt, immerhin war es eine der häufigsten Tätigkeiten für die Ninja angeheuert wurden, aber sie hatte erwartet das ihr Sensei bei ihr sein würde und sie anleiten würde, sobald sie tatsächlich im Feld war. Es war eine Sache auf dem Gelände der Akademie oder den Straßen ihrer Heimat durch Testszenarios gelaufen zu sein, aber eine gänzlich andere tatsächlich ein Leben zu beschützen.

Theoretisch war sie nicht Solo einsetzbar bis sie es zum Chunin gebracht hatte oder als Genin bestimmte Voraussetzungen erfüllte die eine ausdrückliche Genehmigung mit sich brachten. Aber Kakashi-sensei war ihr direkter Vorgesetzter und sie konnte nicht wirklich mit ihm darüber diskutieren. Hätte sie keine Zeit gehabt eingehend darüber nachzudenken was es bedeutete alleine hier zu stehen, sie würde sich geschmeichelt fühlen.

Jetzt gerade war sie jedoch hauptsächlich gelangweilt. Es war ihr zweiter Tag als Tazunas Wache und obwohl es erst früher Morgen war stöhnte sie bereits innerlich bei der Erinnerung daran wie sehr sich der gestrige Tag gezogen hatte als das Team Handwerker von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geschuftet hatte. Das bedeutete, das sie selbst ihr Mittagessen auf der Brücke zu sich nehmen musste. Die eintönige Arbeit wurde nur von den wenigen Toilettenpausen unterbrochen die sie sich selbst zustand. Der einzige Feind dem sie sich hatte stellen müssen war ihre eigene Müdigkeit, auch wenn sie nicht wusste ob sie dafür dankbar sein sollte oder nicht.

Tazuna schien Kakashi-senseis Urteil sie sei eine geeignete Wahl als sein Bodyguard jedenfalls nicht im Geringsten zu vertrauen, sodass sie vorsichtshalber neben ihrer Standardausrüstung einige Magnesiumfackeln eingepackt hatte die hell genug leuchteten das man sie auch durch den dichten Nebel sehen konnte. Anscheinend trugen die Einheimischen sie für Notfälle beim Fischen bei sich und Sakura hoffte inständig das der ätzende Geruch der Fackeln sich nicht dauerhaft in ihren Taschen breit machen würde. Es war schon schlimm genug das die ganze Stadt nach Fisch stank, was würde Sasuke-kun nur von ihr denken wenn sie es auch tat?

Vielleicht würdest du ihm dann endlich auffallen, merkte der verbitterte, logisch denkende Teil ihres Gehirns an. Als sie sich hastig selbst versicherte, dass das auf keinen Fall so sein konnte, da Sakura noch nie etwas nicht erreicht hatte für das sie hart gearbeitet hatte und Kami stehe ihr bei, sie hatte noch nie für etwas so hart gearbeitet wie für Sasuke-kuns Aufmerksamkeit, registrierte ihr Bewusstsein etwas nicht identifizierbar Seltsames. Sie ging an der Brüstung der Brücke entlang und schaute hinab in das tosende Wasser und überlegte wie einfach es für jemanden sein würde sich in dem dichten Nebel, der sich erst Richtung Mittag auflösen würde, an sie heranzupirschen. Aber es war ja nicht so als ob sie einfach an den Brückenpfeilern hinunterklettern könnte um sich umzusehen.

Außer, das sie genau das tun konnte.

Es war kein Baum sondern eine Brücke, aber das Prinzip sollte das gleiche sein. Es sollte sogar einfacher sein, da die Brücke kein lebendes Objekt war das dieses unangenehm kitzelnde Brummen ausstrahlte wie es der Baum getan hatte. Weder Naruto noch Sasuke-kun hatten etwas darüber gesagt, aber wenn man betrachtete wie viel Mühe sie gehabt hatten überhaupt den Baum hinauf zu kommen wunderte es sie nicht. Als sie gesehen hatte wie schwer es den Jungs gefallen war, waren ihr die ersten echten Zweifel daran aufgekommen wie viel feiner und entwickelte die Kontrolle von Sasuke-kun gegenüber ihrer eigenen war.
Sie war noch nie in etwas besser gewesen als Sasuke-kun, außer dabei Keigo zu sprechen und sie war sich nicht sicher wie sie sich dabei fühlte.

Der Schrei eines vorbeifliegenden Vogels riss sie aus ihren Träumereien über Sasuke-kun als sie sich vom Wasser abwandte.

Es würde schon gut gehen.

Doch sie zögerte als sie einen Blick über ihre Schulter auf die Wellen warf. Mit ihrem Blick auf die Wasseroberfläche so vernebelt wie er nun einmal war und der Erinnerung daran wie mühelos die zwei Jounin die Wasseroberfläche als Fläche für ihren Kampf genutzt hatten war ihr bei dem Gedanken daran dort hinunter zu gehen mehr als mulmig zu Mute. Kakashi-sensei war sich sicher gewesen das Zabuza zu schwer verletzt war um eine Gefahr darzustellen, aber da war noch dieser Hunter-Nin gewesen der seinen Körper geborgen hatte. Er war unverletzt geblieben und Gato war ein reicher Mann der bereits ein anderen Team losgeschickt hatte um sie anzugreifen obwohl sie damals noch nicht einmal das Dorf erreicht hatten. Gerüchte besagten, dass er nur mit Bodyguards reiste und immer dann Banden von Ganoven auf die Dorfbewohner hetzte wenn sie Anzeichen machten gegen ihn aufzubegehren.

Nein, ein Mangel an Personal war für ihn nicht das Problem.

Eine kalte Brise fegte vom Wasser hinein und ließ sie zittern, wenn auch nicht wegen der Temperatur. Sakura fühlte sich plötzlich sehr verletzlich und nicht länger davon beruhigt, dass Kakashi-sensei gemeint hatte sie wäre für diese Aufgabe geeignet. Jetzt nachdem die Möglichkeit einer Manipulation an der Brücke für sie erschreckend offensichtlich geworden war musste sie überprüfen ob wirklich alles in Ordnung war.

Es war ein Gefühl wie damals als Kind als sie davon überzeugt gewesen war das Monster unter ihrem Bett lebten. Ihre Eltern waren absolut durchschnittliche, aber von ihrer Sache überzeugte Ninja und nachdem ihre Baba verstorben war hatte sie viele lange Nächte alleine daheim verbracht. Also hatte sie selbst nachschauen müssen ob unter ihrem Bett etwas lauerte, da sie ansonsten nicht hätte schlafen können.

Das jetzt war die gleiche Art von Gefühl. Als ob jemand in ihre Brust gegriffen hätte und zudrückte. Aber sie konnte sich nicht davon abwenden, nicht jetzt. Teils lag es an der alten Angst aus ihrer Kindheit das etwas Schreckliches passieren würde wenn sie sich jetzt abwandte und teils lag es daran das es in ihrer Verantwortung lag sicherzustellen das alles in Ordnung war. Sakura drückte sich nicht vor Aufgaben die ihr von ihren Vorgesetzten aufgetragen worden waren selbst wenn sie Angst davor hatte was sie dort unten finden könnte.

Sie ging hinüber zu Tazuna um ihm zu erklären was sie vorhatte, sodass er sich keine Sorgen machen würde wenn sie aus seinem Blickfeld verschwand, aber ehrlich mal:
Wer passte hier eigentlich auf wen auf?
Sie konzentrierte sich auf ihre Aufgabe. Mit dem Baum hatte sie wenigstens den Vorteil gehabt am Boden anfangen zu können, doch das Wasser sah aus ihrem Blickwinkel sehr sehr fest und viel zu weit unten aus. Aber genau wie bei dem Baum viel es ihr leicht das Gleichgewicht zu halten. Das Schlimmste an der ganzen Sache war jedoch, dass obwohl ihre Füße fest an der Brücke über ihr verankert waren ihr Kleid und ihre Haare der Schwerkraft nachgaben, sodass sie Mühe hatte ihr Kleid aus ihrem Gesicht zu halten und ihre Haare schlichtweg ignorierte. Es war mühsam sich unter der Brücke umzusehen, insbesondere weil ihr so langsam alles Blut in den Kopf stieg auch wenn ihr Gesicht nicht nur deswegen brannte. Es war schließlich nicht so als ob sie keine Shorts unter ihrem Kleid tragen würde und trotzdem war es ihr mehr als unangenehm.

Sie entschied sich das sie Morgen, da Sasuke-kun sie eh nicht zu Gesicht bekommen würde, etwas tragen würde das deutlich geeigneter dafür war kopfüber unter Brücken herum zu laufen und sie sich schnell wieder umziehen würde bevor sie das Haus des Brückenbauers erreichten.

Nicht das es unter der Brücke etwas Spannendes zu sehen gäbe. Ihre Paranoia war eben nur diese und als sie wieder richtig herum auf der Brücke angekommen war sie sowohl verlegen als auch recht benommen.

~kyh~


Doch als sie am nächsten Tag zusammen mit Tazuna das Haus verließt trug sie ein dunkles Tanktop unter ihrem Kleid von dem sie angenommen hatte das es niemals das Licht der Welt erblicken würde. Sie hatte es nur eingepackt, weil sie fest daran geglaubt hatte das das Land der Wellen feucht und kalt sein würde und noch nichts so gut dagegen geholfen hatte wie Schichten. Sasuke-kun erschien ihr nicht der Typ zu sein der es toll fand wenn Mädchen vor Kälte zitterten und egal was Ino darüber zählt hatte das Zittern Kalorien verbrennen würde, es gab ein paar Grenzen die sie nicht überschreiten würde.

Als sie sich der Brücke näherten verschwand sie hinter einer Hausecke um aus ihrem Kleid zu schlüpfen und faltete es ordentlich zusammen um es in ihren Rucksack zu packen. Als sie sich der Gruppe näherte war Tazuna gerade damit fertig geworden die Anweisungen für den Tag zu geben. Sakura rieb sich die Arme um wenigstens etwas Wärme zu erzeugen.

„Also, passt du heute wieder auf uns auf?“, fragte Tazuna sie in dieser rauen Art und Weise die irgendwo zwischen grob und neckend liegt. Sie lächelte ihn vorsichtig an, weil sie sich wirklich nicht sicher war wie er es gemeint hatte.

„Ja, Sir“, antwortete sie.

„Dann ab mit dir“, grummelt er und scheucht sie weg. Sie unterdrückte den Drang ihm sarkastisch zu salutieren und ging die Umgebung ab. Sie warf einen misstrauischen Blick auf die Fässer, welche über Nacht zusammen mit dicken, aufgerollten Tauen ihren Weg auf die Brücke gefunden hatten – vom Geruch her würde sie sagen das in ihnen Teer ist.
Ihr kommt ein Gespräch von gestern in den Sinn dem sie nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet hatte; einige der Männer der Crew würden heute Nachmittag die Baustelle verlassen um im Dorf auszuhelfen und einige Reparaturen an ihren kleinen schäbigen Fischerbooten zu erledigen bevor die Sturmsaison die Inseln erreichen würde. Tazuna hatte verwirrt gewirkt jedoch etwas davon gemurmelt das sie schließlich ja auch ihre Familien zu ernähren hatten.

Als sie sich zu ihrer Zufriedenheit davon überzeugt hatte das niemand die Brücke über Nacht sabotiert oder Fallen aufgestellt hatte die von einem Genin aufgespürt werden konnten begann sie sich zu sammeln und band ihr Haar in einem Zopf zusammen bevor sie den ersten entnervenden Schritt über den Rand der Brücke hinaus machte. Ihr Magen schien für einen Moment der festen Überzeugung zu sein das sie fallen würde um in dem von Nebel bedeckten Wasser zu ertrinken, dass sie sterben und niemals auf ein Date mit Sasuke-kun gehen würde.

Aber sie fiel nicht und sie würde sich ein Date mit Sasuke-kun verdienen.
Zu allem entschlossen ging sie vorwärts und fand sich in einer Welt wieder in der solider Beton unter ihren Füßen war, doch dort, wo der Himmel sein sollte toste das Meer. In den Nebel einzutauchen war wie in eine Wolke zu laufen und es wäre beim ersten Mal verängstigend desorientierend gewesen wenn sie nicht einen sehr guten Orientierungssinn hätte. Sie war sich sicher das eine Technik gab die verhindern würde das ihr das Blut zu Kopf stieg doch aktuell würde sie sich damit abfinden müssen das sie eben schnell genug laufen musste um die Säulen zu erreichen und sich auf einen der Querträger zu retten bevor ihr schlecht wurde.
Es war die Tinte die sie zuerst bemerkte. Mit Chakra durchtränkte Tinte, die Art die nur Ninja benutzten. Und diese Tinte, das verstand sie sofort als sie das Paar Shinobi bemerkte das in der Mitte des Konstruktes saß und an etwas herum fummelten das sie nicht klar sehen konnte, war dazu bestimmt eine Explosion zu verstärken und zu lenken.
Die Faust um ihr Herz schien zuzudrücken und für einen langen Moment konnte Sakura nicht atmen, nicht denken und war beinahe nicht klar genug im Kopf um ihre Füße an der Unterseite der Brücke zu halten. Aber dann sah einer von ihnen zu ihr hoch und ihre Blicke trafen sich.
Gräulich violettes Haar umgab ein hübsches Gesicht, aber es war nichts attraktives an seinem Gesichtsausdruck. Als er aus der Hocke aufstand erkannte sie das er nicht viel älter sein konnte als sie, aber der teilnahmslose Blick in seinen silbernen Augen war etwas das sie noch bei keinem ihrer Klassenkameraden gesehen hatte.
Noch bevor sie wahrgenommen hatte das er sich bewegt hatte waren seine Messer schon in seinen Händen. Keine Kunai, Messer. Das Design war fremdartig mit leicht gekrümmter Klinge, verkehrt herum in einem 45 Grad Winkel zu seinen Handgelenken gehalten. Sie hatte diesen Griff einmal in einer Demonstration gesehen, aber er war kein Teil des Akademielehrplans. Die Vorwärtsbewegung würde einen klaffenden Schnitt hinterlassen während die Rückwärtsbewegung das Fleisch geradezu zerreißen würde.
Ihre seltsame Starre verflog und alles an das sie denken konnte war das sie weg musste, irgendwo hin wo sie die Leuchtraketen zünden konnte ohne jeden Moment zu riskieren das sie abstürzte. Sakura sprintete auf die Kante der Brücke zu, doch sie konnte nicht vergessen das es bedeutet zu sterben wenn sie daneben trat, konnte nicht vergessen das es bedeutet in die tosenden Fluten zu stürzen wenn ihre Füße den Halt verloren. Das machte sie langsamer als sie normalerweise gewesen wäre und er hatte fast zu ihr aufgeschlossen als er mit einem Mal da war. Es war die plötzliche Abwesenheit von Schritten hinter ihr die sie auf die Gefahr aufmerksam werden ließen; sie wich weniger aus als das sie ihren Körper mit aller Kraft zu einer Seite riss. Eine Hand ausgestreckt um sich an der Unterseite der Brücke abzufangen und ihre Balance zu halten. Sie war dem tödlichen Hieb ausgewichen, doch die Klinge hatte sie am Mundwinkel getroffen und eine brennende, heiße Furche auf ihre Wange gerissen.
Adrenalin verlieh ihr die Geschwindigkeit dem zweiten Messer auszuweichen, auch wenn es mehr als knapp war und sie spüren konnte wie die Klinge oberflächlich in ihre Wade biss als sie sich um die Ecke der Brücke nach oben warf. Ihre Augen scannten ihre Umgebung und auch wenn ihr Fluchtinstinkt alles andere zu verdrängen versuchte schlichen sich andere Gedanken ein – eher aus Gewohnheit als aus Absicht. Wenn sie nicht Jahre für solche Situationen trainiert hätte wäre ihre Panik wohl undurchdringbar gewesen.
So wie es nun einmal war stoppte der Anblick von Tazuna jeden Fluchtgedanken, weil er und die anderen Männer seelenruhig an dem anderen Ende der Brücke arbeiteten und der Shinobi der sie jagte lange nicht die einzige Gefahr war. Ihre Füße bewegten sich schon als ihr Kopf noch verzweifelt nach den Ansätzen eines Plans suchte. Kein Plan kam, doch ihr Körper bewegte sich und sie rannte auf das Dorf zu weil das die Richtung war in die sie geblickt hatte als sie sich nach oben geschwungen hatte. Ihre Hand suchte in ihrer Tasche nach einer der Leuchtraketen doch eine scharfe Klinge die ihren Handrücken zerschnitt sorgte dafür das sie die Fackel fallen ließ und sie nutzlos über die Brücke außer Reichweite schlitterte.
Ihr Jäger hatte noch immer kein einziges Wort gesprochen und irgendwie war seine stumme, unbarmherzige Verfolgung schlimmer als jeder Spott den er losgelassen haben könnte. Es ließ sie sich schmerzhaft der Angst bewusst werden die sich immer enger um ihr Herz zusammen zog. Sie hatte weder die Geschwindigkeit von Sasuke-kun noch Narutos Ausdauer – auch jetzt nicht, obwohl die Chemikalien in ihrem Blut sie zu Höchstleistungen antrieben.
Sie taumelte in die Richtung der Teerfässer, nicht darüber nachdenkend, nur reagierend und schaffte es irgendwie eines von ihnen hochzuheben und ihrem Verfolger entgegen zu werfen. Er war ihr so nah als sie sich zu ihm umwandte das er keine Möglichkeit mehr hatte auszuweichen. Es blieb ihm nur noch genug Zeit zwischen Wurf und Einschlag um sein Gesicht mit den Armen zu schützen. Vielleicht war es die unregelmäßige Art und Weise in der ihr Chakra pulsierte, vielleicht war es auch etwas anderes, aber das Fass gab mit einem Krachen nach und der Teer – klebrig, schwer und steif, die Sonne hatte ihn noch nicht ganz verflüssigen können, aber immerhin genug um zu verschmieren und kleben zu bleiben – verteilte sich auf seinen Armen und seiner gesamten Vorderseite.
Sie dachte nicht nach, nicht bewusst und es war nichts das man einen Plan nennen konnte aber sie erkannte das Zögern in ihm und tastete nach einer weiteren Fackel und dann ---
Magnesium brennt mit mehreren tausend Grad und kann nicht mit Wasser gelöscht werden, was der Grund dafür war das diese Art von Fackeln nur in Notfällen benutzt wurden und selbst dann nur mit extremer Vorsicht wenn irgendetwas Hölzernes in der Nähe war.
Der Brennpunkt von Teer lag weit darunter.
Sie hatte ihm weh tun wollen, hatte ihn davon abhalten wollen ihr weh zu tun, aber...
Es war ein Albtraum, dieses schwarze, kochende Zeug das sich in sein Fleisch fraß. Seine Kleidung die Feuer fing, der Geruch von verbrannter Haut, die Schreie und die Messer mit denen er trotz allem anderen auf sie losging. Sie schaffte es seine Handgelenke in ihrem Griff zu fangen – ignorierte die Hitze die ihre Hände verbrannte – und drückte so fest zu das sie schwören könnte das ihre eigenen Knochen unter ihrem Griff knarzten.
Er schrie, doch sie konnte ihn kaum noch hören, nur das Gewicht und die Stärke seines Körpers fühlen die seine Messer einen schrecklichen Weg nehmen ließen. Sie kamen auf sie herunter wie die Fangzähne eines Raubtieres mit ganzer Absicht sie all den Schmerz spüren zu lassen den sie ihm zugefügt hatte. All die Teilnahmslosigkeit war aus den silbernen Augen verschwunden und ein wildes Glühen hatte sie ersetzt. Ein Gesichtsausdruck so verzerrt das er nicht einmal mehr menschlich aussah.
Welche wundersame Stärke sie auch immer das Fass hatte werfen lassen war verschwunden; ihre Muskeln zitterten und sie wusste das sie ihn nicht würde festhalten können bis er starb. Sie hatten ihr erklärt das jemand im Feuer sterben könne und würde, aber es hatte sie niemand gewarnt das es so lange dauern würde. Aber an eins erinnerte sie sich aus der Akademie. Sie ließ einen ihrer Arme locker, trat zur Seite an seinem Messer vorbei und zog ihn vorwärts. Dabei kam ihr der Schwung zu Gunsten den er in den Hieb gelegt hatte und sie verlagerte den Griff an seinem Handgelenk so, dass sie sein anderes Messer auf einen Weg setzen konnte der Fleisch und Knochen sauber durchtrennte. Er fiel vorwärts, immer noch brennend, immer noch schreiend und immer noch sterbend und sie griff mit einem verängstigte, jämmerlichen Wimmern nach dem Messer das nicht unter der Leiche begraben war.
Sie dachte nicht daran eine weitere Fackel für Kakashi-sensei zu zünden, hatte in diesem Moment nicht einmal die Absicht sich um dem zweiten Shinobi zu kümmern. Kleine Spritzer kochenden Teers waren auf sie übergesprungen und wie Fleisch in einer Pfanne hatte das kochende menschliche Inferno vor ihr Spritzer aus Fett auf ihrem Oberteil verteilt. Kleine Flammen versuchten sich ihren Weg durch das Material zu bahnen hatten aber wenig Glück dabei, da das Material behandelt worden war, doch es war nicht genug Raum für Logik in ihrem Kopf bei dem Anblick des brennenden Mannes so nah bei ihr.
Sie brannte und alles an das sie denken konnte war das Feuer zu löschen. Sakura warf sich beinahe über den Rand der Brücke, erinnerte sich in ihrer Panik erst im letzten Moment daran das ein Sturz aus dieser Höhe sehr wohl auch das beenden konnte was ihr Jäger mit den silbernen Augen begonnen hatte. Sie sah diese Augen immer wieder vor sich, sah seine Haut kochen während ihre Augen sich nicht genug fokussieren konnten um die Säulen der Brücke wahrzunehmen. Sie schlitterte mehr an ihnen herunter als das sie kletterte, ihr Chakra noch immer unruhig und tauchte in das tiefe, kalte Wasser ein.
Es ersetzte nur eine Art der Panik mit einer anderen. Für einen Moment konnte sie sich nicht erinnern wie man schwamm, schnappte fast nach Luft und hätte sich selbst ertränkt. Doch die erste Berührung von Wasser an ihren Zähnen reichte aus um sie zum husten zu bringen und ihre Reflexe auszulösen. Es war kein formschönes Schwimmen und es war alleine Glück das sie davon abhielt sich an dem Messer zu schneiden das sie fest umklammert hielt. Doch sie erreicht die Säule und klammerte sich verzweifelt an sie.
Rettet mich – für den Gedanken war genug Raum in ihrem erschöpften Körper. Bitte, rettet mich. Aber es kam kein Schrei von jemandem der sie entdeckt hatte, keine Rettung, nur ein Muster aus hässlichen schwarzen Linien an der Unterseite der Brücke. Und ein weiterer Gegner.
Alles Adrenalin hatte ihren Körper verlassen, ihre Muskeln zitterten heftig und ihr Haar klebte nass in ihrem Gesicht. Die Schnitte in ihrem Gesicht und auf ihrem Handrücken brannten wie Feuer bei Kontakt mit dem Salzwasser und sie sah noch immer weiße Flecken.
Doch da war sonst niemand.
Nur Sakura.
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